Weihnachten und Neujahr

  • Obwohl gegen Mitternacht ganz ordentlich geböllert wurde blieben die Strassen im Vergleich zu früheren Jahren relativ sauber von den Hinterlassenschaften, also abgebranntem Feuerwerk und leeren Sektflaschen. Mein Highlight am Neujahrstag war ein ausgedehnter Spaziergang am Nachmittag. Je mehr es gegen Sonnenuntergang ging desto surrealistischer erschien mir die Welt. Es wird ein gutes Jahr werden! Davon bin ich überzeugt.


  • Frohes neues Jahr wünsche ich allen mit viel Gesundheit.

    Ich habe den Jahreswechsel auch positiv und alkoholfrei genossen. Ich meide aber auch Partys und große Veranstaltungen wo viel Alkohol getrunken wird. Das tue ich mir nicht an. Dieses Jahr will ich mich verstärkt meiner Selbstfürsorge widmen.

    Ich möchte auch versuchen den vielen negativen Nachrichten aus dem Weg zu gehen und mich lieber auf die schönen und positiven Dinge konzentrieren.

  • Ich hole mal diesen Thread wieder raus.

    Jetzt stehen wieder Weihnachtsmärkte, Weihnachtsfeiern, Weihnachten und Silvester an.

    Wie schützt ihr da eure Abstinenz?

    Überall wird es Alkohol geben. Egal ob Glühwein oder zum festlichen Essen den Rotwein oder sogar nach dem Essen den Schnaps. Sekt zum anstoßen und und und…

    Seid ihr gewappnet?

    Ich habe diese Zeit letztes Jahr zum ersten Mal gut erlebt und Alkohol war keine Option. Dieses Jahr gehe ich auch gelassen und die Zeit.

    Im Familienkreis wissen alle, dass ich keinen Alkohol mehr trinke. Das macht die Sache leichter.

  • Für mich wird das eine neue Herausforderung, ich gehe da mal ganz gelassen darauf zu. Das soll nicht heißen, "egal, es wird schon gut gehen". Eher so, ich hab in meinen Notfallkoffer viele NEINs eingepackt. Nein danke ich fahre. Nein ich trinke nichts. Nein ich mag kein Wein. Nein ich nehme Medis und so weiter.

    Also bevor ich in so eine Situation komme, mach ich mir Gedanken. Letztens bei einem Törgelen war ich kurzfristig eben verhindert.

    Mir ist bewusst, dass das alles nicht immer geht und Situation kommen, auf die ich nicht vorbereitet bin, und genau vor die habe ich großen Respekt.

  • Es gibt auch die Möglichkeit einfach irgendwo nicht hinzugehen oder nicht dabei zu sein.

    Meine Abstinenz steht an erster Stelle.

    Letztes Jahr war ich nur einmal kurz auf einem Weihnachtsmarkt und zwar tagsüber. Da wurde noch nicht überall so viel Glühwein gesoffen.
    Ich finde auch wichtig, dass ich jederzeit abhauen kann, falls es mir zuviel wird.

    Ich habe mich auch im Vorfeld damit auseinander gesetzt.

    Ich hatte z.B sehr lange immer ein paar Pfefferkörner in der Handtasche mit dabei. Falls Suchtdruck aufkommt, sorgen sie unverzüglich für Ablenkung.

    Nobs hast du hier schon die „Artikel“ gelesen? Findest du direkt auf der Startseite. Da gibt’s viel hilfreiches zu lesen.

  • Einem Neuling im ersten Jahr rate ich von Teilnahmen an solchen Feierlichkeiten ab, die mit dem Konsum von Alkohol verknüpft sind. Dazu zählt auch der Weihnachtsmarkt, da dort, insbesondere ab dem Nachmittag, häufig kräftig gebechert wird. Das kann den Neuling gewaltig triggern, entweder schon auf dem Markt oder es wirkt womöglich nach und der Suchtdruck stellt sich ggf. später ein.


    Im ersten Jahr bin ich auf keinen derartigen Markt gegangen. Sicherheit geht vor. Gestern habe ich einen besucht, das reicht mir für dieses Jahr. Ich muss keinen weiteren mehr sehen und/oder ertragen. Als meine Begleitung überlegte, sich einen Glühwein zu genehmigen fragte ich bloß: "Willst Du wirklich in der Kälte so 'ne Plörre trinken. Lass uns lieber in ein Lokal gehen, da kannst Du einen richtigen Wein trinken." Genau so haben wir es umgesetzt.

    Bei uns steht demnächst das Weihnachtsessen unserer Abteilung an, sinnigerweise in einem Brauhaus. ich nehme nicht teil. Ich war stets der Bier- und Schnapstrinker, aber selbst nach über 10 Jahren möchte ich mir so eine Lolkalität nicht antun. Das passt nicht (mehr) zu mir und meinen Weg. Statt dessen gehe ich zu selben Zeit aus essen.

    Weihnachten bleiben wir daheim, nur am 26.12. gehen wir in ein Restauarant, alles im kleinen Kreis, es sind keine Säufer dabei, sondern nur Personen, die ab- und an mal ein Glas Wein trinken, also nicht abhängige Normaltrinker. Das gilt auch für Silvester. Da habe ich früher immer heftig zugeschlagen. Wir gehen zu keiner Silvesterfeier mehr, wenn dort der Konsum zu sehr im Mittelpunkt steht.

    Auch hier rate ich dem Neuling ab. Er wäre gut beraten, erst mal festen Grund unter die Füße zu bekommen und dazu zählt m.E. im ersten Jahr mal in sich zu gehen und sich aus dem alkoholischen Geschehen und Treiben konsequent herauszunehmen.


    So habe ich es gemacht und es hat mir nicht geschadet. ich bin jetzt mehr als 10 Jahre unfallfrei unterwegs.


    Gutes Gelingen.

  • Habe auch dein Thema Versehentlich Alkohol getrunken, was nun? gelesen. Das passt auch hier her, Punsch alkfrei und mit Alk. Verwechslung leicht gemacht. Alleine das zu wissen ist für mich sehr hilfreich.

  • Habe auch dein Thema Versehentlich Alkohol getrunken, was nun? gelesen. Das passt auch hier her, Punsch alkfrei und mit Alk. Verwechslung leicht gemacht. Alleine das zu wissen ist für mich sehr hilfreich.

    Das stimmt, sowas kann schnell passieren. Es interessiert auch niemanden der Verkäufer wirklich. Hauptsache die Kasse klingelt.

    Ich weiß von jemand, die einen Milchshake wollte und bekam eins mit Alkohol drin.

    Seit ich das gehört habe, passe ich da gut auf, lieber erstmal ein kleines Schlückchen nippen oder den Partner vorkosten lassen.

    Also gute Empfehlung gerade für die Festlichkeiten, da besonders achtsam zu sein.

  • Bei uns im Geschäft war gestern Weihnachtsfeier. Meine Lust darauf hielt sich schwer in Grenzen. Es war nicht so, dass ich wirklich Angst hatte, rückfällig zu werden. Aber viele Leute, laut, nicht meine Muttersprache, viel Smalltalk - einfach nicht (mehr) so mein Ding. Einigen hatte ich schon gesagt, dass ich nicht mehr trinke (ohne gross zu erklären, wie es um mich stand). Denen, die dann trotzdem nachgefragt hatten sagte ich, dass ich meine wilden Tage hinter mir habe. Ein bisschen euphemistisch, aber egal. Frage beantwortet und wirklich interessiert hats niemanden. Als es langsam wilder wurde, habe ich mich um 22 Uhr französisch verabschiedet. Soweit alles gut. Aber ich weiss, dass ich achtsam bleiben muss, vor 2 Jahren hatte ich an Weihnachten meinen ersten Rückfall.

    Gruss

    Tom

  • Auch hier rate ich dem Neuling ab. Er wäre gut beraten, erst mal festen Grund unter die Füße zu bekommen und dazu zählt m.E. im ersten Jahr mal in sich zu gehen und sich aus dem alkoholischen Geschehen und Treiben konsequent herauszunehmen.

    Das habe ich letztes Jahr genauso gemacht. Auch dieses Jahr alles nur im Familienkreis. Vielleicht über Silvester einen Kurzurlaub am Besten mit Wellness.

    So habe ich es gemacht und es hat mir nicht geschadet. ich bin jetzt mehr als 10 Jahre unfallfrei unterwegs.

    10 Jahre ist schon mega. Du hörst dich auch immer so ausgeglichen und besonnen an. Du bist aber auch nach 10 Jahren weiterhin immer achtsam. Sind die 10 Jahre in Bezug auf deine Abstinenz immer ziemlich glatt gelaufen oder gab es auch mal kritische Phasen?

  • Auch ich war vor kurzem auf einer Weihnachtsfeier, auch auf einem Markt.

    Jetzt schon ein paar Jahre trocken, macht mir die ganze Alkoholkosumiererei, um mich herum nichts mehr aus. Wird's zu heftig, also unangenehm, gehe ich oder erst gar nicht hin.

    In meiner frisch abstinenten Zeit war das völlig anders! Wie ansprechbar sind wir doch gerade auf optische Reize, kaum sah ich Alkohol, egal ob verschlossen im Supermarkt, trinkende Menschen in Filmen oder live trinkende Menschen (mit der Möglichkeit es auch zu tun), lösten bei mir eine Art Suchtdruck, ein Verlangen aus, es diesen Menschen gleich zu tun.

    Wie einfach sind wir doch gestrickt, was für Gewohnheitstiere sind auch wir, nicht anders wie jedes andere Lebewesen, wir sehen Futter (Lebensmittel), welches uns schmeckt und sofort denken wir an Essen, sehen Alkohol und sofort denken wir, das will ich auch, das ist angenehm, das macht Freude, das schmeckt, das haben wir so gelernt, meist schon in der Kindheit, das gehört zu unserer Kultur, das machen alle ... schau wie fröhlich sie dabei sind, das kann nicht schlecht sein.

    = darauf wurden wir trainiert, trainierten es uns selbst an! Ähnlich dem Pawlowschen Hund.

    Sich dieses Verhalten, diese Gedanken wieder abzugewöhnen, das dauert ... Wochen ... Monate und gelingt wohl nie zur Gänze, zu tief sind die Erinnerungen in unserem Gehirn eingebrannt. Ohne festen Willen/Glauben und einer stoischen Konsequenz, wird das auch selten gelingen ... dieses Vergessen, diese Verknüpfung Alkohol = positiv.

    Im ersten Jahr mied ich so ziemlich (fast) alles, was irgendwie mit Alkohol zu tun hatte, incl. jegliche Feiern - ja, ich war schwach, ja, ich war sehr leicht zu beeinflussen.

    Die Konfrontation, dem Alkohol mit einer gewissen Gleichgültigkeit zu begegnen, wagte ich erst nach ca. einem Jahr ... Stück für Stück wagte ich mich voran und gaaanz langsam gelang die Entwöhnung, auch die (Sucht-)Gedanken aus dem Kopf zu bekommen.

  • Ich denke, man muss intensiv auf sich selber gucken. Ein ehrlicher Blick in den Spiegel und dazu die Frage: Würde so etwas wie der Weihnachtsmarkt meine Souveränität einschränken? Lautet die Antwort Ja, dann geht man vielleicht erst nächstes Jahr. Lautet die Antwort Nein, sollte einem Besuch nichts im Wege stehen.

    Ich möchte auch einmal die andere Seite beleuchten: Ich war früher der festen Annahme, dass sich so etwas wie ein Weihnachtsmarkt immer um das Gelage dreht. Dabei habe ich festgestellt, dass ich das Gelage gesucht habe, nicht andersherum.

    Es stehen heute noch dieselben Leute dort, vermutlich am selben Glühweinstand, mit denselben Mustern. Die Frage ist: Habe ich den Impuls, mich dazuzustellen (der fadenscheinige Grund sind ja häufig die 'sozialen Kontakte'), oder gehe ich zur Bude mit dem Schmalzkuchen und halte mich da auf?

    Meine Erfahrung ist, dass sich mein GRUND geändert hat, zum Weihnachtsmarkt zu gehen. Ich möchte dort präsent sein, weil ich die Atmosphäre mag, aber nicht, damit ich dort Glühwein kippe.

    Das ist mein Schalter und meine Überzeugung. Natürlich gibt es Pflichttermine wie das berühmte Weihnachtsessen, da wäre es sonderbar, wenn ich nicht käme. Aber die Entscheidung ist ja nicht, ob ich überhaupt komme, sondern ob ich früher gehe, wenn die anderen eskalieren.

    Ich habe meine Abstinenz relativ schnell und hart im sozialen Kreis bekanntgegeben und vertreten. Aber nicht mit der Begründung, dass ich ein Problem habe (oder hatte), sondern als bewusste Entscheidung für eine neue Lebensweise. Alle wissen: Kogge geht in der Woche um 21 Uhr ins Bett und am Wochenende um 21:30 Uhr.

    Denn Kogge hat einen Grund: Er steht früh auf und beginnt seinen Tag mit Yoga und Sport. Klar gibt es da einen Spruch, wenn ich mich verabschiede: „Na Kogge, morgen früh raus und wieder in den Keller?“ Meine Antwort ist dann: „Ja, wer Ziele hat, muss dafür arbeiten.“

    Ich habe mir angewöhnt, meine „Ausreden“ anders zu framen – denn es sind keine Ausreden mehr, sondern eine Lebenseinstellung. Ich gehe früher, weil ich etwas anderes vorhabe, anstatt mich zu entschuldigen, dass ich nicht mehr möchte oder müde bin.

    Ich sage nicht „Ich muss ins Bett“, sondern „Ich bin morgen ganz früh verabredet“ (mit mir selbst). Das sind Momente wie dieser hier: Ich sitze seit 6 Uhr morgens hier und schreibe (weil ich schreiben will).

    Was ich sagen möchte: Ich habe IMMER eine soziale Legitimation für mein Verhalten. Ich brauche keine Ausrede zu erfinden, weil ich ein ZIEL habe. Und genau dieses Verhalten sorgt mittlerweile für Respekt bei den Leuten und nicht für Ablehnung. Im Gegenteil, ich bekomme oft sogar Komplimente dafür, statt mich für mein eigenes Verhalten entschuldigen zu müssen.

    Das ist Arbeit, sich so ein Verhalten anzueignen. Aber so komme ich gesellschaftlich aus der „Opferrolle“ raus in eine „aktive, legitime Handlungsrolle“.

    Versteht ihr, was ich meine? Deswegen sage ich ja immer: „Nur nicht mehr trinken“ reicht nicht. Man muss das leben. Aber da einen Ansatz zu finden und ein Ziel – das ist nicht so leicht, das gebe ich vollumfänglich zu.

    Ein Freund von mir hat vor einiger Zeit bei sich festgestellt, dass sein Alkoholkonsum vielleicht zu viel sein könnte. Ihm geht es körperlich nicht so gut und er macht sich ein bisschen Sorgen. Er hat schon viel versucht – weniger trinken, Gewichtsabnahme etc. –, ist aber immer gescheitert.

    Ich hab ihm dann ein bisschen erzählt, wie ich das mache, und einiges hat er sich abgeguckt. Auch mit Erfolg. Aber im Moment stagniert er wieder und macht Rückschritte. Er hat mir das auch erzählt, gleichzeitig konnte ich ihn bei einem Treffen mit Freunden neulich gut beobachten und hab ihm das auch gesagt:

    Er sucht den „Sweetspot“. Ein bisschen besser essen hier, ein bisschen mehr Sport da. Dafür dann aber am Wochenende „kein Verzicht“, sondern anstatt 10 Bier sind es dann „nur“ 7. Also nichts Konkretes, nichts Fassbares, sondern immer so auf der Grenze, ohne sich endgültig zu entscheiden: „Was will ich nun?“

    Man könnte es „versuchtes, kontrolliertes Trinken“ nennen. Ich sage ihm das nicht so direkt und vermeide es, ihm ein Alkoholproblem zu attestieren – da muss er selber drauf kommen. Aber in seinem „Projekt“ IST genau DAS seine größte Baustelle. Punkt. Er sieht es nur (noch) nicht bzw. will es noch nicht sehen.

    Also wie gesagt, ich hab ihm das jetzt gesagt und ich bin gespannt, was er daraus macht. Ich kenne ja beide Seiten, weiß, wie man sich da fühlt... mal gucken.

    Jetzt bin ich abgeschweift. Egal.

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