Beiträge von Rekonvaleszent

    aber ein wenig Nachtrauern ist vorhanden.

    Auch ich habe einst und in den ersten Jahren ab- und an wehmütig an "schöne Feiern" gedacht. Aber da sprach die Sucht. Sie steckt tief in mir drin und will nur eins: Mich wieder ans Saufen bringen. Daher gaukelt auch das Suchthirn die angeblich schönen Seiten des Alkoholkonsums vor.

    Du sollst abgekocht werden, bis Du schwach wirst und wieder zulangst.

    So meine Sicht der Dinge, bin jetzt knapp 11 Jahre clean.

    Warum sollte ich den "Paul" nachmachen? Das erschließt sich mir nicht. Als ich früher meine Saufpausen machte, hat mir stets das erste Bier nicht geschmeckt. Deshalb habe ich dann sofort das zweite reingekippt, weil der Appetit gerne mal mit dem Essen (hier Trinken) kommt. Nach 2 Weißbieren war mir dann eh alles egal.


    Daher experimentiere ich nicht mit so was herum, das ist mir viel zu heikel. Ich lange auch nicht mit der Hand nach einem giftigen Tier in der eingebildeten Hoffnung, das Vieh werde mich nicht beißen, und wenn, dann wird's schon nicht so schlimm.;)

    Eine ehemalige Arbeitskollegin von mir ist kürzlich an Leukämie erkrankt und liegt nun böse da. Sie hat keinen Alkohol getrunken, aber den ganzen Körper tätowiert.

    Der kausalen Nachweis, dass die Chemikalien der Farben diesen Krebs verursacht haben, lässt sich nicht führen. Gesund ist das Zeug nicht. Es sammelt sich auch gerne in den Lymphknoten an und wenn die dann ausarten .....


    Genau so dürfte es sich m.E. mit dem so beliebeten Botox verhalten. Das muss der Körper auch erst mal abbauen. Vorher entfaltet es seine hochtoxische Wirkung.


    Aber als Gesundheitsapostel eigne ich mich nicht, denn ich habe mich durch meinen jahrzehntelangen Suff ebenfalls völlig falsch verhalten.


    Daher bleibe ich bei mir: ich trinke keinen Alkohol. Und damit komme ich prima klar.

    fand ich übrigends sehr faszinierend wie sich Menschen mit jedem Glas Alkohol verändern.

    Das stößt mich ab. Ich verlasse Veranstaltungen, wenn der Pegel zu sehr steigt.

    Nichts für ungut, aber ich finde es noch etwas früh für Dich, schon jetzt auf Veranstaltungen zu gehen, auf denen heftig getrunken wird.

    Das kann gewaltig nach hinten losgehen und noch Tage nachwirken.

    Wieg Dich jetzt bloß nicht in falscher Sicherheit, nur weil es einmal gut gegangen ist. Mach doch lieber was mit Deiner Frau, bei dem nicht der Konsum von Alk so im Vordergrund steht.

    Meinen Glückwunsch zum ersten Jahr. Das erste ist das schwerste. Jetzt hast Du einen Weg gefunden, der für Dich gangbar ist. Auf dieses Fundament kannst Du bauen.


    Bei mir kam es anschließend nur noch 2x zu etwas heftigeren Suchtattacken, denen ich aber mit meinen Mittel begegnen konnte. Seit einigen Jahren herscht jedoch Ruhe.


    Weiter so.

    Emily : Gib Dir die Zeit, so etwas muss langsam reifen. Leider kenne ich außer dem Faktor Zeit, keinen weiteren Beschleuniger.


    Zum Thema Angst: es gibt ja noch ein anderes Forum, das großen Wert auf die Risikominimierung legt, auf ihre Grundbausteine schwört und in dem der Faktor Angst unterschwellig immer wieder hervortritt. Als dort geduldetes Mitglied wurde ich schief angesehen, weil meine Frau bei Restaurantbesuchen ein Glas Wein bestellt und das auch noch auf dem Tisch steht. Es wurde so getan, als läge dort eine bissige Klapperschlange herum, die jederzeit nach mir schnayppen wird. Das Glas Wein tut mir überhaupt nichts und hat bei mir die ganzen Jahre noch nie etwas ausgelöst, insbesondere kein Trinkverlangen. Es wäre womöglich anders, wenn dort ein frisches Weißbier stünde, aber das steht dort gerade nicht.

    Ich hatte auch noch nie einen alkoholfreien Haushalt, etwas Wein und Sekt haben wir daheim. Es sind und waren nicht meine Getränke. Alles, was gefährlich für mich wäre, habe ich entsorgt (Bier und Schnaps) incl. der dazu passenden Trinkgefäße. Ich hatte mal eine schicke Weißbierglassammlung. Nach einigen Wochen der Abstinenz mixte ich mir in einem der Gläser eine Apfelschorle. Kurz darauf setzte heftiger Suchtdruck ein. Das falsche Getränk im vermeintlich richtigen Glas.


    Wenn ich wirklich etwas trinken wollte, ginge ich 300m zur 24/365 Tanke, die haben alles, was mein Herz früher begehrte, gut gekühlt vorrätig.

    Das ist mein persönlicher Kurs, ich behaupte nicht, dass er der Königsweg aus dem aktiven Teil der Sucht ist. Er klappt bei mir, bei anderen weiß ich es nicht.

    Falls Du mal Lockerungen austesten möchtest, geh mal in ein Speiserestaurant und schau, ob es etwas ausmacht, wenn an anderen Tischen getrunken wird. Zu Beginn meiner Abstinenz scannte mein Blick die Tische und ich hätte Dir sagen können, wer Wein und wer Bier hatte, insbesondere ob Weizen, Alt oder Pils. Heute nehme ich das allenfalls beiläufig wahr, ohne dass es mich berührt.

    Dieses ganze Sucht- und Alkoholthema einfach wie Ballast abzuwerfen und mich komplett befreit zu fühlen. Geht das überhaupt?

    Ich lebe befreit, ich spüre keinerlei Ballast durch meine Abstinenz, jedoch habe mir den Respekt vor dem Alk bewahrt. Angst habe ich keine, warum auch?

    Ich kann mit Alkohol nicht umgehen und werde es auch niemals können. Damit ist alles gesagt.

    Ich weiß, was ich kann und was ich nicht will. Klar gehe ich zu events oder Feiern, nur darf dort der Alk nicht das alleinige Bindeglied und Sinn und Zweck des Treffens sein. Der zunehmende Pegel von trinkfreudigen Personen und das damit automatische Absinken des Gesprächsniveaus geht mir gegen den Strich. Ich bin in dem Augenblick weg, in dem ich mich dort nicht mehr wohl fühle. Nein, das bedrückt mich nicht, warum auch? Ich verschwinde nicht, weil ich Angst hätte, selbst wieder zu trinken, sondern weil mir meine Zeit für versoffenes Gelaber zu schade ist.


    Daher halte ich mich ausschließlich an Wenig- oder Nichttrinker.


    Wohl gemerkt: Das ist mein Weg, ich komme damit prima klar. Ich übernehme keine Verantwortung für andere, die meinen, sich in geselliger Runde an einen Tisch mit Wein- oder Biertrinkern zu setzen und dann plötzlich zulangen.

    Ich bin allerdings schon ein paar Jahre dabei. Diese Selbstsicherheit kam nicht über Nacht, sondern hat schon ein Weilchen gedauert, bis sie gewachsen war.

    Mich nervt schon das wörding der Ärzte, oder Pfleger manchmal: Der Rückfall gehört dazu.

    Meine Antwort lautet NEIN. Es passieren halt so viele. Nur warum?


    ich habe in der ganzen Zeit -mehr als 10 Jahre- einige Rückfälle beobachten dürfen. Meine Beobachtungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit, dafür sind die Vergleichszahlen zu klein.

    Rückfallbegünstigende Faktoren:


    1.)
    Stand der Rückfällige (generisches Maskulinum) jemals rückhaltlos zu seiner Abstinenz oder geisterte stets im Oberstübchen noch der Gedanke herum, igrndwann in der Zukunft gehe ja vielleicht doch noch mal was mit dem Stoff. Ich nenne es den geheimen Trinkvorbehalt. Ist er noch im Köpfchen, dann wird's schwer bis unmöglich mit einer dauerhaften Abstinenz.

    2.)
    War er bereit, seiner Abstinenz alles, aber auch wirklich alles unterzuordnen?

    3.)
    Hielt er sich in einem Umfeld auf, das vom regelmäßigen bis starken Alkoholkonsum geprägt ist?

    4.)
    Hat er sich regelmäßig mit seinem Problem auseinandergesetzt oder schlief dieses Befassen, ich nenne es Training, andere Trockenarbeit, irgendwann ein?

    Hielt er sich irgendwann für geheilt und meinte, er könne doch mal wieder ein Glas trinken?

    5.) Eine überragend wichtige Funktion nimmt das Suchtgedächtnis ein. Bei mir schlummert es vor sich hin, aber es ist noch da und geht niemals weg. Vernachlässige ich mein Training z.B. hier im Forum spiegele ich es mir allein schon durch Aufrufer dieser Seite, dann erwacht es womöglich und will mich in Versuchung führen.


    Zur Ausgangsfrage zurück: Diese Ausrede ist m.E. nicht nur blöd, sie ist gefährlich. Sie redet den Rückfall schön und bereitet den nächsten gleich mal vor.


    Wer garantiert, dass der Rückfällige überhaupt noch mal den Ausgang in Richtung Abstinenz findet. Es haben sich genügend Leute kaputt gesoffen, auch solche, die vorübergehend mal clean waren.

    Ich bin bislang gut durch den Winter gekommen. Was ich konsequent mache ist, mich regelmäßig draußen zu bewegen, ausreichend Vitamine zuführen, insbesondere Vit D3 mit K2 supplementieren, regelmäßig im Fitnesstudio trainierem und mich auf der Arbeit nicht zu übernehmen, sondern auch mal Dinge aufzuschieben und einfach mal "nein" sagen, wenn noch was oben drauf gepackt werden soll. Aber ich weiß, ich habe es mit Letzterem dank ÖD auch etwas leichter.

    Zum ersten mal seit langen wieder mal den Winterblues, scheiß Nebel die ganze Zeit🥴 Aber da bin ich wohl nicht der einzige. Was solls, das schlimmste dürfte langsam vorbei sein.

    So weit mal

    Den hatte ich in diesem Jahr nicht. War halt gut ausgelastet und beruflich eingespannt. Zur Abwechselung, und um auf andere Gedanken zu kommen, habe ich unsere Urlaube klar gemacht.

    Dass die Tage wieder länger werden, ist mir heute richtig aufgefallen. Um 17.20 Uhr war ich dahein und es war noch hell.

    Ich kann Deine Aussführungen zum "Dorf" nachvollziehen. Wir leben mitten in einer Großstadt in einer ruhigen Nebenstraße, da sieht es anders aus. Höchstens mal ein Nachbarschaftsfest, aber dort bin ich halt der Nichttrinker. Nach über 10 Jahren wundert es keinen. Ich halte mich dort an die Wenig- und Nichttrinker, ja die gibt's auch. Früher sind die mir nur nie aufgefallen, weil es mich zum Alk zog und ich die saufende Entourage bevorzugte. Ja, gleich und gleich gesellt sich gern.

    Das wahre Bindeglied des Treffens war wohl der gemeinsame Suff und nichts anderes. Wer nicht mittrinkt, verletzt diese konkludente Absprache und rutscht daher schnell in die Rolle eines Außenseiters.


    Ich gehe nicht so solchen Treffen, bei denen allein der Suff im Vordergrund steht. Da gehöre ich einfach nicht (mehr) hin.


    Früher habe ich mich in Anwesenheit von Nichttrinkern auch unwohl und mich automatisch zu Trinkern hingezogen gefühlt. Jetzt ist es genau umgekehrt.

    Nötig ist nur, weiterhin keinen Alkohol zu trinken

    Es ist mehr nötig, als bloß die Zufuhr von Alk zu unterlassen. Das Suchtgedächtnis ist leider eine sehr diffizile Angelegenheit. Die Sucht schleicht sich gerne mal auf leisen Pfoten heran. Wichtig ist es, auf sich selbst und auf Veränderungen zu achten und sich ein sofortiges Notfallprogramm zurecht zu legen.


    Ich bin mal im dritten oder vierten Jahr mit meiner Frau durch eine historische Altstadt spaziert, als ich plötzlich vor einem Bistro/Restaurant plötzlich ein frisch gezapftes Bier fixierte. Es kam wie aus dem Nichts ein akutes Trinkverlangen nach Bier auf. Mein antrainiertes Gegenprogramm: Sofort raus aus der Gefahrenzone, weg von den Restaurants, zügig die eigentliche Altstadt verlassen und dann in einen Klamottenladen rein, um dort erst mal zu stöbern. Schon nach wenigen Minuten war der Suchtdruck wie weggeflogen.

    Wenn ich mal auf einer Feier bin und merke, dass bei den Gästen der Pegel steigt, zu erkennen am immer flacher werdenden Gesprächsniveau, Gekicher und höherer Lautstärke, dann bin ich ebenfalls rasch weg. So was halte ich im Kopf nicht mehr aus.


    Mein Gegenprogramm besteht aus den Elementen Flucht und Ablenkung. Zum Glück musste ich diese Kombi schon längere Zeit nicht mehr anwenden, ich schätze mal mindestens 4-5 Jahre lang.

    Ganz wichtig ist es, bei unserem Thema am Ball zu bleiben. Der erste Schritt in Richtung Rückfall wird gemacht, wenn sich nicht mehr regelmäßig mit unserem Problem befasst wird. Es rückt dann mehr und mehr in den Hintergrund und das Suchtgedächtnis hat dann leichtes Spiel uns vorzumachen, wir seinen jetzt geheilt und könnte wie ein Normaler mal etwas trinken.


    Wie das Befassen aussieht, bleibt jedem selbst überlassen, da gibt's vielfältige Möglichkeiten.


    Allein durch das Aufrufen dieser HP spiegelt sich der User das Problem und hält es sich ganz konkret vor Augen, sozusagen von der Hand (Maus) in den Verstand.

    Du bist bestimmt nach so vielen Jahren staubtrocken 😂

    Ich bin stabil unterwegs, das beschreibt es genau und reicht mir schon.

    Ich für meinen Teil vermeide, so gut es geht, sämtliches Vokabular aus der ‚Szene‘.

    Ich verwende solche Begriffe auch nicht. Kleines Beispiel: "Nass". Nass bin ich unter der Dusche, in der Wanne und beim Schwimmen im Meer oder einem See/Fluss.


    Ich bin ich, was andere daraus machen, ist mir wurscht.

    Waaas? Du trinkst nichts? Ja, warum das denn nicht?

    Ich wurde schon ewig nicht mehr gefragt, wenn dann ganz vorsichtig und nicht auf die zitiert "blöde" Tour. Meine Antwort: "Nein, ich trinke nicht."

    Wenn ich gut drauf bin noch: "Weil es mir "ohne" besser geht, (solltest Du auch mal probieren)."

    Wer einen gepflegt raushauen will: "Ich halte es nicht für ein erstrebenswertes Ziel, die Kontrolle über meinen Verstand zu verlieren."

    Ich schulde niemand eine Antwort, nur rückhaltlose Offenheit mir selbst gegenüber.

    Ich suche mir die Leute selbst aus, denen ich so was erzähle. Das ist wie mit anderen Krankheiten auch. Die sind auch nicht für jedermann bestimmt und geeignet.

    Ich weiß, dass andere einen deutlich offensiveren Kurs fahren und sich recht flott outen, ein Alkoholiker zu sein. Das dürfen sie gerne so handhaben, wenn es sie vom Trinken fern hält, machen sie für sich alles richtig.

    Ich bin mit meinem defensiven Stil seit Jahren dabei, bin damit zufrieden und sehe keinen Anlass etwas zu ändern.