Emily : Gib Dir die Zeit, so etwas muss langsam reifen. Leider kenne ich außer dem Faktor Zeit, keinen weiteren Beschleuniger.
Zum Thema Angst: es gibt ja noch ein anderes Forum, das großen Wert auf die Risikominimierung legt, auf ihre Grundbausteine schwört und in dem der Faktor Angst unterschwellig immer wieder hervortritt. Als dort geduldetes Mitglied wurde ich schief angesehen, weil meine Frau bei Restaurantbesuchen ein Glas Wein bestellt und das auch noch auf dem Tisch steht. Es wurde so getan, als läge dort eine bissige Klapperschlange herum, die jederzeit nach mir schnayppen wird. Das Glas Wein tut mir überhaupt nichts und hat bei mir die ganzen Jahre noch nie etwas ausgelöst, insbesondere kein Trinkverlangen. Es wäre womöglich anders, wenn dort ein frisches Weißbier stünde, aber das steht dort gerade nicht.
Ich hatte auch noch nie einen alkoholfreien Haushalt, etwas Wein und Sekt haben wir daheim. Es sind und waren nicht meine Getränke. Alles, was gefährlich für mich wäre, habe ich entsorgt (Bier und Schnaps) incl. der dazu passenden Trinkgefäße. Ich hatte mal eine schicke Weißbierglassammlung. Nach einigen Wochen der Abstinenz mixte ich mir in einem der Gläser eine Apfelschorle. Kurz darauf setzte heftiger Suchtdruck ein. Das falsche Getränk im vermeintlich richtigen Glas.
Wenn ich wirklich etwas trinken wollte, ginge ich 300m zur 24/365 Tanke, die haben alles, was mein Herz früher begehrte, gut gekühlt vorrätig.
Das ist mein persönlicher Kurs, ich behaupte nicht, dass er der Königsweg aus dem aktiven Teil der Sucht ist. Er klappt bei mir, bei anderen weiß ich es nicht.
Falls Du mal Lockerungen austesten möchtest, geh mal in ein Speiserestaurant und schau, ob es etwas ausmacht, wenn an anderen Tischen getrunken wird. Zu Beginn meiner Abstinenz scannte mein Blick die Tische und ich hätte Dir sagen können, wer Wein und wer Bier hatte, insbesondere ob Weizen, Alt oder Pils. Heute nehme ich das allenfalls beiläufig wahr, ohne dass es mich berührt.