Du machst nackt Sport?
Ihr seid lustig ... das macht bestimmt Spaß, besonders in der Gruppe! 🥳
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Hallo Memory,
ähnliche Gedanken hatte auch ich, in den ersten Monaten. Ich glaube, ich war zu ungeduldig, einerseits war der feste Wille da, auch mein Entschluss stand fest, das Trinken zu lassen, andererseits nervten mich div. Diskussionen über Alkohol, besonders in einer SHG ... all die "klugen Sprüche" mit denen ich mich nicht identifizieren konnte, auch die ständige Rechtfertigung, besonders mir gegenüber, trugen nicht gerade zur Entspannung bei.
Mir half es sehr in den ersten Monaten, mich vom Alkohol fernzuhalten, kein Alkohol zu Haus, auch für andere nicht ... stoisch alles vermeiden, was mich an Alkohol erinnerte - ich musste es aus den Kopf bekommen ... "die Glühlampe im Kopf" (Pawlowscher Hund) durfte nicht mehr angehen und das musste ich trainieren ... fehlt der optische, gedankliche Reiz werden auch keine Botenstoffe mehr ausgesendet - Wille schön und gut, doch die jahrelang antrainierte Reizauslösung durch den Alkohol vergeht selten einfach so, der Körper wird durch so viele Faktoren getriggert (Reize ausgelöst), auch unbewusst, was wir meist unterschätzen.
Kamen mir Zweifel, "hämmerte" ich mir mantraartig "kein Alkohol, Alkohol ist doof" u.ä. in den Kopf ... man muss nur daran glauben und es auch immer wieder sagen, dann wird es auch zur Wahrheit und der Körper/Kopf regagiert dementsprechend oder eben nicht.
Suggestion/Hypnose funktioniert ähnlich ... sich selbst beruhigen oder eben sich aufregen.
Rückfall ... auch diesen Gedanken schloss ich aus bzw. vermied ihn permanent. Nach +/- einem Jahr war ich deutlich gelassener und begann erst dann mit meiner "Konfrontationstherapie" und wagte mich dem Alkohol direkt zu begegnen und siehe da, es ließ mich kalt
Gehört das nicht auch zur Sucht?
... bestätigung.
Sind wir nicht alle süchtig, nach Bestätigung und betäubten wir nur diesen Drang mittels Alkohol ... weil uns dann alles egal war, wohlig gestillt, umnebelt mit uns selbst zufrieden?
Nun ist der Alkohol weg und nun? Muss man/frau etwas Neues finden! Wenn Kogge Spaß an körperlicher Betätigung hat, @Helga am Golfen und Männer betören gar nicht spannend findet ... sei es ihnen gegönnt!
Soll doch jeder machen, was er will/ihn zufrieden macht/ihn bestätigt - darum geht es doch im Leben ... Spass haben, fröhlich sein.
Die Wenigsten soffen doch nicht, weil das Leben so erfüllend war! Egal, ob Kauf-, Fress-, Spiel-, Konsummittelsucht ... all das bringt doch eine gewisse Art der Befriedigung hervor, meinetwegen auch Bestätigung oder "Anerkennung" und sei es nur die eigene.
Danach strebt doch jeder - immer.
Nun ist das Nichttrinken schon eher Normalität als was besonderes für mich, es hat sich viel getan und manches verändert, jedoch war ich wohl vor dem Alkohol auch schon ein launischer Mensch, das hat sich nicht geändert laut meiner Frau.
Hallo Memory,
nun dürftest du schon 4 Monate+ alkoholfrei sein (?) ... auch ich bemerkte in den Anfangsmonaten kaum eine Veränderung, mein Umfeld ebenfalls nicht, denn wir begegneten uns ja jeden Tag. ![]()
Doch als ich nach einem halben/einem Jahr mal Revue passieren ließ, bemerke ich sehr wohl eine Veränderung, auch Menschen die mich umgaben ... die "Übellaunigkeit" schrumpfte, die Toleranz, mein Verständnis stieg. Ich war gelassener, nicht mehr so verkrampft und das wurde immer "normaler", alltäglicher ... ganz langsam.
Heute, nach ein paar Jahren Abstand, bemerke ich sehr wohl, dass ich mich veränderte, auch mein Umfeld bestätigte mir das.
Der kommt dann durchaus auch authentisch rüber. Und wird u.U. für andere Menschen ...
War ich vorher ein Ekelpaket, ein autentisches, werde ich es auch bleiben. Nur machte mich mein Alkoholismus entscheidend zu dem, denn ich log, manipulierte, nur um meine Sucht zu rechtfertigen oder zu verheimlichen ... all das brauche ich nun nicht mehr, Wissenschaft hin oder her, mir "fehlt" nun ein entscheidender Stressfaktor, der Alkohol - ich kann nun lockerer, stessfreier und auch viel offener, vor allem mit mir umgehen.
Auch muss ich niemanden mehr belehren/überzeugen, von dem was jeder selbst bemerkt: Alkohol ist Kacke! Ohne geht's viel besser ... alles.
Hallo Kogge,
ich stimme dir in vielem zu, auch wenn ich es vielleicht anders formulieren würde.
Dieses ewige Tragen der Büßergewandes "Ich bin trockner Alkoholiker" und werde es auch immer bleiben (Alkoholiker ... süchtig) legte ich auch schnell ab bzw. zog es erst gar nicht an. Auch dieses ewige "Zelebrieren" des ständig drohenden Rückfalls oder das immer wieder erwähnen müssen, dass ich nun endlich frei sei, die fast schon biblischen Vergleiche
des schweren Rucksacks oder dass man trinken musste ... man gefangen war im Teufelskreis, einer "fremden Macht"... DER Sucht erlegen ... ein schwerer, steiniger Weg etc.pp. oder im Gegenzug seine Tat, nun vom Alkohol losgekommen zu sein fast schon herorisiert ... mag für viele hilfreich sein, vielleicht - doch für mich (!) war es das nicht.
Ich soff, viel zu lange, nun tu' ich es nicht mehr - es war nicht einfach, besonders in den ersten Tage/Wochen, doch machbar.
Vieles veränderte sich auch bei mir, ich bin lockerer geworden, das färbt auf mein Umfeld ab, vielleicht wurde ich auch freundlicher/toleranter, denn ich musste ja nichts mehr verstecken ... dementsprechend begegnen mir die Menschen, oft, auch ganz anders ... freundlicher, weil sie es einfach spüren, ganz intuitiv.
Jeder merkt doch, ob etwas gekünstelt oder krampfhaft vorgetragen ist oder nicht, ob es Lüge oder Schein ist ... nie 100%ig, doch das Gefühl, der erste Eindruck, entscheidet doch innerhalb von Millisekunden und das reflektiert mir mein Gegenüber ... immer!
ich mir ein T-Shirt drucken lassen mit dem Aufdruck:
Säufst du noch oder lebst du schon?
Auch ich gewöhnte mir ab, andere belehren/überzeugen zu wollen - jeder weiß eigentlich (!), dass er zu viel trink, wenn er zu viel trinkt und alle wollen davon weg.
Nur traut sich kaum einer, sich das einzugestehen. So waren wir auch mal!
bei mir ist das relativ unkompliziert. Ich sitze fast täglich ...
Ist das Gewöhnung, diese Gelassenheit ... "is' mir doch egal!" ? Bewusstsein ... Alkohol ist nicht gefährlich, so lange ich ihn nicht trinke?
Kann man das trainieren, sich angewöhnen oder andersherum, sich diese Angst des "ewig drohenden Rückfalls" abtrainieren/abgewöhnen? Weil man sich eben mit der Zeit bewusst wird "ich entscheide, kein *Suchthirn*" keine imaginäre Kraft, sondern ich allein? Also 'ne reine Glaubenssache?
Weihnachten/Silvester ist schon wieder lange vorbei, raus aus unseren Köpfen und mit ihm eventueller "Suchtdruck" - warum? Bis zum nächsten Geburtstag, Grillfeier, Hochzeit, Beerdigung, Oktoberfest u.v.a.m., dann kommt er wieder, der Gedanke an Alkohol ... Verküpfungen im Gehirn, antrainiertes Verhalten? Sporadischer Dopamin-(Glücklichkeitshormon)mangel? Evolutionär bedingt? Genetisch oder durch unsere Gedanken hervorgerufen?
Funktioniert das nicht auch anders herum? So a la: Alkohol ... igittigitt ... böse, schlecht, giftig?
Habt ihr, die schon viele Jahre nüchtern durchs Leben geht, keine Angst, ...
Nö!
Genau diese Angst war gerade in meiner Anfangszeit mein größter Feind, mein Selbstzweifel ... ich könnte "schwach" werden, "der Sucht" erliegen.
Diese "Personifizierung" der Sucht, so als handle es sich um etwas nicht willentlich beinfussbares, behinderte mich Anfangs stark, machte mich noch unsicherer, gar wankelmütig.
Erst als ich mir nichts mehr verbot, nicht mehr dagegen ankämpfte, gelang es mir mich zu entspannen. Klar konnte ich wieder trinken, doch wollte ich das ... wieder im alkoholvernebelten Sumpf versinken? Ich wusste, antrainierte Verhaltensweisen benötigen Zeit bis man sie wieder los wird, siehe Pawlowscher Hund = lange genug nicht mehr darauf reagieren, möglichst ignorieren, ggf. sich ablenken, Neues probieren, sich umgewöhnen.
Das funktionierte schon bei einer verschmähten Liebe (Mensch), beim Abgewöhnen div. anderer unliebsamer Angewohnheiten, warum sollte das beim Suff anders sein?
Zu naiv gedacht, vielleicht? Bei mir hat's funktioniert!
- zack, der Gedanke an ein kaltes Bier.
Auch ich kenne diese Gedanken, die hin und wieder auftreten.
Doch ... ich habe es ja mal probiert, ich trank Bier, bewusst, vorsätzlich - das Ergebnis war enttäuschend! Es schmeckte nicht, es wirkte nicht. Wahrscheinlich müsste ich mich wieder daran gewöhnen, an diesen Geschmack, doch doof nur, wenn es bei mir nicht mehr wirkt (angenehmer Rausch) und irgendwann nur eine Betäubung einsetzt. Darauf kann ich verzichten und tue es. ... Vernunft???
... eigentl. hatte ich mir vorgenommen die Kinder zu nehmen und zu gehen wenn es nicht wird.
Hallo MissBee,
ich fürchte, darauf wird es hinauslaufen. Fruchten Drohungen nicht, tun es vielleicht (?) Taten. Ob er dann ... irgendwann alkoholfrei wird, ist eine andere Sache!
Bei mir "musste" erst der Job weg sein, dann die Fahrerlaubnis, es folgte die Beziehung - doch wach wurde ich noch lange nicht!!! Nach ca. zwei Jahren (exessiven Trinkens) dämmerte es mir erst.
So krank/alkoholvernebelt war mein Hirn, fernab jeglicher Einsicht/Vernunft/Realität.
... den Gedanken aus dem Kopf zu bekommen ... So lange dieser Gedanke durch das Hirn geistert, wird es schwer mit dem Ausstieg.
Was befeuert immer wieder "diese Gedanken"? Eine Art Phobie, die Angst eines Verlustes, etwas würde einem genommen ... für immer?
Ein krankhaftes Festhalten, obwohl man es eigentlich besser weiß? Eine Art Schizophrenie/Zwiegepaltenheit zwischen Vernunft und dem Verlangen dieser entfliehen zu wollen? Angst, in welcher Form auch immer, einfach zu betäuben? Hauptsache sie ist weg?
So wie ein Kind, du siehst mich nicht oder ich sehe es nicht = also bin ich oder es auch nicht da?
Warum schafft der Eine es, ein Anderer es nicht?
Da geben mir wohl alle Abstinenzler Recht, wir hatten ein Ziel. Ich hatte ein Ziel, mein ganz persönliches, mein eigenes, eines was mir sehr wichtig war ... und nur mir! Egal wie die Anderen auf mich einredeten, was sie mir sagten - zugegebenermaßen trotzte ich allen Überredungs-/Überzeugungsversuchen Dritter.
Ich und nur ich, musste begreifen, so geht es nicht mehr weiter = Druck von außen: Fehlanzeige! Überredungsversuche wurden schnell mit "etwas" Alkohol neutralisiert!
Ich musste von allein draufkommen? Wahrscheinlich half da enorm der Entzug des Führerscheins, denn das tat richtig weh.
Hallo MissBee,
mein Vater soff, ich tat es später auch - immer (!) waren die Anderen schuld, tausend Gründe wurden hervorgekramt, immer wieder. Ich, Trinker, glaubte selbst daran und mähte verbal alles nieder, nur um meinen Suff zu rechtfertigen. Krank, der Realität entrückt? Mit Sicherheit!!!
Erst als gar nichts mehr ging, keine Ausrede mehr funktionierte, selbst vor/bei mir selbst, denn die Anderen hatten sich schon längst von mir abgewendet, wagte ich mit dem Nichtrinken zu beginnen.
Ich fürchte, der Mensch lernt am besten (?) durch Schmerzen, es muss erst so richtig weh tun, bevor er (ich) etwas verändert.
Zurück zum ersten Beitrag vom Oktober 2024 "Will ich?".
Wie jeder einzelne es schaffte,
vom Alkohol loszukommen ist jedem klar. Bei jedem etwas anders, jedoch grundsätzlich bei allen gleich:
Aufhören, durchhalten mit allen Hochs und Tiefs und sich langsam daran gewöhnen/ entwöhnen = machen, weniger labern (vorallem mit sich selbst), weniger psychologiesieren, ja, auch aushalten ... wenn's mal eng wird, der sogenannte Suchtdruck droht einem das Hirn zu sprengen!
Fakten müssen her! Genügt die Vernunft nicht, das Vorhersehen, was Alkohol aus einem macht, wenn man es übertreibt, helfen wohl nur Schmerzen bzw. die Angst davor, die Angst vor Verlust (des Arbeitsplatzes, der Familie, Füherschein, soziale Stellung/isoliert sein etc.).
Nicht saufenden Angehörigen ist das alles bewusst, nur wie bekommt man es in den Kopf des Trinkers?
So lange der Trinker keine ernsthafte Konsequenzen verspürt, es also (richtig) weh tut - gar nicht!
Da helfen auch keine "Gruselgeschichten" Dritter/hochdramatische Fallbeispiele anderer Personen, zumal man selbst (der Trinker) noch etwas benebelt ist, sei es direkt vom Alkohol oder frisch nach der Entziehungskur/Reha.
Die vermeintliche, folgenfreie/konsequenzfreie Sicherheit lässt einem wieder, erneut zu Glas greifen = alles wieder auf Anfang!
Warum ist man so "schwach", so zart besaitet, dass man lieber der Betäubung erliegt, anstatt den unangenehmen Gefühlen zu trotzen?
Mangelndes Selbstbewusstsein ... sind immer nur die Anderen, die Umstände daran schuld?
Was mich fertig macht ist das Lügen, immer wieder Lügen; ich weiß es gehört leider dazu aber ich ertrage es nicht und weiß nicht was ich machen soll.
Wenn du es nicht mehr erträgst, musst du wohl Konsequenzen ziehen müssen.
Ich, Ex-Säufer, ertrug mich nicht mehr, incl. meiner Selbst-Belügerei. Ein Tiefpunkt? Vielleicht kann man es so nennen.
Ich war schwach, vielleicht auch krank, auf jeden Fall ganz schön wirr im Kopf!
Das brauchte bei mir nicht nur Wochen, sondern Monate bis sich das legte und jede Menge Durchhaltevermögen, Willen. Bewusstsein sicher auch.
Irgendwie klingt das viel so auf den ersten Blick, ...
Freue dich, sei stolz auf dich!
Wer ein viertel Jahr schafft, schafft auch ein halbes, ein Jahr und vielleicht wirst du (auch) bemerken, wie absurd die ersten Gedanken waren bzw. wie normal das Nichttrinken mit der Zeit wird und man sich dann wundert, warum man nicht schon viel früher auf diese Idee kam.
Hallo willibald42,
ich will dich nicht überzeugen. Ich schrieb von mir, meinen Erfahrungen, meinen Erlebnissen, Ansichten.
Wenn du zurechtkommst mit dem was du tust, ist alles in Ordnung. Wenn du hin und wieder Alkohol trinkst und es nicht bereust ... was will man mehr? Ich danke, dir auch für deinen Bericht, der zeigt, dass es eben nicht nur Schwarz und Weiß gibt. Auch gehöre ich nicht zu den Menschen, die Alkohol verteufeln, ich respektiere jeden, so lange er nicht andere belästigt.
Jeder hat so seine "Baustellen" - immer! Seitdem ich nicht mehr trinke, habe ich eine weniger. Mein Leben wurde dadurch nicht ideal oder gar baustellenlos, jedoch etwas entspannter.