Beiträge von Paul

    Was den Stress angeht ist es derzeit eher suboptimal, hab es aber einigermaßen im Griff.

    Hallo Memory,

    erst im Nachhinein fiel mir auf (wurde mir bewusst, nachdem ich trocken war), Alkohol vertrieb zwar den Stress, jedoch nur für den Moment. Er löste keinerlei Probleme, im Gegenteil! Auch meine Mutter war ein Pflegefall und ich "neuralisierte" diese, meine Gefühle immer mit trinken, was dazu führte, dass ich zwar mein Elend linderte (für den Moment) ... augenscheinlich, jedoch ich wirklich, es nur verschlimmerte, in dem ich floh.

    Du verbeißt Dich hier in Nebenschauplätzen.

    Ich versuche immer wieder zum Thema dieses Threads zu kommen, doch, so hat es den Anschein, sind Nebenschauplätze interessanter, da emotionaler.

    Ich stimme mit dir überein, betrunken schreiben ... nicht so gut (Nebenschauplatz), sogenanntes kontrolliertes Trinken, zumal noch sehr unklar definiert, mehr wie zweifelhaft bis illusorisch, auf Grund der Unklarheit.

    Auch ich versuche, hier die Absurdität des "kontrollierten Trinkens" aufzuzeigen, durch Logik


    dass kontrolliertes Trinken ein Widerspruch ist zum Kontrollverlust

    denn wenn etwas nicht ausser Kontrolle zu geraten droht, ist eine Kontrolle auch nicht notwendig. D.h. wenn etwas sowieso funktioniert, muss ich auch nichts kontrollieren.

    Bist du persönlich von diesem Thema betroffen und ringst selbst mit dir, ob es für dich doch wieder eine Option ist?

    sei versichert, dass ich da nichts annehme, geschweige denn, dir unterstelle.

    Bermerkt man denn nicht, die Gegensätzlichkeit dieser beiden Aussagen?

    Ich versuchte dem kontrollierten Trinken auf dem Grund zu gehen und anstatt sachlich zu diskutieren, wird es persönlich und man erliegt Polarisierungsversuchen.

    Sätze wie "das begleiten (unterstützen) wir hier nicht", Vorwürfe, wie bei Ciara folgen, unklare Aussagen folgen

    So weit mir das bekannt ist - du kannst dich da selbst gerne näher informieren -, gibt es bei diesem Behandlungsprogramm klare Richtwerte und Obergrenzen für den täglichen und wöchentlichen Alkoholkonsum.

    u.ä.. Wie will man da jemals auf einen gemeinsamen Nenner kommen? Wie will man da jemanden überzeugen, begleiten, animieren zur "berühmten" Hilfe zur Selbsthilfe ... in dem man sagt/schreibt: informiere dich und schlage hier erst wieder auf, wenn du "unsere" Ansichten teilst? Wenn alle Zweifel, Nöte verfolgen.

    Klar, ist Schreiben im alkoholisiertem Zustand selten fruchtvoll, doch alles immer wieder einem vorzuwerfen, anstatt von Neuem zu beginnen, ist auch nicht Lösung.

    Auch mich immer wieder zu fragen (nicht zu unterstellen!), ob ich mir vorstellen könnte ... oder Trinkvorbehalte hätte, führt nicht zum Ziel, ebenso wie dieses "kontrollierte Trinken" nie genau zu definieren.

    Dieses verbale Meandern erhitzt zwar die Gemüter, doch das war es auch schon.

    Kontrollieren muss/darf/sollte ich doch nur etwas, wenn es droht ausser Kontrolle zu geraten - und "dieses" hat einen Grund, eine Ursache! Ständig die Wirkung massregeln zu wollen, ohne die Ursache zu ergründen/zu beeinflussen, ggf. zu verändern, bleibt doch illusorisch. Was auch dieses KT absurd erscheinen lässt.

    Ich tinke/trank doch nicht, weil es mir sooo gut ging, weil ich so glücklich und zufrieden bin/war. Ich wollte, dass diese bestimmten Gefühle/Stimmungen aufhören, genau aus diesem Grund betäubte ich mich (immer wieder). Erst als ich lernte damit umzugehen, ja, mich auch daran gewöhnte, war Alkohol gar nicht mehr nötig.

    Wenn ich nichts mehr betäuben will, es gar nicht notwendig ist, weil ich mit Situation/Gefühl XY zurechtkomme, gerät doch nichts "ausser Kontrolle", es entsteht kein Stress, den ich verhindern/wegtrinken will.

    Viele sind erfolgreich im Stessabau durch Sport, Atemübungen, Meditation, Tetris spielen etc. ... sie lenken ihre Aufmerkamkeit auf andere Dinge, was ebenfalls zur "Neutralisation" dieses Stresses beiträgt = Ablenkung/Beschäftigung mit anderen Dingen.

    Dieses muss man jedoch üben, trainieren, das benötigt Zeit/Ausdauer und Geduld. Irgendwann vergisst man sogar "das Allheilmittel Aklohol", so wie ich, es wird einem bewusst, diese Absurdität.

    Werte AmSee13 .

    Eine Option, die freie Wahlmöglichkeit (einer Entscheidung) hat man immer - grundsätzlich!

    Diese jedoch zu verkünpfen mit deiner Annahme oder böse gesagt, mit einer Unterstellung, gleicht einer Einladung zur Annahme eines Angebotes, welches ich höflich aussschlage = diese Jacke ziehe ich mir nicht an.

    Um des lieben Frieden willens, belasse ich es dabei.

    Entweder ich bin nass und trinke oder ich bin trocken und abstinent.

    Dazwischen gibt’s nichts.

    Diese Erfahrungen machten doch alle Ex-Trinker ... halbbesoffen oder ein bisschen ist fast wirkungsfrei, ein Bier/Wein/Schaps ist wirkungsfrei!

    Und wenn eine Wirkung einsetzt, ist eine Kontrolle selten möglich. Das erlebten wird doch alle, mehr oder weniger intensiv! Brauchen wir da noch Studien, wissenschaftliche Belege/Erklärungen?

    "Wo fängt konntrolliertes Trinken an, wo hört es auf?"

    Wenn jeder, für sich, diese Frage nicht klärt und dann alle gemeinsam, über das Gleiche reden/diskutieren, wird doch ständig aneinander vorbeigeredet, ein Missverständnis folgt dem nächsten, obskure/unklare Äußerungen wechseln sich ab, meist von Emotionen gebeutelt, welche durch äußere Umstände "gerechtfertigt" werden ... es versucht wird, sie zu rechtfertigen.

    Ist es nicht so, daß Alkohol oft zu Betäubungszwecken, manche nennen es auch Entspannung, genutzt wird/wurde? Man will "runterkommen" ... sich lösen, entspannen? Einmal ausgeschüttete Botenstoffe, sei es durch Ärger, Wut, Trauer etc., weghaben/"neutralisieren" will? Man sich beruhigen will, in dem man die Rezeptoren, die Reizempfänger, betäubt, es ihnen unmöglich macht, diese biochemischen Informationen weiterzuleiten oder wenn einmal im Gehirn angekommen, sie dort gar nicht mehr verarbeitet werden können?

    Will man das kontrollieren - Gehirn/Rezeptoren an ... aus? Also den Betäubungsgrad?

    Wenn ich mich bereits hochtrainierte, mein Körper wirkungslos eine gewisse Menge Alkohol verarbeiten kann und ich kaum noch reagiere auf geringe Mengen, was will ich da noch kontrollieren? Den Kipppunkt, zwischen Teilausfall (Motorik) und Totalausfall (gänzlicher Sedierung)? Der wiederum tagesformabhängig/belastungsbedingt ist, sich stofflich/mengenmässig im Promillebereich oder darunter befindet und sich auch ständig ändert?

    Selbstverständlich kann man das probieren = ordentlich ärgern ... eine Einheit Alkohol trinken und alles ist weg, man ist entspannt/zufrieden. Doch bei wem funktioniert das, bei welcher Menge beginnt man, hört man auf?

    Und wer kann das?

    Das sogenannte „angenehme Gefühl“ stellte sich bei mir noch immer ein ...

    und dass die „schöne“ Stimmung dann im Laufe des Abends übel kippte.

    Ist es nicht "interessant", an einem angenehmen Gefühl festzuhalten, welches dann kippt, in ein unangenehmen Gefühl? Anstatt auf dieses unangenehme Gefühl, welches viel nachhaltiger, auch folgenreicher und weitaus langanhaltender ist, zu verzichten, es gar zu vermeiden?

    Das bestätigt doch A. Camus' Abhandlung über Homers Sisyphus "Der Mythos des Sisyphus" - Eine fundamentale Abhandlung über den Begriff des Absurden aus dem Jahre 1942.

    Zurück zum Thema: kontrolliertes Trinken - eine Illusion (?) ... wenn niemand, der vorher süchtig war, dieses KT aus freien Stücken, fröhlich, zufrieden und vorallem entspannt hinbekommt und die, welche nicht der Sucht verfallen, es gar nicht kontrollieren müssen, weil weder die Notwendigkeit noch ein Bedürfnis besteht, ist doch der Begiff "Kontrolle" schon absurd.

    Etwas Beherrschbares, Funktionierendes bedarf doch selten einer Kontrolle, Zügelung, Einschränkung! Falls doch, verlor man doch ... die Kontrolle. Das sind doch Fakten, egal, wie ich etwas finde, woran ich glaube oder wie ich versuche, es zu interpretieren.

    Wir, Menschen, sollten doch fähig sein, dieses zu bemerken/begreifen/nachvollziehen können?.!

    dieses Programm des „Kontrollierten Trinkens“ ... ihren Konsum zu reflektieren, sowie die Option, ihren Konsum ...

    Solche Menschen können wir hier nicht begleiten ...

    "Betreutes Trinken" trifft es wohl eher!

    Reflektieren/Spiegeln = Erkennen ... jeder Trinker bemerkt doch, es ist zu viel, zu heftig, zu oft ... muss er das noch reflektieren? Die sind doch nicht alle blöd! Und die, welche es sind, da kannst du reflektieren so viel du willst.

    Niemand verlangt eine Begleitung oder ein Lobpreisen des KT - doch darüber debattieren darf man, ich kenne niemanden der kontrolliert Trinken kann, die die es tun, müssen es tun in Heimen/Suchtstationen etc., weil sie keine andere Möglichkeit haben!

    Alle Anderen geben es vor bzw. behaupten es, wenn ich/du/er/sie/es nicht trinken "muss", tut es auch niemand, bedarf also keinerlei Kontrolle.

    Ich kann mich nur wiederholen: ausprobieren, dann bemerkt man schon ...

    Wenn der Rausch, das angenehme Gefühl ausbleibt und an dessen Stelle nur noch "Stressbewätliging", also ein Betäuben, seiner Gefühle, Empfindungen, tritt, habe ich doch längst jegliche Kontrolle verloren und zwar über mich, meine Gefühlswelt, den Umgang mit ihr.

    Dann benutze ich doch Alkohol als eine Art Beruhigungstablette, als Sanitäter in der Not ... Schlafmittel ... Wegzauberer aller Probleme.

    Nur, dass am nächsten Tag die Probleme nicht weg sind, schlimmer noch, es kamen meist noch welche hinzu und je öfter ich das tue, desto mehr wachsen die Probleme - wir, alle Ex-Trinker und die Tinker bemerken das jeden Tag bzw. können uns daran erinnern.

    Wer kontrolliert trinken möchte, solle es probieren, er wird schon bemerken, ob es funktioniert.

    "Das macht mit uns ... im Gehirn ... hat Spuren hinterlassen" = ja!

    Nicht nur, dass wir langsam verblöden und Leber, Bauchspeicheldrüse, Darm & Co. ihren Dienst versagen, wir glauben auch jeden Unfug, wie kontrolliertes Trinken, ein Bier schadet nicht oder Rotwein ist gut für die Blutbildung - in Anbetracht der Tatsache, der millionen Abhängigen, der Kranken, deren Kankheit nicht massgeblich durch Alkohol verursacht wurde, jedoch sie unbestritten begünstigte, ist es doch absurd überhaupt Alkohol zu trinken, wer das nicht versteht, hatte entweder schlechte/gar keine Lehrer oder ist bio-begiffsstutzig.

    Wissen erreicht man nicht mit Verboten oder Verteufelung, im Gegenteil, das macht es erst interessant - Aufklärung, weg mit den Sätzen "ich kann's ja nicht ändern", Kulurgut, "seit tausend Jahren so" oder alle Anderen machen es ja auch.

    Ich muss (möchte bitte) mich entscheiden - nicht jeden Tag auf's neue!

    Darum geht es doch -> siehe oben!

    Ich bemerkte ... irgendwann ... Alkohol schadet mir, nicht nur ein bisschen, sondern erheblich ... will ich das? So weiter machen?

    Was mich wohl immer noch stark triggert ist Stress

    Das ging mir auch so! Doch lässt es mit der Zeit nach ... ganz langsam, der Gedanke an Alkohol verschwindet allmählich, so war's bei mir.

    Ausser man erhält diesen Gedanken selbst am Leben, verklärt die Zeit des Trinkens, wie gut ein Bier/Schnaps/Wein war - denn denk' ich an all die Hektoliter Alkoholika, welche ich mir im Laufe meines Lebens 'reinschüttete, war da gar nichts gut, im Gegenteil. Wie peinlich war ich oft, wie sehr schämte ich mich im Nachhinein, wünschte/wollte vieles ungeschehen machen.

    So wollte ich nie wieder werden!

    Ist das letztlich wirklich wichtig, sich das zu fragen?

    Für mich war enorm wichtig, Antworten zu finden, damit ich begreife, warum das so ist ... warum verhalte/verhielt ich mich so und nicht anders.

    Warum erliege ich der Sucht, obwohl es Schwachsinn ist was ich da tue/tat, da es mir offensichtlich, also merklich schadet, ich zutiefst unzufrieden bin, es verheimlichte, mich schämte und alles tat, um nicht entedckt zu werden.

    Du führst hier allerlei Beispiele auf, die ich etwas sonderlich finde ... nach dem fünften oder sechsten Glas Wein, schmeckte das siebente Glas Wein, das hoch angepriesene, ausgezeichnet, hätte man es mies gemacht oder den hohen Preis kritisiert, wäre es dann auch so gewesen ... so benebelt/vielleicht euphorisch man schon war? Nach fünf Gläsern Wein wird die Frau oder der Mann auch immer attraktiver, vielleicht auch das Gegenteil, jenachdem was meine Intension ist bzw. wie ich vorbereitet/motiviert werde. Überall wo Alkohol konsumiert wird, sinkt die Hemmschwelle, das Urteilsvermögen, sei es bei Verkaufsveranstaltungen oder sonst wo.

    Nach einem Bier/Wein/Schnaps zweifele ich noch, ob ich Autofahren kann, nach Summe X ist's mir egal. Beim Sex ist es ähnlich, selbst beim Pokerspielen wird man plötzlich mutig/unvorsichtig u.s.w. - das haben wir alle schon erlebt!

    Manchmal ging es gut ... "Glück gehabt", aber nur manchmal!

    Aber lassen wir die alten Geschichten.

    Die Prohibition, das Alkoholverbot hat auch nichts gebracht - weil Verbote nie etwas brachten, wenn man nicht in der Lage ist es zu verhindern. Was glaubst du, wie gut das angedachte Sozial-Media-Verbot funktionieren wird, so gut wie die Prohibition oder das Verbot illegaler Drogen, das Verbot von Gewalt?

    Wer nie fragen stellt, wird selten die Menschen, incl. sich selbst zum Nachdenken bringen!

    Alkohol wird schon seit tausendenen Jahren konsumiert ... ist das gut - sollten wir uns diese Frage nicht stellen?

    Wie will man Bewusstsein aufbauen, verstehen, begreifen, etwas verändern? ... wenn man nicht fragt?

    "Gewiss spielt die Alkoholindustrie ..." gewiss - ermöglicht sie erst den enormen Konsum, die barrierefreie, 24-stündige Möglichkeit der Alkoholverfügbarkeit und die Politik lässt gewähren ... das ist schon seit tausendenden Jahren so. Präventionen, also Bildung geschieht eher halbherzig ...

    ... aber das ist ja schon seit tausenden Jahren so, das gehört zu den Dingen die ich nicht ändern kann.

    Kurz und gut. Genug von den alten Geschichten!

    Suchtgedächtnis ... ist es die Fähigkeit Erinnerungen mit deren Verknüpfung, angenehm oder unangenehm, hervorzurufen (gedanklich) oder ein "Trainingszustand" oder eine automatisierte Reaktion biologischer, chemischer Vorgänge?

    Wieviel ist davon erworben, wieviel zwangsläufig, der Natur/Physik/Chemie geschuldet?

    Aklohol schmeckt grundsätzlich nicht. Erst durch Zugabe oder durch das Entstehen natürlicher Gähr- oder Brennprozesse von Aromen beginnt Alkohol "zu schmecken".

    Nimmt man nur diese Aromen zu sich, z.Bsp. alkoholfreies Bier/Wein/Schnaps ist man schnell gesättigt = das würde bedeuten, man sei auf den Geschmack aus ... es würde schmecken.

    Die Realität ist jedoch eine andere, nach zwei ... drei Dosen (Einheiten) Alkohol sind die Geschmacksrezeptoren bereits derart betäubt, dass ein Schmecken kaum noch oder nur sehr eingeschänkt möglich ist. Somit fällt das Argument des Geschmackes schon mal weg. Auch wird weder Dopamin oder ein sonstiger Stimulator ausgeschüttet, wie es Alkohol vermag, was auch wiederum die Definition "Suchtgedächtnis" stark einzuschränken scheint.

    Da unser Handeln sehr oft auf der emotionalen Ebene entschieden wird oder auf Annahmen beruht, nicht immer auf Wissen, wäre es doch von Vorteil beides zu tennen.

    Ein Körper/Organismus funktioniert bedenkenlos bis sehr gut alkoholfrei, das ist Fakt und muss auch nicht bewiesen werden.

    Warum, also, verändert sich das durch die Zugabe von Alkohol bzw. warum lassen wir es zu, dass dieses passiert? ... wenn wir es denn wissen ...

    Ist es Kalkül, so wie es die Besatzer Nordamerikas mit der Urbevölkerung taten oder die Bergwerksbesitzer mit ihren Deputat-Fusel oder pure Unwissenheit, da das Zeug nun mal da ist, preiswert und der gewünschten Zielgruppe geschmacklich angepasst?

    ... man könnte Vorsatz vermuten, doch das tun wir nicht, so intelligent wir sind! ^^

    Ich bezweifle sehr, dass mich Alkoholkonsum jemals nochmals reizen sollte ...

    Ist die Erwartungshaltung erst mal weg, verfliegt auch der Reiz, die Gier, der Suchtdruck.

    Assoziere ich mit einem Produkt oder einer Handlung nur Negatives, gar Schmerz, also etwas was ich gar nicht möchte, kehrt sich das Verhalten sogar um, egal ob Speiseeis, Alkohol, Nikotin oder auch der Paarungswille.

    Lässt das nicht den Schluss zu, dass es weniger der Stoff/die Handlung ist, sondern das was wir damit verbinden ... gedanklich?

    Kaum einer trank doch Alkohol wegen dem Geschmack und wenn, dann niemals zu viel.

    Die Meisten, wohl alle (?), trinken doch weil er eine Wirkung erzielt. Mit der Zeit gewöhnt sich der Körper an Alkohol, erst an die anfängliche geringe Menge X ... dann es bedarf mehr, um überhaupt eine Wirkung zu erzielen.

    Wir kennen es alle, früher, noch untrainiert, genügte ein Schluck, ein Glas und man war beseelt, entspannt, locker oder was auch immer oder sofort betäubt und in der Heia/Bett. Das lässt mit der Zeit nach, man benötigte immer mehr, um eine Wirkung zu erzielen.

    Dieser Trainings-/Gewöhnungszustand scheint fest, unumkehrbar zu sein, auch nach jahrelanger Abstinenz.

    Nun kann man versuchen, es medizinisch/psychologisch aufzudröseln/zu erklären, doch ändert es nichts an der Tatsache.

    Sucht, die Gier nach mehr, beruht darauf einen bestimmten Zustand (Befriedigung oder Betäubung) zu erzielen, der Stoff scheint dabei egal zu sein. Bei manchen ist es Adrenalin (Fallschirmsprung oder Achterbahnfahrt), bei anderen durch Heroin, Kokain, Alkohohl etc. ausgeschüttete Botenstoffe zu erzeugen - die Wirkung ist zwar individuell recht unterschiedlich, im Endergebnis aber gleich ... es folgt ein Entspannungszustand, früher oder später.

    Erreiche ich durch "kontrolliertes Trinken" (wenig trinken) keinen Effekt, da hochtrainiert, werde ich immer unbefriedigt/unzufrieden/wirkungslos bleiben = eine Wirkung wird zwar suggeriert, tritt jedoch nicht ein, auf Grund der zu geringen Menge bzw. des "exellenten" Trainingzustandes, das wiederum macht unzufrieden/schüttet Botenstoffe aus, die wir gar nicht mögen.

    Allein die Erwartungshaltung sorgt für dererlei Wirrwarr (Botenstoffproduktion) im Kopf, dass es kaum zu kontrollieren ist, bestes Beispiel: ein paarungsbereites/-williges Tier, welches durch nichts abzubringen ist, ausser man betäubt es oder entzieht ihm alle äußerlichen Reize bis sich der Körper von selbst wieder beruhigt, einen Ausgleich (der Botenstoffe) schafft.

    Auch ein auf Speiseeis trainiertes Kind bekommt einen "Ausraster", wenn es Speiseeis sieht oder damit konfrontiert wird, ein Raucher bei Zigaretten u.s.w. ... weil es/er damit etwas Angenehmes assoziiert.

    Alles Käse, alles Quatsch, so wie beim Pawlowschen Hund mit der Glocke und dem Speichelfluss?

    Muss denn überhaupt eine „gemeinsame Lösung“ gefunden werden? Kann man sich nicht auch einfach nur über sein Verständnis dieser oder jener Angelegenheit austauschen ...

    Ist denn Verstehen/Verständnis ... eine Gemeinsamkeit finden, sich einigen, respektieren, akzeptieren, auch tolerieren etwas anderes?

    Wenn du hier im Forum ein bisschen herumgelesen hast, ist dir vielleicht begegnet, wie mancher mit den Begrifflichkeiten seine Schwierigkeiten hat.


    Das ist für uns alle emotional sehr herausfordernd und wirft natürlich Fragen auf, ...

    Da jeder anders sozialisiert wurde und auch andere Bedeutungshoheiten in Bezug auf Sprache und deren Auslegung hat, ist es doch nicht verwunderlich, dass Missverständnisse/Fehldeutungen entstehen, besonders wenn Gefühle im Spiel sind, gerät die Sachlichkeit schnell in Vergessenheit = man(n) oder frau will Recht haben, anstatt auf der Sachebene zu streiten (diskutieren), faktenbasiert, wird's emotional!

    -> oftmals werden Meinungen ausgetauscht, also wie ich was finde (Emotionen), fernab jeglicher Sachlichkeit, egal ob es ums Sterben geht, Alkoholismus oder das berühmte "Stadtbild".

    Anstatt nach einer gemeinsamen Lösung zu suchen, wird sich oftmals über Formulierungen gestritten und das Ergebnis/die Lösung wird schnell zur Nebensache.

    Ob ich mich nun als geheilt oder permanent, für immer und ewig, süchtig halte, ist eine Meinung/Ansicht/Deutungsangelegenheit! Wichtig ist und bleibt, ich trinke nicht (mehr), ich fühle mich gut damit, sogar viel besser und das ist wirklich so.