Beiträge von Paul

    ich mir ein T-Shirt drucken lassen mit dem Aufdruck:

    Säufst du noch oder lebst du schon?

    Auch ich gewöhnte mir ab, andere belehren/überzeugen zu wollen - jeder weiß eigentlich (!), dass er zu viel trink, wenn er zu viel trinkt und alle wollen davon weg.

    Nur traut sich kaum einer, sich das einzugestehen. So waren wir auch mal!

    bei mir ist das relativ unkompliziert. Ich sitze fast täglich ...

    Ist das Gewöhnung, diese Gelassenheit ... "is' mir doch egal!" ? Bewusstsein ... Alkohol ist nicht gefährlich, so lange ich ihn nicht trinke?

    Kann man das trainieren, sich angewöhnen oder andersherum, sich diese Angst des "ewig drohenden Rückfalls" abtrainieren/abgewöhnen? Weil man sich eben mit der Zeit bewusst wird "ich entscheide, kein *Suchthirn*" keine imaginäre Kraft, sondern ich allein? Also 'ne reine Glaubenssache?

    Weihnachten/Silvester ist schon wieder lange vorbei, raus aus unseren Köpfen und mit ihm eventueller "Suchtdruck" - warum? Bis zum nächsten Geburtstag, Grillfeier, Hochzeit, Beerdigung, Oktoberfest u.v.a.m., dann kommt er wieder, der Gedanke an Alkohol ... Verküpfungen im Gehirn, antrainiertes Verhalten? Sporadischer Dopamin-(Glücklichkeitshormon)mangel? Evolutionär bedingt? Genetisch oder durch unsere Gedanken hervorgerufen?

    Funktioniert das nicht auch anders herum? So a la: Alkohol ... igittigitt ... böse, schlecht, giftig?

    Habt ihr, die schon viele Jahre nüchtern durchs Leben geht, keine Angst, ...

    Nö!

    Genau diese Angst war gerade in meiner Anfangszeit mein größter Feind, mein Selbstzweifel ... ich könnte "schwach" werden, "der Sucht" erliegen.

    Diese "Personifizierung" der Sucht, so als handle es sich um etwas nicht willentlich beinfussbares, behinderte mich Anfangs stark, machte mich noch unsicherer, gar wankelmütig.

    Erst als ich mir nichts mehr verbot, nicht mehr dagegen ankämpfte, gelang es mir mich zu entspannen. Klar konnte ich wieder trinken, doch wollte ich das ... wieder im alkoholvernebelten Sumpf versinken? Ich wusste, antrainierte Verhaltensweisen benötigen Zeit bis man sie wieder los wird, siehe Pawlowscher Hund = lange genug nicht mehr darauf reagieren, möglichst ignorieren, ggf. sich ablenken, Neues probieren, sich umgewöhnen.

    Das funktionierte schon bei einer verschmähten Liebe (Mensch), beim Abgewöhnen div. anderer unliebsamer Angewohnheiten, warum sollte das beim Suff anders sein?

    Zu naiv gedacht, vielleicht? Bei mir hat's funktioniert!

    - zack, der Gedanke an ein kaltes Bier.

    Auch ich kenne diese Gedanken, die hin und wieder auftreten.

    Doch ... ich habe es ja mal probiert, ich trank Bier, bewusst, vorsätzlich - das Ergebnis war enttäuschend! Es schmeckte nicht, es wirkte nicht. Wahrscheinlich müsste ich mich wieder daran gewöhnen, an diesen Geschmack, doch doof nur, wenn es bei mir nicht mehr wirkt (angenehmer Rausch) und irgendwann nur eine Betäubung einsetzt. Darauf kann ich verzichten und tue es. ... Vernunft???

    ... eigentl. hatte ich mir vorgenommen die Kinder zu nehmen und zu gehen wenn es nicht wird.

    Hallo MissBee,

    ich fürchte, darauf wird es hinauslaufen. Fruchten Drohungen nicht, tun es vielleicht (?) Taten. Ob er dann ... irgendwann alkoholfrei wird, ist eine andere Sache!

    Bei mir "musste" erst der Job weg sein, dann die Fahrerlaubnis, es folgte die Beziehung - doch wach wurde ich noch lange nicht!!! Nach ca. zwei Jahren (exessiven Trinkens) dämmerte es mir erst.

    So krank/alkoholvernebelt war mein Hirn, fernab jeglicher Einsicht/Vernunft/Realität.

    ... den Gedanken aus dem Kopf zu bekommen ... So lange dieser Gedanke durch das Hirn geistert, wird es schwer mit dem Ausstieg.

    Was befeuert immer wieder "diese Gedanken"? Eine Art Phobie, die Angst eines Verlustes, etwas würde einem genommen ... für immer?

    Ein krankhaftes Festhalten, obwohl man es eigentlich besser weiß? Eine Art Schizophrenie/Zwiegepaltenheit zwischen Vernunft und dem Verlangen dieser entfliehen zu wollen? Angst, in welcher Form auch immer, einfach zu betäuben? Hauptsache sie ist weg?

    So wie ein Kind, du siehst mich nicht oder ich sehe es nicht = also bin ich oder es auch nicht da?

    Warum schafft der Eine es, ein Anderer es nicht?

    Da geben mir wohl alle Abstinenzler Recht, wir hatten ein Ziel. Ich hatte ein Ziel, mein ganz persönliches, mein eigenes, eines was mir sehr wichtig war ... und nur mir! Egal wie die Anderen auf mich einredeten, was sie mir sagten - zugegebenermaßen trotzte ich allen Überredungs-/Überzeugungsversuchen Dritter.

    Ich und nur ich, musste begreifen, so geht es nicht mehr weiter = Druck von außen: Fehlanzeige! Überredungsversuche wurden schnell mit "etwas" Alkohol neutralisiert!

    Ich musste von allein draufkommen? Wahrscheinlich half da enorm der Entzug des Führerscheins, denn das tat richtig weh.

    Hallo MissBee,

    mein Vater soff, ich tat es später auch - immer (!) waren die Anderen schuld, tausend Gründe wurden hervorgekramt, immer wieder. Ich, Trinker, glaubte selbst daran und mähte verbal alles nieder, nur um meinen Suff zu rechtfertigen. Krank, der Realität entrückt? Mit Sicherheit!!!

    Erst als gar nichts mehr ging, keine Ausrede mehr funktionierte, selbst vor/bei mir selbst, denn die Anderen hatten sich schon längst von mir abgewendet, wagte ich mit dem Nichtrinken zu beginnen.

    Ich fürchte, der Mensch lernt am besten (?) durch Schmerzen, es muss erst so richtig weh tun, bevor er (ich) etwas verändert.

    Zurück zum ersten Beitrag vom Oktober 2024 "Will ich?".

    Wie jeder einzelne es schaffte,

    vom Alkohol loszukommen ist jedem klar. Bei jedem etwas anders, jedoch grundsätzlich bei allen gleich:

    Aufhören, durchhalten mit allen Hochs und Tiefs und sich langsam daran gewöhnen/ entwöhnen = machen, weniger labern (vorallem mit sich selbst), weniger psychologiesieren, ja, auch aushalten ... wenn's mal eng wird, der sogenannte Suchtdruck droht einem das Hirn zu sprengen!

    Fakten müssen her! Genügt die Vernunft nicht, das Vorhersehen, was Alkohol aus einem macht, wenn man es übertreibt, helfen wohl nur Schmerzen bzw. die Angst davor, die Angst vor Verlust (des Arbeitsplatzes, der Familie, Füherschein, soziale Stellung/isoliert sein etc.).

    Nicht saufenden Angehörigen ist das alles bewusst, nur wie bekommt man es in den Kopf des Trinkers?

    So lange der Trinker keine ernsthafte Konsequenzen verspürt, es also (richtig) weh tut - gar nicht!

    Da helfen auch keine "Gruselgeschichten" Dritter/hochdramatische Fallbeispiele anderer Personen, zumal man selbst (der Trinker) noch etwas benebelt ist, sei es direkt vom Alkohol oder frisch nach der Entziehungskur/Reha.

    Die vermeintliche, folgenfreie/konsequenzfreie Sicherheit lässt einem wieder, erneut zu Glas greifen = alles wieder auf Anfang!

    Warum ist man so "schwach", so zart besaitet, dass man lieber der Betäubung erliegt, anstatt den unangenehmen Gefühlen zu trotzen?

    Mangelndes Selbstbewusstsein ... sind immer nur die Anderen, die Umstände daran schuld?


    Was mich fertig macht ist das Lügen, immer wieder Lügen; ich weiß es gehört leider dazu aber ich ertrage es nicht und weiß nicht was ich machen soll.

    Wenn du es nicht mehr erträgst, musst du wohl Konsequenzen ziehen müssen.

    Ich, Ex-Säufer, ertrug mich nicht mehr, incl. meiner Selbst-Belügerei. Ein Tiefpunkt? Vielleicht kann man es so nennen.

    Ich war schwach, vielleicht auch krank, auf jeden Fall ganz schön wirr im Kopf!

    Das brauchte bei mir nicht nur Wochen, sondern Monate bis sich das legte und jede Menge Durchhaltevermögen, Willen. Bewusstsein sicher auch.

    Irgendwie klingt das viel so auf den ersten Blick, ...

    Freue dich, sei stolz auf dich!

    Wer ein viertel Jahr schafft, schafft auch ein halbes, ein Jahr und vielleicht wirst du (auch) bemerken, wie absurd die ersten Gedanken waren bzw. wie normal das Nichttrinken mit der Zeit wird und man sich dann wundert, warum man nicht schon viel früher auf diese Idee kam.

    Hallo willibald42,

    ich will dich nicht überzeugen. Ich schrieb von mir, meinen Erfahrungen, meinen Erlebnissen, Ansichten.

    Wenn du zurechtkommst mit dem was du tust, ist alles in Ordnung. Wenn du hin und wieder Alkohol trinkst und es nicht bereust ... was will man mehr? Ich danke, dir auch für deinen Bericht, der zeigt, dass es eben nicht nur Schwarz und Weiß gibt. Auch gehöre ich nicht zu den Menschen, die Alkohol verteufeln, ich respektiere jeden, so lange er nicht andere belästigt.

    Das mit schönen Ereignissen ist bei mir auch so eine Sache. Da gibt es viele, mir sehr bedeutsame. Ohne Alk hätte es da viel nicht gegeben.

    Wenn man Alkohol ausschließlich als Möglichkeit zur Entspannung sieht, kann ich diese Sicht/Sucht verstehen. Wenn nur Alkohol oder eine sonstige Droge in der Lage ist, einen zu beruhigen bzw. entspannt, locker, vielleicht auch zufrieden sein zu lassen, kommt man wohl schwerlich davon los.

    Erst wenn der Konsum ins Gegenteil umschlägt, es unangenehm, vielleicht auch bedrohlich wird, will man davon weg. Kontrollverlust wird doch erst unangenehm, wenn einen Nachteile entstehen, sofern man auch diese bemerkt.

    Mal etwas beschwippst, locker, fröhlich, enthemmt sein, fand auch ich anfangs sehr angenehm, verklemmt (unsicher/unlocker) wie ich war. Doch mit zunehmender Gewöhnung blieb diese Lockerheit aus und wich der Betäubung.

    Wo früher ein ... zwei Bier, Wein oder Schnaps genügten, konnte ich diesen angenehmen Zustand später nicht mehr erreichen, im Gegenteil ... ich trank und trank, wurde zwar allmählich besoffen/betäubt, doch entspannt im Sinne von fröhlich, gelassen wurde ich nicht mehr.

    Das bemerkte ich, der Alkohol hatte diese euphorisierende, entspannende Wirkung verloren. In meinem Test, nach ca. 3 Jahren Anbstinenz, wollte ich genau das ergründen: wie wirkt Alkohol auf mich? Da war nix mehr mit leicht, locker, fröhlich, entspannt! Nach Menge X traten erste Lähmungs-/Betäubungserscheinungen auf und das war's! Auch schmeckte es ganz und gar nicht.

    Ich schlief recht schnell ein, das war es aber schon.

    ... Vorteile ... "Teufel und Engel", solange das Zeug wirkt, mag man das vielleicht so sehen, doch wenn es nur noch betäubt? Manche nehmen es als Einschlafhilfe, Antidepressiva oder Schmerzmittel. Benzodiazepine, Barbiturate, Phenole wirken ähnlich - sie betäuben vortrefflich, wenn da nicht diese Nebenwirkungen/Vergiftungserscheinungen wären.

    Für mich war es eine Frage der Vernunft, wenn ich weiß, der Stoff schadet mir mehr, als er nutzt, tue ich das doch nicht, d.h. ich nähme sehr wahrscheinlich eine (garantierte?) Langzeitschädigungen an Körper und Geist in Kauf, um den Preis einer kurzzeitigen Betäubung.

    Auch redete ich es mit jahrelang schön und verdrängte ... war das Unwissenheit oder die Sucht ... nach Betäubung, der oft so garstigen Realität enfliehen wollen?

    Gut, im Alter, ich bin mittlerweile alt, kann es einem vielleicht egal sein ... wenn man eh' nichts mehr möchte, wäre da nicht die Gefahr des Siechtums, des frühzeitgen, weil ich eben so viel trank.

    Jeder muss eben seinen Weg für sich finden.:thumbup:

    Ist das "Zauberwort" nicht Gelassenheit? Erst als ich mich nicht mehr stresste, konnte ich entspannt mit Alkohol umgehen, ihn einfach stehen lassen.

    Klar, muss man das üben.🤙

    Chuck Norris war nicht nur Karateweltmeister und wuchs mit einem alkoholkranken Vater auf, er etablierte sich auch erfolgreich im amerikanischen Filmgeschäft ... das muss man erstmal schaffen!

    Das ist eine gute Frage. Ich wollte gestern einfach „Nein“ sagen, aber das wäre nicht ganz richtig.

    Auch ich würde sofort NEIN sagen. Alkohol berührt mich in keinster Weise mehr.

    Wie du beschieben hast: "früher, sich eine Party, eine Situation schönsaufen ... o.ä. " funktionierte doch nur in der ersten Zeit, als das Gewöhnungspotienzial noch nicht so hoch war (so war es jedenfalls bei mir !!!). Später dann, "etwas" trinkfester, wurde man doch eher gleichgültiger, da betäubter ... man fand es nicht besser oder wurde gar toleranter, sondern es war einem einfach "Wurscht", vielleicht auch ertäglicher auf Grund seiner Betäubung, man wurde nur abgestumpfter.

    Hallo willibald42,

    danke für deinen Bericht! Mir fällt auf, bei den Antworten darauf: alles was außerhalb der Vorstellungskraft liegt, wird selten akzeptiert oder gar für unmöglich gehalten. Ähnliches kenne ich von diversen "Kampfkunstsportarten" oder vom höheren Yoga.

    Auch ich "wagte" nach drei Jahren Abstinenz ein Experiment, ich trank Bier und wartete was passiert ... es meldete sich weder "die Sucht", noch hatte ich ein Verlagen/Bedürfnis dieses zu wiederholen oder dieses in die Länge zu ziehen (mehr zu trinken) = das Bier schmeckte nicht und eine angenehme Wirkung hatte es auch nicht. War (bin) ich nun ein biologisches Wunder oder ein Künstler in Sachen Verdrängung oder Selbstbeeinflussung?

    Oder konnte (kann) ich mir nur besonders gut einreden, dass ich diesen Stoff, Alkohol nicht benötige, gar als unangenehm empfinde? Oder wars das Training, besonders das mentale, angstfreie? War ich gelassener, stressfreier, unängstlicher (!) und glaubte an das, was alle für unmöglich halten? War ich gut trainiert ... im Kopf ... nicht so verbissen?

    Ich praktiziere bzw. praktizierte nie sogenanntes kontrolliertes Trinken, das wäre mir zu stressig. Ich habe mich befreit von diesem Suchtgedanken, dass ich "müsse", es schön oder gar ein Genuss sei. Ich sehe es eher gelassen, vielleicht habe ich auch diese "Eigenschaft" der berauschenden Wirkung verloren, weil ich eben extrem viel trank und nur noch betäubt werden würde, nach einer großen Menge und ich diese "Lähnungserscheinungen" überhaupt nicht bevorzuge!!