• Hallo Nobs

    Ich habe mal ein bisschen intensiver über deine Fragen nachgedacht.

    Ich denke mit der wichtigste Punkt ist der des inneren Abstandes zu den Ereignissen an solchen Orten. Ich selbst bin in diese bestimmten Spielchen die da den Auftakt zu einem "zünftigen Nachmittag- Abend" bilden, nicht mehr involviert. So primitiv. Geht an mir vorbei. Wäre dem nicht so dann hätte ich wohl unbewusst Angst nicht dazu zugehören und den Prozess des Erkennens was gut und richtig für mich ist wäre dann wohl noch nicht abgeschlossen.

    Doch die Würfel sind schon längst gefallen.

    Ob der Alk ausreichend ist und oder brühwarm. Wen kümmert's? Es ist nicht meine Angelegenheit. Ich trinke ja nicht.

    Stichwort: Kompromisslos.

    Wenn es sein müsste würde ich mir ein T-Shirt drucken lassen mit dem Aufdruck:

    XX Zeiten alkoholfrei.

    Ein Versteckspiel auf solchen Veranstaltungen bezüglich der eigenen Person ist oft verhängnisvoll, zumindest nicht unbedingt gut den eigenen Fortschritt hin zu einer stabilen Abstinenz zu festigen.

    Stilles Wasser

  • Vergangenes Wochenende ist Alkohollastig gewesen.

    Zu so was gehe ich erst gar nicht hin. Warum? Weil mir besoffenes Gelaber mittlerweile gewaltig auf die Nerven geht. Dafür ist mir mein Leben zu schade. Bin ich auf einer Veranstaltung und ich merke, der "Pegel steigt" bin ich weg.


    Was ist nicht durchgehen lasse, wenn ich sehe, dass jemand besoffen Autofahren will. Das würde ich ansprechen und ggfls auch den Schlüssel an mich nehmen.


    ich streite mich nicht mit An- oder Betrunkenen. Die können dank alkoholbedingt gestörter Impulskontrolle ausfällig oder handgreiflich werden. Will so ein Schluckspecht mit dem Auto weg, greife ich zum Handy und wähle 110. Zum Glück ist es soweit bislang nicht gekommen.

  • ich streite mich nicht mit An- oder Betrunkenen. Die können dank alkoholbedingt gestörter Impulskontrolle ausfällig oder handgreiflich werden

    So eine Form von Eskalation habe ich im Bekanntenkreis ehrlich gesagt noch nicht erlebt. Auf einem Schützenfest mit fremden Menschen gebe ich Dir Recht, da ist 110 wohl die bessere Wahl.

    Beste Grüße Helga

  • Ich denke mit der wichtigste Punkt ist der des inneren Abstandes zu den Ereignissen an solchen Orten.

    Stilles Wasser spricht da einen sehr wichtigen Punkt an.

    Aus dem Suchtdruckerlebnis, das ich, wie ich bereits geschildert hatte, in meinem ersten Jahr nach einigen alkoholfreien Monaten hatte, habe ich u.a. gelernt, dass ich mit diesem Gefühl, nicht mehr dazuzugehören, noch nicht durch war.

    Es war nicht so, dass mich irgendjemand genötigt hätte oder einen Spruch gemacht hätte, denn die anderen wussten, dass ich nicht mehr trinke und akzeptierten das auch so.

    Ich war binnen zwei Tagen mit drei verschiedenen Triggersituationen konfrontiert und nach der letzten, die letztlich das Faß für mich zum Überlaufen brachte, kam in mir ein massives Bedauern, so eine Art Selbstmitleid auf, auf diesen „Spaß“ verzichten zu müssen, nicht mehr dazu gehören zu dürfen.

    Darauf war ich nicht vorbereitet, weil ich überhaupt nicht damit gerechnet gerechnet hatte.


    Als ich dieses Erlebnis anschließend aufgearbeitet habe, um das nicht nochmals erleben zu müssen, habe ich mit diesem Bedauern und dem Gefühl, nicht mehr dazu zugehören, bei mir aufgeräumt. Für mich ein sehr wichtiger Lernprozess.

    Ich war schon in sehr jungen Jahren stets anders als die anderen, was mit Sicherheit mit den Entwicklungen in meiner Familie zu tun hatte, und habe sehr darunter gelitten. Deshalb habe ich mich stets anzupassen versucht, was mir auch leidlich gelungen ist. Im Nachhinein betrachtet gehörte Alkohol fast immer dazu, wie das in unserer Gesellschaft eben allgemein üblich ist.

    Für mich und meine Genesung - hier denke ich in erster Linie an meine Depressionserkrankung, auch wenn das Auswirkungen auf mein Leben ohne Alkohol hat - wurde es zentral, mich selbst so akzeptieren, ja sogar lieben zu lernen, wie ich nun einmal bin. Und so lernte ich auch, mein „Anders-Sein“ zu akzeptieren, ja sogar voll und ganz dazu zu stehen.

    Und was soll ich sagen? - Es fühlt sich einfach nur gut an! 8)

    Insofern habe ich mir diesen inneren Abstand nach und nach erworben, weil ich letztlich mich selbst gefunden habe und endlich voll und ganz zu mir stehen kann und auch will. Das tue ich nicht unbedingt laut, weil ich eben ein eher introvertierter Mensch bin und mich an dem Prinzip „Leben und leben lassen“ orientiere. (Die 110 würde ich ggf. übrigens auch wählen, habe aber ebenfalls noch nicht eine solche Situation erlebt.)


    AmSee

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • ich mir ein T-Shirt drucken lassen mit dem Aufdruck:

    Säufst du noch oder lebst du schon?

    Auch ich gewöhnte mir ab, andere belehren/überzeugen zu wollen - jeder weiß eigentlich (!), dass er zu viel trink, wenn er zu viel trinkt und alle wollen davon weg.

    Nur traut sich kaum einer, sich das einzugestehen. So waren wir auch mal!

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