Beiträge von Stilles Wasser

    Zitat

    Dann lösen sich die alten Muster.

    Emily

    Da gab es mal einen Mann, Jesus, der sagte des öfteren zu den verschiedensten Menschen: "Folgt mir nach". Manche waren umgehend bereit, während andere ein bisschen Zeit wollten um erst ihre Angelegenheiten zu erledigen.

    "Lass mich zuerst weggehen und meinen Vater begraben!".

    Jesus: "Überlass es den Toten, ihre Toten zu begraben. Du aber sollst dich auf den Weg machen und die Botschaft von Gottes Reich verkünden."

    Radikal vor zweitausend Jahren als die Menschen noch sehr mit den engen Rollen ihren Clans verbunden waren und genauso herausfordernd heutzutage wo der Mensch sich zumeist mehr an eine wie auch immer geartete materielle Sicherheit und oft toxische Beziehungsstrukturen klammert.

    Was hatte dann dieser Jesus zu bieten?

    "Die Füchse haben ihren Bau und die Vögel ihre Nester; aber der Menschensohn hat keinen Platz, an dem er sich ausruhen kann."

    Also sie bekamen nichts an das sich anlehnen konnten. Die Sicherheit als Fischer, Zollbeamter und die Geborgenheit der Familie einfach zurück lassen. Nicht so einfach und dennoch folgten Ihm einige in ein ungewisses Abenteuer.

    Was jetzt mich betrifft war mein Ausstieg vor fast dreißig Jahren begleitet von einer brutalen Feststellung. Ich war seelisch und geistig ein Wrack, einfach nur bankrott. Die beste Zeit für einen Neubeginn. "Freedom's just another word for nothing left to lose..."

    Mitte der Achtziger, in der Zeit als ich mich intensiv bemühte meinen gierigen Lebensstil einen passablen Anstrich zu geben, ging ich mal abends zu einer Veranstaltung wie etwa 200 andere Leute auch. Alle waren gekommen um einen Mann zu sehen von dem es hieß er wäre ziemlich ungewöhnlich.

    Als ich Ihn dann hereinkommen und sich hinsetzen sah hatte ich nur einen Gedanken: "Er ist es denn ich mein ganzes Leben gesucht habe". Nun wie das? Auch wenn ich doch schon einigen Leuten begegnet bin die bewusster waren als die ganzen Schafe, die gleichgültig dem Schlachthof entgegen trotteten, war dies was anderes.

    So ganz bei sich, präsent, im jetzt und hier. Ich verliebte mich augenblicklich und zweifelte doch an dem was ich sah. Da müssten doch die ganzen Gedanken an Vergangenheit und Zukunft sein. Anders geht es doch nicht. Ich blickte wieder auf den Mann. Nur aufmerksame Gegenwart und zu mir gewand: "So lernst du zu schwimmen".

    Kurzum diese Begegnung hat mein weiteres Leben sehr beeinflusst. Sie hatte jedoch keinen Einfluss darauf das jetzt alles gut sein müsste. Die Verantwortung lag weiterhin bei mir und ich hab sie leider so verbracht indem ich die nächsten dreizehn Jahre immer mehr und mehr gesoffen habe.

    Doch als ich dann endlich trocken sein durfte erinnerte ich mich meines Erbes, dem Erbe aller Menschen. Unser Reich ist nicht von dieser Welt.

    Stilles Wasser

    Hallo Memory

    Erstmal Gratulation zu deiner bisherigen nüchternen Zeit.

    Was so den Umgang mit Nachbarn, Freunden und herunterziehenden Routinen im Arbeitsleben angeht habe ich mich schon frühzeitig gefragt: "Was will ich wirklich?" und die Antwort war denkbar einfach. Ich wünschte mir ein "stilles" Leben das ich von innen heraus leben kann und das nicht mehr vom Getöse der Welt mit all seinen flüchtigen Ereignissen abhing.

    Wie dabei vorgehen?

    Mit einem kleinen Augenzwinkern war das nicht zu bewerkstelligen.

    Spiritueller und allgemeiner Fortschritt entwickelt sich nur langsam. Die Bereitschaft bedingungslos zu gehen, samt der dazu benötigten Geduld. Das ist die Eintrittskarte und letztlich unabdingbare Voraussetzung um an diesem Prozess teilzuhaben. Lohnt sich. Ist der ultimative Heilsweg.

    Dann lösen sich die alten Muster. Trinkende Menschen werden uninteressant und stressige Situationen. Ohne mich.🤷

    Stilles Wasser

    AmSee13

    Ich denke Betroffene werden wohl ähnlich wie ich die Wurzel ihres Urproblems gesehen haben. Wenn überhaupt.

    So mit 25 Jahren hatte ich vielleicht zum ersten Mal eine tiefere Ahnung das da irgendwas nicht stimmte. Breaks waren nicht mehr so leicht auf die leichte Schulter zu nehmen und ich versuchte fortan nach schwereren Einbrüchen meinen Konsum zu minimieren, in eine neue Lebensweise zu integrieren und so weiter und so fort. All das mißglückte gründlichst und immer öfters erwachte ich total verkatert und ohne Hoffnung. Die eigenen Worte: " Etwas übertrieben in letzter Zeit" sollten noch trösten, gingen jedoch weit an der Wirklichkeit vorbei.

    Nun ich bin heute froh daß bei meinem Ausstieg noch nicht dieser Supermarkt der Möglichkeiten existierte. Das scheint wohl eine Folge der Digitalisierung zu sein.

    Kürzlich stolperte ich über das Wort: "Ökonomisierung" und ich musste erstmal nachschauen was das ist. Ein Trend der in allen Bereichen des Lebens die Grundwerte radikal verändert. In der Medizin ist nicht mehr die Gesundheit maßgebend sondern die Gewinnmaximierung.

    Kein Wunder das ich von meinem Vermieter betriebswirtschaftlich aufbereitet als Kunde gesehen werde. Wohnen ist eine Ware und kein Bedürfnis mehr.

    Diese Zementierung geschieht natürlich auch im Bereich der Welt der Süchte. Nichts ist ertragreicher als das Business mit Menschen die am Tropf hängen. Die leere Versprechung: "Wenn das Geld im Kasten klingt ..." konnte schon der Tetzel für sich nutzen. Die armen Seelen vielleicht nicht.

    Anbei noch eine PDF des Großmeisters des Kontrollierten Trinkens. Soll jeder seine eigenen Schlüsse ziehen.


    https://oegabs.at/userfiles/file…/2_JKoerkel.pdf


    Stilles Wasser

    Nein, kontrolliert Trinken funktioniert nicht

    Der Abschied vom Alkohol fällt schwer, klar. Sonst gäbe es ja nicht so viele Menschen, die jahre- oder sogar jahrzehntelang viel zu viel trinken, ohne aufhören zu können. Dabei kommen viele Betroffene meist sogar relativ gut über die erste Zeit ohne Wein und Bier. Dann aber beginnt das Hadern: „Darf ich wirklich nie mehr auch nur einen Schluck trinken?“

    https://www.alkohol-ade.com/reizthema-kont…frage-ich-mich/

    Miau

    Wie kann man sich denn eine richtige Strategie vorstellen?

    Strategien im eigentlichen Sinne hatte ich nicht. Durch eine kurze Obdachlosigkeit war es mir vergönnt einen Moment ohne die sonst üblichen Schleier der Verharmlosung und sonstigen Beschwichtungen auf meine Situation zu sehen. Heruntergekommen, verdreckt und zitternd. Was ich da sah war der erste ehrliche Blick auf mich und mein Momentum. Ich wusste zutiefst das war eine Folge des Alkohols und sonst keinem Umstand geschuldet. Die widrigen äusseren Situationen hatte ich ja zu oft beklagt.

    Der Schock über meine Verdrängungsmechanismen ging sehr tief und ist bis heute jederzeit abrufbar. So will ich nicht mehr leben, vor mich hin vegetieren. Also eine nachhaltige "Ich hab's" Erfahrung. Heureka.

    Die konkurrierenden Einflüsse der Abhängigkeit waren damit nicht ausgelöscht. Da kommt dann vielleicht der Vorteil einer Wohnungslosigkeit mit ins Spiel. Man kann oder muss sogar ganz von vorne beginnen.

    Wie den Tag herumbringen? Die Langeweile, dieses nichts mit mir anfangen können, war ja einer der Hauptgründe die mich zur Flasche greifen ließen. Ich ging neue Wege. Am Wohnungsamt war ich jetzt vorgemerkt. Die Einladungen von Kumpels zum kleinen Umtrunk schlug ich aus. Ging stattdessen ins Tierheim um dort mit einem Hund spazieren zu gehen. In der Natur kann man dann so gut reflektieren.

    Als ich nach wenigen Wochen eine bescheidene Wohnung bekam gab es ja keine Gläser, Korkenzieher und sonstiger Utensilien die nur dem "Ritual" dienten. So ein Neubeginn ist schon eine tolle Sache. Als dann noch ein Hund dazu kam war die Richtung gelegt. Ich lernte die Natur, samt Pflanzen, Pilzen und Sternen auf eine bis dahin neue Weise kennen und zwar nüchtern.

    Was den Lebensunterhalt betrifft wurde ich verlässlich, ehrlich, geradeaus.

    Und seitdem singe ich das Hohelied der Abstinenz.

    Stilles Wasser

    Naja, jetzt bin ich in Woche vier. Und kann/will immer noch nicht sagen, dass es für immer ist. Aber ich spüre einen kleinen Nervenkitzel, also eine Art Geilheit drauf, zu erfahren was noch kommt, wenn ich weiter mache mit nüchtern sein. Ich glaube, dass das Universum es langfristig belohnen wird.

    Das ist die frohe Botschaft der Nüchternheit. Ein ausgeglichenes Leben zu führen wo der Alkohol keine Rolle mehr spielt.

    Stilles Wasser

    Miau

    Wenn ein Mensch beginnt sich mit der eigenen Alkoholproblematik auseinanderzusetzen und dann wortlos abtaucht, so ist das zumeist kein gutes Zeichen.

    Sollte Miau also nicht mit einem gewaschenen Kater erwacht sein, kann ich dir nur meine allerbesten Wünsche für deinen weiteren Weg mitgeben.

    Ansonsten einfach wieder aufstehen, sich zurechtrücken und neu beginnen.

    Stilles Wasser

    Hallo Miau

    ... an sich bin ich ein Suchtmensch.

    Vllt. bist du das gar nicht. Ich würde dir raten das Du aktiv dafür sorgst das sich dieses Gedankenkonstrukt nicht verfestigt. Ansonsten hast du es in einem schwachen Augenblick, und der kommt sicher irgendwann, schwer einen klaren Kopf zu behalten. "Achja ich bin ja nur ein armer Suchtmensch," kann einen unvorbereiteten Menschen schnell in ein unkonntrollierbares Gewässer bringen.

    Es ist natürlich schwierig sich als einen Menschen zu sehen, der die Sucht zum Stillstand gebracht hat. Diese Sichtweise kommt halt zumeist erst nach einer gewissen Zeit wenn das Nüchternsein beginnt sich so natürlich anzufühlen als hätte es nie eine andere Lebensweise gegeben.

    Bis dahin kann man soviel tun. Sich im eigenen Umfeld umschauen und vllt. mal hinterfragen ob diese vielen Gläser wirklich im Haushalt sein müssen? Oder auch nachzudenken ob der Besuch einer Veranstaltung mit einschlägigen Leuten echt notwendig ist?

    Ich kann von mir sagen es gibt wohl kaum was besseres als ein aufgeräumtes Leben in der Hinsicht. Da hat der Verführer dann keine Chance falls er doch mal anklopfen sollte.

    Stilles Wasser

    Caritas

    Unser Selbsthilfe-Podcast „Selbsthilfegruppen sind doch nur was für Alte – oder nicht?”

    Selbsthilfegruppen sind nichts für mich, da sitzen hauptsächlich ältere Leute mit Alkoholproblem in einem Stuhlkreis und jammern. Dass dieses Vorurteil nicht stimmt, zeigen die Leute, die es wissen müssen: Menschen, die sich selbst in einer Selbsthilfegruppe engagieren. Mit ihnen sprechen wir in unserem Podcast. Hört einfach mal rein!


    https://www.caritas.de/hilfeundberatu…sthilfe-podcast


    PS.

    Leider nur die oberen beiden Podcasts verfügbar. Warum nicht alle zehn?

    Hallo Miau

    Willkommen im Forum

    Einsicht ist der erste Schritt. Alles weitere wird sich vllt. ergeben.

    Ich glaube Stimmungsschwankungen hatte ich mehr als genug. Doch da war etwas stärkeres das mich anzog. Die Aussicht nicht mehr fremdgesteuert vom Alkohol und dem Haschisch zu sein.

    Kurzum ich hatte öfters Angst vor dem Unbekannten doch dies hinderte mich nicht daran der Abstinenz die höchste Priorität einzuräumen. Zählte sehr, sehr lange jeden Tag und das verlieh mir Flügel. Da wurden schnell Wochen und Monate draus. Keine verpassten Termine mehr wegen eines verkaterten Erwachens, konsequente Erledigung der Alltagsangelegenheiten. Da blieb nicht mehr allzu viel übrig was noch liegen blieb.

    Und dennoch war es oft ein Akt die Realität und meine Träume und Wünsche einigermaßen auszubalancieren. Geholfen hat mir da immer sehr der Satz:

    Abstinenz ist nicht der Weg in den Himmel, sondern der aus der Hölle.

    Ich hab nie bereut auf dem nüchternen Pfad zu sein und es ausgehalten habe, was ich früher einfach immer und immer wieder wegspülte.

    Ein gutes Ankommen hier und einen ertragreichen Austausch wünsche ich dir.


    :thumbup:Stilles Wasser

    Hallo AmSee

    Danke für deine Zeilen.

    Die Kraft der Gegenwart, übrigens ein populärer Buchtitel von Eckhart Tolle, ist für mich die Quelle all meiner Lebensenergie. Wenn ich reflektiere woher all mein Schmerz, der seelische vor allem, und das ganze Leiden kommt, stelle ich fest das ich im Jetzt und Hier im Widerstand mit dem bin was ist. Der Moment kennt all den Stress und die damit verbundenen Ängste und verzehrenden Gefühle nicht.

    Die Unzufriedenheit tritt erst in Erscheinung wenn ich die Zeit erschaffe. Eine Vergangenheit, die doch längst vorbei ist, und dennoch mit ungelösten Geschichten konfrontiert. Das andere ist die Zukunft, die nie beginnt, und ebenfalls versucht mit unzähligen Träumen und Wünschen das SEIN zu vereinnahmen.

    Dies setzt ein Gedankenkarussell in Gang das kaum noch zu stoppen ist. Frieden schenkt so eine Lebensweise nicht. Deshalb finde ich den Satz: ... zum Stillstand gebracht, wunderschön. Das ist der Boden wo Aufmerksamkeit und Bewusstsein sein können.

    All die Rollen meines Lebens, mit denen ich zum Teil verbiestert identifiziert war, haben sich aufgelöst und blockieren nicht mehr meinen Seelenzustand. Vielleicht sind sie an einem Ort wo ich ihnen bei Bedarf mutig bis gelassen oder auch weise begegnen kann. Wie den Alkoholiker zum Beispiel. Der war schon ein verrückter Hund. Gott segne Ihn.

    Stilles Wasser

    Nachdem ich jetzt schon viele, viele Jahre abstinent lebe, ist es mir nicht so einfach möglich die Essenz dieses neuen Lebensabschnitts zu beschreiben. Vielleicht sollte ich erstmal bei Point Zero beginnen.

    Eine bekannte Selbsthilfegruppe nennt eine einzige Voraussetzung um zum Club zu gehören. Den Wunsch des Individuums mit dem Trinken aufzuhören. Wohlgemerkt nur den Wunsch, nicht mal die konkrete Umsetzung.

    Wie bin ich in der Vergangenheit mit diesen Wunsch umgegangen? Ich stellte Bedingungen. Wenn erst genügend Geld auf dem Konto ist, mir die Damenwelt zu Füßen liegt, die Gesellschaft einsieht wie mies sie mich behandelt, mir endlich den roten Teppich auslegt. Ja dann werde ich es mir vielleicht überlegen und meinen Begleiter und Tröster sein lassen.

    So war, poetisch ausgedrückt, mein Umgang mit König Alkohol. Gefangen auf dem Ponyhof oder auch auf der Spitze eines Kartenhauses lebend.

    Es gibt diese Redewendung: "Richte dich nach dem Leben, den das Leben richtet sich nicht nach dir". Dies konnte ich in meiner eigenen engen Welt nicht mal in Betracht ziehen und so ging es nur noch abwärts und abwärts bis ich in die Sackgasse blickte an dessen Ende nur noch ein Echo unbarmherzig hallte. Verrecken, verrecken, verrecken. Das war der Tiefpunkt.

    Und wenn die Nacht am tiefsten... . Auf jeden Fall stellte ich keine Bedingungen mehr. Um den Wunsch nüchtern zu werden und zu bleiben wäre ich barfuß ans Ende der Welt gelaufen.

    Das mit der Abstinenz hat geklappt. Mehr wollte ich doch gar nicht. Bei Jobs, Beziehungen und sonstigen Angelegenheiten in dieser Welt ist es immer wieder anders gekommen als ich es mir erträumte. Das Leben mischt die Karten. Ich konnte damit umgehen. Nicht mein, sondern dein Wille geschehe.

    Jetzt als Rentner schaue ich relativ entspannt auf all das was auch immer ist. Es ist die Kraft der Gegenwart die zuallererst mein Leben ausmacht. Wir sind unsterbliche Seelen. Nicht diese vergänglichen Körper. Das sollten wir nie vergessen.

    Stilles Wasser

    Ray & Liz

    ist ein britisches Filmdrama aus dem Jahr 2018 von Regisseur Richard Billingham, in dem er Erlebnisse seiner eigenen Kindheit darstellt.

    Fernsehfilm : Ray & Liz | Drama - https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZDov…kMGFkNWYyMTA4NA

    Handlung

    Der autobiografische Film spielt in den 1970er- und 1980er-Jahren und zeigt in nichtchronologischer Reihenfolge Kindheitserinnerungen von Richard Billingham und gibt so Einblicke in das Familienleben der Billinghams.

    Familie Billingham lebt in einem Vorort von Birmingham. Sie stehen am Rande der Gesellschaft und kommen finanziell kaum über die Runden. Vater Ray ist ein starker Trinker, der viel Zeit im Pub verbringt, seine Ehefrau Liz hingegen raucht umso mehr und beschäftigt sich vor allem mit Sticken und Puzzeln. Die Söhne Richard und Jason haben darunter zu leiden. Sie sind den unberechenbaren Handlungen ihrer Eltern ausgeliefert und müssen sich selber beschäftigen, wenn ihre Eltern mal wieder bis in die Puppen schlafen. Zunächst wohnen sie in einem kleinen Reihenhaus, später müssen sie in eine Sozialwohnung in einem Hochhaus ziehen. Als Jason nach einem Lagerfeuer mit Klassenkameraden nicht zurück nach Hause findet, muss er in einem Schuppen übernachten. Er wird am nächsten Morgen völlig unterkühlt gefunden und wärmt sich bei der Familie eines Mitschülers auf. Hier darf er auch übernachten und erlebt zum ersten Mal ein richtiges Familienleben. Schließlich wird Jason vom Jugendamt zu Pflegeeltern gegeben, während der 16-jährige Richard bei seinen Eltern bleibt, obwohl er auch lieber ein neues Zuhause hätte. Liz trennt sich von Ray, der jetzt die Wohnung eigentlich kaum noch verlässt und dessen Tagesinhalt darin besteht, zu trinken, zu rauchen und aus dem Fenster zu schauen.

    Wikipedia

    Eine Anmerkung noch von mir.

    Das Gesicht des Alkohols von seiner dreckigsten Seite. Echt nichts für schwache Nerven. Wundert mich das der Film schon für Zwölfjährige freigegeben ist. Teils so schlimme Szenen. Nun ja König Alkohol eben.

    Stilles Wasser

    Lena Schätte

    Das Schwarz an den Händen meines Vaters

    Das Schwarz an den Händen meines Vaters« von Lena Schätte ist ein bewegender Roman über das Aufwachsen in einer Familie, die in den sogenannten einfachen Verhältnissen lebt und die zugleich, wenn es darauf ankommt, zusammenhält. Es ist ein harter, zarter Roman über die Liebe zu einem schwierigen Vater und den Weg ins Leben.

    Klappentext

    »Motte« wird die Ich-Erzählerin von ihrem Vater genannt. Der Vater ist Arbeiter, Spieler, Trinker. Eigentlich hat Motte sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann, beim Spielen alle Verstecke kennt und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen, der von der Werkshalle ins Büro versetzt wird, damit er sich nicht volltrunken die Hand absägt. Und das mit dem Alkohol, sagt die Mutter, war eigentlich bei allen Männern in der Familie so.

    Auch Motte trinkt längst mehr, als ihr gut tut. Schon als Kind hat sie beim Schützenfest Kellnerin gespielt und die Reste getrunken, bis ihr warm wurde. Jetzt, als junge Frau, schläft sie manchmal im Hausflur, weil sie mit dem Schlüssel nicht mehr das Schloss trifft. Ihr Freund stützt sie, aber der kann meistens selbst nicht mehr richtig stehen. Nur ihr Bruder, der Erzieher geworden ist, schaut jeden Tag nach ihr. Als bei ihrem Vater Krebs im Endstadium diagnostiziert wird, sucht Motte nach einem Weg, sich zu verabschieden – vom Vater und vom Alkohol.