Beiträge von Stilles Wasser

    Naja, jetzt bin ich in Woche vier. Und kann/will immer noch nicht sagen, dass es für immer ist. Aber ich spüre einen kleinen Nervenkitzel, also eine Art Geilheit drauf, zu erfahren was noch kommt, wenn ich weiter mache mit nüchtern sein. Ich glaube, dass das Universum es langfristig belohnen wird.

    Das ist die frohe Botschaft der Nüchternheit. Ein ausgeglichenes Leben zu führen wo der Alkohol keine Rolle mehr spielt.

    Stilles Wasser

    Miau

    Wenn ein Mensch beginnt sich mit der eigenen Alkoholproblematik auseinanderzusetzen und dann wortlos abtaucht, so ist das zumeist kein gutes Zeichen.

    Sollte Miau also nicht mit einem gewaschenen Kater erwacht sein, kann ich dir nur meine allerbesten Wünsche für deinen weiteren Weg mitgeben.

    Ansonsten einfach wieder aufstehen, sich zurechtrücken und neu beginnen.

    Stilles Wasser

    Hallo Miau

    ... an sich bin ich ein Suchtmensch.

    Vllt. bist du das gar nicht. Ich würde dir raten das Du aktiv dafür sorgst das sich dieses Gedankenkonstrukt nicht verfestigt. Ansonsten hast du es in einem schwachen Augenblick, und der kommt sicher irgendwann, schwer einen klaren Kopf zu behalten. "Achja ich bin ja nur ein armer Suchtmensch," kann einen unvorbereiteten Menschen schnell in ein unkonntrollierbares Gewässer bringen.

    Es ist natürlich schwierig sich als einen Menschen zu sehen, der die Sucht zum Stillstand gebracht hat. Diese Sichtweise kommt halt zumeist erst nach einer gewissen Zeit wenn das Nüchternsein beginnt sich so natürlich anzufühlen als hätte es nie eine andere Lebensweise gegeben.

    Bis dahin kann man soviel tun. Sich im eigenen Umfeld umschauen und vllt. mal hinterfragen ob diese vielen Gläser wirklich im Haushalt sein müssen? Oder auch nachzudenken ob der Besuch einer Veranstaltung mit einschlägigen Leuten echt notwendig ist?

    Ich kann von mir sagen es gibt wohl kaum was besseres als ein aufgeräumtes Leben in der Hinsicht. Da hat der Verführer dann keine Chance falls er doch mal anklopfen sollte.

    Stilles Wasser

    Caritas

    Unser Selbsthilfe-Podcast „Selbsthilfegruppen sind doch nur was für Alte – oder nicht?”

    Selbsthilfegruppen sind nichts für mich, da sitzen hauptsächlich ältere Leute mit Alkoholproblem in einem Stuhlkreis und jammern. Dass dieses Vorurteil nicht stimmt, zeigen die Leute, die es wissen müssen: Menschen, die sich selbst in einer Selbsthilfegruppe engagieren. Mit ihnen sprechen wir in unserem Podcast. Hört einfach mal rein!


    https://www.caritas.de/hilfeundberatu…sthilfe-podcast


    PS.

    Leider nur die oberen beiden Podcasts verfügbar. Warum nicht alle zehn?

    Hallo Miau

    Willkommen im Forum

    Einsicht ist der erste Schritt. Alles weitere wird sich vllt. ergeben.

    Ich glaube Stimmungsschwankungen hatte ich mehr als genug. Doch da war etwas stärkeres das mich anzog. Die Aussicht nicht mehr fremdgesteuert vom Alkohol und dem Haschisch zu sein.

    Kurzum ich hatte öfters Angst vor dem Unbekannten doch dies hinderte mich nicht daran der Abstinenz die höchste Priorität einzuräumen. Zählte sehr, sehr lange jeden Tag und das verlieh mir Flügel. Da wurden schnell Wochen und Monate draus. Keine verpassten Termine mehr wegen eines verkaterten Erwachens, konsequente Erledigung der Alltagsangelegenheiten. Da blieb nicht mehr allzu viel übrig was noch liegen blieb.

    Und dennoch war es oft ein Akt die Realität und meine Träume und Wünsche einigermaßen auszubalancieren. Geholfen hat mir da immer sehr der Satz:

    Abstinenz ist nicht der Weg in den Himmel, sondern der aus der Hölle.

    Ich hab nie bereut auf dem nüchternen Pfad zu sein und es ausgehalten habe, was ich früher einfach immer und immer wieder wegspülte.

    Ein gutes Ankommen hier und einen ertragreichen Austausch wünsche ich dir.


    :thumbup:Stilles Wasser

    Hallo AmSee

    Danke für deine Zeilen.

    Die Kraft der Gegenwart, übrigens ein populärer Buchtitel von Eckhart Tolle, ist für mich die Quelle all meiner Lebensenergie. Wenn ich reflektiere woher all mein Schmerz, der seelische vor allem, und das ganze Leiden kommt, stelle ich fest das ich im Jetzt und Hier im Widerstand mit dem bin was ist. Der Moment kennt all den Stress und die damit verbundenen Ängste und verzehrenden Gefühle nicht.

    Die Unzufriedenheit tritt erst in Erscheinung wenn ich die Zeit erschaffe. Eine Vergangenheit, die doch längst vorbei ist, und dennoch mit ungelösten Geschichten konfrontiert. Das andere ist die Zukunft, die nie beginnt, und ebenfalls versucht mit unzähligen Träumen und Wünschen das SEIN zu vereinnahmen.

    Dies setzt ein Gedankenkarussell in Gang das kaum noch zu stoppen ist. Frieden schenkt so eine Lebensweise nicht. Deshalb finde ich den Satz: ... zum Stillstand gebracht, wunderschön. Das ist der Boden wo Aufmerksamkeit und Bewusstsein sein können.

    All die Rollen meines Lebens, mit denen ich zum Teil verbiestert identifiziert war, haben sich aufgelöst und blockieren nicht mehr meinen Seelenzustand. Vielleicht sind sie an einem Ort wo ich ihnen bei Bedarf mutig bis gelassen oder auch weise begegnen kann. Wie den Alkoholiker zum Beispiel. Der war schon ein verrückter Hund. Gott segne Ihn.

    Stilles Wasser

    Nachdem ich jetzt schon viele, viele Jahre abstinent lebe, ist es mir nicht so einfach möglich die Essenz dieses neuen Lebensabschnitts zu beschreiben. Vielleicht sollte ich erstmal bei Point Zero beginnen.

    Eine bekannte Selbsthilfegruppe nennt eine einzige Voraussetzung um zum Club zu gehören. Den Wunsch des Individuums mit dem Trinken aufzuhören. Wohlgemerkt nur den Wunsch, nicht mal die konkrete Umsetzung.

    Wie bin ich in der Vergangenheit mit diesen Wunsch umgegangen? Ich stellte Bedingungen. Wenn erst genügend Geld auf dem Konto ist, mir die Damenwelt zu Füßen liegt, die Gesellschaft einsieht wie mies sie mich behandelt, mir endlich den roten Teppich auslegt. Ja dann werde ich es mir vielleicht überlegen und meinen Begleiter und Tröster sein lassen.

    So war, poetisch ausgedrückt, mein Umgang mit König Alkohol. Gefangen auf dem Ponyhof oder auch auf der Spitze eines Kartenhauses lebend.

    Es gibt diese Redewendung: "Richte dich nach dem Leben, den das Leben richtet sich nicht nach dir". Dies konnte ich in meiner eigenen engen Welt nicht mal in Betracht ziehen und so ging es nur noch abwärts und abwärts bis ich in die Sackgasse blickte an dessen Ende nur noch ein Echo unbarmherzig hallte. Verrecken, verrecken, verrecken. Das war der Tiefpunkt.

    Und wenn die Nacht am tiefsten... . Auf jeden Fall stellte ich keine Bedingungen mehr. Um den Wunsch nüchtern zu werden und zu bleiben wäre ich barfuß ans Ende der Welt gelaufen.

    Das mit der Abstinenz hat geklappt. Mehr wollte ich doch gar nicht. Bei Jobs, Beziehungen und sonstigen Angelegenheiten in dieser Welt ist es immer wieder anders gekommen als ich es mir erträumte. Das Leben mischt die Karten. Ich konnte damit umgehen. Nicht mein, sondern dein Wille geschehe.

    Jetzt als Rentner schaue ich relativ entspannt auf all das was auch immer ist. Es ist die Kraft der Gegenwart die zuallererst mein Leben ausmacht. Wir sind unsterbliche Seelen. Nicht diese vergänglichen Körper. Das sollten wir nie vergessen.

    Stilles Wasser

    Ray & Liz

    ist ein britisches Filmdrama aus dem Jahr 2018 von Regisseur Richard Billingham, in dem er Erlebnisse seiner eigenen Kindheit darstellt.

    Fernsehfilm : Ray & Liz | Drama - https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZDov…kMGFkNWYyMTA4NA

    Handlung

    Der autobiografische Film spielt in den 1970er- und 1980er-Jahren und zeigt in nichtchronologischer Reihenfolge Kindheitserinnerungen von Richard Billingham und gibt so Einblicke in das Familienleben der Billinghams.

    Familie Billingham lebt in einem Vorort von Birmingham. Sie stehen am Rande der Gesellschaft und kommen finanziell kaum über die Runden. Vater Ray ist ein starker Trinker, der viel Zeit im Pub verbringt, seine Ehefrau Liz hingegen raucht umso mehr und beschäftigt sich vor allem mit Sticken und Puzzeln. Die Söhne Richard und Jason haben darunter zu leiden. Sie sind den unberechenbaren Handlungen ihrer Eltern ausgeliefert und müssen sich selber beschäftigen, wenn ihre Eltern mal wieder bis in die Puppen schlafen. Zunächst wohnen sie in einem kleinen Reihenhaus, später müssen sie in eine Sozialwohnung in einem Hochhaus ziehen. Als Jason nach einem Lagerfeuer mit Klassenkameraden nicht zurück nach Hause findet, muss er in einem Schuppen übernachten. Er wird am nächsten Morgen völlig unterkühlt gefunden und wärmt sich bei der Familie eines Mitschülers auf. Hier darf er auch übernachten und erlebt zum ersten Mal ein richtiges Familienleben. Schließlich wird Jason vom Jugendamt zu Pflegeeltern gegeben, während der 16-jährige Richard bei seinen Eltern bleibt, obwohl er auch lieber ein neues Zuhause hätte. Liz trennt sich von Ray, der jetzt die Wohnung eigentlich kaum noch verlässt und dessen Tagesinhalt darin besteht, zu trinken, zu rauchen und aus dem Fenster zu schauen.

    Wikipedia

    Eine Anmerkung noch von mir.

    Das Gesicht des Alkohols von seiner dreckigsten Seite. Echt nichts für schwache Nerven. Wundert mich das der Film schon für Zwölfjährige freigegeben ist. Teils so schlimme Szenen. Nun ja König Alkohol eben.

    Stilles Wasser

    Lena Schätte

    Das Schwarz an den Händen meines Vaters

    Das Schwarz an den Händen meines Vaters« von Lena Schätte ist ein bewegender Roman über das Aufwachsen in einer Familie, die in den sogenannten einfachen Verhältnissen lebt und die zugleich, wenn es darauf ankommt, zusammenhält. Es ist ein harter, zarter Roman über die Liebe zu einem schwierigen Vater und den Weg ins Leben.

    Klappentext

    »Motte« wird die Ich-Erzählerin von ihrem Vater genannt. Der Vater ist Arbeiter, Spieler, Trinker. Eigentlich hat Motte sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann, beim Spielen alle Verstecke kennt und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen, der von der Werkshalle ins Büro versetzt wird, damit er sich nicht volltrunken die Hand absägt. Und das mit dem Alkohol, sagt die Mutter, war eigentlich bei allen Männern in der Familie so.

    Auch Motte trinkt längst mehr, als ihr gut tut. Schon als Kind hat sie beim Schützenfest Kellnerin gespielt und die Reste getrunken, bis ihr warm wurde. Jetzt, als junge Frau, schläft sie manchmal im Hausflur, weil sie mit dem Schlüssel nicht mehr das Schloss trifft. Ihr Freund stützt sie, aber der kann meistens selbst nicht mehr richtig stehen. Nur ihr Bruder, der Erzieher geworden ist, schaut jeden Tag nach ihr. Als bei ihrem Vater Krebs im Endstadium diagnostiziert wird, sucht Motte nach einem Weg, sich zu verabschieden – vom Vater und vom Alkohol.

    Naja Asanas sind ja jetzt nicht unbedingt dazu da damit man die sich vorstellt. Und beim alleine praktizieren ist ja niemand anwesend außer ich selbst. Ist doch die beste Gelegenheit um einen Blick auf die eigenen Ängste und Blockaden zu werfen.

    In einer Gruppe sähe das dann jedoch anders aus. Da wäre der Pflug, vor allem bei einer Frau, doch schon ein ziemlich heikles Momentum.

    Nun ich muss mich ja damit nicht auseinandersetzen da ich keiner Gruppe angehöre und das auch nicht vorhabe. Was für mich bleibt ist der morgendliche "Sport" und der fühlt sich ohne die letzte Hülle einfach ursprünglicher und lebendiger an.

    Soweit so gut.

    Ja. Nenn es mal Sport.

    Nach dem Aufstehen und Pipi machen setze ich mich auf ein passendes Kissen und meditiere eine halbe Stunde. Oder besser gesagt ich warte darauf das Meditation geschieht. So klingt's besser. Nun egal was da passiert oder auch nicht, danach schließen sich noch ein ausgewählte Asanas (Yogahaltungen) an. Zuerst der bekannte Sonnengruß (Surya Namaskar) und danach die weniger bekannte Rishikesh Reihe. Beides ist auf Wikipedia gut beschrieben. So läuft gewöhnlich mein Morgen ab. Und zwar bin ich dabei nackt außer ich empfinde die Temperatur im Raum doch als zu kalt oder kühl.

    Bin ich damit durch gehe ich ins Bad, wasche mich, manchmal ist auch eine Dusche angesagt. Hantiere noch ein wenig mit Cremes und Ölen rum. So erneuert ziehe ich mich an und mach mir einen großen Pot Lupinenkaffee. Mit einem guten Frühstück kann dann der Tag beginnen.

    Das sind eben die Vorteile des Rentnerdaseins. Ohne Stress, Hektik und Eile in den Tag zu starten wäre wohl mit beruflichen Verpflichtungen nicht so einfach. Sei's drum.

    🙂‍↕️ Have a nice day!

    ... weswegen man sich nicht aufgrund irgendwelcher sozialen Normen davon abhalten lassen sollte die Dinge zu tun, die man wirklich tun will. Ist eh morgen schon wieder vergessen bzw. interessiert Niemandem, ob du gerade nackt die Straße langläufst. Der Autofahrer, der dich sieht, hat dich nach der übernächsten Kurve schon wieder vergessen. You need to do whatever the fuck you want to do.

    Bighara

    Da stellt sich für mich natürlich die Frage wie sehr weiß ich was ich wirklich will. Mit erhobenem Stinkefinger voraus die Straße entlang wäre für mich dann doch eher emotionaler Protest gegen eine Gesellschaft, zugeknöpft wie sie nun mal ist und die ich nicht will.

    Nachhaltige Transformation für mich selbst scheint da ja nicht stattzufinden. Abgesehen vielleicht eine Geldstrafe wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses und ein zufällig aufgenommenes Video das sich in den Sozialen Medien verbreitet und irgendwann dann nur noch als Beweisstück der eigenen Dummheit vorhanden ist. Mit der Brechstange Veränderung zu bewirken zahlt sich irgendwie kaum aus. Zumindest meine Erfahrung.

    Meine Nacktheit findet eher in der Stille statt, bei den morgendlichen Fitnessübungen z.B., wo ich dann leichter prüfen kann wie frei bin ich wirklich oder auch wie "angezogen" bin ich in diesem Moment trotz meiner körperlichen Nacktheit. Dieser sanfte Weg Klarheit über meinen Geist, meine Sinne und meinen Körper zu erhalten ziehe ich allen anderen Methoden vor.

    Stilles Wasser

    Hallo Kogge

    Danke für deine Zeilen.

    Was mich betrifft hat sich im Lauf der Zeit die Bedeutung von Befreiungsschlag und Bürde sehr relativiert. Diese Worte sind unwichtig geworden in meinem Alltag.

    Vielleicht könnte man es auch als Auflösung beschreiben und an die Stelle der vielen Worte, also des übermächtigen Verstandes, ist die Kraft der Gegenwart getreten und bestimmt zu einem Großteil mein Handeln und Sein. Der Rest an vielleicht noch Unerledigten lässt sich gut handhaben.

    Ein Blick in den Spiegel meines Ichs zeigt mir die oberflächliche Vergänglichkeit all der Formen, Farben und Töne. Der Ozean der Stille bleibt davon jedoch unberührt in alle Ewigkeit, in alle Ewigkeit.

    Stilles Wasser

    Ich feiere heute etwas anderes:

    Die bewusste Entscheidung, als Mann keinen Alkohol mehr zu trinken.

    Vor kurzem sah ich einen Spielfilm. Eine Frau verheimlichte dass ihr Mann sie wegen einer Anderen schon vor einem halben Jahr verlassen hatte. Auf der Arbeit spielte sie weiterhin die glückliche und zufriedene Ehefrau. Sie verstrickte sich mehr und mehr in ihre Lügenwelt bis dieses Gebäude eben nicht mehr zu halten war. Da erwachte sie aus diesem Gefängnis und probierte es mit der bitteren Pille der Wahrheit. Kapitulation!

    Das Muster ist mir auch bekannt von Menschen die arbeitslos wurden, weiterhin morgens aus dem Haus gehen, den Tag über auf einer Parkbank verbringen, die Enten füttern und erst abends zu "Feierabend" ihren Nachhauseweg antreten.

    Als ich aufhörte zu trinken merkte ich ziemlich schnell das es nicht ausreichen würde das Glas stehen zu lassen. Über die Jahre hatte ich mir ein Kartenhaus aufgebaut. Das des lebenslustigen Typen, der stets wusste wo es lang geht. Und ich musste meinen eigenen Lügen glauben schenken.

    Als mir dann nach nur kurzer Abstinenz, jedoch erstmals mit der ernsthaften Absicht mich auf das Unbekannte einzulassen, reichte ein Blick in den Spiegel meines eigenen Ichs. Was ich sah hat mich zuerst sehr schockiert. Dieses aufgequollene, heruntergesoffene Individuum dass zu nichts anderem mehr fähig war als seine Gier zu befriedigen, starrte mich an und hatte doch rein gar nichts mit dem so schön gefärbten Selbstbildnis von mir zu tun.

    Ich entschloss mich den direkten Weg zu wählen der all meine Eiertänze, wenn schon nicht beendete so doch zumindest radikal minimierte.

    Ich wurde Alkoholiker und zwar nicht um irgendjemanden zu schockieren oder zu bekehren sondern um für mich und mein Seelenheil ohne Umweg den Punkt zu erreichen der es mir sofort ermöglichte mich und meine Lebenssituation und die dazugehörigen Energien ungeschminkt betrachten zu können.

    Der Alkoholiker ist in der Gesellschaft negativ besetzt. Deshalb schweige ich wenn Menschen mit diesem Begriff nichts anfangen können. Weshalb denn schlafende Hunde wecken? Vermutlich hat alles im Leben seine eigene Zeit. Wie heißt es doch. Am Ende des Weges werden alle Lügen verschwunden und nur noch die Wahrheit übrig sein.


    Stilles Wasser

    Hallo Nobs

    Ich habe mal ein bisschen intensiver über deine Fragen nachgedacht.

    Ich denke mit der wichtigste Punkt ist der des inneren Abstandes zu den Ereignissen an solchen Orten. Ich selbst bin in diese bestimmten Spielchen die da den Auftakt zu einem "zünftigen Nachmittag- Abend" bilden, nicht mehr involviert. So primitiv. Geht an mir vorbei. Wäre dem nicht so dann hätte ich wohl unbewusst Angst nicht dazu zugehören und den Prozess des Erkennens was gut und richtig für mich ist wäre dann wohl noch nicht abgeschlossen.

    Doch die Würfel sind schon längst gefallen.

    Ob der Alk ausreichend ist und oder brühwarm. Wen kümmert's? Es ist nicht meine Angelegenheit. Ich trinke ja nicht.

    Stichwort: Kompromisslos.

    Wenn es sein müsste würde ich mir ein T-Shirt drucken lassen mit dem Aufdruck:

    XX Zeiten alkoholfrei.

    Ein Versteckspiel auf solchen Veranstaltungen bezüglich der eigenen Person ist oft verhängnisvoll, zumindest nicht unbedingt gut den eigenen Fortschritt hin zu einer stabilen Abstinenz zu festigen.

    Stilles Wasser