ZitatDann lösen sich die alten Muster.
Da gab es mal einen Mann, Jesus, der sagte des öfteren zu den verschiedensten Menschen: "Folgt mir nach". Manche waren umgehend bereit, während andere ein bisschen Zeit wollten um erst ihre Angelegenheiten zu erledigen.
"Lass mich zuerst weggehen und meinen Vater begraben!".
Jesus: "Überlass es den Toten, ihre Toten zu begraben. Du aber sollst dich auf den Weg machen und die Botschaft von Gottes Reich verkünden."
Radikal vor zweitausend Jahren als die Menschen noch sehr mit den engen Rollen ihren Clans verbunden waren und genauso herausfordernd heutzutage wo der Mensch sich zumeist mehr an eine wie auch immer geartete materielle Sicherheit und oft toxische Beziehungsstrukturen klammert.
Was hatte dann dieser Jesus zu bieten?
"Die Füchse haben ihren Bau und die Vögel ihre Nester; aber der Menschensohn hat keinen Platz, an dem er sich ausruhen kann."
Also sie bekamen nichts an das sich anlehnen konnten. Die Sicherheit als Fischer, Zollbeamter und die Geborgenheit der Familie einfach zurück lassen. Nicht so einfach und dennoch folgten Ihm einige in ein ungewisses Abenteuer.
Was jetzt mich betrifft war mein Ausstieg vor fast dreißig Jahren begleitet von einer brutalen Feststellung. Ich war seelisch und geistig ein Wrack, einfach nur bankrott. Die beste Zeit für einen Neubeginn. "Freedom's just another word for nothing left to lose..."
Mitte der Achtziger, in der Zeit als ich mich intensiv bemühte meinen gierigen Lebensstil einen passablen Anstrich zu geben, ging ich mal abends zu einer Veranstaltung wie etwa 200 andere Leute auch. Alle waren gekommen um einen Mann zu sehen von dem es hieß er wäre ziemlich ungewöhnlich.
Als ich Ihn dann hereinkommen und sich hinsetzen sah hatte ich nur einen Gedanken: "Er ist es denn ich mein ganzes Leben gesucht habe". Nun wie das? Auch wenn ich doch schon einigen Leuten begegnet bin die bewusster waren als die ganzen Schafe, die gleichgültig dem Schlachthof entgegen trotteten, war dies was anderes.
So ganz bei sich, präsent, im jetzt und hier. Ich verliebte mich augenblicklich und zweifelte doch an dem was ich sah. Da müssten doch die ganzen Gedanken an Vergangenheit und Zukunft sein. Anders geht es doch nicht. Ich blickte wieder auf den Mann. Nur aufmerksame Gegenwart und zu mir gewand: "So lernst du zu schwimmen".
Kurzum diese Begegnung hat mein weiteres Leben sehr beeinflusst. Sie hatte jedoch keinen Einfluss darauf das jetzt alles gut sein müsste. Die Verantwortung lag weiterhin bei mir und ich hab sie leider so verbracht indem ich die nächsten dreizehn Jahre immer mehr und mehr gesoffen habe.
Doch als ich dann endlich trocken sein durfte erinnerte ich mich meines Erbes, dem Erbe aller Menschen. Unser Reich ist nicht von dieser Welt.
Stilles Wasser