• Hallo zusammen . Ich bin Andrew und seit einiger Zeit stille mitleserrin . Doch endlich habe ich heute den Mut mich vorzustellen !
    Ich bin Mitte 30 und möchte endlich mit dem trinken aufhören! Ich weiß mittlerweile selbst , warum ich täglich zum Glas greife . Ich ertrinke meine Sorgen und auch mein Selbstwertgefühl ( welches nicht mehr vorhanden ist) . Und auch meine Vergangenheit.

    Aber ich möchte das einfach nicht mehr! Ich möchte wieder ICH sein .

    Eine Selbsthilfegruppe besuche ich nicht .
    Ich habe hier sehr viel von anderen Betroffenen gelesen , die echt stolz auf sich seien können das Glas stehen zu lassen!

    Herzliche Grüße an alle <3

  • Hey Andrew,

    herzlich Willkommen und Glückwunsch zu dem neuen Lebensziel. Ich hoffe, dass Du hier die Hilfe und Unterstützung findest Dein Vorhaben umzusetzen.

    Möchtest Du uns noch etwa über Deine Trinkmengen erzählen? Hast Du schon Versuche unternommen aufzuhören oder bist Du schon in der Trockenzeit? Bekommst Du ärztliche Hilfe?

    Dass Du weiblich bist und Andrew heißt muss ich erstmal sortieren.^^ hoffentlich vertüddel ich das nicht.

    Beste Grüße Helga

  • Hallo und herzlich Willkommen Andrew07 ,

    schön, dass du zu uns gefunden hast und nun den Mut gefunden hast, dich vorzustellen.

    Nun weißt du immerhin, wo du hin möchtest, und ich kann dir nur Mut machen, dass es sich tatsächlich lohnt, mit dem Trinken aufzuhören, und sich stattdessen auf die Suche nach dem zu machen, was du wirklich brauchst.


    Magst du erzählen, wie du nun weiter vorgehen möchtest? Wenn ich das richtig verstehe, steht der sogenannte Entzug noch bei dir aus, oder?


    Freundliche Grüße

    AmSee

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • Hallo 🙋🏼‍♀️ und danke für die freundlichen Worte !


    Ja kurz über meine Trinkmenge ( ich hatte auch noch keinen Entzug ) …

    Ich greife täglich zu 3-5 Bier am Tag ! Meistens abends ! Sicherlich kennt ihr das, dass man meint es würde dich beruhigen oder dient zur Entspannung nach einem stressigen Tag!

    Ich hab es mal geschafft 2 Abende nichts zu trinken , hab dann aber doch wieder zur Flasche gegriffen . Diese ganze trinkscheisse( entschuldigt den Ausdruck ) fing vor ca 5 j an . Nach meiner Scheidung! Hab im Alkohol 🍷 irgendwie Zuflucht gesucht oder meine Trauer darin ertränkt !

    Wie ich weiter vorgehen möchte …

    Ich hatte schon mal an SHG gedacht … traue mich aber nicht wirklich . Es weiß in meiner Familie auch niemand davon !

    Ich zwinge mich gerade selbst erstmal weniger zu trinken und wenn ich so n scheiss Verlangen habe es nur auf 2 zu reduzieren.

    Es ist mir alles so unangenehm und ich schäme mich selbst , wenn ich mich im Spiegel ansehe !

    Meinem Arzt hab ich davon auch noch nichts erzählt.
    Herzliche Grüße ♥️

  • Hallo Andrew,

    ich frage deswegen danach, weil ein sogenannter kalter Entzug nicht ungefährlich ist. Diese SHG kann das aus Gründen der Verantwortung nicht begleiten.

    Ich bitte dich deshalb darum, dich unbedingt über dieses Thema zu informieren. Im Thread Kalter Entzug findest du ein paar Informationen dazu.

    Möglicherweise sind auch die Informationen, die in diesem Thread Ich will mit dem Trinken aufhören. Was tun? Wer hilft mir? eingestellt wurden, interessant bzw. hilfreich für dich.


    Viele Grüße

    AmSee

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • Sicherlich kennt ihr das, dass man meint es würde dich beruhigen oder dient zur Entspannung nach einem stressigen Tag!

    Klar. Oder zur Belohnung für all die Anstrengungen im Leben, das Leid grundsätzlich und im Allgemeinen. Es gibt immer richtig viele Gründe! Und eine nicht geringe Menge der User kennt auch die Gefühle von Scham und Schuld. Weißt Du, was das Gute an der Nüchternheit ist? All diese schrecklichen Gefühle, die uns dann auch noch weiterhin dazu führen weiterzusaufen, verschwinden mit der Nüchternheit.

    Das Leben ist nicht plötzlich eitel Sonnenschein, aber es gibt eine echte Perspektive. Eine Chance auf ein richtig tolles Leben in Würde, Selbstbestimmtheit und einem tollen Spiegelbild.

    Ich hab früher geraucht und am meisten hat mich gestört, dass ich den Tag nie frei gestalten konnte, sondern in der Abhängigkeit der 90 Minuten Takte gefangen war. Beim Saufen habe ich das lange nicht so empfunden, weil ich ja nur abends zum schlafen getrunken hatte. Aber ehrlicherweise ist auch der morgendliche Kater und die Unmöglichkeit abends doch noch spontan Auto fahren zu können ein immenser Verlust der Freiheit - ganz abgesehen von körperlicher oder seelischer Abhängigkeit, die ja auch ein Freiheitsverlust ist.

    Mir ist das erst richtig klar geworden, als ich in einer Verantwortlichkeit für ein anderes Leben nüchtern sein musste.

    Einen besonders beschämenden Moment hatte ich auch als ein Nachbar mich gebeten hatte ihn zu seiner Frau ins Krankenhaus zu fahren, weil er einen Fahrzeugschaden hatte. Ich musste ihm sagen, dass ich nicht mehr fahren kann. Und das mitten in der Woche um 18:00.

    Beste Grüße Helga

  • Hallo Andrew

    Herzlich willkommen auch von meiner Seite. Wie von AmSee schon erwähnt, kann ein abruptes Aufhören/kalter Entzug sehr gefährlich sein und soll immer mindestens mit dem Arzt besprochen werden. Wir sind hier alles Selbstbetroffene und keine Mediziner, und schon gar nicht können wir mittels Ferndiagnose einschätzen, ob das abrupte Absetzen körperliche Auswirkungen haben wird.

    Schamgefühle, depressive Verstimmungen oder gar eine veritable Depression, daraus resultierend ein nicht mehr vorhandenes Selbstwertgefühl ect. Kennen wohl die allermeisten hier - willkommen im Klub.

    Ich habe jahrelang immer wieder mal versucht, zu reduzieren, hab von Bier zu Wein hinüber zu Schnaps und wieder zurück gewechselt in der Hoffnung, dass ich doch nur irgendwie das Feintuning hinkriegen muss, um die alkoholbedingten Kollateralschäden zu verhindern.

    Spoilerwarnung:

    Hat nicht geklappt 🤪

    Es steht dir frei, das ebenfalls zu versuchen. Es mag ein paar ganz wenige (un)glückliche geben, die das so Helmut Schmidt-mässig wie Lemmy von Motörhead bis ans Lebensende hinkriegen. Ich zumindest gehöre nicht zu denen.

    Lies dich ins Thema ein, hab keine Angst, Hilfe bei Ärzten, SHGs in deiner Umgebung oder Fachstellen zu suchen. Denn glaub mir, das Tabu Alkohol existiert fast nur noch im Kopf aktiver Trinker.

    Gruss

    Tom

  • Ich danke ganz vielen hier wirklich von Herzen ♥️

    Ich habe schon so lange mitgelesen !
    Ich bin heute einfach stolz auf mich, dass ich überhaupt mich hier präsentiere( schreibe )


    Es tut gut zu wissen, dass man nicht alleine ist!

  • Dankeschön nochmal !

    Ich hab da mal eine Frage , viele hier in diesem Forum sind ja schon länger abstinent und haben den Absprung geschafft ! Sogar ganz alleine !
    Was habt ihr anstelle des Alkohols ( in dem Moment ja das Bier, Wein 🍷 etc. ) anders gemacht ?
    Habt ihr einfach zum Wasser gegriffen ?
    Wie habt ihr euch abgelenkt ?

    Ich habe mir die ganze Nacht den Kopf zerbrochen, wie ich weiter vorgehen möchte !
    Und habe mir einen Schlachtplan (😅 für den Alkohol) und mich überlegt !

    Ich werde heute versuchen nichts zu trinken !
    Mein Ziel sind 5 Tage . Ich werde hier berichten !

    Ich habe mal einen Spruch gelesen :

    ☀️♥️wenn du einen Tag ohne Alkohol verbringen kannst , schaffst du es auch ein ganzes Leben ♥️☀️


    Ich werde mich an diesem Spruch festhalten und ihn in Schönschrift an meinen Kleiderschrank hängen !

    Ich wünsche euch einen schönen Tag!
    Ihr tapferen Menschen 🍀

  • Hallo Andrew

    Auch von mir ein Willkommen und Gratulation für deinen Mut ins Forum gefunden zu haben.

    Du wirst hier auf Leute treffen die kein Blatt vor dem Mund nehmen und nichts beschwichtigen was ihre alkoholische Vergangenheit oder auch die Auswirkungen bis in die Gegenwart hinein betrifft. Das ist der Schlüssel. Ehrlichkeit bezüglich des Fusels und dann lassen sich die richtigen Schritte einleiten.

    Das Forum ist ein guter Ort um sich selbst zu reflektieren.

    Im Grunde bedarf es ja nichts, wirklich nichts, um abstinent zu sein. Wäre da nicht der Mensch der wie lange auch schon sich selbst immer und immer wieder betrogen und sein Geflecht aus Lügen soweit verinnerlicht hat das ihm jeglicher Sinn für Geradlinigkeit und das Gespür für das Echte und Richtige abhanden gekommen ist. Diesen schleichenden Prozess wollten wir einfach nicht wahr haben und erst als die negative Seite nicht mehr zu übersehen waren schauten wir uns panisch nach einem Rettungsanker um.

    Und jetzt steht uns das eigene ICH im Weg da es nicht mehr weiß was Vertrauen, Stabilität und Mut in seinem Kern bedeutet. So bleibt es dann auch beim Versuch ohne Alkohol zu sein weiterhin bei einer toxischen Starrköpfigkeit. Die Richtung ist dann nur ein umhergehen im Kreis.

    Sich selbst eingestehen zu können: "Wer bin ich eigentlich wirklich" öffnet den Weg heraus aus der Hölle in ein Sein wo zumeist die Sonne scheint und die unausweichlichen Stürme eben nicht mehr weggesoffen werden müssen.

    LG Brant

  • ☀️♥️wenn du einen Tag ohne Alkohol verbringen kannst , schaffst du es auch ein ganzes Leben ♥️☀️

    Nur heute

    ist ist ein weiterer knapper Spruch der gern verwendet wird. Er schaltet einfach alle unnötigen Gedanken ab. Die Geschichte von Beppo dem Straßenkehrer ist hier vllt sinnbildlich.

    Nach der Arbeit, wenn er bei Momo saß, erklärte er ihr seine großen Gedanken. Und da sie auf ihre besondere Art zuhörte, löste sich seine Zunge, und er fand die richtigen Worte. „Siehst du, Momo“, sagte er dann zum Beispiel, „es ist so: Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich. Man denkt, die ist so schrecklich lang; das kann man niemals schaffen, denkt man.“

    Er blickte eine Weile schweigend vor sich hin, dann fuhr er fort: „Und dann fängt man an, sich zu beeilen. Und man eilt sich immer mehr. Jedes Mal, wenn man aufblickt, sieht man, dass es gar nicht weniger wird, was noch vor einem liegt. Und man strengt sich noch mehr an, man kriegt es mit der Angst, und zum Schluss ist man ganz außer Puste und kann nicht mehr. Und die Straße liegt immer noch vor einem. So darf man es nicht machen.“

    Er dachte einige Zeit nach. Dann sprach er weiter: „Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst du? Man muss nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur an den nächsten.“ Wieder hielt er inne und überlegte, ehe er hinzufügte: „Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein.“

    Und abermals nach einer langen Pause fuhr er fort: „Auf einmal merkt man, dass man Schritt für Schritt die ganze Straße gemacht hat. Man hat gar nicht gemerkt wie, und man ist nicht außer Puste.“

    Er nickte vor sich hin und sagte abschließend: „Das ist wichtig.“

  • Wirklich schön 🙏 sehr hilfreich ! Ich danke dir


    So wahre Worte ! Dieser Weg wird kein leichter sein ! Aber Schritt für Schritt hört sich gut an

    LG


    ( ich weiß irgendwie nicht , wie man hier jemanden markiert )

  • Was habt ihr anstelle des Alkohols ( in dem Moment ja das Bier, Wein 🍷 etc. ) anders gemacht ?
    Habt ihr einfach zum Wasser gegriffen ?
    Wie habt ihr euch abgelenkt ?

    Ich habe viel Tee getrunken und wirklich viel Wasser. Als Besonderheit statt Alkohol habe ich Eis gegessen und die Zeit in der ich getrunken hatte, habe ich mit Sport z.B. Gymnastik und Spaziergängen verbracht.

    wenn du einen Tag ohne Alkohol verbringen kannst , schaffst du es auch ein ganzes Leben

    Ich habe mir immer gesagt: Nur heute lasse ich das Glas stehen. Aus den vielen Heute haben sich Wochen und Monate entwickelt.

    Wie Stilles Wasser geschrieben hat, ist 1 Tag übersichtlich und machbar. Schritt für Schritt. Alles andere bringt die Zeit. Und diese Zeit ist spannend und hat einen gewissen Zauber. Ich habe tolle Sachen bemerkt. Gewichtsabnahme, schönere Haut, glänzende Augen, klares unbenebeltes Denken, höher Konzentration, Verbesserung der Gesundheit usw.

    Ich wünsche dir viel Spaß auf deinem nüchternen Weg.

  • Emily wow ! Du kannst stolz auf dich sein!
    Ich erwähnte ja bereits , dass ich vorher stille mitleserrin war . Hab deine Geschichte auch sehr verfolgt !
    Ja das was Brant geschrieben hat ist wahrhaftig!
    🍀🍀🍀🍀🍀


    Schritt für Schritt !
    ich habe mich gefragt , warum ich eigentlich den Alkohol 🍸 so dringend brauch . Ich schlucke meine Gefühle runter !

    Weil ich sie nicht fühlen will . Ich denke auch das kennt hier sicherlich jeder !


    Ich hab ne Menge aufzuarbeiten!

  • Hallo Andrew,

    ich sehe da ehrlich gesagt ein Problem, wenn du hier während eines sogenannten Kalten Entzuges von deinen Erfahrungen schreibst. Dass wir das aus Gründen der Verantwortung nicht begleiten können, hatte ich ja schon geschrieben.

    Ich kann dir nur raten, diesbezüglich sehr achtsam mit dir zu sein und ggf. nicht zu zögern, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

    Was habt ihr anstelle des Alkohols ( in dem Moment ja das Bier, Wein 🍷 etc. ) anders gemacht ?
    Habt ihr einfach zum Wasser gegriffen ?
    Wie habt ihr euch abgelenkt ?

    Interessant ist da eigentlich weniger, was wir gemacht haben, sondern es stellt sich eher die Frage, was dich persönlich interessieren könnte. Was für Interessen hast du grundsätzlich? Gibt es irgendetwas, was du gern tust, was dir vielleicht Freude verschafft?

    Im Grunde funktioniert das nicht, sich einen gleichwertigen Ersatz zum Alkohol zu suchen. Das liegt daran, dass es in der Wirkung von Alkohol liegt, der für die unmittelbare Ausschüttung verschiedenster Botenstoffe sorgt, dass es in dem Sinne keinen gleichwertigen Ersatz gibt.

    Tatsächlich besteht die Herausforderung darin, völlig neue Wege zu finden und eben keinen „Ersatz“.


    Du schreibst, dass du Gefühle nicht fühlen willst, doch um zu genesen führt der Weg genau dahin, angemessen mit seinen verschiedensten Gefühlen umgehen zu können. Gefühle haben nämlich eigentlich ihre Berechtigung, dienen im Grunde genommen unserem Schutz.


    Freundliche Grüße

    AmSee

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

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