Beiträge von Sparkassen_Helga

    Je länger ich abstinent bin, umso mehr kann ich das positive in den subtilen Veränderungen sehen, die ich selbst beeinflussen kann und auch mehr Gelassenheit den Dingen gegenüber aufbringen, die ich nicht ändern kann. Ich hatte letzte Woche auch eine sehr unangenehme berufliche Situation, die mich früher in eine Sinnkrise gestürzt hätte und heute einfach mit einem Achselzucken und dem Gedanken, "Tja ich kann´s weder ändern noch beeinflussen", zurücklässt.

    Ich finde das Beste an Deiner Aussage ist, dass das Verhältnis zur Familie besser geworden ist - Du hast nicht nur Dir selbst was Gutes getan, sondern auch Deiner Frau und Deinem Kind - das ist toll.

    Ich versuche immer wieder zum Thema dieses Threads zu kommen

    Das Thema ist "Ist kontrolliertes Trinken eine Illusion?" - ich denke wir haben in 8 Seiten herausgearbeitet, dass die Antwort "JA" ist.

    sogenanntes kontrolliertes Trinken, zumal noch sehr unklar definiert

    Nein, da ist nix unklar. Definition kontrolliertes Trinken = Weitertrinken.

    Wollen wir hier alle nicht mehr.

    Auch ich versuche, hier die Absurdität des "kontrollierten Trinkens" aufzuzeigen, durch Logik

    Haben wir ausreichend auf 8 Seiten besprochen. Man den Schinken immer weiterdrehen, er wird nicht garer.

    Bermerkt man denn nicht, die Gegensätzlichkeit dieser beiden Aussagen?

    Paul AmSee hat nicht geschrieben "Du scheinst davon betroffen zu sein" sondern Dich persönlich ganz klar gefragt, ob Du betroffen bist. Sie unterstellt Dir hier gar nichts. Die Nachfrage finde ich im Rahmen dieses (HILFE!)Forums angemessen und auch angebracht. Du verbeißt Dich hier in Nebenschauplätzen. Wir sind kein Diskutierforum, sondern ein Hilfeforum - daher ist es der richtige Weg klar nachzufragen ob ein Problem besteht.

    Die Diskussionen sollte sich darin erschöpfen, wie wir unseren Weg aus der Sucht finden und eine zufriedene Abstinenz erreichen und nicht dazu führen, wie man kontrolliertes Trinken gestalten kann. Ciara wurde nicht mit Vorwürfen begegnet. Vielleicht erinnerst Du Dich an Ihre Ausfälle im betrunkenen Zustand, die weit über die Grenzen des guten Geschmacks gingen. AmSee hat klar aufgezeigt, wohin Sie sich wenden kann, wenn Sie weiter trinken möchte. Einem Schreiben im betrunken Zustand könnte man auch mit "bannen" begegnen. Ciara wurde da sehr wohlwollend behandelt. Und Ihre trotzige Reaktion ist, dass sie weiter trinken möchte und wir das bitte hier mit ihr besprechen sollen. Nein, das werden wir nicht. Und wer hier dauernd besoffen schreibt, fliegt raus. Das sind die Regeln.

    Wir haben hier als Community festgestellt, dass kontrolliertes Trinken ein Widerspruch ist zum Kontrollverlust, der in einer Sucht endet. Wer kontrolliert trinken kann, ist auch mE nicht süchtig. Wir können darüber sprechen, ob jemand bereits süchtig ist - aber nicht wie man das Trinken ins Leben integrieren kann. Wir müssen das kontrollierte Trinken in diesem Forum auch nicht diskutieren, weil wir es nicht als Konzept vertreten.

    Du bist lange genug dabei und hast auch die Entwicklungen in den letzten Monaten miterlebt.

    Ich war früher ein sehr extrovertierter Typ, ständig mit anderen auf Feiern oder sonstigen Aktivitäten. Dachte auch, dass das ein normales Leben sei. Heute bin ich am liebsten allein oder mit meinem Partner und finde das völlig ok. Was soll denn normal sein? Ich mag die meisten Menschen nicht - die Meisten sind oberflächlich und dämlich. Ich hab keine Lust mich über Belanglosigkeiten unterhalten zu müssen. Was andere als normal erklären wollen, finde ich unbedeutend. Solange Du Dich mit Deiner Frau wohlfühlst, ist doch alles ok.

    Es gibt aber auch Menschen, die andere um sich herum benötigen. Finde mal für Dich heraus, was es genau ist - die Aussage es sei nicht normal alleine zu sein oder der Wunsch nach anderen Menschen für... ja für was eigentlich? Was genau fehlt Dir an anderen Menschen, beschreib das mal. Als Gesundheitsprävention gegen Demenz kann man auch andere Dinge machen, zB. eine Sprache oder ein Instrument lernen oder regelmäßig ins Fitnesscenter.

    Seit ich nicht mehr trinke, setze ich die ganzen Dinge um, die ich früher immer mal machen wollte - also "irgendwann" oder "später" mal machen wollte. Später ist jetzt! Mach doch die Fernreise oder Wanderung. Wie wäre denn Deine Abenteuerreise? Eine Fernreise mit dem Flugzeug? Eine mehrtägige Wandertour mit Hüttenübernachtung? Eine Rundereise im Wohnmobil? Eine Fahrradtour, also Bikepacking? Oder eine Kreuzfahrt? Wie alt bist Du denn, dass das nicht mehr geht? 100? Ich hab gerade letztens wieder eine Doku über eine 80jährige gesehen, der die Alpen zu Fuß überquert.

    Ich will kein Spielverderber sein, aber Dein arabischer Dämon stimmt nicht. Al Kuhl kommt vom Destillat, das Feinste und hat nix mit Dämonen aus dem Koran zu tun. كحول Lang lang ist es her, da war es mal ne Hochkultur.

    Sport und Sprachkurs klingen gut. Jetzt geht die Wintersaison an den Volkshochschulen wieder los. Wenn Du keine Zeit für die VHS hast und trotzdem Sprachen lernen möchtest, kann ich Duolingo als Sprachlernapp empfehlen. Ich nutze die neben der VHS auch, weil unsere VHS nur ein eingeschränktes Sprachenangebot hat. Es ist eine gute Möglichkeit zeitlich flexibel zu lernen. Man kann sich in der App mit anderen Lernenden befreunden und ich bin immer wieder erstaunt, wieviele Bekannte ich da treffe. Die VHS hat mich für den Vorteil, dass ich dort komplett andere Menschen treffe, die auch keine Alk- oder Feierverbindung sind.

    Mit alkoholfreiem Bier haben wir im Forum unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Ich trinke das auch - für mich ist das ein leckeres Getränk nach einer langen Sporteinheit im Verein, ich mag keine Softdrinks und Wasser ist mir irgendwann über. Allerdings habe ich das auch schon vor der Abstinenz getrunken. Ich kann mir gut vorstellen, dass das triggern kann. Das muss jeder für sich selbst herausfinden.

    Anstatt sich durch Alkohol selbst schlechtes anzutun und dadurch sich bildlich gesehen immer wieder mit einem Hammer selbst klein zu schlagen

    Ich neige zu selbstverletzendem Verhalten und denke dass Alk auch ein davon Teil ist. Sport mache ich auch exzessiv, Essstörung früher auch, Arbeit sowieso, übertrieben perfektionistisches Verhalten. Dieses Konstrukt aufzudröseln und sich selbst Gutes tun zu können und sich selbst zu mögen, ist für mich ein Teil der Lösung. Mal schauen, wann das Projekt Selbstliebe abgeschlossen ist.

    ich weiß nicht, ob ich super regelmäßig schreiben werde, aber wenn was ansteht teile ich meine Befindlichkeiten gerne.

    Ich hab in den letzten 20 Jahren sehr viel mit mir alleine ausgemacht, weil ich so ein freiheitsliebender, autarker Mensch bin - beim Alkohol konnte mich das Suchtgedächtnis nach langen Phasen der Abstinenz immer wieder davon überzeugen, dass das gelegentliche Trinken gar nicht so schlimm sei. Mein letzter Versuch den Absprung zu schaffen, ist durch dieses Forum geglückt. Eine reale SHG wäre für mich niemals in Frage gekommen.

    Ich möchte Dich gerne motivieren die nächsten Wochen hier regelmäßig vorbeizuschauen - da liegt noch die eine oder andere Herausforderung vor Dir und ich kann aus Erfahrung sagen, dass das schnell verfügbare Forum dann sehr hilfreich sein kann. Nutz diese unkomplizierte Möglichkeit für den Austausch mit uns. Selbst heute - ich bin gedanklich sehr frei und glücklich ohne Alk - blitzt aus dem Nichts in manchen Situationen der Gedanke auf sich was "gönnen zu wollen" - das ist völlig verrückt und spiegelt überhaupt nicht mein heutiges Mindset wider. Dennoch passiert das, ich kann das nicht steuern. Das ist das Suchtgedächtnis. Was ich heute sehr wohl steuern kann, ist mein Umgang damit. Ich nehme das wahr und schiebe es beiseite. Gerade in der Anfangszeit der Abstinenz, kann das Suchtgedächtnis sehr manipulativ agieren.

    Was machst Du jetzt in der Zeit, wo Du normalerweise getrunken hast? Für mich war die dazugewonnene Zeit anfangs schwierig auszuhalten. Ich hab diese mit allen möglichen Aktivitäten gefüllt - aber irgendwann wurde mir klar, dass ich mich auch einfach mal aushalten muss.

    an sich bin ich ein Suchtmensch..

    Hallo und willkommen auch von mir.

    Ich weiß, was Du meinst und sehe mich darin auch. Für mich war die Erkenntnis, dass ich mit Rauschmitteln nicht umgehen kann, wichtig. Denn ich habe immer wieder in der Vergangenheit versucht das zu kontrollieren. Den Alk mit Kiffen abgewöhnt und dann wieder gesoffen, um weniger zu kiffen. Du bist schonungslos ehrlich - das ist die beste Voraussetzung für eine erfolgreiche Abstinenz.

    Weil ich mit Drogen nicht umgehen kann, mach ich jetzt einfach mal was anderes. Ich schau mir die Welt nüchtern an - anfangs war ich nicht recht überzeugt. Mir ging´s nicht sofort super, aber ich kann Dir versichern - die Zufriedenheit kommt mit der Zeit. Ich kann mir heute, nach über 2 Jahren, keinen Weg zurück mehr vorstellen. Ich habe soviel Freiheit und Selbstbestimmtheit gewonnen. Ich kann Dinge tun, die mir früher nicht gelungen wären, weil ich bis Mittags gebraucht habe, um klar zu kommen. Morgens um 06:00 erholt und ausgeschlafen wach zu werden, ist ein geiles Gefühl. Mach doch mal mit - wie wäre es als erster Test so für ca. 4 Monate?

    Wenn‘s tatsächlich nur um Weinverkostung geht, frage ich mich, warum mich das noch interessieren sollte.

    Bei uns gibt es sowas auch und wir sind auch kein Weinanbaugebiet. Ist halt eher sowas wie Weihnachtsmarkt, Jahrmarkt oder Stadtteilfest. Ich gehe zu sowas, um Leute zu treffen. Und gutes Futti gibts da auch oft und Live Bands. Ich bin mittlerweile so weit weg von der Sauferei - auch schon über 2 Jahre, dass ich gar nicht mehr darüber nachdenke. Ich mache demnächst ein Partywochenende mit den Mädels, dann ist da noch ein runder Geburtstag und ich kann mir gerade gar nicht vorstellen, dass mich der Alk in irgendeiner Weise stört. Leben und leben lassen denke ich mir immer - viele Menschen sind einfach keine Alkis und ich will nicht mein Problem zum Problem der anderen werden lassen. Es stört niemanden, dass ich nichts trinke. Und wenn jemand fragt sag ich immer, ich muss noch fahren.

    Ich habe mich endlich als den Mann angenommen, der ich wirklich bin und der all die Jahre in mir geschlummert hat.

    Ich finde Du nimmst Dich einfach viel zu wichtig. Im Gegensatz zu Stilles Wasser scheinst Du die Bestätigung immer noch im außen zu suchen. Bewunderung durch fremde Frauen, sportliche Leistungen, was auch immer.

    Wenn du jetzt in den Spiegel guckst, kannst du dir sagen, dass du wirklich glücklich bist und an dem Punkt im Leben bist, an dem du sein möchtest?

    So wie ich Stilles Wasser sehe, braucht er keine Bestätigung oder Handlung im außen. Er braucht niemanden, der ihn als glücklich, männlich oder sonstwas sieht. Das ist der letzte Schritt in die ultimative Freiheit - nämlich die Unabhängigkeit von der Bewertung anderer und auch der eigenen Bewertung. Die Freiheit von Gedanken. Ganz nach Meister Eckhart die konsequente Spiritualität.

    Diese spirituelle Reife finde ich übrigens männlich, auch wenn sie generell eher geschlechtslos ist.

    By the way: Im 100 Jahren sind wir alle durchgetauscht. Alles ist egal. Du, ich, stilles Wasser.

    ich streite mich nicht mit An- oder Betrunkenen. Die können dank alkoholbedingt gestörter Impulskontrolle ausfällig oder handgreiflich werden

    So eine Form von Eskalation habe ich im Bekanntenkreis ehrlich gesagt noch nicht erlebt. Auf einem Schützenfest mit fremden Menschen gebe ich Dir Recht, da ist 110 wohl die bessere Wahl.

    Wie nehmt ihr solch "Aussagen" war? Redet ihr bei solchen Gespräch mit?

    Es ist mir einfach völlig wumpe. Ich trinke nichts mit und bekehre auch niemanden. Andere Menschen sind mir mittlerweile so egal geworden. Mich interessiert nur mein innerster circle. Was ist nicht durchgehen lasse, wenn ich sehe, dass jemand besoffen Autofahren will. Das würde ich ansprechen und ggfls auch den Schlüssel an mich nehmen.

    Hallo Nobs,

    witzigerweise hatte ich das in der letzten Zeit auch ab und an in angenehmen Situationen - das letzte Mal übrigens gestern Abend. Nach einer langen Wanderung, bei einem freundlichen Plausch im Restaurant - zack, der Gedanke an ein kaltes Bier. Und ich frage mich auch warum das kommt, denn der status quo ist nur durch das konsequente Nichttrinken überhaupt entstanden und nun kommt das madige Suchtgedächtnis um die Ecke und will das kaputt machen. Und das nach so langer Zeit.

    Ich denke das ist die Herausforderung an uns mit der wir leben müssen, als Preis für die Belohnung des abstinenten Lebens. Am Folgetag ist die Welt dann ja oft eine andere. Ich habe diese Gedanken nie über mehrere Tage, sondern aus dem Nichts, für einen Abend und dann sind sie auch wieder weg. Ich hab mir gestern eine Kanne Tee gekocht und YT geschaut. Vielleicht muss man das wie eine unangenehme Aufgabe betrachten - bügeln - macht niemand gerne, aber ist irgendwann auch vorbei. Vielleicht stören Dich diese Gedanken auch irgendwann nicht mehr, weil die Erfahrung Dir zeigt, dass Du das gut managen kannst. Oder noch besser - vielleicht kann man diese Gedanken auch ins Positive drehen und als Erinnerung nutzen wie kacke das damals mit dem Saufen war?

    Ich glaube das sind Überlegungen, die nur jeder selbst beantworten kann. Ich esse auch Kuchen mit Alk, solange das nicht schnapsig schmeckt. Mich triggert sowas nicht. Du machst Dir diesbezüglich aber sehr viele Gedanken zu und das solltest Du dann auch Ernst nehmen. Gedanken können Handlungen vorausgehen. Willst Du uns sagen welches Medikament das ist? Vielleicht hat ja jemand Erfahrungen mit Alternativen.

    Dieser Schalter, wenn es ihn denn gäbe, hätte manchmal direkt neben mir liegen können, und ich frage mich, ob ich ihn immer sofort gedrückt hätte.

    Hättest Du den Schalter gesehen, wenn Deine Frau Dir unmissverständlich klargemacht hätte, dass sie Dich jetzt mit den Kindern verlässt?

    Ich glaube, dass viele Süchtige den Schalter nicht sehen, weil das Umfeld unterstützt.

    Es fällt mir schwer es abzulegen, mich verantwortlich zu fühlen obwohl ich weiß das ich es nicht bin aber eure Nachrichten helfen, es mehr zu verstehen.

    Und für Kinder ist es noch viel schwieriger. Sie fühlen sich oft auch verantwortlich und schuldig, können dieses Gefühl aber nicht in Worte fassen, bzw. erfahren den Trinker als unberechenbar und inkonstant in seiner Handlung.

    Du solltest dringend Dein Verantwortungsgefühl gegenüber Deinem Mann ablegen und auf Deine Kinder richten.

    Ich möchte mich Kogge und AmSee auch in dem Gedanken anschließen, dass der Süchtge nicht hoffnungslos der Sucht ausgeliefert ist. Jeder Süchtige kann zu jedem Zeitpunkt in seinem Leben eine Entscheidung für ein anderes suchtfreies Leben treffen.

    Geht Dein Mann zu Selbsthilfegruppen oder eine weitere therapeutische Begleitung?

    Es ist so schwer, eigentl. hatte ich mir vorgenommen die Kinder zu nehmen und zu gehen wenn es nicht wird.

    Ich hätte mir das von den Frauen in meiner Familie erhofft, denn das Leid, was Kinder ertragen müssen, ist unendlich. Was sagt er dazu, dass Du gehen möchtest? Nimmt er das Ernst? Ist es ihm egal?

    Ich hatte es befürchtet, er hat sich so wahnsinnig gequält und war depressiv und antriebslos und völlig überfordert.

    Was ist denn in der Reha passiert? Sich nach einem Entzug und 13 Wochen Reha noch so zu quälen finde ich seltsam. Was genau meinst Du mit quälen?

    Depressivität und Antriebslosigkeit können gesundheitliche Ursachen haben, die nicht alkoholbedingt sind - müssen es aber nicht. Wird er diesbezüglich behandelt? Ich kenne auch Phasen der Selbstmedikation, wegen einer unbehandelten Krankheit. Das war mir selbst nicht bewusst. Ist er hormonell gesund?

    Was mich fertig macht ist das Lügen, immer wieder Lügen; ich weiß es gehört leider dazu aber ich ertrage es nicht und weiß nicht was ich machen soll.

    In erster Linie musst Du mit ihm reden. Und Du musst Dir klar darüber werden, ob Du Konsequenzen ziehen möchtest.

    Ist Dein Mann berufstätig? Hat das keine Auswirkungen auf seinen Beruf?

    Fühl Dich auch von mir gedrückt!