Beiträge von mia2

    Ich habe angefangen zu saufen um gesehen zu werden. Die Optik mit 18 dann noch in schwarz verwandelt und schon klappte das.

    Irgendwann das ganze zurückgerudert, schon war ich wieder uninteressant.

    Dann eben alleine gesoffen.

    Ohne Saufen habe ich mich verändert. Nach wie vor will ich gesehen werden. Man sieht mich auch.

    Im Moment verspüre ich Ablehnung, die ich auch sicher ausstrahle. Daran will ich arbeiten,

    Ich meine damit nicht Parties oder dergleichen Emily , sondern nach und nach überhaupt mich wieder unter Leute zu bewegen.

    Es wird immer Menschen geben, mit denen ich nicht klarkomme und ich muss es üben, trotz deren Anwesenheit, bei mir zu bleiben. Diese nicht zu bewerten, sondern sie egal für mich werden zu lassen. Oder tatsächlich mich mit denen zu beschäftigen, statt Ihnen auszuweichen.

    So ist meine Idee.

    Trockenarbeit. Hmmm, was genau ist das? Beziehungsweise, was versteht Ihr darunter? Was tut Ihr dafür?

    Ich las gestern von Emily dieses Wort. Sie schrieb, daß sie auch Heute noch immer wieder mal dran arbeite. Sie ist bereits länger glücklich abstinent. Nun frage ich mich: Was genau tut der Einzelne dafür. Was versteht er darunter.

    Ich bin Heute Morgen mit dem Gedanken aufgewacht, in den letzten Wochen vermehrt wieder vieles negativ bewertet zu haben. Ich habe nun beschlossen mehr auf diese Negativbewertungen zu achten. Ihnen Aufmerksamkeit zu geben, um möglichst schnell drauf zu reagieren. Bewerte ich ständig negativ, zieht es mich irgendwann wieder richtig runter.

    Werde mich nun also drin üben, nicht mehr zu bewerten. Stelle mir dabei gerade eine x- beliebige Situation vor und merke bei der Vorstellung alleine schon, wie es mich ruhiger macht.

    Das ist gerade meine Trockenarbeit. Erkennen- Reagieren.

    Ich möchte Heute Danke sagen.

    Danke an alle, die Foren wie dieses hier ermöglichen. Es nehmen sich Menschen die Zeit, uns von Alkohol betroffen, in welcher Art auch immer, sei es Selbstbetroffen oder Co., uns in unseren Ängsten, Verzweiflung, Kummer, Wut,...was auch immer, begleiten.

    Der Weg alleine aus dieser Hölle heraus ist schwer. Ein Anfang, mehr nicht.

    Ich kann die Alkoholflaschen stehen lassen im Supermarkt, klar. Kann die Alkoholabteilungen meiden, kein Ding. Saufenden aus dem Weg gehen, alkohollastigen Feiern aus dem Weg gehen. Alles tun, um den Alkohol möglichst so weit es geht von mir fern zuhalten. Aber das alleine reicht nicht.

    Das Leben muss neu geordnet / sortiert werden. Und da sind die wirklichen Fallen. Für mich zumindest ist es so.

    Alkoholiker sind krank. Ja, vom Alkohol krank. Ich wohl doch mehr wie ich dachte. Habe doch wohl keinen rechten Plan wie Leben funktioniert.

    Ok.

    Ich stolpere über Stock und Stein, will mein Neues, nüchternes Leben wiederfinden. Ja, wiederfinden. Aber ?

    Es gibt kein zurück!

    Ich wollte es so behandeln : Ok, der Alkohol war nun Jahrzehnte mein Freund, ich trenne mich und gut ist es. Liebeskummer manchmal dann, ok, überstehe ich. Ohh Nein, der Alkohol hat sich festgekrallt im Gehirn, der geht da nicht einfach raus. Ein Ex sucht sich ne Neue, Alkohol auch, aber triggert mich trotzdem, er ist ja überall.

    Wenn ich vor Beginn meiner Saufkarriere glücklich gewesen wäre, warum habe ich dann angefangen zu Saufen. Nur weil ein Moment mal Kacke war?

    Nein, weil es schon lange Kacke war.


    Lange Rede kurzer Sinn.

    Ich werde hier aufgefangen. Menschen die die Hölle Alkohol selbst erlebt haben stehen mir hier zur Seite. Urteilen nicht über mich, sondern unterstützen mich. Nicht mit mahnenden Worten, sondern mit Denkanstössen.

    Ich möchte Heute speziell Danke sagen an AmSee13 , Sparkassen_Helga , Tom , als Moderatoren.

    Danke, daß ihr Euch die Zeit nehmt. :thumbup:<3:*

    Ich freue mich auf zwei Wochen Zuhause dann. Das Ringsherum interessiert mich nicht weiter. Ich bin nirgends eingeladen, lade mir niemanden ein. Kein Geschenke Hinundher und kein: Was gibts zu Essen, was muss ich vorbereiten woran noch denken ? Ruhe und Besinnlichkeit mit mir Alleine und das schon seit 10 Jahren. Letztes Jahr auch schon nüchtern, die Jahre davor noch volltrunken mit nem riesigen Vorrat an Sektflaschen.

    Nun eingedeckt mit vielen DVD's und viel Kakao freue ich mich schon darauf. Ab und zu ein Spaziergang....alles wunderbar 🙂

    Guten Morgen.

    Ich habe die Weihnachtszeit letztes Jahr ganz wunderbar trocken verlebt. Ohne geglichen Saufdruck.

    Jetzt, in diesem Jahr, kam mir leider schon paar Mal die Suchtstimme in die Quere. Draussen kalt und grau, drinne könnte ich es mir doch schön kuschelig machen und den grauen Tag so angenehm mit Alkohol verdüdeln.

    Kurz reflektiert : Aha, die Saufstimme redet mit mir. Und mit dem Wissen meine Gedanken gleich in eine andere Richtung gelenkt.

    Wie Paul es schreibt: Es sind noch die alten Gedanken aus der nassen Zeit, wo ich dachte mit som Gläschen wird es schöner. Aber NEIN, wird es nicht! Bereits der erste Schluck ist widerlich und mit jedem weiterem wird es auch nicht schöner oder besser. Denn dann würde sich bei mir das "schlechte Gewissen" noch dazu gesellen und das würde mich so richtig runterziehen.

    Also: Die Saufgedanken ziehen lassen und schauen was mir nüchtern nun gerade gut tuen kann.

    Liebe Grüße