Beiträge von Emily

    Für mich persönlich gibt es kein kontrolliertes Trinken. Ich finde es gut und richtig, dass sich hier nicht drauf eingelassen wird. Es könnte der Eindruck entstehen, dass es leicht ist, mal zu trinken und mal nicht zu trinken. Hier geht’s um Sucht, ich bin Alkoholikerin und da gibt’s nur Hopp oder Top. Entweder ich bin nass und trinke oder ich bin trocken und abstinent.

    Dazwischen gibt’s nichts. Ich habe mich für die Abstinenz entschieden, das war ein Weg, der nicht immer einfach war, gerade am Anfang. Kontrolliertes Trinken könnte abstinent lebenden Alkoholikern/innen vorgaukeln, dass es doch geht ab und zu mal ein Glas zu trinken. Das kann fatal enden, möglicherweise sogar tödlich. Für mich gibt’s keine Ausrutscher, wenn ich wieder zum Glas greife, dann ist es ein Rückfall. Ob ich aus dem dann wieder rauskomme, weiß ich nicht.

    Fakt ist, dass es gut machbar ist abstinent zu leben. Das ist für mich die Chance mein Leben wieder selbst in der Hand zu haben und mich um meine Gesundheit zu kümmern.

    Wer kontrolliert trinken kann, ist meiner Meinung nach nicht süchtig und kein Alkoholiker.

    weil ich diese arg langweilig und uninterssant finde. Früher zog mich der Alkohol dahin - heute ???

    Ganz genau, früher war das DIE Gelegenheit zum Trinken. Heute finde ich des langweilig, was soll ich an den ganzen Weinständen entlang gehen und mir die alkoholisierten Menschen ansehen. Danke nein, dann bin ich lieber irgendwo, wo es kulinarische Essensangebote gibt oder sitze gemütlich in einem Restaurant. Das geht’s mir dann ums Essen und nicht um Getränke.

    Mir bekommt es derzeit gut mich gar nicht mit dem Thema Alkohol / Sucht zu beschäftigen. Das Suchtgedächtnis kann machen was es will, solange ich meine Ruhe davor habe. Freiwillig mache ich mir keine Gedanken um Sucht. Alkohollastige Situationen weiche ich nach wie vor aus, gehe nicht auf Weinfeste und ähnlichen Veranstaltungen.

    Ich bin nüchtern und damit zufrieden geworden.

    Dann lösen sich die alten Muster.

    stressige Situationen. Ohne mich.

    Das liest sich toll.
    Meine Realität sieht etwas anders aus. Da ist viel emotionaler Stress wegen Krankheiten in der Familie und den damit verbundenen Anforderungen an die „gesunden“ Familienmitglieder. Natürlich alles neben dem Berufsleben, den Entfernungen die viel Zeit kosten und dem eigenen Leben mit Haushalt und den ganz normalen Alltagsanforderungen.

    Stressige Situationen - ohne mich, wie geht das? Als Rentner, Hausfrau, arbeitslos, ohne Angehörige, alles minimalistisch? Das klingt für mich wie etwas unerreichbares.

    Bin für jede Idee dankbar.

    Ja das deckt sich.

    Ich verstehe dich sehr gut und kann deine innere Zerrissenheit nachvollziehen.

    Mir geht’s so mit meinen Freundinnen, völlig andere Leben und Interessen. Oft wird nur noch über ihre Krankheiten gesprochen und auch selbst wenn ich anrufe, reden sie ohne Punkt und Komma einfach drauf los. Am Ende des Telefonates haben sie nur von sich erzählt und sich nicht für mich interessiert. Klar, dass mein Interesse dann auch sehr eingeschränkt ist.

    Ich war kürzlich eine Zeitlang sehr im Stress und mental massiv belastet, ich kam quasi zu nichts und war sehr ausgelaugt. Als dann endlich Ruhe eingekehrt ist, habe ich gemerkt wieviel mir mein eigener Alltag so gibt. Da habe ich mir ähnliche gedanken gemacht wie du. Abenteuer, Fernreisen usw. will ich das überhaupt? Brauche ich ein aufregendes Leben voller Action? Nein, nicht wirklich. Ich war in dem Moment super glücklich und zufrieden mit meinem Leben, genauso wie es ist. Mit Job, Alltag, Familie, Sport und einem bisschen Ruhe und Stille und etwas Zeit für mich.

    Es ist die Frage was einen glücklich und zufrieden macht, ob ich am anderen Ende der Welt im Abenteuer oder doch zuhause auf der Terrasse mit nem Buch, ner Tasse Tee und dem Haustier glücklicher bin.

    Vielleicht genügt auch ein Spaziergang im Wald oder eine tolle Motorradtour oder einfach ein leckeres Essen um diese „besondere“ Zufriedenheit zu spüren und zu fühlen.

    Ich denke egal wo ich tolles bin, das Leben besteht aus Momenten. Davon gibt es überall und immer gute Momente, aber auch nicht so gute Momente. Beide Seiten bringen den Ausgleich.

    Mein Leben ist so schon sehr ausgefüllt, Job, daheim viel Arbeit, Sport mit hohem Stellenwert.....da ist keine Energie für mehr drin.

    Ich erkenne mich da auch wieder. Manchmal muss ich mich richtig aufraffen um mal wieder Kontakt zu Freunden aufzunehmen. Es gibt aber solche Zeiten wo man einfach genug um sich hat und für „mehr“ einfach kein Platz, keine Zeit oder keine Lust ist.

    Ich zwinge mich zu nichts was mir zuviel ist. Mit Job, Sport, Familie habe ich genug und ich brauche auch Zeit für mich selbst und bin gerne auch mal alleine für mich.

    Hallo liebes Forum, ich lese hier schon länger stillschweigend mit. Viele Beiträge und die Einsicht in andere Geschichten haben mir geholfen, die Zerstörungskraft hinter Alk immer mehr zu durchschauen.

    Hallo Miau, auch von mir ein Willkommen hier in der SHG. Hier gibt’s viel hilfreiches und nützliches zu lesen. Schön, dass du dich auch angemeldet hast.

    Mit Spiritualität habe ich wenig am Hut, aber klingt gut, welche positiven Bedeutung die Zahl 44 wohl hat.

    Ich wünsche dir auf alle Fälle nen guten Austausch.

    Ich hoffe, ich bin bei meiner Nachfrage nicht missverstanden worden

    Ich bin im Urlaub und nicht so oft im Forum, von daher alles gut.

    Magst du vielleicht ein bisschen näher ausführen, was du meinst, wenn du schreibst, dass du dein Leben nur nüchtern selbst in der Hand hast?

    Das habe ich ganz allgemein gemeint. Nüchtern kann ich alles was kommt, erledigen und angehen. Ob positiv oder negativ spielt keine Rolle. Nüchtern habe ich mein Leben tatsächlich selbst in der Hand und kann es genießen.

    Das Leben mit Alkohol ist anstrengend und alles dreht sich nur ums Trinken, Beschaffung, Heimlichtuerei, Entsorgen vom Leergut, Überlegungen wann ich Auto fahre, wichtige Entscheidungen, von der Schädigung der Gesundheit ganz zu Schweigen, usw und so fort.

    Ich habe an irgendeinem Tag erkannt, dass wenn ich jetzt nicht sofort und für immer aufhöre zu trinken, es steil bergab geht und mein ganzes Leben zerstört würde. Ich habe den Moment genau, klar und deutlich in meinen eigenen Augen, vorm Spiegel gesehen und gewusst, dass genau da der Schneidepunkt gekommen ist. Entweder, oder. Jetzt oder nie.

    Ich habe mich für mein Leben und gegen Alkohol entschieden. An den entscheidenden Moment kann ich mich noch ganz genau erinnern. Und ich weiß, wenn ich wieder zum Glas greife, dann geht’s von dort aus steil nach unten und dann gibt’s kein Entrinnen mehr und mein Leben ist gelaufen.

    Abstinent ist mein Leben gut. Nur nüchtern habe ich mein Leben selbst in der Hand.

    Hat denn überhaupt jemand davon geschrieben, dass diese Feste das Problem seien?

    Für mich sind sie nicht wirklich ein Problem, aber langweilig. Da gibt’s meistens wenig alkoholfreie Getränke. Wasser klar, Traubensaft vertrage ich nicht. Fertig. Ich finde mich da einfach fehl am Platz und sehe das so wie Rekonvaleszent . Angenehme Gespräche gehen bestimmt am Anfang noch, aber dann….nö, da unternehme ich lieber etwas schöneres.

    Das ist ja logisch. Das sehe ich auch so.

    Ich bin inzwischen gut gerüstet, weiß wie ich mit Suchtdruck umgehe (hatte schon lange keinen mehr), weiß was ich mir zumuten kann und weiß was ich mir zutrauen kann. Unnötige Risiken meide ich einfach und setze mich wissentlich keinen vermeidbaren Gefahren aus. Ich kann inzwischen gut mit der Krankheit umgehen und leben. Da hat die Zeit viel dazu beigetragen und auch die ganzen Veränderungen die ich gemacht habe. Ich bin zwar in die Sucht gerutscht, aber ich habe den Weg raus gefunden und geschafft. Meine Abstinenz hat vor allem anderen Priorität und ich achte darauf, dass ich weiter trocken bleibe. Eine große Hilfe war für mich, nur immer für „Heute“ zu denken. Das ist nicht schwer. Gerade die erste Zeit jeden Tag einfach nur „Heute“ keinen Alkohol trinken. Die ganzen „Heute“ ergeben Jahre. Das war für mich am besten und überschaulich. Meine Abstinenz ist fest und es fällt mir leicht nüchtern und zufrieden zu leben. Jetzt bin ich einfach ganz selbstverständlich nüchtern und trinke keinen Alkohol. Das ist eine Tatsache geworden und einfach nun normal. Genauso wie ich kein Fleisch esse.

    Ich bin noch im Forum, damit ich das nicht vergesse oder leichtsinnig werde und das Thema ab und zu aufgefrischt wird. Das habe ich mir an den Leuten abgeschaut, die schon länger trocken sind als ich und immer noch hier sind.

    Weinfeste hier sind nicht so ähnlich wie Weihnachtsmärkte. Da reihen sich die Weinstände aneinander. Dazwischen sind Essen Stände. Ich wüßte dort nicht mal was ich trinken sollte. Traubensäfte gibt’s oft, aber die vertrage ich nicht. Also ist es sinnfrei für mich, mich durch trinkende und betrunkene Menschen zu drängen und zu quetschen. Am Ende schüttet mir noch jemand sein Glas über mich, das kommt da vor.

    Manche größere Weinfeste haben noch Karusselle, Musikbands und Zelte. Evtl. gibt’s noch den ein oder anderen Stand mit Krimskrams. Aber überwiegend gibt’s Weinstände.

    Dann lieber in ein schönes Lokal mit Terrasse und gemütlich gut essen und trinken.

    Inzwischen bin ich schon länger als 2 Jahre trocken. Wie die Zeit vergeht ist schon erstaunlich. Es ist richtig normal geworden keinen Alkohol mehr zu trinken. Die vielen Vorteile sind enorm. Gesundheit ist auf Vordermann, bin fit und sportlich unterwegs. Alles was das Leben mir so bietet, egal ob positives oder negatives, erlebe ich mit klarem Kopf und klaren Gedanken und treffe klare Entscheidungen. Meine Abstinenz fühlt sich stabil an.

    Am Wochenende steht ein Weinfest in der Nähe an, habe mich vorhin beim Autofahren aber entschieden, nicht hin zu gehen. Was soll ich da? Zu später Stunde sind sicher viele Betrunkene unterwegs, von den Gerüchen ganz zu schweigen. Was essen kann ich auch woanders und Leute treffen ebenso. Also wird es dieses Weinfest geben, aber ohne mich. Da gehöre ich als trocken Alkoholikerin einfach nicht mehr hin.