Beiträge von Emily

    Hallo liebes Forum, ich lese hier schon länger stillschweigend mit. Viele Beiträge und die Einsicht in andere Geschichten haben mir geholfen, die Zerstörungskraft hinter Alk immer mehr zu durchschauen.

    Hallo Miau, auch von mir ein Willkommen hier in der SHG. Hier gibt’s viel hilfreiches und nützliches zu lesen. Schön, dass du dich auch angemeldet hast.

    Mit Spiritualität habe ich wenig am Hut, aber klingt gut, welche positiven Bedeutung die Zahl 44 wohl hat.

    Ich wünsche dir auf alle Fälle nen guten Austausch.

    Ich hoffe, ich bin bei meiner Nachfrage nicht missverstanden worden

    Ich bin im Urlaub und nicht so oft im Forum, von daher alles gut.

    Magst du vielleicht ein bisschen näher ausführen, was du meinst, wenn du schreibst, dass du dein Leben nur nüchtern selbst in der Hand hast?

    Das habe ich ganz allgemein gemeint. Nüchtern kann ich alles was kommt, erledigen und angehen. Ob positiv oder negativ spielt keine Rolle. Nüchtern habe ich mein Leben tatsächlich selbst in der Hand und kann es genießen.

    Das Leben mit Alkohol ist anstrengend und alles dreht sich nur ums Trinken, Beschaffung, Heimlichtuerei, Entsorgen vom Leergut, Überlegungen wann ich Auto fahre, wichtige Entscheidungen, von der Schädigung der Gesundheit ganz zu Schweigen, usw und so fort.

    Ich habe an irgendeinem Tag erkannt, dass wenn ich jetzt nicht sofort und für immer aufhöre zu trinken, es steil bergab geht und mein ganzes Leben zerstört würde. Ich habe den Moment genau, klar und deutlich in meinen eigenen Augen, vorm Spiegel gesehen und gewusst, dass genau da der Schneidepunkt gekommen ist. Entweder, oder. Jetzt oder nie.

    Ich habe mich für mein Leben und gegen Alkohol entschieden. An den entscheidenden Moment kann ich mich noch ganz genau erinnern. Und ich weiß, wenn ich wieder zum Glas greife, dann geht’s von dort aus steil nach unten und dann gibt’s kein Entrinnen mehr und mein Leben ist gelaufen.

    Abstinent ist mein Leben gut. Nur nüchtern habe ich mein Leben selbst in der Hand.

    Hat denn überhaupt jemand davon geschrieben, dass diese Feste das Problem seien?

    Für mich sind sie nicht wirklich ein Problem, aber langweilig. Da gibt’s meistens wenig alkoholfreie Getränke. Wasser klar, Traubensaft vertrage ich nicht. Fertig. Ich finde mich da einfach fehl am Platz und sehe das so wie Rekonvaleszent . Angenehme Gespräche gehen bestimmt am Anfang noch, aber dann….nö, da unternehme ich lieber etwas schöneres.

    Das ist ja logisch. Das sehe ich auch so.

    Ich bin inzwischen gut gerüstet, weiß wie ich mit Suchtdruck umgehe (hatte schon lange keinen mehr), weiß was ich mir zumuten kann und weiß was ich mir zutrauen kann. Unnötige Risiken meide ich einfach und setze mich wissentlich keinen vermeidbaren Gefahren aus. Ich kann inzwischen gut mit der Krankheit umgehen und leben. Da hat die Zeit viel dazu beigetragen und auch die ganzen Veränderungen die ich gemacht habe. Ich bin zwar in die Sucht gerutscht, aber ich habe den Weg raus gefunden und geschafft. Meine Abstinenz hat vor allem anderen Priorität und ich achte darauf, dass ich weiter trocken bleibe. Eine große Hilfe war für mich, nur immer für „Heute“ zu denken. Das ist nicht schwer. Gerade die erste Zeit jeden Tag einfach nur „Heute“ keinen Alkohol trinken. Die ganzen „Heute“ ergeben Jahre. Das war für mich am besten und überschaulich. Meine Abstinenz ist fest und es fällt mir leicht nüchtern und zufrieden zu leben. Jetzt bin ich einfach ganz selbstverständlich nüchtern und trinke keinen Alkohol. Das ist eine Tatsache geworden und einfach nun normal. Genauso wie ich kein Fleisch esse.

    Ich bin noch im Forum, damit ich das nicht vergesse oder leichtsinnig werde und das Thema ab und zu aufgefrischt wird. Das habe ich mir an den Leuten abgeschaut, die schon länger trocken sind als ich und immer noch hier sind.

    Weinfeste hier sind nicht so ähnlich wie Weihnachtsmärkte. Da reihen sich die Weinstände aneinander. Dazwischen sind Essen Stände. Ich wüßte dort nicht mal was ich trinken sollte. Traubensäfte gibt’s oft, aber die vertrage ich nicht. Also ist es sinnfrei für mich, mich durch trinkende und betrunkene Menschen zu drängen und zu quetschen. Am Ende schüttet mir noch jemand sein Glas über mich, das kommt da vor.

    Manche größere Weinfeste haben noch Karusselle, Musikbands und Zelte. Evtl. gibt’s noch den ein oder anderen Stand mit Krimskrams. Aber überwiegend gibt’s Weinstände.

    Dann lieber in ein schönes Lokal mit Terrasse und gemütlich gut essen und trinken.

    Inzwischen bin ich schon länger als 2 Jahre trocken. Wie die Zeit vergeht ist schon erstaunlich. Es ist richtig normal geworden keinen Alkohol mehr zu trinken. Die vielen Vorteile sind enorm. Gesundheit ist auf Vordermann, bin fit und sportlich unterwegs. Alles was das Leben mir so bietet, egal ob positives oder negatives, erlebe ich mit klarem Kopf und klaren Gedanken und treffe klare Entscheidungen. Meine Abstinenz fühlt sich stabil an.

    Am Wochenende steht ein Weinfest in der Nähe an, habe mich vorhin beim Autofahren aber entschieden, nicht hin zu gehen. Was soll ich da? Zu später Stunde sind sicher viele Betrunkene unterwegs, von den Gerüchen ganz zu schweigen. Was essen kann ich auch woanders und Leute treffen ebenso. Also wird es dieses Weinfest geben, aber ohne mich. Da gehöre ich als trocken Alkoholikerin einfach nicht mehr hin.

    Also ich habe mich so vielen Risiken nicht ausgesetzt. Erst Recht nicht in den ersten paar Monaten. Auch jetzt gehe ich Alkohol möglichst aus dem Weg. Wenn sich das nicht ganz vermeiden lässt, verschwinde ich rechtzeitig und schaue, dass Alkohol so wenig wie möglich Aufmerksamkeit von mir bekommt. Damit fahre ich ziemlich gut.

    In meinen Gedanken kommt der Rückfall nur am Rande vor, so nach dem Motto wenn's passiert, schauen warum und das ganze von vorne.

    Das hört sich ziemlich entspannt an. Für mich zu entspannt. Ich denke erst gar nicht, dass ein Rückfall überhaupt passiert. Klar kann man aus einem Rückfall lernen und wieder von vorne anfangen. Aber ich will erst gar keinen bauen, weil ich nicht sicher weiß, ob ich es dann schaffe wieder von vorne anzufangen. Mir klingt das zu sehr nach Hintertür.

    Bin ich einfach nur übermütig, bzw. leichtsinnig?

    Bei 3-4 Monaten gibt’s ja die bekannte Rosa Wolke. Die hatte ich auch. Alles etwas euphorisch, neu und aufregend. Auch sogar spannend jeden Tag das Glas stehen zu lassen. Wichtig ist aber, wirklich jeden Tag das Glas tatsächlich stehen zu lassen.

    Ich meide einfach Risiken so gut ich kann. Ich hab einfach keinen Bock rückfällig zu werden. Die Sucht ist nicht zu unterschätzen und ich kann nicht nach 1-2 Gläsern aufhören. Meine Gesundheit und mein Leben sind es mir wert, meine Abstinenz ernst zu nehmen und sie auch von innen heraus mit Überzeugung zu leben.

    Für mich ist das sonnenklar. Wie man sich selber darstellt, wie man nach außen lebt, wie man mit seiner Geschichte umgeht, sorgt exakt dafür, wie man draußen wahrgenommen wird.

    Deine Sicht gefällt mir. Ich strahle nirgendwo nach außen die traurige, verzichtende trockene Alkoholikerin aus. Warum auch, ich habe nichts verbrochen und niemandem geschadet. Ich bin mit mir im Reinen. Da ich es nicht an die große Glocke gehängt habe, wissen nur wenige, dass ich trockene Alkoholikerin bin.

    Im Gegenteil zu dir ist mein Geist nun aber nicht wie „frei gelassen“ sondern ich bin immer noch so wie ich war, jedoch nüchtern und mit klaren Gedanken. Ich denke nicht zurück und schaue nur wie ich in der Gegenwart das Beste machen kann.

    Wichtig ist bei Veranstaltungen, dass ich gehen kann sobald es „anders“ wird.

    Mein kleiner Trick war, dass ich immer ein paar Pfefferkörner in der Tasche hatte. Die sind klein und unauffällig und konnte ich gut mitnehmen. Im Notfall einfach zerbeißen. Die Schärfe verjagt Saufgedanken direkt und das Suchtgedächtnis ist komplett irritiert und hält Ruhe.

    Wie nehmt ihr solch "Aussagen" war? Redet ihr bei solchen Gespräch mit?

    Ich sage klar, dass ich keinen Alkohol trinke, das darf gerne sogar etwas stolz und angeberisch klingen.

    Auf solchen alkoholhaltigen Veranstaltungen bin ich nicht lange.

    Ist das Gewöhnung, diese Gelassenheit ... "is' mir doch egal!" ? Bewusstsein ... Alkohol ist nicht gefährlich, so lange ich ihn nicht trinke?

    Kann man das trainieren, sich angewöhnen oder andersherum, sich diese Angst des "ewig drohenden Rückfalls" abtrainieren/abgewöhnen? Weil man sich eben mit der Zeit bewusst wird "ich entscheide, kein *Suchthirn*" keine imaginäre Kraft, sondern ich allein? Also 'ne reine Glaubenssache?


    Ist ne interessante Überlegung.Ich habe mir z.B. angewöhnt, keine Gedanken und Aufmerksamkeit an Alkohol oder Sucht zu verschwenden, damit fühle ich mich wohl. Habe auch gelernt auszublenden. Wenn ich irgendwo Alk sehe, nicht weg zu gucken, aber auszublenden, also ignorieren ohne Gedanken dazu. So als wäre es z.B. was belangloses wie ein Aschenbecher den ich sehe.

    Das macht meine Abstinenz einfach und es fällt mir leicht nüchtern zu bleiben.

    Über Rückfälle denke ich nicht nach. Den Respekt erhalte ich mir durch das Forum.

    die schon viele Jahre nüchtern

    Ich bin zwar noch nicht viele Jahre nüchtern aber fast 2 Jahre.

    Ich habe mir bewusst angewöhnt dem Alkohol und der Sucht wenig Raum in meinen Gedanken zu geben. Also ich blocke evtl. aufkommende Gedanken schnell ab. Anfangs musste ich das richtig bewusst üben mit Ablenkung, inzwischen klappt das fast schon von alleine.

    Mir gelingt es ziemlich gut so ein Bier wie oben geschrieben einfach zu ignorieren und diesbezüglich keine Gedanken aufkommen zu lassen. Das wirkt sich sehr positiv auf mein Suchtgedächtnis aus, nämlich dass es ruhig bleibt, ebenso Saufgedanken.