Beiträge von AmSee13

    Hallo und herzlich Willkommen, Stefanie. 🙋‍♀️

    Danke für deine Vorstellung, ich schalte dich gleich für den öffentlichen Bereich frei, damit du dich dort austauschen kannst, und verschiebe deine Vorstellung in das entsprechende Unterforum.


    Ein gutes Ankommen wünsche ich dir hier.

    Viele Grüße

    AmSee (als Moderatorin)

    Hallo Brant,

    auch ich möchte dir für das Einstellen deiner Gedanken und dein Teilen hier danken.

    Auch wenn ich einen anderen Weg gegangen bin als du, kann ich so manches, was du schreibst, nachvollziehen.

    Ich komme von unterwegs allerdings kaum dazu, mich dazu zu äußern. Will das nachholen, wenn ich wieder zurück bin.

    Was mich sehr für dich freut, ist, dass du das überlebt hast. Selbstverständlich ist das wahrlich nicht.

    Liebe Grüße

    AmSee

    Moin Honk,

    Nur aber, eines wurmt mich ein bisschen, und dazu habe ich eine Frage an Euch: Würdet ihr mit offenen Karten spielen und offiziell ankündigen, dass ihr euch beruflich ggf. neu orientieren würdet oder würdet ihr es heimlich machen?

    Was sagt dir denn dein sogenanntes „Bauchgefühl“, deine Intuition?
    Ich habe für mich gelernt, dass meine Intuition ein ganz, ganz wertvoller Kompass ist.

    Hast du den Eindruck, dass sich irgendetwas ändern würde, wenn man dort wüsste, dass man dich verlieren wird? Haben die dort überhaupt Kapazitäten frei, um irgendwas zum Positiven für dich zu verändern?

    Viele Grüße

    AmSee

    Dann wünsche ich dir erstmal, dass du gut durch den Rest des Tages kommst.

    aber wenn ich einmal an dem Punkt bin, dass ich gekocht habe, und mich mit meinem Teller vor den Fernseher setzen kann, dann bin ich durch mit der Vesuchung , und bin froh, dass ich den Tag so geschafft habe.

    Damit hast du schon mal einen wertvollen Ansatz bzw. schon eine erste hilfreiche Selbstfürsorge-Strategie. 👍

    Wir lesen uns.

    Viele Grüße

    AmSee

    Guten Morgen, Moonlight,

    Ausgangspunkt ist meines Erachtens, wie gesagt, dass du das nicht mehr willst, und den Punkt hast du im Grunde erreicht.

    Ich halte das für immens wichtig, dass man sich dessen klar ist, denn das ist auch etwas, was man für sich und seine Genesung nutzen kann.

    Du schreibst, dass nach einer Weile so ein Rumpelstilzchen in dir munter wird, das dein Vorhaben torpediert.

    und dann wird da in mir wer munter, der wie Rumpelstilzchen mit dem Fuß aufstampft , und kann diese Richtung nicht ertragen .... und der macht es mir schwer , mich endgültig zu entscheiden.

    ich weiß, dass es vorher nichts bringt, ich spüre wie halbherzig ich die Sache immer wieder angehe, und immer wieder sage ich mir, so wird das nichts liebe ....... , Du musst eine klare Entscheidung treffen ..... aber da ist Angst, und Wut, nein erst Wut, dann Angst .... Angst was wichtiges zu verlieren, Angst, mich selbst zu entäuschen weil ich es dann vielleicht eh nicht schaffe ( kommt vielleicht auch durch die vielen Versprechen meiner Mutter damals die sie nie einhalten konnte) , Angst mich nicht mehr verstecken zu können, nicht mehr flüchten ( obwohl ich doch schon weiß, welche anderen Möglichkeiten es gibt) ...... ja, in diese Richtung geht es

    Hilfreich dürfte es sein, sich dem näher zuzuwenden. Ich teile mal meine Gedanken dazu.

    Ich selbst bin Selbstbetroffene in Bezug auf die Themen Depressionen, Angststörung und Entwicklungstrauma und deswegen auch schon eine ganze Weile in Behandlung.
    In dem Zusammenhang bin ich auch mit verschiedenen psychologischen Modellen vertraut geworden, in meiner Therapie geht es immer mal wieder um die sogenannten Inneren Persönlichkeitsanteile und wie ich mit diesen am besten umgehen kann.

    Du schreibst, dass du in Therapie (Trauma) bist, daher gehe ich davon aus, dass ihr dort auch etwas in dieser Richtung thematisiert.

    Für mich klingt das ganz danach, dass da ein Innerer Anteil von dir, ein Anteil, der verletzt ist, der nicht fühlen möchte, der Angst hat usw. zwischendurch die „Führung“ übernimmt. So ähnlich kenne ich das nämlich von mir. Wenn solche Anteile in mir „die Führung“ übernommen haben, ging’s in mir stets hoch her. Inzwischen ist bei mir diesbezüglich ziemlich Ruhe eingekehrt, habe ich gelernt, wie ich ggf. für mich sorgen kann.

    Im Laufe der Therapie habe ich verschiedene Strategien kennengelernt, wie ich für mich und wie ich für meine verletzten Inneren Anteile sorgen kann.

    Du bzw. dieser Innere Anteil von dir kennt die Wirkung von Alkohol, ist mit dieser Lösungsstrategie best vertraut. Andere Anteile von dir wollen diese Lösungsstrategie nicht mehr, aber wie sich das bei dir anhört, hast du bislang noch nicht gelernt, wie du anders mit ihm umgehen könntest. Da gibt’s scheinbar noch keine andere Strategie, seinen Bedürfnissen auf „gesunde“ Weise zu begegnen. Dass der sich wehrt, weil er das Gefühl hat, dass du ihm etwas, was er zum Überleben braucht, wegnehmen willst, scheint mir verständlich und dass er ziemlich wütend, Rumpelstilzchen-mäßig wird, auch.

    Wie du diesbezüglich für dich bzw. diesen verletzten Anteil sorgen kannst, dürfte Thema für die Therapie sein.

    Mut machen kann ich dir, dass es Möglichkeiten gibt.


    Viele Grüße

    AmSee


    Wir haben heute Kenntnis erhalten, dass der Vorbesitzer dieses Forums, der das Forum viele, viele Jahre lang bis Anfang Mai letzten Jahres als Besitzer innehatte, verstorben ist.
    Er ist nach langer Krankheit bereits im vergangenen Oktober verstorben.
    Im Gespräch mit seiner Witwe erfuhr ich heute, dass Klaus dieses Forum wichtig war, weil seine erste Frau Alkoholikerin war. Sie ist an dieser Sucht vor einigen Jahren gestorben.

    Ich habe der Witwe mein herzliches Beileid ausgedrückt. Sie war mir dankbar für das Telefonat.

    ich glaube wenn ich darauf warte, dass ich alöles verliere, sterbe ich eher an Altersschwäche , weil ich nicht zulassen werde, alles zu verlieren. und ja , vielleicht ist gerade das meine Leidens-Grenze

    Das ist der Punkt, dass DU das nicht länger willst.

    Ich selbst bin meinen Weg auch nicht weitergegangen, bis nix mehr ging.
    Ich wollte so, wie das war, nicht mehr weitermachen, und mir war glasklar, dass es für mich leichter war, es ganz bleiben zu lassen, als es weiterhin mit „Ausnahmen“ zu versuchen.

    Ich will vom Alkohol weg weil ich einsam mit ihm bin und bleibe. Ich will von ihm weg weil ich mit ihm verhindere wirkliche Lösungen zu finden. ich will von ihm weg, weil ich mich klar spüren möchte, weil ich Freude empfinden möchte , weil ich mich vielmehr achtsam spüren und auf meine Bedürfnisse eingehen möchte. Ich will von ihm weg, weil ich mir selbst gegenüber verlässlicher sein möchte, für mich optimal zu sorgen. Ich möchte von ihm weg, weil ich mich mit ihm nicht gut um mich kümmern kann------weil ich mir immer wieder selbst etwas vormache, mich belüge...ich möchte von ihm weg weil ich süchtig bin, weil ich nicht mehr klar und frei entscheiden kann wie ich mit allem umgehe, weil ich mir nichts Gutes tun kann

    Es heißt immer wieder, dass ein Alkoholiker an seinen Tiefpunkt kommen muss, um aus freiem Willen von Alkohol wegzukommen. Der Leidensdruck muss so hoch so sein, dass es quasi aus dir hervorbricht, dass du deinen bisherigen Weg verlassen willst.

    Ist dein Leidensdruck schon so hoch oder gibt’s da noch Spielraum?

    Hallo Moonlight,

    es ist völlig in Ordnung, wenn du nicht auf jeden einzelnen antwortest.

    Du hast Alkohol also als Medikament missbraucht. Nachvollziehen kann ich das, hab ich letztlich ja auch gemacht.

    Vielleicht helfen dir ein paar Informationen zum Verständnis deiner Lage weiter:

    Genau DAS steht dir jetzt im Weg.
    Dein Gehirn hat da etwas gelernt, das es dir als Lösung immer wieder vorschlagen wird, wenn du in solche Notlagen kommst.

    Da geht neurobiologisch und neurochemisch so einiges in deinem Gehirn ab, was sich dann eben tatsächlich nicht bewusst steuern lässt.

    Dass du mit solchen Erfahrungen vertraut bist, kann ich deinen Worten entnehmen.


    Dass du angesichts fehlender Alternativen Angst verspürst, auf dein „Medikament“ verzichten zu müssen, kann ich durchaus nachvollziehen.

    Das Problem ist nur - und dessen bist du dir ja durchaus schon bewusst - dass der Alkohol eigentlich gar keine Arznei ist, sondern dir etwas nimmt. Das hat ja durchaus seine Gründe, warum du davon eigentlich weg willst. Vielleicht bringt‘s dich ja schon mal bewusst weiter, wenn du klar formulierst, warum du vom Alkohol weg willst. Zähl einfach mal ALLES auf.

    Viele Grüße

    AmSee

    Hallo Moonlight,

    ich hab meinen Beitrag von heute morgen verändert, weil ich inzwischen etwas Zeit, mich näher mit dir zu beschäftigen, hatte.

    Ausgangspunkt ist bei dir meines Erachtens die Frage, warum du dein Vorhaben, mal nicht zu trinken, nicht umsetzen kannst.


    Deshalb habe ich meinen Beitrag dahingehend verändert.
    Aus der Beantwortung der Frage ergeben sich dann weitere Anhaltspunkte, über die wir uns hie4 austauschen könnten.

    Liebe Grüße

    AmSee

    Hallo Moonlight,
    nochmals herzlich Willkommen hier von mir. 🙋‍♀️

    Ich wünsche dir, dass die Hoffnung, die du mit deinem Nickname in Verbindung bringst, sich für dich erfüllt. 🍀


    Was du über dich erzählst, kommt mir selbst nicht ganz unbekannt vor, auch wenn meine Biografie etwas anders verlaufen ist als deine.


    Wenn ich das richtig verstehe, bemühst du dich unter anderem auch durch Traumatherapie, dich besser im Leben zu fühlen, merkst aber, dass du nicht vorankommst, weil dir dein Alkoholkonsum dabei im Weg steht.

    Du möchtest nicht trinken, kannst dein Vorhaben, nicht zu trinken aber nicht einhalten.

    Möchtest du denn grundsätzlich mit dem Trinken aufhören oder hängst du noch dem Gedanken nach, kontrolliert trinken zu können?

    Viele Grüße

    AmSee

    Hallo und herzlich willkommen bei uns, Moonlight!

    Vielen Dank für deine ausführliche Vorstellung, ich kann dir darauf zwar heute Abend nicht mehr antworten, weil ich in Eile und dann unterwegs bin, ich schalte dich aber gleich für den Austausch im öffentlichen Bereich frei und verschiebe deinen Vorstellungsthread in das entsprechende Unterforum im Treffpunkt.

    Ein gutes Ankommen hier wünsche ich dir und einen hilfreichen Austausch.

    Viele Grüße

    AmSee (als Moderatorin)

    Hallo Jane,

    Danke dir für deine Rückmeldung.
    Oft schreibt man hier was, weiß aber aufgrund fehlender Rückmeldung gar nicht, ob das, was man zum Ausdruck bringen wollte, überhaupt richtig angekommen ist.

    Du klingst, wenn ich dir das sagen darf, sehr reflektiert und tatsächlich in dem Sinne „erwachsen“, wie Brant das deinem Ex-Freund eher abgesprochen hat. - Sorry, die Formulierung ist schief, aber ich krieg das nicht besser hin, was ich sagen möchte…. -

    Dieses Thema Verantwortung für sich selbst zu übernehmen bzw. dass erwachsene Menschen, insbesondere wenn auch noch Kinder mit im Spiel sind, ihrer Verantwortung für sich selbst und ggf. ihre Kinder eben nicht nachkommen, ist leider immer mal wieder Thema in so einer Selbsthilfegruppe wie dieser hier.

    Zudem bin ich gerade selber in einem Heilungsprozess aufgrund eines Burnouts und habe gemerkt, dass diese Streitereien um sein Verhalten mit Alkohol mich immer wieder zurück werfen und ich mich jetzt um mich kümmern muss.

    Das hast mein Mitgefühl, dass du in so jungen Jahren (ich selbst bin 51 und hab am eigenen Leib erfahren müssen, was „Burnout“ bedeutet) schon mit so etwas zu tun haben musstest.
    Gut aber, dass du dadurch gelernt hast bzw. lernst, auf dich Acht zu geben, dich um DICH zu kümmern.

    Das ist, das musste ich selbst leidvoll erfahren, soooooo wichtig.

    .... aber schaue aus diesem Grund mit etwas Sorge darauf. Mein Freund hatte eine furchtbare Kindheit mit viel Gewalt gegen ihn und seine Geschwister. Seine Freunde waren seine Rettung und ich befürchte seitdem er 18 ist wurde auch der Alkohol zum Tröster. Da stecken viele Komplexe Strukturen dahinter, die er sich auch stellen müsste. Denn ich kann zwar verstehen warum er manchmal handelt wie er handelt, aber d.h. nicht, dass ich es akzeptieren muss. Und bei dem Punkt bin ich mit dem Thema Alkohol bei ihm angelangt.

    Da schaust du meiner eigenen Erfahrungen und meines Wissens um solche Problematiken nach mit Recht und gutem Grund mit Sorge drauf.
    Das klingt ganz danach, dass dein Ex-Freund eine noch größere Baustelle zu bewerkstelligen hat, als er selbst und du das vielleicht ahnt.

    Ich sehe das ganz genau so wie du, dass man zwar verstehen (ich nenne das lieber „nachvollziehen“) kann, warum jemand so handelt, wie er handelt, das aber nicht zwangsläufig akzeptieren muss. So wie du ist er in seinem Alter ein erwachsener Mensch, der für sich selbst Verantwortung übernehmen muss. Das kann ihm niemand abnehmen, denn er ist eben kein kleines Kind mehr und er trifft ja durchaus auch seine eigenen Entscheidungen, selbst wenn er damit u.U. sich selbst und anderen schadet.

    Ich schreibe dir das, weil ich weiß, wie leicht man sich als Angehöriger oder auch Freund in eine Verantwortungsrolle begibt, die man nicht einnehmen sollte und auf der man, wenn der andere nicht will, auf verlorenem Posten steht.

    Hoffnungsvoll klingt, dass er dir offenbar zugehört hat und sich gleich heute um eine Beratung bemühen will. Ich kann ihm (und dir) nur wünschen, dass er das findet, was ihm den Stein zu einem echten Anstoß gibt.
    Es steht und fällt damit, dass ER das wirklich von sich aus angehen will und sich selbst dafür einsetzt.

    Liebe Grüße

    AmSee

    Hallo Jane,
    zunächst erstmal möchte ich dich in deinem Entschluss, dir das nicht länger anzutun, bestärken. Gut, dass du „die Schnauze voll“ hattest und die Beziehung beendet hast. Gut, dass du da deinem eigenen Empfinden gefolgt bist.
    Das ist leider gar nicht mal so selbstverständlich für Angehörige von Menschen mit einem Alkoholproblem. Deshalb betone ich diesen Punkt so.

    Nun hat er sich also über Alkoholismus informiert, will zu AA-Meetings gehen und sich bessern. Aus der Distanz und aufgrund meiner eigenen Erfahrung mit dem Thema Alkoholismus kann ich nicht beurteilen, was davon zu halten ist, ob er nun tatsächlich schon den entscheidenden Wendepunkt erreicht hat, um sein Problem ernsthaft anzugehen.

    Das wird letztlich nur die Zeit erweisen, ob er das wirklich durchzieht, durchziehen kann.

    Zum Thema „Alkohol verringern“:

    Du hast da einen entscheidenden Satz geschrieben:

    Sobald sie anfangen zu trinken, können sie nicht mehr aufhören.

    Das klingt ganz danach, dass bei ihnen der Durst sozusagen mit dem Trinken kommt.
    Ob dein Freund angesichts dieser Beobachtung zu einem kontrollierten, verringerten Konsum zurückfinden kann, ist fraglich. Da spielt eine Rolle, ob er das überhaupt noch kontrollieren kann, und ob er dem sozialen Druck, den eine dermaßen konsumierende Gruppe ausübt, gewachsen ist.

    Wenn dein Freund tatsächlich den entscheidenden Wendepunkt erreicht haben sollte, wird sich sein Leben verändern. Und es wird sich ihm auch die Frage stellen, ob er sich weiter mit seinen Freunden treffen sollte oder das lieber lässt, um sich - zumindest zunächst - selbst zu schützen.
    In der Regel stellt, wer tatsächlich aussteigt und abstinent wird, nach einer Weile fest, dass er mit seinem bisherigen trinkenden Umfeld nichts mehr anzufangen weiß.

    Oder würde sich ohne Freunde das trinken auf zu Hause verlagern?

    Das kommt ganz darauf an, was er sich vom Alkoholkonsum verspricht, ob er Alkohol aufgrund einer bestimmten Wirkung konsumiert, bspw. zum Entspannen, als Tröster in der Not usw.

    Viele Grüße

    AmSee

    Hallo und herzlich willkommen bei uns, Jane.

    Vielen Dank für deine ausführliche Vorstellung, ich schalte dich gleich für den Austausch im öffentlichen Bereich frei und verschiebe deinen Vorstellungsthread in das entsprechende Unterforum für Angehörige.

    Ich wünsche dir ein gutes Ankommen hier und einen hilfreichen Austausch.

    Viele Grüße

    AmSee (als Moderatorin)

    Hallo Nekobasu/Ailin,

    du hattest zwar direkt Gerchla geantwortet, aber ich möchte ein paar Gedanken zu deiner Antwort teilen.

    Wäre es besser, das gar nicht zuzulassen? Ich kann es nicht beantworten. Ich weiß nur, dass meine Kinder einen kompletten Abbruch nicht wollen würden.

    Ich sehe das auch so, dass das eine beschxxx Situation ist, du und deine Mädchen stehen da vor einem ganz großen Dilemma und das nur, weil er von seiner Sucht nicht lassen kann.

    Aus deinen Worten geht für mich hervor, dass du sehr weit reflektierst, was du angesichts dieser fürchterlichen Lage tun kannst, dass du die Möglichkeiten, die dir zur Verfügung stehen, gründlich abwägst und bewusste Entscheidungen triffst.

    Und DU bist für deine Töchter da.

    Was könnte eine Tochter mehr von ihrer Mutter verlangen?
    Mehr kannst du meines Erachtens nicht tun.

    Aber ich kann den Gedanken nicht abschütteln dass er irgendwann von der Bildfläche verschwindet und meine Kinder mich zum einen fragen, ob ich nicht hätte mehr tun können bzw. von ihrem schlechten Gewissen erdrückt werden.

    Wenn deine Töchter dich irgendwann mal fragen sollten, ob du mehr hättest tun können, wirst du darauf zurückgreifen können. Und du wirst ihnen, weil du dich so damit beschäftigt hast, auch erklären können, warum mehr eben nicht möglich war.

    Was das schlechte Gewissen betrifft, brauchen deine Töchter Wissen und ggf. psychologische Begleitung. Auch das versuchst du ihnen zu geben.

    Du darfst gerne weiterhin hier schreiben, wenn du deine Sorgen teilen möchtest oder jemanden zum Zuhören brauchst.
    Was du teilst, hilft möglicherweise auch anderen, die sich in ähnlicher Lage befinden, weiter.

    Liebe Grüße

    AmSee

    Ich habe dann Suchtdruck, wenn ich mental unter Druck stehe - das heißt, wenn ich gestresst werde - und das werde ich oft, da ich ein sehr sensibler Mensch bin, um nicht zu sagen extrem sensibel.

    Dazu noch ein paar Gedanken:

    Ich selbst war, so sehe ich das im Nachhinein, in den Jahren, in denen ich Alkohol konsumierte, noch sensibler als „normal“. - Hab ich selbst natürlich, als und weil ich trinken wollte, nicht so gesehen. - Da ich mich aus eigenem Interesse näher mit der Neurochemie und -biologie des Gehirns beschäftigt habe, habe ich inzwischen auch Erklärung gefunden, warum das so ist bzw. bei mir so war.

    Eine besondere Sensibilität haben, das beruht nicht nur auf meinen eigenen Erfahrungen, sondern auch auf Erfahrungen im Umgang mit Menschen, die in einer SHG wie dieser auftauchen, während des ersten und teilweise auch noch im zweiten Jahr Menschen, die aus ihrer Alkoholsucht aussteigen.

    Vielleicht macht dir das Mut, dass das mit der Sensibilität im Allgemeinen auf Dauer besser wird.

    Zweitens: Nun hast du bzw. hat dein gesamtes System gelernt, dass es sich mit Alkohol „verarzten“ kann. Diese Erfahrung ist für immer in deinem Suchtgedächtnis gespeichert und lässt sich nicht mehr löschen.
    Wenn du keine anderen überzeugenden, wirksamen Strategien/ Maßnahmen aufbaust, wird dir dein Suchtgedächtnis in Situationen des Stress/ der Not immer wieder das anbieten, was es als höchst effektiv kennengelernt hat.
    Was dort nicht gespeichert ist, ist das, was danach kommt, die ganzen negativen Nebenwirkungen, die diese „Selbstmedikation“ mit sich bringt.

    Was nicht hilft, ist, nach einem gleichwertigen Ersatz für Alkohol zu suchen, denn den gibt’s nicht. Das, was sozusagen gleichwertig wäre, hat wiederum system- und neurobiologisch bedingt Abhängigkeitspotential.

    Ansetzen muss man, um das „in den Griff“ zu bekommen, viel früher und sich auf Entdeckungsreise begeben, was einem wirklich und nachhaltig gut tut.

    Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass das zweifellos eine interessante, spannende und bereichernde Entdeckungsreise ist.

    Viele Grüße

    AmSee

    Guten Morgen, Margret,

    das kann ich gut nachvollziehen, was du über dich schreibst. Die Null-Toleranz-Politik deiner Reha ist völlig verständlich und hat durchaus auch ihre Gründe, aber manchmal ist das für einen Abhängigen eben nicht so leicht, dass er diesen Ansprüchen so genügen kann.

    Was vielleicht hilfreich für dich sein könnte, ist, dich bei dir vor Ort nach weiteren, anderen Möglichkeiten zur Unterstützung umzuschauen. Vielleicht wissen die Berater in der Suchtberatung bei dir vor Ort mehr, vielleicht kannst du auch in Selbsthilfegruppen vor Ort das finden, was du brauchst. Das bedeutet nicht, dass du dich nicht auch hier austauschen kannst, sondern das könnte eine zusätzliche Unterstützung sein, insbesondere in Zeiten, in denen du persönliche Ansprechpartner vor Ort brauchen könntest.

    Sobald ich ein Glas trinke, schreit der Suchtdruck mich an: mehr mehr!!! Also geht es nur abstinent.

    Genau solche Erfahrungen haben bei MIR zu der Erkenntnis und dem Bewusstsein geführt, dass sogenanntes „Kontrolliertes Trinken“ für mich keine Option mehr ist. Ich hätte es noch weiter versuchen können, aber mir war aufgrund entsprechender mehrfacher Erfahrungen bewusst geworden, dass das ein Kraftakt ist, den ich auf Dauer nicht bewältigen kann, bei dem ich eigentlich auf verlorenem Posten stehe. Der Durst kam auch bei mir beim Trinken.

    Als ich mir durch den Austausch hier - ich geriet zu meinem Glück an die für mich passenden Ansprechpartner - begriff, wo ich bereits stand und wohin es erwartungsgemäß mit mir noch kommen würde, war mir klar, dass es leichter war, gänzlich auf Alkohol zu verzichten und keine Ausnahme mehr zuzulassen.

    Das lief bei mir im ersten und auch Anfang des zweiten Jahres coronabedingt ganz gut. Da befand ich mich aufgrund der Beschränkungen gewissermaßen in einem geschützten Bereich.

    Das änderte sich, als die Maßnahmen ausgesetzt wurden und es wieder zu sozialen Kontakten kam, anlässlich derer Alkohol konsumiert wurde. Zunächst war ich mir meiner Abstinenz sicher, sie dauerte ja schon eineinhalb Jahre zu meiner Zufriedenheit an, aber durch den Kontakt kam mit einem Mal der Gedanke oder das Gefühl eines Verlustes auf. Und zusammen damit kam so ein Bedauern und Selbstmitleid auf, denn ich war früher beim Feiern lustig dabei gewesen und kein Kind von Traurigkeit, wie man so sagt.

    Es war nicht nur ein Kontakt, sondern da kamen innerhalb von zwei Tagen mehrere Ereignisse zusammen, die mich bzw. mein Suchtgedächtnis mächtig getriggert haben. Ich hatte plötzlich Suchtdruck vom Feinsten und hatte nur noch den Gedanken, loszufahren, mir starken Schnaps (eigentlich überhaupt nicht mein Getränk) zu besorgen und mich so richtig volllaufen zu lassen.

    Ich wusste, dass ich das eigentlich nicht wollte, aber ich war so sehr in Not, dass ich das alleine nicht überstanden hätte. Ich bin nicht losgefahren, sondern hab erstmal zwei oder drei Freunde per Kurznachrichten kontaktiert, aber die konnten mir nicht helfen. Nun war ich zu dem Zeitpunkt aber noch in einem anderen Forum engagiert und hab mich in meiner Not an die gewandt. Und dort fand ich dann das, was ich brauchte: Ich hatte zum einen geeignete Ansprechpartner, die sich auch die Zeit für mich nahmen, und zweitens hielt ich mich an den Rat, den man mir gab: Ich trank Wasser so viel, wie nur in mich reinging.
    Es dauerte eine Weile, aber das Wunder geschah: Als wirklich gar kein Schluck Wasser mehr in mich rein ging, hörte der Suchtdruck komplett auf. Ich fühlte nur noch Erleichterung.

    Im Nachhinein, da mich das Erlebnis mächtig erschüttert hat, begann ich mit der Aufarbeitung dessen, was das ausgelöst hatte, das Empfinden eines Verlustes, und konnte es ganz ablegen.

    Schon lange verspüre keinen Verlust mehr, im Gegenteil empfinde ich eine Befreiung. Ich brauche keinen Alkohol, um….. Das geht viel besser und nebenwirkungsfreier ohne. 😉

    Was ich dir pauschal erstmal raten kann, ist Folgendes:

    Wenn du schon vorher weißt, dass eine Situation schwierig für dich wird, oder werden könnte, setz dich dieser entweder zum jetzigen Zeitpunkt nicht aus oder überleg dir gut und plane eine sogenannte Exit-Strategie. Vermeidung/ Ablenkung/ Rausgehen aus der Situation usw…..

    Für sogenannte Notfälle haben sich einige einen sogenannten „Notfall-Koffer“ zusammengestellt, auf den sie, wenn sie unter Druck geraten, zurückgreifen können. Die Strategien, aus denen dein „Notfall-Koffer“ besteht, müssen trainiert sein und werden, damit sie ggf. auch greifen.

    Am besten ist, wenn es gar nicht erst zum Notfall kommt, sondern schon längst vorher daran gearbeitet wird, dass es gar nicht erst dazu kommt.

    Bis hierhin erstmal.

    Viele Grüße

    AmSee

    Ich weiß nicht warum ich das frage, aber was geht in einem Vater vor, der eigentlich weiß, welchen Schaden er anrichtet bei seinen Kindern, aber sich jeder Lösung oder Hilfestellung verschliesst? Natürlich weiß auch ich, dass man da nicht mit rational-logischen Ansätzen weiterkommt. Aber die Möglichkeit der Verdrängung ist schon unheimlich. Es geht mir dauernd im Kopf herum.


    Ich hatte gestern und auch vor deiner Antwort schon überlegt, ob ich aufgrund dessen, was du schon geteilt hattest, ein paar meiner Gedanken und Erfahrungen mit dir teilen sollte oder nicht.

    Nun kommt deine Frage und deshalb schreibe ich dir etwas dazu.

    Von außen, als jemand, der nicht in so einer Sucht dranhängt, und selbst als jemand, der zwar mal drin gehangen hat, aber den Absprung geschafft hat, ist es unheimlich schwer, eigentlich gar nicht nachzuvollziehen, warum ein erwachsener, mündiger, vernunftbegabter Mensch wie zum Beispiel dein Ex-Mann, der Vater deiner beiden Töchter, nicht das Vernünftige, das Richtige tut, obwohl es doch sooooo offensichtlich vor Augen liegt.

    Doch aus eigener Erfahrung als Selbstbetroffene kann ich dir nur sagen, dass es aus der Innenperspektive eines Süchtigen überhaupt nicht so klar und offensichtlich aussieht, wie für einen Außenstehenden.

    Das fängt ja schon bei der Frage an, ob sich ein Abhängiger überhaupt seines Problems, seiner Abhängigkeit bewusst ist. Ich zum Beispiel war mir, bis ich mir selbst einer gewissen Problematik bewusst wurde und hier aufschlug, um mich darüber auszutauschen und Hilfe zu finden, nicht bewusst, wie abhängig ich bereits war und wie sich mein Alkoholkonsum insgesamt auf meinen Körper, meine Psyche, meine Beziehung zu meinem Mann auswirkte.
    Das begriff ich tatsächlich erst später so nach und nach im Laufe meiner Abstinenz, zu der ich mich ganz bewusst und aus freiem Willen entschieden habe.

    Nun kenne ich deinen Mann nicht und auch nicht sein Reflektionsniveau.
    Es kann durchaus sein, dass er es tatsächlich gar nicht sieht, weil er entweder nicht das entsprechende Reflektionsniveau hat oder weil er ganz und gar mit sich selbst und seinen Verstrickungen beschäftigt ist, oder dass er es zumindest nicht in dem Ausmaß sieht wie du.
    Es kann sein, dass, gerade weil du der „Stachel in seinem Fleisch“ bist, ein Beziehungsgefälle zwischen euch herrscht und er, der er vermutlich sich als erwachsenen und mündig empfindet, das ablehnt, was du sagst. - Du schreibst selbst, dass er dich mitunter „dämonisiert“.
    Es kann sein, dass er verdrängt, weil er diese „Schuld“ nicht auch noch tragen kann.

    Mein Vater, so kann ich das im Nachhinein nur rekapitulieren, hat mit dem Trinken immer wieder dann angefangen, wenn ihm die Dinge über den Kopf wuchsen. Er hatte, wie ich das heute weiß, recht wenig sogenannte Frustrationstoleranz. Die hatte er leider aufgrund seiner eigenen Kindheits- und Jugenderlebnisse nicht erwerben können.
    Der hat in solchen Momenten, in denen er rückfällig wurde, vermutlich verdrängt, weil er das nicht tragen konnte.


    Was ich mit all dem zu Ausdruck bringen will: Es ist nicht so einfach, so logisch-rational, wie man als Ausstehender denkt.

    Das ist meines Erachtens das Schlimme an der Sucht. Man sagt, dass das eine Krankheit ist, aber im Grunde sagt man das nur, damit‘s mit der Krankenkasse abgerechnet werden kann. Bei jeder anderen Krankheit unternimmt man als Erkrankter alles Mögliche, um zu genesen.
    Das ist bei Alkoholismus und Suchterkrankungen im Allgemeinen aber nicht unbedingt der Fall. Wenn du drin steckst, suchst du dein Heil in genau dem, was dich krank macht, und du steigst erst aus, wenn du an eine Art persönlichen Tiefpunkt gerätst und aus deinem Inneren der unbedingte Wunsch dringt, diesen Weg nicht mehr weitergehen zu wollen. Es steigen, das zeigt sich leider immer wieder, nicht alle aus, aus welchen Gründen oder Hintergründen auch immer.

    Weißt du, ich weiß alles Mögliche über diese Erkrankung, aber ich habe alles getan und arbeite noch immer daran, dass es ja niemals zum Rückfall kommt. Und ich tue das, weil mir bewusst ist, dass mir all dieses Wissen egal sein könnte und ich nichts anderes als trinken will, wenn ich nochmals Alkohol konsumiere. DAS ist Sucht….. Total unvernünftig und unlogisch.

    Liebe Grüße

    AmSee

    Hallo Nekobasu,

    was du über deine Tochter schreibst, kommt mir seeeehr vertraut vor. Ich selbst war als Kind und Jugendliche auch schon „sehr weise“, viel weiter als meine Altersgenossen. Deshalb kam ich bei denen auch nicht so an, weil ich eben anders war. Mit Erwachsenen konnte ich gut reden, so gut, dass denen entgangen ist, was mir entwicklungsbedingt noch zum „Erwachsensein“ fehlte.

    Gut, dass deine Tochter in der Drogenberatungsstelle mit einer Psychologin genau zu diesem Thema sprechen konnte und das auch bei ihrer jetzigen Therapie kann. Im Unterschied zu „normalen“ Erwachsenen darf man davon ausgehen, dass Profis wie es Psychologen sein dürften, sich bewusst sind, wo Jugendliche entwicklungsbedingt stehen und was sie brauchen bzw. nicht brauchen.

    Ja, das Herz….. Mit dem Kopf war ich stets sehr schnell und bin es auch noch heute. Mein Neurologe und Psychiater, bei dem ich seit Jahren mit Unterbrechung von etwa 10 Monaten wegen Depressionen in Behandlung bin, sagte vor Jahren mal zu mir, dass mein Verstand messerscharf sei, wie ein Chirurgenskalpell. Dummerweise aber war mein Verstand ziemlich rücksichtslos im Umgang mit mir selbst bzw. meiner Psyche. - Na klar, wie sollte er auch anders können, er kann naturgemäß gar nicht anders. - Mir ist es in den ersten Jahren bei ihm so manches Mal so ergangen, dass wir im Gespräch etwas analysiert haben, die Psyche, die Emotionen sich aber erst drei Tage später äußerten und mich völlig fertig machten. Da kamen Gefühle und teilweise auch Bilder hoch, denen ich überhaupt nicht oder kaum gewachsen war. - Das passiert mir inzwischen schon lange nicht mehr, aber das hat bei mir durchaus eine ganze Weile gedauert, bis Kopf und Herz gewissermaßen eins wurde.

    Ja, es ist bitter, dass deine Tochter (eigentlich beide Töchter) sich in so jungen Jahren mit solchen Themen auseinandersetzen muss. Angesichts dessen, wie sorglos und selbstverständlich in unserer Gesellschaft mit Alkohol umgegangen wird und für wie selbstverständlich davon ausgegangen wird, dass er zum Leben einfach dazu gehört, möchte man als jemand, der mit der Problematik vertraut ist und/oder persönlich damit zu tun oder darunter zu leiden hat, kotzen.

    Was ich damit zum Ausdruck bringen will: Du darfst deine Wut und dein Unverständnis darüber durchaus auch mal rauslassen. Das ändert zwar nichts an den Umständen und nichts an unserer Gesellschaft, die nun mal so ist, wie sie ist, und sich voraussichtlich auch nicht sobald ändert, aber es dient deiner eigenen Psychohygiene.

    So schlimm, wie das jetzt auch ist, so besteht die Chance für deine Tochter, dass sie daran wächst und den Umgang damit findet, den sie braucht.


    Auf den zweiten Teil deines Beitrags antworte ich gleich. Ich schicke das hier jetzt erstmal ab.

    Liebe Grüße