Beiträge von AmSee13

    willibald42 , mir ist bei deinem Beitrag in diesem Thread nicht recht klar, inwiefern der etwas mit deiner eigenen Selbsthilfe oder etwas mit Hilfe zur Selbsthilfe zu tun hat bzw. inwiefern dein Beitrag mit dem Thema dieses Threads zu tun hat.


    Nun bist du ja nicht frisch hier aufgeschlagen, sondern schon etwas länger dabei. Ist dir klar, dass hier in dieser Selbsthilfegruppe gewöhnlich Menschen aufschlagen, denen, wie Stilles Wasser das in deinem Thread mal beschrieben hat, „zu einem bestimmten Zeitpunkt der Arsch auf Grundeis ging und das nicht ohne Grund.“?


    Du betreibst da eine Verklärung deines Alkoholkonsums.

    Inwiefern hilft das dir oder irgendjemand anderem hier weiter?

    Das kann ich so gar nicht sagen und beantworten. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen NUR 1 Glas Wein zu trinken. Deshalb ist konsequente Abstinenz für mich der beste Weg. Das Risiko irgendwelcher Tests gehe ich erst gar nicht ein. Und solche Überlegungen was wäre wenn sind zuviele Gedanken an Alkohol und Sucht. Ich kontrolliere meine Gedanken sogar, damit das Thema sowenig wie möglich Raum bekommt. Lediglich im Forum ist das Thema aktiv und zwar nur um den Respekt zu behalten. Kontrolliertes Trinken und Tests sind nicht meins.

    Ich bin auf meinem Weg vermutlich schon etwas weiter als du, liebe Emily. Ich kann das, wie ich oben geschrieben habe, für mich ganz klar beantworten: Ich selbst würde auch dann nicht trinken wollen.

    So oder so gibt es beim Alkoholkonsum offenbar keine gesundheitlich unbedenkliche Menge.

    Und inwiefern Alkohol meinem Körper tatsächlich geschadet hat, wurde mir selbst äußerst bewusst, als sich bei mir am Anfang meiner Abstinenz körperliche (und psychische) Verbesserungen einstellten, die ich so überhaupt nicht (mehr) erwartet hätte. Das hat mich sehr überrascht, mich in Bezug auf Alkohol sehr nachdenklich gemacht und in meinem Abstinenzvorhaben bestärkt.

    Auch habe ich mich, als ich mich gedanklich mit den alten Zeiten beschäftigt habe, erinnert, dass mir die erste Wirkung von Alkohol, dieses leicht schwummerige, wattige Empfinden - ich kann‘s nicht besser beschreiben - , über das ich keinerlei Kontrolle hatte, nicht recht behagte, mir eigentlich sogar unangenehm war. Das, was ich mit angenehm verband und mich zum Trinken motivierte, trat ja erst etwas später ein.

    Und das Angenehme hielt sich, wie ich im Laufe der Jahre und insbesondere in den letzten Monaten meiner Alkohol-Karriere feststellen musste, nur kurz, war absolut nicht nachhaltig, im Gegenteil.

    Kurz und gut, für mich gibt es absolut keinen vernünftigen Grund mehr, mir nochmals Alkohol antun zu wollen. Und deshalb kann ich inzwischen mit voller Überzeugung sagen, dass ich auch dann nicht Alkohol trinken würde, wenn ich keinen Kontrollverlust mehr befürchten müsste.


    Etwas völlig anderes sind dann bei mir noch alte Gedankenmuster, die ab und zu mal hoch kommen. Das hab ich ja letztens kurz mal wieder erlebt, als ich mit meinem Mann in einem Restaurant eingekehrt war. Das scheint so etwas zu sein, was mit dem Begriff „Suchtgedächtnis“ bezeichnet wird. Gedanken aus früheren Alkoholkonsum-Zeiten, die unerwartet von irgendwoher aus meinem Kopf hoch kommen, obwohl ich inzwischen ganz anders über Alkohol denke und das Interesse an Alkohol völlig verloren habe.


    Ich finde das absolut nicht verkehrt, dass du sogar deine Gedanken kontrollierst, damit das Thema so wenig Raum wie möglich bekommt. Du bist bei Rekonvaleszent vielleicht schon mal auf den Begriff „Trinkvorbehalt“ gestoßen. Wenn man sich so einen „geheimen Trinkvorbehalt“ lässt, lässt man sich unter Umständen eine Tür zu einem Rückfall offen.


    Für mich wäre, als ich hier vor über fünf Jahren ganz am Anfang stand, die Option, ich könnte irgendwann mal wieder trinken, weil ich „Selbstremission“ erreicht habe, verlockend gewesen. Ich wage aber sehr zu bezweifeln, dass ich mich dann so konsequent auf den Weg gemacht hätte, wie ich‘s getan habe. Ich wage sogar zu behaupten, dass diese Option für MICH nicht gut gewesen wäre, sondern mein Leiden sehr wahrscheinlich nur verlängert hätte.

    Paul hat in RE: Versehentlich Alkohol getrunken, was nun? in Beitrag #39 von diesem Test berichtet. In der darauffolgenden Diskussion hat er begründet, dass er ihn durchgeführt hat, um zu testen, welche Wirkung und ob überhaupt eine Wirkung das auf ihn rein körperlich hat. Er wollte sich selbst etwas beweisen.


    Emily , was möchtest du für dich denn aus Pauls Test schließen?

    Würdest du wieder ab und zu ein Glas Wein trinken wollen, wenn das Risiko, dass du früher oder später wieder einen Kontrollverlust erleidest, nicht (mehr) bestünde?


    Ich persönlich möchte, selbst wenn dieses Risiko bei mir nicht mehr bestünde, keinen Alkohol mehr trinken. Insofern habe ich überhaupt nicht das Bedürfnis, auszutesten, ob ich zu denen zähle, die so etwas wie „Selbstremission“ erfahren haben.

    Mir fällt auf, bei den Antworten darauf: alles was außerhalb der Vorstellungskraft liegt, wird selten akzeptiert oder gar für unmöglich gehalten.

    Nein, das lässt sich den Antworten nicht entnehmen. Stattdessen wird nur von anderen (gegenteiligen) Erfahrungen berichtet.

    Hallo willibald42 ,

    das hört sich so an, dass du deinen eigenen Weg gefunden hast und auch damit zufrieden bist. Und das ist für dich schließlich die Hauptsache.

    Sofern das bei dir auch weiterhin so funktioniert, bist du in all den Jahren, die es diese SHG bereits gibt, wohl der zweite, der so etwas wie „Selbstremission“ erfahren hat. Du bist damit hier in dieser SHG eine seltene Ausnahme.

    Seit geraumer Zeit gibt es Studien, die sich mit diesem Phänomen befassen. Von diesem ist aber in Selbsthilfegruppen und auch im Gesundheitswesen (noch?) nur selten die Rede. Die Gründe dafür wird sich denken können, wer sich näher mit der Thematik beschäftigt.

    Die Erfahrungen der Mehrzahl der Selbstbetroffenen in diesem Forum und anderswo im Selbsthilfesystem sind eben, wie wenig jegliche Kontrollversuche bei ihnen und vielen anderen funktioniert haben. Und weil das eben so ist, können Konzepte des "kontrollierten Trinkens" oder der Konsumreduktion von dieser SHG nicht unterstützt werden.


    Was mich persönlich betrifft, kann ich den Reiz, den ein oder zwei Radler auf dich haben, nicht mehr wirklich nachvollziehen. Klar erinnere ich mich, welchen Reiz ein solches Getränk früher auf mich hatte, aber das ist bei mir komplett weg und ich bin überhaupt nicht traurig darüber. Und das nicht nur, weil ich inzwischen Kenntnis über die Erklärung der Weltgesundheitsorganisation habe, deren Fazit lautete: „Beim Alkoholkonsum gibt es keine gesundheitlich unbedenkliche Menge.“

    Ich komme seit kurzem endlich wieder dazu mein eigenes Brot zu backen, seit ich durch einen Bäcker hier vor Ort wieder an Sauerteig-Ansatz gekommen bin.

    Mit dem Roggen-Sauerteig-Ansatz habe ich auch einen Dinkel-Sauerteig-Ansatz gemacht und diesmal ein Dinkelvollkornbrot, dem ich gekeimten Dinkel zugefügt habe, gebacken.

    Ergebnis: :love:

    Darin ist nix anderes als (selbstgemahlener) Dinkel, Wasser, Dinkelsauerteig-Ansatz, Salz und ein paar Tage lang gekeimter Dinkel.

    Ein Scheibe davon mit etwas Avocado und mit Alfalfa-Sprossen darauf …. Wunderbar!

    Mein Leben ist es mir wert, es nüchtern zu erleben, mit allem was kommt.

    Liebe Emily ,

    in diesem Satz hast du treffend beschrieben, wie es auch mir seit inzwischen einer ganzen Weile geht. Und das fühlt sich für mich sooooo gut an!

    Dieses „mein Leben ist es mir wert“ fühlt sich insbesondere deswegen so gut an, weil das eine Empfindung ist, die ich früher nie hatte, weil für mich und meine eigenen Bedürfnisse sooooooo wenig Raum war.

    Das hatte mit meiner Prägung zu tun. Eine Form von „gesundem“ Egoismus gab es in meiner Familie nicht. Der Begriff „Egoismus“ war in meiner Familie negativ behaftet.

    Heute, mit dem Wissen und Bewusstsein einer Erwachsenen, begreife ich, wie sehr meine Familie von den sogenannten preußischen Tugenden geprägt war. An und für sich sind diese Tugenden nicht schlecht, sie sorgen für ein gutes Miteinander unserer Gesellschaft. Nur hat in meiner Familie offenbar keiner gelernt, was „gesunder“ Egoismus ist. Keiner scheint gewusst zu haben, wie „Selbstfürsorge“ geht und warum das soooo wichtig ist, um gesund zu sein und zu bleiben. Und so scheint es mir heute kaum verwunderlich, warum in meiner Familie fast niemand von Depressionen verschont geblieben ist und/ oder ein Alkoholproblem entwickelt hat.


    Ich bin froh und sehr dankbar, dass ich‘s dann doch noch gelernt habe. So fühlt es sich für mich richtig an.

    Hallo und Willkommen zurück, benjminstern ,

    Danke, dass du deine Geschichte mit uns teilst und deine Gedanken mit uns teilen möchtest.

    Ich schalte dich gleich für den Austausch im öffentlichen Bereich frei und verschiebe deine Vorstellung in das entsprechende Unterforum.


    Möchtest du, da du dich bei der Abmeldung vertippt hattest, deinem Nutzernamen geändert haben?

    Freundliche Grüße

    AmSee (als Moderatorin)

    Hallo Memory ,

    Danke dir für deine Antwort. Ich stelle mir vor, dass es hilfreich für dich (und vielleicht auch andere?) sein kann, über diese Dinge ins Gespräch zu kommen. Ich selbst hab von dem Austausch mit anderen Gesprächspartnern hier sehr profitiert.

    Find ich gut, wie du die beiden Konfrontationserlebnisse reflektiert hast. Ich denke, dass es viel wert ist, zu wissen, dass du nicht unvorbereitet in solche Konfrontationen gehen solltest.

    Das kann ich gut nachvollziehen, wie knifflig die erste Konfrontation mit deinen ehemaligen Saufkumpanen gewesen ist. Da sind ja nicht nur die angebotenen alkoholischen Getränke, die du ablehnen musst, sondern da spielt auch das übliche soziale Miteinander, in das du so nicht mehr hineinpasst und wo du dich ggf. noch rechtfertigen musst, weil du ablehnst, eine Rolle. Auch das, was du dort erlebst, macht bewusst und unbewusst etwas mit dir.

    Ich hab das, was allgemein als Suchtstimme bezeichnet wird, als ziemlich findig kennengelernt. Sie kann später kommen, so als Einflüsterung „Jetzt hast du so toll durchgehalten, da hast du dir eine Belohnung (Alkohol) verdient.“

    Das kann dann heftig werden, wenn du nix Adäquates parat hast bzw. nicht darauf vorbereitet bist. Hat wohl mit Dopamin, dem Neurotransmitter zur Belohnungserwartung zu tun, der dann im Gehirn ausgeschüttet wird.

    Diese sogenannte Suchtstimme kann auch flüstern, „Du hast soooo lange keinen Alkohol getrunken, inzwischen kannst du deinen Konsum bestimmt wieder kontrollieren.“

    Oder, so hab ich das nach einer Folge einer Kette von Triggersituation erlebt, als ich schon über ein halbes Jahr abstinent war und glaubte, zufrieden und safe zu sein: Es kam plötzlich ein ungeheures Bedauern in mir auf, dass ich den ganzen „Spaß“ nicht mehr mitmachen kann, und mächtiger Suchtdruck. Ich hätte mich, obwohl ich das sonst früher nie gemacht habe, mit hartem Schnaps, den ich nicht einmal mochte, so richtig abschießen wollen. Hilfe, war ich da plötzlich in Not! Ohne Unterstützung durch Erfahrene hätte ich‘s wahrscheinlich nicht überstanden. - Ich war nicht drauf vorbereitet, hab das Erlebnis dann aber anschließend für mich aufgearbeitet.


    Ich habe so das Gefühl bei mir, dass ich die Konfrontation schon hin und wieder brauche, ich kann nicht mal wirklich sagen wieso und warum ich mich in diese Situationen begebe.

    Ich habe für mich gelernt, dass es nicht verkehrt ist, meinen eigenen Gefühl zu vertrauen.

    Ich selbst bin aber auch jemand, der gerne wissen oder begreifen möchte, warum ich dieses oder jenes mache oder denke oder fühle. 😉

    Aus Konfrontationen kann man eine Menge lernen. Problematisch wird‘s letztlich nur, wenn man sich aus Unerfahrenheit oder Leichtsinn oder Fehleinschätzung der eigenen Kräfte überfordert. - Das gilt ja eigentlich immer, oder?


    P.S.: Falls du ihn nicht schon bemerkt haben solltest, empfehle ich dir noch den Artikel „Erste Hilfe“ bei Suchtdruck / Craving .

    Hallo Memory ,

    habe hier viel gelesen in den Threads und viele meiner Problemchen so lösen können. Hab mich auch mit Büchern zu den Thema beschäftigt und online auf allen möglichen, teilweise sehr wirren Seiten und Foren gelesen. Man wundert sich was man manchmal für einen müll liest und für was manche Leute Geld verlangen aber das ist ein anderes Thema.

    das freut mich, dass du hier und sonst online schon Informationen gefunden hast, die dir weitergeholfen haben.
    Ich habe in meiner Anfangszeit auch seeeehr viel gelesen (und auch seeeehr viel geschrieben). Ich war richtig wissensdurstig und für mich war diese aktive Auseinandersetzung auch sehr hilfreich.

    Nun hast du schon zwei Konfrontationen hinter dir und erste Erfahrungen damit gemacht. Was solche Konfrontationen betrifft, gibt‘s unterschiedliche Sichtweisen. Vielleicht hast du davon in unserem Artikel Bewahrung der eigenen Abstinenz durch „Selbstfürsorge“ schon gelesen.

    Es gibt Selbstbetroffene, ich habe hier solche kennengelernt, die aufgrund ihrer Biographie an einen Punkt gekommen sind, dass es bei ihnen offenbar so klick gemacht hat, dass sie mit Alkohol vollkommen durch waren. Denen, so habe ich es von ihnen erfahren, genügte es, sich einfach vor Augen zu halten, wie es war, wenn sie „gesoffen“ haben. Diesen genügte es, in kritischen Situationen zu wissen, was sie wollen, und sie sind solchen Situationen nicht unbedingt aus dem Weg gegangen, sondern haben sie eher als Trainingsfeld betrachtet. (Konfrontation)

    Und dann habe ich nicht wenige Selbstbetroffene kennengelernt, die (zumindest zunächst) den Weg der Vermeidung gegangen sind, um sich nicht zu überfordern, sondern die eigene Abstinenz erst einmal zu sichern und zu stärken. Hintergrund dafür waren meist Erfahrungen, öfter mit dem sogenannten „Suchtdruck“ (= überaus starkes Verlangen, Alkohol zu konsumieren) konfrontiert gewesen zu sein, oder Erfahrungen mit Rückfällen.


    Ich selbst bin auch zunächst den Weg der Vermeidung gegangen.


    Mich würde interessieren, was du aus deinen beiden Konfrontationserfahrungen für dich dazugelernt hast. Magst du ein wenig dazu schreiben?


    fand ich übrigends sehr faszinierend wie sich Menschen mit jedem Glas Alkohol verändern.

    Kann ich nachvollziehen. Mir drängt sich gerade der Gedanke auf, dass man sich wie Alice im Wunderland vorkommen kann, wenn man aus dem in unserer Gesellschaft so üblichen Denk- und Verhaltensmuster in Bezug auf Alkohol hinaustritt.

    Ich kann auch die Reaktion von Rekonvaleszent nachvollziehen.


    Ich selbst nehme solche Veränderungen anderer unter Alkoholeinfluss, wenn ich mich in entsprechender Umgebung befinde, nur noch zur Kenntnis. Ich mag mir darüber keine Gedanken mehr machen, das ist es mir nicht mehr wert. Ich weiß, dass andere Alkohol trinken wollen. Sollen sie‘s tun, ich mach mein eigenes Ding und bin bestzufrieden damit.

    Freundliche Grüße

    AmSee

    Emily , auch ich fühle nicht ständig die große Freiheit meines alkoholfreien Lebens. Ab und zu aber juchzt es in mir auf, wie glücklich ich mich schätze, frei von diesem Zeug und allem, was da so dranhängt, zu sein. Und dann genieße ich dieses Gefühl und fühle Dankbarkeit.

    Ich könnte mir vorstellen, dass auch du ab und zu solche Momente haben wirst. Zu tun hättest du dann nur, es zu genießen. ;)

    Klar gehe ich zu events oder Feiern, nur darf dort der Alk nicht das alleinige Bindeglied und Sinn und Zweck des Treffens sein. Der zunehmende Pegel von trinkfreudigen Personen und das damit automatische Absinken des Gesprächsniveaus geht mir gegen den Strich. Ich bin in dem Augenblick weg, in dem ich mich dort nicht mehr wohl fühle. Nein, das bedrückt mich nicht, warum auch? Ich verschwinde nicht, weil ich Angst hätte, selbst wieder zu trinken, sondern weil mir meine Zeit für versoffenes Gelaber zu schade ist.

    Ich selbst gehe auch zu Events oder Feiern, wenn ich Lust darauf habe. Auf Events oder Feiern, bei denen Alkohol das alleinige Bindeglied oder Sinn und Zweck des Treffens ist, wird man mich nicht finden. Nicht, weil ich Angst davor hätte, sondern weil das einfach nicht meins ist.

    Und wenn ich denn mal bei einer Feier sein sollte, bei denen meine Umgebung einen zunehmenden Pegel entwickelt hat und die Gespräche sich entsprechend entwickeln, bin ich entweder nüchtern lustig, wenn ich mag, oder aber gehe ich weg, weil‘s mir einfach zu dumm wird.

    Emily , ich sehe das ganz ähnlich wie Rekonvaleszent .

    Du schreibst, dass du eine Vermeidungshaltung und/ oder Risikovermeidung praktizierst. Ich frage mich, wie ich mir das bei dir vorstellen soll. Bist denn nicht auch du in Film, Fernsehen, Büchern mit Alkohol konsumierenden Menschen konfrontiert worden? Bist du nicht inzwischen schon mal wieder auf Alkohol konsumierende Menschen in deiner Familie oder im Freundes- oder Bekanntenkreis gestoßen? Oder, wenn du unterwegs bist, bist du da nie an Lokalitäten, wo Menschen Alkohol konsumieren, vorbeigekommen? Warst du inzwischen noch nicht wieder in einem Restaurant, in dem an Nachbartischen Alkohol konsumiert wird?

    Nach dem, was du so von dir geteilt hast, bist auch du nicht in die Einsiedelei gegangen, sondern hast bislang schon einen Umgang damit gefunden, dass Alkohol in unserer Gesellschaft omnipräsent ist. Du hast geschrieben, dass du dich stabil fühlst, dass dir Alkohol egal geworden ist.

    Spricht etwas dagegen, dich noch etwas mehr zu konfrontieren bspw. durch einen Restaurantbesuch?

    Ich kann die Aufregung über diese Aussage „Der Rückfall gehört dazu“, die laut Leonissa offenbar auf der Entgiftungsstation, auf der sie arbeitet, nicht ganz nachvollziehen.

    Sparkassen_Helga hat meines Erachtens treffend beschrieben, in welchem Zusammenhang eine solche Aussage gesehen werden kann:

    Ich verstehe das übrigens ganz anders. Nicht jeder muss auf dem Weg in die Abstinenz einen Rückfall erleiden. Wir haben im Forum Menschen, die komplett rückfallfrei sind. Ich sehe die Rückfallthematik eher in dem Sinne, dass das nicht aufhören können die Sucht definiert. Jemand, der das Trinken sein lassen kann, also nicht immer wieder zurückfällt in ein Trinkmuster ist nicht süchtig. Für mich ist das eher das Kennzeichen der Sucht.


    Unbestreitbare Realität ist doch wohl, dass es nicht jeder, der eine Alkoholsucht entwickelt hat, beim ersten Anlauf schafft, sich daraus zu befreien. Die Gründe dafür dürften vielfältig sein.


    In dem Artikel https://trokkenpresse.de/titelthema-01-…tsel-rueckfall/ von Prof. Lindenmeyer, auf den ich in diesem Thread schon mal hingewiesen habe, werden aufschlussreiche Daten aufgeführt:

    60% aller Rückfälle haben sich in den folgenden drei Situationen ereignet:

    • unangenehme Gefühle, wenn man alleine ist (z. B. Langeweile, Einsamkeit, Angst, Depression),
    • im Anschluss an Konflikte und Konfliktsituationen (z. B. am Arbeitsplatz oder in der Familie)
    • soziale Verführung (z.B.: Kumpels fordern einem zum Mittrinken auf; ein Arzt empfiehlt ein Beruhigungsmittel).


    Die übrigen 40 Prozent aller Rückfälle haben sich in folgenden Situationen ereignet:

    • angenehme Situationen (z. B. Erfolgserlebnisse, Verliebtsein),
    • Geselligkeit (z.B. Kneipenbesuch, Parties, Familienfeier),
    • körperliche Beschwerden (z.B. Schmerzen, Schlafstörungen),
    • Versuch, kontrolliert zu trinken und
    • plötzliches Verlangen (z. B. beim Anblick eines Biergartens).


    Rückfälle sind offenbar Realität und Teil einer Suchterkrankung, insofern ist die Formulierung „Der Rückfall gehört dazu“, wenn er von Fachpersonal auf einer Entgiftungsstation, das ständig damit konfrontiert ist, geäußert wird, doch gar nicht sooooo verkehrt. 🤔


    Interessant fände ich, welche Antworten Leonissa auf der Teamsitzung, auf der sie das das Thema Kommunikation mit den Patienten bezüglich Rückfall diskutieren will, vom Fachpersonal bekommt. Wie sehen die das und wie begründen sie eine solche Aussage?


    Und mit Blick auf die Wirkung einer solchen Aussage auf Selbstbetroffene fände ich interessant, wie die, die sich tatsächlich auf einer Entgiftungsstation befanden - hier im Forum haben Paddy oder Bighara oder Laggard oder Greenfox ihre Erfahrungen geteilt - eine solche Aussage - sofern sie denn ebenfalls mit dieser Aussage konfrontiert waren - wahrgenommen haben. Hatten die den Eindruck, dass ihnen damit suggeriert wurde, dass alles nicht so schlimm sei? - Ich persönlich vermute mal, dass das nicht so angekommen ist…..


    Ich persönlich habe mit einer solchen Aussage „Der Rückfall gehört dazu“ keine Schwierigkeiten. Ich habe auch keine Schwierigkeiten damit, dass mein sogenanntes Suchtgedächtnis schäft und mal aufwachen könnte. Ich sehe da auch kein Damoklesschwert über mir.

    Letztens schlug ich meinem Mann nach einer Veranstaltung, die wir zwei besucht hatten, vor, noch in einem Lokal in der Nähe einzukehren. Vor Ort wachte mein Suchtgedächtnis tatsächlich unerwartet auf. Hat mir das Angst gemacht? - Nein! Hab ich deswegen das Weite gesucht? - Nein! Ich hab‘s lediglich zur Kenntnis genommen, mit dem, wie ich inzwischen über Alkohol denke und wie zufrieden ich damit bin, gegengesteuert, mir eine hausgemachte Limonade und paar Köstlichkeiten bestellt… Und wir zwei hatten einen echt schönen Abend.


    Ja, da scheint bei mir eben etwas aus der Zeit meines Konsums nie ganz weg zu sein, etwas, was sich wohl als Suchtgedächtnis bezeichnen lässt. Rede ich mir da etwas wiederholt ein? - Nein, so fühlt es sich absolut nicht an, ich denke da auch nicht ständig dran, sondern nehme es nur zur Kenntnis, wenn’s mal wieder passiert. Für mich ist es eher erleichternd, dass es dafür einen Namen gibt und dass ich mit diesem Phänomen nicht allein bin. Es macht es für mich irgendwie leichter damit umzugehen. Es „gehört [wohl] dazu“….. Entscheidend ist meines Erachtens nur, wie ICH dem begegne.


    Und so betrachte ich im Grunde auch eine solche Aussage wie „Der Rückfall gehört dazu“. Für mich bedeutet das keine Verharmlosung und ich betrachte es auch nicht als „Dogma“, als Glaubenssatz, der nicht hinterfragt werden darf. Rückfälle gehören statistisch gesehen offenbar zur Realität, entscheidend ist meines Erachtens, was ICH dafür tun kann, dass MIR das nicht passiert.

    Und damit MIR das nicht passiert, habe ich an mir gearbeitet und mich intensiv mit dem Thema beschäftigt. Ich sorge endlich wirklich für mich, kümmere mich um meine eigentlichen Bedürfnisse. Und diesen Weg verfolge ich konsequent weiter, ohne Angst.

    Hallo Larissa,

    vielleicht ist das, worüber wir uns im Thread Muss ich den Rest meines Lebens immer vor einem Rückfall Angst haben? ausgetauscht haben, interessant für dich?

    Möglicherweise sind auch unsere Artikel interessant für dich?


    Was den Austausch hier betrifft, haben Tom und Sparkassen_Helga dir bereits signalisiert, dass wir hier im Austausch aneinander interessiert sind. Hier geht‘s nicht um andere, sondern konkret um uns. Wir sind hier, um einander Hilfe zur Selbsthilfe zu geben.

    Grüße

    AmSee

    Das ist gut. Perspektiven finden. Wege, die man gehen kann. Ziele, die man erreichen kann. Mir fällt dazu gerade das Bild mir der Leiter ein. Liegen die Streben zu weit auseinander wird es schwierig weiter zu kommen. Oder das Bild mit der Treppe. Sind die Stufen zu groß, kannste sie nicht gehen. Geht das in die Richtung?

    Wenn dir dazu diese Bilder einfallen, dann könnte das deine Richtung sein. Da ist es meines Erachtens nicht wichtig, in welche Richtung ich selbst gedacht habe.

    Bei mir sind hier und auch anderswo durch Gedanken anderer eigene Bilder oder eigene Perspektiven aufgeploppt, mit denen ich, weil sie aus mir kamen, etwas anfangen konnte. Und ich habe gelernt, diesen Impulsen zu vertrauen und mich auf sie einzulassen.

    Wenn das zu dir passt, was spricht also dagegen, diese Bilder weiterzudenken?


    Meine eigenen Perspektiven und Ziele gehen nicht unbedingt aufwärts wie bei einer Leiter oder Treppe, für mich muss es nicht nach oben gehen, sondern lediglich in die eine oder andere Richtung, wie bei einer Wanderung oder Reise.

    Ich kann krankheitsbedingt nicht immer so, wie ich gerne möchte. Dann verfolge ich das, was ich eigentlich gerne machen oder erledigen wollte, erstmal nicht weiter, sondern wende mich etwas anderem zu, was ich entweder auch gerne mache und grad weiterverfolgen könnte, oder aber ich gönne meinem Körper die Erholung, die er gerade mal wieder einfordert.

    Perspektivisch ist das, was ich eigentlich wollte, nicht weg, nur auf einen anderen Zeitpunkt verschoben. Damit kann ich ganz gut leben, weil erfahrungsgemäß irgendwann wieder der Zeitpunkt kommt, an dem ich das, was ich gerne machen wollte, weiterverfolgen kann. Und in der Zwischenzeit mache ich eben etwas anderes.


    Manchmal habe ich das Gefühl, mich in einer Sackgasse zu befinden. Und dann kommt im Gespräch mit jemand anderem oder durch etwas, was ich zufällig sehe oder höre, plötzlich ein Perspektivwechsel zustande, und es tut sich vor mir eine Möglichkeit oder Chance auf, an die ich selbst vorher nicht gedacht hätte. Manchmal braucht es auch einfach nur Zeit, bis in mir etwas so gewachsen ist, dass ich feststelle, dass meine Sackgasse keine Sackgasse ist, sondern meine Wahrnehmung nicht weit oder tief genug war.

    Was mir dabei hilft, ist meine Offenheit für Möglichkeiten und Chancen. Für mich bewahrheitet sich immer wieder dieser Spruch, „Schließt sich eine Tür, öffnet sich irgendwo ein Fenster.“

    Ich bin ein sehr kreativer Mensch mit vielseitigen Interessen. Im Grunde musste ich nur lernen

    AmSee13 betont diesen Punkt auch oft in ihren Beiträgen. Wobei ich glaube, dass auch das Denken/ Lernen eine Form von Tun sein kann, wenn man es denn kanalisiert, zB. in Form von Sprache lernen oder auch Wissen erwerben durch die Dinge, die Du machst, wenn Du Dich mit neurobiologischen Prozessen beschäftigst. Solange das Denken nicht das Tun beschneidet, sondern eine andere Art des Tuns ist, finde ich die auch ok.

    Bin ich völlig bei dir.

    Das, woran ich in meinem Beitrag gestern gedacht habe, war nicht das kanalisierte Denken und Lernen, sondern tatsächlich das, wozu ich mich selbst immer wieder hinreißen lasse: Eine Art von Binge-Reading.

    Damit habe ich mich nicht gerade selten vom eigentlichen Tun abgelenkt.

    Und - oh Wunder - ˋne entsprechende Quittung meines Körpers und meiner Psyche bekommen….

    Da denke ich generell noch zu naiv, befürchte ich. 2003 als ich das letzte Mal für einen längeren Zeitraum nichts getrunken hatte, ging es aus der heutigen Perspektive betrachtet steiler und schneller bergauf. Aber da hatte ich auch in 6 Monaten 20 kg abgenommen und bin nach einem Jahr Marathon gelaufen. Was das für eine Aufwand war, sowohl ernährungs- als auch trainingstechnisch, muss ich nicht noch mal haben. Zumal ich zugeben muss die eine oder andere Situation weggelaufen zu haben. Das war tatsächlich zumindest Teilweise eine Art Suchtverlagerung.

    Jetzt lerne ich halt das Normale, gesunde kennen. Das, was manchmal auch absolut keinen Spaß macht. Das, was ich viele Jahre entweder weg gefeiert, weg gelaufen, weg gearbeitet habe. Irgendetwas findet sich immer.

    Ich denke, dass Dopamin, der Neurotransmitter zur Belohnungserwartung, sowie das sogenannte Belohnungssystem in diesem Zusammenhang geeignete Stichworte sind.


    Das Geheimnis wird für dich vielleicht darin liegen, wie du mit dem, was dir absolut keinen Spaß macht, umgehen könntest. Kannst du dich von diesem oder jenem befreien, weil es dir nur eine Last ist? Oder kannst du es portionieren und dir zwischendurch und anschließend Inseln der Erholung, Belohnung, des Wollens oder Mögens einbauen?

    Diese Inseln müssen gar nichts Großartiges sein, sondern dürfen im Gegenteil allerlei Kleinigkeiten sein, die sich in den Alltag einfügen. Mir sind sie erst ein- bzw. aufgefallen, nachdem ich mich für diese Möglichkeiten geöffnet hatte. Das kann ein Blick aus dem Fenster sein, ein freundlich dreinblickender Mensch, die Aussicht auf eine Pause mit einem Becher Tee in meinem Sessel, Momente des Innehaltens und sich Besinnens auf das, woran ich Freude habe.

    Ja, es findet sich immer etwas, was absolut keinen Spaß macht, was man nicht tun, nicht sehen, nicht hören will. - Für mich ist es wichtig geworden, dem nicht mehr Aufmerksamkeit zu widmen als unbedingt nötig und stattdessen meine Aufmerksamkeit auf das, was gelingt, was mir persönlich gefällt, was ich mag, zu richten. Auch so sorge ich für mich.

    Die Vergangenheit ist bei mir auch lange ein (großes) Thema gewesen. Da muss ich auch nicht lange suchen. Aber inzwischen denke ich, dass ich mich letztlich nur immer wieder retraumatisiere, wenn ich immer wieder zurück gehe. Zugegeben, es ist nicht einfach. Aber am Ende hilft eh nur nach Vorne gucken.


    Die Vergangenheit war für mich eine Last und ich weiß leider auch gut, was Retraumatisierung bedeutet. Wenn du sie hinter dir lassen kannst und endlich möglichst nur nach vorne blicken kannst, ist das gut.

    Nur Zurückgehen und dabei lediglich das Vergangene nochmals aufzukochen, hilft meiner eigenen Erfahrung nach nicht weiter.

    Ich selbst habe mich mit meiner Vergangenheit ein weiteres und endlich letztes Mal beschäftigt, weil die alten Wunden mich in der Gegenwart belasteten und behinderten. Ich hab mir dazu geeignete professionelle Hilfe geholt. Inzwischen kann ich auf das Alte blicken, ohne dass mir da noch etwas wehtut. Das, was war, ist auch gefühlt endlich vorbei.


    Geduld war auch meine Sache nicht und „Füße still halten“ schon gar nicht. Geduld hatte für mich früher etwas von „Aushalten-Müssen“. Das musste ich in meiner Kindheit und Jugend zu oft und hab so sehe darunter gelitten, dass ich solche Situationen und Zustände als Erwachsene als unerträglich empfinde. Was ICH stets brauche, sind Lösungen oder Perspektiven.

    Geduld habe ich dadurch gefunden, dass ich Perspektiven gefunden habe, Wege, die ich gehen kann, Ziele, die ich erreichen kann. Und mitunter erfreue ich mich auch an dem, was mir auf dem Weg in die gewünschte Richtung begegnet, und begegne ihm mit Dankbarkeit. So ist gegebenenfalls der Weg schon das Ziel.

    Und so habe ich gelernt, wie Geduld sich für mich auszahlen kann. So wurde es dann nicht mehr so schwer, erneut Geduld aufzubringen.

    Und Ich weiß tatsächlich nicht ob meine aktuellen Probleme mit innerer Unruhe, Schlafproblemen und dem blöden Herzgestolpere daran liegen, dass ich vor einem Jahr aufgehört habe Alkohol zu trinken. Gefühlt war ich schon (viel) weiter. Vielleicht ist es der Winter, der Job, die Familie ... oder alles zusammen. Womöglich sitze ich generell und vor allem abends zu lange vor einem Display, was die Neurotransmitter ebenfalls beeinträchtigen kann.

    Was ich im Laufe der vergangenen Jahre begriffen habe, ist, wie vieles miteinander zusammenhängen kann. Ich hab mich auch näher mit der Neurobiologie des Gehirns beschäftigt und bin hoch beeindruckt, wie fein und hoch differenziert die verschiedensten Neurotransmitter da abgestimmt sein müssen, damit alles so läuft, wie es laufen sollte.

    Ein Winzigstel zu viel von diesem, ein Winzelgstel zu wenig von jenem und schon geht‘s uns nicht so, wie wir‘s gerne hätten.

    Schön wär‘s und so bequem, wenn ein, zwei Pillen reichen könnten, damit das, was grad nicht so funktioniert, wieder reibungslos funktioniert. Doch so funktioniert es leider nicht.

    Manchmal frage ich mich inzwischen, ob das nicht auch besser so ist, weil wir unserem Körper dann nicht die Pause oder Erholung oder eine Veränderung unseres Lebensstils einräumen würden, die er offenbar braucht.

    Du, Loner hattest von einer anstrengenden Zeit im Dezember mit deiner Familie erzählt. Könnte es sein, dass da noch etwas nachwirkt? - Bei mir wirkt so etwas immer nach. Das war schon so, bevor ich chronisch krank geworden bin, da war mir das nur noch nicht so bewusst wie heute, da ich krankheitsbedingt über ein recht begrenztes Energiereservoir verfüge. Damals wie heute braucht seine Zeit, bis mein Reservoir wieder aufgefüllt ist.

    Im Winter bilden unsere Körper, weil sie weniger Tageslicht erhalten, weniger Serotonin und kein Vitamin D, was sich auch auf unser Wohlbefinden auswirkt.


    Des Weiteren habe ich in Bezug auf meine eigene Abstinenz die Erfahrung gemacht, dass es da nicht linear aufwärts gegangen ist, sondern dass es sowas wie Wellen gab. Das mag etwas mit der komplexen Neurobiologie zu tun haben, aber ich vermute stark, dass das auch etwas mit dem Leben, mit Gefühlen, Erinnerungen und dem ganz normalen Alltagswahnsinn zu tun hat.

    Ich hab auch immer tiefer gegraben. Nicht mit KI, sondern mit allem anderen, was mir vor Augen und Ohren kam. Bei mir spielte von Anfang an meine Vergangenheit mit meiner Familie eine Rolle.


    Ich kann dir nur empfehlen, Geduld mit dir zu haben - Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht - und dich weiterhin auf Entdeckungsreise zu begeben, was du eigentlich brauchst. Das wird wahrscheinlich weniger im Lesen, als vielmehr im eigentlichen Tun bestehen.

    Mein Geist ist auch stets hungrig, wissbegierig, aber wenn ich persönlich mich zu viel in dem Bereich betätige und zu wenig im eigentlichen Tun, wirkt sich das schlecht auf meine Stimmung, mein körperliches Befinden und auch meinen Schlaf aus. Das Geheimnis liegt offenbar in der Balance. Die halte ich zugegebermaßen nicht immer, kann sie nicht halten oder will sie nicht halten. Ich selbst neige nun einmal zum Intensiven. 🤷‍♀️

    Hi Tom,

    freue mich mit dir, dass du nun (wieder) ein Jahr voll gemacht hast.

    Andererseits ist es auch nur eine Zahl, ein Zeitraum, weswegen ich nicht in Jubelschreie ausgebrochen bin.

    Kann ich gut nachvollziehen. Es ist im Grunde ja nicht dein erstes alkoholfreies Jahr, sondern du befindest dich schon länger auf dem Weg, frei von Alkohol zu leben.

    Du weißt aus eigener Erfahrung sehr genau, wie das ist, wenn du einen Rückfall erleidest.

    So schlimm das für dich war, so bist du möglicherweise auch dadurch einen Schritt weiter gekommen, weil du aus diesen Erfahrungen dazu gelernt hast, wo deine persönlichen Fallstricke liegen und wie du entsprechend für dich sorgen kannst.


    Winterblues…. Jo, mir auch nicht unbekannt….Und danach erstmal Frühjahrsmüdigkeit….

    Geht vorüber! 😅


    Beste Grüße

    AmSee