Memory , ich find‘s gut, wie du reflektierst. Dir ist bewusst, woran es liegt. Vermutlich ist dir auch bewusst, wo du ansetzen könntest, um etwas Druck rauszunehmen?
Festzuhalten ist, dass du für dich u.a. mit dem Training, mit der Zeit, die du dir für dich nimmst, mit der Zeit, die du dir bewusst für deinen Vater und die du dir für deine Familie nimmst, einen Weg gefunden hast.
Festzuhalten ist, dass sich das Verhältnis zu deiner Frau und den Kindern extrem verbessert hat, dass es gesundheitlich trotz der neuesten Nachrichten stark bergauf geht, dass du wieder Spaß hast, an dem, was du tust.
DAS ist schon mal nicht gerade wenig. ![]()
Man muss wohl auch in den negativen Dingen das positive sehen.
Das „muss“ in deiner Formulierung lässt mich etwas aufhorchen.
Dieses „muss“ kann nämlich auch so gedeutet werden, dass negative Gefühle und reale Probleme zurückgedrängt oder verdrängt werden sollten. (Ob du das tust oder nicht, kann ich natürlich nicht wissen.)
Das erweist sich aber auf Dauer nicht als gesund oder hilfreich.
Mit negativen Gefühlen und realen Problemen sollte man sich zu gegebener Zeit durchaus auseinandersetzen, um einen Umgang damit zu finden oder auch Lösungen für reale Probleme.
Ich gehe da etwas anders heran:
Ich weiß, dass ich Einfluss nehmen kann auf mein Befinden, und zwar dadurch, worauf ich jeweils meine Aufmerksamkeit richte.
Richte ich meine Aufmerksamkeit mehr oder minder nur auf das, was schlecht läuft, auf meine Probleme, auf den Stress, den ich gerade erleide, so wirkt sich das negativ auf mein psychisches und körperliches Befinden aus.
Richte ich meine Aufmerksamkeit aber auf das, was gut läuft, oder auf Möglichkeiten, die mir ggf. zur Bewältigung dessen, was schlecht läuft, zur Verfügung stehen, wirkt sich das positiv auf mein Befinden aus.
Mit dem Wissen achte ich bewusst darauf, worauf ich meine Aufmerksamkeit richte. Und so liegt mein Fokus eher auf dem, was gut läuft, oder aber auf Möglichkeiten, die mir ggf. zur Bewältigung dessen, was schlecht läuft, zur Verfügung stehen.
So erfahre ich dann auch Selbstwirksamkeit, was sich wiederum positiv auf mein Befinden auswirkt.
Das funktioniert nicht immer, aber es ist schließlich noch kein Meister vom Himmel gefallen.
Du kompensierst den Stress, unter dem du derzeit stehst, mit Training, teils bis zur Erschöpfung. Damit hast du‘s, wie du schreibst, „im Griff“.
Da bei einem solchen Training Stresshormone wie Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol verbraucht werden, dürfte das durchaus eine zweckmäßige Lösung sein.
Der seelische Stress deutet auf innere Belastungen und entsprechende Bedürfnisse hin. Liegt es da nicht nahe, diesen Bedürfnissen Beachtung zu schenken und ihnen Genüge zu tun?
Wenn sich in mir z.B. Gefühle von Frust, Enttäuschung, Angst usw. regen, schenke ich zu gegebener Zeit den Bedürfnissen, die eigentlich dahinter stehen, Beachtung und bemühe mich, ihnen Genüge zu tun.
Beste Grüße
AmSee