Das ist doch nicht kryptisch. Ziel ist Nüchternheit, nichts anderes. Sich zu überlegen, was zu tun wäre, wenn ein Rückfall stattfindet, verlangt bloss ein bisschen Realitätssinn. Zu glauben, dass man garantiert einer der wenigen auserkoren ist, der nie mehr bis ans Lebensende trinken wird, finde ich überheblich und gefährlich.
Ich wage zu behaupten, dass du, als du den Trinkversuch gemacht hattest, zumindest verschiedene Szenarien durchgespielt hattest, was passieren könnte. Wenn nicht, wäre das ja noch fahrlässiger als der Trinkversuch an sich.
Mal ganz einfach: trinke ich nicht = Rückfall (wiederholtes Trinken) ausgechlossen.
Einmaliges trinken ist auch schon ein Rückfall, egal ob ein Glas oder 20. Und egal ob geplant oder ungeplant. Der Schweregrad mag unterschiedliche sein, ein Rückfall ist es trotzdem.
Den Schuh, Rückfälle schönzureden, lass ich mir nicht anziehen. Echt nicht! Ich weiss, wie verdammt schwer es ist, nach einem Rückfall wieder auf die Beine zu kommen. Ebenfalls weiss ich, wie es ist, nach 3 Jahren Abstinenz glauben geheilt zu sein, nur um weitere 17 Jahre mich runterzuwirtschaften.