Mein zufriedenes, nüchternes Leben 🍀

  • Irgendwie ist bei mir die Luft raus. Bin etwas ausgepowert. Bezieht sich hauptsächlich auf den Job. Bin häufiger unkonzentriert und genervt. Im Grunde könnte ich mal paar Wochen eine Auszeit gebrauchen um neue Energie zu tanken. Habe aber nur 28 Tage Urlaub im Jahr 😔

    Watch out ❤️

  • Hallo Emily

    Abstinenz bietet ja die Möglichkeit sich mehr und mehr dem Wesentlichen des Lebens zu öffnen, zuzuwenden und hinzugeben. Dazu ist es wohl nötig ab und an in die Dunkelkammer zu gehen um dort den eigenen Alltag auf dem Prüfstand zu stellen. Unbewusste Denkschablonen und eingefahrene Gedankenkonstrukte aufspüren. Gewohnheiten haben sich eingeschlichen, verfestigt und fühlen sich nun nicht mehr so okay an. Irgendwie haben sie ihre Frische und ihre Farbe verloren. Was vielleicht mal gut und richtig war hat sich inzwischen überholt. Das ist der Lauf der Dinge, das nichts bleibt wie es war sondern ständig im Fluss ist. Ein kleiner Rückzug vom bisherigen ist vielleicht die beste Möglichkeit um wieder in den Flow zu kommen und die Energien des Seins neu zu spüren.

    Alles Gute

    Brant

  • Ruh dich aus!! Schau was du ändern kannst und musst. Wenn es möglich ist, versuche was für dich zu tun, du musst nicht immer funktionieren und immer präsent sein. Ich weiß das ist schwer, in deiner Situation. Vielleicht kann deine Familie dir etwas Freiräume schaffen. Hast du schon mal über eine Kur nachgedacht? Ich drücke die Daumen und hoffe das du Ruhe findest. HG

  • Ich bin jetzt erstmal krankgeschrieben. Bin wirklich erleichtert endlich mal eine Pause zu haben. Überlastung war früher bei mir auch der Hauptgrund zum Alkohol zu greifen, das habe ich dem Arzt auch gesagt, dass ich auch auf meine Abstinenz achten muss und sie nicht gefährde.

    Jetzt kann ich den grippalen Infekt auch mal richtig auskurieren, den schleppe ich schon wochenlang mit mir rum, verbunden mit einer seltsamen depressiven Stimmung.

    Werde mich nun mal erholen.

  • Hi Emily,

    nach dem, was du so von dir geteilt hast, finde ich es sogar verständlich, dass du dich momentan etwas ausgepowert fühlst.

    Mir geht das in vergleichbaren Situationen ja nicht anders. Mein Körper fordert seit ein paar Tagen ebenfalls eine Auszeit. Das war bei mir in letzter Zeit offenbar doch etwas zu viel, ohne dass ich mich in der Lage gesehen hätte, das zu bremsen. „C'est la vie“, nicht wahr?

    Nicht angenehm, aber ich bin ja damit vertraut und gebe ihm und damit mir, was er offensichtlich gerade braucht. Er meint es ja letztlich doch gut mit mir.

    Was das Forum betrifft: Das, was dir vor Kurzem durch den Kopf gegangen ist und was du mit uns geteilt hast, ist mir früher auch immer mal wieder durch den Kopf gegangen. Das Auf und Ab hier ist ja nicht neu, ich hab mich nur schon daran gewöhnt und kann es so akzeptieren, wie es ist.
    Ich bin noch da, auch wenn ich hier ehrlich gesagt manchmal müde werde. Die Zeit wird und mit ihr das Nutzerverhalten wird meines Erachtens zeigen, ob und wie es mit diesem Forum weiter geht. Das Forum hat meiner Ansicht nach großes Potential.

    Liebe Grüße

    AmSee

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • Ja das stimmt, ich habe mich extrem ausgepowert gefühlt. Im Job Urlaubsvertretung, mehrere sehr kranke Personen im Familienkreis, irgendwie ist mir das zuviel geworden. Habe im Job Fehler gemacht und war unkonzentriert. Deshalb ist es jetzt gut mal Pause zu machen und die Batterien aufzuladen.

    Im Forum ist ja momentan wieder etwas mehr los. Ich habe mir aber einen Beitrag von Bighara zu Herzen genommen und darüber nachgedacht und reflektiert. Dafür nochmal ein dickes Danke an dich Bighara .

    Bei dir verstehe ich es vollkommen liebe AmSee13 , dass auch du eine Auszeit benötigst. Hoffe deine neuen Medikamente bringen die gewünschten Ergebnisse. Es ist schon wichtig gut auf sich zu achten und die Selbstfürsorge umzusetzen.

    Bin jedenfalls froh, dass ich auf die gestrigen Beiträge von Rekonvaleszent , Maggi , Kogge , Brant oder jetzt Stilles Wasser gehört habe. Als ich die Antworten gelesen hatte und alle ungefähr das gleiche geschrieben haben, war ich überzeugt wirklich zum Arzt zu gehen und offen zu sagen wie es mir gerade geht. Bekam vollstes Verständnis auch dafür, dass ich auf meine Abstinenz achte und dass ich früher bei Überforderung und Stress eben getrunken hatte um abzuschalten. Ich habe zum Glück erkannt, dass ich unbedingt eine Pause brauche.

  • Hallo Emily

    Die innere Haltung ist wohl entscheidend. Schwere Hürden begegnen wir alle im Leben. Dies als Herausforderung anzunehmen und nicht in Resignation zu verfallen ist mehr als die halbe Miete. Ich jedenfalls wünsche dir ein stilles Retreat, wo du abseits vom Staub der Welt neue Kraft schöpfen und die echten Schwingungen deines wahren Natur mehr wahrnimmst als das in einem stressigen, hektischen Alltag möglich ist.

    Liebe Grüße 👋 Stilles Wasser

  • war ich überzeugt wirklich zum Arzt zu gehen und offen zu sagen wie es mir gerade geht. Bekam vollstes Verständnis auch dafür, dass ich auf meine Abstinenz achte und dass ich früher bei Überforderung und Stress eben getrunken hatte um abzuschalten. Ich habe zum Glück erkannt, dass ich unbedingt eine Pause brauche.

    :thumbup:Richtige Entscheidung, so handhabe ich es auch.

  • ... ich früher bei Überforderung und Stress eben getrunken hatte um abzuschalten. Ich habe zum Glück erkannt, dass ich unbedingt eine Pause brauche.

    Genau, das ist doch das Problem. Man überfordert sich ständig oder gerät zu oft an seine Grenzen, an die Grenzen des Machbaren und will dem nur noch entfliehen und anstatt 'ne Pause zu machen, um erstmal wieder runterzukommen, wird weiter gemacht ... bis gar nichts mehr geht ... und dann "hilft" nur noch Alkohol, um das System Gehirn/Mensch herunterzufahren.

    Das "lernten" wir (Alkoholiker), das gewöhnten wir uns an - völlig ignorierend, das wir uns dadurch noch mehr schadeten, uns noch mehr unbelastungsfähiger machten.

    Wäre es da vermessen zu behaupten, dass unsere eigene Unvernunft, um nicht Dummheit zu sagen, die eigentliche "Krankheit" ist?

    Denn in Grunde wissen wir es ja.

  • Man überfordert sich ständig oder gerät zu oft an seine Grenzen, an die Grenzen des Machbaren und will dem nur noch entfliehen und anstatt 'ne Pause zu machen, um erstmal wieder runterzukommen, wird weiter gemacht

    Pause machen ist eine Sache für sich. Ich bin berufstätig und habe nur begrenzte Urlaubstage. Oft Krankheitstage haben wird in der Firma beobachtet. Also wie mache ich da denn die nötigen Pausen? Morgens fängt es schon an mit dem Stress im Berufsverkehr. Letzte Woche hätte mich beinahe jemand in einen Unfall verwickelt. Ich bin total erschrocken und ist mir in sämtliche Knochen geschossen. Dann im Job verdiene ich mein Geld nicht mit Pause machen. Nach Job kommt der Einkauf mit den herrlich erholsamen Warteschlangen, dann Betreuung von Familienmitgliedern, zuhause kochen, Haushalt. Irgendwann am Abend endlich Sofa. Dann aber wieder schnell ins Bett weil morgens der Wecker klingelt. Niemand interessiert sich dafür ob ich überfordert bin oder nicht. So ist mein Alltag eben. Ich hatte schon länger keinen Urlaub mehr. Aktuell bin ich krank. Also Pause krankheitsbedingt. Ich denke, das geht vielen anderen auch so, nicht nur mir. Ich habe dann früher eben Alkohol getrunken sozusagen um ne Pause zu bekommen. Jetzt esse ich Eis oder trinke Tee, manchmal kommt aber auch statt Alkoholsucht ne Kaufsucht und ich bestelle was. Ich versuche mir im Tag kleine Pausen einzubauen. Das klappt mal mehr oder weniger.

    Manchmal beneide ich Rentner. Aber dann sage ich mir auch wieder, dass Rentner eben auch älter sind oder vielleicht krankheitsbedingt in Frührente. So ist Neid auch direkt wieder verflogen.

  • Hallo Emily

    Aus deiner Situation wird dich vermutlich niemand herausholen können außer du selbst. Da bleibt doch die Frage wie wichtig dir deine Position ist auch wenn sie dich herunterzieht und auszehrt. Ich kenne diese Jobsituation in der Form nicht da ich nüchtern einen Arbeitsplatz hatte wo ich zwar nicht viel verdient, jedoch sehr viel Freiraum für mich hatte. Und als irgendwann ein neuer Ehrgeizling mobbte bin ich gegangen sa sich die Situation nicht ändern ließ. Ich habe es nie bereut.

    Vielleicht ein Wort zu dem was du als Kaufsucht bezeichnest. Ich habe seit Beginn meiner Abstinenz mir immer wieder Dinge gekauft wie CDs, Bücher oder auch anderen Schnickschnack der nicht unbedingt lebensnotwendig gewesen wäre. Als Sucht würde ich das bei mir nicht bezeichnen. Ich hatte halt endlich den Blick frei mir endlich Dinge zu gönnen die jenseits des Schnapsregals im Supermarkt beheimatet waren. Zu heilig sollten wir halt alle nicht werden wollen.

    Da mit dem Rentner hast du vielleicht recht. Für mich ist es der Traumjob. Es gibt nur noch wenige Dinge die zu erledigen sind und diese kann ich relativ gemütlich angehen. Nichts eilt.

    In der Nachbarschaft ist so ein Mann. Man kann ihn werktags immer pünktlich um 6:23 Uhr aus dem Haus stürzen sehen und im Laufschritt hin zur Arbeit. Er muss das schon so verinnerlicht haben dass er gar nicht mehr auf die Idee kommt sich vielleicht ein, zwei Minuten früher auf dem Weg zu machen. Nun ja nicht mein Bier.

    Dieses nicht viel um die Ohren zu haben ist schon länger das worauf ich sehr achte und es tut mir unwahrscheinlich gut.

    Jetzt habe ich dir ein bisschen vollgequatscht und kann dir nur noch wünschen dass deine Reise dich bald wieder in ruhigere Gewässer bringt.

    Stilles Wasser

  • Da mit dem Rentner hast du vielleicht recht. Für mich ist es der Traumjob. Es gibt nur noch wenige Dinge die zu erledigen sind und diese kann ich relativ gemütlich angehen. Nichts eilt.

    Dieses nicht viel um die Ohren zu haben ist schon länger das worauf ich sehr achte und es tut mir unwahrscheinlich gut.

    Ich bin aber noch nicht im Rentenalter. Klingt alles sehr schön, das wird dann irgendwann bei mir hoffentlich auch mal so sein.

    Ich schaue jedoch, dass ich mein Leben so ruhig wie möglich gestalte, Termine reduzieren wo es nur geht, öfter Nein sage und nicht überall dabei sein zu müssen. Aber wie gesagt auch privat habe ich noch einiges um die Ohren. Ich sage mir immer, das hält jung und ich bin mitten im Leben.

    Und nüchtern ist alles trotzdem leichter und einfacher. Ich kann frei und klar handeln und denken. Das konnte ich mit Alkohol nicht.

    Ich schaue auch, dass ich anstrengende und nervige Dinge erkenne und denen wenn möglich aus dem Weg gehe. Ich finde aktuell die Diskussion wegen der Forenregeln schlimm und anstrengend. Werde da nichts mehr lesen. Da weiß ich mit meiner Freizeit besseres anzufangen als sowas nerviges.

    Einmal editiert, zuletzt von Emily (18. November 2025 um 18:22)

  • Pause machen ist eine Sache für sich. Ich bin berufstätig und habe nur begrenzte Urlaubstage. Oft Krankheitstage haben wird in der Firma beobachtet. Also wie mache ich da denn die nötigen Pausen?

    Verzeih' meine Offenheit, doch du kannst nicht immer mehr oder Zusätzliches leisten ohne irgendwo Abstriche zu machen, zu machen müssen, außer du bist Mrs. Universum oder Superwoman oder gar ein Zauberer.

    Das klingt jetzt wie Klugscheisserei, bleibt aber doch wahr. Auch der Körper, die Biologie hat seine/ihre Grenzen und vernächlässigst du sie, ist es doch nur logisch, dass irgendwann, irgendetwas nicht mehr funktioniert oder kaputt geht.

    Grenzenloses Wachstum, grenzenlose Leistung, Wohlstand, Profit, Freude wird doch immer eine Illusion, eine Verdrängung der Wirklichkeit bleiben ... irgendwas, irgendwer leidet immer - egal wo!

    Wenn du immer bis zum Anschlag arbeitest, ob in der Firma oder privat, kann dich das zwar befriedigen, doch den Verschleiß bemerkt man doch! Auch was einem gut tut.

  • doch den Verschleiß bemerkt man doch! Auch was einem gut tut.

    Das stimmt absolut. Da kommt dann auch wieder die Selbstfürsorge ins Spiel. Ich schaufele mir so viel Zeit wie möglich frei. Jede kleine Pause nutze ich. Das ist wichtig für mich und für meine Abstinenz. Denn meine Abstinenz steht nach wie vor ganz oben auf meiner Prioritäten Liste.

    Was für mich klar ist, dass ich rechtzeitig und kontinuierlich darauf achte einen Gang zurück zu schalten.

    Ich bin keine Superwomen, denn mit Überlastung konnte ich ja bekanntlich nicht gut umgehen, denn das war früher der Hauptgrund um zu trinken.

  • Ich habe genau das Gegenteil durch. Was für einige wie Urlaub klingt, kann für andere schwer belastend sein: Bore Out. Und paradoxer Weise an einer Stelle, wo andere in ein Burn Out geraten, starb ich an Unterforderung, teilweise auch ausgelöst durch Willkür, die ich nicht beeinflussen konnte.
    Das BoreOut hatte ich schon, als ich noch trank, da viel es aber (mir) nicht so auf, weil ich anderweitig beschäftigt war, mit mir und der Sucht. Dann, als ich nüchtern wurde und die Klarheit kam, war ich der Langeweile bei über 43 Stunden in der Woche schutzlos ausgeliefert und war erst einmal schwer verzweifelt.
    Das ging hin bis zu einer Kündigung die ich ausgesprochen hatte, aber wieder zugenommen habe, weil ein einen kleinen Impuls auf der Arbeit gab, den ich Vertrauen geschenkt habe.
    Aufgrunddessen habe ich mir dann, aus eigenem Antrieb, professionelle Hilfe gesucht und angefangen MEIN Verhalten komplett umzudrehen. Ich habe mich quasi neu erfunden, von Grund auf.

    Und siehe da, es funktioniert, ich konnte Veränderung herbeiführen, meinem Tag einen Sinn geben und mittlerweile mache ich die Sachen auch wieder gerne.

    Wichtig war: Das ich außerhalb der Arbeit sehr erfüllt bin, und das bin ich, aber auch durch extrem viel Veränderung und neuer Struktur.

    Ich weiß nicht, Emily, ob Dir das weiterhilft, aber in der Tat ist es so, Veränderung fängt bei sich selbst an. Und, wie ich festgestellt habe, "nur" nicht mehr trinken, hat nicht ausgereicht.

    VG!

  • Veränderung fängt bei sich selbst an. Und, wie ich festgestellt habe, "nur" nicht mehr trinken, hat nicht ausgereicht.

    Das ist mir bekannt, habe während meiner Abstinenz bereits sehr viel verändert und mich immer wieder reflektiert. Nur nicht trinken ist eher ein andauernder Kampf evtl. sogar mit Verzichtsgedanken. Ich habe mich mit dem Alkohol und der Sucht auseinandergesetzt und erkannt, dass ich immer den Kürzeren bei einem Kampf ziehen würde. Deshalb kämpfe ich einfach nicht gegen den Alkohol an. Ich gehe ihm einfach aus dem Weg. Ich weiß, dass die Sucht einfach stärker ist als ich. Ich habe es aufgegeben gegen die Sucht anzutreten. Mit der Abstinenz schläft sie und ich habe meine Ruhe. So habe ich weder Verzichtsgedanken noch einen zermürbenden Kampf. Ich bin einfach nur befreit und es ist leicht. Allerdings bin ich nicht unaufmerksam und achte darauf, dass es mir gut geht und mir Alkohol nicht zu nahe kommt, sodass er mir gefährlich werden könnte. Mir ist bewusst, dass ein Glas alles zunichte machen würde. Deshalb bin ich immer aufmerksam und achtsam.

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