Ich will Tron100 Thread nicht zuscheiben, drum mach' ich hier weiter:
Ist es in der Regel nicht so, das Alkoholismus, der Körper bis zu einem gewissen Punkt funktioniert? Dass die Betäubung funktioniert, wenn man vom angenehm berauscht sein schon lange entfernt ist? Von Genuss ist oftmals schon lange nicht mehr die Rede, im Gegenteil, man fühlt sich unwohl, gar schuldig und versucht, so gut es geht, seine Sucht zu verstecken ... mit mäßigem Erfolg - am Anfang.
Bei meinem Vater wars nicht anders, mit ca. 60 Jahren hatte er ein Stadium erreicht, mittlerweile mind. eine Flasche Hochprozentiges, manchmal auch mehr, soff er sich so durch den Tag, mehr schlecht als recht, auch Lieferdienste machten es möglich.
War er nicht zu besoffen, funktionierte die Motorik, zwar leidlich, doch sie funktionierte, div. Schrammen/kleinere Narben am Körper zeigten, das es oft nicht der Fall war. Auch die Nahrungsaufnahme funktionierte ... manchmal, zum Überleben genügte es.
Dann, irgendwann (ganz langsam) versagten die Beine, immer öfter, nicht weil so betrunken, sondern weil sie einfach gefühls-, koorinationslos wurden (Polyneuropathie), div. andere Organe/Körperteile folgten.
Lange Rede, kurzer Sinn: den Verstand, Vernunft, Empathie oder wie immer man es sonst nennen will, war schon lange versoffen (wohl irreparabel?), dann folgte der Körper, so nach und nach ... das ~ letzte Jahr seines Lebens im Rollstuhl sitzend, konnte er gar keinen Alkohol mehr trinken (Würgereiz, sofortiges, blitzartiges Unwohlsein), siechte er so dahin, hin und wieder gepflegt von einer Privatperson, das zog sich so über 10 Jahre hin ...
... das ist schon erstaunlich was so ein Organismus alles aushält, wie lange er so einer permanenten Vergiftung trotzen kann!
Mitnichten ist ein sorgenfreies, gesundes Leben ohne Alkohol garantiert. Aber eines ist sicher: mit Alkohol wird's garantiert nicht besser.