Hallo Emiliy, danke der Nachfrage, es geht mir gut. Gestern hat mich meine App daran erinnert, dass ich seit neun Monaten ohne Alkohol lebe!
Ich verfolge hier natürlich immer noch die Geschichten der alten und neuen Mitstreiter und wollte oft auch was schreiben. Gefühlt könnte ich zu vielen einen ganzen Roman schreiben, scheue dann aber den Aufwand und lass es. Bei einigen Themen kann ich nicht mitreden, weil bei mir einiges anders gelaufen ist und läuft. Ich versuche, mich kurz zu fassen:
Zum einem hatte ich viel Glück, es gab keine großen Krisen, wobei ich nicht glaube, dass mich das nicht aus der Bahn geworfen hätte. Ich hatte auch keinerlei Craving, bei dem Thema kann ich nicht mitreden. Es stört mich nicht, wenn in meiner Gegenwart Alkohol getrunken wird, Gäste dürfen ihren Stoff auch mitbringen, wenn wir uns bei mir treffen. Wenn ich Betrunkene erlebe tun sie mir einfach nur Leid.
Die Vorteile für die Gesundheit muss ich nicht groß erwähnen, krass aber bei mir: mein hochoffiziell diagnostizierter Morbus Crohn ist weg. Das ganze wurde wohl von der Sauferei ausgelöst, ich habe keine Beschwerden mehr. Mein Arzt ist da noch skeptisch, aber ich nehme seit einem halben Jahr keine Medikamente mehr.
Ich traue mich kaum zu schreiben, dass mir die Abstinenz vom ersten Tag an leicht gefallen ist, weil viele hier erhebliche Probleme damit haben. Jeder muss seinen Weg gehen, sein Rezept finden. Für mich waren anfangs Informationen und Fakten wichtig, d.h. Wie wirkt Alkohol psychisch und physisch auf mich. Alleine deswegen schon ist Alkohol für mich kein Thema mehr. Seit meiner Abstinenz beschäftige ich mich mal mehr, mal weniger mit dem Thema Achtsamkeit. Das führt bei mir in vielerlei Hinsicht zu mehr Gelassenheit.
Mir hat auch die SHG sehr geholfen, alleine schon wegen der sozialen Kontakte. In der Gruppe sind sehr unterschiedliche Charaktere, mit denen ich im „normalen“ Leben keinen Kontakt hätte, auch in dieser Hinsicht hilft manchmal etwas Gelassenheit. Die Gespräche sind aber gut und intensiv und es geht nicht nur um Alkohol. Die SHG ist für mich ein wichtiger Teil meines Lebens geworden.
Ich wünschte,ich könnte meinen Weg als allgemein gültig bezeichnen, ist er aber nicht. Um so dankbarer bin ich für die letzten neun Monate.