Beiträge von Paddy

    Heute genau vor einem Jahr bin ich ins Krankenhaus gegangen und habe meinen ersten Tag nach über 20 Jahren ohne Alkohol verbracht!

    Ich war einfach glücklich, diese Sucht hinter mir zu lassen und mir war klar, dass diese Entscheidung keine Hintertür bereithält, es war und ist eine Entscheidung für den Rest des Lebens. Und ich bin dankbar, dass dieses Glück anhält.

    Moin,

    Versehentlich Alkohol trinken -wie muss ich mr das vorstellen? Egal ob zu Hause, bei Freunden oder einer großen Feier, ich weiß doch, was in dem Glas vor mir drin ist. Auf der letzten Firmenfeier hat mir die Bedinung ganz selbstverständlich ein Bier hingestellt, das trinke ich doch dann nicht „aus Versehen“. Bei Speisen ist das natürlich schwieriger, aber wenn ich dann feststelle, dass etwas mit Alkohol zubereitet wurde, ist das für mich kein Drama. Wenn es zu sehr nach Sprit schmeckt mag ich es ohnehin nicht (mehr) und lass es stehen.

    Wie ist das abstinente Leben denn so?

    Ich bin jetzt ja ca. zehn Monate trocken und es geht mir gut! Der Alltag ist der gleiche geblieben, aber das nervt mich nicht mehr. Ich bin gelassener geworden, entspannter. Ich komme gerade von meiner SHG, ich habe dort wirklich nette Menschen kennengelernt. Wir treffen uns zweimal die Woche, alleine schon diese realen, sozialen Kontakte bedeuten mir viel. Alkohol bedeutet mir nichts mehr, ich hatte glücklicherweise auch nie größere Probleme mit der Abstinenz, d.h. kein Craving o.ä. Mein Säuferdasein ist noch in meiner Erinnerung vorhanden, um so glücklicher bin ich jetzt und genieße das Leben. Auch gesundheitlich hat sich sehr viel zum Positiven entwickelt und die Probleme, die ich habe, nehme ich jetzt wenigstens wahr, kann sie angehen oder akzeptieren

    Vor kurzem kam ein „Neuer“ zur SHG, leider ziemlich betrunken und hat sich selbst bedauert. Mir war da nochmal klar geworden: so war ich auch und das will ich nie wieder!

    oder eine Grundgelassenheit, gepaart mit Wissen/Bewustsein?

    Eher das. Da ich mich schon vor der Entgiftung intensiv mit dem Leben „danach“ beschäftigt habe wusste ich, dass das Leben so viel besser werden wird. Deswegen ist jetzt nicht alles eitel Sonnenschein, auch gesundheitlich nicht. So wurde mir erst nüchtern bewusst,dass mich schon länger ein Tinitus plagt. Der hat mich im Suff nicht gestört, jetzt kann ich dieses Manko aber akzeptieren, ändern kann ich es nicht.

    Hallo Emiliy, danke der Nachfrage, es geht mir gut. Gestern hat mich meine App daran erinnert, dass ich seit neun Monaten ohne Alkohol lebe!

    Ich verfolge hier natürlich immer noch die Geschichten der alten und neuen Mitstreiter und wollte oft auch was schreiben. Gefühlt könnte ich zu vielen einen ganzen Roman schreiben, scheue dann aber den Aufwand und lass es. Bei einigen Themen kann ich nicht mitreden, weil bei mir einiges anders gelaufen ist und läuft. Ich versuche, mich kurz zu fassen:

    Zum einem hatte ich viel Glück, es gab keine großen Krisen, wobei ich nicht glaube, dass mich das nicht aus der Bahn geworfen hätte. Ich hatte auch keinerlei Craving, bei dem Thema kann ich nicht mitreden. Es stört mich nicht, wenn in meiner Gegenwart Alkohol getrunken wird, Gäste dürfen ihren Stoff auch mitbringen, wenn wir uns bei mir treffen. Wenn ich Betrunkene erlebe tun sie mir einfach nur Leid.

    Die Vorteile für die Gesundheit muss ich nicht groß erwähnen, krass aber bei mir: mein hochoffiziell diagnostizierter Morbus Crohn ist weg. Das ganze wurde wohl von der Sauferei ausgelöst, ich habe keine Beschwerden mehr. Mein Arzt ist da noch skeptisch, aber ich nehme seit einem halben Jahr keine Medikamente mehr.

    Ich traue mich kaum zu schreiben, dass mir die Abstinenz vom ersten Tag an leicht gefallen ist, weil viele hier erhebliche Probleme damit haben. Jeder muss seinen Weg gehen, sein Rezept finden. Für mich waren anfangs Informationen und Fakten wichtig, d.h. Wie wirkt Alkohol psychisch und physisch auf mich. Alleine deswegen schon ist Alkohol für mich kein Thema mehr. Seit meiner Abstinenz beschäftige ich mich mal mehr, mal weniger mit dem Thema Achtsamkeit. Das führt bei mir in vielerlei Hinsicht zu mehr Gelassenheit.

    Mir hat auch die SHG sehr geholfen, alleine schon wegen der sozialen Kontakte. In der Gruppe sind sehr unterschiedliche Charaktere, mit denen ich im „normalen“ Leben keinen Kontakt hätte, auch in dieser Hinsicht hilft manchmal etwas Gelassenheit. Die Gespräche sind aber gut und intensiv und es geht nicht nur um Alkohol. Die SHG ist für mich ein wichtiger Teil meines Lebens geworden.

    Ich wünschte,ich könnte meinen Weg als allgemein gültig bezeichnen, ist er aber nicht. Um so dankbarer bin ich für die letzten neun Monate.

    weil ich die schon immer schrecklich fand?

    Das ging mir auch so, ich dachte immer wer sich die holt ist Alkoholiker. Ohne zu realisieren, dass ich selbst längst einer war.

    Ich dachte anfangs auch, dass nie wieder in den Getränkemarkt gehen kann, in dem ich immer Wein gekauft hatte - jetzt fahre ich ohne Probleme genau dahin, weil es nur dort leckere Limos mit wenig Zucker gibt (ja, das ist mir jetzt wichtig 😆). Und der Laden ist voll mit Bier und Wein. Ich habe das mal so ausgedrückt: die Weinregale sind für mich genauso interessant wie die Regale mit Damenhygiene,also gar nicht.

    Moin Laggard,

    Das kommt mir bekannt vor. Nach der Entgiftung sind bei mir einige Zipperlein aufgetreten. Das war eigentlich nichts Neues, ich habe es nüchtern stärker wahrgenommen, z.B. ein Tinitus, den ich weggesoffen hatte. Ich hab dann erstmal einen Ärztemaraton gestartet (HNO, Zahnarzt, Orthopäde und Hausarzt). Behoben sind die ganzen Schäden noch nicht, aber ich arbeite daran und achte deutlich mehr auf meine Gesundheit. Mitunter ist das natürlich unschön, ich mache mir dann immer bewusst, wie sehr meine Gesungheit gelitten hätte wenn ich weiter getrunken hätte. Und ich bemerke deutlich mehr positive Effekte!

    Wenn es dir so wichtig ist, dich als „geheilt“ zu betrachten, dann sei es dir gegönnt.

    Ich weiß, wir hatten das Thema schon, trotzdem möchte ich meine Gedanken dazu nochmal loswerden. Ich würde mich auch als geheilt von der Alkoholsucht bezeichnen, was nicht heißt, dass ich nicht wieder krank werden kann. Aber es ist anders als z.B. bei meinem Morbus Crohn, das ist nicht heilbar.

    Was mich stört: ist jemand von harten Drogen weggekommen, dann ist er ein Ex-Junkie. Hört jemand auf zu Rauchen ist er ein Ex-Raucher. Hört jemand auf zu Saufen ist er ein trockener Alkoholiker. In meinen Augen ist das eine Stigmatisierung, ich bin ja nicht krank, nur weil ich an dem gesellschaftlich akzeptierten Alkoholkonsum nicht mehr teilnehme.

    Mir ist, klar, dass die Wissenschaft da andere Erkenntnisse hat und ich vertraue der Wissenschaft prinzipiell (hab ja selber eine Naturwissenschaft studiert 😉), aber nach meinem Empfinden ist das noch nicht konsequent zu Ende gedacht.

    Liebe ichso , dein Ehrgeiz in Ehren, und ich versuche auch immer, Kleinigkeiten in der Wohnung selbst zu regeln. Aber irgendwann ist Schluss, in deinem Fall hätte ich schlichtweg Angst, die Wohnung unter Wasser zu setzen. Ich hatte kürzlich Probleme mit einem Heizkörper und konnte mir nicht spontan helfen. Der Hausmeister hat‘s geregelt und mir gezeigt, was zu tun ist, wenn das Problem nochmal auftritt 😊

    Ich habe auch sehr viel gelesen, um zu verstehen, was diese Sucht mit mir macht. Mit hat „Die Suchtlüge“ von Gaby Guzek sehr geholfen, du hast jetzt ja genug Zeit zum Lesen 😉 Es geht ja jeder seinen ganz eigenen Weg aus der Sucht, mir waren sachliche Informationen immer sehr wichtig.

    Moin Laggard,

    Meinen Glückwunsch zu deinem Entschluss, die Alkoholsucht anzugehen! Ich trinke jetzt seit einem halben Jahr keinen Alkohol mehr. Was mir unmöglich erschien ist jetzt Normalitat. Freu dich auf das, was jetzt kommt 😊

    Ich war im Oktober '24 zur qualifizierten Entgiftung für drei Wochen im KH, hier: Tagebuch Entgiftung habe ich versucht, dazu ein Tagebuch zuführen. Als ich deinen Beitrag gelesen habe kamen einige gute Erinnerungen wieder, die Zeit hat mir sehr geholfen. Du scheinst sehr positiv an den Entzug heranzugehen, das ist eine wichtige und gute Voraussetzung für deinen Erfolg, berichte gerne weiter, alles Gute!

    Ich komme wieder in alte Verhaltensmuster. Also Routinen.

    Moin,

    Das beobachte ich bei mir auch - und finde es nicht schlimm. In den letzten sechs Monaten Abstinenz hat sich bei mir viel kleines und großes verändert. Als wichtigstes natürlich die Abstinenz, ich spüre aber auch eine gewisse Gelassenheit gegenüber Stressfaktoren und bewege mich mehr draussen in der Natur. Ich achte deutlich mehr auf meine Ernährung, Selbstachtsamkeit findet immer öfter statt. Und es geht mir einfach besser!

    Auf der anderen Seite habe ich z.B. meine alte Morgenroutine (Kaffee und Zigarette) beibehalten, ich zocke wieder mehr, wenn auch nicht mehr so intensiv wie „damals“. Und der Vorsatz, mich mehr sportlich zu betätigen ist auch weniger geworden.

    Der große Unterschied ist, dass ich mir dieser Schwächen bewusst bin. Ich setze mich deswegen nicht unter Druck, ein Vorsatz wie „Du musst jetzt meditieren“ funktioniert nun mal nicht, bei mir zumindest nicht. Ich bin einfach zufrieden, wenn ich meinen inneren Schweinehund mal wieder besiegt habe. Ich freue mich über jede positive Veränderung in meinem Leben, weiß aber auch, dass ein jahrelanger, vielleicht nie endender Prozess vor mir liegt. Da ist Geduld gefragt 😉

    Aber das ist wieder eine sehr individuelle Geschichte, ein klar strukturierter Plan für Fitness oder Entspannung kann natürlich auch sehr hilfreich sein.

    Paul ich werde deine Beiträge nicht mehr beantworten. Ich kann nicht mehr unterscheiden, was bei dir Ironie uns was ernsthafte Meinung ist, das macht eine Diskussion unmöglich.

    Ich habe mir den Artikel durchgelesen und bin sehr skeptisch. Es handelt sich um einen Zwischenstand der Forschung, eher eine Meinung als ein validiertes Ergebnis. Spätestens bei der Formulierung „Das bedeutet, wir erwarten,“ habe ich mir gedacht: wer ist „wir“? Ich nicht!

    Dieser Artikel beweist eindrücklich, dass auch Artikel aus prinzipiell vertrauenswürdigen Quellen hinterfragt werden müssen.

    Dank immer mehr genutzter KI (künstl. Inelligenz), lassen wir demnächst alles machen und müssen gar nicht mehr nachdenken.

    Was soll diese überspitzte Aussage? KI ist längst Teil unseres Lebens, meine Kinder nutzen sie privat und beruflich wie ein normales Werkzeug. Ich selbst lasse mir auch gerne mal von ChatGPT helfen und jede Suchmaschine hat KI im Einsatz.

    Ganz allgemein finde ich die prinzipielle Ablehnung von Handys, Internet & Co. bedenklich. Es ist mMn eher die Frage, *wie* man damit umgeht, nicht *ob*. Z.B. WhatsApp: wie sind eine fünfköpfige Familie mit fünf Wohnsitzen, da ist eine WhatsAppgruppe schon hilfreich 😉 Auf diesen Weg kommunizieren wir mehr und regelmäßiger als ich seinerzeit mit meinen Eltern und Geschwistern. Und wenn mich eine Gruppe nervt, verlasse ich sie.

    Oder Netflix, YouTube & Co.: ist es wirklich so ein großer Unterschied, ob ich mir dort Videos ansehe oder ob den ganzen Tag das reguläre TV-Programm läuft?

    Eine Suchtgefahr besteht bei diesen Medien, keine Frage. Und im Gegensatz zur Alkoholsucht ist es wahrscheinlich ungleich schwieriger, das in den Griff zu bekommen. Der/die Süchtige ist dazu verdammt sozusagen kontrolliert zu trinken, da das Suchtmittel weiter Teil des aktiven Lebens bleibt.

    Ich sehe Tatort nur noch sporadisch, aber der letzte Borowski musste natürlich sein. Ich fand ihn richtig gut, ziemlich verrückt, aber sowas mag ich. Schade, dass er aufhört, aber die Kollegin Sahin macht wohl mit neuer Partnerin weiter, ich bin gespann!