• Du magst zur Zeit etwas mehr mit Triggern zu tun haben, aber entscheidend finde ich, wie du damit umgehst. Und du aktivierst alles, was dir zur Verfügung steht, und du nutzt die Möglichkeit dieses Forums.

    Und dabei erfährst du, was tatsächlich hilfreich für dich ist.

    Kommt es nicht genau darauf an?

    Für mich ist es so, dass ich den inneren Teufel bloß stelle indem ich es thematisiere / mit anderen drüber schreibe. Allein damit nehme ich ihm schon viel Wind aus den Segeln. Vielen Dank für Deine Erfahrungen diesbezüglich und den link zum Thread!

  • Aber es gibt eben auch viele Rückfälle, sogar Leute die schon jahrelang trocken waren, sind deshalb nicht automatisch safe.

    Deswegen hat mich zum Beispiel das Thema „Rückfallprophylaxe“ so interessiert und das, was die Rückfallforschung bislang so zutage gebracht hat.

    Und das, was ich dazu so herausgefunden habe, habe ich in einigen Beiträgen hier im Forum weiterzugeben versucht, ausführlich zum Beispiel im Thread RE: Muss ich den Rest meines Lebens immer vor einem Rückfall Angst haben?

    Was mich persönlich andernorts gestört hat, war, wie dort Angst vor allen möglichen Triggersituationen geschürt wurde. Deswegen bemühe ich mich hier bei uns im Forum stets darum, davor eben keine Angst zu machen, sondern lediglich dafür zu sensiblisieren, dass das eben passieren kann und dass man sich dafür möglichst tragfähige Bewältungsstrategien zulegt.

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • Für mich ist es so, dass ich den inneren Teufel bloß stelle indem ich es thematisiere / mit anderen drüber schreibe. Allein damit nehme ich ihm schon viel Wind aus den Segeln.

    Unter anderem dafür ist so eine Selbsthilfegruppe von Selbstbetroffenen wie diese hier ja auch gedacht: Das, was einen beschäftigt, zu thematisieren.

    Manchmal hat mir allein schon das Teilen selbst geholfen, mich (wieder) zu sortieren. Manchmal habe ich gerade aus dem Austausch mit anderen weitere Perspektiven gewonnen. Manchmal haben sich für mich durch den Austausch mit anderen auch Lösungen ergeben, an die ich selbst zuvor nicht oder nicht genug gedacht hatte.

    Ich hab mich gefreut, als ich die Beiträge der anderen hier gelesen habe.

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • Manchmal ... aber nur manchmal triggern mich bestimmte Reize. In meiner ersten Abstinenzzeit war ich ein regelrechter Triggerphobiker, nicht dass mich nicht nur vieles tiggerte, mich tiggerte schon die Furcht, dass mich etwas triggern könnte.

    Erst mit der Zeit wurde ich gelassener, nachsichtiger, vor allem mit mir, die Angst (vor'm Rückfall) wich, dem sich langsam bildenden Bewusstsein, dass ich es kann ... ähnlich einem gerade laufenlernenden Kind, welches durch stetiges Üben Sicherheit erlang.

    Auch ich, sagte mir anfangs, mantraartig "nie wieder", sich bloß von allem fernhalten, nicht hinsehen, nicht daran denken - das half!

    Langsam wich die Angst, keine Stresshormone wurden mehr ausgeschüttet, beim Anblick von Alkoholika in Flaschen oder Gläsern, keine Unruhe befiel mich, sah ich, fröhlich sich zupostende Menschen in Filmen, Gasstätten oder Grillpartys. Auch der Geruch, wenn ich mich denn mal so nahe an Bier, Wein & Co. heranwagte, löste in mir eher Befremdlichkeit, auch Wider (widerliche Gefühle) aus.

    Ähnlich dem laufenlernenden Kind, lernte damit umzugehen und verlor meine Angst ... mit der Zeit. Manch einer benötigt dazu nur ein paar Wochen, ein anderer Monate, Jahre oder ein Leben lang.

    Immer wieder, auch heute noch, rufe ich mir die Vor- und Nachteile von Alkoholgenuss vor Augen. Bei den Nachteilen fällt mit verdammt viel ein, bei den Vorteilen, ehrlich gesagt, gar nichts.

  • Muss ich noch mal drüber nachdenken. Großartig Pumpen ist in meinem Alter (52) eh nicht mehr. Aber Mitochondrien züchten macht ja auch in einem kleineren Rahmen Sinn. Zumal die Rumpfmuskulatur nach so vielen Jahren Vernachlässigung sicherlich davon profitieren würde.

    Quatsch, ich bin 50, als Frau hat man kaum Testo und selbst ich hab einen definierten Trizeps entwickelt. 52 ist das beste Alter für einen Mann um einen knackigen Körper zu entwickeln. Und nicht nur das, eine gute Körperhaltung und ein besseres Selbstwertgefühlt gibt´s gratis dazu :)

    Vielleicht gefällt´s Dir ja so gut, dass Du im Sommer weitermachst :S

    Beste Grüße Helga

  • Ersteres habe ich sogar in den Kocher gefüllt und auf Betriebstemperatur gebracht. Getrunken habe ich aber nichts.

    Ja, ich weiß. Warum setze ich mich dem aus? Vielleicht wollte ich es auch einfach testen wie stark ich bereits bin. Keine Ahnung. Spätestens als ich die Gruppe nach deren 3. Glühwein gesehen habe, war ich froh, glücklich (!) und stolz der Versuchung widerstanden zu haben. Hat gerade tatsächlich etwas von Freiheit und Unabhängigkeit.

    Du hast vollkommen recht. Manchmal geht es nur darum etwas auszuhalten.

    Das war eine hochriskante Nummer. So was kann mächtig in die Hose gehen. Wieg Dich jetzt bitte nicht in falscher Sicherheit. Die harten Prüfungen (Provokationen) Weihnachten/Silvester kommen noch. Werde da nicht leichtsinnig und geh besser auf deutlich mehr Distanz.

  • Das war eine hochriskante Nummer. So was kann mächtig in die Hose gehen. Wieg Dich jetzt bitte nicht in falscher Sicherheit. Die harten Prüfungen (Provokationen) Weihnachten/Silvester kommen noch. Werde da nicht leichtsinnig und geh besser auf deutlich mehr Distanz.

    Bin froh, dass du das auch so siehst. Dachte schon, dass ich mit meinen Antworten hier als Angsthase rüber komme.

    Allerdings haben mich die Worte von Paul ziemlich ergriffen und mich nachdenklich gemacht.

    Erst mit der Zeit wurde ich gelassener, nachsichtiger, vor allem mit mir, die Angst (vor'm Rückfall) wich, dem sich langsam bildenden Bewusstsein, dass ich es kann ... ähnlich einem gerade laufenlernenden Kind, welches durch stetiges Üben Sicherheit erlang.

    Ähnlich dem laufenlernenden Kind, lernte damit umzugehen und verlor meine Angst ... mit der Zeit. Manch einer benötigt dazu nur ein paar Wochen, ein anderer Monate, Jahre oder ein Leben lang.

    So wie Paul schreibt hört sich das gut an. Vielleicht bin ich zu stark auf Risikominimierung fixiert. Allerdings geht’s mir so wie ich meinen Weg gehe, gut. Ich verzichte auf nichts, laufe aber auch nicht ängstlich vor nem Rückfall durch die Gegend.

    Jeder ist anders und jeder muss seinen Weg für sich finden.

    Lieber Rekonvaleszent du bist ja schon richtig lange nüchtern, deshalb lese ich bei dir immer sehr aufmerksam mit.

  • Auch der Geruch, wenn ich mich denn mal so nahe an Bier, Wein & Co. heranwagte, löste in mir eher Befremdlichkeit, auch Wider (widerliche Gefühle) aus.

    Das hatte ich letztens im Büro als zwei Kollegen ein Feierabendbierchen tranken. Der Geruch war abstoßend.

    Quatsch, ich bin 50, als Frau hat man kaum Testo und selbst ich hab einen definierten Trizeps entwickelt. 52 ist das beste Alter für einen Mann um einen knackigen Körper zu entwickeln. Und nicht nur das, eine gute Körperhaltung und ein besseres Selbstwertgefühlt gibt´s gratis dazu :)

    Vielleicht gefällt´s Dir ja so gut, dass Du im Sommer weitermachst :S

    Und 35 € im Monat sind jetzt auch nich soooooo viel. Vielleicht sollte ich mir das Studio doch mal anschauen.

    Das war eine hochriskante Nummer. So was kann mächtig in die Hose gehen. Wieg Dich jetzt bitte nicht in falscher Sicherheit. Die harten Prüfungen (Provokationen) Weihnachten/Silvester kommen noch. Werde da nicht leichtsinnig und geh besser auf deutlich mehr Distanz.

    Das werde ich. Zu Weihnachten trinkt hier eh keiner Alkohol. Zu einer Silvesterparty gehen wir nicht.

  • Loner , höre auf Sparkassen_Helga .

    Zitat

    Quatsch, ich bin 50, als Frau hat man kaum Testo und selbst ich hab einen definierten Trizeps entwickelt. 52 ist das beste Alter für einen Mann um einen knackigen Körper zu entwickeln. Und nicht nur das, eine gute Körperhaltung und ein besseres Selbstwertgefühlt gibt´s gratis dazu

    Reiß dich am Riemen. Geh ins Fitnessstudio (oder in den Keller), such dir einen guten Trainer oder bau dir selbst einen soliden Trainingsplan. Stell deine Ernährung um.
    Dazu eine neue Frisur, einmal den Kleiderschrank austauschen. Und morgens, direkt nach dem Aufstehen, machst du jeden Tag was für DICH. Ich gehe nahezu jeden Morgen auf die Yogamatte.
    Und danach gehst du duschen, guckst dir deine Erfolge im Spiegel an und du WEISST: Ich bin durch die Hölle gegangen, aber jetzt bin ich NEU hier.

    Ich GARANTIERE dir den „George-Clooney-Effekt“. Der „Fit-Dad“ ist ein unwiderstehlicher Archetyp. Ernsthaft jetzt. Du hast noch genug Zeit. Der Körper verzeiht viel und reagiert erstaunlich, wenn man gut zu ihm ist.
    Insbesondere die Damenwelt wird dich auf einmal auf eine Weise sehen, mit der du nicht rechnest. Deine Kumpels indes? Die machen (oft) Sprüche. Aber da stehst du ganz fein drüber. Denn du bist ab jetzt souverän, aufgeräumt, dir deiner selbst bewusst.

    Ernsthaft. Ich werde bald 48. Und ich bin in der Shape meines Lebens. Das gebe ich nicht mehr her, das halte ich ganz fest.

    Weil: Diese Form, diese Resonanz der Umwelt, dieses Selbstbewusstsein, dieses „neue Leben“ – das ist die beste Rückfallprävention, die man machen kann. Guck morgens in den Spiegel und sag dir immer wieder, was du geleistet hast.

    Und dass du das nie, nie, nie, nie wieder hergibst.

    Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen und unseren Kurs selber bestimmen.

  • Vielleicht sollte ich mir das Studio doch mal anschauen.

    Unbedingt! Vielleicht auch zwei, drei Probetrainigs durchführen.

    Bewegung hat noch niemanden geschadet ^^ und wenn es auch noch Spaß macht = doppelt schön. Ich entdeckte mein Fahrrad wieder und tastete mich immer weiter an größere Strecken, auch vernachlässigte ich nicht div. Dehn-, Streck- und Lockerungsübungen. Nie wollte ich wie George Clooney aussehen, eher wie Julia Roberts ^^ ^^

    Man kann soooo viel machen, auch zu Haus, Gymnastik, Calanetics, Thai Chi, auch "Pumpen", wenn's Freude bereitet, Tanzen, sich mal ins Schwimmbad bequemen u.v.a.m.

  • Mir würde es ja schon reichen, wenn ich endlich mal meinen Bauch wieder los werde. Zumindest größtenteils. Mit 18 war ich mal 3 Monate im Studio. Das Körpergefühl nach ein paar Wochen war echt der Hammer. Für mich als Dauersitzer ist es mehr als sinnvoll was zu tun. Spazieren und Wandern ist ja schon gut. Aber mal wieder so richtig auspowern. Das hat schon echt Spaß gemacht. Vor allem, weil es auch endlich mal wieder den Oberkörper in Form bringt. DIe Damenwelt ... ich bin glücklich verheitatet. Das ist kein Thema. Aber das Selbstbewusstsein und alles andere auch. Muss ich echt mal gucken wie überlaufen das Studio hier in der Nähe ist. Aktuelle Aktion ist 35 € / Monat für 15 Monate (zzgl. einmalig 40 € Aufnahmekrams). Ein Probetraining kostet 10 € wenn ich nicht unterschreibe.

  • Ich mag mehr so Ausdauer-Zeugs ...

    Geht mir auch so. Ich gehe eigentlich lieber Wandern. Oder eine schöne, lange Runde mit dem Rad. Aber ich weiß, dass ich von Krafttrainig (besonders im Oberkörper) profitiere. Man muss ja nicht pumpen. Weniger schwere Gewichte und dafür mehr Wiederholungen vielleicht. Und natürlich eine korrekte Ausführung. Das bequatsche ich Mittwoch mal mit dem Trainer.

  • Kogge So, Probetraining ist für Mittwoch Abend gebucht. Mal schauen was bei rum kommt.

    Jawohl! Sauber! Häng dir einen Zettel an den Spiegel: ‚Ich geh ins Fitnessstudio. Und wenn ich keinen Bock habe, geh ich trotzdem. Warum? Weil es richtig ist.‘

    Ich stecke selbst gerade mitten im Wintertraining für einen Radmarathon im nächsten Jahr. Das heißt: Viel Krafttraining, um mich zu stabilisieren, und dazu 2-3 Mal die Woche auf die Rolle – zwischen 1,5 und 3 Stunden im Grundlagenbereich.

    Um klar auf den Punkt zu kommen: Rollentraining ist (für mich) sowas von ätzend. Du sitzt auf so einem stationären Fahrrad im Keller und strampelst dumpf vor dich hin. Da stelle ich mir oft die Frage: ‚Was mache ich eigentlich hier?‘ Es macht keinen Spaß – zumindest mir nicht. Ich habe zwar einen Fernseher da stehen, aber auch das Gelaber geht mir auf den Zeiger, und Serien gucke ich nicht.

    Das einzige Highlight ist, dass ich alle 15 Minuten was trinke. Aber auch diese Etappen ziehen sich wie Kaugummi, als ob die Zeit von einem Magneten festgehalten wird.

    Aber ... jetzt kommt das Aber: Ich gewöhne mich daran. Der Schweinehund wird immer leiser und ich akzeptiere die Situation. Ich setze mich drauf und mache.

    Ich habe nämlich ein Vorhaben: Nächstes Jahr, kurz vor Midsommar, ist die Vätternrundan. Das ist das größte Radsport-Event der Welt für Amateure in Schweden, und ich konnte einen Startplatz ergattern. 315 Kilometer um den Vätternsee. Ich starte um 20:30 Uhr. Sonnenuntergang ist um 23:30 Uhr, Sonnenaufgang um 03:30 Uhr. Ich starte bewusst um diese Zeit. Ich WILL in den Sonnenuntergang fahren, dann durch die Nacht, in den Sonnenaufgang hinein.

    Und dieses Event zu fahren ist NUR möglich, weil ich vor über 1000 Tagen die Flasche hab stehen lassen. Noch im Suff habe ich von sowas geträumt, jetzt bin ich angemeldet. Diese ‚Rundan‘ ist nichts anderes als die pure Selbstkonfrontation und das Highlight dieses Weges – der Entscheidung, nüchtern zu leben.

    Deswegen, Loner , wenn du im Fitnessstudio bist: Jeder Zug an einer Maschine ist ein Mittelfinger an eine Flasche Bier. Jeder Kurs, den du machst, ist das gewinnende Lächeln gegen den Schnaps. Jeder absolvierte Trainingstag ist eine Kampfansage und die Verarbeitung der Abstürze und Kontrollverluste die Du hattest.

    Wenn du in diesem Laden bist, ist JEDES Training ein fettes NEIN zu irgendeinem Zweifel oder gegen den Suchtdruck. Jetzt arbeitest du für dich – nicht mehr gegen dich.

    Und wenn du nach dem Training vor dem Spiegel stehst, bist du verdammt noch mal stolz auf dich. Weil du nämlich DESWEGEN vor dem Spiegel stehst, weil DU DICH aktiv entschieden hast, ZU SEIN. Um zu schwitzen. Obwohl du vielleicht keinen Bock hattest, hast du es TROTZDEM gemacht.

    Das wird dich formen, weil es Selbstkontrolle ist. Nicht wie der Kontrollverlust damals, als du wie eine Maschine, ohne Gegenwehr, dir irgendeine Flasche aufgemacht hast. Jetzt gehst du los und fängst an, dich zu spüren, dich wahrzunehmen.

    Diese Erfahrung wird dir helfen, in dunklen Momenten, wo der Teufel um die Ecke guckt, ihn selbstsicher anzugucken und ihn zur Hölle zu schicken.

  • Häng dir einen Zettel an den Spiegel: ‚Ich geh ins Fitnessstudio. Und wenn ich keinen Bock habe, geh ich trotzdem. Warum? Weil es richtig ist.‘

    Ich würde es wahrscheinlich anders formulieren: "Ich denke gerade an Alk oder an den Weihnachtsmarkt oder mir ist irgendwie langweilig, also gehe ich ins Fitnesscenter. Dort bekomme ich bessere Glücksgefühle und bin in einer Safe Area."

    Ich finde Ausdauer und Kraft schließt sich nicht aus. Ich liebe auch Wandern und plane gerade verschiedene Routen durch die Sierra Nevada. Als Vorbereitung mache ich hartes Beintraining. In meiner Gegend gibt´s einfach keine Berge - hier gibt´s nur Gegend.

    DIe Damenwelt ... ich bin glücklich verheitatet.

    Nimm sie doch mit. Gerade Frauen in den Wechseljahren sollten Kraftsport zur Osteoposeprävention machen.

    aber vielleicht kann ich meine Abscheu gegen Muckibuden irgendwann mal überwinden

    Für mich hängt das ganz stark am Publikum. Ich mag diese 10,-EUR Billigketten nicht, weil da echt ätzende Leute sind und brechend voll mit Schlangen vorm Gerät ist es dazu. Ich hab das Glück einen Sportverein mit angeschlossenem Fitnesscenter zu haben. Da ist tolles Publikum. Morgens die Rentnerfraktion und Hausfrauen, ab nachmittag Schüler, Schichtarbeiter und unsere erfolgreichen Handballer, abends die Bürofraktion und Spinning-Crew. Wirklich nette Leute, wo man sich noch kennt und ein Schwätzchen hält.

    Beste Grüße Helga

  • Ich würde es wahrscheinlich anders formulieren: "Ich denke gerade an Alk oder an den Weihnachtsmarkt oder mir ist irgendwie langweilig, also gehe ich ins Fitnesscenter. Dort bekomme ich bessere Glücksgefühle und bin in einer Safe Area.

    Ich persönlich tue mich mit der Formulierung etwas schwer. Lass es uns mal runterbrechen: Das Aussteigen aus einer ungesunden Verhaltensweise ist doch eigentlich eine komplette Umprogrammierung des Verhaltens.

    Warum also sollte ich warten, bis ich an den suchtauslösenden Stoff denken muss, um dann den Sport als ‚Gegenmittel‘ zu nutzen? Verstehst du, was ich meine?

    Ich bin der klaren Auffassung, dass die aktive Festlegung – ‚Ich gehe heute ins Fitnessstudio, egal was kommt‘ – eine deutlich stärkere Wirkung hat. Der eine Ansatz ist eher reaktiv: Man wartet auf den Impuls (Suchtdruck/Langeweile) und flüchtet dann in einen ‚Safe Space‘. Mein Ansatz ist proaktiv: Durch aktives Handlungsmanagement sorge ich dafür, dass dieser Suchtdruck gar nicht erst aufkommt oder ich gar nicht erst in die Verlegenheit komme. Ich baue quasi vor.

    Es ist natürlich total richtig, sich eine ‚Exit-Strategie‘ zu bauen, für den Fall der Fälle (den Notfall). Aber ich würde den Sport nicht nur als Notausgang nutzen, sondern als Fundament. Weil er in der Lage ist, grundsätzlich Endorphine auf eine neue Art zu bauen und das Gefühl zu erzeugen, etwas geschafft zu haben – unabhängig vom Alkohol.

    Beide Ansätze sind natürlich valide, aber proaktives Handeln finde ich persönlich nachhaltiger als passives Abwarten.

    Das mag auch an meiner Vita liegen, daran, dass ich quasi gezwungen war, selber ins Handeln zu kommen, und zwar mehrfach. Da hatte ich keine Zeit und keinen Raum zu warten, bis mich irgendwas gezwungen hat. Ich habe der ‚Sucht‘ lieber vorher den Wind aus den Segeln genommen und aktiv meinen Kurs verändert.

    Ich habe das mal in einem Satz runtergebrochen: "Prävention als automatischer Nebeneffekt von Erfüllung." Also geh raus, und werde aktiv :)

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