Beiträge von Loner

    Mir geht es so, dass ich meinen Weg rückblickend wie ein Abenteuer erlebt habe, auf dem ich nach und nach viele bereichernde Erfahrungen gemacht habe und sehr viel über mich und was mir gut oder weniger gut tut, gelernt habe. Und darauf kann ich bauen. Und ich werde gewiss nicht aufhören, weiter die Augen und Ohren für das, was mir so begegnet und sich als tatsächlich hilfreich erweist, offen zu halten.

    Das ist eine schöne Beschreibung. Es ist ein Abenteuer. Allein das finde ich schon positiv. Zumal es ein schönes Abenteuer ist zu erfahren was einem nicht und was einem gut tut. Mit der Zeit entwickelt sich daraus ein viel schöneres Leben.

    Und ich weiß auch, dass ich mir und wo ich mir ggf. Hilfe suchen kann, wenn ich mal nicht mehr weiter weiß.

    Finde ich ganz wichtig, dass es Hilfe gibt. Und, dass man sie annimmt.

    Es läuft nun einmal im Leben nicht alles so, wie man sich das wünscht. Mich zum Beispiel fordern meine Erkrankungen mal mehr mal weniger. Und in den vergangenen Wochen beschäftigt uns die Erkrankung meiner Schwiegermutter sehr. Es geht ihr überhaupt nicht gut und es ist fraglich, wie lange sie noch lebt. Das ist für uns alle emotional sehr herausfordernd und wirft natürlich Fragen auf, mit denen man sich sonst eher nicht beschäftigt.

    Oh ja, das ist nicht einfach. Selber eine Erkrankung haben und ein erkranktes Familienmitglied. Also mich hat die Krebserkrankung von meinem Schwiegervater vom Zeitpunkt der Diagnose bis zu seiner Erlösung gut drei Jahre mitunter sehr stark beeinträchtigt. Ich hatte nicht gedacht, dass mich sowas in dieser Intensität und Energie und Dauer trifft. Aber es ist halt auch ein sehr sensibles Thema. Und wenn ich mal mit anderen darüber spreche geht es denen nicht anders.

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft und Ausdauer. Und liebe Menschen um dich herum.

    Auf 'ner Gartenparty gehe ich nicht so intensiv auf Tuchfühlung, um zu schnuppern wie jemand ausdünstet, der Alk rein kippt. Da nerven mich ab einem gewissen Zeitpunkt, wenn der Pegel steigt, das Gehabe, Gelaber und krampfhafte Gelächter. Wenn ich das bemerke, mache ich mich aus dem Staub, weil ich mir so was nicht mehr antue.

    Das war auch unfreiwillig. Und zum Glück nur kurz. Ich hab mich tatsächlich relativ kurz danach verabschiedet und bin weg. Das Schöne dabei: Ich hatte nicht das Gefühl etwas verpasst zu haben.

    Super, wünsche dir weiterhin ne schöne, nüchterne Zeit. Ohne Alkohol ist tatsächlich alles möglich und machbar. Mit Alkohol dümpelt man nur rum und verschwendet das Leben. 👍 Also immer weiter nüchtern bleiben 😀

    Absolut. Wenn ich überlege, was sich in den 18 Monaten alles positiv verändert hat, ist das wirklich bemerkenswert. Der Weg verläuft natürlich nicht linear, aber die Veränderungen sind spürbar und sitzen tief.

    Vielen Dank dir! 🙂

    Was mir auch noch wichtig ist: Ich betrachte mich keineswegs als geheilt. Mir ist bewusst, dass die Suchtgefahr bestehen bleibt. Das zu akzeptieren, war für mich eine der wichtigsten Erkenntnisse. Ich sehe das jedoch nicht negativ, sondern blicke mit Freude und Zuversicht auf das, was ich bisher erreicht habe. Ich gehe diesen Weg weiter – aber eben mit der Wachsamkeit, dass Risiken bleiben, und der Stärke, mich rechtzeitig aus kritischen Situationen zurückzuziehen.

    Wie läuft es bei dir. Bist ja nun auch schon ne Weile nüchtern. Ist noch alles im grünen Bereich?

    Jep. Inzwischen 18 Monate. Und ich genieße die neue Lebensqualität. Sehr. Momentan bin ich oft mit dem Motorrad unterwegs. Letztens war ich auf einem Gartenfest wo auch Alkohol getrunken wurde. Ich hatte nicht mal mehr den Gedanken daran. Im Gegenteil. Ich fand den Geruch derjenigen, die Alkohoo getrunken hatten, ehrlich gesagt ziemlich unangenehm. Alles im grünen Bereich hier. Vielen lieben Dank, dass du nachfragst <3

    Moin Zusammen,

    Ich möchte ein für mich persönlich wunderschönes Erlebnis teilen. Wir waren gestern mit der Familie essen. Und gestern war seit dem ich alkoholfrei lebe das erste Mal, dass auch meine erwachsenen Söhne alkoholfreies Bier bestellt haben. Das finde ich total großartig. Damit hatte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet. Dann hat meine Entscheidung alkoholfrei zu leben offensichtlich auch einen Einfluss auf meine Söhne. Das ist toll.

    Bevor die Diskussion über alkoholfreies Bier beginnt: Mich persönlich triggert es nicht. Inzwischen lebe ich seit 16 Monaten ohne Alkohol, bis auf gelegentlich ein alkoholfreies Bier. Am liebsten mag ich ein paar sehr leichte 0,0% Sorten. Ich möchte aber ausdrücklich drauf hinweisen, dass alkoholfreies Bier andere Betroffene triggern kann. Deshalb möchte ich mich ausdrücklich davon distanzieren meine persönlichen Erfahrungen als unbedenklich oder sogar als Empfehlung zu verstehen (!).

    Was meine Söhne betrifft: Die haben (zum Glück) kein problematisches Trinkverhalten. Trotzdem find ich es super, dass auch sie ihren Horizont erweitern und alkoholfreie Alternativen mögen. Damit habe ich nicht gerechnet. Ich habe nicht versucht sie zu missionieren. Ich habe halt nur mein Verhalten dauerhaft geändert.

    Das ist einfach Großartig. Da freue ich mich gerade voll drüber. Außerdem sind es mit zwei kleinen Ausrutschern Anfang Januar und Anfang Februar sogar schon 18. Ja, es gibt nach wie vor Momente, wo ich dran denke. Das wird vermutlich nie ganz weg sein. Aber es verändert sich und wird Monat für Monat auch an schwierigen Tagen ein klein wenig weniger mächtig.

    Und jetzt wünsche ich Euch allen ein angenehmes Wochenende :)

    VG, Loner

    Bei mir gab es nach 1,5 Jahren nochmal eine weitere Entwicklung dazu. Da habe ich deutlich noch einen Unterschied gespürt.

    Vielen lieben Dank (!). Bei mir entwickelt sich gerade etwas. Dazu schreibe ich noch in einem anderen Thread.

    Bei mir kam es anschließend nur noch 2x zu etwas heftigeren Suchtattacken, denen ich aber mit meinen Mittel begegnen konnte. Seit einigen Jahren herscht jedoch Ruhe.

    Auch dir vielen lieben Dank (!). Wie war das doch gleich? Das Leben ist kein Rosengarten oder so? Schön, dass es bei Dir inzwischen seit einigen Jahren ruhig ist.

    Samstag war das erste Jahr rum. Ich war auf dem gleichen Geburstag wie das Jahr davor. Aber dieses Mal Alkoholfrei. Es hat auch keiner etwas gesagt. Nur die Gastgeberin. Ach ja, du trinkst ja keinen Alkohol mehr. Jep, heute seit einem Jahr nicht mehr. Oh, toll. Und es wurde anerkennend auf den Tisch geklopft.

    Das Schöne dabei: Den großen Sohn (26) konnte ich an dem Abend anstecken. Der trank auch nur Alkoholfrei. Wenn so Vorbildfunktion geht, hat es geklappt. Selbst der kleine Sohn (25) hatte nur eins. Der hätte sonst zwei Bier getrunken.

    Nein, ich will niemanden missionieren. Muss jeder selber wissen. Aber ich habe mich dazu entschieden die Reise fortzusetzen. Inzwischen eher vom Bauch her als vom Kopf. Es fühlt sich einfach alles feier und leichter an im Vergleich. Der Weg gefällt mir. Den will ich weiter gehen.

    Ich denke, dass Dopamin, der Neurotransmitter zur Belohnungserwartung, sowie das sogenannte Belohnungssystem in diesem Zusammenhang geeignete Stichworte sind.

    Ja, könnte passen. Auch zu meinem Trinkverhalten. Das nehme ich mal mit. Mein Vater hat übrigens Parkinson. Die Chance liegt (laut KI) zwar nur bei 10%. Aber ich kann es mal beim Arzt ansprechen.

    Das Geheimnis wird für dich vielleicht darin liegen, wie du mit dem, was dir absolut keinen Spaß macht, umgehen könntest. Kannst du dich von diesem oder jenem befreien, weil es dir nur eine Last ist? Oder kannst du es portionieren und dir zwischendurch und anschließend Inseln der Erholung, Belohnung, des Wollens oder Mögens einbauen?

    In der Vergangenheit bin ich mit nervigen Dingen so umgegangen: Möglichst schnell erledigen. Das hatte allerdings zur Folge, dass ich dachte ich kann viele davon problemlos machen. Das ist aber auch so mit Dingen, die ich mag. Die mache ich auch lieber im Binge Mode. Das Blöde dabei ist: Damit macht man sich Dinge kaputt, die man mag. Also insgesamt runter schalten ist ein Weg, denke ich, ja. Auch beim Spazieren. Warum denn immer flott gehen. Langsam ist auch schön. Oft sogar schöner. Zeit nehmen. Hab ich doch jetzt wieder mehr. Ja.

    Geduld habe ich dadurch gefunden, dass ich Perspektiven gefunden habe, Wege, die ich gehen kann, Ziele, die ich erreichen kann. Und mitunter erfreue ich mich auch an dem, was mir auf dem Weg in die gewünschte Richtung begegnet, und begegne ihm mit Dankbarkeit. So ist gegebenenfalls der Weg schon das Ziel.

    Und so habe ich gelernt, wie Geduld sich für mich auszahlen kann. So wurde es dann nicht mehr so schwer, erneut Geduld aufzubringen.

    Das ist gut. Perspektiven finden. Wege, die man gehen kann. Ziele, die man erreichen kann. Mir fällt dazu gerade das Bild mir der Leiter ein. Liegen die Streben zu weit auseinander wird es schwierig weiter zu kommen. Oder das Bild mit der Treppe. Sind die Stufen zu groß, kannste sie nicht gehen. Geht das in die Richtung?


    Eine lustige Anekdote am Rande: Freitag hab ich mal angefangen das Magnesiumtaurat zu nehmen. Am ersten Tag gleich zwei Kapseln, was 300 mg Magnesium entspricht. Daraufhin hat mein Darm gefühlt alles an Wasser aus dem Körper gezogen und sich groß gemacht. Es hat zwei Tage gedauert bis ich den Porzellangott wieder für etwas festeres beglücken durfte. Was für ein Blähbauch das war ^^.

    Eine Wirkung davon habe ich wenn, dann nur eingebildet bemerkt. Ich nehm das jetzt noch ein paar Tage weiter. Tut ja nicht weh. Aber ich denke, dass meine tatsächlichen Punkte woanders liegen und Ihr mir mit Euren Erlebnissen, Erfahrungen und Tipps mehr weiter geholfen habt. Ja, so ein kleiner Exkurs bezüglich Neurotransmitter ist interessant und kann nicht schaden. Aber wirklich gelernt habe ich letztlich nur, dass es dann doch deutlich komplexer ist und ich damit zum Weißkittel gehe, wenn sich das mit mehr Geduld und Aushalten nicht wieder regelt.

    Danke, dass es Euch gibt <3!

    Geht mir aktuell ähnlich. Ich vermute, oder hoffe zumindest, dass der Winter bzw. der Dauernebel der Grund für meine durchzogene Gemütslage ist. Zu meiner Trinkerzeit mochte ich diese Jahreszeit irgendwie, konnte ich mich doch ohne schlechtes Gewissen zurückziehen und zuhause volllaufen lassen. Wobei, wenn ich mir das gerade wieder so vorstelle: eigentlich ging es mir auch dann richtig dreckig, einfach mit weniger schlechtem Gewissen als in den wärmeren Jahreszeiten. Ich denke, mir fehlt das intuitive Erkennen, ob mittelprächtige Gemütszustände einfach mal ausgehalten werden müssen oder ein Hinweis sind, dass sich generell etwas in eine falsche Richtung entwickelt. Was wiederum zu mühsamen Gedankenschlaufen führt🤦‍♂️ Deshalb klemm ich mir jetzt in den Hintern und mache meine Sonntagswanderung.

    Den Gedanken hatte ich die Tage auch. So von wegen, ach damals war der Winter schöner, weil ... ja, ne, da bin ich dann verkatert entweder gar nicht raus oder hab mich geärgert, dass ich wieder was getrunken habe. Was ich mir vorstellen kann: Alkohol empfinde ich persönlich als Zeitfresser, weil beim auskatern so viel nicht wirklich nutzbare Zeit drauf geht. Vielleicht hatten wir den Winter generell dadurch gefühlt kürzer in Erinnerung? Mit dem Aushalten lernen haste recht. Da hat uns der Alleshohl echt versaut. Ich glaub ich mache heute auch eine Sporteinheit extra. Muss ja nicht intensiv. Hauptsache was tun.

    Ich bin bislang gut durch den Winter gekommen. Was ich konsequent mache ist, mich regelmäßig draußen zu bewegen, ausreichend Vitamine zuführen, insbesondere Vit D3 mit K2 supplementieren, regelmäßig im Fitnesstudio trainierem und mich auf der Arbeit nicht zu übernehmen, sondern auch mal Dinge aufzuschieben und einfach mal "nein" sagen, wenn noch was oben drauf gepackt werden soll. Aber ich weiß, ich habe es mit Letzterem dank ÖD auch etwas leichter.

    Muss ich mir noch hinter die Ohren schreiben: Mich auf der Arbeit nicht zu übernehmen, sondern auch mal Dinge aufzuschieben und einfach mal "nein" sagen. Das ist echt ein Punkt. ÖD hin oder her.

    Schön wär‘s und so bequem, wenn ein, zwei Pillen reichen könnten, damit das, was grad nicht so funktioniert, wieder reibungslos funktioniert. Doch so funktioniert es leider nicht.

    Manchmal frage ich mich inzwischen, ob das nicht auch besser so ist, weil wir unserem Körper dann nicht die Pause oder Erholung oder eine Veränderung unseres Lebensstils einräumen würden, die er offenbar braucht.

    Ne, richtig. Das funktioniert nicht und ist vielleicht auch ganz gut so.

    Du, Loner hattest von einer anstrengenden Zeit im Dezember mit deiner Familie erzählt. Könnte es sein, dass da noch etwas nachwirkt?

    Das ist sehr wahrscheinlich was dran. Zurück reflektiert fing es ja schon im Sommer an und kaskadierte sich über die Monate. Und ich hab zu wenig auf meine Ressourcen geachtet. Ist jetzt auch nicht das erste Mal, wenn ich ehrlich bin. Ich muss tatsächlich wieder lernen besser auf mich zu achten und es auch zu kommunizieren. Eine Abstinenz alleine kann das nicht leisten. Wie auch. Und dann kommt der Winter und der saisonbedingte Blues und schwupps biste erschöpft.

    Des Weiteren habe ich in Bezug auf meine eigene Abstinenz die Erfahrung gemacht, dass es da nicht linear aufwärts gegangen ist, sondern dass es sowas wie Wellen gab. Das mag etwas mit der komplexen Neurobiologie zu tun haben, aber ich vermute stark, dass das auch etwas mit dem Leben, mit Gefühlen, Erinnerungen und dem ganz normalen Alltagswahnsinn zu tun hat.

    Ich hab auch immer tiefer gegraben. Nicht mit KI, sondern mit allem anderen, was mir vor Augen und Ohren kam. Bei mir spielte von Anfang an meine Vergangenheit mit meiner Familie eine Rolle.

    Da denke ich generell noch zu naiv, befürchte ich. 2003 als ich das letzte Mal für einen längeren Zeitraum nichts getrunken hatte, ging es aus der heutigen Perspektive betrachtet steiler und schneller bergauf. Aber da hatte ich auch in 6 Monaten 20 kg abgenommen und bin nach einem Jahr Marathon gelaufen. Was das für eine Aufwand war, sowohl ernährungs- als auch trainingstechnisch, muss ich nicht noch mal haben. Zumal ich zugeben muss die eine oder andere Situation weggelaufen zu haben. Das war tatsächlich zumindest Teilweise eine Art Suchtverlagerung.

    Jetzt lerne ich halt das Normale, gesunde kennen. Das, was manchmal auch absolut keinen Spaß macht. Das, was ich viele Jahre entweder weg gefeiert, weg gelaufen, weg gearbeitet habe. Irgendetwas findet sich immer.

    Die Vergangenheit ist bei mir auch lange ein (großes) Thema gewesen. Da muss ich auch nicht lange suchen. Aber inzwischen denke ich, dass ich mich letztlich nur immer wieder retraumatisiere, wenn ich immer wieder zurück gehe. Zugegeben, es ist nicht einfach. Aber am Ende hilft eh nur nach Vorne gucken. Und Vorne trifft man auch die interessanteren Menschen. Wie Euch hier z.B <3

    Ich kann dir nur empfehlen, Geduld mit dir zu haben - Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht - und dich weiterhin auf Entdeckungsreise zu begeben, was du eigentlich brauchst. Das wird wahrscheinlich weniger im Lesen, als vielmehr im eigentlichen Tun bestehen.

    Mein Geist ist auch stets hungrig, wissbegierig, aber wenn ich persönlich mich zu viel in dem Bereich betätige und zu wenig im eigentlichen Tun, wirkt sich das schlecht auf meine Stimmung, mein körperliches Befinden und auch meinen Schlaf aus. Das Geheimnis liegt offenbar in der Balance. Die halte ich zugegebermaßen nicht immer, kann sie nicht halten oder will sie nicht halten. Ich selbst neige nun einmal zum Intensiven. 🤷‍♀️

    Japp. Volltreffer. Geduld. Wo steht das im Duden? Gehört nicht zu meinen Stärken. Und Füße still halten ist auch eher schwierig. Hrmpfl.

    Danke Dir :!:

    Eine Freundin schwört auf Schüsslersalze, eine andere auf Globoli, andere bevorzugen Nahrungsergänzungsmittel ... alle sind fest überzeugt von der Wirkung = es geht ihnen gut oder besser. Ist das nun Einbildung (Placebo) oder ... ???

    Der Glaube versetzt Berge, das stimmt. Ich glaube da gibt es mehr als genug Studien drüber.

    Ich denke, dass diese Art "tiefer zu graben" zu meinem persönlichen Prozess gehört. Und Ich weiß tatsächlich nicht ob meine aktuellen Probleme mit innerer Unruhe, Schlafproblemen und dem blöden Herzgestolpere daran liegen, dass ich vor einem Jahr aufgehört habe Alkohol zu trinken. Gefühlt war ich schon (viel) weiter. Vielleicht ist es der Winter, der Job, die Familie ... oder alles zusammen. Womöglich sitze ich generell und vor allem abends zu lange vor einem Display, was die Neurotransmitter ebenfalls beeinträchtigen kann. In dem Fall reicht eine Verhaltensänderung. Keine Ahnung.


    Hast du das mit einem Arzt besprochen oder woher weißt du, was gut ist? 🤔

    Nein, ich hab die KI genutzt um potentielle Wechselwirkungen auszuschließen. Wenn ich jedes Mal zu einem Arzt gehen würde, wenn ich wieder eine Idee habe was ich noch alles versuchen könnte, müsste ich im Monat vermutlich einen vierstelligen Beitrag zur Krankenkasse zahlen. Moment, der Höchstbetrag ist doch bloß dreistellig. Egal, lassen wir das ^^.

    Ja, ich nehme Mirtazapin. Aber nur in einer sehr niedrigen Dosis wegen meiner Schlafstörungen (Ein- und Durchschlafen). Deshalb schaue ich da immer nach bevor ich etwas ausprobiere. Das ist aber im Fall von Mirtazapin etwas anderes als für Citalopram z.B., weil Mirtazapin im Vergleich ein ganz anderes Wirkspektrum hat. Soweit ich weiß ist Citalopram ein selektiver Serotonin Wiederaufnahmehemmer. Mirtazapin wirkt zwar auch serotonerg, aber eher schwach. Mirtazapin geht eher auf die Rezeptoren für Noradrelanin und Histamin. In meiner Dosis nennenswert eigentlich nur auf Histamin. Aber genau da wird es komplex. Deshalb lieber einen Arzt fragen. Wenn ich das für mich selber mache und meine, dass ich das für mich Verantworten kann: Okay, das ist mein Risiko. Im Zweifel frage ich aber auch lieber einen Arzt oder lasse es helt sein.

    Ich finde das Thema KI auch sehr spannend aber was ich eigentlich fragen wollte:

    welches Passionsblumenpräparat nimmst Du da? Und mich interessiert auch Deine Erfahrung mit dem Taurat. Ich benutze das Mg von Sunday mit 11 verschiedenen Verbindungen und habe den Eindruck, dass es besser wirkt als Glycinat oder Citrat Verbindungen allein. Taurat ist da nicht enthalten, aber wird dort auch angeboten. Vielleicht teste ich das dann mal. Nimmst Du Mg jeden Abend?

    Nutz doch die KI dafür. Man kann da ja auch zig 1.000seitige Dokumente hochladen und auswerten lassen. Man muss halt einfach kritisch mit den Antworten sein oder eine gewisse Unschärfe akzeptieren.

    Mir ist hier im Forum ein Buch empfohlen worden: "eine kurze Geschichte von fast allem". Da geht es auch um sehr viel Quatsch, der wissenschaftlich bewiesen wurde und wird - was sich im Nachhinein als nonsense herausgestellt hat oder immer noch ambivalent diskutiert wird. Auf all diese Informationen kann die KI zugreifen und soll dann selbst auswerten welche wissenschaftliche Erkenntnis die richtige ist? Drollige Vorstellung.

    Und poste vor allem Deine neuen Erkenntnisse. Ich lese sowas ja auch gerne.

    Jep. Ich nutze via mammouth.ai die Sprachmodelle Mistral, ChatGPT, Gemini & Claude. Ich hab also 4 Meinungen zu meinen Ideen, Gedanken und Fragen ^^. Denen hab ich meine gesamte Lebensgeschichte unter geschoben und hab das auch mal als "Therapaut" mit meinen Daten als dritte Person rein gehackt. Es ist tatsächlich hoch interessant wie schnell eine KI eine komplett andere Strategie empfiehlt sobald man einen Info ändert, hinzufügt oder entfernt. Ich sehe das wie gesagt auch eher kritisch. Allerdings taucht die Störung von Neurotransmittern halt auch so in der Fachliteratur auf. Das muss auf einen selber nicht zutreffen. Aber es Hinweise geben. Und dann kann man selber natürliche Mittel ausprobieren und schauen was passiert. Und wenn es nur ein Ausschluss ist. Im Zweifel bringt es einen einen Schritt weiter.

    Zur Passionsblume: Ich hab Pascoflair und nehme aktuell 3 davon am Tag. Das ist kein Hammer, eher so ein sanfter, leichter und unterschwelliger in keinster Weise sedierender, beruhigender Effekt. Mir war wichtig, dass es keine Gewöhnungseffekte gibt und eine längere Einnahme als sicher gilt.

    Aktuell nehme ich kein Magnesium, weil mich das Magnesiumglycinat eher pusht als chillt. Sobald ich mit das Magnesiumtaurat ausprobiert habe, schreib ich über meine Erfahrung damit. Bin gespannt :).

    Dürfte ich das überhaupt, wenn ich Antidepressiva nehme? Ich weiß nur, dass ich zum Beispiel Johanniskraut nicht nehmen darf und auch ein Nahrungsergänzungsmittel, Fructophan heißt das glaub ich, das bei Fructose Intoleranz wirken soll , auch nicht, obwohl ich ja Fructose intolerant bin… anscheinend, weil es den Wirkstoff L Tryptophan enthält.

    Kennst du dich vielleicht mit solchen Dingen auch aus? LG Ciara

    Gut, dass Du das sagst! Leider kenne ich mich mit Wechselwirkungen von Mitteln wie z.B. Passionsblume oder Magnesiumtaurat zu Citalopram und Trimipramin nicht aus. Das kann leider nur ein Arzt beantworten.

    Es ist generell sehr wichtig nicht einfach irgendwelche Mittel zu nehmen. Man muss sich vorher informieren, notfalls in einen Bluttest investieren. Diese ganzen Nahrungsergänzungsmittel wollen halt auch nur ihre Produkte verkaufen :!:. Außerdem gibt es die verschiedensten Qualitäten von Nahrungsergänzungsmitteln. Da muss man zudem auch die Inhaltsstoffe genauer betrachten :!:.

    Vielen Dank für Euer Feedback zu diesem Thema. Das war für mich ein Anlass bezüglich einer Gaba-Glutamat-Dysbalance noch mal weiter zu recherchieren. Glücklicherweise arbeite ich mit zwei Mikrobiologen zusammen. Mit einem der beiden habe ich ein gutes Verhältnis. Außerdem habe ich auch noch mal abseits von Sprachmodellen besonders nach der Tatsache geschaut warum eine Gaba-Glutamat-Dysbalance bei manchen Menschen ein Thema ist und bei manchen nicht.

    Ich muss dazu sagen, dass ich seit meiner Kindheit eine Angst- und Panikstörung habe und zwei mal stationär in Therapie war. Ich bin zwar schon lange stabil. Aber soweit ich es verstanden habe kann das eine Rolle beim Thema Gaba-Glutamat-Dysbalance spielen. Menschen mit so einen Hintergrund, oder ähnlichen Besonderheiten wie z.B. PTBS oder Depressionen sollen wohl eher zu so einer Dysbalance tendieren. Das ist auch der Grund warum viele Betroffene sich unbewusst mit Alkohol selbst therapieren. Weil Alkohol genau da rein geht, Gaba erhöht was zu einer angstlösenden Wirkung führt. Das kennen nicht betroffene auch. Wenn es beim Auskatern allerdings wiederkehrend zu Angstzuständen und/oder Panikattacken kommt, kann das ein Hinweise auf eine höhere Sensibilität für eine Gaba-Glutamat-Dysbalance sein.

    Mir persönlich sind aktuell zwei Dinge bei mir selber aufgefallen: Mit Magnesiumglycinat werde ich eher unruhiger als ruhiger und Passionsblume chillt mich. Magnesiumglycinat kann bei bestimmten Personen kontraproduktiv wirken. Wenn die NMDA-Rezeptoren (entscheidende, durch Glutamat aktivierte Ionenkanäle im zentralen Nervensystem) bereits überstimuliert sind, wirkst es wie Öl ins Feuer gießen. Passionsblume hingegen ist quasi ein Gaba Wiederaufnahmehemmer.

    Nur noch mal sicherheitshalber: Ich bin weder Arzt noch anderweitig medizinisch ausgebildet. Und ich bin auch nicht so naiv, dass ich einfach so alles glaube, was die KI ausspuckt. Ich arbeite selber als ITler und betrachte das Theme KI generell kritisch. Nichts desto trotz kann KI bei der Orientierung zu helfen. Auch wenn der Output mitunter quatsch ist. Aber zwischen den Zeilen stehen manchmal Dinge, die man abseits der KI weiter recherchieren kann.

    Leider hab ich keinen Zugriff auf einen ausreichend ausgebildeten Mediziner, der Zeit und Lust hat weiter in die Tiefe zu gehen. Und ich bin halt sehr neugierig. Deshalb werde ich jetzt mal Magnesiumtaurat als Alternative zu Magnesiumglycinat ausprobieren. Angeblich soll das für Patienten mit ventrikulären Extrasystolen und einer bestätigten oder vermuteten Sensibilität für eine Gaba-Glutamat-Dysbalance besser sein, weil Taurin das Herz besser vor Stress abschirmt und das Nervensystem nicht reizt. Oder so ähnlich.

    Keine Ahnung. Vielleicht ist es Quatsch. Aber ich bin nun mal ein Nerd und wenn es mir nicht schadet? So what? Im schlimmsten Fall finde ich Dinge, die mir gut tun. So wie die Passionsblume. Auch wenn ich weiß, dass Ernährung und Bewegung die wichtigsten zwei Punkte sind. Deshalb gehe ich jetzt raus und danach Gewichte stemmen, danach inne Wanne.

    Was hat der Glutamat Spiegel mit Gaba denn zu tun? Ich habe von medizinischen Dingen gar keine Ahnung.

    Soweit ich es verstanden habe, ist Glutamat das Gaspedal und GABA die Bremse. Sehr vereinfacht ausgedrückt. Wenn der Glutamat-Spiegel zu hoch ist, wird zu wenig gebremst und das Nervensystem ist überreizt. Bissl wie beim Kater. Nur halt dauerhaft. Eine GABA-Glutamat-Dysbalance.

    Interessant, dass Du auch Herzrhythmusstörungen hast und diese mit der Abstinenz besser werden. Ich drücke Dir die Daumen, dass Du die Medis bald auschleichen kannst!

    Interessant, aber kann ich nicht bestätigen, im Gegenteil

    Ja, es ist individuell. Bei manchem geht es schneller, beim anderen dauert es länger. Eine GABA-Glutamat-Dysbalance kann auch von anderen Dingen begünstigt werden. Nicht nur durch Alkohol. Dauerstress, Schlafmangel, Näherstoffmangel, zu viel Kaffee, etc. Freut mich sehr, dass es Dir diesbezüglich schon deutlich früher wieder besser geht!

    Ich sehe es ehrlich gesagt auch nicht als Aufgabe des Arztes den Patienten an die Hand zu nehmen, um ihm zu erklären, wie man gesund lebt, sondern als Mittelsmann für meine Medikamente, weil sie verschreibungspflichtig sind.

    Das sehe ich inzwischen auch so. und bezüglich KI: Absolut. Darüber streite ich mich mit meinen Chef jede Woche, weil er ein 100% KI-Höriger ist und ich immer sage, dass man alles gegen prüfen muss was von Sprachmodellen kommt. Deshalb hab ich auch abseits von Gemini im Netz bezüglich der GABA-Glutamat-Dysbalance recherchiert. Ernährung und Bewegung sind übrigens zwei mächtige Instrumente um die Neurotransmitter wieder ins Gleichgewicht zu bekommen. Besser als Medikamente oder andere Mittel. Ich werde heute auch noch raus. Vielleicht mal wieder die 10 km gehen.

    Moin Zusammen,

    meine Trockenarbeit umfasst aktuell unter Anderem intensive "Unterhaltungen" mit unterschiedlichen KI Sprachmodellen. In meinem Fall, weil mich mein blödes Herzgestolpere (es ist mehrfach untersucht und gesund) und meine Schlafstörungen beschäftigen.

    Heute hab ich mit Gemini zu dem Thema gechattet und da kam eine für mich neue, hoch interessante Information heraus: Wenn man über einen langen Zeitraum Alkohol konsumiert (in meinem Fall 30-35 Jahre) erhöht der Körper den Glutamat-Spiegel. Das macht das Gehirn deshalb, weil es auf die wiederkehrende Dämpfung reagiert. Das Gehirn mag es nämlich nicht gedämpft zu werden.

    Das Problem dabei ist, dass die Glutamat-Aktivität im Hirn auch dann erhöht bleibt, wenn man bereits eine längere Zeit keinen Alkohol mehr trinkt. Laut Studienlage und Forschung braucht es 18-24 Monate bis das Hirn den Glutamat-Spiegel wieder runter gefahren hat. Und so lange ist das System noch überreizt. Mit folgenden Symptomen:

    • Neurologisch: Kopfschmerzen, Migräne, Konzentrationsschwäche, Taubheitsgefühle (besonders im Nacken), brennendes Gefühl um den Mund, Schwindel.
    • Körperliche Missempfindungen: Hitzegefühl, Schwitzen, Engegefühl in der Brust, Schmerzen.
    • Herz-Kreislauf: Herzklopfen, Herzrhythmusstörungen.
    • Psychisch/Kognitiv: Angstzustände, verminderte kognitive Kontrolle, erhöhte Anstrengung bei geistiger Arbeit.
    • Verdauungstrakt: Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall.
    • Andere: Hautausschlag, Juckreiz.

    Darauf bin ich gestoßen, weil ich parallel zum Sport aktuell mit sanften Dingen wie Magnesiumglycinat, L-Theanin, Phosphatidylserin und jetzt Passionsblume experimentiere. In erster Linie um mir etwas Gutes zu tun und meinen Regenerationsprozess zu unterstützen. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich positiv auf Passionsblume anspreche. Ich bin innerlich ruhiger, mir ist weniger kalt, ich kann besser kacken (sorry für die Ausdrucksweise) und mein Herzrhythmus ist stabiler (nicht perfekt, aber definitiv besser). Das ist ziemlich wahrscheinlich ein Hinweis auf eine gestörte GABA-Glutamat-Balance und ein Grund für mich Passionsblume weiter zu nehmen. Zumal Passionsblume keinen Gewöhnungseffekt hat.

    Warum wird einen sowas nicht beigebracht? Ja, keine Ahnung. Ich persönlich hab eh das Gefühl, dass es den einen oder anderen Arzt schlicht nicht interessiert. Dabei spielt genau diese GABA-Glutamat-Dysbalance eine nicht unerhebliche Rolle bei Rückfällen. Und genau dagegen kann man aktiv etwas tun. Ernährung, Bewegung und eben sowas wie Passionsblume. Abgesehen davon, dass es gut tut sich mit dem Thema auseinander zu setzen, zu informieren, aufzuklären, sich zu orientieren.

    Ich bin weder Arzt noch sonst wie medizinisch ausgebildet. Ich interessiere mich bloß dafür mich und meine Situation besser zu verstehen. Und das heute mit dem Glutamat "Gaspedal" finde ich so interessant, dass ich es gerne mit Euch teilen möchte.

    Habt Ihr bezüglich der oben aufgeführten Symptome in dem Zeitraum von 18-24 Monaten ähnliche Symptome gehabt? Wenn ja: Wie seid Ihr damit umgegangen?

    Viele Grüße, Loner