Nur, wie leicht hätte es auch ganz anders kommen können.
Weder das Umfeld, noch die Eltern noch die Prägungen und (auch genetische) Ursachen hat man sich freiwillig aussuchen können. Es gab keine Wahl in der Vergangenheit.
Ich hab mir im Laufe meines Lebens auch solche Gedanken gemacht. Ich hab durchaus auch damit gehadert und darunter gelitten, dass ich nicht das Glück hatte, in einer „normalen“ Familie und einem „normalen“ Umfeld aufzuwachsen, bei dem Kinder durch die Eltern und ihr gesamtes soziales Umfeld Geborgenheit, Sicherheit erfahren und ein natürliches Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein erwerben.
Und es hat mir, nachdem ich das Buch „Das Drama des begabten Kindes“ von Alice Miller gelesen hatte, auch ein bisschen weitergeholfen, richtig wütend auf meine Eltern und meine gesamte Familie (und auch mein herzlich wenig hilfreiches soziales Umfeld) sein zu dürfen. (Hinweis: Das Buch liefert wertvolle Gedankenansätze. Was aber erwähnt werden sollte, ist, dass sie, wie ihr Sohn, Martin Miller, in seinem Buch „Das wahre ˋDrama des begabten Kindes‘: Die Tragödie Alice Millers - Wie verdrängte Kriegstraumata in der Familie wirken“ dokumentiert, selbst nicht in der Lage gewesen ist, die von ihr propagierte liebevolle Erziehung umzusetzen.)
Doch es half mir auf Dauer nicht weiter, dort stehen zu bleiben. Und so habe ich damit begonnen, meinen Frieden mit meinen Eltern, meiner Familie und meiner Vergangenheit zu machen. Hilfreich war für mich dabei auch, zu begreifen, inwiefern meine Eltern selbst und wiederum deren Eltern Opfer ihrer Familien und ihrer Prägungen gewesen sind.
Das, was ich jetzt tun konnte, war JETZT den Teufelskreis zu durchbrechen und das für mich zu tun, was ich JETZT ändern konnte.