Nobs Ich denke, du meinst mich. Ah ok, also ist das ähnlich wie die ReHa der Rentenversicherung angesiedelt. Weil diese Erwartungshaltung aus deinen Worten herausklingt. 🤷♀️ Ganz einfach. Deine Worte erinnern mich an mich selbst und wie ich da reingegangen bin. Ich war richtig heiß drauf jetzt loszulegen, Erfolge zu erzielen…zu performen. Aber so funktioniert Therapie nicht.
Ich gehe davon aus, dass das deine erste Maßnahme dieser Art ist und du bislang keine Vorstellung davon hast, wie Therapie funktioniert. Ging mir auch so. Trust the process…gibt einen Grund, weshalb es viel Leerlauf gibt. Die Patienten bringen auch sehr unterschiedlichen Voraussetzungen mit…als funktionale Alkoholikerin hatte ich keine Probleme mich lange und konzentriert mit Handarbeiten oder Whatever zu beschäftigen. Es gab aber auch welche, die konnten sich nicht mal 10 Minuten am Stück konzentrieren und den Fokus halten. Die wirkliche Therapie fand mE auch außerhalb der eigentlichen Therapiemaßnahmen statt. Wenn die Patienten sich unterhalten, wenn man Ruhe und Leerlauf einkehrt…dann holt einen viel ein. Ich hab mich damals durchaus schwer getan, dass ich nun monatelang in solch einer Einrichtung saß mit teils wirklich traurigen Gestalten. Aber von denen kann man viel lernen. Und wenn die Lehre ist, dass man auf keinen Fall dorthin kommt, wo diese Personen sich befinden.
Die nassen Gespräche zwischen den Patienten sind normal. Das Suchtmittel ist nah dran, das Suchtmittel hat einen lange etwas gegeben. Damit ist es nun vorbei, es ist ein bisweilen wehmütiger Abschiedsprozess. Aber es sollten auch nicht nur diese nassen Gespräche geführt werden. Bei uns wurde da dann auch von Therapeutenseite mal eingegriffen, wenn da zu viel Glorifizierung einsetzte.