• ich hab eher alle Symptome akribisch dokumentiert und es als eine Art Strafe gesehen.

    Hallo Nenilius,

    bist du jetzt symptomfrei, was die Wirkung von Alkohol angeht? Brauchst also nichts mehr dokumentieren oder beobachtest du jetzt wie dein Körper sich langsam erholt? Nach 2 ... 4 Wochen alkoholfrei bemerkte ich schon die ersten ganz kleinen gesundheitlichen Verbesserungen, das Leergut nahm schlagartig ab und das schlechte Gewissen, wohl die bedeutenste Verbesserung, ich gesundete mental.

  • Seelisch kommt jetzt der Schmerz..

    Jetzt kannst du doch ergrĂŒnden, was dir Schmerzen bereitet, was dich stört, was du verĂ€ndern kannst bzw. was du probieren könntest, damit sich etwas verĂ€ndert.

    Anstatt immer alles zu betÀuben, im Alkohol.

    Das Leben ist nicht immer schön, fair und kunterbund! Steckt man fest, in seiner Gedankenwelt/seinem Schmerz/Angst, suche nach neuen, anderen Gedanken.

    Gedanken/Ansichten anderer Menschen, viele sind abenteuerlich, manche sogar wirr, erschreckend, manche verfĂŒhren zum Nachmachen und das kann sogar Spaß machen!

    Probiere! Du wirst bestimmt noch hunderte Male enttÀuscht werden. Aber! Das ist genau so sicher/unsicher, wie das Gegenteil.

    Wenn dir eine begleitete Therapie hilft, mach' sie, wenn du mit den Menschen in einer SHG zurechtkommst - gehe hin!

    Nur nichts machen und sich selbst bedauern, verÀndert doch nichts. Trau' dich, wage etwas Neues, Anderes - du bist doch nicht dumm!

  • Danke...wir haben N. einen (fĂŒr uns) schönen Geburtstag bereitet...den ersten ohne seinen Vater, was weh tat.. aber alles andere hat seine Patentante wunderschön gemacht. Es gab Wasser und Sterne und eine Kerze. Es war wirklich schön auch wenn wir viel geweint haben...wir waren aber auch eine wilde Gang. Meine beste Freundin.. die Alkoholikerin und die blinde demente Oma 😅

  • Jetzt wo ich darĂŒber nachdenken konnte, sehe ich auch, das dies nicht so sein muss, mit dem "ganz unten" . In meinem Bekanntenkreis, ist dies keineswegs immer der Fall.

  • Hey ihr Lieben.... ich sitze hier seit gestern Mittag vor einem Glas. Ich hab keinen Schluck draus genommen ich starr es einfach nur an. Mir geht es gerade echt nicht gut. Jeden Tag kommt was neues dazu

    ..ich dachte trocken wird das Chaos vielleicht wenigstens weniger.

  • Hey du! Chaos bleibt Chaos - mit Alkohol verdrĂ€ngst du und ohne kriegst du es mit. NĂŒchternheit ist kein Allheilmittel und es ist ein Trugschluss, dass plötzlich alles gut wird, nur weil man nicht mehr trinkt. ABER: In der NĂŒchternheit stehen dir mehr Ressourcen zur VerfĂŒgung, um die Probleme zu lösen. Meist entstehen Probleme auch erst gar nicht, weil du sie nĂŒchtern gar nicht erst entstehen lĂ€sst.

    Und bei mir hat es ca. 3 Monate gedauert bis der Alkohol sich aus meinem Geist verflĂŒchtigt hatte und die innere Mattscheibe aufgeklart ist. Nach zwei Wochen ist der Alk erstmal nur aus dem Körper raus. Nicht mehr, nicht weniger
leider.

    Bleib stark, Nenilius ! Die Belohnung fĂŒrs nicht trinken kommt nicht sofort, aber sie kommt!

  • Und erstmal wird es leider was schlimmer
all die Sachen, die du mit Hilfe des Alkohol weggeschoben hast, kommen peu a peu wieder hoch, um verarbeitet zu werden. Daher auch dein Wunsch innerer Drang sich betĂ€uben zu wollen. 🙁

  • Hey du,

    kann mich Bighara s Worten nur anschließen.
    Da war und ist das, was du bislang mit Alkohol betÀuben wolltest.
    Dass der Alkohol es bei dir nicht besser gemacht hat, die Erfahrung hast du.
    Wenn’s nicht so wĂ€re, wĂ€rest du gar nicht erst hier aufgeschlagen und hĂ€ttest dich letztens nicht so vor dir selbst erschrocken.

    Nun stellt sich die Frage, welche Ressourcen dir zur Zeit zur VerfĂŒgung stehen. Wie lange musst du noch auf den nĂ€chsten Therapietermin warten? Wie kommst du bis dahin ĂŒber die Runden? Was steht dir zur VerfĂŒgung, um dich zumindest halbwegs zu stabilisieren?

    Liebe GrĂŒĂŸe

    AmSee

    Du kannst nicht zurĂŒckgehen und den Anfang Ă€ndern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende Àndern.

  • Nenilius nimm das Glas und schĂŒtte es im SpĂŒlbecken aus:!:

    SpĂŒle das Glas auch direkt sauber, damit es nicht mehr nach Alk riecht.

    Am Besten iss ein paar Pfefferkörner, die SchÀrfe davon verjagt Gedanken an Alk direkt.

    Danach nen Spaziergang oder ab in die Badewanne. Tue dir was Gutes. đŸ«¶đŸ’đŸ’Ș

  • Hallo Nenilius


    Sinnieren oder grĂŒbeln vor einem Glas bringt nichts. Es zieht nur in die Depris rein. Wie dir hier ja schon geschrieben wurde schĂŒtte das Zeug weg und fasse neuen Mut. Reflektiere vllt eher mal ĂŒber die SĂ€tze:
    Abstinenz ist nicht der Weg in den Himmel, sondern das Tor aus der Hölle.
    Diese paar Worte könnten vieles an falschen Vorstellungen in dir zurechtrĂŒcken und den Fokus auf das Wesentliche rĂŒcken.
    Ich wĂŒnsch dir GlĂŒck und Wohlergehen auf all deinen Wegen.


    Einen lieben Gruss
    Brant

  • Gerade kam (mein sehr lange her) Exfreund in mein Zimmer und meinte wie lange ich das Glas noch anstarren will.

    Er meinte er kann es noch ein bisschen mit mir anstarren und dann nimmt er es mit und dann kam wohl die beste Ablenkung... LĂ€use...alle Kinder haben LĂ€use


    AmSee13 eigentlich Freitag, jetzt weiss ich nicht. Ich hab zwar bei mir keine bei mir gefunden, aber ich will auch niemanden gefÀhrden.

  • Das ist gut, dass der Freund dir da eine UnterstĂŒtzung ist.

    Was die LĂ€use betrifft: Das Mittel fĂŒr die Haare gibt’s zum Beispiel in der Apotheke, das hilft auch schnell. Ansonsten alle WĂ€sche in große MĂŒlltĂŒten packen und nach und nach in der Waschmaschine waschen.
    Freitag solltest du, wenn ihr heute gleich loslegt, keine GefĂ€hrdung mehr fĂŒr deine Therapeutin darstellen
.

    Du kannst nicht zurĂŒckgehen und den Anfang Ă€ndern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende Àndern.

  • Ja, bei 11 Patenkindern ist es Gott sei Dank nicht die erste Erfahrung mit LĂ€usen. Wir haben das LĂ€use-Protokoll schon gestartet. Ich werde wohl nie eigene Kinder haben, aber wenigstens kann ich ohne zu lĂŒgen behaupten, ich hab wahrscheinlich schon jede Kinderkrankheit durch.

    Wir wollen in der Therapie ein neues Konzept ausprobieren. Ich weiss nicht nicht wie ich das finde.

  • Wir wollen in der Therapie ein neues Konzept ausprobieren. Ich weiss nicht nicht wie ich das finde.

    Auch darĂŒber kannst du mit deiner Therapeutin sprechen. Auch das wird sich sicherlich klĂ€ren lassen.

    🍀

    Du kannst nicht zurĂŒckgehen und den Anfang Ă€ndern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende Àndern.

  • Stilles Wasser danke fĂŒr deine Worte.

    Ich glaube, es hat auf eine Weise was gebracht....ich hab es nicht getrunken. Es wĂ€re einfach gewesen und es nicht zu tun war es nicht. Ich hatte ja von jetzt auf gleich beschlossen nicht mehr zu trinken.... dieses Mal hat es sich anders angefĂŒhlt... ich hab mich wirklich dazu entschlossen. Ich weiss nicht ob man das verstehen kann.

  • Diese Phasen des Suchtdrucks werden immer wieder kommen, aber nicht mehr so eindringlich. Wie eine krĂ€ftige Farbe, die immer weiter verdĂŒnnt wird. Es wird leichter. Ich hab auch schon viele Runden gedreht - und ja, das richtige Mindset hilft ungemein. Einfach nicht mehr trinken ist nur die halbe Miete. Mit lĂ€ngerer Abstinenz wird es auch leichter dahin zu gucken, was das Trinken ausgelöst hat.

    Ich habe in einer emotional schweren Phase einen Vertrag mit mir geschlossen: egal wie schlimm es jetzt werden wĂŒrde, in den nĂ€chsten 14 Tagen werde ich nichts trinken. Danach bewerte ich die Situation neu. Ich verbiete mir heute nicht in 2 Wochen schwach zu werden oder zu einem anderen Ergebnis zu kommen. 2 Wochen sind in der Abstinenz schon eine lange Zeit und auch als Frau ist die hormonelle Lage in 2 Wochen möglicherweise eine ganz andere. Hormone bestimmen auch zu einem großen Teil das Denken und FĂŒhlen. Vielleicht schaust Du auch, ob Dein Vitamin D und Magnesium in Ordnung sind. Gerade Trinken fördert Magnesiummangel und dieser fĂŒhrt zu Anspannung.

    Beste GrĂŒĂŸe Helga

  • Nenilius


    Ich orientiere mich in solchen Situationen wo ich mir gern mal meine eigene Macht beweisen möchte gerne an Franz Strieder, einem Urgestein der spezifischen Therapie, zu der Zeit nachdem der Alkohol per Gesetz als Krankheit anerkannt wurde.
    Er beschreibt in einem seiner VortrĂ€ge „Der instinktive und der paradoxe Weg“ den fruchtlosen Versuch als armes WĂŒrstchen immer wieder den Boxweltmeister in seiner Spezialdisziplin herauszufordern. Ein hoffnungsloses und verhĂ€ngnisvolles Unternehmen.
    Mit dieser Methode oder auch inneren Einstellung zur Seite zu treten fahre ich ganz gut. Denn der Alkohol ist wirklich der König und ich eben nicht sein Untertan.


    Brant

    alkoholforum.de/forum/thread/2734/

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