Honk - Handbremse gezogen

  • Entscheidend ist immer das Ergebnis und das sollte je nach Vorgehensweise halt zufriedene Abstinenz heißen.

    Zufriedene Abstinenz ... setzt doch eine gewisse Grundzufriedenheit voraus, zumindest ein Ziel, welche diese in Aussicht stellt.

    Fühle ich mich alkoholisiert besser, also zufriedener, wird's schwer mit dem "entscheidenen Ergebnis".

    Oder nüchtern arg mies, ebenso. Das setzt doch eine Erkenntnis voraus bzw. ein Umdenken. Womit wir wieder beim "berühmten" Tiefpunkt wären oder einem drohenden.

    So lange alles funktioniert bzw. man es gut überspielen kann, besteht doch keine Notwendigkeit etwas zu verändern.

    Zufriedene Menschen verfallen doch eher selten dem Dauerrausch. Ich trank oft, wie bestimmt viele, wenn ich allein und/oder arg unzufrieden war.

  • Für mich sind Begrifflichkeiten wie "zufriedene Abstinenz", "Trockener Alkoholiker," etc., die allgemein kursieren nicht griffig.

    Was bedeutet "zufriedene Abstinenz " eigentlich ? Es klingt nach einem Begriff, hinter dem man nicht mehr schauen muss, da er ja schon alles sagt: ich bin zufrieden und abstinent. Aber so einfach ist es eben nicht.

    Ich würde den Begriff nicht für mich anwenden, da ich mich damit nicht identifizieren kann.

    Ich kann sagen, dass ich nicht mehr trinke und abstinent bin und dass dadurch ,je länger ich nicht mehr getrunken habe sich einiges neues in mein Leben gesellt hat, was ich nicht kannte, als ich noch getrunken habe. Es ist ein Prozess und eine Wandlung, die durch die Abstinenz entsteht und die nach und nach entstanden ist : Mehr Achtsamkeit (auch so ein seltsamer Begriff ), also mehr spüren, was ich vorher nicht wahrgenommen habe und ich habe festgestellt, dass es so viel besser ist, nicht mehr trinken zu MÜSSEN.

    Dadurch entstanden viele neue Wege und mittlerweile auch eine gewisse Normalität, die ich sehr zu schätzen weiß. Ich bin nicht mehr angewiesen auf den Alkohol, ich lebe befreit von ihm !

    Was für ein Glück und doch bin ich nicht immer in meinem Leben zufrieden-es wäre ja gelogen wenn jeder Ex-Trinker sagen würde: Jetzt ist alles super.

    Ich bin zufrieden abstinent. Punkt.

    Zufriedenheit kann aber meines Erachtens immer mehr entstehen, da man erst durch die Abstinenz eine Chance erhält an sich zu arbeiten und auch mehr auf die eigenen Bedürfnisse zu achten.

    Nicht umsonst heißt es: Erst dann macht eine Therapie Sinn, wenn zuerst die Süchte abgelegt sind.

  • Ich kann sagen, dass ich nicht mehr trinke und abstinent bin und dass dadurch ,je länger ich nicht mehr getrunken habe sich einiges neues in mein Leben gesellt hat, was ich nicht kannte, als ich noch getrunken habe.

    Ich möchte nicht auf den Begriff "zufriedene Abstinenz" herumreiten, obwohl er Anfangs etwas verwirrend klang, weiß bestimmt jeder was gemeint ist: es macht einen nichts mehr aus, keinen Alkohol mehr zu trinken!

    Bei mir ist es jedenfalls so, ich muss nichts mehr unterdrücken (Sucht), mich tiggert nichts mehr oder einfach gesagt, es ist mit egal - der Alkohol.

    Jedoch wurde ich auch nicht zufriedener oder lernte plötzlich neue Dinge, neue Wege kennen.

    Ich war immer ein gut funktionierender Alkoholiker, jedenfalls für mich. Alkohol half mir beim Abschalten, Einschlafen, alles nicht so verbissen sehen. Mit zunehmender Gewöhnung ließ das natürlich nach, wie wohl bei vielen Drogen, drum ließ ich es dann auch sein, der ewigen Permanentbetäubung müde, denn etwas anderes war es zum Schluss nicht.

    Ich war schon immer sehr aufmerksam (achtsam), Alkohol, so lange er funktionierte, verhinderte das ganz gut, was ich nicht gerade als Nachteil ansah - ich war entspannter und viel gelassener, dachte nicht mehr sooo viel nach, nahm Dinge wie sie sind und fertig!

    Nun wieder völlig "wach", unbetäubt ist das nicht mehr so. Das heißt, zufriedener wurde ich nicht gerade - überhaupt. Was den Alkohol angeht schon, das war's aber auch schon.

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