Kogge ist wieder auf Kurs - Austausch

  • Hi,

    ich bin Kogge, 47 Jahre. Vor jetzt fast exakt 1000 Tagen habe ich für mich den Entschluss gefasst, mein Leben zu überdenken und einen Neustart zu wagen. Was mir für einen Neustart über Jahren im Weg stand, war der Alkohol, der sich viel tiefer in mein Leben gebrannt hatte, als ich es zugeben wollte. Bis ich eines morgens aufstand und beschloss, jetzt ist Schluss.

    Ich habe die Abstinenz selber durchgezogen, - was nicht zwingend vernünftig war -, aber bis heute erfolgreich. Ich habe während dieser Zeit viel im Netz gelesen, ich war also an vielen Stellen "stiller Partizipant" des Austausches.
    Und mir kam der Gedanke, nach 1000 Tagen Jubiläum, das einmal zurückzugeben und einen Rückblick zu schreiben, um vielleicht anderen, stillen Leser- natürlich auch aktiven Lesern, einen Rückblick zu gewähren. Vielleicht mag der eine oder die etwas daraus für sich ziehen.

    Das war an dieser Stelle meine Vorstellung. Sagt gerne Bescheid, wenn Euch meine Geschichte interessiert und ich etwas beitragen kann.

    VG,

    Kogge

  • Hallo und herzlich willkommen, Kogge,

    Danke dir für deine kurze Vorstellung und Danke, dass du deine Erfahrungen mit uns hier teilen möchtest.

    Meine Gratulation zu deinen 1000 Tagen in Freiheit.


    Ich schalte dich gleich für den Austausch im öffentlichen Bereich frei und verschiebe deinen Thread in das entsprechende Unterforum.

    Ein gutes Ankommen hier wünscht

    AmSee als Moderatorin

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • Hallo Kogge

    Schön dass du da bist und Gratulation für deinen bisher so erfolgreichen Weg.

    An Berichten über die eigenen Erfahrungen bin ich immer sehr interessiert. Ich habe festgestellt das es ist für beide Seiten sehr heilsam ist. Für den Berichterstatter sowie auch den Leser. Also ein gutes Ankommen hier im Forum und nur raus mit deiner Rückblende.

    Einen verregneten Gruß 🌧️ (der Blick aus dem Fenster)

    Brant

  • Und mir kam der Gedanke, nach 1000 Tagen Jubiläum, das einmal zurückzugeben und einen Rückblick zu schreiben, um vielleicht anderen, stillen Leser- natürlich auch aktiven Lesern, einen Rückblick zu gewähren. Vielleicht mag der eine oder die etwas daraus für sich ziehen.

    Kogge

    Hmm. Irgendwie scheint die Kogge ja auf Grund gelaufen zu sein. Du hast positives Feedback erhalten für dein Vorhaben und jetzt nach Tagen ist noch Leere. Hast du überraschend ein Schweigegelübde abgelegt? Ein paar klärende Worte von dir wären ganz gut.

    Brant

  • Kogge

    Hmm. Irgendwie scheint die Kogge ja auf Grund gelaufen zu sein. Du hast positives Feedback erhalten für dein Vorhaben und jetzt nach Tagen ist noch Leere. Hast du überraschend ein Schweigegelübde abgelegt? Ein paar klärende Worte von dir wären ganz gut.

    Brant

    Da dieser Rückblick für mich kein beiläufiger Kommentar ist, sondern – wenn auch anonym – ein Stück Identität und ein ehrlicher Einblick in meine Gefühlswelt, wähle ich meine Worte mit Bedacht. Ich weiß, Geduld ist im Netz nicht immer die größte Tugend – doch manches will eben reifen, bevor es geteilt wird.
    Um es mit deinen Worten zu sagen: Ich bin in keiner Weise auf Grund gelaufen. Ich segle weiter hart am Wind, durchpflüge scheidig die Wellen – und suche noch den passenden Hafen, um anzulegen und von meiner Reise zu erzählen.
    Manche legen schon nach dem ersten Wellengang an und nennen das dann Erfahrung. Ich warte lieber, bis die Geschichte auch trägt. Und hätte ich voreilig angelegt, um impulsiv zu erzählen, wäre mir ein kleines Abenteuer entgangen – eines, das nun Teil dieser Reise ist.

    Danke für die Geduld.

  • Das hört sich positiv an. Gehst du deinen Weg alleine ohne Austausch in einer SGH? Oder bist du in einer realen Gruppe?

    Mir war ein Austausch mit Selbstbetroffenen sehr wichtig und hat mir viel gebracht.

  • Das hört sich positiv an. Gehst du deinen Weg alleine ohne Austausch in einer SGH? Oder bist du in einer realen Gruppe?

    Mir war ein Austausch mit Selbstbetroffenen sehr wichtig und hat mir viel gebracht.

    Ich habe alles alleine gemacht, aber in der Tat bin ich aktuell jetzt auch dabei, die ganze Geschichte noch einmal professionell aufzuarbeiten. Und diese Aufarbeitung ist gerade der Impuls bzw. das Hemmnis, in die Rückblende zu gehen. Wobei ich, denke ich, gerade einen guten Einstieg gefunden habe, nachdem ich die ganze Zeit gesucht habe.

  • Vielen Dank.

    Das Schreiben dieses "Rückblicks" artet anscheinend doch weiter aus, als ich das jemals für möglich hielt. Anscheinend hat mich die "Muse geküsst" und ihr seid live dabei 😂

    Wo das Ganze hinführt, weiß ich jetzt selber nicht. Im März diesen Jahres hatte ich schon einmal so einen "Flash", der dann dazu geführt hat, das ich einen fast 400 seitigen Roman aufs Papier gebracht habe - das Buch, um das es im Prolog geht.
    Allerdings hat der Roman in keiner Weise was mit Alkohol zu tun, sondern ist ein ziemlich tiefer und komplexer Thriller. Das Ding liegt aber gerade auf "Hold" weil ich an einer Stelle festhänge, die ich nach dem Lektorat dringend überarbeiten will. Ist aber nicht so einfach.

    Anyway, dieser Text hier ist komplett autobiografisch und von daher auch sehr sensibel- gleichzeitig kribbelt es in den Fingern das Ganze einmal zu Papier zu bringen.
    Ich hab so das Gefühl, wenn ich die Timeline in meinem Kopf durchgehe, das könnte ziemlich lang werden. Ich bin jetzt schon bei 10 A4 Seiten und habe noch nicht einmal angefangen ;)
    Und so schwanke ich gerade ob ich quasi ein Live-Manuskript veröffentliche oder erst einmal alles runter schreibe. Zumal ich schon im Hinterkopf habe, auch mit Buch 1, zu versuchen damit an die Öffentlichkeit zu gehen- wenns dann mal so fertig ist, dass man es einem Verlag vorlegen könnte.

    Gleichzeitig ist es reizvoll - reizvoll, ein komisches Wort in dem Kontext, live Feedback zu bekommen. Versteht ihr mein Dilemma?

    Was ich auf jeden Fall ausschließen kann, als ich mich hier angemeldet habe, um eigentlich mal ein Rückblick auf 1000 Tage ohne Stoff zu geben, dass ich ein Jubelmanifest in Kombination mit den Hinweisen auf die Hürden dabei runterschreibe. Aber ich fühle das nicht, das ist viel mehr. Das ist eher so, wenn die Geschichte jetzt einmal erzählt ist, dann ist auch endgültig an allem ein Haken dran.

    Deswegen schwanke ich gerade so hin und her. Wie ich oben schrieb, ich bin mitten auf den Wellen, in voller Fahrt Richtung Hafen ;)

    Okay, ich schick dir hier mal ab und poste euch mal das Skript bis zum aktuellen Stand, dann muss ich mal überlegen.

    Ich habe den Prolog und Kapitel 1 schon wieder umgeschrieben, deswegen "lohnt" es sich, ggf. von vorne zu lesen.

  • Ich habe deinen Beitrag gelesen. Weiß aber ehrlich gesagt gar nicht was ich dazu sagen soll.

    So blöde das klingt, aus der Autorensicht ist genau dass die Reaktion, die ich mir von der Leserschaft an dieser Stelle erwarten / erhoffen würde. Ich bin allerdings ernsthaft am überlegen, das Projekt hier einzustellen, ich muss da noch einmal drüber nachdenken. Also die Geschichte werde ich schreiben, aber ich weiss nicht ob das hier der richtige Ort ist, die Stück für Stück hier zu veröffentlichen und ggf. in die Situation zu kommen, darüber diskutieren zu müssen.
    Denn, was ich schreibe, ist pure Biografie. Es ist halt wie es ist, bzw. war und ich steckte als junger Mensch mitten drinnen. Und es hat nachhaltigst mein Leben geprägt.
    Und es würde mich wundern, wenn jemand die Geschichte "gut" finde würde, also gut im Sinne von Unterhaltung. Eigentlich haben wir pures, verstörendes Drama aus der Realität. Nichts, worauf man stolz sein kann, aber etwas, was einfach so passiert ist. Und ich war damals einfach wehrlos.

    Das dramatische ist, das Schicksal dieser Kinder hat im Endeffekt mein Leben über Jahrzehnte hart beeinflusst. Krass gesagt, habe ich dort meine Seele gelassen. Es gibt einfach Dinge, für die ist man einfach nicht bereit. Umso mehr habe ich einen höchsten Respekt für Menschen in Pflege allgemein und gerade in solchen Bereichen, die der Öffentlichkeit eigentlich komplett unbekannt ist.

    Von daher ist es vielleicht umso wichtiger, diese Geschichte zu erzählen, es ist glaub ich mehr als "nur eine Geschichte über Alkoholmissbrauch".

    Ich muss das nochmal sacken lassen, aber ich bin sehr froh darüber, angefangen haben zu schreiben. Das ist vielleicht das wirklich gute an 1000 Tagen Abstinenz, dass ich jetzt stark genug bin, um nochmal in diese Erinnerungen einzutauchen. Dieses Mal aber ohne Angst.

  • Kogge ich finde, dass du eine Art Spannung mit deiner Art zu schreiben aufbaust. Irgendwie unaufgeregt, aber doch fesselnd. Ich habe mich in dem Teil mit dem Kinderheim gefühlt als wäre ich stiller Beobachter, als wäre ich still mit dabei. Sehr mitfühlend.

    Du musst letztendlich entscheiden ob du weiter hier schreibst. Deine Beiträge werde ich richtig lesen. Mal eben kurz überfliegen funktioniert da nicht.

    und ggf. in die Situation zu kommen, darüber diskutieren zu müssen.
    Denn, was ich schreibe, ist pure Biografie. Es ist halt wie es ist, bzw. war

    Zu diskutieren gibt’s da für mich nichts. Du erzählst einfach deine Geschichte. Da kann gar nicht drüber diskutiert werden, finde ich. Entweder es wird gelesen oder nicht. Entweder besteht Interesse daran oder nicht.

    Jedenfalls kann ich sagen, das dein Schreibstil „etwas“ hat.

  • Hey Kogge. Du bist nicht der erste User hier, der sich so auf diese Art und Weise autobiografisch mitteilt. Deine Story hat ihre Berechtigung und hier auch Platz.

    In Anbetracht des Geschriebenen verstehe ich, dass das aus dir raus muss. Jeder braucht ein Ventil. Du scheinst deins gefunden zu haben, Schreiben liegt dir augenscheinlich. 🙂

  • Hallo Kogge,

    mir ging es gestern nach dem Lesen wie Emily, ich konnte darauf ad hoc nicht antworten.

    Zum einen, weil ich solch einen Inhalt nicht erwartet hatte und tatsächlich auch, weil es mir -wie dir selbst auch- durch den Kopf ging, ob es in dieses Forum passt.

    Aber wie bereits geschrieben wurde, finde ich auch, daß Du es hier weiterschreiben solltest. Du arbeitest dadurch deine Vergangenheit nochmal durch und wen es interessiert, erlebt ein Stück weit Deine Geschichte mit. Wem es nicht zusagt, der braucht es ja nicht zu lesen.

    Für mich liest es sich wie ein Roman, mitreissend und fesselnd. Ich möchte wissen wie es weitergeht.

    Hab vielen Dank

  • Hallo Kogge,

    auch ich finde, dass du deine Geschichte hier weiterhin „veröffentlichen“ kannst und sollst. Ich finde deinen Schreibstil gelungen und fesselnd. Gerne möchte ich wissen, wie es weiter geht:-)

    Überhaupt finde ich es schön und nützlich, etwas über die TeilnehmerInnen hier zu erfahren. Natürlich steht die Abstinenz und Tipps dafür hier im Vordergrund, aber für mich wirkt es anders, wenn ich über die Person etwas erfahre.


    Also, Kogge mich interessiert dein Hintergrund und deine Geschichte und wen es nicht interessiert, der oder die muss es ja nicht lesen …

    LG Ciara

  • Hallo Kogge, ich sehe gerade, dass ich Dich noch gar nicht begrüßt hatte. Daher auch von mir noch ein herzliches Willkommen.

    Du hattest geschrieben, dass Du gerne veröffentlichen möchtest. Dazu möchte ich Dir sagen: Du brauchst Dein Manuskript keinem Verlag vorzulegen und auf Interesse zu hoffen. Das geht heutzutage alles sehr einfach im Selbstverlag. Zusätzlich lassen sich Bücher über Kindle (oder andere Plattformen) super als Ebooks vermarkten. Des Weiteren gibt es sehr gute Software für Autoren, die die Flut der Worte bändigen können. Dank AI muss Du Dich da auch nicht selbst reinfuchsen, sondern kannst alles per Knopfdruck raussuchen und erklären lassen. Viel Erfolg.

    Beste Grüße Helga

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