• Hallo liebe Leute,

    ich möchte mich kurz vorstellen. Ich bin Patrizius und lebe seit dem 04.09.2018 abstinent.

    Zuvor habe ich sehr starkes Entlastungstrinken betrieben. Ich genieße seither meine geistige Klarheit und meinen inneren Frieden.

    Man liest sich, und ich wünsche Euch alles Gute, Klarheit, Kohärenz und inneren Frieden.

    Patrizius

  • Willkommen hier im Forum.

    Respekt dass du schon so lange trocken bist. Großartig. Das gefällt mir, dass du deine geistige Klarheit und inneren Frieden wieder gefunden hast.

    Magst du etwas über deinen Weg in die Abstinenz erzählen?

    Ich bin 1,5 Jahre nüchtern. Aber wie ich finde stabil und ebenfalls zufrieden. Und ich genieße meine Freiheit und diese wunderbare Leichtigkeit aus vollem Herzen.

  • Patrizius jemand der Moderatoren wird sich an dich wenden und dich in die passende Rubrik verschieben. Hier ist noch der Vorstellungsbereich.

    Schön, dass du zu uns gefunden hast.

    Denke, dass hier viele von dir lernen können und dir ein Austausch selbst auch gut tut.

  • Hallo Emily,

    es freut mich, dass du schon so lange abstinent bist und leichten Herzens das Leben genießen kannst.

    Anstoßgebend für den Entschluss zur Abstinenz war die Erkenntnis, dass ich mit Alkohol nicht umgehen kann und das es keine Lösung für Probleme ist sondern neue Probleme schafft.

    Ich habe mich durch die Philosophie des Stoizismus gezwungen mich mit mir selbst auseinanderzusetzen. Mit dem Stoizismus kam ich zufällig in Kontakt und durch ein Youtube Video das ich mir angehört habe während ich verkatert herumgelegen habe. Das hat sich so schlüssig angehört sodass ich mich in der alkoholfreien Zeit immer mehr damit beschäftigt habe. Natürlich gab es zwischendurch wieder Besäufnisse aber der Same war gepflanzt.

    In einer Episode ging es um das Aufschieben von Aufgaben und alltäglichen Dingen im Leben und dort wurde erzählt, dass es den perfekten Tag nicht gibt, dass er niemals kommen wird und das der beste Zeitpunkt anzufangen nicht Morgen ist auch nicht Übermorgen sondern jetzt.

    Das es immer Probleme geben wird und das Leben sich nicht darum kümmert wie es mir geht und das niemand kommen wird um mich zu retten.

    Als es zu Auslöser kam die mich sonst dazu gebracht hätten Bier zu besorgen, habe ich mit mir selbst gesprochen "Du hast eine Entscheidung getroffen du kannst kein neues Heim bauen mit alten Ziegeln". Ich habe mich vor den Spiegel gestellt und gelernt "Nein!" zu sagen. Ich habe mich im Fitness Studio angemeldet um Kondition aufzubauen und ich habe schnell sichtbare Erfolge gesehen. Mein Umfeld war positiv überrascht und das hat mir noch mehr Motivation gegeben.

    Inzwischen habe ich eine Ausbildung als examinierter Pflegefachmann gemacht in den drei Jahren der Corona Pandemie. Ich habe dort gesehen wie zerbrechlich das Leben ist und das alles gibt mit die Kraft mich weiterzuentwickeln.

    Heute, wenn mein Unterbewusstsein mir Alkohol zur Lösung von Problemen vorschlägt, beobachte ich den Gedanken, denn nichts weiter ist es, und lasse ihn wie eine Wolke am Himmel vorbeiziehen.Als Beobachter, ohne zu reagieren. Nur beobachten und dann zu sagen "das definiert mich nicht, das sind die Trümmer der Vergangenheit."

    Ich schaue kein TV mehr, ich Vergleiche mich nicht mit anderen den niemand lebt mein Leben. Ich unterscheide zwischen Dingen die ich ändern kann und denen die außerhalb meines Einflusses liegen. Wenn ich es nicht ändern kann nehme ich es als gegeben hin und führe mein Leben weiter.

    So bin ich zu geistiger Klarheit und inneren Frieden gekommen und lebe seither nach dieser Philosophie.

    Lg

    Patrizius

  • Patrizius das hört sich klasse an. In diese Richtung bewege ich mich auch. Vor allem auch positive Gedanken zu denken. Ich schotte mich auch etwas von den ganzen negativen Nachrichten ab.

    Deine Geschichte ist sehr motivierend und hört sich absolut positiv an. Freue mich drauf noch mehr von dir zu lesen.

  • Bighara und Emily ,

    ich verlinke das Video hier mal. Ich hoffe das ist seitens der Moderatoren kein Problem aber es dient ja der Selbstfindung und des Wachstums.

    Externer Inhalt youtu.be
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    Das ist nur ein Video von vielen. In dem Video werden Prinzipien aufgezeigt sein Leben zu ändern und der Haupdarsteller seiner eigenen Geschichte zu werden.

    Lg

    Patrizius

  • Hallo Patrizius, herzlich willkommen, das hört sich gut an, dass du schon so lange abstinent bist 👍 was du schreibst, stimmt. Es gibt immer Situationen im Leben, die nicht so laufen, wie man sie haben möchte. Bei mir ist es auch oft das Leben selbst, was mir zu schaffen macht… so der Gedanke, warum überhaupt alles so ist, wie es ist. Wenn dann auch noch eine negative Nachricht kommt, wird es für mich schwierig… LG Ciara

  • Ciara vielen lieben Dank für den Willkommensgruß :)

    wenn du eine schlechte Nachricht bekommst, dann frage dich ob du etwas daran ändern kannst wenn es in deiner Macht liegt, versuch es zu ändern. Wenn du scheiterst, frag dich "Was kann ich daraus lernen". Das scheitern ist keine Niederlage sondern eine Gelegenheit zu lernen. Wenn es nicht von dir abhängt, wenn du wirklich nichts ändern kannst, dann lass es los.

    Ein Beispiel:

    Als mein Opa damals an Krebs starb bin ich betrunken zum Pastor gefahren und habe ihn unter Tränen zur Rede gestellt was Gott sich dabei gedacht hat. Mein Opa war immer mein Anker und wie mein Vater für mich. Er hat sehr gelitten und ich war an seiner Seite als er starb.

    Heute weiss ich das Veränderung stetig ist ob wir wollen oder nicht. Menschen kommen in unser Leben und gehen. Heute bin nicht mehr traurig, dass mein Opa gegangen ist sondern ich bin unendlich dankbar für die Zeit mit ihm und ich weiss, dass er solange bei mir war wie er konnte.

    Lg

    Patrizius

  • Hi Patrizius

    Herzlich willkommen auch von meiner Seite! freut mich, dass du den Weg in unser Forum gefunden hast. Ich habe deinen Beitrag in den offenen Bereich verschoben und deinen Mitgliedstatus bestätigt. Das heisst, dass du nun weiter in deinem Thread schreiben kannst, aber auch in anderen Threads dich äußern kannst.

    Gutes Ankommen und ein schönes Wochenende

    Tom

  • Als mein Opa damals an Krebs starb bin ich betrunken zum Pastor gefahren und habe ihn unter Tränen zur Rede gestellt was Gott sich dabei gedacht hat.

    Hallo Patrizius, das ist ein sehr gutes Beispiel. Genau passend für mich. Mit dem Tod habe ich nämlich so meine Schwierigkeiten. Ich bin zwar gläubig, aber trotzdem ist Tod und Sterben der absolute Horror für mich. Als meine Mutter letztes Jahr starb, war ich auch betrunken, weil ich es nicht ausgehalten habe. Heute ärgert es mich, dass ich mich nicht mehr genau an die letzten Stunden erinnern kann. Mittlerweile habe ich damit zu kämpfen, meinen Vater loszulassen. Er ist schon über 90 und baut langsam immer mehr ab. Oft halte ich den Gedanken kaum aus, dass er auch gehen wird. Auch wenn mich die Nachricht erreicht, dass eine andere Person gegangen ist, habe ich zu kämpfen. Gerade gestern habe ich vom Tod der Mutter einer Freundin erfahren. Ich bin erstaunt, wie tapfer meine Freundin damit umgeht. Davon bin ich irgendwie noch weit entfernt. LG Ciara

  • Hallo Patrizius ,

    auch von mir ein herzliches Willkommen.

    Das finde ich spannend und interessant, dass du den Stoizismus für dich entdeckt hast. Ich selbst habe mich u.a. viel mit den Briefen Senecas beschäftigt und für mich so manches daraus mitgenommen. Manche seiner Sentenzen begleiten seither mein Leben.

    Ein gutes Ankommen hier wünsche ich dir.

    Freundliche Grüße

    AmSee

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • So bin ich zu geistiger Klarheit und inneren Frieden gekommen und lebe seither nach dieser Philosophie.

    Das hörst sich wirklich toll an. Werde mir das Video auch mal anschauen. Kam da bisher leider noch nicht dazu.

    Mich würde es sehr interessieren, wie dein nüchterner Weg so verlaufen ist.

  • Das hörst sich wirklich toll an. Werde mir das Video auch mal anschauen. Kam da bisher leider noch nicht dazu.

    Mich würde es sehr interessieren, wie dein nüchterner Weg so verlaufen ist.

    Hallo Emily,

    zu Anfang war es sehr schwierig. Ich habe 2016 meinen FS verloren und musste seither mit dem Rad fahren was sich aber im Nachhinein als Segen entpuppte. Durch das Fahrradfahren habe ich viel Gewicht verloren. Ich wog damals 110 Kg. Außerdem half es mir zu überlegen, ich fühlte mich gut nach der Anstrengung.

    Immer wenn es Ärger gab, was damals ein Auslöser war Bier zu holen, sagte ich mir "Du hast eine Entscheidung getroffen, als bleib Kohärent und tu das was du damals gesagt hast das du tun würdes". Und das half mir die Gedanken in den Griff zu bekommen.

    Es ist wichtig den Geist an die Kette zu legen sonst geht er wie ein wildes Pferd in alle Richtungen durch und die Klarheit verblasst.

    Ziemlich schnell darauf hatte ich mich in einem Fitness Center angemeldet. Ich habe trainiert wie ein Tier und schnell sichtbare Erfolge gesehen. Auch Freunde und Bekannte die ich traf waren überrascht von meiner Wandlung. Das motiviert natürlich. Aber das wichtigste ist keinen Applaus zu erwarten. Das Wachstum findet im stillen statt, wo es keinen Applaus gibt, wo dich keiner sieht.

    Damals, als der Trigger kam, fing ich an den Gedanken, den nichts anderes war es, als das zu beobachten was es war. Ein Gedanke eben den mein Geist mir einspielen. Aber ich reagierte nicht darauf. Und das wurde immer leichter mit der Zeit. Was damals sinnbildlich ein Schiff auf stürmender See, war mit einem Kapitän der mit zusammengebissenen Zähnen das Steuer halten musste, ist heute ein Tropfen in einem spiegelglatten See in den ein Stein geworfen wird. Die Oberfläche ist kurz in Bewegung, kleine Wellen Kräutern sich und sind so schnell verschwunden wie sie gekommen waren. Und in der Tiefe bleibt es still. Die Tiefe ist ein beiden Beispielen nicht beeinträchtigt.

    Lg

    Patrizius

  • Aber das wichtigste ist keinen Applaus zu erwarten. Das Wachstum findet im stillen statt, wo es keinen Applaus gibt, wo dich keiner sieht.

    Dieses Zitat gefällt mir sehr! Obwohl ich nicht abstreiten kann, dass die Anerkennung auch ganz nett ist😉 Durch die Abstinenz gelingt es mir endlich viel besser, mich vom ständigen vergleichen mit anderen zu lösen und irgendwie einfach mehr bei mir zu sein

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