Versehentlich Alkohol getrunken, was nun?

  • Paul , interessant wäre, warum du das gemacht hast. Wolltest du etwas testen oder wolltest du dir und eventuell anderen etwas beweisen?

    Ich selbst hab gar nicht das Bedürfnis oder Interesse auszutesten, was passiert, wenn ich mal wieder Alkohol trinke. Warum sollte ich das auch tun? Meinem Körper täte ich damit nicht wirklich einen Gefallen, im Gegenteil. Vermissen tue ich auch nichts, weil ich keinen Alkohol mehr trinke. Mir selbst muss ich nichts beweisen und anderen schon gar nicht.

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • Ich trank vor einiger Zeit absichtlich Alkohol und zwar Bier,

    Wow das ist ja ein Ding. Auf so ne Idee würde ich nicht kommen und mich erst recht nicht trauen. Wie ging es dir danach? War das für dich ein 1xiger Test, oder machst du das nun öfter weil es geklappt hat?

    Boah wenn ich mir das so vorstelle, nee mag ich mir gar nicht vorstellen. Uiuiui

  • machst du das nun öfter weil es geklappt hat?

    Warum sollte ich das tun, wenn es weder eine (angenehme) Wirkung hat, noch schmeckt und nebenbei nicht gerade gesundheitsförderlich ist?

    Ich wollte testen, welche und ob überhaupt eine Wirkung entsteht, rein körperlich. Einreden kann ich mir eine ganze Menge, annehmen/glauben auch. Vielleicht wollte ich mir auch beweisen, dass dieser Suchtdruck, dieses Verlangen eine rein psychische "Krankheit" ist, es mehr vom Denken/Gedanken beeinflusst wird und nicht, der Körper nun ganz plötzlich reagiert, nach dem ein paar Gramm Alkohol in ihn gelangten, erneut zum "Suchtmonster" mutiert, dass ich mir gewisse Dinge auch abgewöhnen kann, wenn ich sie sachlich, emotionsfrei betrachte, nachdem ich mich entwöhnte, besonders gedanklich.

    Drum dieses Experiment.

  • ... beunruhigt war, hab ich besorgt abgewartet, ob jetzt noch was kommt. - Es kam nix. Ich hatte keinerlei Gedanken, dass ich nu wieder Alkohol konsumieren könnte oder wollte, es kam kein Suchtdruck auf.


    Ich hab mich ja nun, wie du weißt, viel mit dem Thema Rückfall beschäftigt. Wissen soll ja bekanntlich gut und wichtig sein. :)


    Nach allem, was man über Rückfälle in Erfahrung gebracht hat, so geht diesen immer etwas voraus, die geschehen nicht aus heiterem Himmel, sondern da kommt in der Regel eine ungünstige Lebenssituation mit einer Risikosituation zusammen.

    Insofern ist zu bezweifeln, dass ein versehentlicher Schluck Alkohol zu einem Rückfall führt.

    Dem schliesse ich mich an.

  • - Unter einem Rückfall versteht man eine Situation, in der ein Suchtkranker erneut sein einstiges Suchtmittel konsumiert. -

    Aber ein Rückfall ist, was du als Rückfall wertest.

    Sei achtsam und pass auf dich auf, falls da doch etwas im Hinterstübchen herumwabert.

  • Mein Auto hat 6 Airbags, eine top Knautschzone, perfekte Gurte und 5 Sterne im ADAC-Crashtest. Beim letzten schweren Verkehrsunfall mit 180 habe ich verdammtes Glück gehabt, da lebend rausgekommen zu sein – ohne bleibende Schäden.

    Aber nun ja ... nur um sicherzugehen, dass das Auto mich auch wirklich weiter schützt, fahre ich jetzt mal testweise mit 100 gegen die Wand? Und stelle dann erleichtert fest: ‚Zum Glück ist nichts passiert‘? Daraus leite ich dann ab: ‚Super, ich kann ja weiter rasen, ich bin ja auf der sicheren Seite‘?

    To make a long story short: Ich bin mir meiner selbst auch sehr sicher. Ich halte auch nichts von den dramatischen Geschichten, dass einen der versehentliche Tropfen Alkohol im Tiramisu sofort ins Jenseits katapultiert. ABER: Ich habe die schmerzhafte Erfahrung vom Rauchen gemacht. Da haben 3-4 Kippen nach 6 Jahren Rauchfrei gereicht, um mich für ein ganzes Jahr wieder zum harten Raucher zu machen. Das Suchtgedächtnis hat sofort übernommen.

    Von daher: Ich lasse lieber das Rauchen und auch das Trinken als ‚Experiment‘. Es wäre für mich komplett sinnfrei, das Risiko einzugehen, nur um zu beweisen, was ich eh schon weiß. Die Stabilität, sehr, sehr glücklich ohne diese Dinge zu sein, reicht mir als Bestätigung völlig aus.

    Dein Experiment, Paul , sorgt ggf. nur dafür beim nächsten gesellschaftlichen Empfang doch den angebotenen Sekt zu nehmen. Ist ja nur ein Sekt, der schmeckt nicht und O-Saft ist gerade nicht zur Hand.

    Ist dein Leben mit dem du spielst. Vielleichst brauchst Du den Kick? Das wäre eine schwere Red Flag, meiner Ansicht nach. Und ich bin echt ein gemäßigter Typ.

  • Olala, Paul , du hast ja Nerven. Aber so wie ich dich einschätze glaube ich dir, dass das wirklich nur zu Testzwecken war. Dass das ein Spiel mit dem Feuer ist und bei den allermeisten nach hinten losgeht, brauchen wir glaub nicht zu diskutieren.

    Aber ein Rückfall ist, was du als Rückfall wertest.

    Das sehe ich anders. Ein Rückfall ist, so wie ich das für mich definiere, absichtlich Alkohol zu trinken. Ob einmalig ein paar Biere oder der Totalabsturz unterscheidet sich bloß im Schweregrad. Das muss ich für mich so handhaben, ansonsten würde ich Tür und Tor öffen um vielleicht ja wieder mal, irgendwann was zu trinken - war ja nicht so schlimm das letzte mal...

    In diese Falle bin ich vor 20 Jahren nach 3 Jahren Abstinenz getappt, muss nicht wieder sein. Und da wir schon beim Rückfall sind: ich bin ja hier bekannt als der mit den Rückfällen🫣. Wenn ich überhaupt was positives davon mitnehmen konnte, dann die Erkenntnis, dass ich die ursprünglich angenehme Wirkung nicht mehr reproduzieren kann. Ich werde schon nach dem ersten Glas zum selbstzerstörerischen, zynischen Typen, den nich nicht mehr leiden kann. Wenn ich das nicht vergesse, und da bin ich doch recht zuversichtlich, hab ich auch schon bald mein erstes rückfallfreies Jahr rum.

    Gruß

    Tom

  • Ich trank vor einiger Zeit absichtlich Alkohol und zwar Bier, so dass ich auf ca. +/- 0,9 Promille kam (rechnerisch), zu Haus, allein, ohne jegliche Ablenkung und beobachtete mich:

    Nach meinen früheren Saufpausen hat mir mein erstes Weißbier auch nicht geschmeckt. Nach dem zweiten bildete ich mir dann ein, es würde schmecken. Ich schiebe das auf mein Suchtgedächtnis.

    Ansonsten halte ich Dein Manöver für höchst riskant. Für den Wiederholungsfall: Wenn Du nach den ersten beiden Gläsern plötzlich "auf den Geschmack" gekommen bist, geht's wieder richtig los. Ich kann Dir von weiteren Versuchen nur abraten, aber das wird Dich nicht weiter stören, denn Du scheinst ja ganz gerne mal zu testen, ob beim Lauf gegen die Wand Dein Schädel oder die Wand härter ist.;)

  • Wir sind hier ja alle Erwachsen. Jeder kann testen, was er will. Ich für meinen Teil weiß genau was passiert, wenn ich was trinke. Ich trinke zum Rausch und weil dann eh alles egal ist, geht’s am nächsten Tag weiter.

    Beste Grüße Helga

  • Paul ist nicht der erste, von dem ich höre/ lese, dass er einen Selbsttest unternommen hat, um sich selbst etwas zu beweisen oder um etwas zu überprüfen.

    Zur Nachahmung würd ich‘s nicht empfehlen und ich wäre auch äußerst vorsichtig, daraus allgemein gültige Erkenntnisse zu ziehen, wie bspw. dass es sich bei Suchtverlangen „nur“ um eine rein psychische Krankheit handelt, eine „Krankheit“, die nur vom Denken, von Gedanken beeinflusst würde.

    Ehrlich gesagt wundert es mich, dass gerade du, Paul , zwischen psychisch und körperlich einen Unterschied machst, da du selbst doch den ganzheitlichen Ansatz favorisierst, bei dem in gewisser Weise alles miteinander zusammenhängt.

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • da du selbst doch den ganzheitlichen Ansatz favorisierst, bei dem in gewisser Weise alles miteinander zusammenhängt.

    Und gerade weil alles mit allem zusammenhängt, wagte ich dieses Experiment.

    Wenn indische Yoga-Gurus sogar ihren Herzschlag willentlich, wesentlich (!) beeinflussen können, "normale Menschen" sich nur durch ihre Vorstellungen exellent aufregen können, manchmal auch beruhigen ^^ , da wird es mir, halbgebildeter Pappnase, doch gelingen, nach 2 ... 3 Bier eben nicht den Vollrausch, die absolute Betäubung anzustreben, um mich am nächsten Tag darüber zu ärgern (wie all die Jahre zuvor), was ich doch für ein Volltrottel bin/war.

    Das weiß ich doch alles ... vorher! Ich musste für mich den Beweis erbringen, dass nicht der "böse Alkohol" eine Gefahr darstellt, sondern ich, mein Denken, mein Verhalten, ja, auch mein Bewusstsein.

    Ich weiß doch, dass Alkohol blöd in der Birne macht, selbst schon tausendmal erlebt und tausendmal bereut. Komisch ... bei anderen psychoaktiven Substanzen weiß man/ich es doch auch, ohne es zu probieren und lässt die Finger davon, weil man/ich sich dessen eben bewusst ist!

    Mit diesem Bewusstsein startete ich diesen Versuch: kann ich mir einreden, dass Alkohol eben nicht wirkt, psychisch? Oder ist der Körper schon so an diesen Stoff gewöhnt, dass kaum noch was passiert?

    Sicher, ich hochtrainierter (Suchtgedächnis - physisch) Ex-Alkoholiker, hab' da wohl die besten Chancen für den sogenannten Rückfall. Auch will ich nichts verallgemeinern, ich wollte nur meine Furcht loswerden, mir beweisen, Alkohol kann mir nichts, ausser ich lasse es zu.

    Auch bemerkte ich während meiner Hochalkoholphase, dass Alkohol kaum noch wirkte ... ich wurde weder "verzaubert", noch euphorisch oder gelassen. Die Motorik setze allmählich aus, die Betäubung nahm zu und endete, dann in komatösen Schlaf = es wurde also nichts "besser", angenehmer, schöner.

    Klar, wusste ich das - theroretisch, nun weiß ich das auch "praktisch", die Nervenbahnen, auch das Denken regenerieren sich wieder ... zurück zu "Vernunft", nur die Alkoholresilienz, die antrainierte bleibt.

    Wer Psyche und Physis (Geist und Körper) getrennt behandeln will/sieht, kommt schnell an seine Grenzen oder in die berühmten, immerwährenden Behandlungssackgassen. Depressionsbehandlungen, Psychsomatik sind die besten Beispiele = an den Symtomen wird ewig herumgedoktort ... anstatt sich der Ursache zu widmen.

    Warum soff ich? Löse ich diese Frage, dieses Problem, bin ich auf einem guten Weg!

    Die Abhängigkeit ist doch "nur" ein unangenehmer, arg gesundheitsgefährdender Nebeneffekt.

    Einmal editiert, zuletzt von Paul (19. Dezember 2025 um 14:44)

  • Mir erschließt sich deine Logik nicht, Paul .


    Mit diesem Bewusstsein startete ich diesen Versuch: kann ich mir einreden, dass Alkohol eben nicht wirkt, psychisch? Oder ist der Körper schon so an diesen Stoff gewöhnt, dass kaum noch was passiert?

    Du wolltest dir beweisen, dass die psychoaktive Substanz Alkohol bei dir nicht psychoaktiv wirkt, weil du dir das A entsprechend einreden kannst oder B dein Körper so an diesen Stoff gewöhnt ist, dass kaum noch etwas (positiv Wahrnehmbares) passiert?

    Wie passt das Beispiel mit dem indischen Guru da hinein, wenn‘s um den Umgang mit einer psychoaktiven Substanz wie Alkohol geht? 🤔

    Wenn B nun zuträfe, weißt du bezüglich A noch gar nichts, oder?🤔

    Wenn B nicht zutrifft, A dummerweise schief ginge, so frage ich mich, was du dann gewonnen hättest.

    Wenn A bei diesem einen Test nicht schief ginge, sondern zu funktionieren schien, so frage ich mich, was hast du dann gewonnen hättest.


    Ich kann das durchaus nachvollziehen, dass du vor dem Stoff Alkohol an sich keine Angst haben möchtest, wobei ich selbst gar keine Angst vor Alkohol habe, sondern lediglich so etwas wie Respekt vor diesen Zusammenhängen von Psyche und neurobiologischen Prozessen habe, die mein psychisches und physisches Befinden beeinflussen. Ich bewundere, wie kompliziert das alles aufeinander abgestimmt zu sein scheint und wie schwer mitunter willentlich beeinflussbar. Wenn jemand zum Beispiel Grippe hat, so geht‘s ihm oder ihr auch psychisch schlecht und letzteres ist für die Dauer der Grippe nur schwer willentlich zu beheben.


    Mir ist der Gedanke, mir jemals nochmal Alkohol antun zu wollen, fremd (geworden), insofern interessiert es mich überhaupt nicht, ob ich meinen Konsum jemals wieder kontrollieren kann oder nicht. Ich muss auch nicht erst ausprobieren, ob mir Alkohol nach der langen Zeit meiner Abstinenz noch schmeckt oder wieder schmeckt oder nicht.

    Ich bin einfach nur froh, davon gekommen zu sein und Alkohol kein bisschen zu vermissen. Das würde ich beim besten Willen nicht aufs Spiel setzen wollen.

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • Auch bemerkte ich während meiner Hochalkoholphase, dass Alkohol kaum noch wirkte ... ich wurde weder "verzaubert", noch euphorisch oder gelassen. Die Motorik setze allmählich aus, die Betäubung nahm zu und endete, dann in komatösen Schlaf = es wurde also nichts "besser", angenehmer, schöner.

    Das war meine Erkenntnis -> siehe oben, nach 3 Jahren Abstinenz, der Alkohol wirkte nicht (mehr).

    Nie kam ich auf die Idee, kontrolliert trinken zu wollen. Warum auch? Auch wollte ich erkunden, ob bei mir ein Sauf-/Suchtdruck entsteht - auch das passierte nicht!

    Dieser "Versuch" ist nun ein ca. Jahr her, ich bin immer noch stressfrei, soglos alkoholfrei, sieht man mal von diesem Test ab. Mehr wollt' ich nicht herausbekommen.

  • Nie kam ich auf die Idee, kontrolliert trinken zu wollen.

    Diese Idee klingt aber in einigen Formulierungen von dir an….

    Guckst du:

    Wenn indische Yoga-Gurus sogar ihren Herzschlag willentlich, wesentlich (!) beeinflussen können, "normale Menschen" sich nur durch ihre Vorstellungen exellent aufregen können, manchmal auch beruhigen ^^ , da wird es mir, halbgebildeter Pappnase, doch gelingen, nach 2 ... 3 Bier eben nicht den Vollrausch, die absolute Betäubung anzustreben, um mich am nächsten Tag darüber zu ärgern (wie all die Jahre zuvor), was ich doch für ein Volltrottel bin/war.

    Auch will ich nichts verallgemeinern, ich wollte nur meine Furcht loswerden, mir beweisen, Alkohol kann mir nichts, ausser ich lasse es zu.

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • Auch bemerkte ich während meiner Hochalkoholphase, dass Alkohol kaum noch wirkte ... ich wurde weder "verzaubert", noch euphorisch oder gelassen. Die Motorik setze allmählich aus, die Betäubung nahm zu und endete, dann in komatösen Schlaf = es wurde also nichts "besser", angenehmer, schöner.

    Das war meine Erkenntnis -> siehe oben, nach 3 Jahren Abstinenz, der Alkohol wirkte nicht (mehr).


    Hast du diese Erkenntnis denn nicht schon gehabt, als du noch gesoffen hast?

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • ... wenn Alkohol weder schmeckt, noch wirkt, zusätzlich nicht gerade gesundheitsfördernd ist ... mag das wohl so klingen ...

    Ich schrieb ja, dass sich mir deine Logik nicht erschließt. ^^

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!