Mein zufriedenes, nüchternes Leben 🍀

  • Auch wie du schreibst, dieses Hamsterrad geht mir auf den Zeiger. Im Job, aber auch privat.

    Wie entkomme ich dem beruflichen und privaten Hamsterrad?

    Praktische Strategien für mehr Zufriedenheit und Balance im Alltag

    [KI-generiert: Also ich finde die KI-Tipps durchaus hilfreich - auch, wenn diese innerhalb von 1 Sekunde in einem Rechenzentrum generiert wurden]

    Viele Menschen kennen das Gefühl, sich tagein, tagaus im gleichen Trott zu bewegen – beruflich wie privat. Der Alltag wird zur Routine, die Motivation sinkt, und das Leben fühlt sich an wie ein endloses „Hamsterrad“. Doch es gibt Möglichkeiten, diesem Kreislauf zu entkommen und wieder mehr Erfüllung, Freiheit und Sinn in den eigenen Alltag zu bringen. Im Folgenden findest du konkrete, umsetzbare Tipps, die dir helfen, das Hamsterrad zu verlassen.

    1. Bewusstsein schaffen

    • Reflexion: Nimm dir regelmäßig Zeit, um deinen Alltag zu reflektieren. Was läuft gut? Was raubt dir Energie? Wo wünschst du dir Veränderung?
    • Tagebuch führen: Schreibe deine Gedanken, Gefühle und Tageserlebnisse auf. So erkennst du Muster und kannst gezielter an Veränderungen arbeiten.

    2. Ziele setzen und Prioritäten definieren

    • Langfristige Ziele: Überlege dir, wo du in fünf oder zehn Jahren stehen möchtest – beruflich und privat. Visualisiere deine Wünsche und halte sie schriftlich fest.
    • Prioritäten: Was ist dir wirklich wichtig? Sortiere Aufgaben und Verpflichtungen nach ihrer Bedeutung für dein Wohlbefinden.
    • Nein sagen lernen: Delegiere Aufgaben oder lehne Verpflichtungen ab, die dich nicht weiterbringen oder unnötig belasten.

    3. Routinen durchbrechen

    • Neues ausprobieren: Verlasse bewusst deine Komfortzone – probiere neue Hobbys, Sportarten oder Freizeitaktivitäten aus.
    • Arbeitsalltag verändern: Überdenke deinen Arbeitsweg, deine Pausen oder deinen Arbeitsplatz. Schon kleine Veränderungen können einen großen Unterschied machen.

    4. Zeit für dich selbst nehmen

    • Regelmäßige Auszeiten: Plane bewusste Ruhephasen oder kleine Auszeiten im Alltag ein, z. B. Spaziergänge, Meditation oder einfach mal Nichtstun.
    • Digital Detox: Lege handyfreie Zeiten fest, um den Dauerstress durch ständige Erreichbarkeit zu reduzieren.

    5. berufliche Perspektiven prüfen

    • Weiterbildung: Investiere in neue Qualifikationen, um beruflich neue Chancen zu erschließen.
    • Jobwechsel: Habe den Mut, dich neu zu orientieren, wenn du dauerhaft unzufrieden bist.
    • Work-Life-Balance: Prüfe, ob flexible Arbeitsmodelle (z. B. Homeoffice, Teilzeit) möglich sind.

    6. Unterstützung suchen

    • Gespräche: Sprich mit Freunden, Familie oder Kollegen über deine Situation. Oft hilft ein offener Austausch, neue Perspektiven zu gewinnen.
    • Coaching oder Therapie: Professionelle Unterstützung kann helfen, belastende Muster zu erkennen und zu durchbrechen.

    7. Kleine Schritte machen

    • Geduld haben: Veränderungen brauchen Zeit. Setze dir kleine, erreichbare Ziele – jeder Schritt zählt!
    • Feiere Erfolge: Anerkenne auch kleine Fortschritte und belohne dich dafür.

    Fazit

    Dem Hamsterrad zu entkommen ist kein einmaliger Kraftakt, sondern ein Prozess, der mit Selbsterkenntnis und kleinen, konsequenten Veränderungen im Alltag beginnt. Mit den oben genannten Tipps kannst du Schritt für Schritt mehr Freude, Sinn und Balance in dein Leben bringen. Viel Erfolg dabei!

  • Noch soviel zum Thema Hamsterrad:

    Für mich wurde im Rahmen meines Nikotin- und Alkohol-Stopps eigentlich das Thema Freiheit immer wichtiger, letztlich zu einem Kernthema für mich.

    "Zwischen Reiz und Reaktion wird der Raum aufgespannt, in dem unsere Freiheit liegt" [sinngemäß nach Viktor Frankl]. Wir müssen nicht immer nach dem gleichen Muster reagieren: Ich kann mich jederzeit im Leben dafür entscheiden, dass ich auf einen bestimmten Reiz anders als bisher reagiere. Das ist unsere (Entscheidungs-)Freiheit, die uns niemand nehmen kann - außer wir selbst.

    Alkohol und Nikotin machen unfrei. Ein Couch-Potato-Dasein macht unfrei. Lügen machen unfrei. Permanentes Ja-Sagen macht unfrei. Nicht für seine Bedürfnisse und Grenzen einstehen machen unfrei. Mitläufertum macht unfrei. ...

    Ich kann sehr wohl Dinge in meinen Leben ändern, zugegebenermaßen manches nicht, manches braucht auch seine Zeit, manches darf auch gerne so bleiben, wie es ist, aber ich habe mehr Dinge in der Hand als ich vormals beim gewohnten Blick auf die (eingefahrene) Situation vermutet habe. Bei mir ist immer noch ein Thema, dass ich - wie auch jetzt - noch (zu) viel Zeit im Intranet verbringe. Ich habe im Netz (insbesondere auf Youtube) wirklich viel lernen dürfen, aber ich bin mittlerweile an einem Punkt, wo ich merke: An sich kann ich mich aus der virtuellen Welt noch mehr zurückziehen. In der realen Welt findet letztlich das Leben statt. Wenn ich später am Sterbebett liege und noch einmal das Schöne in meinem Leben gedanklich vorbeiziehen lasse, wird wohl kaum mein Internet-Konsum dabei sein.

    Die mächtige Gegenspieler von Freiheit hat einen Namen; er heißt "Abhängigkeit". Mitunter tarnt sich der Gegenspieler der Freiheit und tritt unter anderen Namen auf: Mal heißt er "Angst", mal heißt er "Bequemlichkeit", mal heißt er "Mutlosigkeit" oder gar "Feigheit".

    Freiheit hat aber nicht nur Gegenspieler, sondern auch befreundete Mitspieler - und die heißen: "Loslassen", "heitere Gelassenheit" und "Humor".

    Da wir Teil einer Gemeinschaft und auch bestimmte materielle Dinge für ein erfülltes Leben unerlässlich sind, sind folglich auch Abhängigkeiten in einem gewissen gesunden Maß unerlässlich. Manchmal schweißen ja auch gemeinsam bewältigte Lebensabschnitte (im positiven Sinne) zusammen. Aber es gibt einen Unterschied zwischen (freiwilliger) Hingabe und Aufgabe.

  • - FORTUNE - wow du hast mich mit deinen Worten abgeholt. Meine neu gewonnene Freiheit durch die Abstinenz ist so kostbar.

    aber ich bin mittlerweile an einem Punkt, wo ich merke: An sich kann ich mich aus der virtuellen Welt noch mehr zurückziehen. In der realen Welt findet letztlich das Leben statt. Wenn ich später am Sterbebett liege und noch einmal das Schöne in meinem Leben gedanklich vorbeiziehen lasse, wird wohl kaum mein Internet-Konsum dabei sein.

    Das stimmt genau.

    Die mächtige Gegenspieler von Freiheit hat einen Namen; er heißt "Abhängigkeit".

    Abhängigkeit und in der Sucht stecken das macht Alkohol. Freiheit und diese Leichtigkeit ohne Alkohol sind unbezahlbar.

    Danke dir für deine Worte. Waren genau die richtigen Worte. 👍

  • Der Sinn des Lebens besteht meines Erachtens darin, sein Leben zu leben. Klingt erstmal ziemlich profan. Klarer wird es, wenn man das Ganze umdreht, also wenn man feststellt, dass man in Teilen ein ungelebtes Leben geführt hat. Ungelebt heißt, wenn man das Leben so vor sich hin plätschern lässt, sich nur im Hamsterrad bewegt und die täglichen schönen Momente dabei übersieht.

    Versteh mich nicht falsch, aber ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich das auch so sehen kann. Dachte irgendwann mal, dass ich es so annehmen kann, komme aber am Ende immer wieder zu dem Punkt, dass das eine Plattitüde ist. Welche schönen Momente sollen das denn sein, die man täglich übersieht? Sein Leben zu leben klingt für mich sehr nach dahinplätschern. Denn darum geht es mir ja: was soll denn dieses Leben sein, das man gelebt hat? Und was ist es, was man nicht gelebt hat?

    In diesem Sinne kann man die Augen für alles Schöne offen halten, vom Denken ins Handeln kommen (man kann sein Leben nicht "erdenken", sondern nur erleben), öfters etwas Körperliches tun (z.B. ein Spaziergang in der Natur) und dankbar sein für das, was man hat, anstatt sich über das zu beklagen, was man nicht hat.

    Ich bin körperlich ausreichend aktiv. Ich spiele Golf mit großer Freude, gehe gerne wandern, mache so oft es geht kurzen Urlaub und beklage mich nicht. Ok, doch - Gesundheit muss echt mal besser werden *jammer* Ich habe alles, ich brauche nichts - lediglich einen Lebenssinn. Ich kann keinen Lebenssinn darin erkennen in der Natur rumzulatschen, auch wenn mir das Freude bereitet. Mir macht das Spaß, ehrlich, aber Vergnügen und Sinnhaftigkeit sind zwei unterschiedliche Dinge.

    So sehe ich das auch und es ist wirklich so profan.

    So lange noch was geht, sollte man es auch nutzen. Sicherlich werden mit zunehmendem Alter die Chancen nicht gerade größer, doch dafür ist man erfahrener, vielleicht auch cleverer, gelassener.

    Mit 55 Jahren bemerkte ich erst, das ich schon ziemlich alt bin für den Arbeitsmarkt, um nochmal neu zu beginnen, obwohl ich noch top fit und voll motiviert war. Irgendwann beginnen dann die kleinen Wehwehchen, wenn man Pech hat auch die großen, doch so is'es nun mal wenn man alt wird/ist.

    Sag mir doch bitte, was Du täglich als sinnvoll in Deinem Leben erachtest. Dein Beispiel bezieht sich auf Deinen Beruf. Ich habe überhaupt kein Problem mit meinem Beruf. Ich mache genau das, was ich immer machen wollte. Trotzdem ist es irgendwann Routine und daher würde ich es schon als eine Art Hamsterrad bezeichnen, weil irgendwann auch nichts Neues mehr passiert. Es ist eine Routine. Alles, was derzeit keine Routine ist, sind hirnrissige neue Gesetze, die zu einem Bürokratiedschungel führen, der mir Zeit raubt meine Arbeit richtig auszuführen, Stichwort Compliance. Aber mein Gott, was soll´s, dieses Land ist wahrlich verloren.

    Zitat

    Lebe heute, hier und jetzt! ... und mach' das Beste daraus ...

    Die bloße Existenz, arbeiten, Sport treiben oder meinetwegen eine Sprache zu lernen, empfinde ich nicht als sinnstiftendes Leben. Es ist lediglich eine Tätigkeit, aktiv oder passiv. Und je mehr ich darüber nachdenke, empfinde ich sogar das Erlernen einer weiteren Sprache als unsinnig, denn der praktische Nutzen ist gering. Wahrscheinlich hilft es nur Demenz vorzubeugen, indem man den Kopf mal benutzt.

    Zitat

    Überlege dir, wo du in fünf oder zehn Jahren stehen möchtest – beruflich und privat.

    berufliche Perspektiven prüfen

    • Weiterbildung: Investiere in neue Qualifikationen, um beruflich neue Chancen zu erschließen.
    • Jobwechsel: Habe den Mut, dich neu zu orientieren, wenn du dauerhaft unzufrieden bist.
    • Work-Life-Balance...

    Das sind alles Dinge, die den Beruf betreffen. Viele verwechseln Sinnsuche mit der Lösung von Alltagsproblemen.

    Bist Du unglücklich im Job, haste keine Kohle, fehlt Dir ein Partner, bist Du ungewollt kinderlos, hängst Du zuviel im Netz rum (...) dann ist dies und das die Lösung für Deine Krise.

    Wo will ich in 5 oder 10 Jahren stehen? Keine Ahnung - Ich habe alles im Leben, ich muss mich nicht mehr beruflich neu orientieren. Ich bin karrieretechnisch am Ende angekommen und mache da auch etwas sinnvolles, aber das ist mE kein Lebenssinn. Es muss doch etwas geben, was dem Leben eine tiefere Bedeutung gibt, einen Zweck. Ich möchte etwas hinterlassen - nein, keine Kinder. Leider komme ich nach längerer Nüchternheit auch immer wieder an den Punkt, dass ich oft denke das Saufen war schon ganz gut - nämlich um die Unzufriedenheit über den fehlenden Lebenssinn zuzudecken. Natürlich geht das nicht mehr, weil es mich körperlich einfach fertig macht und dann ggfls auch zu oben genannten Alltagsproblemen führt.

    Ich hoffe das klingt jetzt nicht irgendwie patzig. So ist das wirklich nicht gemeint. Für mich ist die Sinnsuche im Leben wirklich ein primäres Lebensziel, was ich bisher nicht erreichen konnte.

    Beste Grüße Helga

  • Hi Helga

    Interessante Betrachtungsweise. Die Frage nach dem Sinn habe ich mir schon länger nicht mehr gestellt, ich denke sogar dass ich mit den Jahren ein kleiner Nihilist geworden bin. Die Sinnfrage stellte ich mir vorallem in meinen schlimmsten Trinkerphasen. Dies wohl weil ich in erster Linie mit dem Lösen der aus dem Konsum resultierenden Alltagsprobleme beschäftigt war. Stand heute lehne ich für mich die Frage nach dem Sinn ab. Ich sag mir allenfalls: tu dir und anderen Gutes und sei vorallem kein Arsch. Sorry, kann glaub nichts substanzielles zum Thema beitragen 🤷‍♂️

  • Welche schönen Momente sollen das denn sein, die man täglich übersieht? Sein Leben zu leben klingt für mich sehr nach dahinplätschern.

    Denn darum geht es mir ja: was soll denn dieses Leben sein, das man gelebt hat? Und was ist es, was man nicht gelebt hat?

    Das sind Fragen über die ich nachdenken werde. Sind sehr tiefgründig und berechtigt gestellt. Das sind Gedanken die mich gerade auch beschäftigen.

    Viele verwechseln Sinnsuche mit der Lösung von Alltagsproblemen

    Wo will ich in 5 oder 10 Jahren stehen? Keine Ahnung - Ich habe alles im Leben, ich muss mich nicht mehr beruflich neu orientieren. Ich bin karrieretechnisch am Ende angekommen und mache da auch etwas sinnvolles, aber das ist mE kein Lebenssinn.

    Es muss doch etwas geben, was dem Leben eine tiefere Bedeutung gibt, einen Zweck.

    Das sind wichtige Punkte, Helga. Ideal um abends lange Gespräche mit Familie oder Freunden zu führen. Und eben selbst darüber nachdenken was einem wichtig ist.

    Ist es „Glücklich“ sein oder „Liebe“ oder „was bewirken“?

    Zufrieden und / oder vielleicht demütig zu sein? Einfach das „Sein“ einfach zu leben?

  • Danke Helga, das klingt nicht patzig. Die Frage nach dem Lebenssinn habe ich mir eigentlich immer nur gestellt, wenn ich getrunken habe. Es gibt Dinge die sind wie sie sind. Bürokratie in Deutschland kann ich nicht ändern, Punkt. Ich hinterfrage den Sinn des Lebens nicht mehr, sondern lebe. Jeder Tag ist anders und ich nehme es so an. Ich schau, daß es mir gut geht. Wenn mal schlechte Laune kommt, ist es halt so. Es kommen auch wieder gute Zeiten und die werde ich jetzt so annehmen wie es kommt. Einen schönen Abend für dich. HG

  • Die Frage nach dem Sinn habe ich mir schon länger nicht mehr gestellt, ich denke sogar dass ich mit den Jahren ein kleiner Nihilist geworden bin.

    Ich wollte eigentlich auch gar nicht so weit ausholen. Es hat sich nur gerade ergeben und ich muss wahrscheinlich einfach damit klar kommen, dass ich ein unglücklicher Mensch mit einem Luxusproblem bin. Jetzt kommt auch wieder ein halbes Jahr Dunkelheit, das macht die Sache nicht einfacher.

    Ich will Emilys Faden auch nicht damit sprengen und schreibe ggfls. bei mir weiter. Wir hatten in der Vergangenheit schon mal das Gespräch über Existenzialismus, glaube ich. Nihilismus ist ja nochmal ne Steigerung. Mich würde dennoch interessieren, ob Dein Sabbatical etwas an Deiner Weltanschauung geändert hat. Vielleicht magst Du mir in meinem Faden antworten.

    Beste Grüße Helga

  • Ich bin körperlich ausreichend aktiv. Ich spiele Golf mit großer Freude, gehe gerne wandern, mache so oft es geht kurzen Urlaub und beklage mich nicht. (...) Mir macht das Spaß, ehrlich, ...

    Ich habe überhaupt kein Problem mit meinem Beruf. Ich mache genau das, was ich immer machen wollte.

    Ich habe alles im Leben, (...)

    Vermutlich ist Dir selbst bewusst, dass Du in einer sehr privilegierten Lage lebst. Das wird Dir alles nicht zugefallen sein, sondern auch ein Ergebnis von Ausbildung, Disziplin und Zielstrebigkeit sein. Glückwunsch! Das, was Du hier beschreibst, sind m.E. Erachtens durchaus wesentliche Bausteine für ein erfülltes Leben. Jemand, der monatlich ständig schauen muss, wie er seine Rechnungen bezahlen muss, hat zweifelsohne andere Rahmenbedingungen.

    Aber ...

    (...) Es muss doch etwas geben, was dem Leben eine tiefere Bedeutung gibt, einen Zweck. Ich möchte etwas hinterlassen - nein, keine Kinder.

    Für mich ist die Sinnsuche im Leben wirklich ein primäres Lebensziel, was ich bisher nicht erreichen konnte.


    Die Frage nach dem Sinn des Lebens beschäftigt die Menschheit wohl so lange, wie sie existiert. Das Problem ist: Diese Frage hat bisher noch keiner konsistent und überzeugend beantworten können.

    Es gibt bei der Beantwortung dieser Frage schon auf der theoretischen Ebene das Problem der unendlichen Rekursion: Du hast vielleicht früher mal den "Sinn" darin gesehen, durch ein Studium die Grundlage für einen tollen Job zu legen. Dann kann man weiter fragen: Worin besteht denn der "Sinn" eines tollen Jobs? Antwort: Damit ich xy machen kann. Frage: Was ist der "Sinn" von xy? Antwort: Damit ich yz machen kann. Frage: Was ist der "Sinn" von yz? Das läuft ins Leere.

    Es bezweifeln nicht wenige Philosophen, dass auf die Sinnfrage eine vernünftige Antwort überhaupt möglich ist: "Warum setzen Sie eigentlich voraus, das ein Leben, außer da zu sein, auch etwas haben müsste oder auch nur könnte - eben das, was Sie Sinn nennen?"

    Was nun?

    Was erhoffst Du Dir eigentlich von der Beantwortung der Frage nach dem Sinn Deines Lebens? Nehmen wir mal an, ein Allwissender sagt Dir eines Tages: Der Sinn Deines Lebens besteht in xxxx. Wir unterstellen jetzt mal, dass Dich die Antwort des Allwissenden vollends überzeugen würde: Wäre mit dem Wissen über den Sinn Deines Lebens denn auf einmal alles schön in Deinem Leben?

    Gut, Du möchtest "etwas hinterlassen". Keine Kinder, aber etwas, das Du aktuell noch nicht wirklich beschreiben kannst. Das ist verständlich und vielleicht ja auch eine Form der Erfüllung. Aber heißt das, dass alle Menschen, die nichts hinterlassen, ein sinnloses Leben geführt haben? Zudem: Nach 100 Jahren spricht sowieso keiner mehr über Dich und über mich, fast egal, was Du oder ich der Welt mal hinterlassen werden.


    Vielleicht ist es bei der Suche nach dem Sinn ja so, dass gerade die intensive Suche dazu führt, dass man nicht fündig wird. Je mehr man danach greift, desto mehr zerrinnt alles durch Deine Finger. Mitunter stellt sich beim konkreten Tun und/oder beim Dasein für andere eine gewisse Sinnerfüllung ein; hingegen nicht beim Nachdenken über einen etwaigen Sinn. Der Sinn fällt nicht vom Himmel, sondern entsteht - so zumindest meine Überzeugung - als Nebenprodukt eines erfüllten Lebens.

    Anstatt ein sinnvolles Leben anzustreben, finde ich es deshalb viel sinnvoller ein "erfülltes Leben" nicht nur anzustreben, sondern dieses auch zu (er-)leben. Hierzu empfehle die Lektüre des Buches von Friedemann Schulz von Thun über ein "Erfülltes Leben".


    By the way: Mitunter kann eine sehr fokussierte Sinnsuche auch darauf hindeuten, dass die eigene Lebensführung (Beruf, Mann/Partner, Freunde, ...) vielleicht doch nicht als so befriedigend/erfüllend empfunden wird, wie es auf dem ersten Blick Dir selber erscheinen mag. Ich möchte das hier nicht vertiefen (steht mir mangels Wissen über Dich auch nicht zu).

    Alles Gute!


    Die virtuelle Welt möchte ich in meinem Leben - wie ich bereits geschrieben habe - kein allzu großes Gewicht mehr geben. Deshalb verschwinde ich jetzt erstmal wieder von der Bildfläche.

  • Einfach das „Sein“ einfach zu leben?

    Vor X Jahren und 9 Monaten wurdest Du, liebe Emily, gezeugt. Es war ein riesen Zufall, unwahrscheinlicher als ein 6er im Lotto, dass sich gerade die Einzelle und das Spermium "getroffen" haben und Du daraus entstanden bist. Wenn Deine Eltern nur einen Bruchteil einer Sekunde später ...

    Das Du vor dem Bildschirm/Laptop/Handy sitzt und diese Zeilen überhaupt lesen kannst, ist also alles andere als selbstverständlich. Manche Menschen sind bereits in jungen Jahren schwer krank, meine Mutter hat gerade eine Herz-OP überstanden und freut sich gerade über jeden Sonnenstrahl und über jedes wohlschmeckende Essen.

    Da darf man schon demütig und vor allem dankbar sein, dass dass Schicksal uns ausgewählt hat, dieses Leben überhaupt führen zu dürfen.

    Ich hatte hier gerade was von "Luxusproblem" gelesen. To be honest: Vielleicht trifft's das ganz gut.

    Aber jeder darf natürlich seine Lebenszeit gestalten,
    wie er es gerne möchte.

  • Aber heißt das, dass alle Menschen, die nichts hinterlassen, ein sinnloses Leben geführt haben? Zudem: Nach 100 Jahren spricht sowieso keiner mehr über Dich und über mich, fast egal, was Du oder ich der Welt mal hinterlassen werden.

    Was andere Menschen tun ist ganz allein ihre Sache. Das ist auch nicht das Thema und es geht mir weiß Gott nicht darum, dass nach meinem Tod jemand über mich spricht. Das ist mir völlig Wurscht, ich brauche keine Fans. Es ist einfach ein unfassbarer Zufall, dass an geboren wurde und dieses Glück sinnvoll zu verwenden ist das Thema.

    Zitat

    Wäre mit dem Wissen über den Sinn Deines Lebens denn auf einmal alles schön in Deinem Leben?

    Dieser Ansatz geht wieder stark in Richtung Bedürfniserfüllung. Es geht nicht darum, dass alles im Leben schön sein muss. Ein persönlicher Sinn muss keine schöne Sache sein. Es gibt Menschen, die ins Schweigekloster gegangen sind oder Menschen, die in Kriegsgebieten arbeiten und dort ihren Sinn finden.

    Deshalb verschwinde ich jetzt erstmal wieder von der Bildfläche.

    Ich weiß, was Du meinst. Ich nutze das Internet, um die Dinge zu bearbeiten mit denen ich das Echte Leben nicht belästigen möchte. Vielleicht brauche ich aber auch mal eine Auszeit.

    Beste Grüße Helga

  • Ich hatte hier gerade was von "Luxusproblem" gelesen. To be honest: Vielleicht trifft's das ganz gut.

    Der Satz passte in diesem Kontext nicht; deshalb möchte ich das an dieser Stelle korrigieren. Sorry.


    Jetzt verschwinde ich tatsächlich erstmal wieder von der Bildfläche.

    @all: Es beginnt ein sonniger Tag. Lasst es Euch gut gehen!

  • Egal, wie ich es drehe und wende, komme ich immer wieder bei folgender Schlussfolgerung raus: Der Sinn des Lebens ist der, den ich ihm gebe. Und auf dem Weg, wie man ein glückliches und zufriedenes Leben führt, habe ich mich nun der praktischen Philosophie zugewandt. Was Sokrates, Platon, Epikur oder Epiktet sich gedacht haben, ist auch heute noch aktuell und kann Anwendung finden. Mir hilft‘s auf jeden Fall. Und ich verbringe definitiv nicht jeden Tag sinnvoll oder lebe diesen bewusst, dafür hab ich viel zu viele Pflichten zur Zeit auf dem Tacho. 😅 Aber trotzdem geht‘s mir psychisch gut zur Zeit. 👌🏻

    Einmal editiert, zuletzt von Bighara (2. Oktober 2025 um 09:42)

  • Ich mache mir ehrlich gesagt recht wenig Gedanken zum Sinn des Lebens. Mal lebe ich sehr bewusst und nehme vieles wahr, mal dümpele ich so vor mich hin.

    Aktuell geht’s mir gesundheitlich nicht so gut, deshalb spukt mir das alles wohl etwas im Kopf rum.

    Heute bin ich aber wieder besser drauf und meine Stimmung ist auch wieder okay.

    Ich habe festgestellt, dass zuviel denken auch nicht immer gut ist. Da dreht sich schnell das Gedankenkarusell und ich bin überfordert.

    Es gibt eben einfach Höhen und Tiefen im Leben und auch Stimmungsschwankungen.

    Am besten gar nicht zuviel drüber nachdenken.

  • Macht mir das Leben Spaß, erscheint es mir sinnvoll bzw. ich komme gar nicht auf die Idee nach irgendeinem Sinn zu fragen.

    Die Frage nach dem Sinn seines Lebens kann sich nur jeder selbst beantworten.

    Was mir wichtig und bedeutend erscheint, ist für dich vielleicht banal und nichtig, vielleicht ist's auch umgekehrt.

    Verliert man seine Träume, Ziele, Wünsche, Illusionen, wird es schwer mit der Sinnsuche bzw. mit dem Finden. Sollte es also so etwas wie Logik geben, ist der Sinn doch sehr stark mit persönlichen, ganz individuellen Gefühlen verbunden.

    Was hat z.Bsp. Feuerwerk für einen Sinn - viele finden es schön, obwohl es niemanden nutzt, ... ein Film, der Spaziergang mit dem Hund, das Betrachten eines Bildes?

    Etwas was positive Emotionen erzeugt erachten wir als sinnvoll, auf das Negative verzichten wir gern ... macht das Sinn?

    Durchaus mag es als "sinnvoll" erachtet werden, wenn man mit der Trinkerei aufhört, doch aber nur, um Leid bzw. drohendes, auch zukünftiges Leid zu vermeiden ... Gefühle, Schmerz ... Aua. Das macht Sinn, ist logisch.

    Manch einer möchte in die Annalen der Menschen eingehen, allein der Gedanke daran macht ihn glücklich (Gefühl), ist man dann tod, ist auch das Gefühl weg (Annahme ! ).

    Oma war schon über 70, die Beine machten nicht mehr so richtig mit, der Mann nervte nur noch, auch die Kinder und Enkel ließen sich nur selten sehen, meist nur wenn sie etwas wollten ... doch hin und wieder ein Kräuterlikör, ein Weinbrand ... das machte sie glücklich, zwar nur für den Moment, doch glücklich ... sie konnte wieder jung sein, unbeschwert - zumindest in ihren Gedanken, sie fühlte es!

    Macht das Sinn?

    Wenn wir ehrlich sind, es gibt nicht den einen Sinn, er ist sehr individuell, wechselhaft und sehr gefühlsabhängig, machmal ist's wie beim Verliebtsein, völlig "sinnlos", doch einfach nur schööööön.

    In diesen Sinne wünsche ich allen einen schönen Tag ... entscheidet selbst, ob er sinnvoll war.🙃

  • Hallo zusammen, schaue gerade hier herein und lese eure interessanten Aussagen zum Thema Sinn! Ich weiß nicht, ob ich das Thema noch mal auftollen soll…. Weil hier am Ende geschrieben wurde, darüber nachdenken, ist nicht unbedingt das Beste, was man tun kann?! hHbt ihr den Tag heute genossen? Ich musste arbeiten, habe eine Sinusitis und nach 1 Stunde im Bett mich jetzt noch einmal eine halbe Stunde in die Abendsonne gesetzt. Das ist sehr schön. Ob das der Sinn ist? Ich weiß es nicht. Jedenfalls tut es mir gut 😌

    Mitunter stellt sich beim konkreten Tun und/oder beim Dasein für andere eine gewisse Sinnerfüllung ein; hingegen nicht beim Nachdenken über einen etwaigen Sinn.

    Das kann stimmen. Zumindest hat mich das Kümmern um meine Kinder darin gehindert, über den Sinn nachzudenken. Es war einfach schön, sich um sie zu kümmern und aufwachsen zu sehen…. Jetzt sind sie erwachsen. Das Kümmern um meine Eltetn hat mich auch sehr in Anspruch genommen und das meines Vaters tut es immer noch. Leider bedeutet das Miterleben der Demenz und das langsame Abschiednehmen aber gerade auch, über den Sinn des Lebens nachzudenken. Tatsächlich tue ich das sehr oft. Mir hilft dabei mein Glaube.
    Woher wollen wir wissen, dass wir nur dieses eine Leben haben? Warum glauben wir nicht und freuen uns auf das, was noch kommt? Aber ich möchte das Thema nicht vertiefen (bin schon einmal hier angeeckt)…)

    Sparkassen_Helga du hast mal geschrieben, dass du auch anderen Menschen mit deiner Arbeit hilfst, also kümmerst du dich ja auch um andere. Vielleicht kannst du darin einen Sinn sehen?
    Meine Freundin hat immer zu mir gesagt, ich solle meinem Leben einen Sinn geben. Dem habe ich immer vehement widersprochen. Was hat das für einen Sinn, wenn ich mir selber einen Sinn gebe? Ich denke tatsächlich, dass ein erfülltes Leben auch einen Sinn geben kann. Die Frage ist natürlich, wie jemand ein erfülltes Leben definiert. Manch einer mag die Erfüllung darin sehen, reich zu sein, ein tolles Auto zu besitzen, mehrere Häuser, Geld im Überfluss, immer die beste Kleidung und auf VIP Veranstaltungen eine tolle Rolle spielen etc. PP. Ich denke, ein erfülltes Leben hat eher etwas mit Zufriedenheit zu tun. Auch mit Dankbarkeit. Kann ich dankbar sein, dass ich auf die Welt gekommen bin, dass ich geboren wurde, dass ich meinen schlechten Start ins Leben überlebt habe, dass ich einen Mann gefunden und eine Familie gründen konnte, dass ich einen Beruf erlernen konnte, dass ich meine Kinder aufwachsen sehen kann, dass meine Eltern bis ins hohe Alter noch bei mir waren bzw. sind? Ich denke, dieses Gefühl der Zufriedenheit und Dankbarkeit ist fast mit einem Sinn gleichzusetzen. Jedenfalls kommt es dem sehr nahe, finde ich. In meinem Theologiestudium gab es einen ganzen Lehrbrief über das Thema Philosophische Anthropologie. Darin wurde die Frage betrachtet, was ein gelungenes Leben ist. Da schau ich später nochmal rein….

    LG Ciara

  • Das habe ich z.B.. gefunden: Welche formalen Bestimmungen kennzeichnen das „gelungene Leben" als oberstes Gut?

    Das gelungene Leben als oberstes Gut muss etwas sein, bei dem sich die Frage, warum man es erstrebt, nicht mehr sinnvoll stellen lässt. Ferner muss es der Realität des Menschen gerecht werden, d.h. es muss den allgemeinen Grenzen des Menschseins und den individuellen Grenzen des Menschen gerecht werden. Ferner muss es eine Unabhängigkeit von äußeren Einflüssen haben. Das gelungene Leben kann nicht darin bestehen, dass man in ständiger Furcht lebt, dass das, was man für das gelungene Leben hält, einem wieder entrissen werden kann.
    Zum gelungenen Leben gehören tiefe Beziehungen, Freundschaften, Emotionen, Arbeit, die nicht nur Mühe macht und die Fähigkeit, auf Scheitern und negative Ereignisse wie Tod, angemessen reagieren und sich versöhnen zu können, mit Menschen und mit seinem gelebten Leben.
    Oh je, hoffentlich ist das irgendwie verständlich. LG Ciara

  • Ich muss sagen, dass ich nicht weiter über den Sinn des Lebens nachdenke. Das ist mir zu viel. Mal drüber mit Leuten diskutieren ist das eine, aber so im Alltag wenn ich Freizeit habe, entspanne ich mich lieber, als zu grübeln.

    Wenn man mal das gesamte Weltall sieht, alleine schon wenn ich abends im Dunkeln in den Himmel schaue und die vielen Sterne sehe. Wieviele Planeten es gibt, auch von denen noch niemand etwas weiß, da bin ich als einzelner Mensch ziemlich unwichtig. Nur für meine Lieben, Freunde und Kollegen und evtl. Nachbarn bin ich wichtig.

    Deshalb, ich lebe einfach und versuche mir, das Leben so schön es geht, zu machen. Klar zum Leben gehören Launen und Stimmungen und äußere Umstände, mal fühle ich mich wohler, mal weniger wohl. Ist einfach so.

    Momentan geht’s mir recht gut. Gesundheitlich bin ich noch nicht ganz fit. Habe seit Tagen Bauchschmerzen und egal was ich mache es geht nicht richtig weg. Dafür ist die Erkältung aber fast weg. Was meine Abstinenz betrifft, ist alles gut. Mache mir da kaum noch Gedanken drüber, ist einfach zur Normalität geworden.

    Einmal editiert, zuletzt von AmSee13 (6. Oktober 2025 um 18:20) aus folgendem Grund: Bezug zu etwas aus dem geschützten Bereich entfernt.

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