Muss ich den Rest meines Lebens immer vor einem Rückfall Angst haben?

  • Willibald

    Jetzt lass mal gut sein. Das latente Schönreden des Trinkens ist einfach fehl am Platz. Und das sage ich jetzt nicht als Mod: Deine permanente Selbstbeweihräucherung bezüglich deines Konsummusters bei gleichzeitigem Nachtrauern der guten, alten Zeit ist für mich nicht nachvollziehbar.

    Anm.:

    Mein ursprünglicher Kommentar hat die Forenregeln verletzt

  • Ich will keinesfalls zu dem damaligen Konsummuster zurück, aber ein wenig Nachtrauern ist vorhanden.

    Das habe ich überhaupt nicht. Ich trauere dem Alkohol nicht nach, sondern bin froh, dass ich ihn los bin und nicht mehr in Suchtform brauche.

    Deshalb war für mich auch der einzig richtige Weg, den komplett abstinenten Weg zu gehen.

  • willibald42 , mir ist bei deinem Beitrag in diesem Thread nicht recht klar, inwiefern der etwas mit deiner eigenen Selbsthilfe oder etwas mit Hilfe zur Selbsthilfe zu tun hat bzw. inwiefern dein Beitrag mit dem Thema dieses Threads zu tun hat.


    Nun bist du ja nicht frisch hier aufgeschlagen, sondern schon etwas länger dabei. Ist dir klar, dass hier in dieser Selbsthilfegruppe gewöhnlich Menschen aufschlagen, denen, wie Stilles Wasser das in deinem Thread mal beschrieben hat, „zu einem bestimmten Zeitpunkt der Arsch auf Grundeis ging und das nicht ohne Grund.“?


    Du betreibst da eine Verklärung deines Alkoholkonsums.

    Inwiefern hilft das dir oder irgendjemand anderem hier weiter?

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • aber ein wenig Nachtrauern ist vorhanden.

    Auch ich habe einst und in den ersten Jahren ab- und an wehmütig an "schöne Feiern" gedacht. Aber da sprach die Sucht. Sie steckt tief in mir drin und will nur eins: Mich wieder ans Saufen bringen. Daher gaukelt auch das Suchthirn die angeblich schönen Seiten des Alkoholkonsums vor.

    Du sollst abgekocht werden, bis Du schwach wirst und wieder zulangst.

    So meine Sicht der Dinge, bin jetzt knapp 11 Jahre clean.

  • Danke für Eure Nachrichten. Ja stimmt, ich bin hier - dann etwas fehl am Platz. Ist halt so.

    Ich will sicherlich nicht absichtlich, die harte Droge Alkohol verklären. Ich war zumindest kurz davor, es selbst zu erfahren wie übel das werden kann. Die nur negative Sichtweise kann ich (für mich!) nicht teilen. Alkohol kann in gewisser Weisse ein Engel und Teufel zu gleich sein/werden. Jeder hat eine völlig andere Biographie, Hintergründe usw.

    Suchthirn, sicherlich auch, Danke für die Erinnerung zur Wachsamkeit!

    Nix für ungut - Halte mich Raus, habe selbst genug andere Baustellen! :thumbup:

    2 Mal editiert, zuletzt von willibald42 (25. März 2026 um 22:56)

  • Das mit schönen Ereignissen ist bei mir auch so eine Sache. Da gibt es viele, mir sehr bedeutsame. Ohne Alk hätte es da viel nicht gegeben.

    Wenn man Alkohol ausschließlich als Möglichkeit zur Entspannung sieht, kann ich diese Sicht/Sucht verstehen. Wenn nur Alkohol oder eine sonstige Droge in der Lage ist, einen zu beruhigen bzw. entspannt, locker, vielleicht auch zufrieden sein zu lassen, kommt man wohl schwerlich davon los.

    Erst wenn der Konsum ins Gegenteil umschlägt, es unangenehm, vielleicht auch bedrohlich wird, will man davon weg. Kontrollverlust wird doch erst unangenehm, wenn einen Nachteile entstehen, sofern man auch diese bemerkt.

    Mal etwas beschwippst, locker, fröhlich, enthemmt sein, fand auch ich anfangs sehr angenehm, verklemmt (unsicher/unlocker) wie ich war. Doch mit zunehmender Gewöhnung blieb diese Lockerheit aus und wich der Betäubung.

    Wo früher ein ... zwei Bier, Wein oder Schnaps genügten, konnte ich diesen angenehmen Zustand später nicht mehr erreichen, im Gegenteil ... ich trank und trank, wurde zwar allmählich besoffen/betäubt, doch entspannt im Sinne von fröhlich, gelassen wurde ich nicht mehr.

    Das bemerkte ich, der Alkohol hatte diese euphorisierende, entspannende Wirkung verloren. In meinem Test, nach ca. 3 Jahren Anbstinenz, wollte ich genau das ergründen: wie wirkt Alkohol auf mich? Da war nix mehr mit leicht, locker, fröhlich, entspannt! Nach Menge X traten erste Lähmungs-/Betäubungserscheinungen auf und das war's! Auch schmeckte es ganz und gar nicht.

    Ich schlief recht schnell ein, das war es aber schon.

    ... Vorteile ... "Teufel und Engel", solange das Zeug wirkt, mag man das vielleicht so sehen, doch wenn es nur noch betäubt? Manche nehmen es als Einschlafhilfe, Antidepressiva oder Schmerzmittel. Benzodiazepine, Barbiturate, Phenole wirken ähnlich - sie betäuben vortrefflich, wenn da nicht diese Nebenwirkungen/Vergiftungserscheinungen wären.

    Für mich war es eine Frage der Vernunft, wenn ich weiß, der Stoff schadet mir mehr, als er nutzt, tue ich das doch nicht, d.h. ich nähme sehr wahrscheinlich eine (garantierte?) Langzeitschädigungen an Körper und Geist in Kauf, um den Preis einer kurzzeitigen Betäubung.

    Auch redete ich es mit jahrelang schön und verdrängte ... war das Unwissenheit oder die Sucht ... nach Betäubung, der oft so garstigen Realität enfliehen wollen?

    Gut, im Alter, ich bin mittlerweile alt, kann es einem vielleicht egal sein ... wenn man eh' nichts mehr möchte, wäre da nicht die Gefahr des Siechtums, des frühzeitgen, weil ich eben so viel trank.

  • Jeder hat so seine "Baustellen" - immer! Seitdem ich nicht mehr trinke, habe ich eine weniger. Mein Leben wurde dadurch nicht ideal oder gar baustellenlos, jedoch etwas entspannter.

  • Das mit schönen Ereignissen ist bei mir auch so eine Sache. Da gibt es viele, mir sehr bedeutsame. Ohne Alk hätte es da viel nicht gegeben.

    Ich finde das eine wahnsinnig traurige Aussage.

    Natürlich erinnere ich mich auch an feucht-fröhliche Parties, die mir gut gefallen haben. Aber die Aussage, dass Du keine schönen Dinge ohne Alk erleben kannst, ist wirklich verstörend und ich frage mich, woran das liegt?

    Glaubst Du, dass Du eher schüchtern oder zurückhaltend in Gesellschaft bist? Oder ist das eher die Gesellschaft in der Du Dich aufhältst, wo mehr getrunken wird, sodass Du als nicht trinkender nicht so richtig dabei bist? Finden Dich andere Menschen nüchtern uninteressant? Ich glaube es wäre gut, wenn Du da mal schaust, wie Du das für Dich lösen kannst. Denn die Lösung kann nicht sein zu trinken, damit man soziale Kontakte hat.

    Ich war in meiner Abstinenz bei einigen Anlässen, wo getrunken wurde und wo nicht getrunken wurde. Ich kann mich überall wohl fühlen, wo Menschen sind, die mir grundsätzlich sympathisch sind und bis zu einem bestimmten Promillebereich feier ich da gerne mit. Ich fühle mich nicht wohl auf Parties, wo ich die Leute blöd finde und trinken muss, um diese zu ertragen oder besser, ein Level findet. Vielleicht bist Du auf den falschen Parties oder bei den falschen Leuten? Vielleicht kannst Du mit den richtigen Menschen schöne bedeutsame Erlebnisse ohne Alk haben?

    Beste Grüße Helga

  • Ich weiß nicht, es dreht sich doch im Leben nicht nur um Partys. Ich gehe auf keine Partys. Das habe ich in jungen Jahren gemacht. Es gibt doch soviel schönes zu erleben, was gar nichts mit Partys zu tun hat.

    Ich war in den letzten Tagen unterwegs und an einem Ort hat es mir so gut gefallen. Habe das mit allen Sinnen gefühlt und ganz bewusst genossen.

    Mein Leben spielt sich überhaupt nicht auf Partys ab. Muss ich auch gar nicht haben, denn es gibt genug anderes, was ich nüchtern erleben möchte.

  • Paul

    Sparkassen_Helga

    Nur kurz, das ganze war so.

    Ich habe den Alk schon sehr (absichtlich mit vollem Wissen, des hohen Schaden- potenzials ) zielgerichtet eingesetzt. Mit Partys hatte es nicht viel zu tun. Darüber möchte ich nicht weiter reden.

    So wie es jetzt bei mir ist - ist gut - ich komme gut damit klar.

    Glücklicherweise kann man so sagen, sind Partys (für mich) ein konsufreies Umfeld. Und mir gefällt das sogar ziemlich gut. Ich sehe und nutze gerne die vielen Vorteile.:):thumbup:

    Ich kann ohne Alkohol natürlich schöne und intensive Dinge erleben.

  • Hallo willibald42,

    ich will dich nicht überzeugen. Ich schrieb von mir, meinen Erfahrungen, meinen Erlebnissen, Ansichten.

    Wenn du zurechtkommst mit dem was du tust, ist alles in Ordnung. Wenn du hin und wieder Alkohol trinkst und es nicht bereust ... was will man mehr? Ich danke, dir auch für deinen Bericht, der zeigt, dass es eben nicht nur Schwarz und Weiß gibt. Auch gehöre ich nicht zu den Menschen, die Alkohol verteufeln, ich respektiere jeden, so lange er nicht andere belästigt.

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