Danke für die Aufnahme

  • Hallo Ciara,

    ich denke auch, dass es hier und da einige ähnliche Erfahrungen gibt.

    Dement waren in meiner Familie ihren jeweils letzten Lebensjahren meine Mutter, deren Mutter und deren Großmutter. Häusliche Pflege war bei allen dreien nicht möglich, deshalb waren sie jeweils im Heim untergebracht. Meine Mutter war allerdings aufgrund eines Schlaganfalls, der sie auf der linken Körperseite völlig lähmte, nicht mehr so mobil und konnte zuletzt auch ihren elektrischen Rollstuhl nicht mehr bedienen.
    Sowohl meine Omi als auch meine Uromi sind öfter weggelaufen und mussten gesucht werden.

    Ich kann mir vorstellen, dass das für dich gestern der totale Stress war. Da kam ja mal wieder mehreres zusammen für dich.
    Was hast du denn unternommen, um dich im Nachhinein etwas zu entspannen, dir die nötige Erholung zurückzuholen und wieder etwas mehr in die Balance zu kommen?
    Ich selbst hätte mir wohl ein Wannenbad mit entsprechend wohltuendem Duft gegönnt, mich danach wahrscheinlich mit einem guten Buch oder einem guten Hörbuch eingekuschelt.
    Andere hätten möglicherweise Sport gemacht, um Stress abzubauen.

    Liebe Grüße

    AmSee


    P.S.: Guck mal in deine PN.

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • Hallo,

    wir haben derzeit Besuch aus dem Ausland und haben danach einen Spieleabend auf Englisch gemacht und viel gelacht :thumbup: das hat meine Stimmung aufgehellt…ansonsten versuche ich im Moment regelmäßig Yoga zu machen… Heute Abend ist die erste Party ohne… wir sind auf einen Geburtstag eingeladen…

  • Hallo zusammen, wollte mal kurz berichten über die Party am Samstag. Es hat tatsächlich ohne Alkohol funktioniert. Ganz so lustig wie die anderen Anwesenden fand ich die Party zwar nicht, aber ich habe mich als Beobachter ganz gut gemacht, denke ich…

    Ja, und gestern musste ich einen Fingerhut voll Alkohol zu mir nehmen, weil mir eine Flasche Schnaps geschenkt wurde und ich diesen unbedingt wegen der Schenkerin probieren musste! Ist aber alles gut gegangen. Ich sehe es als Medikamenteneinnahme…. 🙄

    Liebe Grüße Ciara

  • Super, dass die Party für dich funktioniert hat. Ich habe nun auch den ersten Weihnachtsmarkt in der Abstinenz gemeistert.

    Allerdings finde ich die geschenkte Flasche Schnaps nicht gerade optimal und auch dass du davon etwas vor der Schenkerin getrunken hast. Ich vermute, dass die Schenkerin nicht weiß, dass du keinen Alk mehr trinkst.

    Ich würde diese Flaschen Schnaps auf keinen Fall behalten, vielleicht weiter verschenken oder notfalls auskippen. Ich habe ja vor ganz und für immer nüchtern zu sein und auch zu bleiben. Ich hatte schon paarmal mit Suchtdruck zu tun, wenn da dann so ne Flasche Schnaps im Haus gewesen wäre, hätte ich nicht garantieren können, nicht was davon zu trinken. Am Anfang dauert es schon seine Zeit bis man sicherer oder gar stabil ist. Ich bin inzwischen 6 Monate nüchtern. Ob ich da safe bin weiß ich ehrlich gesagt nicht. Aber ich gehe kein Risiko ein und gehe Alkohol irgendwie auch aus dem Weg. Ich denke auch nur selten an Alkohol. Auf dem kleinen Weihnachtsmarkt habe ich einen alkoholfreien Punsch getrunken und war auch nicht lange dort.

    Ich würde mich jedenfalls nicht trauen einen Fingerhut voll Schnaps zu trinken. Aber jeder ist auch anders.

  • Hallo Emily, ein kleiner Nachtrag: auf dem Weihnachtsmarkt letzten Freitag habe ich auch nur einen Kinderpunsch getrunken und das war auch gut so. Und auf der Party habe ich einfach nur Schweppes getrunken und ein paar Früchte, ein Drink ohne Alkohol eben… Nach dem Fingerhut muss ich zugeben, dass ich heute tatsächlich wieder etwas mehr über Alkohol nachdenke. Du könntest also Recht damit haben, was du geschrieben hast bezüglich Druck. Das muss ich mir mal merken. Finde ich toll, dass du das schon ein halbes Jahr durchziehst. Liebe Grüße, Ciara

  • Hallo zusammen, wollte mal kurz berichten über die Party am Samstag. Es hat tatsächlich ohne Alkohol funktioniert. Ganz so lustig wie die anderen Anwesenden fand ich die Party zwar nicht, aber ich habe mich als Beobachter ganz gut gemacht, denke ich…

    Ja, und gestern musste ich einen Fingerhut voll Alkohol zu mir nehmen, weil mir eine Flasche Schnaps geschenkt wurde und ich diesen unbedingt wegen der Schenkerin probieren musste! Ist aber alles gut gegangen. Ich sehe es als Medikamenteneinnahme…. 🙄

    Liebe Grüße Ciara

    Ich bin ja hier der Motivationsklaus im Forum aber in dem Falle würde ich ernsthaft dazu raten, der nächsten Party (wieder) zuzusagen, den Schnaps mitzubringen und sich in die Reigen der fröhlich, feiernden Leute wieder einzureihen :) Cheers, bis die Wolken wieder Lila sind und die Haare möglicherweise in der Kloschüssel hängen...so richtig ehrenlos und erbärmlich.

    Oder, die Alternative ist, erwachsen zu denken als auch zu handeln und sich bewusst zu machen: Wieviel Glück Du hattest, dass Du gerade hier auf die Art und Weise von mir den Kopf gewaschen bekommst. Ohne Klo.

    Ich muss ganz klar sagen: Es ist deine Entscheidung. Ganz alleine. Weiter in den alten Mustern zu saufen, oder sich für ein gänzlich, neues Leben zu entscheiden. Du hast die Wahl, ganz alleine.

    Wofür entscheidest Du Dich?

  • Hallo Ciara,

    Hallo zusammen, wollte mal kurz berichten über die Party am Samstag. Es hat tatsächlich ohne Alkohol funktioniert. Ganz so lustig wie die anderen Anwesenden fand ich die Party zwar nicht, aber ich habe mich als Beobachter ganz gut gemacht, denke ich…

    das freut mich natürlich für dich, dass nun auch du die ersten Erfahrungen sammelst, dass man Party auch ohne Alkohol machen kann. Das kann man nämlich richtig gut. 😉

    Doch gerade in der ersten Zeit des neuen abstinenten Lebens ist der im Umgang mit Menschen, die selbstverständlich Alkohol konsumieren und auf Parties üblicherweise gar nicht mal so wenig, ne Sache, auf die man sich entweder aus Selbstfürsorge gar nicht einlässt oder auf jeden Fall nicht unbedarft und unvorbereitet.

    Es gibt Selbstbetroffene, die von Anfang an den Weg der Konfrontation gehen. Das sind, wie ich das in den vergangenen Jahren mitbekommen habe, aber eher solche, die aufgrund eigener entsprechender schlimmer Erfahrungen im Umgang mit Alkohol an einen Punkt gelangt sind, an dem es für sie hieß, entweder zu sterben oder zu überleben.

    Ich selbst zum Beispiel stand nicht an einem solchen Punkt, mir war „nur“ bewusst geworden, wo ich mit meiner Trinkerei bereits stand und wohin es noch mit mir kommen würde, wenn ich nicht die Reißleine zog. Ich hab lieber die Reißleine gezogen. Das bedeutete aber nicht, dass ich den Weg der Konfrontation gehen konnte. Ich bin aus Selbstfürsorge zunächst den Weg der Vermeidung gegangen. Zu diesem Weg wird auch immer wieder geraten und auch ich rate anderen Selbstbetroffenen, die hier im Forum aufschlagen, dazu.

    Ja, und gestern musste ich einen Fingerhut voll Alkohol zu mir nehmen, weil mir eine Flasche Schnaps geschenkt wurde und ich diesen unbedingt wegen der Schenkerin probieren musste! Ist aber alles gut gegangen.

    Ich hab mich, als ich das gelesen habe, gefragt, warum du nicht „nein“ gesagt hast, sondern dich dazu hast zwingen lassen.
    Ich hätte mich definitiv nicht zwingen lassen, sondern hätte freundlich, aber bestimmt abgelehnt.

    Was hättest du denn gemacht, wenn‘s nicht „gut gegangen“ wäre? Wäre es das wert gewesen, um der Schenkerin ihren (vermutlich völlig ahnungslosen) Willen zu lassen?

    Dass Gedanken an Alkohol nach so was wieder näher kommen, passiert in der Regel.

    Ich habe hier und auch anderswo von Selbstbetroffenen gelesen, die zeitlich verzögert selbst nach „einem bisschen Alkohol“ einen Rückfall hatten, aus dem sie erst Monate oder sogar erst Jahre später wieder herauskamen. Wegen solcher Erfahrungsberichte nehme ich das ganze sehr ernst und betrachte sie als Warnung für mich selbst. - Wie so ein Rückfall abläuft, kenne ich selbst nur allzu gut beim Rauchen…


    Ich kann nur unterstreichen, was Paddy dir schon geschrieben hat: Gar nichts musst du!
    In deinem eigenen Interesse solltest du aber lernen „Nein“ zu sagen. Das gehört auch zur Selbstfürsorge.

    Liebe Grüße

    AmSee

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • Hallo zusammen,

    vielen Dank für eure Nachrichten. :)

    Natürlich hat niemand mit der Pistole hinter mir gestanden… Es war nur der Freundlichkeit gegenüber der Schenkerin wegen. Ich wollte ihr nicht vor den Kopf stoßen. Sie hat den Schnaps als Geschenk extra aus ihrem Heimatland mitgebracht…Natürlich hätte ich vorsorglich ablehnen müssen. Aber da ich, wie erwähnt, schon oft lange Pausen vom Alkohol bewusst machen konnte, sah ich darin nicht wirklich eine Gefahr. Aber ihr habt vollkommen Recht! Das Risiko sollte ich nicht mehr eingehen… über der Kloschüssel hing ich zwar fast nie, aber auch der Kater, die psychischen und körperlichen Beschwerden am Tag danach, möchte ich nicht mehr haben! Auch das idiotische Benehmen und die peinlichen Dinge, die immer passiert sind und von denen ich oft nichts mehr wusste, möchte ich nicht mehr…

    Danke für eure Unterstützung!

    VG Ciara

  • Danke für eure Unterstützung!

    Für den Fall dass ich vielleicht zu rüde mit meinem Kommentar herübergekommen bin, sieh mir das bitte nach. Aber meine Antwort soll einfach nur eines ganz klar machen und zwar, dass Du vor einer Grundsatzentscheidung stehst. Da gibt es einfach keinen Spielraum. Entweder ich entscheide mich dafür nicht (wieder) zu trinken mit allen Konsequenzen oder man macht halt solche Aktionen und gefährdet damit alles massiv.

    Aber gleichzeitig weiß ich auch zu gut, das niemand erzählt hat, dass an manchen Stellen auch verdammt schwer sein kann oder ist. Um auf die Party zu sprechen zu kommen, ich bin ebenfalls einer von denen, die ihren Alltag nicht verändert haben und den konfrontativen Weg gegangen sind. Bei mir waren es jetzt nicht unbedingt Partys aber andere, gesellschaftliche Anlässe.

    Ich hab mich aber sicher in den Konfrontationen gefühlt, weil ich meine Grundsatzentscheidung schon viel früher ganz klar und unmissverständlich getroffen habe. Und ich habe auf der nüchternen Seite ganz klar an mir gearbeitet, jeden Tag. Diese Partysituationen waren auch nicht ganz einfach für mich zu beobachten - die haben Spaß...ich nicht - .....also, "die haben vermeintlich Spaß" und man selber steht wie doof daneben und weiß nichts mit der Situation anzufangen, man kommt ggf. noch in die Situation sich zu rechtfertigen.
    Aber auch da, so wie in Situationen wie bei Dir mit dem Schnaps, hab ich ganz klar zu mir gestanden und ganz klar, aber ein wenig stolz kommuniziert, dass ich nichts mehr trinken möchte und künftig auch nicht mehr werde. Punkt. Wie man das sagt, muss jeder für sich wissen, aber es ist wichtig, es ganz klar zu formulieren.

    Mittlerweile ist es so, dass die Wertigkeiten von Partys und Co. bei mir stark abgenommen haben bzw. nicht mehr existent sind. Ich hab mein Leben so umgebaut dass ich lieber früh aufstehe und morgens irgendwie aktiv bin und abends ziemlich früh ins Bett gehe. Und das macht mir Freude.

    Es ist an manchen Stellen auch so, dass es durchaus vorkommt, dass ich nicht mehr eingeladen werden zu manchen Partys oder aber, wie neulich hier beschrieben, dass ich mich aktiv entscheide früher zu gehen. Es haben sich auch die Kontakt zu gewissen Personen deutlich verringert, aber auch das ist okay, die Basis des Kontaktes war der Alkohol. Und auch da ist ganz klar: Ich habe mich entschieden, ich habe mich für mich entschieden. Die Leute haben sich für sich und ihren Weg entschieden.

    Ich sehe das so, die Entscheidung keinen Alkohol mehr zu trinken ist eine grundlegende, egoistische Entscheidung. Man tut das für sich, für niemanden anderes. Und man muss sich dafür nicht rechtfertigen, in keiner Weise, weil einfach nur grundlegend vernünftig ist, künftig keinen Alkohol mehr zu trinken....man hört ja schließlich nicht auf zu atmen ;) Und viele mögen so eine Entscheidung vielleicht ins Lächerliche ziehen, aber wer das tut, hat es nicht verstanden oder selber ein Problem.

    Und zu letzt noch, gibt dem Prozess mal Zeit. Wenn Du dich grundlegend entscheidest, dann auch Dein Leben nüchtern angehst - es warten nüchtern verdammt viele tolle Abenteuer - das kann ich Dir versprechen, wird sich die Perspektive nach und nach verschieben und es wird sowohl leichter, als auch ab einem Punkt zur Selbstverständlichkeit :) Und das ist auch ziemlich cool, denn, wie intensiv nüchtern sein kann, hat niemand erzählt. Dagegen ist besoffen sein ein Scheiss.

    :)

  • Natürlich hätte ich vorsorglich ablehnen müssen. Aber da ich, wie erwähnt, schon oft lange Pausen vom Alkohol bewusst machen konnte, sah ich darin nicht wirklich eine Gefahr. Aber ihr habt vollkommen Recht! Das Risiko sollte ich nicht mehr eingehen…

    Honk spricht von „Grundsatzentscheidung“. Rekonvaleszent hat hier mal den Begriff „geheimer Trinkvorbehalt“ eingebracht, den er als Aspekt bei Rückfällen beobachten konnte.
    Ich zitiere mal den entsprechenden Teil seines Beitrags:

    Dann noch ein weiterer Aspekt, den ich bei Rückfälligen beobachten konnte.

    Haben sie sich innerlich wirklich vom Alk verabschiedet oder stand ihr Wunsch letztlich unter einem späteren Trinkvorbehalt, dass irgendwann doch noch mal ein "normaler" Konsum möglich sei? Wenn sich dieser Trinkgedanke im Hirn befindet (weil er dort schon immer konserviert wurde oder später wieder, warum auch immer, erneut aufflackerte), wird es verdammt schwer.

    Du hattest im Kopf, dass du schon oft lange Pausen bewusst vom Alkohol machen konntest. Lässt du dir mit den Gedanken daran nicht einen „geheimen Trinkvorbehalt“ offen? Ist deine „Grundsatzentscheidung“ schon voll und ganz gefallen?

    Ich selbst habe auch Pausen vom Alkohol machen können, deswegen habe ich mich früher ja auch sicher gefühlt, noch kein Problem mit dem Alkohol entwickelt zu haben. Auch hing ich ebenfalls nie über der Kloschüssel (sowas war mir zuletzt vor über 20 Jahren passiert). Dass ich trotzdem schon längst ein Problem entwickelt hatte, wurde mir erst so richtig bewusst, als ich mich meinem Trinkverhalten, meinen Gründen zu trinken und den Folgen meines Trinkens stellte.

    Aufgehört habe ich in der Zeit, als die Corona-Pandemie gerade erst losging, so kam es nicht zu Parties oder Treffen mit einem Umfeld, in dem ich üblicherweise mitgetrunken habe. Als das im Sommer ´21 wieder losging, glaubte ich mich stabil abstinent und fühlte mich sicher in der Konfrontation.

    Den Freitagabend beim gemeinsamen Grillen mit unseren Nachbarn hatte ich meines Erachtens gut überstanden, auch wenn ich mich ein bisschen dafür bedauerte, nicht mehr so mitfeiern zu dürfen, wie ich das sonst kannte. Doch ich hatte mich ja entschieden und wollte daran nichts ändern.

    Es folgten darauf noch eine Konfrontation am Samstag und eine Konfrontation am Sonntag, als ich meinen Mann und eine Freundin zu einer Veranstaltung fuhr, an der ich sonst auch teilgenommen hätte, und die beiden sich im Auto begeistert über die Getränkeflat auf jener Veranstaltung unterhielten und wie sie den Abend richtig zu feiern gedächten.

    Das alles zusammen war offenbar zu viel Konfrontation für mich. Als ich die beiden abgeliefert hatte, kriegte ich überwältigenden Saufdruck, was mich fast völlig überforderte. Allein hätte ich das vermutlich nicht überstanden, zu meinem Glück fand ich Hilfe bei anderen Selbstbetroffenen.

    Ich war selbst ziemlich überrascht und schockiert von diesem Erlebnis, glaubte ich doch, mich bewusst für die Abstinenz entschieden zu haben und sogar zufrieden abstinent zu sein.

    Danach hab ich das Erlebnis für mich aufgearbeitet und mit ein paar Gedanken aufgeräumt.

    Und zu letzt noch, gibt dem Prozess mal Zeit. Wenn Du dich grundlegend entscheidest, dann auch Dein Leben nüchtern angehst - es warten nüchtern verdammt viele tolle Abenteuer - das kann ich Dir versprechen, wird sich die Perspektive nach und nach verschieben und es wird sowohl leichter, als auch ab einem Punkt zur Selbstverständlichkeit :) Und das ist auch ziemlich cool, denn, wie intensiv nüchtern sein kann, hat niemand erzählt. Dagegen ist besoffen sein ein Scheiss.

    Das kann ich aus meinen eigenen Erfahrungen bestätigen, auch wenn ich selbst das etwas bescheidener ausgedrückt hätte, weil, wie das Leben nun einmal so spielt, nicht immer alles eitel Sonnenschein ist. 😄


    Liebe Grüße

    AmSee

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • Ich sehe es als Medikamenteneinnahme…. 🙄

    ...

    Das Risiko sollte ich nicht mehr eingehen

    Ich muss auch nochmal etwas zu deiner Einstellung schreiben im Vergleich zu dem, wie ich es halte:

    Alkohol ist ein Nervengift und kein Medikament. Mit dieser Äußerung verharmlost du dein Verhalten und das bringt dich nicht weiter. Das ist wahrscheinlich nichts Neues für dich, du suchst aber anscheinend nach "guten" Argumenten für moderaten Alkoholkonsum. Davon habe ich mich verabschiedet.

    Und zur zweiten Formulierung: Ich hätte geschrieben "Das Risiko werde ich nicht mehr eingehen". So wie du es schreibst hältst du dir ein Hintertürchen offen. Aus "sollte nicht" kann schnell "könnte doch" werden.

    Letztendlich musst du für dich entschieden, welchen Weg du gehen willst. Ich habe mich für 100% Abstinenz entschieden, ich bin noch nicht sehr lange dabei (Acht Wochen) und Alkohol kommt in meinen Gedanken noch fast täglich vor. Allerdings immer negativ, ich denke dann daran, dass ich die Abende nur in betäubten Zustand erlebt habe und schwer angeschlagen ins Bett gefallen bin, während ich jetzt Schlafen gehen, weil ich bewusst müde bin. Ich bin immer noch ein Morgenmuffel und fühle mich nach dem Aufstehen etwas schlapp, aber ich habe keinen Kater mehr. Und ich habe durchgeschlafen ohne mitten in der Nacht mit stechenden Durst aufzuwachen.

    Die Entscheidung 100% abstinent zu sein heißt (für mich) auch 100% konsequent zu sein. Ich akzeptiere für mich, dass ich alkoholkrank bin und das Alkohol für mich genauso gefährlich ist wie ein Nussriegel für einen Nussallergiker. Oder nur ein Fingerhut voll Nuss ;)

  • Ich finde es durchaus ok auch Notlügen zu verwenden, wenn man noch nicht stabil ist. Du hättest sagen können, dass Du heute ein inkompatibles Medikament eingenommen hast.

    Letzte Woche habe ich eine Topfpflanze verschenkt, die mir die Beschenkte zurück gegeben hat - mit dem Hinweis, dass ihre Katzen alles anfressen und die Pflanze giftig ist. Ich fand das ok - wusste nicht, dass sie Katzen hat und hab dann einfach eine Einladung ins Restaurant als Alternativgeschenk angeboten. Der Beschenkende wird das nicht als Zurückweisung auffassen - das ist nur in Deinem Kopf. Die Verpflichtung "unauffällig normal" zu agieren.

    Beste Grüße Helga

  • Ich finde es durchaus ok auch Notlügen zu verwenden, wenn man noch nicht stabil ist. Du hättest sagen können, dass Du heute ein inkompatibles Medikament eingenommen hast.

    Das ist jetzt meine persönliche Meinung, ich halte nicht viel von Notlügen. Denn, in dem konkreten Fall könnte später die Frage kommen: "Trinkst heute noch, oder musst Du wieder Medikamente nehmen?". Und bumms, ist man wieder im Dilemma und Konflikt. Zudem, rein aus der psycholgischen Sicht, ist man bei einer Notlüge ja auch nicht ehrlich zu sich selber oder steht zu sich. Notlügen / Lügen haben das Potential, sich selber auch eine Hintertür offen zu halten. Und wenn man gelogen hat, sich an die Lüge aber nicht mehr erinnern kann, ist es doppelt doof.

    Das heißt jetzt nicht, dass man sagen soll: Du, ich bin Alkoholiker(in), ich darf nicht mehr trinken. Manche Leute machen dass genau so, dass ist auch völlig fein. Andere Leute haben mit der Aussage aber auch ihre Schwierigkeiten, auch das ist völlig okay.

    Ich bin ein Fan davon, sich eine Aussage zurechtzulegen, die sich gut anfühlt, hinter der man steht, die man offenen Herzens vertreten kann. Die ehrlich ist, aber auch ggf. auch nur soviel sagt, wie man teilen möchte. "Du, ich muss / möchte morgen fit sein, deswegen trinke ich jetzt nicht". "..."...ich hab 20 Jahre lang getrunken, jetzt will ich mal ausprobiere, wie es ohne Alkohol ist". "....ich habe dry November bis auf unbestimmte Zeit.." ..."ich muss dringend was für meine Gesundheit tun, da gehört aktuell keinen Alkohol trinken mit dazu"...."....Du danke. In den letzten Wochen war es irgendwie ein bisschen zuviel, ich will mal eine Pause einlegen.."....."...du, ich habe jetzt seit XYZ Tagen / Wochen nichts mehr getrunken, das fühlt sich echt gut an, ich bleib erstmal dabei...."....."ich möchte abnehmen, wenn ich jetzt was trinken, mach ich mir damit meine Wochendisziplin kaputt, das will ich nicht..."

    Irgendwie so. Oder halt auch ehrlich wie es wirklich aussieht. Wichtig finde ich, man muss vorbereitet sein. Was fühlt sich gut an und dieses Päckchen an Vorbereitung nehm ich mit. Und damit kann man fest zu sich stehen. Und selber hat man sich damit auch ein Mantra gebaut, an dem man festhalten kann. Das finde ich auch mit am wichtigsten, sich ein Ziel zu definieren was man auch kommunzieren kann. Damit hat man dann Handwerkszeug, mit dem man rethorisch agieren kann.

    VG!

  • Ich seh es anders. Was später mal irgendwann sein wird, ist in dem Moment völlig egal. Vielleicht ist sie in der Zukunft soweit stabil, dass sie etwas anderes sagen möchte. Achtsamkeit ist in solchen Momenten viel wichtiger als Ehrlichkeit.

    Dein Vorschlag:

    "In den letzten Wochen war es irgendwie ein bisschen zuviel, ich will mal eine Pause einlegen." oder

    "ich möchte abnehmen, wenn ich jetzt was trinken, mach ich mir damit meine Wochendisziplin kaputt, das will ich nicht..." oder

    "Du, ich muss / möchte morgen fit sein, deswegen trinke ich jetzt nicht"

    ist am Ende doch genauso eine Lüge.

    Beste Grüße Helga

  • Nein, Du hast mich nicht verstanden. Meine Sätze sind Beispiele, keine Vorgaben. Die Sätze muss sich ein jeder selber bauen und zwar so, dass sie für einen selber glaubhaft sind.

    Zitat

    Was später mal irgendwann sein wird, ist in dem Moment völlig egal.

    Ist es eben nicht. Und das ist ja genau der Punkt den ich vertrete. Im Prinzip ist meine Herangehensweise dem des Notfallkoffers sehr gleich. Vorbereitet sein. Wenn ich z.B. wissendlich zu einer Party gehen möchte, sollte man sich vorher darüber im klaren sein, was einen erwartet. Und eigentlich weiss das auch jeder.

    In meinem konkreten Erleben, ich bin (war) Eishockeyfan. Ich habe es mir nicht nehmen lassen auch als frisch nüchterner Mensch zu den Spielen zu gehen. Um konkret zu sein, 3 Tage nach meiner Entscheidung nichts mehr zu trinken. Dazu sogar noch PlayOffs, also Halli Galli in Tüten.
    Was passiert wenn ich in meinen Block gehe? Klar bekomme ich sofort ein Bier in die Hand gedrückt. Was passiert, wenn ich den Block verlasse? "ey....bring mir mal ein Bier mit....".

    Soll ich da rumlügen ich nehme Medikamente? Quatsch. Ich habe mich bewusst für die Abstinenz entschieden, also gehe ich auch bewusst in die Situation hinein und lasse mich doch vor Ort nicht in Verlegenheit bringen. Alleine um mich selber zu schützen.

    Das Resultat, nicht vorbereitet zu sein, haben wir bei Ciara ja gelesen: "und gestern musste ich einen Fingerhut voll Alkohol zu mir nehmen, weil mir eine Flasche Schnaps geschenkt wurde und ich diesen unbedingt wegen der Schenkerin probieren musste! Ist aber alles gut gegangen."

    Und das ist genau der Punkt Helga. Und meines Erachtens nach, tut man sich mit Lügen keinen Gefallen. Sondern damit, fest zu sich zu stehen und das auch zu kommunzieren. Oder die Situation zu meiden, wenn man dem (noch) nicht gewachsen ist. Aber wenn ich mich in die Lage bringe, muss ich wissen, was auf mich zukommt und nicht spontan oder emotional handeln. Denn dann passiert genau das, was wir nicht wollen: Rückfall.

  • Das heißt jetzt nicht, dass man sagen soll: Du, ich bin Alkoholiker(in), ich darf nicht mehr trinken.

    Nach Deiner Logik ist das dann aber die einzig mögliche Antwort. Welche andere Antwort soll denn bitte glaubhaft sein? Sich irgendwelche konstruierte Sätze zusammenzubauen, die einem selbst gegen überfunktionieren können ist ja fast noch schlimmer. Am Ende belügt man nicht die anderen, sondern sich selbst.

    Und meines Erachtens nach, tut man sich mit Lügen keinen Gefallen. Sondern damit, fest zu sich zu stehen und das auch zu kommunzieren.

    Wenn wir alle in der Vergangenheit so fest zu uns gestanden hätten und immer so ehrlich gewesen wären, würde es weniger Alkis auf der Welt geben. Unsere Alkoholsucht ist eine sehr private Sache, die keinen anderen Menschen etwas angeht, es sei denn man möchte es mit Menschen unbedingt teilen.

    Das Resultat, nicht vorbereitet zu sein, haben wir bei Ciara ja gelesen: "und gestern musste ich einen Fingerhut voll Alkohol zu mir nehmen, weil mir eine Flasche Schnaps geschenkt wurde und ich diesen unbedingt wegen der Schenkerin probieren musste! Ist aber alles gut gegangen."

    Dass der Fingerhut der Worst-Case war, bestreiten wir doch beide nicht. Ich bin nur der Meinung, dass man auch mit einer Notlüge genauso gut vorbereitet sein kann.

    Anyway, wir müssen nicht einer Meinung sein, Honk.

    Beste Grüße Helga

  • Zitat

    Nach Deiner Logik ist das dann aber die einzig mögliche Antwort. Welche andere Antwort soll denn bitte glaubhaft sein? Sich irgendwelche konstruierte Sätze zusammenzubauen, die einem selbst gegen überfunktionieren können ist ja fast noch schlimmer. Am Ende belügt man nicht die anderen, sondern sich selbst.

    Nein Helga. Ich beantworte das in kurz, ich hatte gestern eine Referat dazu angefangen, aber kurz reicht auch: Es ist eine Sache des "Mindset".
    Man muss sich ganz klar ein neues Ziel definieren.
    Ich hab mir nicht das Ziel gesetzt, meine Sucht zu bekämpfen. Sondern ich persönlich habe mir ganz klar das Ziel gesetzt, körperlich gesund zu werden und alles dafür zu geben, alt zu werden. Nebst ein paar sportlichen Nebenzielen. Und um die Ziele zu erreichen, hat Alkohol keinen Platz mehr.
    Wenn ich also sage, wenn mir was zu trinken angeboten wird, dass ich diese Nacht gut schlafen muss (was mit Alkohol nicht geht) und ich mich morgen 6 Stunden aufs Rad werfe (was mit Alkohol erst recht nicht geht), dann lüge ich nicht, sondern ich habe meine Prioritäten gesetzt.

    Das ist ein feiner Unterschied. Diese Art von Definition holt mich aber aus dieser Rechtfertigungsspirale "ich hab ein Alkoholproblem" raus. Weil ich mich auch nicht als Alkoholiker sehe, so wie das in anderen SHG´s / Foren aber zwingend notwendig ist, diese "Erkenntnis". Ich sehe mich dann, aber auch nur dann, als Alkoholiker, wenn ich wieder trinken sollte.
    Ich bin aktuell, toi toi toi, in der Form meines Lebens und ich arbeite weiter an mir. Würde ich jetzt gefragt werden, ob ich was trinken wolle und ich würde damit antworten ich hätte ein Alkoholproblem, dann entspräche das nicht der Wahrheit. Denn Alkohol passt nicht mehr in meinen Lifestyle, so habe ich mich verändert.

    Wobei ich dazu sagen muss, dass ich in den letzten Monaten sehr offen geworden bin, und mittlerweile sehr offen über meinen sehr gefährlichen Konsum spreche. Aber aus dem Grund heraus, dass ich mich optisch sehr verändert habe. Und die Leute sagen dann oft von selber.."und Alkohol trinkst du auch nicht mehr"? Und dann sag ich schon, dass, erst als ich aufgehört habe Alkohol zu trinken, dieser Wandel möglich war.

    Aber dann ist das Gespräch auf einer ganz anderen Ebene als würde ich sagen.."ich darf nichts trinken, ich bin Alkoholiker". Ich habe ein massives Problem mit dieser negativen Notation und habe mir meinen Weg so gebaut, dass ich diesen Quark nicht sagen muss, sondern die Dinge positiv kommunziere. Ich halte sehr viel von der Macht der Worte und von positiver Rhetorik. Mein Ziel ist es oder sagen wir besser war es, im Prinzip genau das, was Du sagst:

    Zitat

    nsere Alkoholsucht ist eine sehr private Sache, die keinen anderen Menschen etwas angeht, es sei denn man möchte es mit Menschen unbedingt teilen.

    Also hab ich mir meinen Weg gebaut. Ganz einfach eigentlich. Man muss sich nur das Ziel glaubhaft manifestieren. Und das ist die eigentliche Arbeit. Insofern sind wir eigentlich einer Meinung. Nur, ich rede mich nicht raus. Ich sag die Wahrheit. Und das andere, lass ich weg. Ganz einfach. Nenne es wie Du magst, für mich funktionier(te) das prächtig. Und der Alkohol spielt keine Rolle mehr in meinem Leben.

  • Guten Morgen Ciara,

    auch von mir noch ein herzliches willkommen im Forum hier an Dich! Schön dass Du uns gefunden hast! :)

    weil mir eine Flasche Schnaps geschenkt wurde und ich diesen unbedingt wegen der Schenkerin probieren musste!

    Zu dem "müssen" haben die Anderen hier schon geschriebenen. Du selbst setzt in Deinem Leben die Prioritäten was Du musst und was nicht.

    Für mich ist das aber auch irgendwie nur der Anfang der Geschichte. Denn: jetzt steht da ja irgendwo eine frisch geöffnete, fast volle Flasche Schnaps herum. Oder? Der gute alte "Seelentröster" (oder auch Seelenzerstörer) und "Problemlöser" (oder auch Problemverstärker) ganz nah...

    Was ist damit? Wie geht es damit weiter? Vielleicht habe ich es ja auch überlesen...

    Ich wünsche Dir, dass Du die richtige Entscheidung triffst und das Zeug schnellstmöglich in den Ausguss schüttest, oder, wenn auch ökologisch vielleicht nicht ganz korrekt, einfach im nächstbesten Fluss versenkst.

    Von Herzen alle gute Kraft für Deinen Weg weiterhin!

    Liebe Grüße, Mojo

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