Hallo Miteinander,
das freut mich echt zu lesen, dass meine Signatur auch euch etwas gibt. 😊
Ich hab sie für mich ja auch nicht ohne Grund ausgewählt. Ich hab lange, lange Zeit mit dem gehadert, was in meinem Leben geschehen war, hab nicht gerade wenig darunter gelitten und das, was geschehen war, als Makel empfunden, den ich irgendwie ausbessern oder wettmachen musste.
Wenn ich gekonnt hätte, hätte ich in die Vergangenheit zurückreisen und die Dinge, Geschehnisse positiv verändern wollen.
Und dann wurde mir vor ein paar Jahren, als es mir so richtig, richtig mies ging, bewusst, dass es mich kaputt macht, wenn ich so weitermache. Und mit etwas Hilfe änderte sich meine Perspektive. Ich kann die Vergangenheit nicht ändern, habe keinerlei Einfluss darauf. Einfluss habe ich nur auf das heute, da kann ich etwas ändern, wenn etwas geändert werden muss.
Und wenn wir mal ehrlich sind, hat mich die Vergangenheit zu der gemacht, die ich heute bin. Und aus den Fehlern, die passiert sind oder auch jetzt noch passieren, kann ich lernen. Ich mag auch die Perspektive, die in Thomas Alva Edisons Spruch steckt: „Ich bin nicht 10.000 Mal gescheitert. Ich habe erfolgreich 10.000 Wege gefunden, die nicht funktionieren.“
Ja, auch ich bin, obwohl ich’s schon aufgrund des Beispiels, das mein Vater abgegeben hat, besser hätte wissen müssen, abhängig vom Alkohol geworden.
Schäme ich mich deswegen? - Nein, inzwischen kann ich, nachdem ich mich sehr viel mit dem Thema beschäftigt hab, nachvollziehen, warum und wie das passiert ist. Es kann, so wie unsere Gesellschaft nun mal mit Alkohol umgeht, JEDEN und JEDE treffen.
Binde ich den Leuten auf die Nase, dass ich alkoholabhängig bin und deswegen keinen Alkohol trinke? - Nein, dass ich alkoholabhängig war oder bin, spielt für mein gegenwärtiges Leben keine Rolle. Ich möchte schon aus völlig gesunden und nachvollziehbaren Gründen (die aber so mancher gar nicht hören will, weil er sich seinen Konsum nicht vermiesen lassen will) gar nicht Alkohol trinken. Ich lüge doch nicht, wenn ich sage, „Nein Danke, ich hätte lieber ein Wasser (o.ä.)“. Ich möchte ja tatsächlich lieber ein Wasser.
Was geht’s andere an, dass ich alkoholabhängig war/bin? - Niemanden, oder?
Und einen Schutz, damit mir niemand Alkohol anbietet und mich womöglich triggert, brauche ich nicht. In dem Fall könnte ein Bekenntnis ggf. hilfreich sein.
Außerdem habe ich auch keine Lust auf solche Gespräche, wie Paul sie schon aufgezählt hat. Das Thema ist für mich in gewisser Weise abgehakt, ich unterhalte mich lieber über anderes, was mich gerade interessiert.
Liebe Grüße
AmSee