• Ja, genau das Gleiche habe ich auch gefühlt, bei allen drei Suchtmitteln. Trotz Quälerei am Anfang auch sofort das Freiheitsgefühl 🤘😎

    Mir ging es eben jedoch mehr um die Diagnose. Gibt ja diesen ICD irgendwas Katalog für alle Krankheiten. Dachte, evtl. weiß es jemand. War zu faul zum googeln^^

  • Habe mich mal auf die Suche gemacht. "Meine 5 Jahres Regel" habe ich nicht gefunden. Auch sonst keinen konkreten Hinweis auf "irgendwann als geheilt gelten". Im Gegenteil, bei den meisten Seiten der eindringliche Hinweis, dass Alkoholismus unumkehrbar ist - also eine lebenslange Erkrankung. Was mich erstaunte, dass es eine psychische Erkrankung ist, dachte eher, das ist so ein "körperliches Ding".


    Setze hier mal einen Link von netdoktor ein, eine Seite, die ich schon viele Jahre nutze, wenn ich was wissen will über Symptome, oder halt Krankheiten allgemein. Ist ein ellenlanger Text, aber verständlich geschrieben. Ich fand ihn gerade interessant 👍


    Falls er besser woanders hingehört, bitte ich dich Emily, um Verzeihung und AmSee um evtl. Verschiebung an die richtige Stelle. Danke vorab 😊 Oder vielleicht gibt es den Link hier sowieso schon?


    https://www.netdoktor.de/krankheiten/alkoholismus/

  • Und hier noch die ICD Code Suchseite für dich :)

    Die Codes benutzen ÄrztInnen als Diagnoseschlüssel, damit die nicht alles in Buchstaben lang und breit aufschreiben müssen, also z.B. bei Krankmeldungen, Überweisungen, Arztbriefen. Alkoholismus ist z.B. F 10 und wenn du das in der Suchleiste eingibst, kommen die entsprechenden Erklärungen. Hatte vor Jahren so mal einiges über meine Diagnosen erfahren, wo im Arztgespräch manchmal keine Zeit für war.

    https://www.icd-code.de/

  • Alkoholismus unumkehrbar ist - also eine lebenslange Erkrankung

    das würde ich auch sagen

    Was mich erstaunte, dass es eine psychische Erkrankung ist, dachte eher, das ist so ein "körperliches Ding".

    hätte auch eher gedacht, dass Alkoholismus eine körperliche Geschichte ist. Psychische Erkrankung hört sich für mich auch unverständlich an. Würde mich interessieren wieso das so eingestuft ist.

  • Moinsen.

    Falls er besser woanders hingehört, bitte ich dich Emily, um Verzeihung und AmSee um evtl. Verschiebung an die richtige Stelle. Danke vorab 😊 Oder vielleicht gibt es den Link hier sowieso schon?


    https://www.netdoktor.de/krankheiten/alkoholismus/

    War spät gestern. Ich dachte, ich bin in Emilys Blog. Ist aber Pauls Blog. Also falls du, Paul, findest, der Link gehört woanders hin, bitte ich dich um Verzeihung.

    Netten Gruß, ichso

  • aber süchtig, also abhängig bist du nicht (mehr)

    Das stimmt, jedoch nur solange ich keinen Alk trinke. Ich stelle mir das vor wie ein Samen in der Erde. Wird gegossen, dann wächst die Pflanze. Die Sucht schläft, solange sie nicht gegossen wird.

  • Das stimmt, jedoch nur solange ich keinen Alk trinke.

    Na logisch! Wenn ich kein Gift zu mir nehme, bekomme ich auch keine Vergiftungserscheinungen.🤪

    Ein Raucher, Trinker, Kiffer bleibt clean, solange er sich vom Stoff fernhält. Mich verwundern oft solche Aussagen: "aber nur, wenn ..."

    Es ist, als würde jemand sagen: Eine Klippe (hoher Berg) ist ungefährlich, aber nur wenn du nicht 'runterspringst. Befinden wir uns wirklich auf diesem Niveau???

  • Es ist, als würde jemand sagen: Eine Klippe (hoher Berg) ist ungefährlich, aber nur wenn du nicht 'runterspringst. Befinden wir uns wirklich auf diesem Niveau???

    Den Vergleich finde ich absurd. Wollte erst noch erklären warum, aber ich lasse das jetzt so stehen.


    Warum sagen wir nicht einfach "allen" Konsumierenden, Alkohol/Suchtmittel sind ungefährlich, wenn du sie nicht konsumierst. Und bääm, alle Probleme gelöst???

  • Zitat

    Warum sagen wir nicht einfach "allen" Konsumierenden, Alkohol/Suchtmittel sind ungefährlich, wenn du sie nicht konsumierst

    weil jeder Abhängige darüber lachen würde. Falsch ist es dennoch nicht, als Desinfektionsmittel ist Alkohol sogar sehr hilfreich 😉. Für mich ist die Flasche Wein im Supermarkt auch ungefährlich, solange sie da rum steht und nicht in meinem Einkaufswagen landet.

    Ich denke, jeder hat auf dem Weg zur Abstinenz seine ganz eigene Einstellung zum Alkohol entwickelt und wenn sie hilft, ist sie richtig.

  • Was bin ich froh, dass ich schon so lange raus bin aus dem Ganzen, und solche Grundsatzdiskussionen für mich mittlerweile einfach unwichtiger geworden sind als je zuvor…

    Was mich dennoch - nach wie vor - immer wieder stört, ist die Allgemeingültigkeit die in solchen Theorien immer wieder beansprucht wird. Da wird vieles behauptet. Medizinisch tatsächlich fundiert-bewiesen ist aber bis heute immernoch das Wenigste.

    Meiner Ansicht nach lässt sich das einfach nicht in ein Entweder - Oder einteilen. In irgendein Schwarz oder Weiß. Auf der Klippe oder nicht. Nach meinem Erleben, dem was mir bisher begegnete, und in meinen Augen ist die Welt bunt. Vieles ist da möglich und hat seine Daseinsberechtigung in unzähligen Nuancen.

    Meine persönliche Erfahrung, auf meinem eigenen persönlichen Weg ist die, dass ich auch nach meinem Suchtausstieg, nach längerer Abstinenz, vereinzelte, wenige Berührungspunkte mit Alkoholkonsum hatte. Andere würden es vielleicht Rückfallsituationen benennen. Ich nenne es nicht so, weil der Zugang ein ganz anderer war und ich z.B. eben nicht gleich wieder „machtlos“ der Substanz ergeben war und von da an völlig hilflos „abgestürzt“ wäre oder irgendwas in der Art. Ich bin nicht in altes Verhalten zurückgefallen. Ich habe auch in solchen Situationen die Kontrolle über mein Tun und Handeln und über meinen (Lebens-)Weg behalten.

    Das mag aber auch mit daran liegen, dass ich vermutlich vom Suchttyp her eher im Bereich der psychisch/seelischen Sucht verhangen war, gerne z.B. auch Problemtrinker war. Die körperliche Abhängigkeit war (noch) nicht so sehr stark fortgeschritten, wobei ich weiß dass ich da haarscharf am nächsten Schritt dran war. In meinem Ausstieg habe ich mich konsequent daran gemacht um Problematiken in meinem Leben aufzuarbeiten und zu beseitigen (Schuldenproblematik, Jobperspektive,…) so dass es viele tatsächliche Suchtimpulse in meinem Leben heute schlichtweg nicht mehr gibt. Auch seelische Hindernisse (Depression, Sinnsuche, Selbstfindung,…) habe ich aufgearbeitet, oder habe durch Verhaltensänderungen eine generell andere Herangehensweise an solche inneren Dinge erlernt oder gefunden.

    Für mich ist es schon längst, seit vielen, vielen Jahren nicht mehr so, dass ich Nüchtern lebe weil ich etwa denken würde, dass etwaiger Konsum mich aus der Bahn werfen würde. Im Gegenteil. Ich weiß, für mich(!), dass ein Konsum für mich nicht mit Machtlosigkeit verbunden wäre. Und ich weiß, für mich(!), dass mich das nicht aus der Bahn werfen würde.

    Der wirkliche Grund, weswegen ich dennoch weiterhin nüchtern/abstinent lebe, ist der, dass ich darin einfach (m)einen Weg gesunder Lebensweise gefunden habe. Es hat mir so vieles Gutes, so wichtige Schritte und den Zugang zu mir selbst in meinem Leben ermöglicht. Diese Freiheit und dieses Glück, dieses Lebensgefühl möchte ich weiter in meinem Leben wissen.

    LG Mojo

  • Ja, diese Grundsatzdikussionen sind oft müssig, dabei sind es selten welche.

    Jeder sucht Zustimmung, vielleicht auch Anerkennung, einer versteht's, rein logisch, ein anderer sucht wissenschaftliche Beweise, Niedergeschriebenes, ICD's (internationale Klassifikationen), streitet sich gar, um physische oder psychische Abhängigkeit ...

    Dabei hat es jeder selbst erfahren!!! Sollte es also wissen oder könnte es wissen . Manche bringen sogar Intellekt oder ein Absprechen des eigenen Willens, der eigenen Verantwortung mit in's Spiel.

    Alle wissen, wie sie zum Alkohol kamen! Bei allen war es sehr ähnlich, individuell, aber grundsätzlich gleich ... keine Furcht vorm Alkohol, im Gegenteil ... eher Anerkennung in der Gemeinsachaft, dann entdeckte man die anfängliche, angenehme Wirkung, stellte irgendwann fest, dass das auch ganz allein zu Haus, immer und überall funktionierte - der Seelentröster, nicht gerade ein Garant für Glück, jedoch ein perfekter "Problemewegmacher".

    Die Psyche lernt, Alkohol hilft ... macht alles gut - erstmal. Nach ein paar Jahren, der Gewöhnung reagiert der Körper mehr oder weniger heftig, wenn das Allheilmittel fehlt. Stress, Unruhe ... das lässt oft zittern, schwitzen u.ä. - wer kennt das nicht?

    Keine Leber, keine Bauchspeicheldrüse, keine Zelle des Körpers beschwert sich, wenn es kein Zellgift bekommt.

    Das Hirn aber schon, plötzlich freigewordene Rezeptoren, nun nicht mehr betäubt, können, nun, all die Informationen nur schwerlich verarbeiten, das erzeugt Stress ... gewaltigen.

    Ist das nun psychisch oder physisch?

    Egal. Einer versteht's, ein anderer nicht.

    Viele propagieren, mahnen, mehr oder weniger erfolglos. -> Der Rausch wird sogar als Kulturgut verkauft, als freie Willensentscheidung/Eigenverantwortung/Selbstbestimmtheit, überall wird verführt (Werbung, Verkaufseinrichtungen) und es wird vorgelebt, sei es beim wohnzimmerlichen Geburtstag, der Betriebsfeier oder beim Oktoberfest.

    Wie soll man sich da als heranwachsender Mensch frei entscheiden können?

    Ist die Gewohnheit erstmal etabliert, dauert es Monate, die Rezeptoren im Gehirn wieder zu balancieren, bei nicht so "schweren Fällen" hilft ein dry january ... ein bisschen ...

    Viele, nicht alle, werden zwar erfolgreich entgiftet, doch eine "Balance der Rezeptoren" wird selten erreicht (siehe Rüchfallquoten).

    Aufhören zu trinken allein reicht nicht, hört man oft, wie das gehen soll, können die Wenigsten vermitteln!

  • In der Jugend, als Heranwachsender definitv: ja!

    Ich war wie ein Blatt im Wind, versuchte mich anzupassen, von Bewusstsein, dem Leben hatte ich keine Ahnung. Ich lernte zwar allerlei Fachwissen, trainierte Körper und Fertigkeiten, doch wie ich mit meinen Gefühlen zurechtkommen sollte, sagte mir niemand!

    Warum "schiessen" sich gerade so viele junge Menschen weg, egal ob mit Alk., Lachgas oder Cannabis? Oder flüchten sich in die Anonymität des www., werden radikal, depressiv oder beides?

    Um nicht @Emily's Thread völlig zu verfremden, kannst du mir gern in meinem antworten.

    Ich hab deinen Beitrag in Emily s Thread mal hier zitiert, um dir hier in deinem Thread zu antworten.

    Was ich so aufgrund dessen, was du zu einem früheren Zeitpunkt mal bzgl. deiner Oma geteilt hast, nicht ganz nachvollziehen kann, ist, inwiefern du von niemandem gelernt haben solltest, mit den eigenen Gefühlen zurecht zu kommen. - Wir hatten mal über den Begriff „Resilienz“ diskutiert. -
    Gemäß dem, was du über deine Oma erzählt hast, hätte zumindest diese für dich ein Vorbild oder positives Beispiel sein können, oder nicht?


    Zu bedenken möchte ich auch geben, dass nicht jeder, der im Jugendalter mit der Wirkung von Alkohol vertraut wird, später auch zum Alkoholiker wird.

    Was du bislang so von dir geteilt hast, so hat es in deinem erwachsenen Leben ein paar Warnungen gegeben. Liegt die Verantwortung, dass du diese ignoriert hast, da nicht bei dir?


    Bei sogenannten „nassen“ Alkoholikern habe ich immer wieder beobachtet, wie sich diese in einer sogenannten „Opferrolle“ wähnen. Schuld sind immer die anderen.

    Deine Argumentation, Paul , erinnert mich irgendwie an das, was ich sonst von sogenannten „nassen“ Alkoholikern kenne…..

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • Was ich so aufgrund dessen, was du zu einem früheren Zeitpunkt mal bzgl. deiner Oma geteilt hast, nicht ganz nachvollziehen kann, ist, inwiefern du von niemandem gelernt haben solltest, mit den eigenen Gefühlen zurecht zu kommen. - Wir hatten mal über den Begriff „Resilienz“ diskutiert. -
    Gemäß dem, was du über deine Oma erzählt hast, hätte zumindest diese für dich ein Vorbild oder positives Beispiel sein können, oder nicht?

    Ergänzung:

    Versteh mich bitte nicht falsch: Ich will nicht in Abrede stellen, dass auch du, ähnlich wie ich, aufgrund gewisser ungünstiger Bedingungen in deiner Familie nicht gelernt hast, mit deinen Gefühlen umgehen zu können.

    Was ich lediglich aufgrund dessen, was du über deine Oma geteilt hattest, nicht nachvollziehen kann, ist, inwiefern diese dir nicht ein gewisses Vorbild geben konnte.

    Wie ich selbst ja schon oft geteilt habe, ist in meiner Familie so einiges schief gelaufen, was sich sehr, sehr ungünstig auf mich und meine emotionale Entwicklung ausgewirkt hat. Und dennoch habe ich die Verantwortung für mein Leben immer bei mir selbst gesehen.

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.


  • Bei sogenannten „nassen“ Alkoholikern habe ich immer wieder beobachtet, wie sich diese in einer sogenannten „Opferrolle“ wähnen. Schuld sind immer die anderen.

    "Die Anderen" legten den Grundstein, formten mich, statteten mich mit Selbstbewustsein aus oder eben nicht.

    Überall, wo ich hinkam, war der Alkohol allgegenwärtig und willkommen.

    Gern wird bei "trockenen" Alkoholikern o.g. Vermutung geäußert. Auf der einen Seite wird Krankheit, keine Charakterschwäche etc.pp. propagiert und gleichzeitig die Opferrolle angemahnt.

    Ist man 17 ... 20 und schon halbwegs alkoholisch trainiert, unsicher, meinetwegen auch verklemmt, ist man natürlich kein Opfer, man sucht nur Anschluss, Anerkennung, Akzeptanz und welch' ein Glück ... da gibt's den alles verbindenden Alkohol. Wer kann da schon widerstehen?

    Eine unsichere Person sicher nicht! Ich lernte Alkohol war ein Türöffner und zeitgleich ein Beruhigungs-, Stärkungs-(Selbstbewusstsein), Schlaf- und Schmerzmittel (auch gut gegen Seelenschmerz).

    So wuchs ich auf, das funktionierte und war überall akzeptiert. Warnungen, ernst zu nehmende - Fehlanzeige!

    In der Jugend ist man definitiv Opfer.

    Später, der schleichenden Sucht schon längst anheimgefallen, wirken antrainierte Verdrängungsmechanismen perfekt: was nicht sein darf, kann auch nicht sein und damit kommt man durch, lange, lange!

    Das mittlerweile "so gut trainierte" Gehirn glaubt irgendwann selbst den Schei**, den man sich ständig einredete.

    Manche werden irgendwann von alleine "wach", bei dem Meisten muss erst etwas gravierendes passieren ...

    und dann braucht's Zeit, viel Zeit, auch Wissen und vorallem Zusammenhänge verstehen, wollen und auch können.

    Verurteilungen helfen da wenig, viel reden schon.

  • Fühlst du dich etwa auf den Schlips getreten?

    Nur um das klar zu stellen: Ich verurteile dich nicht. Das stünde mir auch überhaupt nicht zu.

    Fühl dich also bitte nicht herausgefordert, dich verteidigen zu müssen. Das musst du nicht.


    Vergiss bitte nicht: Das hier ist eine Selbsthilfegruppe, ein Forum von Selbstbetroffenen, deren Interesse die Selbsthilfe ist. Und nur die Selbsthilfe!

    Ob jemand hilfreiche Ansätze für sich selbst aus dem Austausch ziehen kann, oder nicht, darf jeder für sich selbst entscheiden.

    Ich hab ein paar Gedanken mit dir geteilt. Was du daraus machst, bleibt letztlich dir überlassen.

    Mir persönlich ist es völlig egal, ob du eine eigene Verantwortung für dein Handeln und deine Entscheidungen siehst, oder nicht. Das spielt nämlich für mich und mein Leben überhaupt keine Rolle.

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!