Ich tue mich etwas schwer Gründe für die Sucht zu finden und habe auch aufgehört danach zu suchen.
Aber vielleicht ist das eher eine Frage der Formulierung.
Am Meisten nach Gründen gesucht habe ich, als ich noch drin hing und den Absprung nicht geschafft habe. Da habe ich gedacht, wenn ich die Gründe finde, kann ich die beseitigen und DANN kann ich aufhören zu trinken.
Aber da habe ich mir nur etwas vorgemacht. In Wahrheit ist es andersherum. Erst wenn man aufhört zu trinken, sieht man klarer.
Gründe zu finden finde ich bei mir fast überflüssig.
Ich bin dem Stoff von Anfang an auf den Leim gegangen. Ich habe von Anfang an Kontrollverluste gehabt. Wenn ich angefangen habe zu trinken und zu feiern endete das fast immer mit Filmriss.
Außerdem bin ich auf dem Land aufgewachsen und habe gelernt, dass täglicher Alkoholkonsum normal ist. Abends zum Tagesausklang vorm Fernseher oder in geselliger Runde was trinken.
Diese Kombination: täglicher Alkoholkonsum und Unfähigkeit Maß zu halten reicht völlig aus um irgendwann abzurutschen. Da muss gar nix wildes passieren. Bißchen Stress, bißchen...
Mein „normaler“ Umgang mit Alkohol hat schon völlig ausgereicht um geradewegs in die Sucht zu führen.