Glutamat "Gaspedal"

  • Wenn Placebo hilft ... auch o.k..

    Wenn ich nur durch "die Macht meiner Gedanken", die Welt, meine Ansichten, auch meine Gesundheit verändern kann, meine Gelassenheit und somit Ruhe und Entspannung finde, mich dadurch wohler fühle, nicht mehr so disbalanciert, rein emotional ausgeglicherner bin, ist das doch eine hilfreiche "Medizin", bei manchen hilft geweihtes Wasser, ein Besuch beim Schamanen ... alles wirkmittelfrei und dennoch wirksam.

    Mache ich mich dagegen verrückt, auch "nur" Gedanken und wirkmittelfrei, kann der Schaden kein geringer sein.

    Gesprächstherapie auch wirkmittelfrei, wirkt bei vielen = also ist es doch auch entscheidend, was wir denken und woran wir glauben.

  • Werte Helga,

    Unwissenheit und Gutgläubigkeit wurden schon immer ausgenutzt, aber zurück zum "Gaspedal". Es ist doch unbestritten, dass eine poitive Lebenseinstellung, gepaart mit Wissen vieles erleichtert. Auch die Passionsblume mit den ihr zugeschriebenenen Eigenschaften, kann da ein gutes Helferlein sein, wie vieles aus dem Kräutergarten und da kann (!) die KI hilfreich sein, erspart sie vielen das mühsame Recherchieren der alten Kräuterkunde.

    Doch! So meine Erfahrungen mit KI-Programmen, ist vieles "Wissen" recht oberflächlich, gefällig und zu sehr auf käufliche Produkte beschränkt und/oder auf aktuelle (?) Publikationen.

    Ich kombiniere gern alte Schriften (u.a. Drogen-/Kräuterbücher) mit aktuellen Publikationen (ohne KI), oft liegt die Wahrheit dazwischen und eine Garantie gibt es selten.

  • Eine Freundin schwört auf Schüsslersalze, eine andere auf Globoli, andere bevorzugen Nahrungsergänzungsmittel ... alle sind fest überzeugt von der Wirkung = es geht ihnen gut oder besser. Ist das nun Einbildung (Placebo) oder ... ???

    Der Glaube versetzt Berge, das stimmt. Ich glaube da gibt es mehr als genug Studien drüber.

    Ich denke, dass diese Art "tiefer zu graben" zu meinem persönlichen Prozess gehört. Und Ich weiß tatsächlich nicht ob meine aktuellen Probleme mit innerer Unruhe, Schlafproblemen und dem blöden Herzgestolpere daran liegen, dass ich vor einem Jahr aufgehört habe Alkohol zu trinken. Gefühlt war ich schon (viel) weiter. Vielleicht ist es der Winter, der Job, die Familie ... oder alles zusammen. Womöglich sitze ich generell und vor allem abends zu lange vor einem Display, was die Neurotransmitter ebenfalls beeinträchtigen kann. In dem Fall reicht eine Verhaltensänderung. Keine Ahnung.


  • Gefühlt war ich schon (viel) weiter. Vielleicht ist es der Winter, der Job, die Familie ... oder alles zusammen. Womöglich sitze ich generell und vor allem abends zu lange vor einem Display, was die Neurotransmitter ebenfalls beeinträchtigen kann. In dem Fall reicht eine Verhaltensänderung. Keine Ahnung.

    Geht mir aktuell ähnlich. Ich vermute, oder hoffe zumindest, dass der Winter bzw. der Dauernebel der Grund für meine durchzogene Gemütslage ist. Zu meiner Trinkerzeit mochte ich diese Jahreszeit irgendwie, konnte ich mich doch ohne schlechtes Gewissen zurückziehen und zuhause volllaufen lassen. Wobei, wenn ich mir das gerade wieder so vorstelle: eigentlich ging es mir auch dann richtig dreckig, einfach mit weniger schlechtem Gewissen als in den wärmeren Jahreszeiten. Ich denke, mir fehlt das intuitive Erkennen, ob mittelprächtige Gemütszustände einfach mal ausgehalten werden müssen oder ein Hinweis sind, dass sich generell etwas in eine falsche Richtung entwickelt. Was wiederum zu mühsamen Gedankenschlaufen führt🤦‍♂️ Deshalb klemm ich mir jetzt in den Hintern und mache meine Sonntagswanderung.

    Gruss

    Tom

  • Ich bin bislang gut durch den Winter gekommen. Was ich konsequent mache ist, mich regelmäßig draußen zu bewegen, ausreichend Vitamine zuführen, insbesondere Vit D3 mit K2 supplementieren, regelmäßig im Fitnesstudio trainierem und mich auf der Arbeit nicht zu übernehmen, sondern auch mal Dinge aufzuschieben und einfach mal "nein" sagen, wenn noch was oben drauf gepackt werden soll. Aber ich weiß, ich habe es mit Letzterem dank ÖD auch etwas leichter.

  • Und Ich weiß tatsächlich nicht ob meine aktuellen Probleme mit innerer Unruhe, Schlafproblemen und dem blöden Herzgestolpere daran liegen, dass ich vor einem Jahr aufgehört habe Alkohol zu trinken. Gefühlt war ich schon (viel) weiter. Vielleicht ist es der Winter, der Job, die Familie ... oder alles zusammen. Womöglich sitze ich generell und vor allem abends zu lange vor einem Display, was die Neurotransmitter ebenfalls beeinträchtigen kann.

    Was ich im Laufe der vergangenen Jahre begriffen habe, ist, wie vieles miteinander zusammenhängen kann. Ich hab mich auch näher mit der Neurobiologie des Gehirns beschäftigt und bin hoch beeindruckt, wie fein und hoch differenziert die verschiedensten Neurotransmitter da abgestimmt sein müssen, damit alles so läuft, wie es laufen sollte.

    Ein Winzigstel zu viel von diesem, ein Winzelgstel zu wenig von jenem und schon geht‘s uns nicht so, wie wir‘s gerne hätten.

    Schön wär‘s und so bequem, wenn ein, zwei Pillen reichen könnten, damit das, was grad nicht so funktioniert, wieder reibungslos funktioniert. Doch so funktioniert es leider nicht.

    Manchmal frage ich mich inzwischen, ob das nicht auch besser so ist, weil wir unserem Körper dann nicht die Pause oder Erholung oder eine Veränderung unseres Lebensstils einräumen würden, die er offenbar braucht.

    Du, Loner hattest von einer anstrengenden Zeit im Dezember mit deiner Familie erzählt. Könnte es sein, dass da noch etwas nachwirkt? - Bei mir wirkt so etwas immer nach. Das war schon so, bevor ich chronisch krank geworden bin, da war mir das nur noch nicht so bewusst wie heute, da ich krankheitsbedingt über ein recht begrenztes Energiereservoir verfüge. Damals wie heute braucht seine Zeit, bis mein Reservoir wieder aufgefüllt ist.

    Im Winter bilden unsere Körper, weil sie weniger Tageslicht erhalten, weniger Serotonin und kein Vitamin D, was sich auch auf unser Wohlbefinden auswirkt.


    Des Weiteren habe ich in Bezug auf meine eigene Abstinenz die Erfahrung gemacht, dass es da nicht linear aufwärts gegangen ist, sondern dass es sowas wie Wellen gab. Das mag etwas mit der komplexen Neurobiologie zu tun haben, aber ich vermute stark, dass das auch etwas mit dem Leben, mit Gefühlen, Erinnerungen und dem ganz normalen Alltagswahnsinn zu tun hat.

    Ich hab auch immer tiefer gegraben. Nicht mit KI, sondern mit allem anderen, was mir vor Augen und Ohren kam. Bei mir spielte von Anfang an meine Vergangenheit mit meiner Familie eine Rolle.


    Ich kann dir nur empfehlen, Geduld mit dir zu haben - Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht - und dich weiterhin auf Entdeckungsreise zu begeben, was du eigentlich brauchst. Das wird wahrscheinlich weniger im Lesen, als vielmehr im eigentlichen Tun bestehen.

    Mein Geist ist auch stets hungrig, wissbegierig, aber wenn ich persönlich mich zu viel in dem Bereich betätige und zu wenig im eigentlichen Tun, wirkt sich das schlecht auf meine Stimmung, mein körperliches Befinden und auch meinen Schlaf aus. Das Geheimnis liegt offenbar in der Balance. Die halte ich zugegebermaßen nicht immer, kann sie nicht halten oder will sie nicht halten. Ich selbst neige nun einmal zum Intensiven. 🤷‍♀️

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • Geht mir aktuell ähnlich. Ich vermute, oder hoffe zumindest, dass der Winter bzw. der Dauernebel der Grund für meine durchzogene Gemütslage ist. Zu meiner Trinkerzeit mochte ich diese Jahreszeit irgendwie, konnte ich mich doch ohne schlechtes Gewissen zurückziehen und zuhause volllaufen lassen. Wobei, wenn ich mir das gerade wieder so vorstelle: eigentlich ging es mir auch dann richtig dreckig, einfach mit weniger schlechtem Gewissen als in den wärmeren Jahreszeiten. Ich denke, mir fehlt das intuitive Erkennen, ob mittelprächtige Gemütszustände einfach mal ausgehalten werden müssen oder ein Hinweis sind, dass sich generell etwas in eine falsche Richtung entwickelt. Was wiederum zu mühsamen Gedankenschlaufen führt🤦‍♂️ Deshalb klemm ich mir jetzt in den Hintern und mache meine Sonntagswanderung.

    Den Gedanken hatte ich die Tage auch. So von wegen, ach damals war der Winter schöner, weil ... ja, ne, da bin ich dann verkatert entweder gar nicht raus oder hab mich geärgert, dass ich wieder was getrunken habe. Was ich mir vorstellen kann: Alkohol empfinde ich persönlich als Zeitfresser, weil beim auskatern so viel nicht wirklich nutzbare Zeit drauf geht. Vielleicht hatten wir den Winter generell dadurch gefühlt kürzer in Erinnerung? Mit dem Aushalten lernen haste recht. Da hat uns der Alleshohl echt versaut. Ich glaub ich mache heute auch eine Sporteinheit extra. Muss ja nicht intensiv. Hauptsache was tun.

    Ich bin bislang gut durch den Winter gekommen. Was ich konsequent mache ist, mich regelmäßig draußen zu bewegen, ausreichend Vitamine zuführen, insbesondere Vit D3 mit K2 supplementieren, regelmäßig im Fitnesstudio trainierem und mich auf der Arbeit nicht zu übernehmen, sondern auch mal Dinge aufzuschieben und einfach mal "nein" sagen, wenn noch was oben drauf gepackt werden soll. Aber ich weiß, ich habe es mit Letzterem dank ÖD auch etwas leichter.

    Muss ich mir noch hinter die Ohren schreiben: Mich auf der Arbeit nicht zu übernehmen, sondern auch mal Dinge aufzuschieben und einfach mal "nein" sagen. Das ist echt ein Punkt. ÖD hin oder her.

    Schön wär‘s und so bequem, wenn ein, zwei Pillen reichen könnten, damit das, was grad nicht so funktioniert, wieder reibungslos funktioniert. Doch so funktioniert es leider nicht.

    Manchmal frage ich mich inzwischen, ob das nicht auch besser so ist, weil wir unserem Körper dann nicht die Pause oder Erholung oder eine Veränderung unseres Lebensstils einräumen würden, die er offenbar braucht.

    Ne, richtig. Das funktioniert nicht und ist vielleicht auch ganz gut so.

    Du, Loner hattest von einer anstrengenden Zeit im Dezember mit deiner Familie erzählt. Könnte es sein, dass da noch etwas nachwirkt?

    Das ist sehr wahrscheinlich was dran. Zurück reflektiert fing es ja schon im Sommer an und kaskadierte sich über die Monate. Und ich hab zu wenig auf meine Ressourcen geachtet. Ist jetzt auch nicht das erste Mal, wenn ich ehrlich bin. Ich muss tatsächlich wieder lernen besser auf mich zu achten und es auch zu kommunizieren. Eine Abstinenz alleine kann das nicht leisten. Wie auch. Und dann kommt der Winter und der saisonbedingte Blues und schwupps biste erschöpft.

    Des Weiteren habe ich in Bezug auf meine eigene Abstinenz die Erfahrung gemacht, dass es da nicht linear aufwärts gegangen ist, sondern dass es sowas wie Wellen gab. Das mag etwas mit der komplexen Neurobiologie zu tun haben, aber ich vermute stark, dass das auch etwas mit dem Leben, mit Gefühlen, Erinnerungen und dem ganz normalen Alltagswahnsinn zu tun hat.

    Ich hab auch immer tiefer gegraben. Nicht mit KI, sondern mit allem anderen, was mir vor Augen und Ohren kam. Bei mir spielte von Anfang an meine Vergangenheit mit meiner Familie eine Rolle.

    Da denke ich generell noch zu naiv, befürchte ich. 2003 als ich das letzte Mal für einen längeren Zeitraum nichts getrunken hatte, ging es aus der heutigen Perspektive betrachtet steiler und schneller bergauf. Aber da hatte ich auch in 6 Monaten 20 kg abgenommen und bin nach einem Jahr Marathon gelaufen. Was das für eine Aufwand war, sowohl ernährungs- als auch trainingstechnisch, muss ich nicht noch mal haben. Zumal ich zugeben muss die eine oder andere Situation weggelaufen zu haben. Das war tatsächlich zumindest Teilweise eine Art Suchtverlagerung.

    Jetzt lerne ich halt das Normale, gesunde kennen. Das, was manchmal auch absolut keinen Spaß macht. Das, was ich viele Jahre entweder weg gefeiert, weg gelaufen, weg gearbeitet habe. Irgendetwas findet sich immer.

    Die Vergangenheit ist bei mir auch lange ein (großes) Thema gewesen. Da muss ich auch nicht lange suchen. Aber inzwischen denke ich, dass ich mich letztlich nur immer wieder retraumatisiere, wenn ich immer wieder zurück gehe. Zugegeben, es ist nicht einfach. Aber am Ende hilft eh nur nach Vorne gucken. Und Vorne trifft man auch die interessanteren Menschen. Wie Euch hier z.B <3

    Ich kann dir nur empfehlen, Geduld mit dir zu haben - Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht - und dich weiterhin auf Entdeckungsreise zu begeben, was du eigentlich brauchst. Das wird wahrscheinlich weniger im Lesen, als vielmehr im eigentlichen Tun bestehen.

    Mein Geist ist auch stets hungrig, wissbegierig, aber wenn ich persönlich mich zu viel in dem Bereich betätige und zu wenig im eigentlichen Tun, wirkt sich das schlecht auf meine Stimmung, mein körperliches Befinden und auch meinen Schlaf aus. Das Geheimnis liegt offenbar in der Balance. Die halte ich zugegebermaßen nicht immer, kann sie nicht halten oder will sie nicht halten. Ich selbst neige nun einmal zum Intensiven. 🤷‍♀️

    Japp. Volltreffer. Geduld. Wo steht das im Duden? Gehört nicht zu meinen Stärken. Und Füße still halten ist auch eher schwierig. Hrmpfl.

    Danke Dir :!:

  • Alkohol empfinde ich persönlich als Zeitfresser, weil beim auskatern so viel nicht wirklich nutzbare Zeit drauf geht.

    Das habe ich auch für mich erkannt. Ich habe ja auch immer viel gearbeitet und fühlte mich aber permanent am Limit. Kein Wunder, wenn man einen halben Tag lang nur mit existieren und ins Leben finden beschäftigt ist.

    Heute wache ich am Wochenende erholt und glockenwach auch. Anfangs konnte ich mit dieser neuen Energie erstmal gar nichts so recht anfangen und musste wieder lernen, dass ich auch im Nichtstun sein kann. Heute nutze ich diese neue Energie und lerne direkt am morgen für 1-2 Stunden Sprachen. Ich hatte das lange Zeit aufgegeben, weil ich es als nutzlos empfand und dachte, dass es mir keinen Mehrwert verschafft. Es verschafft mir aber einen Mehrwert - nämlich die Freude am Lernen. Ob die Sprache am Ende so wichtig ist - who knows, oder wie der Franzose sagen würde.

    Ich empfinde die Zeit, die dazugewonnen ist als doppelte Zeit. Man muss nicht nur X-Stunden ausnüchtern, sondern hat zusätzliche X-Stunden für was auch immer man damit anstellen möchte.

    Das, was ich viele Jahre entweder weg gefeiert, weg gelaufen, weg gearbeitet habe. Irgendetwas findet sich immer.

    Dr. Rangan Chatterjee hat mal ein Video darüber gemacht wie kurz das Leben ist und warum man so viel prokrastiniert. Wir haben zuviele Wahlmöglichkeiten und verstricken uns solange in den Entscheidungsprozess, dass wir am Ende gar nichts mehr machen, weil wir uns nicht entscheiden. Seit ich nicht mehr trinke, komme ich immer mehr ins "Tun".

    AmSee13 betont diesen Punkt auch oft in ihren Beiträgen. Wobei ich glaube, dass auch das Denken/ Lernen eine Form von Tun sein kann, wenn man es denn kanalisiert, zB. in Form von Sprache lernen oder auch Wissen erwerben durch die Dinge, die Du machst, wenn Du Dich mit neurobiologischen Prozessen beschäftigst. Solange das Denken nicht das Tun beschneidet, sondern eine andere Art des Tuns ist, finde ich die auch ok.

    Genauso kann das Laufen auch eine Form von Nichtstun sein, wenn es nur dazu dient die Zeit totazuschlagen, wo man sich eigentlich mit anderen Dingen beschäftigen sollte. Nach dem Motto: ich wollte eine bestimmte Sache machen, aber vorher muss ich doch noch fix staubsaugen, aufräumen... also eine Form von aktivem prokrastinieren.

    Beste Grüße Helga

  • Ich fülle die Zeit, die Alkohol als Zeitfresser gekostet hat nicht extra mit was anderem. Trotzdem gibt’s einen großen Unterschied. Früher in der nassen Zeit war ich ständig im Zeitstress, das ist jetzt anders. Jetzt ist die Zeit, die sonst für saufen und Kater drauf ging einfach da um meinen Tag zu entschleunigen. Ich habe nicht mehr das Gefühl der Hetze, Eile und fühle mich kaum noch gestresst. Mein Job fällt mir mit klarem Kopf leichter und die Arbeit geht mir leichter von der Hand. Dadurch fühle ich mich ausgeglichener. Privat nehme ich mir für alles die nötige Zeit. Bei mir ist tatsächlich ein ganz anderer Umgang mit der Zeit entstanden. Das habe ich mir immer erträumt und habe dies nun mit der Abstinenz erreicht.

  • Da denke ich generell noch zu naiv, befürchte ich. 2003 als ich das letzte Mal für einen längeren Zeitraum nichts getrunken hatte, ging es aus der heutigen Perspektive betrachtet steiler und schneller bergauf. Aber da hatte ich auch in 6 Monaten 20 kg abgenommen und bin nach einem Jahr Marathon gelaufen. Was das für eine Aufwand war, sowohl ernährungs- als auch trainingstechnisch, muss ich nicht noch mal haben. Zumal ich zugeben muss die eine oder andere Situation weggelaufen zu haben. Das war tatsächlich zumindest Teilweise eine Art Suchtverlagerung.

    Jetzt lerne ich halt das Normale, gesunde kennen. Das, was manchmal auch absolut keinen Spaß macht. Das, was ich viele Jahre entweder weg gefeiert, weg gelaufen, weg gearbeitet habe. Irgendetwas findet sich immer.

    Ich denke, dass Dopamin, der Neurotransmitter zur Belohnungserwartung, sowie das sogenannte Belohnungssystem in diesem Zusammenhang geeignete Stichworte sind.


    Das Geheimnis wird für dich vielleicht darin liegen, wie du mit dem, was dir absolut keinen Spaß macht, umgehen könntest. Kannst du dich von diesem oder jenem befreien, weil es dir nur eine Last ist? Oder kannst du es portionieren und dir zwischendurch und anschließend Inseln der Erholung, Belohnung, des Wollens oder Mögens einbauen?

    Diese Inseln müssen gar nichts Großartiges sein, sondern dürfen im Gegenteil allerlei Kleinigkeiten sein, die sich in den Alltag einfügen. Mir sind sie erst ein- bzw. aufgefallen, nachdem ich mich für diese Möglichkeiten geöffnet hatte. Das kann ein Blick aus dem Fenster sein, ein freundlich dreinblickender Mensch, die Aussicht auf eine Pause mit einem Becher Tee in meinem Sessel, Momente des Innehaltens und sich Besinnens auf das, woran ich Freude habe.

    Ja, es findet sich immer etwas, was absolut keinen Spaß macht, was man nicht tun, nicht sehen, nicht hören will. - Für mich ist es wichtig geworden, dem nicht mehr Aufmerksamkeit zu widmen als unbedingt nötig und stattdessen meine Aufmerksamkeit auf das, was gelingt, was mir persönlich gefällt, was ich mag, zu richten. Auch so sorge ich für mich.

    Die Vergangenheit ist bei mir auch lange ein (großes) Thema gewesen. Da muss ich auch nicht lange suchen. Aber inzwischen denke ich, dass ich mich letztlich nur immer wieder retraumatisiere, wenn ich immer wieder zurück gehe. Zugegeben, es ist nicht einfach. Aber am Ende hilft eh nur nach Vorne gucken.


    Die Vergangenheit war für mich eine Last und ich weiß leider auch gut, was Retraumatisierung bedeutet. Wenn du sie hinter dir lassen kannst und endlich möglichst nur nach vorne blicken kannst, ist das gut.

    Nur Zurückgehen und dabei lediglich das Vergangene nochmals aufzukochen, hilft meiner eigenen Erfahrung nach nicht weiter.

    Ich selbst habe mich mit meiner Vergangenheit ein weiteres und endlich letztes Mal beschäftigt, weil die alten Wunden mich in der Gegenwart belasteten und behinderten. Ich hab mir dazu geeignete professionelle Hilfe geholt. Inzwischen kann ich auf das Alte blicken, ohne dass mir da noch etwas wehtut. Das, was war, ist auch gefühlt endlich vorbei.


    Geduld war auch meine Sache nicht und „Füße still halten“ schon gar nicht. Geduld hatte für mich früher etwas von „Aushalten-Müssen“. Das musste ich in meiner Kindheit und Jugend zu oft und hab so sehe darunter gelitten, dass ich solche Situationen und Zustände als Erwachsene als unerträglich empfinde. Was ICH stets brauche, sind Lösungen oder Perspektiven.

    Geduld habe ich dadurch gefunden, dass ich Perspektiven gefunden habe, Wege, die ich gehen kann, Ziele, die ich erreichen kann. Und mitunter erfreue ich mich auch an dem, was mir auf dem Weg in die gewünschte Richtung begegnet, und begegne ihm mit Dankbarkeit. So ist gegebenenfalls der Weg schon das Ziel.

    Und so habe ich gelernt, wie Geduld sich für mich auszahlen kann. So wurde es dann nicht mehr so schwer, erneut Geduld aufzubringen.

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • AmSee13 betont diesen Punkt auch oft in ihren Beiträgen. Wobei ich glaube, dass auch das Denken/ Lernen eine Form von Tun sein kann, wenn man es denn kanalisiert, zB. in Form von Sprache lernen oder auch Wissen erwerben durch die Dinge, die Du machst, wenn Du Dich mit neurobiologischen Prozessen beschäftigst. Solange das Denken nicht das Tun beschneidet, sondern eine andere Art des Tuns ist, finde ich die auch ok.

    Bin ich völlig bei dir.

    Das, woran ich in meinem Beitrag gestern gedacht habe, war nicht das kanalisierte Denken und Lernen, sondern tatsächlich das, wozu ich mich selbst immer wieder hinreißen lasse: Eine Art von Binge-Reading.

    Damit habe ich mich nicht gerade selten vom eigentlichen Tun abgelenkt.

    Und - oh Wunder - ˋne entsprechende Quittung meines Körpers und meiner Psyche bekommen….

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • Eine lustige Anekdote am Rande: Freitag hab ich mal angefangen das Magnesiumtaurat zu nehmen. Am ersten Tag gleich zwei Kapseln, was 300 mg Magnesium entspricht. Daraufhin hat mein Darm gefühlt alles an Wasser aus dem Körper gezogen und sich groß gemacht. Es hat zwei Tage gedauert bis ich den Porzellangott wieder für etwas festeres beglücken durfte. Was für ein Blähbauch das war ^^.

    Eine Wirkung davon habe ich wenn, dann nur eingebildet bemerkt. Ich nehm das jetzt noch ein paar Tage weiter. Tut ja nicht weh. Aber ich denke, dass meine tatsächlichen Punkte woanders liegen und Ihr mir mit Euren Erlebnissen, Erfahrungen und Tipps mehr weiter geholfen habt. Ja, so ein kleiner Exkurs bezüglich Neurotransmitter ist interessant und kann nicht schaden. Aber wirklich gelernt habe ich letztlich nur, dass es dann doch deutlich komplexer ist und ich damit zum Weißkittel gehe, wenn sich das mit mehr Geduld und Aushalten nicht wieder regelt.

    Danke, dass es Euch gibt <3!

  • Ich denke, dass Dopamin, der Neurotransmitter zur Belohnungserwartung, sowie das sogenannte Belohnungssystem in diesem Zusammenhang geeignete Stichworte sind.

    Ja, könnte passen. Auch zu meinem Trinkverhalten. Das nehme ich mal mit. Mein Vater hat übrigens Parkinson. Die Chance liegt (laut KI) zwar nur bei 10%. Aber ich kann es mal beim Arzt ansprechen.

    Das Geheimnis wird für dich vielleicht darin liegen, wie du mit dem, was dir absolut keinen Spaß macht, umgehen könntest. Kannst du dich von diesem oder jenem befreien, weil es dir nur eine Last ist? Oder kannst du es portionieren und dir zwischendurch und anschließend Inseln der Erholung, Belohnung, des Wollens oder Mögens einbauen?

    In der Vergangenheit bin ich mit nervigen Dingen so umgegangen: Möglichst schnell erledigen. Das hatte allerdings zur Folge, dass ich dachte ich kann viele davon problemlos machen. Das ist aber auch so mit Dingen, die ich mag. Die mache ich auch lieber im Binge Mode. Das Blöde dabei ist: Damit macht man sich Dinge kaputt, die man mag. Also insgesamt runter schalten ist ein Weg, denke ich, ja. Auch beim Spazieren. Warum denn immer flott gehen. Langsam ist auch schön. Oft sogar schöner. Zeit nehmen. Hab ich doch jetzt wieder mehr. Ja.

    Geduld habe ich dadurch gefunden, dass ich Perspektiven gefunden habe, Wege, die ich gehen kann, Ziele, die ich erreichen kann. Und mitunter erfreue ich mich auch an dem, was mir auf dem Weg in die gewünschte Richtung begegnet, und begegne ihm mit Dankbarkeit. So ist gegebenenfalls der Weg schon das Ziel.

    Und so habe ich gelernt, wie Geduld sich für mich auszahlen kann. So wurde es dann nicht mehr so schwer, erneut Geduld aufzubringen.

    Das ist gut. Perspektiven finden. Wege, die man gehen kann. Ziele, die man erreichen kann. Mir fällt dazu gerade das Bild mir der Leiter ein. Liegen die Streben zu weit auseinander wird es schwierig weiter zu kommen. Oder das Bild mit der Treppe. Sind die Stufen zu groß, kannste sie nicht gehen. Geht das in die Richtung?


  • Das ist gut. Perspektiven finden. Wege, die man gehen kann. Ziele, die man erreichen kann. Mir fällt dazu gerade das Bild mir der Leiter ein. Liegen die Streben zu weit auseinander wird es schwierig weiter zu kommen. Oder das Bild mit der Treppe. Sind die Stufen zu groß, kannste sie nicht gehen. Geht das in die Richtung?

    Wenn dir dazu diese Bilder einfallen, dann könnte das deine Richtung sein. Da ist es meines Erachtens nicht wichtig, in welche Richtung ich selbst gedacht habe.

    Bei mir sind hier und auch anderswo durch Gedanken anderer eigene Bilder oder eigene Perspektiven aufgeploppt, mit denen ich, weil sie aus mir kamen, etwas anfangen konnte. Und ich habe gelernt, diesen Impulsen zu vertrauen und mich auf sie einzulassen.

    Wenn das zu dir passt, was spricht also dagegen, diese Bilder weiterzudenken?


    Meine eigenen Perspektiven und Ziele gehen nicht unbedingt aufwärts wie bei einer Leiter oder Treppe, für mich muss es nicht nach oben gehen, sondern lediglich in die eine oder andere Richtung, wie bei einer Wanderung oder Reise.

    Ich kann krankheitsbedingt nicht immer so, wie ich gerne möchte. Dann verfolge ich das, was ich eigentlich gerne machen oder erledigen wollte, erstmal nicht weiter, sondern wende mich etwas anderem zu, was ich entweder auch gerne mache und grad weiterverfolgen könnte, oder aber ich gönne meinem Körper die Erholung, die er gerade mal wieder einfordert.

    Perspektivisch ist das, was ich eigentlich wollte, nicht weg, nur auf einen anderen Zeitpunkt verschoben. Damit kann ich ganz gut leben, weil erfahrungsgemäß irgendwann wieder der Zeitpunkt kommt, an dem ich das, was ich gerne machen wollte, weiterverfolgen kann. Und in der Zwischenzeit mache ich eben etwas anderes.


    Manchmal habe ich das Gefühl, mich in einer Sackgasse zu befinden. Und dann kommt im Gespräch mit jemand anderem oder durch etwas, was ich zufällig sehe oder höre, plötzlich ein Perspektivwechsel zustande, und es tut sich vor mir eine Möglichkeit oder Chance auf, an die ich selbst vorher nicht gedacht hätte. Manchmal braucht es auch einfach nur Zeit, bis in mir etwas so gewachsen ist, dass ich feststelle, dass meine Sackgasse keine Sackgasse ist, sondern meine Wahrnehmung nicht weit oder tief genug war.

    Was mir dabei hilft, ist meine Offenheit für Möglichkeiten und Chancen. Für mich bewahrheitet sich immer wieder dieser Spruch, „Schließt sich eine Tür, öffnet sich irgendwo ein Fenster.“

    Ich bin ein sehr kreativer Mensch mit vielseitigen Interessen. Im Grunde musste ich nur lernen

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

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