Lieber Brant,
auch dir danke ich!
Ja, darüber denke ich ganz bestimmt nach, wie ich nachhaltig eine Lösung finden kann.
LG Ciara
Lieber Brant,
auch dir danke ich!
Ja, darüber denke ich ganz bestimmt nach, wie ich nachhaltig eine Lösung finden kann.
LG Ciara
Hallo Ciara,
gut, dass du dich meldest, auch wenn der Anlass kein schöner ist.
Ich kann dir nur raten, ehrlich mit dir selbst zu sein. Und ich halte Reden/ Schreiben für sehr wichtig und hilfreich.
Was du erzählst, klingt für mich, als wenn du so weitergemacht hast wie bisher….
Sehe ich das richtig?
Ich zitiere aus meinem letzten Beitrag an dich:
Ich denke, dass du für dich selbst ganz klar sortieren solltest, welche Möglichkeiten dir grundsätzlich zur Verfügung stehen, und was jeweils dafür und was dagegen spricht.
Ja, darüber denke ich ganz bestimmt nach, wie ich nachhaltig eine Lösung finden kann.
Du kannst auch durch dieses Forum Unterstützung dabei finden. Immer wieder darüber Reden/ Schreiben könnte sehr hilfreich sein.
Viele Grüße
AmSee
Hallo Ciara,
beim lesen eben kam mir eine Frage in den Sinn: Warum "musst" du dich täglich um jemanden kümmern, dessen Krankheitsauswirkungen so krass "böse" geworden sind? Also böse im Sinne von das es dich massiv verletzt, unter Druck setzt, mega anstrengt... - und ja, ich weiß (theoretisch), dass das ein Symptom ist.
Finde es immer spannend, wo da der eigene Gewinn ist? "Liebevolle"Tochter sein? Überhaupt "Liebe"? Ein Grund zum Rückfall (in meinem Kopf ist es einer) bauen? Angst, loszulassen? Angst, danach ein leeres Leben vorzufinden? Angst vor eigener Krankheit/Tod?
Hallo Ciara,
nach Deiner Definition bin ich auch kein Alkoholiker. Ich habe nur 3 Bier am Abend getrunken und nie über der Schüssel gehangen. Ich empfehle Dir Dich nicht in die Verharmlosung zu begeben. Du schaffst es nicht über längere Zeit ohne Alkohol zurecht zu kommen und benutzt Alkohol zur Problembewältigung. Egal wie Du es nennst - es ist ein problematisches Trinkverhalten. Du solltest Dir zuliebe sehr ehrlich zu Dir selbst sein.
Mein Schwiegervater war auch dement. Wir haben ihn solange wie möglich in seiner Wohnung gelassen, mit Betreuung von außen. Irgendwann ging es nicht mehr und er war ein Jahr im Heim. Warum nur ein Jahr? Weil das Heim schlichtweg eine Katastrophe war und die Qualität des Heims hängt absolut am Preis. Meine Oma ist in einem teureren Heim und bestens versorgt. Wenn es finanziell möglich ist, würde ich immer schauen, dass man eine gute Versorgung bekommt. Ihr seid ja mehrere Geschwister, wenn ich das richtig erinnere.
Nachdem wir das Elend nicht mehr ertragen konnten, haben wir ihn in einem gemeinschaftlichen Kraftakt nach Hause geholt. Und das ging auch nur, weil meine Schwägerin Hausfrau ist und dadurch immer eine feste Person im Haus war. Vielleicht kannst Du es versuchen zu trennen, wenn Dein Vater boshaft zu Dir ist. Der Papa hat mich auch oft angeschnauzt und ich hab mich immer wieder erschrocken - konnte da nicht aus meiner Haut. Trotzdem konnte ich das annehmen, dass es seine Krankheit war, die zu mir gesprochen hat, nicht er. Das war ein echter Kraftakt und wir haben das als Familie nur gemacht, weil wir ihn alle unendlich geliebt haben, zu erben gabs bei Papa außer Schulden auch nichts. Er war ein unfassbar toller Mensch. Warum schreibe ich das? Ich würde dies niemals für meine eigenen Eltern tun. Soviel Aufwand und Hingabe haben sie nicht verdient. Ich würde mir überlegen, wie das Verhältnis zu Deinem Vater war. Niemand ist verpflichtet, weil man biologisch verwandt ist, sich für einen anderen aufzuopfern, der sich schäbig verhalten hat. Ich weiß natürlich überhaupt nicht wie ihr zueinander steht.
Finde es immer spannend, wo da der eigene Gewinn ist?
Das finde ich einen seltsamen Ansatz. Wir haben das gemacht, weil wir den Papa geliebt haben, ganz ohne Gewinnabsicht.
Hey zusammen, vielen Dank für eure Ansätze! Ich kann Sparkassen Helga nur zustimmen: wir beziehungsweise ich tue das, weil ich mein Papa unendlich liebe. Da gibt es keine Gewinn Absicht! Das Geld ist mittlerweile schon für die Pflege draufgegangen, es gibt also nichts zu erben!
Das war evtl. missverständlich. Da ich lange therapeutisch begleitet wurde, ist bei mir Gewinn gar nicht mehr mit Geldzuwachs verbunden. Sondern mit dem Gewinn für das eigene seelische Wohlbefinden. In dem Fall: Warum mache ich etwas für mich offensichtlich schädliches? Der "Gewinn" ist dann eben auf der unteren (meist erst mal unbewussten) Ebene: Ich fühle mich trotzdem "eigentlich" gut damit, weil "ich vor den anderen gut da stehe" oder "mich in der anstrengenden Tätigkeit nicht mit mir und meinem Suchtmittel beschäftigen muss/kann", oder "einen Grund für Suchtmittelkonsum habe", so Sachen.
Liebe finde ich schwierig als Erklärung, wenn ich zum lieben saufen muss. Also in meinem Kopf so.
Hallo Ciara,
gut dass Du dich meldest.
Ich möchte nicht mehr von dem Dämon Alkohol abhängig sein.
Vielleicht ist dieser "Dämon" ja ebenfalls auch nur ein hilfloses, gefangenes Wesen. Hast Du ihn mal gefragt was er eigentlich wirklich braucht?
Eventuell ist es Dir ja möglich, ihm genau dies zu geben - und ihn damit zu befreien und zu erlösen.
Liebe Grüße und alles Gute.
Mojo
Das finde ich einen seltsamen Ansatz. Wir haben das gemacht, weil wir den Papa geliebt haben, ganz ohne Gewinnabsicht.
Da gibt es keine Gewinn Absicht! Das Geld ist mittlerweile schon für die Pflege draufgegangen, es gibt also nichts zu erben!
So, wie ich das verstehe, liegt hier ein Missverständnis des Begriffs „Gewinn“ vor.
Es geht in diesem Zusammenhang meines Erachtens nicht um einen finanziellen Gewinn, sondern darum, welchen persönlichen Motiven, welchen Wertvorstellungen ich folge und welche Konsequenzen das ggf. für mich hat.
Ciara sollte sich fragen, aus welchen Motiven sie sich das antut und ob sie die Konsequenzen der Entscheidung, die sie bislang getroffen hat, tragen kann. Und es sieht ganz danach aus, dass sie diese Konsequenzen nicht tragen kann, dass sie sich vollkommen überfordert.
Ich hab meine Mutter, nachdem wir vor vielen Jahren wieder zueinandergefunden haben, unendlich geliebt. Nach ihrem Schlaganfall brauchte sie eine 24/7 Pflege. Ich hätte sie, weil ich sie so liebte, gerne bei mir zuhause gepflegt, aber damit hätte ich mich (und auch sie) vollkommen überfordert. Ich wäre daran kaputt gegangen.
Deshalb mussten wir die Wahl treffen, sie in einem Heim unterzubringen, so schwer das auch für alle Beteiligten zu dem Zeitpunkt und den darauffolgenden Jahren auch war.
Obwohl ich das vom Kopf her klar hatte, habe ich in den darauffolgenden Jahren immer wieder mit einander widersprechenden Emotionen zu tun gehabt, weil es unmöglich war, meine Wertvorstellungen und verinnerlichten Glaubensätze unter einen Hut zu bekommen, ich aber diesen Kompromiss eingehen musste. Ich habe daraufhin für mich in mich hineingehorcht und auseinandergedröselt, welche Emotionen das sind, welche Emotion primär ist. Und mich so nacheinander mit den einzelnen Emotionen beschäftigt.
Klar war das alles andere als leicht…..
Und da, wo dann am Schluss am wenigsten Kontra und am meisten Pro stand, das habe ich umgesetzt. War oft sauschwer, aber ich hielt mich an den Plan, der meist dann auch eine Weile an der Wand hing, damit ich gedanklich nicht wieder in alte Gewässer abdrifte.
Bei mir ging es (unter anderem) um das loslassen eines süchtigen Sohnes 💧 Seitdem (viele Jahre nun schon) laufe ich mit einem Pflaster auf dem Herz herum. Anders ist es unerträglich...
Vielleicht denkt jetzt jemand beim lesen: Ciaras Vater kann ja nichts für seine Demenz. Mein Sohn kann auch nichts für seine Abhängigkeit. Wurde ihm von beiden Elternteilen in die Wiege gelegt. In meinem Kopf (nach vielen falschen Wegen) ist die beste Hilfe Nichthilfe. Für ihn UND für mich. Und das widerspricht allen gesellschaftlichen Normen. Ich will das weiter aushalten. Nüchtern. Weil ich es kann. Gottseidank.
wir beziehungsweise ich tue das, weil ich mein Papa unendlich liebe.
So, wie das zur Zeit läuft, tust du, wie es aussieht, dir selbst nicht wirklich gut, auch wenn du das aus Liebe tust.
Du leidest und du verzichtest, wie sich das anhört, auch auf deine Hoffnung, die nächsten sieben Jahre an einer Schule Religionsunterricht erteilen zu dürfen.
Müsste es nicht so sein, dass du nicht nur deinen Vater, sondern auch dich selbst unendlich liebst? Was hat dein Vater, was hast du davon, wenn DU auf der Strecke bleibst?
Kennst du den Film „The Father“ mit Anthony Hopkins in der Hauptrolle? Ich hab ihn erst letztens gesehen, als er noch in der ARD-Mediathek lief, und fand ihn recht aufschlussreich.
Ich möchte nicht mehr von dem Dämon Alkohol abhängig sein.
Nur du kannst beurteilen ob du Alkoholikerin bist oder nicht. Jedenfalls steht fest, dass Alk in gar keiner Situation irgendetwas hilft. Aber ein klarer Kopf kann helfen.
Für mich wäre es ein Tanz auf der Rasierklinge und eine Gefahr für meine Abstinenz wenn ich immer mal Alk trinken würde. Hier etwas Glühwein, da 1-2 Bier, dort ein Glas Wein. Ich weiß für mich, dass ich nicht kontrolliert trinken kann, und mich das in die Abwärtsspirale bringen würde.
Es gibt keine Rechtfertigungen wieder zu trinken. Das ist Schönreden. Ich nehme meine Abstinenz nicht auf die leichte Schulter. Eine gewisse Achtsamkeit habe ich immer um zu erkennen wann sich das Suchtgedächtnis meldet.
Liebe Ciara, pass auf dich auf.
Ich habe versucht, mich hinter Studium zu klemmen und mich quasi dahinter zu verstecken. Ich habe am 18. März Prüfung. Diese ist natürlich nicht lebensnotwendig, schließlich bin ich schon 60 Jahre alt und habe schon drei Ausbildungen gemacht. Ich bin auch in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis. Aber dieses Studium bedeutet mir trotzdem sehr viel und ich habe tatsächlich darüber nachgedacht, die letzten Jahre meiner Arbeitstätigkeit mit Inhalten davon zu verbringen und habe die Hoffnung, dass ich die nächsten sieben Jahre an einer Schule Religionsunterricht erteilen darf. Ja, das war und ist mein Ziel. Ich habe es tatsächlich geschafft, mich einigermaßen gut bisher darauf vorzubereiten.
Hier ist doch ein Aspekt der dir jenseits der ganzen Zwänge einen kleinen Freiraum gibt oder geben könnt. Ich kann dir hier nur die besten Wünsche mitgeben damit deine Vorstellungen und wenn auch nur annähernd, irgendwie erfüllt werden. Ich selbst hielt mich seit meinem Entschluss für die Abstinenz sehr an die AA Weisheit: Spirit oder Spiritus. In welcher äusseren Form dass das auch immer so geschah in meinem weiteren Leben. Religion wird bei Wikipedia mit Sorgfalt übersetzt und das ist doch nur ein anderes Wort für Aufmerksamkeit / Bewusstsein. Diese Grundeinstellung hat mir in der Vergangenheit oft sehr geholfen um den Kompass für die nötige Ausrichtung und die damit verbundene Geduld im Leben zu haben.
Auch wenn ich Spiritualität für eine doch eher individuelle Angelegenheit des Einzelnen halte bin ich sehr interessiert und erlaube mir mal die Frage was Religion für dich in deinem Lebenskontext so bedeutet. Natürlich ist auch eine Nichtantwort von dir für mich okay. Es ist halt letztlich doch sehr privat.
LG Brant
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