Hallo ich weiß nicht ob ich ein Problem habe

  • Servus und Hallo liebe community

    Ich habe mich hier angemeldet weil ich die letzten Tage ein wenig über meinen Konsum nachgedacht habe.

    Seit corona hat es sich iwie eingependelt das ich mir fast jeden Abend 2 oder 3 Bierchen gönne also jeden Tag. Kann auch mal sein das am Samstag ein viertes dazu kommt.

    Ich habe jedoch keine körperlichen Beschwerden oder so, bin ich schon ein Alkoholiker?

  • Hallo und Willkommen, stuggi23,

    Danke für deine kurze Vorstellung.
    Ich schalte dich gleich für den Austausch im öffentlichen Bereich frei und verschiebe deinen Vorstellungsthread in das entsprechende Unterforum.

    Empfehlen kann ich dir zu deiner Frage schon mal unseren Artikel: Bin ich schon Alkoholiker? Oder "nur" gefährdet?


    Freundliche Grüße

    AmSee (als Moderatorin)

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • Hallo stuggi23


    Willkommen im Forum! Ich hoffe der Austausch hier bringt dir konkrete Ergebnisse.

    ... bin ich schon ein Alkoholiker?

    Da bleibt die Gegenfrage was für dich ein Alkoholiker ist. Der Penner im Stadtbild der Innenstädte, jemand der den Stop nicht mehr hinkriegt oder sonst wer. Nur nicht du.

    Für mich war der Begriff einst ein Werkzeug das mir ab einem bestimmten Zeitpunkt die Chance bot dorthin zu gehen wo es wirklich weh tut. Davor habe ich bei dem Thema immer nur herumgeeiert. In letzter Zeit etwas übertrieben, man lebt nur einmal und so weiter. In diese Verniedlichungen und Verharmlosungen ging das halt. So blieb mir das Tor verschlossen.
    Nachträglich betrachtet war wohl das Schlimmste das ich mir letztlich kein Leben ohne Alkohol vorstellen konnte, geschweige den einen ernsthaften Versuch unternahm um nüchtern die Winde und Stürme kreativ zu bewältigen. Da waren wohl einige Tage/ Wochen wo ich ohne war, doch irgendwie fehlte mir das Werkzeug, die innere Einstellung um das Leben mit all seinen Facetten auszuhalten.


    Doch ich habe für mich meinen "Alkoholiker" gefunden und das nur weil ich am Ball blieb und das Thema nicht mehr vernachlässigte. Es hat sich echt gelohnt ein Leben "ohne" anzugehen wie ich heute sagen kann.


    Das wäre es erstmal von mir.

    Nur heute
    Brant

  • Ich weiß nicht ob ich ein Problem habe.

    Hallo stuggi23,

    das kannst du ganz einfach herausbekommen: kannst 2 ... 3 Tage ohne Alkohol auskommen, eine Woche, einen Monat?

    Oder wirst du unruhig? Fehlt dir etwas?

  • Also wenn ich wirklich krank bin oder ich zuviel gegessen habe dann ist es mir einfach nicht danach aber ich würde es schon als abendliches Ritual einstufen abends 2 bis 3 bier zu trinken ich meine ich habe dann auch kein Verlangen nach einem vierten oder so aber ich mache mir halt Gedanken ob ich schon ein Säufer bin

  • Ich denke hier wirst du keine Bestätigung ob ja oder nein erhalten. Das ist auch so nicht möglich. Ich meine wichtig ist es halt herauszufinden ob der Alkohol dich hindert oder ausbremst. Der Alkohol ist ein grosser Zeittotschläger und welch Potential wurde bei dir vergeudet in den letzten Jahren. Denn allabendlich an der Flasche zu nuckeln ist gewiss nicht kreativ. Welch einen Weg hättest du einschlagen können wenn der Tröster nicht schon immer gewartet hätte. Von meiner Seite aus kann ich dir nur empfehlen den Alkohol bis auf weiteres wegzulassen und zu beobachten wie tief er schon in den Leben hineinspielt, es beeinflusst. Du könntest du in ein paar Wochen oder so Bilanz ziehen und herausfinden ob sich die Trinkerei für dich als Lifestyle lohnt oder du entdeckst einen ganz anderen stuggi der fähig ist die Welt mit ganz anderen Augen zu sehen. Jenseits des Alkohols ist die Welt neu und frisch und wartet darauf entdeckt zu werden.

  • Ich bin eigentlich den ganzen Tag in Action und habe die letzten 4 Jahre nebenher Studiert, dann die Kids nebenher und das alltägliche Familienleben inkl. 40 Std Woche. Ich hätte eigentlich nicht viel mehr erreichen können aber irgendwie ist das so mein Ding abends paar Bierchen zu kippen...

  • Hallo Styggi,

    niemand hier kann beurteilen, ob du bereits ein ernsthaftes Problem hast oder dich noch im Bereich „riskanter Konsum“ bewegst.

    Immerhin bist du bereits an dem Punkt, dass du dir selbst Gedanken machst. Wenn für dich alles im „grünen Bereich“ läge, hättest du dich nicht hier angemeldet.

    Wenn du von der Neubeurteilung aus Kanada gehört oder gelesen hast, dürftest du wissen, dass Alkohol in jeder Menge ein Zellgift ist, und das bedeutet eben mit Sicherheit auch in der Menge, die du täglich konsumierst.

    Wenn du dich täglich auf dein abendliches Bier freust, den Gedanken an Alkohol täglich in deinem Kopf hast, bist du durchaus schon eine gewisse Beziehung mit dem Alkohol eingegangen.

    Ich schlage dir mal ein Experiment vor, das man mir selbst vor vier Jahren vorgeschlagen hat:

    Nimm dir mal zeitlich begrenzt, nicht nur ein paar Tage oder wenige Wochen, sondern ein halbes Jahr vor, keinen Alkohol zu trinken.

    Wenn Du nicht süchtig bist, wird dir das nach einer gewissen Anfangssehnsucht, die auch von einer gewissen Gewohnheit kommen kann, relativ leicht fallen.

    Wenn du aber ständig an Alkohol denken musst, wenn du sogar wirklich kämpfen musst, um nicht zu trinken, dann hast du bereits ein Alkoholproblem. Und wenn du es erst gar nicht schaffst, also zur Flasche greifst, egal mit welchem Vorwand du dir das dann rechtfertigst, dann weißt du, was die Stunde geschlagen hat.

    Viele Grüße

    AmSee

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • aber ich würde es schon als abendliches Ritual einstufen abends 2 bis 3 bier zu trinken ...

    Dieses abendliche Ritual zelebrierte ich auch jahrelang, es war angenehm, man entspannte sich, wurde langsam schläfrig und zufrieden = ein idealer Tagesabschluss!

    2..3 Bier das ist nicht viel, mein Freund trank viel mehr, bis zu 6 am Abend, das war viel!

    Bei fast jedem fing das wohl so an, solange nichts passiert, man funktioniert und sich fit fühlt - was soll da schon verkehrt sein?

    Und doch passierte etwas (bei mir jedenfalls), erst als ich mir "dieses Ritual" verwehrte, wurde ich unruhig.

    Früher achtete ich selten darauf, war kein Bier im Haus, trank ich eben etwas anderes.

    Heute (damals) achtete ich immer darauf, dass genügend Alkohol (Bier) im Haus war.

    War das schon Sucht?

    Ich will niemanden belehren oder bekehren!!!

    Doch ich machte mir "die Mühe" und beschäftigte mich ein bisschen näher damit, wie der Körper Alkohol abbaut (Ethanol -> Acetaldehyd -> Acetat u.s.w.), welche Organe damit beschäftigt sind und was sie für eine Mühe haben, diesen Stoff Ethanol überhaupt recyceln zu können, wenn überhaupt möglich, wie sehr jede Zelle zu kämpfen hat ... fragte ich mich schon: warum tue ich das meinen Körper immer wieder an? Gut, ich bemerke kaum etwas davon, doch ist es dadurch weniger schädlich?

    Ich achte auf gesunde Ernährung, versuche jegliche Schadstoffbelastung zu vermeiden, nur beim Alkohol mache ich eine Ausmahme.

    Ist das Unwissenheit, Dummheit, Verblendung (durch Werbung oder weil es ja alle machen) oder sogar genetisch bedingt?

    Egal, jeder darf selbst bestimmen, jeder ist in der Lage, ab einem gewissen Alter, sich zu informieren, um dann zu entscheiden ... trinke ich oder lieber nicht.

  • Hallo Stuggi,

    schön, dass Du hierher gefunden hast. 3 Bier war meine Menge - immer! Nicht 2 oder 4. Nach 3 Bier war mein Kopf satt. Das klingt wenig und trotzdem war mir irgendwann klar, dass es nicht normal ist jeden Abend 3 Bier zur Entspannung zu trinken. In meinem Umfeld hat mich nie jemand rotzbesoffen gesehen und ich habe auch immer tadellos im Job funktioniert. Mein Mann sagte immer: "Du bist ja kein Alki, aber wenn Du so weiter machst, hast Du irgendwann ein Problem."

    Und genau das möchte ich Dir auch sagen. Keine Ahnung, ob Du aktuell ein Suchtproblem hast. Das kannst Du selbst am besten erkennen. Wenn Du so aber die nächsten Jahre immer weiter machst wird sich daraus höchstwahrscheinlich ein Problem ergeben. Und ich sehe das wie AmSee - wenn man selbst hinterfragt, ob das alles so richtig ist, ist es meistens schon nicht mehr so richtig.

    Dein Leben klingt super, Du hast eine Familie, Kinder, einen tollen Job und sogar die Kapazität gehabt ein Studium zu beenden. Mach Dir das nicht mit Alk kaputt. Es ist besser die Kurve zu früh zu bekommen. Niemand braucht Alkohol zum Glücklichsein. Lass ihn einfach mal länger weg und geh stattdessen mit Deinen Kids Sport machen oder spielt was zusammen, was auch immer - je nachdem wie alt sie sind.

    Beste Grüße Helga

  • Viel mehr habe ich zeitweise, unter er Woche auch nicht getrunken (am Wochenende natürlich schon min. eher das doppelte). Da könnte man jetzt sagen, unter der Woche hatte ich halt mehr durscht und dann halt Wochenendalkoholiker. ;) Nach 3 Bier hatte ich auch keinerlei Einschräunkungen am nächsten Tag.

    Man kann bei Deiner Menge (wenn es dabei bleibt) vermutlich schon alt werden, dennoch schädigt man seinen Körper ganzheitlich. Es muss keine Leberprobleme geben, aber vielleicht gewisse Krebsarten begünstigen.
    Jetzt könnte der Ausstieg noch einfach sein, vielleicht nur Gewohnheit?

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