Der Neue im Forum

  • Sodele

    Mal ein Update von meiner Seite:

    Mein Sabbatical neigt sich langsam dem Ende zu. Fast 2000km in Spanien rumgewandert, sehr coole Erfahrung, kam geerdet, mit klarem Kopf und fitter zurück😀 Bin weder erleuchtet, noch hab ich zu Gott gefunden, aber da bin ich ganz froh drum. So falsch ist das, was ich bis anhin in der nüchternen Zeit gemacht habe somit nicht. Der Ausflug nach Thailand: naja, bin ich mit einem blauen Auge davongekommen. Der Absturz war so unnötig, hat mir aber gezeigt, dass ich Sorge tragen muss zu meiner Nüchternheit.

    Dann die letzten beden Monate Freiwilligeneinsatz in einer Werkstatt für - Trommelwirbel - Suchtkranke🤓. Spannender Austausch und nicht selten meine alten Verhaltensweisen gespiegelt gekriegt.

    In den letzten Wochen viel zu viel Zeit, um an sinnlosen Sachen rumzugrübeln. Scheint so, dass wenn ich keine eigentlichen Sorgen habe mir die Probleme selber machen muss.

    Ende Juli geht's los mit neuem Job, neuer Stadt und neuer Sprache (Parlez-vous pommes frites?)

    So far

    Tom

  • Mein Sabbatical neigt sich langsam dem Ende zu. Fast 2000km in Spanien rumgewandert

    Das hört sich sehr toll an.

    Ich habe sowas in meinem Leben noch nicht gemacht. Einfach mal ne Weile aussteigen.

    Und jetzt was ganz Neues anzufangen, hört sich interessant an. Wünsche dir weiterhin eine schöne Zeit.

  • Hallo Tom,

    das ist ja ein spannende Entwicklung bei dir! Danke dir fürs Teilen. :)

    Ende Juli geht's los mit neuem Job, neuer Stadt und neuer Sprache (Parlez-vous pommes frites?)

    Hast du dich etwa von der Arbeitsstelle, von der du anfangs erzählt hattest, getrennt und dir etwas Neues gesucht?
    Klingt jedenfalls sehr spannend und interessant.

    Viele Grüße

    AmSee

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • Ich habe sowas in meinem Leben noch nicht gemacht. Einfach mal ne Weile aussteigen.

    Und jetzt was ganz Neues anzufangen, hört sich interessant an. Wünsche dir weiterhin eine schöne Zeit.

    War bei mir, bis auf die stationäre Therapie vor über 20 Jahren für mich auch das erste Mal, dass sich das Hamsterrad ohne mich weitergedreht hat😀 Fairerweise muss ich sagen, dass mich eben dieses Hamsterrad wahrscheinlich auch vor dem Totalabsturz bewahrt hatte...

    Hast du dich etwa von der Arbeitsstelle, von der du anfangs erzählt hattest, getrennt und dir etwas Neues gesucht?
    Klingt jedenfalls sehr spannend und interessant.

    Ja genau, hatte ja gekündigt mit dem Plan, den Jakobsweg zu laufen und dann weiterzuschauen. Den Job und die Sprache kenne ich schon von einer früheren Arbeitsstelle, somit ist es nicht komplettes Neuland für mich. Ich spielte lange mit dem Gedanken, etwas völlig anderes zu machen. Irgendwie hatte sich keine Idee richtig stimmig angefühlt. Die Zeit wird zeigen, ob der Schritt der richtige war. Im Moment fühlt es sich richtig an und wenn ich es nicht ausprobiere, werde ich nie wissen, ob dem auch so ist🤷‍♂️

  • Im Job ist es viel wert, wenn man sich wohl fühlt und nette Kollegen und Chefs hat. Schließlich verbringt man auch viel Zeit im Job.

    Solche Veränderungen hatte ich auch, sogar mehrfach. Habe mich da nie verschlechtert. Ich finde es wichtig beruflich zufrieden zu sein, sonst könnte da auch eine Gefahr für die Abstinenz entstehen.

    Ich finde es super, dass du auf dem Jakobsweg warst.

    Tom hast du eigentlich nun ein sicheres Gefühl für deine Abstinenz? Dein Rückfall hast du ja schnell wieder weggesteckt.

  • Im Job ist es viel wert, wenn man sich wohl fühlt und nette Kollegen und Chefs hat. Schließlich verbringt man auch viel Zeit im Job.

    Ist sehr wichtig. Ich bin glaub auch sensibler geworden seit ich nicht mehr trinke. Die latent miese und misstrauische Stimmung war auch der Grund, dass ich beim letzten Job gekündigt habe. Die Aufgaben an sich wären nämlich cool gewesen.

    Tom hast du eigentlich nun ein sicheres Gefühl für deine Abstinenz? Dein Rückfall hast du ja schnell wieder weggesteckt.

    Gute Frage. Schnell weggesteckt im Sinne, dass ich nach 3 Tagen Vollrausch die Notbremse gezogen hatte mag sein. Mental hatte ich viele Wochen dran zu knabbern. Das Muster bei meinen Rückfällen wiederholte sich: ein fremder Ort, Routinen wie körperliche Aktivitäten vernachlässigt und das Gefühl von Einsamkeit. Trifft ein Punkt zu, kann ich das kompensieren, bei zweien wird's kritisch und treffen alle drei zu gilt Alarmstufe rot.

    Aus diesem Grund werde ich meine aktuelle Wohnung bis auf weiteres behalten (fremder Ort) und während der Arbeitswoche ein Studio mieten. Das gibt mir die Sicherheit, dass wenn alle Stricke reisen sollten, ich ich immerhin mein vertrautes zuhause hätte.

    Aber ich bin grundsätzlich zuversichtlich und freue mich, wieder zu arbeiten.

    Liebe Grüsse

    Tom

  • Das Muster bei meinen Rückfällen wiederholte sich: ein fremder Ort, Routinen wie körperliche Aktivitäten vernachlässigt und das Gefühl von Einsamkeit. Trifft ein Punkt zu, kann ich das kompensieren, bei zweien wird's kritisch und treffen alle drei zu gilt Alarmstufe rot.

    Aus diesem Grund werde ich meine aktuelle Wohnung bis auf weiteres behalten (fremder Ort) und während der Arbeitswoche ein Studio mieten. Das gibt mir die Sicherheit, dass wenn alle Stricke reisen sollten, ich ich immerhin mein vertrautes zuhause hätte.

    Das ist doch nun ein Erfolg, dass du ganz genau weißt welche Punkte kritisch werden können. Du sorgst vor und kannst danach handeln. Das hört sich nach einem guten Plan an und du bist gut gewappnet und gerüstet gegen Alkohol oder Suchtdruck.

  • Hi Tom,

    Ich spielte lange mit dem Gedanken, etwas völlig anderes zu machen. Irgendwie hatte sich keine Idee richtig stimmig angefühlt. Die Zeit wird zeigen, ob der Schritt der richtige war. Im Moment fühlt es sich richtig an und wenn ich es nicht ausprobiere, werde ich nie wissen, ob dem auch so ist🤷‍♂️

    ich sehe das auch so, dass du nie wirklich wissen wirst, ob das richtig und wichtig für dich ist, wenn du’s nicht ausprobierst.
    Es ist eine Chance, nicht mehr und nicht weniger, aus der du letztlich nur dazulernen kannst.

    Ich selbst befand mir vor vielen Jahren in einer beruflichen Situation, in der ich mich wie in einem Gefängnis fühlte, unglücklich war, aber glaubte, da nicht mehr raus zukommen.
    Es drängte mich aber eigentlich alles da raus.
    Und dann ergab sich plötzlich eine Möglichkeit in einer anderen Stadt und ich hab sie genutzt, obwohl es gute private Gründe gab, die dagegen sprachen. Wir sind dann umgezogen.

    Was hab ich mich befreit gefühlt, obwohl’s bei der neuen Arbeitsstelle nicht glatt lief, sondern ich mit viel mehr Belastung und Stress hatte als an der Arbeitsstelle zuvor.
    Was für MICH zählte, war dieses Gefühl der Befreiung. ICH hatte mich befreit.

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • Wieder mal ein kurzes Update von meiner Seite:

    Letzte Woche wars ein Jahr her seit meinem letzten Rückfall. Somit hab ich eine ganze Kalenderumdrehung (gibt's dieses Wort überhaupt?😀) nüchtern durch. Fühlt sich gut an und gibt Sicherheit, über die Zeitdauer eines ganzen Jahres verschiedenste Situationen trocken gemeistert habe. Andererseits ist es auch nur eine Zahl, ein Zeitraum, weswegen ich nicht in Jubelschreie ausgebrochen bin. Dazu kommt, wie ich schon mal angemerkt habe, dass ich den nüchternen Weg schon im 2023 eingeschlagen habe, halt mit diesen leidigen Rückfällen in den ersten Eineinhalb Jahren. Ich bin zuversichtlich, dass mir das nicht mehr passiert, und will trotzdem demütig dem Alkohol gegenüber bleiben. Denn darauf zählen, dass ich mich nach einem Rückfall immer wieder aufrappeln kann, darf ich nicht. Zu desaströs, wie jeweils nach einem Vorfall mein Selbstbild und Selbstvertrauen am Boden ist.

    Ansonsten stellt sich bei mir nach 2 abenteuerlichen und ereignisreichen Jahren der Alltag und die Routine wieder ein. Zum ersten mal seit langen wieder mal den Winterblues, scheiß Nebel die ganze Zeit🥴 Aber da bin ich wohl nicht der einzige. Was solls, das schlimmste dürfte langsam vorbei sein.

    So weit mal

    Gruß

    Tom

  • Hi Tom,

    freue mich mit dir, dass du nun (wieder) ein Jahr voll gemacht hast.

    Andererseits ist es auch nur eine Zahl, ein Zeitraum, weswegen ich nicht in Jubelschreie ausgebrochen bin.

    Kann ich gut nachvollziehen. Es ist im Grunde ja nicht dein erstes alkoholfreies Jahr, sondern du befindest dich schon länger auf dem Weg, frei von Alkohol zu leben.

    Du weißt aus eigener Erfahrung sehr genau, wie das ist, wenn du einen Rückfall erleidest.

    So schlimm das für dich war, so bist du möglicherweise auch dadurch einen Schritt weiter gekommen, weil du aus diesen Erfahrungen dazu gelernt hast, wo deine persönlichen Fallstricke liegen und wie du entsprechend für dich sorgen kannst.


    Winterblues…. Jo, mir auch nicht unbekannt….Und danach erstmal Frühjahrsmüdigkeit….

    Geht vorüber! 😅


    Beste Grüße

    AmSee

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • Winterblues…. Jo, mir auch nicht unbekannt

    Geht mir genauso, der Januar ist immer so ein trister Monat. Mir fehlt da richtig der Schwung.
    Können ja einen Club der Winterblues Betroffenen eröffnen und uns gegenseitig aufmuntern.

    Ich versuchs mal mit nem ziemlich doofen Witz 😜😊

    Warum lassen sich Taucher immer rückwärts ins Wasser fallen?

    Na, wenn sie sich vorwärts fallen lassen würden, dann würden sie ja ins Boot fallen ☺️🤪😎

  • Andererseits ist es auch nur eine Zahl, ein Zeitraum, weswegen ich nicht in Jubelschreie ausgebrochen bin.

    Ja, einerseits nur eine Zahl, andererseits ist für mich dieses Mal das ganze Jahr auch ein Meilenstein gewesen. Immerhin hat man alle Stationen des Jahres gemeistert.

    Ostern, Weihnachten, Silvester, Geburtstage, Jubiläen und was da nicht alles wiederkehrend anfällt.

    Ich freue mich wirklich sehr für Dich und ich bin Dir wahnsinnig dankbar, dass Du vor einem Jahr von dem Unfall erzählt hast. Es hat mir vor Augen geführt, was ich auch immer und immer wieder in der Vergangenheit versaut hatte. Diese vom Alltag entkoppelte Urlaubssituation, plötzlich wieder das Gefühl, es ist ja alles in Ordnung, man will einfach mal wieder feiern, so wie anderen. Ich kann auch heute nicht mit Sicherheit wissen, dass mich nicht wieder diese trügerische Sehnsucht überfällt - und das verrückterweise obwohl mir das Saufen gerade so fern ist und ich das wirklich nie wieder erleben möchte. Wenn ich dieses anschleichende Gefühl heute verspüre, denke ich oft an Dich. Ich fühle mich dann nicht mehr allein und exotisch und der Wunsch des einfach mal wieder "normal feiern wollens" wird in meinem Kopf zurecht gerückt.

    Auf das nächste Jahr!

    Beste Grüße Helga

  • Zum ersten mal seit langen wieder mal den Winterblues, scheiß Nebel die ganze Zeit🥴 Aber da bin ich wohl nicht der einzige. Was solls, das schlimmste dürfte langsam vorbei sein.

    So weit mal

    Den hatte ich in diesem Jahr nicht. War halt gut ausgelastet und beruflich eingespannt. Zur Abwechselung, und um auf andere Gedanken zu kommen, habe ich unsere Urlaube klar gemacht.

    Dass die Tage wieder länger werden, ist mir heute richtig aufgefallen. Um 17.20 Uhr war ich dahein und es war noch hell.

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