Hallo zusammen, dann bin also hier gelandet

  • Johannes , kann ich nachvollziehen… ist mir auch so gegangen, dass im Laufe der Abstinenz so einiges hoch kam…

    Es gibt einige Situationen, die sich eingebrannt haben, die ich eigentlich mit meiner Mutter aufarbeiten müsste.....aber das wird nicht funktionieren, das kann ich mir sparen.

    Ich konnt‘s auch nicht mit meiner Mutter aufarbeiten, die hatte mit sich irgendwie schon genug zu tragen….

    Mittlerweile habe ich erkannt und begriffen, wie meine Eltern und auch meine Großeltern selbst geprägt waren von dysfunktionalen Verhältnissen in ihren jeweiligen Elternhäusern.

    Das macht es nicht besser für mich, aber es macht es leichter, Zusammenhänge zu begreifen.

    Doch sag mal: Spricht etwas dagegen, wenn Du deiner Mutter sagst, dass du lieber über die Gegenwart sprechen möchtest?

    Aufgearbeitet hab ich‘s dann für mich, teilweise durch Beschäftigung mit der EKA-Problematik (EKA: Erwachsene Kinder aus alkoholkranken/dysfunktionalen Familien), Austausch mit anderen EKAs sowie, weil ich allein nicht mehr weiterkam, mit professioneller Hilfe.


    Meine Familie war auch kaputt und mit dem Rest meiner Familie gibt’s seit dem Tod meiner Mutter überhaupt keine gemeinsamen Feiern mehr. Vorher war’s auch nicht viel….🤷‍♀️


    Wenn ich hier im Forum inzwischen von meiner Familie erzähle, so ist damit meine angeheiratete Familie gemeint. Mit denen ist zwar nicht so, wie’s insbesondere in Weihnachtsliedern wie’s bspw. „Driving Home for Christmas“ von Chris Rhea beschrieben wird, aber es ist eben Familie.

    Viele Grüße

    AmSee

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • Der Versuch, mit meiner Mutter was zu klären, ist damals grandios gescheitert. Sie war immer "nur Opfer" in ihrer Erinnerung.

    Mittlerweile habe ich erkannt und begriffen, wie meine Eltern und auch meine Großeltern selbst geprägt waren von dysfunktionalen Verhältnissen in ihren jeweiligen Elternhäusern.

    Ja, meine Mutter sieht sich auch prinzipiell als Opfer, bzw. sind die anderen sowieso schuld.
    Ich weis das sie in der Kindheit Gewalt erfahren hat - Schläge von ihrer Mutter, teils wohl recht heftig.
    Aber anstatt daraus zu lernen, hat sie das genauso selbst gelebt - bei mir zwar nicht als körperliche Gewalt (die hat nur meine Schwester zu spüren bekommen, teils auch heftig), aber psychische Gewalt plus das erleben der Schläge bei meiner Schwester - das hat mich sehr sehr nachhaltig geprägt.

    Verdammt das hab ich auch noch nie jemanden so gesagt;(

    Doch sag mal: Spricht etwas dagegen, wenn Du deiner Mutter sagst, dass du lieber über die Gegenwart sprechen möchtest?

    Das kam evl. falsch rüber von mir...sie erzählt keine alten Geschichten, schon das aktuelle....aber das ist im Prinzip immer das gleiche....weil sie eben nicht viel erlebt.

  • Verdammt das hab ich auch noch nie jemanden so gesagt ;(

    Ich hoffe, es erleichtert dich etwas, das nun aussprechen zu können….

    Ja, so was prägt sehr nachhaltig und sehr tief…Ich weiß genau, was du meinst….

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • Hallo zusammen,

    Ist ja schon wieder eine Weile her🙈

    Was gibts neues neues bei mir?

    Alkohol/Drogentechnisch: alles im grünen Bereich

    Die Akzeptanz im Umfeld ist weiter gestiegen.

    Es hat sich aber im letzten Jahr mehr und mehr etabliert, das ich nurnoch sehr wenige soziale Kontakte Pflege und diese auch nur sehr selten.

    Einerseits fehlt mir dadurch nichts, erstmal passt das so für mich.

    Andererseits finde ich es doch etwas unnormal.

    Klar meine Frau ist meine tägliche Anlaufstelle, Kollegen auf der Arbeit sind ja auch soziale Kontakte usw.

    Aber abseits davon: Freunde? Eher nicht momentan........

    Mein Leben ist so schon sehr ausgefüllt, Job, daheim viel Arbeit, Sport mit hohem Stellenwert.....da ist keine Energie für mehr drin.

    Aber ist das auf Dauer gut frag ich mich oft?

    Im Beruf hat sich wieder ein wenig geändert, ich bin kürzergetreten.....zeiweise ging es massiv Richtung Burnout,das wird jetzt wieder besser, ich mach mich weniger verrückt und hab Verantwortung abgegeben.

    Aber ich weis momentan nicht, ob ich so glücklich bin.....das treibt mich gerade um.

    Mal schauen wie es weitergeht.

  • Hallo Johannes ,

    Danke dir für dein Update. Dann blickst du inzwischen schon auf vier Jahre bewusst nüchternes Leben, oder? Das freut mich für dich!

    Schön, dass du dich an uns erinnert hast, um Gedanken, die dich derzeit bewegen, mit uns zu teilen.

    Mein Leben ist so schon sehr ausgefüllt, Job, daheim viel Arbeit, Sport mit hohem Stellenwert.....da ist keine Energie für mehr drin.

    Aber ist das auf Dauer gut frag ich mich oft?

    Wenn du dich das so fragst, scheint dir ja etwas Sorge zu machen.

    Orientierst du dich dabei daran, was von der Gesellschaft als „normal“ suggeriert wird, oder hast du selbst das Gefühl, dass da etwas suboptimal bei dir läuft?

    Beste Grüße

    AmSee

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • Mein Leben ist so schon sehr ausgefüllt, Job, daheim viel Arbeit, Sport mit hohem Stellenwert.....da ist keine Energie für mehr drin.

    Ich erkenne mich da auch wieder. Manchmal muss ich mich richtig aufraffen um mal wieder Kontakt zu Freunden aufzunehmen. Es gibt aber solche Zeiten wo man einfach genug um sich hat und für „mehr“ einfach kein Platz, keine Zeit oder keine Lust ist.

    Ich zwinge mich zu nichts was mir zuviel ist. Mit Job, Sport, Familie habe ich genug und ich brauche auch Zeit für mich selbst und bin gerne auch mal alleine für mich.

  • Wenn du dich das so fragst, scheint dir ja etwas Sorge zu machen.

    Orientierst du dich dabei daran, was von der Gesellschaft als „normal“ suggeriert wird, oder hast du selbst das Gefühl, dass da etwas suboptimal bei dir läuft?

    Beste Grüße

    AmSee

    Hmm.....es geht mir um die seelische Gesundheit.

    Und da ist so der Tenor, das soziale Kontakte sehr wichtig sind und ohne diese eben Probleme auftreten können.

    Wenn ich mir über das warum Gedanken mache, warum ich recht wenig Zeit im Freundeskreis verbringe, komme ich nicht an der Tatsache vorbei, das mit dem Wegfall des Alkohol die Gemeinsamkeiten fehlen.....nicht nur das Saufen ansich, auch die sonstige Freizeitgestaltung......die sich bei mir eben drastisch geändert hat.

    Ich bin denke ich noch im Veränderungsprozess und weis da teilweise noch nicht so recht wohin mit mir.


    Ich erkenne mich da auch wieder. Manchmal muss ich mich richtig aufraffen um mal wieder Kontakt zu Freunden aufzunehmen. Es gibt aber solche Zeiten wo man einfach genug um sich hat und für „mehr“ einfach kein Platz, keine Zeit oder keine Lust ist.

    Ich zwinge mich zu nichts was mir zuviel ist. Mit Job, Sport, Familie habe ich genug und ich brauche auch Zeit für mich selbst und bin gerne auch mal alleine für mich.

    Ja das deckt sich.

    Ich weis nur momentan nicht so recht, ist nur die fehlende Zeit?

    Sind es die fehlende Gemeinsamkeiten?

    Was fang ich noch mit meinem Leben an?

    Ist das so wie es läuft das was ich will?

    Reicht mir das?


    Fernsehen schau ich schon länger eigentlich garnicht mehr.

    Was ich mir aber gerne anschaue sind Dokus,Berichte von Fernreisen,Weltreisen, zu Fuß oder mit Rad.....Abenteuer eben.

    Und dann denke ich immer, dass hab ich verpasst.....jetzt geht das ja nicht mehr.....oder doch?


    Alles ziemlich konfus und das sortieren stresst mich zusätzlich......

  • Ja das deckt sich.

    Ich verstehe dich sehr gut und kann deine innere Zerrissenheit nachvollziehen.

    Mir geht’s so mit meinen Freundinnen, völlig andere Leben und Interessen. Oft wird nur noch über ihre Krankheiten gesprochen und auch selbst wenn ich anrufe, reden sie ohne Punkt und Komma einfach drauf los. Am Ende des Telefonates haben sie nur von sich erzählt und sich nicht für mich interessiert. Klar, dass mein Interesse dann auch sehr eingeschränkt ist.

    Ich war kürzlich eine Zeitlang sehr im Stress und mental massiv belastet, ich kam quasi zu nichts und war sehr ausgelaugt. Als dann endlich Ruhe eingekehrt ist, habe ich gemerkt wieviel mir mein eigener Alltag so gibt. Da habe ich mir ähnliche gedanken gemacht wie du. Abenteuer, Fernreisen usw. will ich das überhaupt? Brauche ich ein aufregendes Leben voller Action? Nein, nicht wirklich. Ich war in dem Moment super glücklich und zufrieden mit meinem Leben, genauso wie es ist. Mit Job, Alltag, Familie, Sport und einem bisschen Ruhe und Stille und etwas Zeit für mich.

    Es ist die Frage was einen glücklich und zufrieden macht, ob ich am anderen Ende der Welt im Abenteuer oder doch zuhause auf der Terrasse mit nem Buch, ner Tasse Tee und dem Haustier glücklicher bin.

    Vielleicht genügt auch ein Spaziergang im Wald oder eine tolle Motorradtour oder einfach ein leckeres Essen um diese „besondere“ Zufriedenheit zu spüren und zu fühlen.

    Ich denke egal wo ich tolles bin, das Leben besteht aus Momenten. Davon gibt es überall und immer gute Momente, aber auch nicht so gute Momente. Beide Seiten bringen den Ausgleich.

  • Danke für deine Worte 😊

    Ja, die Suche nach dem Glück, ich glaub das könnte die Überschrift meiner aktuellen Phase sein.

    Erst war es der Alkohol

    Dann war es die Freude, diesen endlich los zu sein.

    Was mich aktuell glücklich macht, das weis ich nicht so recht.

    Ich hänge aktuell sehr an meiner Frau, fast wie eine Klette.

    Wir waren zwar schon immer innig, aber momentan ist das für mich noch wichtiger.

    Der Traum wäre, auf Abenteuerreise, gemeinsam mit ihr.

    Aber da muss ich dann auch mal realistisch sein.......

  • Hmm.....es geht mir um die seelische Gesundheit.

    Und da ist so der Tenor, das soziale Kontakte sehr wichtig sind und ohne diese eben Probleme auftreten können.

    Mit diesem Thema habe ich mich vor einer Weile auch mal näher beschäftigt, weil ich mir darüber auch so meine Gedanken gemacht habe.

    Was ich dazu herausgefunden habe, ist Folgendes:

    Ja, soziale Kontakte sind durchaus sehr wichtig für die psychische und physische Gesundheit. Soziale Interaktion scheint das Gehirn anzuregen und kann helfen, das Denkvermögen bis ins hohe Alter zu erhalten.

    Menschen, die in sozialer Isolation leben, werden auf Dauer sogar psychisch und körperlich krank und das Risiko einer neurodegenerativen Erkrankung wie Demenz ist bei ihnen erhöht.

    Jetzt aber kommt ein großes ABER:

    Es kommt dabei nicht darauf an, dass du dich mit Menschen umgibst, sondern es kommt darauf an, ob diese Menschen, mit denen du dich umgibst, dir auch gut tun.

    Menschen, bei denen du dich eher gestresst, angespannt, genervt, verärgert, frustriert oder demotiviert fühlst, soziale Kontakte, die du als belastend empfindest, sorgen nicht für deine psychische und physische Gesundheit, im Gegenteil.


    Und es gibt da noch einen Aspekt: Bist du eher ein introvertierter oder eher extrovertierter Mensch?

    Ich selbst bin ein eher introvertierter Mensch, d.h. ich bin lieber für mich, ich schöpfe meine Energie aus meinem Tun und meinen eigenen jeweiligen Interessen. Es ist sogar so, dass mich soziale Interaktion mit anderen Menschen spürbar Energie kostet und ich stets meine Pausen brauche, um mich wieder zu erholen.

    Eher extrovertierte Menschen schöpfen übrigens gerade aus sozialer Interaktion mit anderen Menschen ihre Energie.


    Und so bin ich einerseits gerne für mich, pflege aber auch ganz bewusst bestimmte soziale Kontakte mit Menschen, die mir gut tun tun. Manchmal kommt durch Zufall jemand hinzu, weil es gemeinsame Interessen gibt. Manchmal schläft ein Kontakt ein, weil sich die Interessen verlagert haben.


    Deine weitere Fragen kommen mir durchaus bekannt vor. Ich stand auch schon vor solchen Fragen.

    Was ich mir aber gerne anschaue sind Dokus,Berichte von Fernreisen,Weltreisen, zu Fuß oder mit Rad.....Abenteuer eben.

    Und dann denke ich immer, dass hab ich verpasst.....jetzt geht das ja nicht mehr.....oder doch?

    Warum sollte das jetzt nicht mehr gehen? Ich bin ein paar Jährchen älter als du und noch dazu aufgrund meiner Erkrankungen nicht wenig gehandicapt und trotzdem unternehme ich nach Möglichkeit Touren mit meinem Mann.

    Vor drei Jahren war ich mit meinem Mann, einem guten Freund und unseren beiden Hunden mit Motorrad und Zelt auf Tour. Etwas, was ich so nicht mehr erwartet hätte und für mich ein wunderbares Abenteuer war. Und ich habe durchaus vor, mich noch auf weitere Abenteuer zu begeben, wenn meine Gesundheit das (wieder) zulässt.


    AmSee

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • Ich war früher ein sehr extrovertierter Typ, ständig mit anderen auf Feiern oder sonstigen Aktivitäten. Dachte auch, dass das ein normales Leben sei. Heute bin ich am liebsten allein oder mit meinem Partner und finde das völlig ok. Was soll denn normal sein? Ich mag die meisten Menschen nicht - die Meisten sind oberflächlich und dämlich. Ich hab keine Lust mich über Belanglosigkeiten unterhalten zu müssen. Was andere als normal erklären wollen, finde ich unbedeutend. Solange Du Dich mit Deiner Frau wohlfühlst, ist doch alles ok.

    Es gibt aber auch Menschen, die andere um sich herum benötigen. Finde mal für Dich heraus, was es genau ist - die Aussage es sei nicht normal alleine zu sein oder der Wunsch nach anderen Menschen für... ja für was eigentlich? Was genau fehlt Dir an anderen Menschen, beschreib das mal. Als Gesundheitsprävention gegen Demenz kann man auch andere Dinge machen, zB. eine Sprache oder ein Instrument lernen oder regelmäßig ins Fitnesscenter.

    Seit ich nicht mehr trinke, setze ich die ganzen Dinge um, die ich früher immer mal machen wollte - also "irgendwann" oder "später" mal machen wollte. Später ist jetzt! Mach doch die Fernreise oder Wanderung. Wie wäre denn Deine Abenteuerreise? Eine Fernreise mit dem Flugzeug? Eine mehrtägige Wandertour mit Hüttenübernachtung? Eine Rundereise im Wohnmobil? Eine Fahrradtour, also Bikepacking? Oder eine Kreuzfahrt? Wie alt bist Du denn, dass das nicht mehr geht? 100? Ich hab gerade letztens wieder eine Doku über eine 80jährige gesehen, der die Alpen zu Fuß überquert.

    Beste Grüße Helga

  • Alles ziemlich konfus und das sortieren stresst mich zusätzlich......

    Könntest du das denn nicht vielleicht auch etwas ruhiger angehen? Muss denn jetzt gleich für alles eine Lösung gefunden werden?

    Du erzähltest, dass es bei dir zeitweise Richtung Burnout ging. Wie sich ein Burnout, eine richtige Depression anfühlt, weiß ich selbst nur allzu gut.

    Du scheinst diesbezüglich ja mit einem blauen Auge davon gekommen zu sein, konntest kürzer treten, Verantwortung abgeben und dich weniger verrückt machen. Ich halte das für ein gutes Zeichen, dass du dazu in der Lage warst.

    Ich selbst war damals nicht dazu in der Lage. Nicht, dass ich‘s nicht immer wieder versucht hätte, aber bei mir hat es letztlich an den Denk- und Verhaltensmustern gelegen, auf die ich von klein auf geprägt war und die ich zu dem Zeitpunkt noch nicht ablegen konnte. Dazu war ich dann erst später in der Lage.

    Ich habe viel Zeit gebraucht, um aus dem tiefen Loch, in das ich gefallen war, wieder herauszukommen. Zu jenem Zeitpunkt, als ich mitten in einer tiefen Depressionsphase drinsteckte, war ich mit allem überfordert.

    Ich selbst musste damals überhaupt erst herausfinden, was mir selbst eigentlich gut tut. Ich wusste das zu diesem Zeitpunkt nicht oder nicht mehr. Und es waren dann ganz kleine Dinge, die ich zunächst fand.

    Schritt für Schritt bin ich in den folgenden Jahren vorangekommen und hab mich dann jeweils um das gekümmert, was gerade „dran“ war. Ich bin davon überzeugt, dass alles im Leben seine Zeit hat. Diese Weisheit hat sich in meinem Leben immer wieder so bewahrheitet.


    Emily hat davon geschrieben, dass das Leben in Momenten besteht. Ich nehme das ebenso wahr, ja, ich konzentriere mich sogar eher auf die Momente und finde dort in gewisser Weise mein Glück. Es muss für mich auch gar nichts Großes sein, ich empfinde Glück in schönen Momenten mit meinem Mann, ich empfinde Glück beim Kuscheln mit meinen Hunden, bei einem Spaziergang im Wald, beim Liegen in der Hängematte, bei einem kreativen Projekt, an dem ich gerade arbeite, oder manchmal sogar bei der Hausarbeit. Es ist das hier und jetzt, was mich interessiert.


    Die paar soziale Kontakte, die ich tatsächlich pflege, kann ich an einer Hand abzählen. Die sehe ich noch nicht einmal besonders oft, es vergehen in der Regel Monate, bis wir einander mal wieder sehen. Das ist für uns „normal“ und völlig in Ordnung.

    Ich hab keine Lust mich über Belanglosigkeiten unterhalten zu müssen.

    Das geht mir genau so und es ging mir immer schon so. Smalltalk ist nie meins gewesen. Nicht, dass ich das nicht könnte, aber es interessiert mich überhaupt nicht.

    So manche Party fand ich überhaupt erst erträglich, wenn ich ordentlich einen im Tee hatte.

    Auf solche Partys, wo die Gemeinsamkeit eigentlich nur im Alkoholkonsum liegt, gehe ich schon lange nicht mehr. Das war sogar schon vor meinem Ausstieg vom Alkohol so.

    Was andere als normal erklären wollen, finde ich unbedeutend.

    Mich interessiert ebenfalls herzlich wenig, was andere für „normal“ halten. Dafür habe ich zu oft erlebt, inwiefern „normal“ zu einem echten Problem werden kann, wenn man in gewisse Schemata nicht hineinpasst.

    Ein Buch, das mir mein Neurologe mal empfohlen hatte, hat meinen Blick auf die sogenannten „Normalen“ verändert: Manfred Lütz, „Irre - Wir behandeln die Falschen: Unser Problem sind die Normalen - Eine heitere Seelenkunde“. Seit ich das Buch gelesen habe, bin ich ganz zufrieden nicht „normal“ zu sein. :D

    Dazu passt auch ganz gut ein Spruch von Albert Einstein: „Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.“

    Ich selbst bin kein Schaf und ich will auch gar kein Schaf sein.

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

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