Beiträge von Johannes

    Macht glücklich und drückt aufs Gemüt zugleich:


    Externer Inhalt youtu.be
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklärst du dich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.

    Der Versuch, mit meiner Mutter was zu klären, ist damals grandios gescheitert. Sie war immer "nur Opfer" in ihrer Erinnerung.

    Mittlerweile habe ich erkannt und begriffen, wie meine Eltern und auch meine Großeltern selbst geprägt waren von dysfunktionalen Verhältnissen in ihren jeweiligen Elternhäusern.

    Ja, meine Mutter sieht sich auch prinzipiell als Opfer, bzw. sind die anderen sowieso schuld.
    Ich weis das sie in der Kindheit Gewalt erfahren hat - Schläge von ihrer Mutter, teils wohl recht heftig.
    Aber anstatt daraus zu lernen, hat sie das genauso selbst gelebt - bei mir zwar nicht als körperliche Gewalt (die hat nur meine Schwester zu spüren bekommen, teils auch heftig), aber psychische Gewalt plus das erleben der Schläge bei meiner Schwester - das hat mich sehr sehr nachhaltig geprägt.

    Verdammt das hab ich auch noch nie jemanden so gesagt;(

    Doch sag mal: Spricht etwas dagegen, wenn Du deiner Mutter sagst, dass du lieber über die Gegenwart sprechen möchtest?

    Das kam evl. falsch rüber von mir...sie erzählt keine alten Geschichten, schon das aktuelle....aber das ist im Prinzip immer das gleiche....weil sie eben nicht viel erlebt.

    Dauer lange....das triffts ja.

    Viele Situationen aus der Vergangenheit kommen so nach und nach hoch und erst jetzt wird mit der Bezug zum Alkohl klar.

    Es gibt einige Situationen, die sich eingebrannt haben, die ich eigentlich mit meiner Mutter aufarbeiten müsste.....aber das wird nicht funktionieren, das kann ich mir sparen.

    Das meine Familie kaputt war / ist, das ist eine Erkenntniss, die ich in der Tat schon im Jugendalter erlangte....immerhin:S
    Ich beneidete immer die Freunde, bei denen es so "normal" zu Hause ablief und wir als Freunde willkommen waren.
    Vermutlich hätte natürlich ein Blick hinter die Kulisse dort auch Abgründe aufgetan...aber damals war das für mich so der Blick in die heile Welt.

    Heute beneide ich die Familien, die zu Feiertagen zusammen den Tag geniesen, die sich gegenseitig helfen und eben Familie sind.
    Bei der Familie meiner Frau ist das so und davon bin ich gottseidank ein Teil.

    Der noch lebende Rest meiner Familie...da gibt es keine gemeinsamen Feiern.
    Ich besuche regelmäßig meine Mutter, aber da fällt es mir zunehmend schwer nicht alte, unausgesprochene Themen anzusprechen - ich weis aber das es dadurch zum Bruch kommen würde und meine Mutter ist schon Ende 70....hat außer mit sonst niemanden....also setz ich mich hin und hör mir ihre sich wiederholenden Geschichten an.

    Einen richtigen Notfallkoffer ansich habe ich nicht.

    Für mich sind folgende Dinge das Ventil / mein Halt im Alltag:

    • Meine Frau - an erster Stelle!
    • Meine Laufschuhe
    • Der Podcast von Natalie
    • Arbeit - klingt komisch, aber die Arbeit (im Beruf und auch zu Hause) fordert mich und ausgepowert bin ich zufrieden
    • Und dann natürlich die Gedanken daran, wie scheiße es in der Zeit war, als ich noch täglich, heimlich, hemmungslos gesoffen habe!

    Guten Morgen zusammen.

    Irgendwie hat die Situation mit meinem Bekannten bei mir ein paar alte Gedanken hochgeholt.

    Ich habe mich daran erinnert....ich muss so um die 15 - 16J. gewesen sein...damals kiffte ich recht viel schon.
    Und es kam dan auch öfter mal vor, das ich Abends alleine daheim eben nichts zu kiffen hatte.....dann bin ich immer wieder mal an den Schnapsschrank der Eltern und hab mir da Hochprozentiges reingeschüttet....wenn ich daran denke...in dem Alter||

    In dem Zusammenhang denke ich auch allgemein an den Umgang mit Alkohol / Zigaretten innerhalb meiner Familie.
    Ich kann mich nicht an kritische, belehrende, aufklärende Worte erinnern.
    Als ich mir 15 die ersten Vollsuffeskapaden daheim erzählte....das wir uns so vollsaufen bis einer kotzen muss...das fanden die ELtern witzig.
    Als ich die ersten Kippen aus der Schachtel der Eltern nahm und die das merkten....das fanden die nicht bedenklich...null.


    NEIN, ich will damit niemanden Schuld zuweisen!!!!
    Aber jetzt, wo ich in dem Alter bin wie meine Mutter damals.....ich kann das Verhalten nicht nachvollziehen.

    Ich weis das meine Mutter damals selbst große Probleme mit Alkohol hatte bzw. zu der Zeit das wieder etwas in den Griff bekommen hatte.
    Ich ekelte mich damals schon davor, ich haste die Abende zu Hause, wenn ich schon die Weinflasche auf dem Tisch stehen sah und ihren Blick.....und trotzdem hab ich den gleichen Scheiß gemacht.


    Was will ich damit sagen?
    Nichts..aber das einfach mal niederzuscheiben tut schon gut!

    Zur Eingangsfrage:

    In meinem Umfeld habe ich nur sehr wenigen, vertrauten Menschen die Hintergründe meiner Abstinenz erklärt und das auch erst im Nachhinein.

    Es wird vermutlich einige geben, die genau wissen, warum ich dem Suff abgedankt habe, es aber nicht ansprechen wollen, weil sie selbst betroffen sind.

    Und wenn mich heute jemand anspricht, bekommt derjenige die Antowort, die passend zu dem Grad der Beziehung passt, die ich zu diesem Menschen habe.
    Das kann von einer Flosskel bis zur Offenbarung alles sein - je nachdem wer das ist, wie ich zu der Person stehe UND mit welchem Grad von Verständnis ich rechne.

    Für mich selbst nutze ich die Bezeichnung Alkohoiker nicht, dieses dumme stigmatisieret Wort hasse ich.
    Ich bin UNabhängig, ich bin frei.

    Erbärmliche Zustände hab ich geschrieben^^ und wie gesagt...das war auf mich selbst bezogen.
    Ja, die Formulierung mag nicht ganz glücklich gewählt sein, aber mein Gedanke war eben - über mich selbst kann ich ja so abfällig und abwertend schreiben wie ich will.....damit verletze ich ja niemanden.

    Die Frage ist aber, was einen noch mit den Menschen verbindet. Wie verbringt man dann seine Zeit miteinander? Ich hab einfach andere Aktivitäten mit nüchternen Menschen, als mit Partypeople.

    Mit manchen Menschen verbindet mich nichts mehr, die meide ich zwar nicht, aber es findet sich einfach kein Anlass mehr, gemeinsam Zeit zu verbringen.

    Mit anderen Manschen sind die Schnittstellen weniger geworden, dafür verbringe ich mit wieder anderen mittlerweile mehr Zeit......das ergibt sich.

    Ich bin auch übergewichtig .

    Bis jetzt dachte ich immer ,ich sei Stress Esser .

    Ohne Alkohol kommt so langsam mein natürliches Hungergefühl durch /die leeren Kalorien bleiben auch aus

    und ich kann endlich dieses Thema angehen.

    Langsam aber stetig.

    Bei meinem Bekannten ists wohl auch sinnloses Fressen in Verbindung mit dem Bier.

    Ich bin selbst auch mit nem halben Zentner zuviel gestartet - bei mir hat sich aber schon vor dem Ausstieg aus dem Suff vieles geändert und die Abstinenz war dann das letzte Puzzleteil.

    Wenn ich zurückblicke, gibt es oft Momente, in denen ich mir selbst mit Anlauf in dei Fr**** hauen könnte, wenn ich bedenke, wieviele Jahre meines Lebens ich weggeworfen habe!!!!!
    Das nagt momentan an mir:(

    Klingt für mich schon hochnäsig und irgendwie herablassend wie Du auf Menschen mit Deiner Krankheit schaust.

    Ich hoffe, Du entwickelst Dich noch weiter. ;)

    Oh so soll das aber nicht rüberkommen!
    Ich schaue nicht auf die Menschen herab, ich schaue in dem Moment mehr rückwirkend auf mich selbst herab, wie ich damals in den Situationen drauf war.

    Ja ich habe das von anderen Bekannten schon erlebt, die nach dem Ausstieg der Meinung waren, jetzt besser zu sein als der Rest.
    Die ständig alles kommentieren mussten.....warum jetzt die Personen so und so handeln, getrieben vom Alkohol....die ständig missionieren wollten, die anderen damit nur genervt haben usw.

    Das tue ich NICHT! Und ich denunziere auch niemanden oder stelle mich über jemanden.

    Wenn jemand auf mich zukommt und fragt...und ich merke er meint seine Frage ernst....dann antworte ich dementsprechend. Der Rest bekommt eine Floskel ala' "mir gehts besser so" oder "ja ich hab bischen was geändert" - fertig.


    Nur die Pulle wegzustellen führt nicht unweigerlich zu einem zufriedenen Zustand. Es gilt, die Zeiten, die früher für's Saufen draufgingen mit anderweitigen, sinnvollenAktivitäten zu füllen.

    Wenn das vermeintlich "soziale Leben" nur mit alkoholträchtigen Veranstaltungen verbunden ist, erscheint es sinnvoller zu sein, diese zu meiden. Mich berührt es nach all den Jahren nicht, wenn in meinem Umfeld Leute dezent und maßvoll, nicht exzessiv wie früher bei mir, mal 1-2 Gläser trinken.

    Exakt - im Prinzip hab ich mir das Ersatzleben schon vor dem Ausstieg aufgebaut.

    Mich hat es ab Tag 1 eigentlich nicht wirklich getriggert, wenn andere gesoffen haben - für mich war es ja eine Last, die ich los geworden bin und endlich NICHT mehr trinken mussste....ich nüchtern bleiben DURFTE!


    Das war und ist für mich immer ein enormer Motivationsschub, mich zurück zu erinnern. Dann weiß ich genau wo ich nie wieder sein möchte.

    Geht mir ähnlich, wobei mich mehr die Gedanken an die Trink-Routinen, als die Extremabstürze motivieren - also das allabendliche dumme saufen daheim - das belügen meiner Frau usw.....
    Ich hör mir ab und an auch immer wieder mal Folgen vom Podcast an und fang dabei regelmäßig an zu heulen, weils mir schlagartig wieder diese Zwangssituationen ins Gedächtniss hämmert.


    So ging's mir auch am Anfang, weil ich mich darin selbst wiedersah. Eigentlich waren mir Andere egal - ich ekelte mich vor mir selbst, einer eigenen versoffenenen Vergangenheit!

    Genau, das projezieren auf mich selbst...das ist löst den Ekel aus.

    Danke für die vielen Antworten. 😊

    Zitat

    Will da nicht übergriffig sein und sagen: Du musst das und das machen.

    Ja schwierig, ich betonte deswegen, das es bei MIR so bisher klappt....aber jeder muss das für sich herausfinden.


    Zitat
    […]

    Das hab ich, aber nicht in dem Zusammenhang, das er die Familie verliert.

    ich hab ihm gesagt: dich wird dieser Konsum töten!

    Zitat
    […]

    Ich denke da da so, das ich ihm den Podcast nur schicken will, wenn er mir nüchtern auch so rüberkommt,das er wirklich aufhören will....sonst ists sinnlos und irgendwie Ressourcenverschwendung.

    Vielleicht könnte der Weg zu einem späteren Zeitpunkt funktionieren? Dann denkt er aber vielleicht: kenn ich schon....bringt nix.

    Aber ich hab eigentlich nicht das Recht darüber zu entscheiden.

    Zitat
    […]

    Persönlich denke ich,das die Schwelle aber es körperlich wirklich riskant wird,sehr viel höher ist....aber das ist nur meine Einschätzung.

    Den Hinweis auf Arztbesuch oder zumindest ein betreutes Umfeld, geb ich ihm auf jeden Fall mit.

    Zitat
    […]

    Dagegen spricht eigentlich nur die weiter oben angesprochene potentielle Ressourcen Verschwendung.....sofern ich da nicht völlig strange denke.

    Da ich ihm meinen bisher erfolgreichen Weg erklärt hab, ist das Thema auf die Nase binden sowieso schon durch😅

    Stört mich bei ihm nicht.

    Ich für mich seh das so:

    Wenn du Alkohol als Verlust ansiehst, verzichten musst, dann ist natürlich die Gefahr hoch rückfällig zu werden.

    Mein Mindset ist, das ich endlich kein Alkohol mehr trinken MUSS und ich endlich ein Leben nüchtern leben KANN.

    Mich ekelt Alkohol und betrunkene Menschen an, ich will weder das Gift meinem Körper zumuten, noch mich in diesen erbärmlichen Zustand begeben.

    Das garantiert natürlich keine lebenslange Abstinenz, aber es ist denke ich leichter und vor allem: lebenswerter!!!

    Ich kenne ein paar "Verzicht" Alkoholiker.

    Die kommen mir sehr verbittert vor und kapseln sich vom sozialen Leben ab.

    Mag sein das es beim ein oder andere nicht anders funktioniert....keine Ahnung.

    Herjeh und wieder ein halbes Jahr, in dem ich mich hier nicht blicken lassen habe:rolleyes:

    Mittlerweile bin ich bei fast 2,5 Jahren ohne Alkohol :love:

    Mir gehts nach wie vor prima, keine gefährlichen Situation, Gedanken, der Alkohol widert mich nur an.

    Ich war auf einem JGA dabei.

    Erschreckend, in was für Zustände sich viele dort gesoffen haben.

    Und ich wäre einer der schlimmsten gewesen...soviel ist sicher.

    Einer erzählte mir, das er seit 3 Jahren täglich trinkt.

    Gründe wären die Baustelle daheim, Kinder usw....da braucht er das,um runterkommen....kann auch mal eine Kiste Bier am Tag sein8|

    Er will was ändern, dringend sagt er.

    Hab ihm angeboten ihm bißchen zu unterstützen.....aber erstmal abwarten ob er das heute überhaupt noch weis UND auch wirklich soweit ist.

    Ich dachte ich schick ihm zumindest mal den Podcast, der mir beim Ausstieg geholfen hat.

    Was meint ihr?

    Bei der Trinkmenge ists schon kritisch find ich.....ich denk mir aber, ICH in der Situation OHNE den echten Willen, hätte vermutlich über sowas wie einen Podcast gelacht.....

    An und für sich bräuchte vermutlich die Hälfte der Anwesenden beim JGA hilfe, aber den meisten ists das nicht bewusst.....erschreckend :(