• Hallo, ich bin der, zumindest hier im Forum, Nobs. Bin über 50, arbeite in einem Job den ich gern mag.

    Ich bin Alkoholsüchtig.

    Ich habe so um die 6 bis 8 Bier jeden Tag getrunken.

    Seit ca 3 Monat bin ich nüchternen.

    Ich besuche alle 2 Wochen eine Suchtberatung und gehe parallel dazu noch 1x wöchentlich in eine SH-Gruppe.

    Das mal fürs erste.

  • Hallo Nobs, schön dass du dich hier angemeldet hast. Zu deinen 3 nüchternen Monaten gratuliere ich dir. Richtig klasse, dass du den Weg vom Alkohol weg gefunden hast.

    Ich wünsche dir einen guten Austausch hier.

    Jemand der Moderatoren wird dich noch begrüßen und in die entsprechende Rubrik verschieben.

    In der Zwischenzeit kannst du gerne schon etwas stöbern und dich etwas einlesen.

  • Hallo Nobs

    Herzlich willkommen auch von meiner Seite! Ich wrde dich sogleich freischalten. Das heisst, dass dein Beitrag in den offenen Bereich verschoben wird du dann dort weiterschreiben kannst. In den ersten drei Monaten verändert sich so vieles, vielleicht magst du darüber ein wenig berichten oder auch wie du zum Entschluss gekommen bist, mit dem Trinken aufzuhören. Lass dir Zeit, lies dich ein. Mit realer SHG, Suchtberatung und nun diesem Forum hast du ja schon gute Bedingungen geschaffen, den Weg ohne Alkohol weiterzugehen

    Gruss

    Tom

  • Erste Mal einen ganz großen Dank an die schnelle Aufnahme.
    Meine Nüchternheit hat angefangen, mit der Überlegung wieder einmal ein paar Tage nichts zu trinken, um mir zu beweisen, dass ich doch kein alkoholproblem habe.
    Ich trank 6 bis 8 Bier täglich, immer abends nach der Arbeit.
    Nach ca. einer Woche Nüchternheit musste ich zu meiner Hausärztin um meine Cholesterinwerte zu überprüfen, dabei sprach ich meinen alkoholkonsum an.
    Die Ärztin bot mir dann an, dass ich wöchentlich zu ihr kommen könne um kurz zu reden. Nach der ersten Woche schickte sie mich dann doch zu einer Suchtberatung. Die hatte aber gerade drei Wochen Urlaub. Dort, nach einer gefühlten Ewigkeit angelangt, habe ich dann erfahren, dass ich dieses Angebot nur nutzen kann, wenn ich zuerst zu einem Psychologen gehe. Zu dem Zeitpunkt war ich dann schon gute 5 Wochen nüchtern. Nun wollte ich mir, bei dem einzigen Psychologen in meiner Region einen Termin machen, den Termin hätte ich dann aber erst im Jänner bekommen, darauf habe ich mich an unserer Krankenhaus gewandt, da es dort ja auch Psychologen gibt, mit Ach und Krach habe ich dort relativ schnell, zwei Wochen, einen Termin bekommen. Somit konnte ich nun zumindest zur Suchtberatung (14-tägig) gehen.
    Über die Beratung bin ich dann auch in eine Reale SHG gekommen. Zu der bin ich nun auch schon 2x gegangen.
    Die Nüchternheit tut mir richtig gut, allerdings muss ich auch sagen, dass die Steine die ich bis jetzt in den Weg gelegt bekommen habe sehr an meinen Nerven zehrt.
    Wenn ich bedenke dass ich nun knapp über drei Monate nüchtern bin, gefühlte 100 Telefonate hinter mir habe, zu etlichen Terminen gegangen bin und das alles am Anfang meiner Trockenheit. Da wundert mich es nicht dass viele gerade am Anfang wieder zu trinken anfangen, wie oft ich mir gedacht habe, komm Nobs trink ein Bier es interessiert ja eh keiner.
    Das fällt mir erst jetzt, wie ich es so in der schnelle nieder schreibe, auf.

    Es ist wirklich ein Wunder dass ich immer noch nüchter bin.
    Daher sage ich noch einmal, vielen vielen Dank für die rasche Aufnahme.

    LG Nobs

  • Ich finde, dass es sichbauf jeden Fall lohnt den nüchternen Weg zu gehen. Egal ob es irgendwen interessiert oder nicht. Die Abstinenz kommt dir zu Gute. Alkohol ist ein Nervengift und in jeder Menge schädlich für den Körper.

    Jetzt kann sich deine Gesundheit wieder erholen. Und du hast deine Freiheit wieder. Nach 3 Monaten merkst du doch bestimmt schon einen Unterschied.

  • Emily, da hast du vollkommen Recht, es lohnt sich immer, daher bleibe ich ja auch dran.

    Gesundheitlich kann ich nicht viel sagen, mein Gewicht ist in die höhe gegangen, das ist eher schlecht aber bevor ich was trinke, esse ich lieber was. Ich hoffe dass ich das auch noch in den Griff bekomme. Ansonsten kann ich nur sagen, dass ich halt viel klarer denke und handle.

    Zwecks der Freiheit: Ja da hat sich einiges getan, ich kann jederzeit in die Öffentlichkeit, ich kann immer Auto fahren, ich muss mir nicht ständig Gedanken machen, ob ich noch genug Stoff für die nächsten Tage da habe, auch muss ich nicht ständig das Leergut entsorgen.

  • Hallo Nobs,

    von mir auch noch ein herzliches Willkommen.

    Das klingt ja sehr unschön, was Du schreibst. Ich dachte immer die Suchtberatung wäre ein guter Ansprechpartner für schnelle Hilfe. Das ist ausgesprochen enttäuschend. Nun hast Du es aber ganz alleine geschafft und bist bei uns gelandet.

    komm Nobs trink ein Bier es interessiert ja eh keiner.

    Das mag zwar eine bittere Erkenntnis sein, aber am Ende ist es ein Geschenk, dass Du Dir selbst machst. MIt andauernder Nüchternheit wird es immer besser.

    Beste Grüße Helga

  • Hallo Helga,

    Das klingt ja sehr unschön

    Ja leider habe ich es so erfahren, ich hoffe dass es anderen da besser geht.

    Und ja, ich bin sehr froh darüber, dass ich euch gefunden habe und dass es so etwas gibt, ich habe bereits ein wenig gelesen und kann mir gut vorstellen, dass mir das auf meinem weitern Weg sehr viel Kraft und Halt gibt.

    LG Nobs

  • Ich habe eine ähnliche Vita. Ich habe auch immer wieder aufgehört, teilweise monatelang, auch mal zwei Jahre, um dann am Ende immer wieder anzufangen. Ich habe mich nie wirklich damit auseinandergesetzt, dass ich ernsthaft suchtkrank bin. Nach einiger Zeit reifte in meinem Kopf immer wieder der Gedanke: wenn Du solange nüchtern sein kannst, bist Du kein Alki.

    Außerdem wollte ich auch nicht anders sein, als die anderen. Ich wollte wie andere mittrinken, Bier "genießen" können, wenn die Situation passend war. Dass ich mich die ganze Zeit belogen habe, habe ich erfolgreich ausgeblendet. Es gab immer passende Situation und mit Genuss hatte das nüscht zu tun.

    Die Erkenntnis, dass ich nicht anders bin, habe ich in diesem Forum erfahren. Ich bin nämlich genauso wie die anderen suchtkranken. ^^ ok, ich würde lieber zu der anderen Gruppe gehören, aber ist nun mal so.

    Du wirst in den kommenden Wochen und Monaten wahrscheinlich immer mal von Deinem Suchtgedächtnis herausgefordert. Hast Du Dir eine Strategie zurechtgelegt? Vielen hilft neben der SHG auch noch Sport zu treiben. Was kannst Du an langen Winterabenden tun, um nicht in alte Muster zurückzufallen? Ich habe zu Beginn auch viele Dinge getan, um Zeit totzuschlagen. Mich abgelenkt mit backen, kochen, Playstation spielen. Was machst Du alternativ?

    Beste Grüße Helga

  • Nach einiger Zeit reifte in meinem Kopf immer wieder der Gedanke: wenn Du solange nüchtern sein kannst, bist Du kein Alki.

    Ja das ist ein schrecklicher Gedanke, da kommt auch noch dazu, dass ich mir dann denke, ach so schlimm ist es ja nicht, eins kannst du ja trinken, das macht doch jeder...

    ich würde lieber zu der anderen Gruppe gehören

    Über das habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht, wenn ich jetzt so auf die schnelle nachdenke, dann gehörte ich, wie viele andere auch zu der anderen Gruppe aber leider mit der Sucht. Eventuell möchte ich das aber nicht und lieber in der Gruppe sein...Darüber muss ich mir mal Gedanken machen.

    LG

  • mein Gewicht ist in die höhe gegangen, das ist eher schlecht aber bevor ich was trinke, esse ich lieber was.

    Jetzt am Anfang ist es wichtig abstinenz zu bleiben und daher ist essen statt saufen eine gute Strategie. Ich habe viel Eis gegessen statt zu trinken. Wenn sich deine Abstinenz stabilisiert hat, du mit der neuen Energie vielleicht Spot machst, dann wirst du auch Gewicht verlieren.

    Vielleicht kennst du den Spruch: Nur nicht trinken reicht nicht. Ich habe viel Trockenarbeit geleistet, mich immer wieder reflektiert, mich hier ausgetauscht. Das hat neben nüchtern zu bleiben, sehr viel für mich verändert.

  • Ja den Spruch kenn ich. Eventuell hätte ich mir ehre den Sommer zum aufhören aussuchen sollen, da sind mehr Sportaktivitäten möglich. Jetzt im Winter lese und höre ich von verschieden Seiten, ab hinter den Ofen, rein in eine Kuscheldecke, ein guter Tee für die Kälte und und und.

    Normalerweise bin ich richtig Sportbegeistert, fange alles mal an und bei den guten bleibe ich dann auch. Das fällt mir zur zeit so richtig schwer. Auch weil ich mich mit den mehr Kilos nicht wohl fühle.

    Ein richtiger Teufelskreis.

  • ...komm Nobs trink ein Bier es interessiert ja eh keiner.

    Wen außer dich selbst sollte es auch interessieren, abgesehen vielleicht von Angehörigen, die entweder möchten, dass es dir gut geht oder die unter deinem Alkoholkonsum leiden?

    Es geht um dich. Und du bist auch derjenige, der am meisten profitiert, wenn du der Sucht die kalte Schulter zeigst.

    Also hau rein. Beim Suchtausstieg darfst du ohne schlechtes Gewissen richtig egoistisch auf dein eigenes Wohl bedacht sein.

    Alles Gute wünscht dir

    Bassmann

  • Wen außer dich selbst sollte es auch interessieren, abgesehen vielleicht von Angehörigen, die entweder möchten, dass es dir gut geht oder die unter deinem Alkoholkonsum leiden?

    In erster Linie mich, da hast du recht. Dann gibt es da ja noch die Angehörigen was du ja auch noch schreibst, aber dann gibt es da noch Nachbarn, Arbeitskollegen und so weiter.

    Mich interessiert es auch, ob jemand den ich nicht kenne, etwas im Straßenverkehr als Lenker getrunken hat.

    Ich habe auch Interesse, dass ich auf einem Amt, in einem Geschäft etc. gehe und dort auf nüchterne Leute treffe und von dehnen beratet, bedient werde.

  • Mich interessiert es auch, ob jemand den ich nicht kenne, etwas im Straßenverkehr als Lenker getrunken hat.

    Ich habe auch Interesse, dass ich auf einem Amt, in einem Geschäft etc. gehe und dort auf nüchterne Leute treffe und von dehnen beratet, bedient werde.

    Das stimmt, ist aber in erster Linie auch ein Selbstzweck. Die meisten Menschen interessieren sich nur für sich selbst.

    Beste Grüße Helga

  • Hallo Nobs ,

    auch von mir ein herzliches Willkommen in dieser SHG und ich wünsche dir ein gutes Ankommen hier.

    Das ist enttäuschend, dass du‘s mit der Suchtberatung offenbar nicht so niederschwellig hattest, wie das wünschenswert gewesen wäre. Ich hab diesbezüglich schon von anderen Erfahrungen gelesen.

    Immerhin bist du offenbar aber an eine gute Ärztin geraten, die dir wöchentliche Gespräche angeboten hat. Das ist echt was wert.

    Nun bist du immerhin schon drei Monate trocken und hast deinem Körper damit mit Sicherheit schon einen großen Gefallen getan. Wenn du dich näher mit den gesundheitlichen Folgen von Alkoholkonsum auf den Körper vertraut machst, wirst du wissen, was du dir da für einen Gefallen getan hast.

    Normalerweise bin ich richtig Sportbegeistert, fange alles mal an und bei den guten bleibe ich dann auch. Das fällt mir zur zeit so richtig schwer. Auch weil ich mich mit den mehr Kilos nicht wohl fühle.


    Das wird sich mit sehr großer Wahrscheinlichkeit im Laufe der Zeit ändern, dass dir der Sport schwer fällt und du unter den mehr Kilos leidest.

    Gewiss ist das nicht soooo dolle, mehr zu essen, aber im Moment solltest du dir deswegen nicht noch mehr Stress machen. Was du versuchen könntest, ist, mehr Wasser oder ungesüssten Tee zu trinken. Ist der Bauch erstmal gefühlt, tritt nämlich Sättigung ein.

    Wie steht‘s bei dir ansonsten mit deinen Interessen? Gibt es da etwas, was du gerne machst?


    Viele Grüße

    AmSee

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • Danke für den Empfang AmSee13

    Gewiss ist das nicht soooo dolle, mehr zu essen, aber im Moment solltest du dir deswegen nicht noch mehr Stress machen. Was du versuchen könntest, ist, mehr Wasser oder ungesüssten Tee zu trinken. Ist der Bauch erstmal gefühlt, tritt nämlich Sättigung ein.

    Ich mach mir da eh noch nicht so den Kopf aber es fällt mir schon auf dass ich ständig hungrig bin, am Abend beim TV statt 1 Apfel gleich 4 oder 5 und Wasser und Tee literweise, da bekomme ich oft sogar ein richtiges Völlegefühl und höre nicht auf.

    Wie steht‘s bei dir ansonsten mit deinen Interessen? Gibt es da etwas, was du gerne machst?

    Da habe ich auch viele, ich lese gerne, schaue gerne TV, koche gerne, Gartenarbeit jetzt gerade nicht😉, töpfern tu ich auch, da währe noch einiges.

  • Ich habe gerade gesehen, dass ich am Anfang vergessen habe zu schreiben, dass:

    Ich eigentlich am kommenden Dienstag auf einer stationären Therapie aufgenommen werde......ABER nun kommt's, die Krankenkasse hat mir am Freitag gesagt, dass sie mich am Montag noch anrufen und ich nochmals vorbeikommen muss wenn es klappt, denn der/die zuständige ist nicht da und wo die Vertretung ist, können sie mir nicht sagen.

    Auch da habe ich das Gefühl, hängen gelassen zu werden, das kostet einfach verdammt viel Kraft.

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