Das Jahr 15 nach dem Ausstieg hat begonnen. Heute. Passend mit einer Schnapszahl.
Beim Rauchstopp hieß es, dass der Nichtmehrraucher nach 15 Jahren kein höheres Herzinfarktrisiko als ein Nichtraucher hat. Ob das 15. Jahr auch für den Alkoholaussteiger irgendeine Besonderheit aufweist, ist mir nicht bekannt.
Und es ist mir auch egal.
Allein der nicht mehr vorhandene Zwang, Alkohol trinken zu müssen, ist nach vielen Jahren des unfreiwilligen Trinkens Besonderheit genug.
Viel gibt es nicht zu berichten. In einem Monat werde ich 69 Jahre alt. Und ich fühle mich körperlich wie fünfzig. Oder sogar jünger. Vermutlich wäre das völlig anders, wenn ich nach wie vor trinken würde.
Eine der schönsten Folgen des Alkoholausstiegs ist für mich, dass ich aufgrund der Einsparung von Trinkstunden viel Zeit gewann. Zeit, die ich nutzen konnte, um Dinge zu tun, die dem Körper und der Seele gut tun. Wenn ich mir bewusst mache, was mir entgangen wäre, wenn ich nach wie vor glauben würde, dass Suchtmittel langfristig etwas Positives zu geben vermögen und diese deswegen konsumieren würde, möchte ich jubeln.
Ich glaube, diese Erkenntnis ist, wenn sie wirklich empfunden wird und nicht nur theoretisch bleibt, der Garant dafür, Suchtmitteln für immer die kalte Schulter zu zeigen.
Es gibt kein besseres Leben als ein Leben in Freiheit.
Und ein Leben in Freiheit ist nur ohne Süchte möglich.
Bassmann