Verbesserung der Gesundheit auf dem abstinenten Weg

  • Ich habe gleich zu Anfang meiner Abstinz auch meine Ernährung etwas umgestellt, mehr Gesundes und weniger Zucker. Dadurch hatte ich auch schnell einige kg abgenommen.

    Damit hatte ich jetzt angefangen und es hat mich überfordert. Jeden Tag gesund zu essen kannte ich ja gar nicht mehr. Und dann will ich auch mal wieder etwas ungesundes und Schwupps steht dazu wieder eine Flasche Wein dazu auf dem Tisch. Es so ein Teufelskreis.

    Meine Eltern trinken auch. Im geselligem Rahmen. Nutzen jede Möglichkeit und Abens Zuhause noch ne Flasche Wein. Die kommen gut damit Zurecht.

    Ich nicht mehr. Wenn ich da mal anrufe höre ich dass die angetüddelt sind. Beim letzten Telefonat habe ich gesagt daß ich so nicht mehr mit Ihnen reden werde. Mein Vater fängt dann immer an mich zu verarschen. Ich komme da nicht mehr gegen an. Da die daran nichts ändern werden heisst es für mich dass ich keinen Kontakt mehr zu Ihnen haben werde. Dass tut weh und vor allem werde ich so erst wieder von denen hören wenn einer stirbt oder bereits tot ist und das ist bitter.

    Mit der ganzen anderen Verwandschaft habe ich schon seit Jahren nichts zu tun. Mich mit allen erzürnt. Denke ich könnte es mental so nicht mal schaffen zur Beerdigung zu gehen. Ist bitter was der Alkohol so anrichtet.

  • Auch merke ich dass ich nüchtern viele Dinge nicht mehr ertrage.

    Zum Beispiel Fernsehen, Kaffee trinken, in der Stadt rumbummeln. Am liebsten bin ich nur noch Zuhause.Termine stressen mich.Ich hoffe das pendelt sich bald alles wieder ein.

  • Das Wichtigste ist vielleicht die Entdeckung dass ich die Fähigkeit habe ohne Alkohol meinen Stress wenn auch nicht abzuschalten, so doch zu mindern und zumindest eine Weile jenseits von ausufernden Aktivitäten zu sein. Aus diesem entspannten Momenten heraus entsteht dann ein anderer Blickwinkel auf so viele Dinge. Genannt sei mal der Schlaf, die Ernährung und die Bewegung. Das hat dann sehr viel mit einer Stabilisierung der Psyche zu tun, fördert das Wohlbefinden, die Zufriedenheit und damit natürlich auch den Umgang mit mir Selbst und den Anderen.

    Wenn ich zurückblicke fallen mir so viele Veränderungen ein, da könnte ich einen Roman schreiben. Deshalb beschreibe ich nur kurz die Veränderung meines Schlafs. Betrunken bis zum Anschlag schlief ich gut ein wachte jedoch ziemlich aufgedunsen und unausgeschlafen auf. Mit der Abstinenz änderte sich das. Die Zeit vor dem Schlafengehen trinke ich gern Kräutertee, schaue in ein Kerzenlicht. Auch der Morgen brachte eine Transformation. Sprang ich doch früher aus dem Bett wie ein Verrückter und machte dann oft zwei, drei Sachen gleichzeitig. Hektik vorprogrammiert. Inzwischen nehme ich mir die Zeit und komme ganz langsam aus dem Tiefschlaf in ein relaxteres Wachbewusstsein, dass ich zumeist mit in den Tag nehmen kann.

  • Das Wichtigste ist vielleicht die Entdeckung dass ich die Fähigkeit habe ohne Alkohol meinen Stress wenn auch nicht abzuschalten, so doch zu mindern und zumindest eine Weile jenseits von ausufernden Aktivitäten zu sein. Aus diesem entspannten Momenten heraus entsteht dann ein anderer Blickwinkel auf so viele Dinge.

    Für mich war eine wichtige Erkenntnis, dass der Alkohol am Ende auch viel Stress produziert hat. Ging es am Anfang noch darum Stress ohne die Entspannung aus der Flasche auszuhalten, kam später die Erkenntnis dazu, dass ne Menge Stress wegfällt, wenn man morgens erholt und ausgeschlafen ist.

    Ich war vorher immer sehr getrieben und beschäftigt. Ehrlicherweise lag das daran, dass man bis zum Mittag so verkatert war, dass alles irgendwie anstrengender war und länger gedauert hat. Zu Beginn hatte ich auch Probleme das Nichtstun am Abend auszuhalten. Da wo vorher die alkoholische Seeligkeit war, war plötzlich nix.

    Was mach ich denn jetzt? Fernsehen - blöd. Sprache lernen - blöd. Kochen - blöd. Was lesen - blöd. Playstation spielen - blöd. Ich fand zu Beginn alles langweilig und blöd, weil mir auch die Fähigkeit abhanden gekommen war, Langeweile auszuhalten und mich lange auf eine Sache zu konzentrieren, die mit weniger Dopaminkick einherging.

    Wenn man diesen Punkt überwunden hat, wird es leichter. Gestern war zB wieder so ein Tag - ich war schrecklich müde, draußen war schönes Wetter und was hab ich getan: nix! Ich hab gefaulenzt und mich dabei gut gefühlt. Ich konnte dieses Gefühl vom Nichtstun gut aushalten. Mittlerweile bin ich auch tiefenentspannt, wenn Dinge liegenbleiben. So liegt hier schon seit 1 Monat eine Waschtisch-Armatur, die montiert werden muss. Das Gefühl des Getriebenseins ist mittlerweile aus meinem Leben verschwunden. Ok, die verdammte Armatur muss jetzt endlich ausgetauscht werden... ^^

    Rückblickend muss ich feststellen, dass das Erreichen dieses Zustands bei immer ein Jahr gedauert hat. Ich hab das in der Vergangenheit ja schon öfter geschafft und bin dann immer wieder rückfällig geworden. Verrückt, dass ich dies erst nach so vielen Runden verstanden habe - aber das ist wohl das Wesen der Sucht. Sie versucht uns immer wieder mit der Vorspiegelung falscher Tatsachen zurückzuholen. Die erste Zeit muss man einfach aushalten - das ist auch etwas, was ich Tron100 gerne mitgeben möchte. Da musst Du jetzt beißen, die Belohnung kommt verzögert und nicht so einfach wie mit dem Öffnen der Flasche. Ich hab mir in schwachen Momenten immer einen Vertrag mit mir selbst auferlegt, zB. "die nächsten 2 Wochen verspreche ich mir nichts zu trinken". Meist war das Mindset zu einem späteren Zeitpunkt schon besser - oder wenigstens anders, was das weitermachen befördert hat.

    Beste Grüße Helga

  • Ich denke vieles verbessert sich tatsächlich nach 1 Jahr. Das Getrieben sein war bei mir immer mein Begleiter. Jetzt nicht mehr. Jetzt denke ich öfter auch zuerst an mich und dann erst an andere.

    Mich hat immer interessiert was sich in der Abstinenz wann verbessert. Da gibt’s im Internet einiges zu lesen.

    Nach 2 Wochen dies und das, nach 1 Monat jenes, nach 6 Wochen ist xy besser, nach 3 Monaten erholt sich im Körper …, nach nem halben Jahr verbessert sich folgendes…., nach 1 Jahr hat sich …. regeneriert usw.

    Ich komme mal auf Blutwerte. Meine waren gegen Ende der nassen Zeit mies. Jetzt hatte ich wieder ein großes komplettes Blutbild. Bin gespannt wie es aussieht. Habe den Besprechungstermin aber erst Anfang November.

    Auch waren bei mir erhöhte Leberwerte in Richtung leichte Fettleber. Und es wurden bei mir Entzündungswerte der Bauchspeicheldrüse, sowie Reflux festgestellt.

    Habe viel getan um die Leberwerte zu verbessern, z.B. Bitterstoffe und Mariendistel usw. Natürlich auch für viel frische Luft und Bewegung gesorgt.

    Durch guten Schlaf bin ich wesentlich ausgeglichener. Auch hatte ich keine Gedächtnislücken mehr seit ich trocken bin.

  • Die Gedächnislücken sind bei mir tatsächlich erst jetzt da

    Ich hatte das oft, dass ich morgens nicht mehr wusste was am Abend war. Gespräche waren weg, wusste nicht mehr was ich gesagt hatte. Oder welchen Film ich geschaut habe. Manchmal sind mir Teile im laufe des Tages wieder eingefallen, manchmal war es einfach vergessen und weg. Habe immer versucht mir das nicht anmerken zu lassen und so getan als wüßte ich alles noch. Furchtbar. Bin froh, dass ich nüchtern morgens noch alles wußte was am Vortag war.

  • Ja, ich kenne das. Habe ich tatsächlich aber erst wenn ich nicht trinke. Ich finde es erschreckend, aber auch da muss ich durch.

    Ist vielleicht nur wieder irgendwas womit mich mein Saufhirn locken möchte. Ich ignoriere das inzwischen einfach.

  • Auch hatte ich keine Gedächtnislücken mehr seit ich trocken bin.

    Was meinst du mit den Gedächtnislücken genau?

    Ich war auf der Party, habe jedoch ab so und so viel Uhr keinerlei Erinnerung mehr. Geschweige denn wie ich nach Hause und ins Bett gekommen bin. Das wäre dann so der klassische Filmriss.

    Oder meinst du eher die Lücken im gewöhnlichen Alltag?

    Dieses: "Wie hieß Der denn noch gleich?" Da erschwert eine Lebensweise mit einem Zuviel an Alkohol ja auch das Erinnerungsvermögen.

  • Was meinst du mit den Gedächtnislücken genau?

    Bei mir war es so, dass ich Gespräche am Abend z.B. mit meinem Mann und besonders was ich gesagt habe morgens nicht mehr gewusst habe. Nicht ganz Filmriss aber so in diese Richtung, die Erinnerungen waren einfach weg und nicht mehr abrufbar.

    Ich habe sozusagen meistens zuhause im stillen Kämmerchen getrunken. Partygänger war ich nie.

  • Ich bin einen Abend noch hoch zu meinem Nachbarn, hackevoll. Er auch. Wollte da noch mitsaufen. Er hatte aber nichts mehr da und noch los einkaufen. Bin ich mit dann. Ein ganzes Stück gelaufen habe ich gesagt, dass ich den Weg nicht mehr schaffe. Er ist weitergegangen, ich wohl irgendwie alleine zurück. Dran erinnern kann ich mich nicht mehr. Nur wie ich Zuhause war dachte ich : hoffentlich klingelt der nachher nicht mehr. Und bin ab zu Bett.

    Das Gehirn schaltet sich ja manchmal aus, weil Sachen passieren die der zugehörige Mensch das psychisch nicht aushalten könnte.

  • Ich hoffe, dass ich fliegen kann. Habe heute nochmal einen Corona-Test gemacht… zur Sicherheit und weil es mir immer noch so schlecht geht… war aber negativ. Hatte letzte Woche schon mal einen gemacht… auch negativ! Das ist mir schon wichtig, dass ich so was nicht verbreite… LG Ciara

  • Hallo Maggi danke für deine Worte. Gestern ging es mir soweit ganz gut und ich bin geflogen. Ich hatte auch den ganzen Tag kaum Schmerzen und keine Schmerztablette genommen. Dafür geht es mir heute schlecht. Glieder- und Kopfschmerzen sind wieder da. Habe heute Nachmittag nur im Bett gelegen. Mal sehen, wie es morgen wird. Liebe Grüße Ciara

  • Hallo Maggi danke für deine Worte. Gestern ging es mir soweit ganz gut und ich bin geflogen. Ich hatte auch den ganzen Tag kaum Schmerzen und keine Schmerztablette genommen. Dafür geht es mir heute schlecht. Glieder- und Kopfschmerzen sind wieder da. Habe heute Nachmittag nur im Bett gelegen. Mal sehen, wie es morgen wird. Liebe Grüße Ciara

    Ohje, bitte überanstrenge dich nicht! War doch etwas früh. Ich habe auch eine dicke Erkältung aus dem Urlaub mitgebracht. Ruh dich aus und kurriege es aus, wir sind nicht mehr die Jüngsten. Nimm ruhig eine Tablette, habe heute auch Novalgin genommen, weil mir alles weh tat, und ich noch arbeiten musste. Gute Besserung weiterhin und schau was dir gut tut. Wenn ich wüsste, wie es geht, hätte ich dir eine PN geschickt. LG

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