• Fühlst du dich etwa auf den Schlips getreten?

    Wie kommst du darauf?🙃

    Ich berichte von mir, wie ich es erlebte, ich es verstehe, wie ich es empfand. Wie ich mich sehe, heute, im Nachhinein. Ich beschrieb meinen Weg der "Erkenntnis", hoffentlich phrasenfrei und verständlich.

    Klar war ich Schuld an meiner Sauferei, wer soff denn? Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass ich jung, doof, unsicher an den Alk herangeführt wurde.

  • "Die Anderen" legten den Grundstein, formten mich, statteten mich mit Selbstbewustsein aus oder eben nicht.

    Das ist doch die alles entscheidene Kernaussage, mir wiederfuhr, was vielen wiederfuhr, bis heute - anstatt fruchtende Aufklärung, laxe Verbote und Präventionsversuche.

  • Das ist doch die alles entscheidene Kernaussage, mir wiederfuhr, was vielen wiederfuhr, bis heute - anstatt fruchtende Aufklärung, laxe Verbote und Präventionsversuche.

    Hallo Paul,

    weiß jetzt nicht wie alt du ungefähr bist. Für mich ist deine alles entscheidende Kernaussage mindestens mal von übervorgestern. Warum ist dir das heute/jetzt noch so immens wichtig? Du/ich sind irgendwann falsch abgebogen. Einen Grund zum Feiern/Saufen fanden du/ich immer.


    Warum also diese 1 Mio Worte über vergossene Milch? Willst du andere LeserInnen hier "retten"? Löblich, aber schwer bis unmöglich. Ich empfehle Siddartha von Hesse, der wollte auch seinen Sohn retten, naja, andere Geschichte. Hat nix mit Sucht zu tun. Sondern mit Buddhismus. Und hat mir geholfen, also erst vor ein paar Jahren, als ich schon länger suchtfrei war.


    Oder magst du gern Aufmerksamkeit? Oder Sucht ins Internet verlagern? Also Suchtverlagerung?


    Ich weiß es natürlich nicht. Meine Werkzeuge waren Therapie, laufen statt saufen und reale SHG, nicht in dieser Reihenfolge.

    Wünsche dir Gutes. Ichso

  • "Die Anderen" legten den Grundstein, formten mich, statteten mich mit Selbstbewustsein aus oder eben nicht.

    Das ist doch die alles entscheidene Kernaussage, mir wiederfuhr, was vielen wiederfuhr, bis heute - anstatt fruchtende Aufklärung, laxe Verbote und Präventionsversuche.

    Ich erinnere nochmals daran, dass das Ziel dieses Forums die Selbsthilfe ist.

    Darf ich fragen, inwiefern dir oder anderen Selbstbetroffenen hier das zur Selbsthilfe dient? - Ich kann’s (noch?) nicht nachvollziehen.


    Abgesehen davon, dass junge Menschen heute nochmals in einer anderen Zeit und unter anderen Bedingungen aufwachsen, als du in den ?? oder meine Eltern in den 40ern und 50/60ern oder ich in den 70ern und 80/90ern oder deine Oma in der Zeit während oder nach dem 1. Weltkrieg, von deren Zeit und Bedingungen du mal erzählt hast:

    Inwiefern hilft dir oder anderen weiter, sich zu fragen,
    „Warum "schiessen" sich gerade so viele junge Menschen weg, egal ob mit Alk., Lachgas oder Cannabis? Oder flüchten sich in die Anonymität des www., werden radikal, depressiv oder beides?“


    Steht es denn in deiner oder meiner oder in jemand anderes Macht hier, daran grundsätzlich etwas ändern zu können?

    Oder bleibt uns für uns selbst nur, um die Gelassenheit, Dinge, die wir nicht ändern können, zu bitten und uns darin zu üben?
    Und uns auf das zu konzentrieren, was wir tatsächlich ändern können?


    Weißt du, was mir an der Opferrolle nicht gefällt? - Sie bleibt in der Passivität verhaften.
    Und das hilft einem selbst nur äußerst selten weiter, im Gegenteil.

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • Man kann die Opferrolle auch einfach ignorieren und trotzdem handeln. Ich habe mich darin eigentlich nie gesehen. Selbstmitleid oder sogar (besser) Mitgefühl mit sich selbst, gab es eine Zeit lang überhaupt nicht. Ich wollte auch immer das Selbstbild "alles in Ordnung, kein Problem" aufrecht erhalten.
    Bei genauer Betrachtung ist jeder irgendwie ein "Opfer seiner Zeit...". Aber gut, stimmt das hilft nicht unbedingt.

  • In der Jugend ist man definitiv Opfer.

    Später, der schleichenden Sucht schon längst anheimgefallen, wirken antrainierte Verdrängungsmechanismen perfekt: ....

    Ist der junge Mensch an seiner Unwissenheit schuld? Ist er Schuld, dass er sich anpasst, gefallen, akzeptiert werden will?

    Für alle Schuld-Wort-Phobiker, anders formiliert: was ist ursächlich für die Meinungsbildung eines Heranwachsenden, eines Unwissenden?

    Er selbst? Ist er nicht Opfer?

    Ja dann, erwachsen und hoffentlich allseits informiert/geblidet, dann hat er es selbst in der Hand, zumindest theoretisch, wäre da nicht das bereits antrainierte Verhalten, die bereits vorhandene Sucht ... nach Fröhlichkeit, Anerkennung, Dazugehörigkeitsgefühl - wie bei mir - ... all das verspricht Alkohol.

    Die Opferrolle wird gern als Ausrede zum Weitertrinken angeführt = Bewusstsein, nun vorhandenes Wissen (als Erwachsener) gegen Sucht (antrainiertes, gewohntes Verhalten).

    Und auch vorgeworfen ... Opfer des Alkohols!

    Was ist die Ursache, der Grund, dass wir (alle/sehr viele) so lax/unkritisch mit Alkohol umgehen? Was lässt, besonders Heranwachsende, uns so unbedenklich mit Alkohol umgehen?

  • Wer hat Schuld, was ist die Ursache?

    Die genügende Prävention durch Eltern, Schule, Erwachsene? Das vermittelte Wissen, was zur Bewusstseinsbildung unabdingbar ist? Das Vorleben: Wasser predigen und Wein trinken?

    Die (!) Gesellschaft, deren Teil wir alle sind, jeder Einzelne?

    Beim Rauchen hat's schon etwas funktioniert, durch drastische Preiserhöhungen und Rauchverbot in öffentlichen Räumen, doch beim Bewusstsein?

  • Paul , meine Fragen hast du übrigens nicht beantwortet….

    Ich kann bei dir noch immer nicht erkennen, inwiefern deine Beiträge dem Ziel dieser Selbsthilfegruppe dienen: Der Selbsthilfe!

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • Hallo AmSee13,

    ich hab's begriffen, das half mir!

    Ob es dieser Selbsthilfegruppe dient ... ???

    Es steht in meiner Macht etwas zu ändern, ich konnte grundsätzlich etwas ändern, so wie viele hier.

    Ich war Opfer, auch Opfer meiner eigenen Doofheit, Uneinsichtigkeit, Sucht - nenne es wie du willst. Mir gelang es, die Augen nicht mehr zu verschließen, ohne Rechthaberei, puren Pragmatismus oder durch, auf wenig fuchtvollen Boden stossende Predigten.

    Ich erreichte mich, wohl die beste Hilfe überhaupt, ... dank der vielen kleinen Anstöße Anderer, dank der vielen Kontroversen, dank der vielen kleinen Aha-Effekte, die mir im Laufe der Zeit zu teil wurden. Danke AmSee13 .

  • Steht es denn in deiner oder meiner oder in jemand anderes Macht hier, daran grundsätzlich etwas ändern zu können?

    Ja, es steht in meiner Macht, mich zu ändern, grundsätzlich. Ich will niemanden (anderes) verändern.

    Ich muss ehrlich gestehen ... soll'n "die Anderen" doch machen, was sie für richtig halten - sie werden bemerken, ob es funktioniert!

    Mein Weg funktionierte für mich. Wenn Andere einen anderen Weg wählen und der funktioniert (für sie), werden auch sie zufrieden sein.

    Nur darum geht's doch: Zufriedenheit. Ich muss für mich, meine Wahrheit finden, wenn die mit der Wahrheit der Anderen nicht deckungsgleich ist, ist es doch unerheblich = Hauptsache es funktioniert, für den Einzelnen!

  • Hallo Paul .

    Ja, es steht in meiner Macht, mich zu ändern, grundsätzlich. Ich will niemanden (anderes) verändern.


    Warum hast du das Zitat aus dem Zusammenhang gerissen? 🤔

    Dem, worauf du dich beziehst, geht doch etwas voraus:

    Inwiefern hilft dir oder anderen weiter, sich zu fragen,
    „Warum "schiessen" sich gerade so viele junge Menschen weg, egal ob mit Alk., Lachgas oder Cannabis? Oder flüchten sich in die Anonymität des www., werden radikal, depressiv oder beides?“


    Steht es denn in deiner oder meiner oder in jemand anderes Macht hier, daran grundsätzlich etwas ändern zu können?


    Du hattest im Vorfeld Gedanken über andere geäußert…..

    Ja, es steht in meiner Macht, mich zu ändern, grundsätzlich.

    Das sehe ich nicht anders. Und auch in deinen darauf folgenden Äußerungen finde ich meine eigene Haltung wieder.

    Viele Grüße

    AmSee

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • Ich könnte jetzt alles wiederholen, was ich bereits äußerte ... viele, so auch ich, schoss mich immer wieder ab, weil ich mit mir und meinen Gefühlen und Empfindungen nicht zurecht kam.

    So wie viele Menschen. Wenn ich mir, die Frage beantworten kann (bzw. jeder für sich) und gleichzeitig bemerke, dass diese Dauerbetäubung alles andere als hilfreich ist, es sogar verschlimmert, kann ich etwas verändern.

    Diese Frage sollte sich jeder stellen und muss selbst seine persönliche Antwort/Lösung finden, ganz individuell - vorausgesetzt, er will das auch.

    Ich will nicht Andere verändern! Doch die Frage darf erlaubt sein: Warum tut ihr das, wenn es euch doch so viel Kummer bereitet?

    Meinetwegen kann sich jeder in den Ruin saufen, sofern er damit zufrieden ist, doch die Wenigsten sind doch damit zufrieden ..

  • Ich will nicht Andere verändern! Doch die Frage darf erlaubt sein: Warum tut ihr das, wenn es euch doch so viel Kummer bereitet?

    🤔
    Du richtest deine Fragen also an die Außenwelt, an die, die sich abschießen? Vielleicht auch an die, die auf der Schwelle stehen, ob sie so weitermachen wollen, wie bisher?

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • Ich kann doch nur Denkanstösse liefern, auch Fragen - doch entscheiden/antworten muss jeder selbst. Einer versteht's, ein anderer nicht, ich bin doch nicht Dr. Allwissend. Ich hab' so viele Zweifel, Nöte, vielleicht auch verkehrte Ansichten, wie jeder andere auch.

    Ich muss meinen Weg gehen! Meine Erkenntnis, Aha-Erlebnisse, Zufriedenheit finden ... das hilft mir weiter!

    Inwiefern es Anderen hilft, muss doch jeder selbst entscheiden.

  • Ok, gut, dass das geklärt werden konnte.

    Ich weiß nicht, ob von diesen Adressaten (Menschen, die sich abschließen wollen) überhaupt jemand in diese Online-SHG hineinschaut. Ich wage das zu bezweifeln.

    Wer hier tatsächlich reinschaut, sind doch solche, die sich ihres Problems bereits bewusst sind und nun nach Wegen suchen, daraus aussteigen zu können.

    Deswegen habe ich dich auch gefragt, inwiefern deine Ausführungen der Selbsthilfe dienen.

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • Ja, es steht in meiner Macht, mich zu ändern, grundsätzlich. Ich will niemanden (anderes) verändern.

    Ich muss ehrlich gestehen ... soll'n "die Anderen" doch machen, was sie für richtig halten - sie werden bemerken, ob es funktioniert!

    Mein Weg funktionierte für mich. Wenn Andere einen anderen Weg wählen und der funktioniert (für sie), werden auch sie zufrieden sein.

    Nur darum geht's doch: Zufriedenheit. Ich muss für mich, meine Wahrheit finden, wenn die mit der Wahrheit der Anderen nicht deckungsgleich ist, ist es doch unerheblich = Hauptsache es funktioniert, für den Einzelnen!

    Das finde ich auch. Jeder ist so individuell und so hat jeder auch seinen eigenen individuellen Weg. Ich kann mir hier von anderen Inspirationen holen und ausprobieren ob es auch was für mich ist.

    Also ich habe hier schon viel von euch gefunden, was ich nutzen konnte. Aber eben auch nicht alles. So ist das eben. Hauptsache und Ziel ist am Ende nur, nüchtern zu bleiben und das im Idealfall zufrieden, gut und leicht.

  • Will ich? ist doch die alles entscheidende Frage!

    Einmal dem Suff verfallen, wird's nicht gerade einfach, wieder davon loszukommen. Aber es gelingt!

    Antrainierte "Mechanismen" (im Kopf) wird man wieder los. Ich oder andere erfolgreich permanent Alkoholfreie sind doch keine "Sonderwesen" mit speziellen Fähigkeiten!!! Wir hielten durch, eigneten uns ein (anderes) Bewusstsein an, festigten es ... das ist doch keine Zauberei.

    Es braucht Zeit, auch muss man geduldig sein, durchhalten, sich permanent in Gelassenheit üben (wohl der schwieigste Teil), doch es funktioniert!

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