Ja Brant,
das war auch mein Eindruck ![]()
Ich bevorzuge Schritt für Schritt, irgendwann wird ein Weg draus.
lg Gerd
Kapitulation
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Guten Morgen Stefanut,
Du hast eine lange Liste, was Du alles tun willst, wie Du vorgehen möchtest und hast Dir sehr viele Gedanken gemacht darüber "wie" Du zukünftig trocken sein willst. Den festen Entschluss, endgültig mit den Trinken aufzuhören und nie mehr wieder zu trinken, den hast Du für Dich ganz fest gefasst und das glaube ich Dir auch sofort. Aus dem wie Du schreibst lese ich den festen Willen Dein restliches Leben ohne Alkohol leben zu wollen. Das alles finde ich erst mal sehr gut!
Ich kann aber auch gut nachvollziehen, was gerd und Brand geschrieben haben und was sie damit meinen. Denn das Trockenwerden und vor allem das Trockenbleiben ist ein Prozess, mitunter ein längerer. Ziele und Pläne sind sehr wichtig - Korrekturen oder Anpassungen aber auch, und mal innehalten auch.
Ich erzähl mal von mir um zu erklären was ich meine:
Mein letzter Ausstieg war ja, wie schon oft geschrieben, anders als die Versuche vorher. Ähnlich wie bei Dir, wusste ich plötzlich: Dieses Mal ist es anders, dieses Mal will ich wirklich und will wirklich alles dafür tun um trocken zu bleiben. Ich habe nichts im Vorfeld ausgeschlossen, auch keine LZT. Also los - noch keine 24 h ohne Alkohol und ich habe mich bereits einer SHG vorgestellt. Noch in der ersten Woche hatte ich Arztermine und einen Termin beim Psychologen vereinbart. Ich muss das verarbeiten - ich will das schaffen / so waren meine Gedanken. Ich bin jeden Tag in die SHG gegangen (große Stadt / es gab täglich Gruppensitzungen), der Termin bei Psychologen war nicht sofort zu bekommen aber fieberte schon darauf hin, endlich mit ihm sprechen zu können.
Hochmotiviert war ich, körperlich hatte ich schon nach wenigen Tagen ohne Alkohol das Gefühl, einen ganzen Wald abholzen zu können. Psychisch sah es anders aus aber die Freude und Motivation über mein neues Leben ohne Alkohol trug mich durch diese Anfangszeit. Soweit, so gut.
Irgendwann, nach der ich weiß nicht wievielten SHG-Sitzung bemerkte ich, dass ich dort nicht so recht voran komme. Ich ging nach der Sitzung nach Hause und dachte mir: "Hm, jedes mal das gleiche, der xy, der wieder über xy klagte, die xy, die wieder der Meinung war sie wird bald rückfällig werden und wieder der andere xy, der die Beziehung zu seiner Mutter nicht richtig aufgearbeitet hat".... Nette Menschen, auch gute Gespräche - meist jedoch vor oder nach den offiziellen Sitzungen. Und so bemerkte ich, dass ich irgendwie nichts für mich mitnahm.... Und fühlte mich schlecht, denn viele Menschen hatten mir erklärt, dass eine SHG sehr sehr wichtig wäre.
Also reflektierte ich und beschloss irgendwann erstmal nicht mehr hin zu gehen. Die letzten Sitzungen hatte ich eher genervt verlassen und dieses Gefühl hatte mir nicht gut getan. Als Neuling da jetzt "reinzukrätschen" und zu sagen, dass mich das nervt und ich es gerne anders hätte, das kam für mich absolut nicht in Frage. Eher die Alternative mir eine andere Gruppe zu suchen.... Aber ich blieb mal ohne und horchte in mich hinein. Und um Missverständnissen vorzubeugen: Ich rate auch heute jedem, eine SHG zu besuchen und sich dort auszutauschen! Für mich war es sehr wichtig und gut, dass ich diese Erfahrung gemacht habe - Auf längere Sicht war es nicht mein Weg.
Und dann war da noch der Termin beim Psychologen. Hätten sehr viele Sitzungen werden sollen, eigentlich. Nur, recht schnell bemerkte ich, es passt nicht. Er passt nicht für mich. Er versteht mich nicht, ich fühle mich nicht wohl.... Aber haben mir nicht ganz viele Menschen gesagt: Du musst aufarbeiten - dazu brauchst Du einen Psychologen.... Wieder stand ich vor einer Entscheidung. Wieder hörte ich in mich hinein und beschloss zu diesem Psychologen nicht mehr zu gehen. Wieder fühlte ich mich nicht wirklich gut dabei weil andere ja immer betonten wie wichtig das sei.
Und auch ich selbst war mir sicher, dass es wichtig ist meine Krankheit aufzuarbeiten und darüber zu sprechen. Ich suchte nach Alternativen, erinnerte mich an einen Mönch, der in einem Kloster etwa 100 km entfernt lebt und der mich nicht kennt und den ich eigentlich auch nicht kannte. Nur einmal, Jahre vorher, hatte ich ihn erlebt, bei einer Kosterführung und obwohl ich damals sicher nicht nüchtern war, ist er mir in Erinnerung geblieben und ich dachte: "Das wäre ein Mensch mit dem ich gerne sprechen würde". Lange Rede - kurzer Sinn - ich machte ihn ausfindig, er war bereit mit mir zu sprechen und wir hatten zahlreiche Sitzungen. Das auch er psychologisch geschult war, das habe ich erst viel später erfahren
Und es war auch egal. Er fand einen Zugang zu mir und ich zu ihm - zufällig hatte er sogar Erfahrung mit Alkoholikern und es war auch völlig egal, dass ich mit dem Glauben an sich nichts am Hut hatte. Dieser Mensch hat mir unheimlich geholfen - noch heute treffe ich ihn ab und an - nur die Themen sind jetzt meist ganz andere...Das alles, was ich Dir jetzt geschrieben habe soll Dir zeigen, dass sich Dingen im Laufe der Zeit einfach ergeben können. Das Pläne zwar sehr wichtig sind, dass man aber auch mal ein bischen langsam machen sollte. Das man immer wieder mal innehalten sollte um zu hinterfragen: "Ist das jetzt so ok für mich? Muss oder will ich was ändern? Will ich meine Stratgie ändern oder anpassen?".
Vielleicht kann man es auch Gelassenheit nennen. Eine gewisse Gelassenheit, die nicht zu verwechseln mit Arroganz oder Überheblichkeit ist, kann glaube ich sehr hilfreich sein. Du wirst wahrscheinlich auch feststellen, dass Du Dich über die Dauer Deiner Trockenheit weiter veränderst - in Deinem Denken und Handeln, in dem was Dir wichtig ist und was nicht. Bei mir war es so, so dass ich mich aktuell z. B. wieder mit dem Glauben beschäftige. Wenn mir das einer vor ein paar Jahren gesagt hätte..... Und diese Veränderung fordert meiner Meinung nach auch immer wieder ein Hinterfragen und ein neu Durchdenken. Das ich keinen Alkohol mehr trinke, das ist mittlerweile durch das Bewustsein, das ich erlangt habe, selbstveständlich. Und trotzdem bin ich mir vollkommen im Klaren darüber, dass ich Alkoholiker bin!
LG
gerchla -
Hallo Gerchia,
du hast vollkommen recht alles braucht seine Zeit.
Ich bin momentan einfach voller Tatendrang
Bestimmt bin ich aber kein IC, denn ich weiss auch das das Licht
am Ende des Tunnels der entgegenkommende IC sein kann
Ich beschäftige mich auch mit Schritten, momentan befinde ich mich im
ersten und wichtigsten Schritt:
ich weiss, das ich dem Alkohol gegenüber machtlos bin und mein Leben
nicht mehr meistern konnte.Vielen Dank für eure Rückmeldungen, ich werde etwas auf die Bremse
gehen. Bin froh, das ihr mich darauf hinweist 44.Liebe Grüsse
Frank
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Hast Recht: Immer Schritt für Schritt - egal, ob im Leben oder bei den AA.
Übrigens:
Hallo Gerchia
Hinter dem H wie Heinrich kommt ein L wie Ludwig, kein I wie Ida ... Piekst mir jedes Mal ins Auge

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Hallo Frank,
es ist durchaus sehr positiv, dass Du so voller Tatendrang bist!
Ich sehe das bei mir sehr realistisch: Wenn ich mit 250 % durchstarte, und am Ende noch 50 % übrig bleiben, dann sind das halt 100 % mehr an möglichen Umsetzungen, wie zuvor, als ich noch getrunken habe.Zitatmomentan befinde ich mich im
ersten und wichtigsten Schritt:
ich weiss, das ich dem Alkohol gegenüber machtlos bin und mein Leben
nicht mehr meistern konnte.Wissen und emotionale Verinnerlichung und Sicherheit sind zwei paar Stiefel. Ich wusste z. B. schon sehr lange Zeit vor meinem endgültigen Ausstieg aus dem Suchtkreislauf, dass ich bei Kontakt zum Suchtmittel vom Suchtmittel gesteuert wurde. Aber es war noch ein sehr, sehr weiter und langer Weg dieses Wissen auch emotional zu verinnerlichen um endgültig loslassen zu können.
ZitatVielen Dank für eure Rückmeldungen, ich werde etwas auf die Bremse
gehen.Ich hoffe, dass bezieht sich nicht auf Deine Rückmeldungen und den Austausch hier im Forum, sondern auch die schon oft erwähnten Schrittle für Schrittle (kleinst mögliche Schrittlänge), die irgendwann zusammengerechnet eine sehr lange Wegstrecke ergeben.
Ein Vorteil dabei, der nicht zu unterschätzen ist: Wenn man mal einen Schritt zurück muss, dann ist das sehr viel leichter zu verkraften, wie wenn man Meilen zurückfällt. Außerdem verausgabst Du Dich nicht so sehr, wie wenn Du uns mit Riesenschritten davon eilen möchtest.
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Hallo zusammen,
ich hab's kapiert, ich werd kleinere Schritte gehn.
Da fall ich dann auch nicht so schnell hin

Wie bin ich denn bloss auf Gerchia gekommen :o ???
Ich hatte da wohl echt n Knick in der Optik
:-XGerchla, bitte um Entschuldigung ;)werd dich in Zukunft korrekt anschreiben

Heute 20:00 ist wieder AA Meeting, da freu ich mich schon drauf.
Hab wieder einiges zu erzählen und bin gespannt, was die anderen so sagen.In einer Woche passiert ja doch manchmal viel:-)
LG
Frank
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Hallo Forum,
die SHG am Freitagabend war super.
Kleine aber feine Gruppe. Ging anständig zur Sache.Auch dort habe ich erzählt, das ich bei der ambulanten Therapie,
sofern ich nochmals eine bekomme, meine Vergangenheit und die
Ursache warum ich getrunken habe, aufarbeiten will.Prompte Rückmeldung: Gut, okay ist deine Sache. Aber was bringt
dir das? Alkoholiker bleibst du trotzdem. Bääähm :o ??? ::)Das ich Alkoholiker bleibe, damit hat derjenige ja recht, keine Frage.
Vielleicht ist die Ursache ja auch gar nicht so wichtig, oder was meint
ihr?Das Wichtigste ist das es irgendwann selbstverständlich wird, keinen
Alkohol mehr zu trinken, noch nicht mal Gedanken daran zu haben.Sobald das gelegentliche Verzichtsgefühl komplett weg ist, dann kann's
gut werden 44.Heute sind es 6 Wochen

6 Wochen ohne Lügen.
6 Wochen ohne Filmrisse.
6 Wochen ohne Kopfweh.
6 Wochen ohne schlechtes Gewissen.
6 Wochen ohne Alkohol verstecken.
6 Wochen ohne mir meine Sucht schönzureden.
6 Wochen ohne Kontrollverlust.
Etc. etc. etc.DAS Leben ohne Alkohol bietet so viele Vorteile

Man muss nur anfangen etwas zu tun.Liebe Grüsse
Frank
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Hallo Frank
Ich glaube, Du merkst am besten selber, ob Du Deine Vergangenheit aufarbeiten sollst oder nicht. Andere Leute, auch wenn sie es gut meinen, können gar nicht beurteilen ob es Dir etwas bringt oder nicht…. Wenn es ein Bedürfnis von Dir ist, dann würde ich es tun. Zwar bin ich auch der Meinung, nach vorne Blicken ist wichtig und es bringt nicht immer etwas, in der Verganenheit zu wühlen. Denn jede Therapie hat auch Nebenwirkungen. Aber manchmal ist es eben doch nötig, genauer hinzuschauen. Ich würde da allein auf Dein Bauchgefühl hören.
In meinem Fall weiss ich immer noch nicht genau, warum ich damit angefangen habe. Mir ist wichtig, dass es jetzt nicht mehr tue :). Aber wenn ich z.B. immer wieder über ähnliche Probleme und Verhaltensmuster stolpern würde, die mich in meinem Leben einschränken, hätte ich auch etwas in diese Richtung gemacht.
Lg Mira
Edit/Nachtrag: Selbst dann würde ich eine Therapie wählen, die mir Möglichkeiten zeigt mein Verhalten jetzt zu ändern. Was passiert ist, ist passiert, ausser es ist wirklich noch ein Trauma vorhanden, das einem immer noch zu schaffen macht.
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Hallo Frank,
es ist nun mal so, dass sich manche schwer darin tun, zu akzeptieren und es so stehen zu lassen, dass es viele, viele Wege in die Sucht, aus der Sucht heraus und später gänzlich ohne Suchtstruktur gibt.
Vielleicht ist es auch eine Frage des geistigen Horizontes.Du allein kannst fühlen, was für Dich in der Aufarbeitung Deiner Sucht für Dich gut und richtig ist.
Für mich Wichtig war dabei, endlich zu verstehen lernen, was „damals“ (egal ob Kindheit, Jugend oder später Erwachsensein) in mir und mir abging.
Auch, warum ich die „Verarbeitungsdefizite“ dann mit Alkohol zugeschüttet habe.Immens wichtig dabei war die Begleitung durch eine erfahrene Therapeutin. Weil zuerst einmal, wenn die alten Krusten aufbrechen, kommt da ganz schön viel Wut, Hass und Schmerz.
Eine gefährliche Situation für einen Ex-Trinker!In einem anderen Thread hier wird über Alkoholismus und Depression geschrieben.
Stell Dir vor zu einem „nur“ Depressionserkrankten würde man sagen: Was bringt Dir das Deine Depressionserkrankung zu verstehen lernen? Du bleibst trotzdem ein Depressiver!ZitatVielleicht ist die Ursache ja auch gar nicht so wichtig, oder was meint ihr?
Ich habe Dir dazu schon einmal meine Sicht geschrieben: Die Frage „warum habe ich gesoffen“ ließ sich bei mir für mich erst nach vielen Jahren Trockenheit abschließend erklären und verstehen.
Irgendwann kapierte ich dann für mich, dass mir die Beantwortung nicht wirklich wichtig war.
Das „Wozu habe ich den Alkohol gebraucht“ – „Was wollte ich mit dem Suchtstoff erreichen, bekämpfen, niedertrinken“ dagegen schon. Weil erst dadurch konnte die alten Verhaltensweisen wirklich zielführend ändern und neue hinzulernen. -
Hallo,
bin ich froh, das ich heute frei habe 44.
War heute mittag mit meinem besten Freund bei unserem Lieblingsasiaten essen.
Ein gutes Gespräch und dabei lecker essen, passt!
Ich mache seit einigen Wochen die Feststellung das mein freies Wochenende(ich hab immer Sonntag
und Montag frei)mir viel länger vorkommt als früher.Ist aber doch auch klar: Früher war ich abends mit Saufen beschäftigt und bis spätnachmittags den Rausch
ausschlafen...da waren die zwei freien Tage ruckzuck rum und erledigt hatte ich erst nix.Mit meiner Frau hat sich die Lage deutlich entspannt. Darüber bin ich sehr, sehr froh.
Sie scheint langsam wieder sowas wie Vertrauen zu entwickeln. Natürlich braucht sie dafür Zeit.Wir hatten das vergangene Wochenende hier eine kleine Fasnet/Karneval.
Es war Zähringertreffen und alle Zähringerstädte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz waren hier
mit ihren Zünften zu Besuch.
Der riesige Fasnetumzug war toll anzuschauen, es war echt viel geboten!Was mir allerdings aufgefallen ist, überall ist der Alkohol in Strömen geflossen.
Samstagabend als ich von der Arbeit kam, musste ich, da ich mitten in der Stadt wohne, durch dieses
närrische Treiben hindurch.
Überall Bier und Weinstände und Leute die kräftig gefeiert haben

Da musste ich schnell, aber ganz schnell nach Hause...der Alkoholgeruch war zu intensiv für mich.
Auch wollte ich mich nicht in Gefahr begeben.Suchtdruck hatte ich dieses Wochenende aber glücklicherweise keinen, auch kein Verzichtsgefühl.
Für mich war okay, das die anderen trinken. Ich muss nur nicht mittendrin dabei sein.Junior ist grad aufgewacht. Meine Frau hat heute Ladytag und ist mit ihrer Freundin unterwegs.
Werd dem Kleinen jetzt was leckeres kochen
Bis bald und liebe Grüsse
Frank
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Hallo Frank,
ZitatMit meiner Frau hat sich die Lage deutlich entspannt. Darüber bin ich sehr, sehr froh.
Sie scheint langsam wieder sowas wie Vertrauen zu entwickeln. Natürlich braucht sie dafür Zeit.Ganz klar. Du musst liefern! Und natürlich braucht sie Zeit und wird sich vielleicht denken: "Ist das alles wieder nur eine zeitglich begrenzte Angelegenheit?, Fängt er in ein paar Tagen, Wochen, etc. wieder an?".... Das braucht wirklich Zeit und wenn Du das vergeigst, dann wirst Du wohl keine weitere Chance mehr bekommen. Von mir gesprochen: Würde ich heute irgendwann mal betrunken vor meiner Ex-Frau erscheinen, dann wäre das jetzt mühevoll aufgebaute Vertrauen sofort sowas von weg und wohl nie mehr wieder herstellbar. Und damit dann natürlich auch der Umgang mit meiner Tochter in Gefahr. Und ehrlich gesagt halte ich das auch für vollkommen richtig.
Du kannst also nur durch Taten und Dein Handeln überzeugen. Und da machst Du ja aktuell alles prima
Es freut mich, dass sich die Lage bei Euch entspannt hat 44.ZitatWas mir allerdings aufgefallen ist, überall ist der Alkohol in Strömen geflossen.
Samstagabend als ich von der Arbeit kam, musste ich, da ich mitten in der Stadt wohne, durch dieses
närrische Treiben hindurch.
Überall Bier und Weinstände und Leute die kräftig gefeiert haben

So funktioniert unsere Gesellschaft. Und so lange man kein Problem hat ist das auch kein Problem. Man nimmt es gar nicht wahr. Alkohol gehört dazu, er ist Kulturgut, er ist Lifestyle, er ist ein anerkannter Teil unserer Gesellschaft und er hat immer noch ein positives Image. Das können wir Alkis nicht ändern, das müssen wir akzeptieren und unseren Weg des Umgangs damit finden. Ich habe bei mir mit zunehmender Dauer meiner Abstinenz festgestellt, dass mein "Fell" diesbezüglich immer dünner wird. Es nervt mich enorm, dass Alkohol diesen Stellenwert hat und er immer in die Höhe gehoben wird. Dass mit ihm geprahlt wird, dass er (bei uns hier hin Bayern) als Grundnahrungsmittel bezeichnet wird. Die Liste könnte ich beliebig verlängern... Und ich versuche aktiv eben nicht ständig genervt zu sein und mir zu sagen, dass es mir egal ist was andere machen. Das ich eben für mich verantwortlich bin und dass ich es besser weiß aber mir keiner glauben wird. Jedenfalls keiner, der nicht ähnliches erlebt hat wie ich oder wie wir hier im Forum. Ich übe mich hier in Gelassenheit. Gelingt oft, aber nicht nimmer...ZitatDa musste ich schnell, aber ganz schnell nach Hause...der Alkoholgeruch war zu intensiv für mich.
Auch wollte ich mich nicht in Gefahr begeben.
Gut, dass Du Dich nicht in Gefahr begeben hast und den Rückzug angetreten hast. Das war kein Zeichen von Schwäche sondern von Stärke und Klugheit. Wenn es bei Dir ähnlich läuft wie bei mir, dann wirst Du mit der Zeit mit solchen Situationen umgehen können. In dem Moment wo Dir wirklich von innen heraus bewusst wird, dass Du keinen Alkohol mehr trinken MÖCHTEST und das Du absolut keinen Verlust mehr empfindest, ist das Thema durch. Ich empfinde das so bei mir. Alkohol trinkende Menschen, ich meine VIEL Alkohol trinkende Menschen sind jetzt nicht gerade mein liebstes Umfeld, aber es löst jetzt absolut keine Rückfallgedanken mehr bei mir aus. Es löst eigentlich gar nix aus, außer vielleicht (je nach Heftigkeit), ein Gefühl des "hier weg wollens weil ich das dumme Gerede nicht mehr aushalte"... Muss aber zugeben, dass ich in so ein trinkendes Umfeld eher selten und wenn dann durch Zufall gerate. Ist jetzt nicht mein normaler Umgang. Aber ich habe durchaus auch mal Menschen um micht, die z.B. ein oder zwei Gläser Wein in meinem Beisein trinken oder auch mal Bier. Z. B. wenn ich irgendwo eingeladen bin. Damit habe ich überhaupt kein Problem mehr, zumal ich auch nicht beträngt werde ebenfalls etwas zu trinken. Die wissen ja alle Bescheid und fragen oft sogar, ob es mir was aus macht, wenn sie Alkohol trinken...Also, wenn Du aufarbeitest und bewusst mit Deiner Krankheit um gehst werden Dich solche Situationen irgendwann nicht mehr sonderlich in Gefahr bringen, denke ich. Aber auch das braucht Zeit und deshalb finde ich es vollkommen richtig, dass Du in diesem Fall erst mal den Rückzug angetreten hast. Das zeigt ja auch, dass Du Dir der Gefahr völlig bewusst bist!
LG
gerchla -
Hallo Gerchla,
für mich war es auch absolut richtig, das ich den sofortigen Rückzug angetreten habe.
Ich muss mir nicht beweisen, das ich an so nem Bierstand auch ne Cola trinken kann.
Vergangenen Sonntag mittag hab ich dann mit meinem Sohn den Umzug angeschaut.
Da waren auch Bier und Wurststände, der Kleine und ich waren aber auf den Umzug
konzentriert und so haben die mich nicht sonderlich gestört.
Nach dem Umzug sind wir auch gleich heim...Ich achte sehr auf mich. Auch auf Stimmungsschwankungen. Ich höre in mich rein.
Und ich versuche dabei anständig mit mir umzugehen.Ich hab mich früher oft selbst runtergemacht. Muss ich aber nicht mehr.
Ich bin ein wertvoller Mensch und das sage ich mir jeden Tag 44.
Liebe Grüsse
Frank
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Guten Morgen,
momentan läuft's nicht so rund ::)
Im Geschäft läuft es bescheiden und auch mit meiner Frau
ist es grad wieder schwierig, um mal diplomatisch zu bleiben.Zwei gute Gründe wegen denen ich mir früher ordenlich einen
reingegossen hätte.Heute will ich das nicht mehr und ich werde defintiv keinen Rückfall
mehr bauen.Läuft grad alles sch..sse, mit Alkohol werde ich daran mit Sicherheit
auch nichts ändern.Bin grad irgendwie frustriert

Ich hoffe, es kommen wieder bessere Tage:-)
Gruss
Frank
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Hab mal in einer SHG einen guten Spruch gehört:
Wenn dein Saufen dich nicht in die Knie gezwungen hat,
die Trockenheit tut es...
passt grad zu mir...! -
Hallo Stefanut,
leider gibt es immer gute und auch schlechte Tage. Ich hoffe, es geht schnell wieder bergauf. Nicht verzweifeln. Es gibt ja immer eine Lösung und das tatsächlich ohne Alkohol. Das weißt du.
LG Betty
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Wenn dein Saufen dich nicht in die Knie gezwungen hat,
die Trockenheit tut es...Hört sich niederschmetternd an.
Ist der Spruch so negativ gemeint, wie ich ihn empfinde?Bassmann
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Hört sich niederschmetternd an.
Ist der Spruch so negativ gemeint, wie ich ihn empfinde?Auch mein Empfinden :o
Und nur weil wir trocken sind heisst das noch lange nicht, dass Alles eitel Sonnenschein ist/wird.
Und gerade für nicht so schnuckelige Zeiten sollte man einen "Notfallplan" in petto haben: Was mache ich, wenn ...Mir geht es momentan auch nicht soo prickelnd und bin etwas depri - also habe ich mir etwas Gutes getan, war in der Therme und letztes WE mit meiner Tochter in einem Wildpark ...
Drück Dir die Daumen, dass die Zeiten sich schnell wieder zum Guten ändern ...
Gruß
Greenfox -
Guten Morgen,
kurzes Update von mir:
Heute war ein besserer Tag. Im Geschäft lief es ganz gut
und nach Feierabend war ich im Meeting bei den AA.
Heute haben wir darüber geredet, wie unsere Frauen uns
als Nichtmehrtrinker ''neu'' erleben und kennenlernen.
Das es auch seine Zeit braucht bis sie uns wieder vertrauen.
War ein gutes Meeting 44.Ich finde es klasse, mich auch persönlich austauschen zu können.
Freue mich ab Sonntag auf zwei freie Tage, endlich mal bissi relaxen.
Wenn mein kleiner Alarmpilot mich lässt
Jetzt aber ganz schnell ins Bette

Liebe Grüsse
Frank
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Hatte gestern nen richtigen Hardcorestresstag.
Als ich endlich um 19:00 Uhr Feierabend hatte, meldetete sich zum
ersten Mal mein Suchtgedächtnis wieder.
''Du hattest nen megastressigen Tag..trink dir doch endlich mal wieder
einen...du hast es dir wirklich verdient...dann kannst auch schön
entspannen!''
>:( :o
:-XUnd ich dachte mir sofort: NEE...mit mir nicht!!!
Dieses Gefühl ging auf der Nachhausefahrt dann glücklicherweise auch wieder weg 44.
Hat mir nur wieder gezeigt, das ich auf mich aufpassen muss, das hat mich auf einmal
wie ein ICE überrollt.
Wäre es schlimmer geworden, hätte ich sofort eine Handynummer anrufen können:-)
Ich habe zwei Nummern aus meiner SHG.Ich habe einfach keinen Bock mehr auf Alkohol. Viel zu lang war ich nur eine Marionette.
Ich will endlich wieder selbstbestimmt leben und da bin ich gerade auf einem richtig
guten Weg und den will ich weitergehen!!!Mir geht es gut ohne Alkohol. Ohne Wenn und Aber.
Bin froh, das ich dieses Forum gefunden habe. Fühle mich wohl hier

Liebe Grüsse
Frank
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