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Autor Thema: Angehörigenhilfe  (Gelesen 5362 mal)

Joejohn

  • *
  • Beiträge: 1
Angehörigenhilfe
« am: 11. Mai 2020, 23:22:59 »

Ich suche eine Beratungsstelle für Angehörige von Alkoholkranken. Ich habe einen Bruder der sich regelmäßig in Komazustände trinkt. Er hat in diesem Zuge Freundin, Beruf und Führerschein verloren. Er ist v.a. bei Volltrunkenheit nicht mehr ansprechbar.  Er wohnt in Hotels bis er jeweils wegen der entstehenden Zuständen des Hotels verwiesen wird. Scheinbar hat er auch Entzündungen am Körper weigert sich aber ins Krankenhaus zu gehen. Er kann auch nicht mehr mit Geld umgehen etc.. Er ist ein Sozialfall. Was kann ich tun? Alle Hilfsversuche meinerseits oder seitens der Familie sind gescheitert. Wer kann mich/uns beraten? Für entspr. Hinweise bin ich sehr  dankbar.
 
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Greenfox

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  • Beiträge: 4775
Re: Angehörigenhilfe
« Antwort #1 am: 12. Mai 2020, 07:24:05 »

Hallo und Guten Morgen, Joejohn!

Zunächst einmal HERZLICH WILLKOMMEN hier bei uns im Forum  :welcome:

Ich selbst bin Alkoholiker und nun schon einige Jahre trocken. Von daher kann ich Dir sagen, dass Du den richtigen Weg gehst und Hilfe für Dich bzw. die Familie suchst und nicht für Deinen Bruder - denn der muss sich helfen lassen WOLLEN. Und das ist ja wohl offensichtlich nicht der Fall.

Da ich nicht weiss, wo Du wohnst, kann ich Dir keine genaue Adresse für Ansprechpartner geben. Aber schau doch mal in unsere Linksammlung - da gibt es extra eine Rubrik für "SUCHTBERATUNGEN, SHG´s, VERBÄNDE, VEREINE & ORGANISATIONEN" …

Aber vielleicht wirst Du ja auch in unserer Bücherecke fündig und findest etwas Nützliches/Interessantes für Dich.

Ich hoffe, ich konnte Dir ein wenig weiterhelfen.
Ansonsten: Wenn Fragen bestehen - immer raus damit! Nach Möglichkeit werden wir sie nach bestem Wissen und Gewissen beantworten.

Die Fragen nach dem WARUM (er das tut) und WIE (man ihm helfen kann) werden wir NICHT beantworten können - das wird vermutlich nicht einmal Dein Bruder selbst beantworten können.
Du/Ihr könnt Euch nur um Euch und Euer Wohl kümmern. Auch wenn er auf die Fresse fliegt und im Dreck landet - es ist SEIN Problem, so hart sich das auch anhören mag.
Erst wenn er selbst es will und sich wieder berappeln und etwas ändern WILL - erst dann könnt Ihr ihm sagen: "Okay, wir helfen Dir - solange Du Dich ernsthaft bemühst!"
Alles andere wäre vergebene Liebesmüh macht Euch nur selbst kaputt.

Wie schon gesagt: Ich bin selbst Alkoholiker und habe so meine eigenen Erfahrungen. Außerdem bin ich nun schon einige Jahre in der Suchtselbsthilfe unterwegs und habe mit vielen Betroffenen gesprochen und ihre Geschichte/n gehört. Ebenso die von vielen Angehörigen.
Und hier kannst Du selbst viele Geschichten - sowohl von Betroffenen als auch Angehörigen - nachlesen …

Gruß
Greenfox
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Es rettet uns kein höh’res Wesen,
kein Gott, kein Kaiser noch Tribun
Uns aus dem Elend zu erlösen
können wir nur selber tun!

Dany

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  • Beiträge: 1
Re: Angehörigenhilfe
« Antwort #2 am: 17. Juli 2020, 14:48:42 »

Hallo meine schwester ist alkoholiker und hat 2 Kinder und die hat sich schon mal hilfe geholt aber noch nichts hat dich geändert sie trinkt und wir wissen nicht was wir tun sollen sich wegen den Kindern. Bitte um Antwort
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Gerchla

  • Moderator
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  • Beiträge: 1478
Re: Angehörigenhilfe
« Antwort #3 am: 17. Juli 2020, 15:14:18 »

Hallo Dany,

herzlich Willkommen hier im Forum.

Vielleicht möchtest Du uns ein bisschen mehr über die Situation bei oder mit Deiner Schwester schreiben? Sie trinkt und sie hat 2 Kinder, das geht aus Deinem Text hervor. Ich könnte Dir jetzt schreiben, dass Du nichts für sie tun kannst, also bezogen auf ihre Sucht. Wenn sie trinken will dann wird sie trinken und nur sie allein könnte daran etwas ändern.

Aber diese Antwort ist vielleicht ein wenig zu pauschal und wird Dir wohl nicht helfen. Vielleicht möchtest Du uns ja die Situation etwas genauer schildern und vielleicht ist es Dir ja auch möglich uns zu schreiben, welche Ängste und Sorgen Dich besonders belasten. Dann könnten wir Dir hier ganz gezielte Antworten geben, Dir aus unserer Erfahrung berichten, Dir vielleicht auch den ein oder anderen konkreten Tipp geben.

Wie gesagt, an der Sucht Deiner Schwester wirst Du nichts ändern können. Egal was Du versuchst, Du wirst sie nicht trocken legen können. Das ist leider so, diese Sucht ist nur sehr schwer zu überwinden und nur durch den Süchtigen selbst. Aber möglicherweise gäbe es ja Möglichkeiten Dir zu helfen, ich denke, dass Dich die Situation sehr stark belastet. Wenn Du magst, dann öffne Dich doch hier ein wenig, dann können wir mit Dir einen Dialog führen.

Ich wünsche Dir von Herzen alles Gute und ich wünsche Dir auch, dass Du hier Antworten zu Deinen Fragen erhalten wirst.

LG
gerchla
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Katharina S.

  • *
  • Beiträge: 7
Re: Angehörigenhilfe
« Antwort #4 am: 16. September 2021, 22:11:35 »

Hallo Joejohn,
wie ist es dir/euch in der Zwischenzeit ergangen? Habt ihr Beratung/Hilfe gefunden? Habe auch einen seit Jahren trinkenden Bruder. Mich treibt der Gedanke um, eine Art Coachingangebot für betroffene Geschwister zu entwickeln. Es gibt so wenig spezielle Hilfe für Geschwister alkoholabhängiger Personen. Wenn du magst, schreibe doch gerne, was bei euch geholfen hat oder was euch umtreibt.
Mir hat geholfen und hilft es immer noch, mich einfach regelmäßig mit der Situation auseinanderzusetzen. Es gibt ja Hochs und Tiefs.
In Bezug auf den Süchtigen ist euer Einfluss ja begrenzt. Vor allem wenn Hilfe nie oder nicht mehr angenommen wird. Aber natürlich ist es auch alarmierend, falls andere Schutzbedürftige wie (minderjährige) Kinder noch involviert sind...
Liebe Grüße, Katharina
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