Beiträge von Oran-Gina

    zielorientierten Ansatz geben muss…wenn man sich ein Ziel sucht, was sehr attraktiv ist, dann wird man auch Motivation und Willen zur Veränderung aufbringen. Beispiel: Ich will unbedingt einen Marathon laufen (aus welchen Gründen auch immer) und ordne dieser Zielerreichung nun alles unter (höre auf zu Saufen, gehe trainieren, stelle meine Ernährung um). Nur als Beispiel.

    Das kann ich auch voll und ganz unterschreiben.

    Allerdings war mir damals noch nicht klar ,wie den um Himmels Willen meine Ziele aussehen oder sich gar anfühlen mögen ,wenn ich nicht mehr trinke,da ich es ja gar nicht kannte ,wie sich so etwas dauerhaft anfühlt.

    Aber der Wille war da meine alten Mechanismen mit dem Alkohol nicht mehr praktizieren zu wollen.

    Ich habe und gewinne durch meine Nüchternheit viel mehr dazu, als das, was hinter mir liegt und im Prinzip nur eine verklärte Illusion ist/ war.

    Was genau gewinnst du durch deine Nüchternheit?

    Ich kann deinen Satz bestätigen, aber es fällt mir schwer ,meinen Mehrgewinn zu definieren.

    Es ist eine Mischung aus : Freiheit, Echtheit (?), keine Verklärung mehr , Wohlbefinden, Authentizität.

    Taxi....."..........weil Papa es nicht einsehen kann, ebenfalls nicht mehr zu trinken. Er meinte neulich zu mir, bei ihm ist doch alles gut. Drei Tage in der Woche trinkt er gar nichts...........

    ...

    Ich sagte mir jahrelang auch ,dass bei mir alles gut ist obwohl ich es schon längst ahnte ,dass es eben nicht gut ist...Aber zu dem Zeitpunkt war ich auch noch nicht wirklich bereit, aufzuhören.


    Ich konnte mir womöglich auch noch nicht richtig eingestehen, dass es tatsächlich schon so schlimm ist.

    Dieser Gedanke hätte mir noch mehr Angst eingejagt ,mehr als der Gedanke ,den Alkohol loslassen zu müssen und so dreht man weiter am Rad des Selbstbetrugs, damit konnte man das ja noch irgendwie halbwegs kontrollieren.

    Wie oft sagte ich mir ,dass ich ja kein Alkoholproblem hatte ,schließlich konnte ich ja mal 2 Tage in der Woche nichts trinken...und doch waren diese 2 Tage schrecklich, ich freute mich schon auf den nächsten Tag ,an dem ich mir dann einen Wein "erlaubte".

    Allein dieser Gedanke erschütterte mich ,weil ich wusste ,ich konnte nicht "ohne".

    Aber diesen musste ich noch wegwischen.

    So lang, bis es eben dann wirklich genug war.

    Hallo zusammen

    Mit Interesse lese ich hier mit und finde es sehr spannend, wie jeder einzelne zu seinem Ausstieg gefunden hat und genau die Frage hab ich mir damals als noch Trinkende gestellt ,wie ich endlich aus diesem Sucht Kreislauf aussteigen kann ,da ich überzeugt war ,dass ich es womöglich gar nicht wirklich schaffen kann oder gar will ?

    Diese Gedanken begleiteten mich sehr lange ,denn es war ein Ringen zwischen "ich will nicht mehr trinken" und "das Trinken tut doch ganz gut".

    Der Gedanke "nie wieder" trinken zu "dürfen " war sehr bedrohlich und noch viel zu sehr von Angst behaftet.

    Unvorstellbar, dass ich meinen Alkohol hergeben sollte ,wer bin ich denn dann ohne ihn ? Davon hatte ich lange gar keine Vorstellung ausser ,dass mir etwas Elementares fehlen würde, etwa ,was sich wie mein zweites Ich aufgeben müsste ,schließlich war der Alkohol mein naher Verbündeter, der mich tröstete, besänftigte und auch viele weitere positive Gefühle auslöste, zugleich aber auch sehr vieles in mir zerstörte und auch doch nicht so nachhaltig half, wie ich es in den Momenten des Trinkens erlebte. Was für eine toxische Beziehung.

    Die Momente der Wut auf mich selbst und auch auf den Alkohol waren auch immer dabei und wurden immer größer, aber auch das Gefühl, dass der Alkohol mich im Griff hat in einer toxischen Weise ,die mir zunehmend Angst machte und ich irgendwann das Bedürfnis entwickelte, mich ohne den Alkohol kennenzulernen, mich ohne die Krücke Alkohol durchs Leben zu bewegen und vor allem merkte ich immer öfter,dass der Wunsch größer wurde ,keinen Alkohol mehr trinken zu *müssen*.

    Aus nicht mehr dürfen wurde nicht mehr müssen, aus nicht mehr müssen wurde nicht mehr wollen.


    Ich wusste und spürte eine Zeit lang ,wenn ich nicht aufhöre mit dem Trinkenn dann verliere ich mich immer mehr und ich spürte meine Gefährdung immer deutlicher.

    Nach einigen Versuchen und wiederkehrenden Rückfällen war dann endlich eines Tages der Point of no return angekommen.

    Seitdem trinke ich nicht mehr.

    Es sind jetzt 3,5 Jahre Abstinenz und ich bin dankbar ,dass ich nicht mehr muss und auch nicht mehr will.

    Das war die beste und heilsamste Entscheidung meines Lebens : mich vom Alkohol zu verabschieden.

    Nie wieder trinken...bedeutet für mich heute keine Bedrohung mehr, sondern Erleichterung und Freiheit.

    Erstaunlicherweise fiel es mir sehr leicht nicht mehr zu trinken ,auch wenn ich dies nie vermutet hätte,dass mir das gelingt.

    Ich wünsche jedem ,der mit sich hadert ,dass er den Weg der Abstinenz einschlagen kann und sich wenn nötig alle Hilfsmittel und Hilfen zur Unterstützung nimmt um die eigene Abstinenz zu stärken.

    Ich will nie wieder zurück...

    Heute weiß ich endlich, dass das Leben ohne Alkohol so viel lebenswerter ist und ich dadurch die Chance erhalten habe ,an mir zu arbeiten und zu heilen.

    Dankbarkeit kann ich heute fühlen und auch immer mehr meine eigene Freiheit und auch den Wunsch mein Leben zu gestalten, anstatt mich im Alkohol oder in der Sucht aufzulösen.

    Oran-Gina

    Hallo Olivia

    ich schaue gerade mal wieder hier rein und frage mich, ob dich etwas an den letzten Beiträgen hier oder an meinem Bericht speziell abgeschreckt hat, zu antworten ? Wünschenswert ist es ja immer, dass es etwas, was hier geschrieben wurde bei dem Hilfesuchenden auslöst, damit dieser für sich weiter kommt.

    Viele Grüße

    Oran-Gina

    Du bist nicht Teil der Lösung sondern Teil des Problems

    Hallo Olivia

    jahrelang hatte ich mir Sorgen gemacht um ein Familienmitglied , das zu viel Alkohol getrunken hat in einem Ausmaß, das mir Angst einjagte. Im Prinzip bin ich von klein auf damit konfrontiert gewesen-und ich war jahrelang überfordert. Als Familienmitglied kann man sich das nicht aussuchen, in welche Familie man hineinwächst. Aber man kann sich aussuchen, mit welchen Partner man leben möchte.


    Meine Sorgen, meine Hoffnungen, die all die Jahre um diese Person kreisten , waren alle umsonst. Es hat nichts gebracht und mein Fokus war viel zu lange darauf gerichtet, anstatt bei mir zu schauen, was bei mir los ist....

    Ich selbst trank dann über die Jahre viel Alkohol und meinte , ich hätte es im Griff, bis ich merkte, dass ich auch das nicht unter Kontrolle hatte, bis ich dann vor über drei Jahren beschloss,keinen Alkohol mehr zu trinken. Seitdem bin ich abstinent und ich kann rückblickend sagen: Kein Mensch hätte mich vom Alkohol trennen können-nur ich selbst!!

    Auch in meiner Partnerschaft erlebte ich zu starken Alkoholkonsum meines Partners-für mich ist das mittlerweile ganz klar, dass er die Verantwortung für sich trägt und ich die Verantwortung für mich übernehme..

    Es gibt keine gemeinsame Zukunft mit diesem Mann , da die Sucht dazwischen steht.

    Ich mache immer mehr mein Ding und achte auf mich, schaue nach mir, was mir gut tut.

    Durch meine "Prägung " in meiner Familie, aber auch durch mein eigenes Suchtverhalten habe ich in den letzten Jahren gelernt und begriffen, dass ICH ein Problem habe, wenn ICH bei diesem Suchtthema dran bleibe. Für mich ist nun klar, dass ich keine Beziehung haben möchte, mit jemand, der sich so selbstzerstörerisch zugrunde richtet. Das macht mir keinen Sinn mehr.

    Das Zitat von Brant kann ich dir ans Herz legen.

    Schau nach dir. Was hält dich an einem Mann, der süchtig ist ?

    LG, Oran-Gina

    Sucht und Persönlichkeitsstörungen, emotionale Instabilität etc hängen ja auch sehr eng miteinande zusammen, daher erkläre ich mir ,dass es nicht ausreicht ,sein eigenes Sucht Potential zu erkennen ,um den eigenen Untergang zu erkennen sondern auch aktiv an seiner Psychohygiene zu arbeiten ,bzw den Wunsch zu haben ,einiges verändern zu wollen.

    Gewiss. Wofür ich selbst überhaupt keine Erklärung habe, ist, warum manche Menschen schließlich stehenden Auges den Untergang wählen. Und damit meine ich nie, die Suizid begehen, sondern die, die den Weg wider besseren Wissens bis zum bitteren Ende gehen.

    Aus der heutigen Sicht , nachdem ich mehr als 3 Jahre abstinent bin,sehe ich das auch so wie du.

    Ich kann es nicht nachvollziehen, dass jemand den Untergang wählt.

    Aber jemand, der noch mitten drin steckt in der Sucht ,spürt zwar den Leidensdruck aber schafft es trotzdem nicht ,auszusteigen und wählt scheinbar "freiwillig " den Weg des Untergangs.

    Ich denke ,dass der Blick aus der Sucht heraus so verstellt ist ,dass er womöglich gar nicht mehr sehen kann ,dass er den Untergang wählt und wenn ja,dann vermute ich ,dass es ihm egal ist.

    Sucht ist ja Selbstdestruktion und Selbstablehnung und kommt womöglich auch dem ganz nah,sich selbst zu zerstören, also das geht ja schon in Richtung "suizidales" Verhalten.

    Ich konnte eine Zeitlang gar nicht erkennen, dass ich schon längst gefährdet war ,da ich mich in dem Sog des Alkohols befand ,der ganze Blick darauf und das Gefühl, das damit verbunden war, ist anders gewesen als heute.

    Damals konnte ich das noch nicht so sehen.

    Irgendwan wurde mir klar ,wenn ich nicht aufhöre mit dem Alkohol,dann zerstöre ich mich.

    Diese Erkenntnis führte bei mir zum Wendepunkt :ich wollte dass Ruder herumreißen und mich vom Alkohol befreien.

    Ich freue mich für dich mit - ein Jahr ohne Kater,ein Jahr ohne alkoholisches Gift im Körper, 365 Tage ohne Brummschädel aufwachen, ein Jahr frei von Abhängigkeiten, ein Jahr selbstbestimmtes Leben -> ein Jahr lang hast du entschieden, dass du nicht mehr trinkst und hast dich nicht vom Suchtgedächtnis verleiten lassen, ein Jahr ohne alkoholische Zwangsjacke,ein Jahr ohne alkoholbedingtes schlechtes Gewissen ,....,.....


    :!::!::thumbup:

    Achtsamkeit:

    Für mich beinhaltet das die Aufmerksamkeit auf mich zu richten und mich zu fragen ,wie es mir mit Situation xy geht und mir die Erlaubnis zu geben ,meinen Bedürfnissen zu lauschen anstatt außen vorgegebenen Erwartungen zu folgen und mich zu verbiegen,damit das Außen zufrieden ist.

    Nicht immer ist das möglich und doch ist es wichtig, nach einer Balance zu schauen,sodass ich mir Abends in den Spiegel schauen kann und sagen kann ,was am Tag gut für MICH gelaufen ist.

    Das aktive Tun für einen selbst ,für sich einstehen, sein Leben gestalten und zwar so ,dass ich mir Momente der Zufriedenheit schaffen kann.

    Mit Alkohol war dies komplett ausgeschlossen, das wird mir immer bewusster und klarer.

    Alkohol und Achtsamkeit geht nicht zusammen.

    Achtsamkeit ist erst möglich, wenn die Sucht aufgegeben werden kann.

    Liebe Mia


    Subjektiv betrachtet ist das natürlich sehr schlimm ,dass du getrunken hast: die ganze Palette an Selbstvorwürfen, Versagensgefühle, sich selbst nicht mehr glauben können,etc...wird aktiviert und man meint aus diesem Zustand nicht mehr heraus zu kommen.

    Objektiv betrachtet hast du bewiesen ,dass du dich besser ohne Alkohol gefühlt hast ,dass du fast 90 Tage geschafft hast ohne Alkohol auszukommen, obwohl deine aktuelle Situation mit Trennung nicht leicht war, du hast nun jetzt getrunken und das ist jetzt kein Grund ,alles hinzuwerfen.

    Das Laufen lernen klappt nicht immer auf Anhieb.

    Ein Stolpern bedeutet nicht ,dass man es nicht mehr schafft laufen zu lernen.

    Manchmal ist es auch notwendig zu Stolpern, um das nächste ma zu wissen an welcher Stelle man aufpassen muss.

    Vielleicht war dieser Ausrutscher sogar hilfreich für dich um deine zukünftige Abstinenz noch mehr zu festigen.

    Das schlimmste ,was du dir jetzt antun kannst ,sind Selbstvorwürfe.

    Versorge dich jetzt gut und glaube trotzdem an dich.

    Nimm dich liebevoll an die Hand und sag dir :Aufstehen,weiterlaufen!!!

    Oran-Gina

    Ich habe einen Podcast entdeckt :"Tanzen kann man auch auf Brause"....Wer reinhören will,entdeckt einiges rund um Alkoholabhängigkeit und um Co Abhängigkeit.

    Ich weiß, dass ich damit nun endlich auch Themen wie Ernährung und Rauchen angehen muss.

    Überfordere dich nicht damit..Erst mal ist es wichtig, deine Abstinenz zu stabilisieren und weiter dran zu bleiben, auch wenn sich das momentan vielleicht nicht so rosig anfühlt (Angst und körperliche Beschwerden).

    37 Tage ohne Alkohol ist super.

    Geh weiter auf diesem Weg -jeder Tag ohne Alkohol ist ein guter Tag.(du hast es bereits fühlbar erlebt ).

    Bleib dran ,dir zuliebe!

    heute ist mein 28. Tag und es fühlt sich derzeit relativ leicht an.

    Das ist ein großer Meilenstein und darauf kannst du stolz sein.

    Genieße es ,dass es sich leicht anfühlt (und merke es dir für eventuell schwierige Tage ,vielleicht in Form von Notizen?) Ich hab viel notiert damals und auch jetzt schreibe ich viel, allerdings nicht zum Thema Alkohol aber was meine Auseinandersetzung mit MIR betrifft, mittlerweile füllen sich meine Tagebuchseiten und das verschafft mir Klarheit .

    Nur darüber nachdenken ist nicht so hilfreich ,wie es schreibend auszuformulieren-sagen einige Therapeuten. Und ich stelle fest: es stimmt.

    Ich wünsche dir einen schönen Tag UND Freude über dich selbst ,du kannst stolz auf dich sein.

    Oran -Gina

    Hallo Honk.

    So wie ich bei dir gelesen habe, machst du viel Sport, dazu kommt deine Abstinenz vom Alkohol. Der Körper verlangt nach Zucker ,weil er ihn (durch Alkohol) nicht mehr bekommt. Durch sportliche Betätigung verlangt der Körper auch nach Zucker, wenn womöglich wenig Kohlenhydrate gegessen wurden. Ich hatte sehr lang Lust auf Süßigkeiten,nachdem ich mit dem Alkohol aufhörte aber das pendelte sich irgendwann ein. So hab ich Abends anstatt Rotwein eine Zeitlang Bitterschokolade gegessen.

    LG Oran-Gina

    gewendet, aber komme immer wieder zum selben Punkt: es geht nicht. Wegen meiner berechtigten und großen Angst, vor dem Gefühl danach.
    Es wäre nicht nur ein Abend- selbst in dem Fall, dass ich es ausnahmsweise schaffen würde, das als Ausnahme zu betrachten. Ich würde die Leiter wieder ganz nach unten rutschen und hätte wieder Angst vor mir Selbst und meiner Unwirksamkeit.

    Liebe Mia.

    Diese Gedanken, die "gegensteuern" und die dir die Realität aufzeigen sind Gold Wert .

    Damit hast du schon einiges getan ,um der Alkoholstimme die Stirn zu bieten.

    Solche "Dialoge" können anstrengend und zermürbend sein ,aber diese inneren Auseinandersetzungen werden weniger und mit jedem mal wirst du stärker.

    Nimm dich an die Hand und bleib bei dir !

    :thumbup:

    Hallo Bighara.

    Mich würde deine Suchtgeschichte und dein Weg durch die Klinik sehr interessieren. (Und alles was damit zusammen hängt).

    Ich bin mir sicher ,dass deine Erfahrungen eine Bereicherung sein können. Warum nicht ? (Du bist doch auch Expertin ,so wie andere hier auch ,eben alle mit unterschiedlichen Vorgeschichten und unterschiedliche Wegen zur Abstinenz).

    An der Weiterentwicklung deines podcasts bin ich interessiert.

    LG ,Oran -Gina

    Guten Morgen zusammen.

    Ich danke dir @AmSee für den link zur Therapie. Lindenmayer hat immer sehr gute Ansätze und Erklärungen, das Video kannte ich schon.

    Was mich betrifft, so bin ich auch ohne Therapie oder Reha vom Alkohol losgekommen.

    Für mich war es damals ganz klar, dass ich nicht in dir Klinik will-auch ich wäre damals abgeschreckt gewesen, wenn mir jemand gesagt hätte ,es geht nur mit .

    Für mich war damals die Erkenntnis so schlimm ,dass ich womöglich (!) sehr süchtig bin. Ich wollte es auf jeden Fall ohne Klinik schaffen und ich schwor mir,wenn es wieder scheitern sollte ,dann erst gehe ich in die Klinik.

    Ich denke -aus mir heraus gesprochen- dass das Thema Alkohol,Klinik, Reha,Nachsorge etc so schambehaftet war zu diesem Zeitpunkt, als ich mir vornahm, endgültig mit dem Alkohol aufzuhören.

    Der Schritt in die Klinik wäre für mich eine zu große Hürde gewesen. Ich spüre diese Not noch heute ,wenn ich nur daran denke.

    Oran-Gina

    Ich hab das mit dem ‚ich weiß doch, wie geil der Rausch ist‘ bewusst so provokant formuliert. Mich ärgert es bisweilen, wenn Abhängige so auf das Suchtmittel schimpfen und dabei völlig verschweigen, was es ihnen mal gegeben hat. Man fängt ja nicht mit dem Trinken an, wenn man davon unmittelbar kotzen muss oder überhaupt kein Hochgefühl erzeugt wird

    Ich kann deine Sicht nun etwas besser nachvollziehen.

    Trotzdem kann ich mir vorstellen, dass viele Extrinker im Nachhinein den Alkohol verteufeln müssen ,um eventuell standhaft zu bleiben ? Ich weiß es nicht.

    Mich ärgert es nicht ,wenn jemand auf ihr damaliges Suchtmittel schimpfen. Es wird seine Gründe haben ,auch wenn manch andere das nicht nachvollziehen können.

    Jeder Alkoholausstieg ist individuell und jeder braucht seine eigenen Mechanismen.

    Was ich an mir beobachte,ist ,dass ich mir oft für andere wünsche, sie würden erkennen, dass der Alkohol ein Teufelszeug sein kann für diejenigen, die keinen gemässigten Umgang damit finden,aber mehr nicht. Ich weiß, dass jeder selbst erfahren muss für sich selbst ,wie ,ob und warum der Alkohol einem gut tut,schadet ...

    Aus meiner heutigen Sicht ist es für mich persönlich unverständlich, dass ich so lang so viel getrunken habe und trotzdem konnte ich diese Haltung erst nach und nach erfahren.