Beiträge von AmSee13

    Ich habe keine Zeit, mir über Omikron Gedanken zu machen, mich beschäftigen ganz andere Dinge:

    Ist ein Raumschiff, das ausschließlich mit Frauen besetzt ist, eigentlich unbemannt?

    Sind nymphomane Hündinnen zwangsläufig?

    Wie lange muss eine Katze trainieren, um einen Muskelkater zu bekommen?

    Gibt es in einer Teefabrik Kaffeepausen?

    Wenn Schwimmen schlank macht, was machen Blauwale falsch?

    Wenn die Stiftung Warentest Vibratoren testet, ist dann 'befriedigend' besser als 'gut'?

    Wenn ein Schäfer seine Schafe verhaut, ist er dann ein Mähdrescher?

    Warum muss man für den Besuch beim Hellseher einen Termin haben?

    Warum werden Rundschreiben in einem eckigen Umschlag verschickt?

    Ist eine Gesichtscreme, die 20 Jahre jünger macht, lebensgefährlich, wenn man erst 19 Jahre alt ist?

    Darf sich jemand, der sich im Ruhestand befindet, nachts hinlegen?

    Warum ist ein Kreiskrankenhaus nicht rund?

    Darf man eine Tagesdecke auch nachts benutzen?

    Geht der Meeresspiegel kaputt, wenn man in See sticht?

    Wie lange kriegt man für einen Wintereinbruch, oder gibt es darauf Bewährung?

    Darf man in einem Schaltjahr auch Automatik fahren?

    Wenn Katholiken auf eine Demonstration gehen, sind sie dann Protestanten?

    Ist Lattenrost eine Geschlechtskrankheit?

    Fragen über Fragen.... nixweiss0


    Warum wird die Frage, was andere über einen denken, wichtig, wenn man aufhört?

    Ich denke, es hat mich vorher auch schon interessiert.
    Ich weiß nur, dass ich vor anderen mit meinem Konsum auch nicht auffallen wollte und ich bin vermutlich auch nicht aufgefallen, da ich entweder in der entsprechenden angeheiterten Runde war oder unauffällig zuhause für den Pegel gesorgt habe, den ich brauchte/ wollte.
    Der einzige, der es wirklich mitgekriegt hat, war mein Mann. Dessen Sorge nervte mich und ich glaubte, er sprach mich nur deshalb drauf an, weil er wusste, dass mein Vater Alkoholiker war.

    Und bei vielen Geschichten von Alkoholikern, die ich so gelesen habe, glaubten diese, dass ihr Konsum nicht auffällt. Nicht wenige haben heimlich getrunken, damit es eben nicht auffällt.
    Daraus könnte man schließen, dass die Frage, was andere über einen denken, schon vor dem Aufhören, eine Rolle gespielt hat.

    Und wenn ich noch im Beruf wäre, hätte ich nicht über diesen Fehler, den ich begangen und aus eigener Kraft überwunden habe, stolpern und mir mit diesem Bekenntnis und der entsprechenden Schublade, in die man mich gesteckt hätte, Steine in den Weg legen wollen.


    Wie ist das nun – soll ich mich outen? Einfach so sagen, dass ich Alkoholiker bin, aber eben keinen Alkohol mehr trinke? Und wenn ja – wem sage ich es? Allen? Nur meinen Freunden? Und wie sage ich es?

    Fragen über Fragen, die einen ganzen Rattenschwanz an Fragen nach sich ziehen:
    Kann/darf/soll ich überhaupt zu Hause meinem Besuch noch Alkohol anbieten?
    Was mache/sage ich, wenn man mir Alkohol anbietet, obwohl ich abgelehnt habe?

    Als ich mir selbst eingestehen musste, Alkoholikerin zu sein, verlor der Begriff für mich selbst merkwürdigerweise seinen Schrecken. Vorher hatte ich oft Angst, es zu werden.

    Ich habe diesen Begriff jedoch anderen gegenüber bislang nur selten verwendet und tue es immer noch selten. Ich sehe den Schutz, den das bieten kann, sehe aber auch die Nachteile, die ein gewisses Schubladen-Denken, das ich bislang so beobachten durfte, mit sich bringt. Ich mag Schubladen-Denken nicht.

    Mein Mann und ein paar wenige gute Freunde wissen genau Bescheid.

    Ansonsten sage ich, dass ich keinen Alkohol trinke und lehne Alkohol, sofern er mir angeboten wird, einfach ab. Ein paar Menschen, mit denen ich näher bekannt bin, habe ich auf deren Nachfrage erklärt, dass ich nicht mehr trinke, weil ich feststellen musste, dass ich mit Alkohol nicht umgehen kann und die Kontrolle über meinen Konsum verloren hatte.
    Das hat bislang genügt.

    Mein Haushalt ist alkoholfrei, ich habe alle zugehörigen Gläser entsorgt und ich kaufe auch keinen Alkohol für meinen Besuch. Wer mich besucht, weiß darüber Bescheid oder wird ggf. darüber informiert. Mittlerweile darf mein Besuch, wenn er Alkohol konsumieren will, sich welchen mitbringen, das kommt aber nur äußerst selten vor.

    Grüße
    AmSee


    Zufriedene Abstinenz setzt eine positive Einstellung zum Leben voraus und erfordert jedochr auch eine gewisse finanzielle Absicherung. Wer im Niedriglohnbereich schuften muss, nicht von Beruf Sohn oder Tochter oder einfach wohlhabender Erbe ist, der hat es deutlich schwerer, diesen Zustand je zu erreichen. Wer tagein-tagaus grübeln muss wie er die Strom-, Gas und Benzinrechnung bezahlen kann und jeden Euro 2x umdrehen muss, für den ist der Zustand der Zufriedenheit eine gewaltige Herausforderung.

    Ich frag mich, wer hier der Adressat sein soll.

    Zudem scheint mir hier ein Missverständnis vorzuliegen zwischen den Begrifflichkeiten „Zufriedenheit“ und „zufriedener Abstinenz“. Nach meinem Verständnis besteht da ein Unterschied.

    Bei „zufriedener Abstinenz“ geht’s meines Erachtens um den Zustand, nicht darunter zu leiden, aus Krankheitsgründen nicht Alkohol trinken zu dürfen, sondern im Gegenteil tatsächlich zufrieden damit zu sein, nicht mehr Alkohol trinken zu MÜSSEN.
    Es geht um dieses Gefühl, den ganzen Schattenseiten der Sauferei entronnen zu sein und stattdessen das, was man sich erfolglos vom Trinken versprochen hat (z.B. Glücksgefühle hervorrufen, Probleme bewältigen, mit negativen Gefühlen umgehen) aus eigener Kraft schaffen oder zuverlässig in sich selbst hervorrufen zu können.

    Dass Alkoholmissbrauch die Lage von jemand, der „tagein-tagaus grübeln muss wie er die Strom-, Gas und Benzinrechnung bezahlen kann und jeden Euro 2x umdrehen muss“ nicht bessert, darüber dürfte hier wohl Einigkeit bestehen, oder?

    Es ist eine Weile her, dass ich selbst in einer derartigen finanziellen Lage steckte, mein bester Freund steckt krankheitsbedingt unverschuldet in dieser Lage und wird nicht mehr daraus entkommen, daher behaupte ich einfach mal, eine Ahnung davon zu haben, wie das ist, in einer solchen Lage zu sein.

    Gewiss ist das nicht einfach, aber in einer solchen Lage zufrieden zu sein, nicht auch noch saufen zu MÜSSEN ist möglich. Und wer in einer solchen Situation schätzt, in der Lage zu sein, mit klarem Kopf Lösungen für seine Probleme finden zu können, negative Gefühle bewältigen zu können und überhaupt einen Blick für das, was schön ist, haben zu können, den würde ich „zufrieden abstinent“ nennen.
    Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass er auch „zufrieden“ mit seinem Leben und seiner finanziellen Gesamtsituation ist.

    Grüße
    AmSee

    Du hast erkannt, ein Alkoholproblem zu haben, und deshalb beschlossen, ganz auf Alkohol zu verzichten, nun geht es für dich darum, wie du dir deine Abstinenz bewahren kannst.

    Gleich ein Hinweis vorweg: Erfahrungen zeigen, dass es in der Regel nicht genügt, nur das Glas sozusagen einfach stehen zu lassen, wenn dein Vorhaben erfolgreich sein soll.

    Der Prozentsatz derer, die es dauerhaft aus der Alkoholabhängigkeit schaffen, ist gering. Das hat seine Gründe.

    Darüber, wie es nun weitergehen kann, bestehen unterschiedliche Sichtweisen:

    Den einen trockenen Alkoholikern genügt es, sich einfach vor Augen zu halten, wie es war, wenn sie „gesoffen“ haben. Diesen genügt es, in kritischen Situationen zu wissen, was sie wollen, und sie gehen solchen Situationen nicht unbedingt aus dem Weg, sondern betrachten sie eher als Trainingsfeld. (Konfrontation)

    Den anderen trockenen Alkoholikern genügt das nicht. Zugrunde liegen hier meist Erfahrungen, öfter mit dem sogenannten „Suchtdruck“ (= überaus starkes Verlangen, Alkohol zu konsumieren) konfrontiert gewesen zu sein, oder Erfahrungen mit Rückfällen.

    Hintergrund für solche Erfahrungen ist, dass das sogenannte „Suchtgedächtnis“ eine ganze Reihe von Denk- und Verhaltensmustern, Gewohnheiten und Situationen mit dem Alkoholkonsum verbindet. Daher kann dieses Suchtgedächtnis immer wieder „getriggert“ (= aktiviert) werden und es kann zu sogenanntem „Suchtdruck“ kommen. Erfahrungen zeigen, dass der Suchtdruck auch erst später auftreten kann.
    Dieses Suchtgedächtnis lässt sich übrigens nicht löschen, es wird den Rest deines Lebens erhalten bleiben.

    Aufgrund solcher Erfahrungen gehen nicht wenige Alkoholiker (zumindest zunächst) den Weg der Vermeidung und bemühen sich ausdrücklich um sogenannte „Trockenheitsarbeit“ / „Trockenarbeit“, die auch als „Selbstfürsorge“ bezeichnet werden kann.


    „Trockenarbeit“ bzw. „Selbstfürsorge“

    „Trockenarbeit“ bedeutet, einige Veränderungen in deinem Leben und in deinen Denk- und Verhaltensmustern vorzunehmen, um das Suchtgedächtnis eben nicht zu triggern und um tragfähige neue Denk- und Verhaltensmuster zu erwerben.
    Trockenarbeit ist sehr individuell und jede/r muss selbst heraus finden, welche Maßnahmen ihr oder ihm helfen, eine dauerhafte zufriedene Abstinenz zu erreichen.


    Innerhalb der ersten Wochen und Monate können sich dir folgende Fragen stellen:

    - Wie verbringe ich meine Abende und/ oder das Wochenende, wenn ich mich nicht mit Alkohol „belohne“ oder „tröste“, was gibt’s für Optionen und Alternativen?
    - Wie verbringe ich die sonstigen Gelegenheiten, an denen ich mich mit Alkohol „belohnt“ oder „getröstet“ habe, was gibt’s für Optionen und Alternativen?
    - Wie verhalte ich mich in gesellschaftlichen Runden, in denen üblicherweise Alkohol konsumiert wird, oder bei gesellschaftlichen Ereignissen? Gehe ich gar nicht erst hin, um meine Abstinenz nicht zu gefährden, oder gehe ich hin und setze mich damit der Gefahr aus, getriggert zu werden?

    Am Anfang empfiehlt es sich, gewisse gesellschaftliche Runden und Ereignisse erstmal zu meiden, um die eigene Abstinenz zu sichern.
    Später, wenn du dich gefestigt fühlst, kannst du dich schrittweise damit konfrontieren, während du dich dabei beobachtest, was es in dir auslöst, und auf diese einen neuen Umgang damit finden.
    Für solche Fälle ist ein sogenannter Notfall-Plan hilfreich, um die Situation verlassen zu können, wenn du bemerkst, dass sie dir nicht gut tut.


    - Teile ich meinem Umfeld mit, dass ich Alkoholiker/ Alkoholikerin bin, oder nicht?

    Diese Frage lässt sich nicht so leicht beantworten und hängt gewiss auch ganz vom jeweiligen Gegenüber und der Situation ab. Es kommt auch darauf an, wie weit du dir selbst gegenüber zu diesem Bekenntnis bereit bist. Sich als „Alkoholiker/ Alkoholikerin“ zu outen kann ein Schutz sein, es kann ggf. auch hinderlich sein.


    - Wie ist das mit Speisen oder Süßigkeiten, in den Alkohol enthalten ist, besteht da Gefahr für mich?

    Zur Erklärung: Auch diese können triggern.
    In diesem Zusammenhang ist auch sogenanntes „alkoholfreies“ Bier zu sehen, das meist doch geringe Mengen an Alkohol enthält und in Geschmack und Aussehen an richtiges Bier erinnert.


    - Wie gehe ich damit um, dass in Film und Fernsehen ständig Alkohol konsumiert wird und mich daran erinnert, wie selbstverständlich das auch mal für mich war?
    - Wie verhalte ich mich im Supermarkt, wo ich an den Wein-, Bier- und Schnapsregalen, vor denen ich sonst ggf. mit Aussuchen und in Vorfreude so viel Zeit verbracht habe, vorbei muss?
    - Wie gehe ich damit um, wenn ich in einem Restaurant oder Café oder im Sommer beim Gang durch die Fußgängerzone damit konfrontiert werde, dass Menschen um mich herum Alkohol konsumieren?
    Was macht das mit mir?


    - Spätestens, wenn du doch mal heftigsten Suchtdruck kennengelernt hast, stellt sich die Frage: Wie kann ich vermeiden, dass so etwas wieder auftritt, oder was kann mir im Notfall helfen?

    Die Zusammenstellung und das Üben eines sogenannten „Notfall-Koffers“ ist dabei ein sinnvolles und hilfreiches Werkzeug.

    - Was kann ich prophylaktisch tun, damit es nicht wieder zu Suchtdruck kommt?
    - Was kann ich tun, wenn ich doch Suchtdruck bekomme? Wie komme ich am Besten wieder (unbeschadet) aus dieser Situation heraus?


    Darüber hinaus kann Trockenarbeit z. B. auch der regelmäßige Besuch einer SHG sein oder der Austausch in einem Forum wie diesem hier.
    Oder sie kann darin bestehen, regelmäßige (geplante) Rückblicke auf die schlimmen Erlebnisse während der eigenen Trinkerzeit vorzunehmen und die eigene Suchtzeit aufzuarbeiten.


    Das klingt jetzt vielleicht nach fürchterlich viel Arbeit, aber es steht u.U. auch nicht gerade wenig für dich auf dem Spiel, wenn du abhängig geworden bist und den dauerhaften Absprung schaffen willst.
    Zudem musst du dich dem auch nicht auf einmal stellen, sondern darfst dir so viel Zeit dafür nehmen, wie du brauchst.


    Aus der Perspektive der Spezialisten hier, d.h. der Alkoholiker, die den Absprung geschafft haben: Lass dir versichern, dass sich die Mühe lohnt. Zufriedene Abstinenz ist möglich.

    Auch hier gilt: Wenn du dir Sorgen machst und/oder Fragen hast, kannst du diese gerne hier im Forum stellen.


    Hier findet Ihr ein paar Links zu ein paar Themen/Diskussionen (Aufzählung ist bei Weitem nicht vollzählig!) in diesem Forum, die uns in diesem Zusammenhang wichtig erscheinen. Damit Ihr nicht suchen müsst und/oder nur zufällig drüber stolpert, haben wir sie hier mal gesammelt :D

    - Welche Therapieformen gibt es?
    - Selbsthilfegruppen - wozu eigentlich?
    - Sucht-/Saufdruck - wie erlebt man ihn? Was kann man tun?
    - Umgang mit Suchtdruck
    - Notfallkoffer
    - Gesunder Egoismus - was heisst das eigentlich?
    - Alkohol in Nahrungsmitteln - Wie gefährlich sind Rotweinsoße und Co wirklich?
    - Was versteht man unter "zufriedener Trockenheit/Abstinenz"
    - Ich habe den ersten Schritt in die Trockenheit gewagt - Und nu? Wie weiter?

    Viel Spaß beim Stöbern!

    Hallo Aurelias,
    es kann sein, dass der Beitrag nicht angekommen ist, weil das in den Voreinstellungen eingegebene Zeitfenster von 60 min für eine Sitzungslänge überschritten war. Dann ist der Beitrag leider weg.
    Verhindern kannst du so etwas, indem du die Voreinstellung bei der Anmeldung auf „Immer eingeloggt bleiben“ änderst.

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    Da es leider immer wieder mal vorkommen kann, dass ein Beitrag nicht ankommt, empfehle ich dir, deine Beiträge vor dem Abschicken einmal bei dir an anderer Stelle zu sichern, damit sie dir ggf. nicht verloren gehen, und das Abschicken ggf. nochmals zu versuchen.
    Alternativ kannst du sie an anderer Stelle vorschreiben, dann hier einsetzen und abschicken.

    Grüße
    AmSee

    [size=16pt]Ihre Zeit ist begrenzt, also verschwenden Sie sie nicht damit, das Leben eines anderen zu leben. Lassen Sie sich nicht von Dogmen in die Falle locken. Lassen Sie nicht zu, dass die Meinungen anderer Ihre innere Stimme ersticken. Am wichtigsten ist es, dass Sie den Mut haben, Ihrem Herzen und Ihrer Intuition zu folgen. Alles andere ist nebensächlich.
    [/size]

    Steve Jobs

    Hallo Aurelias,
    willkommen in diesem Forum, schön, dass du zu uns gefunden hast und dich ein wenig vorgestellt hast. :welcome:

    Wer ich bin und was mich so in dieses Forum geführt hat, kannst du in dem Vorstellungsfaden, den ich zu mir „AmSee - EKA und abstinente Alkoholikerin“ geschrieben habe, nachlesen. Ich bin in deinem Alter.

    Ich denke, die Frage, warum du nass bist, spielt erstmal keine so große Rolle, entscheidend ist eher, dass dir dieser Weg nicht länger behagt und du offen dafür bist, etwas ändern zu wollen.

    Du schreibst, dass du deine Spielsucht mithilfe eines Forums beenden konntest, dir aber nicht vorstellen kannst, dass du dein Alkoholproblem ebenfalls mithilfe eines Forums in den Griff bekommen könntest. Magst du ein bisschen näher darüber schreiben, was dich zu dieser Einschätzung bewegt?

    Was bräuchtest du denn, um dir Mut zu machen und vielleicht Hoffnung zu geben, dein Alkoholproblem anzugehen?
    Hast du vielleicht ein paar Fragen an uns?

    Ansonsten komm erstmal in Ruhe hier an und lies dich, sofern du’s noch nicht getan hast, ein bisschen quer durch. Vielleicht erkennst du etwas von dir in anderen wieder und findest etwas, was dir Mut macht, es anzugehen.

    Viele Grüße
    AmSee

    Als ich hier aufschlug, bereitete mir die Vorstellung, gänzlich auf Alkohol verzichten zu müssen, Angst, etwas zu verlieren, was ich als schön, angenehm oder wertvoll empfunden hatte.
    Und unsere Gesellschaft lebt ja gewissermaßen vor, dass Alkohol einfach zum Leben dazu gehöre.

    Ich denke, wer grundsätzlich im Kopf hat, auf etwas verzichten zu MÜSSEN, wird Schwierigkeiten haben oder bekommen, seine Abstinenz aufrecht erhalten zu können.

    Irgendwann schlägt bei so jemandem das Belohnungszentrum im Gehirn, das die abkürzende Wirkung von Alkohol ein für alle Mal gelernt hat, zu und er/ sie wird rückfällig.

    Das Geheimnis erfolgreicher Abstinenz dürfte demnach darin liegen, den Gedanken auf etwas Verzichten zu MÜSSEN gar nicht aufkommen zu lassen, sondern sich ein Bewusstsein dafür zu schaffen, was das Leben eigentlich interessant und lebenswert macht, was tatsächlich zufrieden macht. - Und DAS dann in der Realität umzusetzen.

    Wenn ich inzwischen an Alkohol denke, betrachte ich ihn als das, was es eigentlich ist: Ein Nerven- und Zellgift, das, wie ich erst im Laufe meiner Abstinenz feststellen durfte, mehr Schaden in meinem Körper und meiner Psyche angerichtet hatte, als ich geahnt hatte.

    Ich denke daran, wie es tatsächlich war, wenn ich Alkohol konsumiert habe, was er mir wirklich gegeben und was er mir genommen hat, und wie ICH darüber die Kontrolle verloren habe.

    Mitunter beobachte ich Menschen, die Alkohol konsumieren, bemerke mit Missfallen, wie sich ihr Verhalten und ihre Sprache verändert, wie unangenehm, laut, unkontrolliert sie teilweise werden, und denke daran, dass das bei mir vermutlich nicht viel anders war. Und ich denke daran, dass ich gar nicht so sein WILL.

    Mitunter sehe Menschen an der Supermarktkasse ihren Alkohol und die dazugehörigen „Alibikäufe“ aufs Band legen, manchmal sind ihre Gesichter bereits vom Alkoholmissbrauch gezeichnet, manchmal wirken sie nervös. Und dann denke ich daran, dass es kein Verlust ist, keinen Alkohol mehr zu konsumieren.

    Ich habe schon eine Weile nicht mehr im Kopf, ich müsste auf etwas Schönes verzichten, weil ich keinen Alkohol mehr trinke, im Gegenteil fühle ich mich eher frei von einer Art Gehirnwäsche, denn ohne Alkohol führe ich nun das Leben, was mich tatsächlich zufrieden macht. - Und ich wache täglich ohne Kater oder sonstige Nebenwirkungen auf. ;)

    DAS ist für mich zufriedene Abstinenz.