Hallo Maggi,
Perfektionistin war ich auch. Ich wollte und konnte gar nicht anders, ich zog daraus Befriedigung und Sicherheit. Doch mein Perfektionismus hatte eben auch seine Schattenseiten. Ich hab mich dabei nämlich vollkommen verausgabt, bin stets weit über meine Grenzen gegangen.
Das hat sich bei mir dann irgendwann gerächt, ich wurde ernsthaft krank, mein Körper und meine Psyche machten diese Anforderungen, die ich an mich stellte und denen ich glaubte, mich nicht entziehen zu können, nicht mehr mit.
Um wieder zu genesen, musste ich lernen, mich von meinem Perfektionismus zu verabschieden. Aus jetziger Perspektive würde ich das übrigens umformulieren in „ich durfte lernen, mich von meinem Perfektionismus zu verabschieden“. Das ist mir nicht von jetzt auf gleich gelungen, denn es hatte ja seine Hintergründe, warum ich Perfektionistin zu sein versuchte, aber es ist mir gelungen und hat sich für mich letztlich als Befreiung herausgestellt.
Wenn du das so formulierst „daß ich aufpassen muss, damit ich nicht wieder in alte Muster verfalle“, steckt da sehr viel Druck drin, auch das Streben nach Perfektion. Ich empfehle dir, diesen Druck rauszunehmen und mit mehr Zuversicht, Selbstvertrauen und Gelassenheit an deinen neuen Weg heranzugehen.
Dir ist bewusst geworden, wohin die alten Muster dich führen. Damit ist dir die Problematik schon mal klar. Und darauf kannst du bauen.
Wie wäre es, wenn du dir einfach vertraust, dass du in der Lage bist, gegensteuern zu können, wenn dir auffällt, dass du dabei bist, wieder einem alten Muster zu verfallen?
Liebe Grüße
AmSee