Moin Zusammen.
Kurz zusammengefasst habe ich nach einem bescheidenen 2024 (Ein Familienmitglied hat seinen Wohnsitz in den Himmel verlegt) und einer ersten Gicht-Attacke zu Silvester beschlossen mich nicht mehr selbst auf den Arm zu nehmen. Zudem hab ich mich auch ernährungstechnisch ganz schön gehen lassen und war bei 100 kg angekommen (32er BMI). Außerdem wollte ich zumindest mal schauen, ob es vielleicht doch einen Zusammenhang zwischen diesem blöden Herzgestolpere und meinem Konsum gibt. Oder ob dieser das Gestolpere zumindest fördert.
Meine neue Regel lautete: Streng nach der neuen Richtline der DGE. Maximal zwei kleine Bier pro Woche. Auf einem Konzert im Januar war ich leicht drüber. Anfang Februar dann auf einem Geburstag deutlich mehr. Danach habe ich erkannt, dass es nicht funktioniert und bin dazu über gegangen nichts mehr zu konsumieren. Zum Glück (!) hat das Verlangen nach nur 2 Wochen schon aufgehört. Inzwischen ist es 12 Wochen und 85 Tage her.
Was ich jetzt aber merke ist: Die Gefahr doch wieder Bier zu trinken steigt gefühlt wieder an. Weil jetzt habe ich gut 6 kg runter, schlafe wieder besser, die Hose kneift nicht mehr und so insgesamt fühle ich mich um Welten besser. In der Vergangenheit hab ich genau dann wieder angefangen. Weil es geht mir ja gut. Dann geht es ja wieder.
Aber ich habe mir dieses Mal mehr Wissen zum Thema Alkohol durchgelesen und angeschaut, also den Nerd in mir mir mehr Fakten gefüttert. Außerdem möchte ich nicht wieder zurück zu dem schlechten Befinden. Es ist so schön gerade. Ich rieche den Frühling gefühlt intensiver. Der Heuschnupfen ist gut aushaltbar bis kaum spürbar. Im Wald beim Wandern sieht es aus wie in im Paradies. Und: Dieses blöde Herzgestolpere ist nach etwa 5 Wochen (sehr) stark zurück gegangen (!). In der Vergangenheit war ich schon einmal paar mal soweit. Aber sobald es mir wieder gut ging, bin ich wieder schwach geworden. Das letzte mal > 70 Tage ohne Konsum war Ende 2023. Danach kam Weihnachten. Davor war das letzte Mal 2017, auch weil ich abnehmen wollte.
Allerdings merke ich jetzt erst die Tragweite des Ganzen. Irgendwie gruselig. Vielleicht hab ich auch deshalb mehr Angst davor als bisher. Ich betrete jetzt also Neuland. Es fühlt sich noch jung und verwundbar an. Genau das möchte ich aber beschützen. Weil es mir sehr viel bedeutet. Bei mir zu bleiben. Mich nicht wieder zu vergiften. Meine Lebenszeit nicht wieder zu verschwenden. Dazu ist sie mir zu kostbar. Ich akzeptiere auch, dass ich immer wieder in Versuchung geraten kann, dass ich Ängste und Spannungs-Situationen aushalte ohne mich zu betäuben. Und vielleicht der Schlüssel des Ganzen: Ich akzeptiere nicht perfekt zu sein. Ich akzeptiere das auch nicht erreichen zu können. Und ich akzeptiere, dass es es Quatsch ist es jemals als Ziel gehabt zu haben. Statt dessen besinne ich mich auf das, was ich erreichen kann ohne mir dabei zu schaden. Mal alle 5 gerade sein lassen.
In diesem Sinne: Ein motivierten Gruß in die Runde ![]()