• Suchtdruck hat doch einen gedanklichen Ursprung, er ist keine Reaktion des Körpers auf einen vorhandenen Mangel ... denke ich nicht an Alk. oder ist er mir schlichtweg egal ... geworden, passiert auch nichts mehr in meinen Gedanken, meinem Hirn.

    Ich glaube, dass das stimmt. Merke ich immer mehr bei mir, denn inzwischen ist mir Alk tatsächlich egal geworden. hAtte auch schon sehr lange keinen Suchtdruck mehr. Auch keine Gedanken daran überhaupt etwas Alkoholisches trinken zu wollen.

    Paul blendet etwas nicht Unwesentliches aus, über das wir hier in den verschiedensten Threads wiederholt geredet haben, zuletzt im dem besagten Thread.


    Ich selbst erlebe es immer wieder, dass plötzlich Erinnerungen, Gedanken, Gefühle, sogar Gerüche von früher hoch kommen, ohne dass ich das „genährt“ hätte. Plötzlich ist es einfach da. Warum auch immer. 🤷‍♀️

    Während Paul immer wieder auf die Angst abzielt, die vermeintlich in dieser und jener Aussage geschürt würde, diesmal ist er auf die Aussage

    Reha bedeutet generell nicht geheilt.(was bei unserer Krankheit sowieso nicht möglich ist)

    angesprungen, mache ICH mir Gedanken, dass Pauls persönliche Ansicht, die er wiederholt in den verschiedensten Threads kundtut, zu Leichtfertigkeit veranlasst.


    Ich hab keine Angst, hab keinerlei Problem mit der Definition, die auch Laggard in seiner Reha kennengelernt hat, sondern komme ebenfalls gut damit klar.

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • zu Leichtfertigkeit veranlasst

    Bei mir trifft das nicht zu. Eher veranlassen sie mich zu Selbstverantwortung, Gewissenhaftigkeit und Konsequenz.

    Also ich komme mit den Beiträgen von Paul gut klar und verstehe was er meint. Seine Beiträge führen bei mir in keinster Weise zu Leichtfertigkeit. Ich bin aber auch kein leichtfertiger Mensch.

    AmSee13 deine Beiträge sind aber die creme de la creme. Ich profitiere von euren Beiträgen, den ich suche mir einfach raus, was zu mir passt. So entsteht meine persönliche Hilfe aus dem Forum 😊

  • Glaub mir, Emily , auch wenn ich dich zitiert habe, habe ich bei „Leichtfertigkeit“ nicht an dich gedacht. Du hast ja an den entsprechenden Austauschen zum Thema aktiv teilgenommen, bist mit der Thematik vertraut.

    Ich denke an Selbstbetroffene, die hier neu aufschlagen und ggf. noch am Anfang stehen. Die stehen nicht unbedingt da, wo du inzwischen schon stehst. Wenn ich etwas auf Pauls wiederholt vertretene Ansichten antworte, dann denke ich an die.


    Ergänzung:

    Ich selbst hab mir das, was ich hier zu dieser Thematik teile, ja im Laufe der Zeit erarbeitet. Und es deckt sich ja offenbar mit dem, was Laggard in einer Reha-Einrichtung, die sich professionell mit der Thematik beschäftigt, erfährt.


    Paul hingegen scheint nicht müde zu werden, dagegen anzureden, was derzeit wissenschaftlicher Konsens zu sein scheint.

    Mir ist schleierhaft, warum diese Diskussionen immer wieder erneut von Paul angestoßen werden. Täglich grüßt das Murmeltier….

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • Ich versuche es auch nochmal. Laut aktuellen wissenschaftlichen Untersuchungen (zuhauf im Netz zu finden) werden bei Süchtigen in der nassen Zeit Gehirnwege verändert, die nicht repariert werden können. Habe nur einfache Worte. Und deshalb ist der Suchtdruck im Unterbewusstsein gespeichert. Da kann man bewusst nicht an Alk denken wollen, soviel man will. Das Unterbewusstsein reagiert auf Trigger: Bilder, Gerüche, Emotionen etc.

    Nehme mal ein Frauending als Beispiel: Schwangerschaft. Höre gerade ein neues Hörbuch (Psychothriller), da geht es viel um Schwangerschaften im Detail. Die Story ist, dass eine Schwangere eine andere übelst stalkt. Laberrhabarber... Ich sitze also hier, häkel entspannt vor mich hin und lausche der (gut erzählten) Geschichte. Plötzlich der Satz: Schokomilchshakes auf nüchternen Magen sind das beste gegen Morgenübelkeit. Das Schlüsselwort war jetzt nicht Schokomilchshake sondern Morgenübelkeit. Und sofort habe ich etwas Flüssigkeit im Mund wie vorm brechen. Wie neulich schon geschrieben: Ich mache das nicht. Ich will das nicht. Das passiert.

    Weil ich als Frau in den Schwangerschaften in einem Ausnahmezustand war. Und mein Hirn sich das gemerkt hat. Ob ich das will oder nicht.

    Zurück zum saufen: Nochmal die Zahl ca. 13%. Das sind die, die es über die 5 Jahres Grenze schaffen. Wenn es nur vom Willen abhinge, wäre dann die Zahl nicht wesentlich höher? Bei all dem persönlichen Elend, die Sucht mit sich bringt?

    So ich also: uffbasse. Nur heute. Nicht die Winzsignale überhören/übersehen/überriechen. Nicht mit Angst. Sondern mit erlerntem Wissen. Ohne Panik. Aber mit Respekt vor dem Suchtgedächtnis. Weil ich mich gern habe. Seit weit mehr als 5 Jahren 🤘😎😄

  • Zurück zum saufen: Nochmal die Zahl ca. 13%. Das sind die, die es über die 5 Jahres Grenze schaffen. Wenn es nur vom Willen abhinge, wäre dann die Zahl nicht wesentlich höher? Bei all dem persönlichen Elend, die Sucht mit sich bringt?

    Heißt das, dass nur 13% mehr als 5 Jahre Abstinenz schaffen? 😳 Das habe ich nicht gewusst. Das sind ja nur wenige, die langjährig oder lebenslang nüchtern bleiben. Also bei nur 13% wird’s mir grad schlecht.

    ich also: uffbasse. Nur heute. Nicht die Winzsignale überhören/übersehen/überriechen. Nicht mit Angst. Sondern mit erlerntem Wissen. Ohne Panik. Aber mit Respekt vor dem Suchtgedächtnis. Weil ich mich gern habe. Seit weit mehr als 5 Jahren

    Vielen Dank. Deine Worte merke ich mir. Klingt auch richtig positiv. Nur heute. Und weil ich mich gern habe. Seit knapp mehr als 1 Jahr.

    Echt ichso vielen Dank für diese Info 💓💝

  • Hallo ,

    Also bei nur 13% wird’s mir grad schlecht

    Laut einem Artikel in der Abo Fachzeitschrift Gehirn & Geist bzw Spektrum von 4/2024 ,den ich heute beim Stöbern in der Klinikliteratur gefunden habe

    ( ausgedruckt /ich kann hier leider vor Ort nichts scannen,sonst hätte ich es eingestellt),

    sind nur 10 % aller Alkoholkranken in Behandlung.Es geht in dem Artikel um kontrolliertes Trinken ,was ich hier aber nicht zum Thema machen möchte .

    https://www.spektrum.de/news/alkohol-n…r-sucht/2192379

    10% .....der Rest trinkt weiter.

    Liebe Grüße Laggard

  • Neues aus Tönnisstein.

    Ich beginne heute meine 6.Woche, d.h. 3 Wochen bleiben noch .

    Fazit zur Mitte : Mittlerweile fühle ich mich wirklich wohl in der Gruppe und in der Reha.

    Das Thema "Arbeitsplatz"bewegt mich immer noch ,jedoch sehe ich mittlerweile meine Nüchternheit auch wieder als Chance ,einen guten Job machen zu können und um meine Stelle als Führungskraft zu kämpfen .

    Die verschwommene Angst vor dem "grossen Ganzen" ist weg.Kann aber auch am Opipramol liegen ,einem schwachem Antidepressiva.

    In Abstimmung mit der Psychaterin vor Ort probieren wir gerade das Medikament aus.Hintergrund ist die medikamentöse Unterstützung bei Arbeitsbeginn bis die anschließenden psychotherapeutischen Maßnahmen wirken sollen.

    Perspektiven intern z.B. Verantwortung abzugeben ,habe ich immer noch .

    Ob ich wie angekündigt noch zwei Wochen Reha verlängern kann ,werde ich erst diese Woche erfahren.

    Sollte es nicht so sein ,dann ist es halt so.

    Heute war ich bei der Anwendung "Rückkehr an den Arbeitsplatz"

    Betonbauer,Lehrer,Polizisten,Selbstständige, Krankenpfleger, Laborassistenten,Soldaten,Metallfacharbeiter,Köche, Zahnarzthelfer,Metzgereifachverkäufer, Journalisten........

    Alles dabei.

    Tönnistein wählt aus.Nur Abhängige mit funktionierenden sozialem Umfeld und Chance auf 8 wöchiger Reha mit Erfolgsaussicht können und kommen hierhin .Manche sieht man nur kurz,dann sind sie wieder weg.Auf eigenen Wunsch oder eben nicht..Die Gespräche laufen natürlich hinter den Kulissen.Ansonsten gibt es genug staatliche Einrichtungen mit 13 wöchigem Aufenthalt.

    Gepäckkontrolle oder Sicht der Einkaufstaschen gibt es hier nicht .

    Dafür Atemkontrollen .Systematisch mit Ansage oder willkürlich .Kann schonmal passieren, dass man 3 x am Tag pustet.

    Heute lief ich über den Flur,Stimme aus dem Stützpunktzimmer :"Herr B,kommen Sie doch mal eben zum Pusten rein"

    Oder abends um 21.30 klopft es an der Türe :"Atemkontrolle"

    Liebe Grüße Laggard

  • Neues aus Tönnisstein,

    Hallo , mittlerweile sind es 2 Monate ohne Alkohol. In einer Sucht Klinik eigentlich nichts besonderes.Geschütztes Umfeld, Therapeuten in der Nähe, täglicher Austausch über Alkohol.Suchtdruck gleich Null.

    Manchmal flackert da so ein Gedanke auf ,ein kurzes Bedauern .Das ist aber schnell wieder weg.

    Oder es gab Situationen in den Anfangswochen , in denen ich mich fragte ,was ich hier eigentlich mache...wie ein Aufwachen aus einem Traum

    Nicht allen geht es hier so mit dem Saufdruck. In den ersten Wochen hier gab es einzelne Rückfälle.

    Diese werden natürlich nicht gerne gesehen , therapeutisch aufgearbeitet .Dann geht es weiter.

    Ich habe meine Verlängerung bekommen , bleibe auf Wunsch 2 Wochen länger .

    Beruhigend zu wissen , dass ich noch 4 Wochen hier bin .

    Planung danach : Alles,was meine Abstinenz stärkt .

    -Nachsorge durch die Caritas in Gruppengesprächen mit Therapeut .

    -psychotherapeutische Beratung per Telefon [12 Std ]/von der Krankenkasse angeboten

    -stufenweise Eingliederung ins Berufsleben

    - Viel Sport (suche gerade Kurse ortsnah, die mir Spass machen)

    Und dann ist da immer noch das heikle Thema Arbeitsplatz .

    Es wird bzw. muss ein Gespräch mit dem AG stattfinden.

    Hier sollte ich dann wissen , was ich will.Weiss ich aber nicht .

    Zuviele Dinge beeinflussen meine Entscheidung.Kampflos gehen und meine Stelle abgeben möchte ich auch nicht.Geld spielt auch eine Rolle.

    Die Nüchternheit macht mich wieder selbstsicher. Wie belastbar bin ich ohne Alkohol?

    Eine Versuchs/Testphase vielleicht?

    Bei der Funktionsanalyse des Alkohols hat man mir geraten , meine Stelle abzugeben.Zurückzutreten .

    Geld ist nicht alles.

    Mein Chef hat mir vor der Reha angeboten , Wege zu finden .24 Jahre Betriebszugehörigkeit/ Fachwissen sprechen für sich .

    Ihr seht , es arbeitet in mir .

    Euch einen schönen Feiertag

    Liebe Grüße Laggard

  • Hallo Laggard,

    Danke dir für dein Update. Das liest sich gut, wie du für dich sorgst und wie du dort offenbar die Unterstützung erhältst, die du brauchst.

    Und dann ist da immer noch das heikle Thema Arbeitsplatz .

    Es wird bzw. muss ein Gespräch mit dem AG stattfinden.

    Hier sollte ich dann wissen , was ich will.Weiss ich aber nicht .

    Zuviele Dinge beeinflussen meine Entscheidung.Kampflos gehen und meine Stelle abgeben möchte ich auch nicht.Geld spielt auch eine Rolle.

    Ich vermute mal, dass du auch diesbezüglich dort therapeutische Hilfe bekommen kannst.

    Ich selbst habe mal so eine Aufstellung, nennt sich „Inneres Team“, als Hilfsmittel/ Methode kennengelernt, um Entscheidungsdilemmata klären und auflösen zu können.

    Konkret bedeutete das, alle Gedanken, die zu dem Dilemma so hochkommen, zu sammeln und jeden Gedanken auf einem Kärtchen festzuhalten.

    Anschließend ging es erstmal darum, für jeden dieser Gedanken einen Rollennamen zu finden. Das ist nötig, um feststellen zu können, aus welchen unterschiedlichen Rollen sich dieses sogenannte „Innere Team“ zusammensetzt.

    Im nächsten Schritt ging‘s um Sortieren: Welcher Gedanke gehört zu dieser oder jener Rolle.

    Daran schloss sich eine Phase des Priorisierens an, dann eine Diskussion. Denn letztlich läuft es ja auf einen Kompromiss heraus, anders lässt sich ein Dilemma nicht einigermaßen zufriedenstellend lösen.

    Der Vorteil dieser Methode ist, dass so alle Gedanken zu Gehör kommen und sich nicht, wie sonst üblich, die lauteste, dominanteste Stimme durchsetzt.

    Das von mir nur so mal als Info zu einer Möglichkeit/ einer Methode, vielleicht gibt‘s bei dir in Thönisstein noch andere Möglichkeiten/ Methoden.

    Beste Grüße

    AmSee

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • Neues aus Tönnisstein,

    Hallo zusammen ,

    Entlassungsdatum ist der 15.07..d.h. noch 20 Tage Reha. Eigentlich 19 Tage, weil der Abreisetag nicht zählt.

    Mein Befinden :Zwiespältig .

    Ich genieße jeden Tag hier ,meine Gedanken sind aber auch oft in der Zukunft.

    Damit bin ich in der Gruppe nicht alleine .Nach einer gewissen kurzen euphorischen ,sorglosen Neubeginnsphase rückt der Alltag ,der neue Lebensabschnitt mit neuen Herausforderungen näher.Da vergeht manchem das Lachen .

    Der Antrag auf Wiedereingliederung ins Berufsleben ist raus. Ich werde versuchen ,es langsam angehen zu lassen . Nach dem Hamburger Modell bin ich erst am 01.09. wieder voll funktionsfähig./bis dahin krank geschrieben .Soweit die Theorie.

    Mein Antrag auf einen Behinderungsgrad geht auch noch hier raus .

    30%als Alkoholiker sollte erstmal zu erreichen sein .Danach wird regelmässig der Status abgefragt.

    Vom Überbrückungsgeld der Rentenversicherung ist auch nichts zu sehen.Laut Sozialdienst könnte es auch sein ,dass die gesamte Summe später gezahlt wird. Hauptsache ,es wird überhaupt gezahlt.

    Therapeutisch verspreche ich mir nicht mehr viel .Nach zig Suchtlebensläufen ,Funktionsanalyen usw denke ich nicht ,dass ich noch viel lernen werde.

    40/60 :So sieht meine Therapeutin eine Reha.

    40 % Erlerntes aus der Therapie /60% Umsetzung durch den Patienten im Alltag.

    Könnte schon passen.

    Mein Selbstbewusstsein ist schon merklich gestiegen .Der Gedanke an Alkohol kommt sehr selten .

    Eigentlich spielt der Alkohol keine grosse Rolle mehr ,wenn die Gründe für das Trinken gelöst werden.

    Sollte ich das schaffen ,stehen meine Chancen nicht schlecht.Soweit die Theorie/Teil 2 :)

    PS-ich schaue gerade nach einem Teleskop.Astrologie soll ja Spass machen .

    Habt einen tollen nüchternen Tag

    Liebe Grüße Laggard

  • PS-ich schaue gerade nach einem Teleskop.Astrologie soll ja Spass machen .

    Du meinst vermutlich die Astronomie und für die brauchst du einen nicht lichtverschmutzten Standort. Es ist nicht allzu spektakulär was man dann durch ein Teleskop so sieht. Grau und zumeist verwaschen. Man lässt sich da zu sehr täuschen von aufbereiteten Fotos in den Hochglanzmagazinen. Trotzdem kann dieses Hobby sehr viel geben. wünsche dir viel Spaß dabei.

    Brant

  • Das erinnert mich an meine Kindheit. Ich hatte eine Bücherreihe "Entdecken und Bestimmen - unser Sternenhimmel." Hat mir als Kind viel Spaß gemacht, aber wie Brant schon sagte, es gibt kaum noch ausreichend dunkle Ecken.

    Da vergeht manchem das Lachen

    Ich würde mich nicht zu sehr von den anderen gedanklich beeinflussen lassen. Es gibt immer die Unkenrufe der Pessimisten.

    Beste Grüße Helga

  • Mein Befinden :Zwiespältig .

    Das verstehe ich gut. Aktuell befindest du dich auf sicherem und geschütztem Terrain.

    In deinem persönlichen Leben mit Alltag bist du erstmal auf dich gestellt. Aber du hast ja hier deine SHG und hast viel gelernt.

    Ich bin am Anfang viel zuhause geblieben und habe alkohollastige Situationen gemieden. Damit habe ich Zeit gewonnen und meine Abstinenz wurde immer sicherer.

    Nüchtern zu sein und auch zu bleiben erfordert Geduld und Zeit.

    Das ist wirklich zu schaffen und wird mit der Zeit immer leichter.

    Ganz toll wie weit du schon gekommen bist 👍

  • Eigentlich spielt der Alkohol keine grosse Rolle mehr ,wenn die Gründe für das Trinken gelöst werden.

    Sollte ich das schaffen ,stehen meine Chancen nicht schlecht.Soweit die Theorie/Teil 2 :)

    Hallo Laggard,

    eigentlich (!) gibst nur du dem Alkohol eine (eventuelle) Bedeutung. Menschen, die eher angewidert sind von Alkoholika, denen ist Alkohol schlichtweg egal oder die Alkohol, weder schätzen, noch verteufeln, weil er ihnen nutzlos erscheint. Wir oder du, also jeder für sich, gibt doch erst diesem Stoff (Bier, Wein, Schnaps) eine/seine Bedeutung.

    Auch wenn das täglich grüßende Murmeltier, sich ständig wiederholt, bleiben die Fakten Fakten: Alkohol verändert absolut nichts ... alles bleibt wie es ist, nur weil wir es anders wahrnehmen oder gar nicht mehr in der Lage sind, es wahrzunehmen, berauscht, bleibt die Realität, die Fakten, unverändert.

    Ist einem das bewusst, kann doch gar kein Zweifel mehr aufkommen, ausser man hat grundsärzlich mit der Realtität bzw. deren Wahrnehmung ein Problem.

    Klar gibt es immer Pessimisten, Zweifler, Miesmacher, "Andersgläubige", Angstmacher, Realitäts- und Faktenverweigerer und (!) besonders auch Verführer, die dich von ihrer Sicht der Dinge überzeugen wollen, die Alibi-Mit-Trinker suchen, um ihren eigenen Kosum, ihre Meinung versuchen zu rechtferigen.

    Alles hängt doch am Wörtchen "wenn", hältst du dich vom Alkohol fern, bist du 100% sicher, klar muss man sich erstmal daran gewöhnen, doch warum sollte das nicht gelingen?

  • Hallo Paul ,

    danke der Nachfrage. Ja, du hast recht, nächste Woche Dienstag ist mein letzter Tag in Tönisstein. Die Therapie gilt als abgeschlossen .Ich werde als arbeitsunfähig entlassen und beginne übernächste Woche meinen mein Hamburger Modell .Mein psychischer Zustand: wesentlich selbstsicherer und selbstbewusster als vorher. Ich weiß, dass die Welt sich nicht verändert hat, aber ich habe mich verändert. Alleine drei Monate ohne Alkohol stärkt das Selbstbewusstsein insofern ist nicht nur die Psychotherapie sondern auch die Zeit entscheidend . Das ungute Gefühl vor dem Beginn der Arbeit ist geblieben. Hat aber lange nicht den Charakter wie vor drei Monaten. Was ich hier gelernt habe: möglichst über meine Probleme schnell zu reden und diese nicht auf die lange Tafel zu schieben. Ich muss einfach die Dinge zügig klären um Klarheit zu bekommen. Selbst eine negative Antwort ist besser als dass ich mich Nächte lang verrückt mache. Ansonsten gab es hier sehr viel zu lernen in Form von kurzen Seminaren z.B zum Thema Selbstwertgefühl , Umgang mit Stress. Was sich was ich davon mitgenommen habe kann ich noch nicht beurteilen .Vieles ist aber in schriftlicher Form mitgegeben worden. Die Gruppe löst sich jetzt langsam auf aber neue Mitglieder kommen und so ist halt das Prinzip Tönisstein . Dinge, wie der Umgang mit Alkohol auf Festen oder wenn Alkohol angeboten wird wurden natürlich auch theoretisch besprochen. Hier hat sicherlich jeder so seine eigenen Theorien damit umzugehen. Aber zeigen wird sich dies natürlich erst in der Realität wieso manches hier, was theoretisch besprochen wurde. Ich packe gerade schon meine Sachen zusammen um diese dieses Wochenende mit nach Hause zu nehmen, zumindest einen Teil .Dienstag wird es dann ein schneller Abschied. Tönisstein kann ich wirklich jedem empfehlen, der Abstand vom Alltag und vom Alkohol bekommen möchte. Alleine diese Reha ohne Alkohol Hintergrund ist sehr viel wert. Man lernt halt sich aus einer gewissen Distanz zu betrachten. Ich werde sicherlich weiter über mein Leben hier berichten . Mein Terminkalender für nächste Woche ist schon sehr voll. Arzttermine, Selbsthilfegruppen aufsuchen , Nachsorgetermine besprechen ,weitere Sportangebote suchen .Und vieles abklären ,was in nassen Zeiten liegenblieb.

    Schönes Wochenende euch allen

    PS Sollte ich irgendwie anders wirken als sonst : Ich habe meinen Text per Mikrofon aufgesprochen 😉

    Liebe Grüße Laggard

  • Hallo Laggard,

    ein viertel Jahr alkoholfrei 💐 ... wann warst du das das letzte Mal?

    Als ich diese "magische" Zahl/Zeit vollbrachte, waren alle Zweifel hinweg (na ja, nicht alle🙄, hin und wieder meldete sich noch die "Mimose" in mir, das Gegenteil von Selbstbewusstsein). Aber, es war ein tolles Gefühl und bestärkte mich weiter zu machen ... so doof war's nicht, das alkoholfreie Leben, sondern deutlich entspannter als zuvor, das wollte ich behalten und das tollste war, ich musste nichts dafür tun 🙂 ... nur keinen Alkohol trinken - das war zu schaffen!

    👋

  • Hallo ,

    ein viertel Jahr alkoholfrei 💐 ... wann warst du das das letzte Mal

    Seit ca 40 Jahren nicht mehr.Wobei ich die letzten 15 Jahre süchtig trinken musste.

    So genau kann man ja da nicht die Trennlinie ziehen.

    Entspannter bin ich auch .Zur Zeit sogar sehr.

    "Trinken müssen" bedeutet halt Stress pur.

    Überhaupt vergisst man schnell die negativen Seiten des Alkohols .Danke,dass du mich noch als daran erinnerst.

    Dann schimmert die Sucht mit ihren vermeintlichen Vorzügen durch .Gestern hatte ich so einen Moment,

    Kein richtiger Suchtdruck sondern ein kurzer Moment tiefer Traurigkeit /einer gewissen Unruhe an den Gedanken "Für immer".

    Ich nahm nach langer Zeit eine Baclofen für diesen Moment.

    Gestern hatte ich nach einem Vortrag über Medikamentöse Unterstützung ein Gespräch mit dem Chefarzt über Baclofen.Als

    langjähriger Konsument stellte er mir neugierig viele Fragen .Das Thema ist scheinbar doch nicht durch in der Suchtbekämpfung.

    Gruss

    Liebe Grüße Laggard

  • ... stellte er mir neugierig viele Fragen .Das Thema ist scheinbar doch nicht durch in der Suchtbekämpfung.

    Das Thema wird nie durch sein, jeder denkt, fühlt, empfindet anders, hat andere Werte, Erfahrungen, Prägungen (von Jugend an), eine andere Moral/Ethik, andere Ängste, andere Wünsche, Vorstellungen vom Leben, jeder glaubt an etwas Anderes, meinetwegen auch an Religionen.

    Psychochoktive Substanzen wiederum, beeinflussen all das. Alkohol verstärkt oder betäubt oben genanntes, kann zur Entspannung/Gleichgültigkeit bis hin zur Psychose/Wahn führen, je nach Menge, Art, Häufigkeit.

    Eines ist bei allen gleich, Alkohol, wie jedes Gift, schädigt zunehmend den gesamten Organismus, besonders das Gehirn, unsere Regel- und Steuereinheit. Vieles kann repariert werden (der Körper selbst) ... das braucht oft Zeit, vieles bleibt, für immer geschädigt oder "verschoben" ... anders geprägt, gewachsen.

    "Für immer" ... warum erzeugt das Unruhe oder gar Traurigkeit? Bei "für immer":

    bleibst du nicht gesund, jung oder am Leben passiert das eher selten. Warum können wir, Menschen, diesen Gedanken so gut ignorieren, wohlwissentlich, dass wir nicht ewig leben werden, igendwann natürlich altern, abbauen, unsere Funktionen allmählich verlieren, ausser wir sterben zuvor, im vollfunktionsfähigen Zustand.

    Auch Alkohol trägt zu all dem bei, wir werden schneller/öfter krank, funktionseingeschränkter, altern viel schneller, sogar sichtbarer und dem trauern wir nach???

    Da darf doch die Frage erlaubt sein: was ist da bereits verschoben in unserem Gehirnkasten?

    Einerseits will ich, der Mensch, so lange wie möglich leben und auch noch gesund bleiben, gleichzeitig tue ich vieles, z.Bsp. Alkohol trinken, um genau dieses zu verhindern.:/

  • Hallo Paul ,

    Alles richtig ,was du schreibst.

    Aber Sucht hat wenig mit Logik zu tun .

    Mich hat auch gestern wieder eine gewisse Traurigkeit /ein Gefühlschaos erfasst .

    Mein Neuanfang zuhause nächste Woche /der Abschied aus der "sicheren "Klinik macht mir sehr viele Gedanken / auch im Unterbewusstsein.

    Nicht schön aber da muss ich wohl durch .

    Eine neue Phase beginnt. Eine Anfang mit vielen Fragezeichen. .Eine Chance auf ein tolles Leben.

    Liebe Grüße Laggard

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