Muss ich den Rest meines Lebens immer vor einem Rückfall Angst haben?

  • Also hat der Wille bei mir schon eine Rolle gespielt.

    Emily , mir scheint, dass du etwas missverstanden hast….

    Der Wille spielt schon eine Rolle, aber er allein reicht gegebenenfalls nicht aus.

    Du selbst hast die Erfahrung gemacht, wie leicht man in alte Verhaltensweisen zurückfallen kann.
    Und das ist etwas, was eigentlich ziemlich normal ist. Von alten Gewohnheiten trennt man sich eben nicht so leicht.

    Wer erfolgreich aus seiner Sucht aussteigen will, steht vor der Herausforderung, etwas gänzlich Neues zu erlernen.
    Und wenn du bedenkst, wie viele Situationen und Gewohnheiten direkt oder indirekt bei dem einen oder anderen von uns mit Alkoholkonsum verknüpft waren und wie oft und wie sehr wir in der Gesellschaft mit Alkoholkonsum konfrontiert sind, bekommst du vielleicht eine Ahnung, wie groß diese Herausforderung ist.
    Dazu kommt, dass jeder von uns seine persönlichen Risikofaktoren hat. Über diese wirst du dir aber erst im Klaren und kannst lernen, erfolgreich damit umzugehen, wenn du dich mit deinem Trinkverhalten in der Vergangenheit auseinandersetzt.

    Kurz und gut, wenn du bei all dem nur auf den guten Willen setzt, der das alles schon richten wird, wundere dich nicht, wenn das nicht klappt.

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • Kurz und gut, wenn du bei all dem nur auf den guten Willen setzt, der das alles schon richten wird, wundere dich nicht, wenn das nicht klappt.

    Ich setze doch nicht nur auf den guten Willen. Dass das alleine nicht reicht ist doch logisch. Natürlich habe ich auch darüber nachgedacht und versuche Verhaltensmuster zu ändern. Ich arbeite viel an mir, mache mir jede Menge Notizen, meditiere, und sorge gut für mich. Ich bin achtsam und meine Abstinenz steht an allererster Stelle.

    Ich arbeite seit der Abstinenz andauernd an mir.

    Als ich in alte Verhaltensmuster zurück gefallen bin, habe ich das aber rechtzeitig gemerkt. Weil ich aufmerksam bin und mir das selbst aufgefallen ist. Das habe ich auch unverzüglich wieder geändert. Da ist mir auch der Grund bewusst, weil ich keine Zeit hatte mich um mich zu kümmern. Es gab mehrere Krankheitsfälle in der Familie und auch ein Todesfall, der mir sehr nahe gegangen ist. Das ich da nicht aufmerksam war und auf mich geachtet habe, weiß ich. Bin ja kein Roboter.

    wundere dich nicht, wenn das nicht klappt.

    Das hört sich irgendwie komisch an. Habe ich irgendwas geschrieben was nicht ok ist?

    Es wird klappen und ich werde weiterhin nüchtern bleiben.

  • Das hört sich irgendwie komisch an. Habe ich irgendwas geschrieben was nicht ok ist?

    Das, was ich geschrieben habe, sollte der Erläuterung dienen, warum die Argumentation, dass es nur eine Frage des Willens sei, problematisch ist.

    Ich setze doch nicht nur auf den guten Willen. Dass das alleine nicht reicht ist doch logisch.

    So logisch ist das für den einen oder anderen wohl leider nicht…..


    Nur deshalb hab ich mich auf die Diskussion eingelassen und so viel dazu geschrieben….

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • Ich mag auch noch was dazu schreiben. Und das gilt nur für mich, nicht für uns, oder gottbewahre für alle. Sorry, habe echt immer öfter das Gefühl, das dazu schreiben zu wollen.

    Ich war viele viele Jahre entzogen, da sahen wir mal in der SHG einen Informationsfilm über keine Ahnung mehr was genau, Überschrift Alkohol^^

    Zwischendurch war während des Textes, der im Hintergrund gesprochen wurde, eine Hand zu sehen, die in einer Kneipe ein Bier zapfte. In Großaufnahme. Und mir lief das Wasser im Mund zusammen. Jetzt gerade auch wieder. Ich wollte/will das nicht. Das passiert. Nach 18 Jahren Trockenheit.

    In denen ich, genau wie du, Emily, sehr achtsam war (jedes Essen auf Alk untersuchte, bevor ich es aß) und vieles andere auch. Also alles, was ich bewusst tun konnte.

    Und jetzt höre ich schon wieder aus Pauls Ecke: bedauerlicher Einzelfall usw.

    Will sagen: Klar, Wille ist wichtig, Achtsamkeit, Sport, Freundeskreiswechsel - und du machst das wirklich großartig 🤘😊

    Und doch ist es finde ich sehr wichtig, auch demütig zu bleiben. Gilt nur für mich. Schrieb es hier schon mal: Hochmut kommt vor dem Fall. Das ich soviele Worte auf dem kleinen Schisshandy tippe, zeigt dir hoffentlich, dass das kein Angriff ist, sondern der Versuch eines liebevollen Begleitens unbekannterweise.

  • Wer erfolgreich aus seiner Sucht aussteigen will, steht vor der Herausforderung, etwas gänzlich Neues zu erlernen.

    Das trifft es ziemlich gut. Es ist genauso wie ein Instrument zu erlernen oder einen neuen Sport. Man lernt etwas Neues und es kann passieren, dass es mal nicht so klappt. Dann muss man einfach weiterlernen.

    Beste Grüße Helga

  • dass es nur eine Frage des Willens sei

    Ich würde sagen, dass ich meinen Willen gebraucht habe und auch noch weiterhin brauche und einsetze, aber nur Wille alleine genügt nicht. Es gehört noch viel mehr dazu um zufrieden nüchtern zu sein und zu bleiben.

    sehr wichtig, auch demütig zu bleiben

    Ich halte Demut ebenfalls für einen sehr wichtigen Faktor für meine Abstinenz. Hatte ich ja auch ein paar Beiträge vorher bereits geschrieben.

    (Leider gelingt es mir nicht, von einer anderen Seite etwas zu zitieren, das gibt bei mir immer Chaos. Wie geht das denn?)

    zeigt dir hoffentlich, dass das kein Angriff ist, sondern der Versuch eines liebevollen Begleitens unbekannterweise

    Alles gut. 👍

    Das trifft es ziemlich gut. Es ist genauso wie ein Instrument zu erlernen oder einen neuen Sport. Man lernt etwas Neues und es kann passieren, dass es mal nicht so klappt. Dann muss man einfach weiterlernen.

    Das stimmt und ist ein guter Vergleich.

    Ich finde, dass ich auf einem für mich guten Weg bin. Klar gibt’s auch mal Stolpersteine, aber ich gehe einfach immer weiter. Es ist auch normal, dass ich nicht jeden Tag immer nur gut drauf bin und alles leicht und einfach läuft. Es gibt auch Tage wo alles schief läuft. Genauso ist es mit der Abstinenz. Mal ist alles easy, mal meldet sich das Suchtgedächtnis. Es ist eine Entwicklung. Und es braucht seine Zeit. Aber eins steht fest…ich werde es hinbekommen und es wird klappen, dass ich weiter nüchtern bleibe.

  • Gute Aussage, Frau Emily,

    "nur Willen allein genügt nicht" - man muss auch etwas tun!

    Ich wollte auch immer Prinzessin sein 🤣, dass hat auch nie geklappt. Und selbst als Prinzessin, muss man etwas tun ...

    👋

  • Ich finde wichtig zu wissen, dass es einen gravierenden Unterschied zwischen der nassen und nun trockenen Zeit gibt. Jetzt spüre und fühle ich alle Gefühle, Gedanken und Emotionen klar und deutlich ohne die Benebelung vom Alkohol.

    Damit musste ich auch erstmal umgehen können. Auch unschöne Gefühle aushalten zu können. Denke das ist auch ein sehr wichtiges Thema um stabil nüchtern zu bleiben.

    Am Anfang habe ich Unmengen Eis gegessen statt Wein zu trinken. Dann habe ich Sport gemacht statt Wein zu trinken. Dazu kam noch meditieren und andere Süßigkeiten. Habe auch literweise Wasser getrunken.

    Es war ungewohnt alle Emotionen und Gefühle, egal ob positiv oder negativ, bewusst zu erleben. Kein Filter der etwas abschwächt.

    Das musste ich erst lernen.

  • Hallo Emily ,

    Deine Gedanken sind auch meine.

    Nur bin ich erst seit 14 Tagen trocken und beginne die Reise.


    Auch unschöne Gefühle aushalten zu können. Denke das ist auch ein sehr wichtiges Thema um stabil nüchtern zu bleiben.

    Auch das wird eine der Herausforderungen sein.

    Wie gehe ich zB mit viel Lob um ,wennn dein Chef sagt,er sei froh ,Fachleute wie mich für dieses Projekt zu besitzen ?

    Hört sich erstmal positiv an ,hat aber extreme Gefühle in mir ausgelöst ,die ich jetzt nüchtern verarbeiten muss .

    Liebe Grüße Laggard

  • Es war ungewohnt alle Emotionen und Gefühle, egal ob positiv oder negativ, bewusst zu erleben. Kein Filter der etwas abschwächt.

    Ich halte das für richtig und wichtig, dass du das nochmals aufgreifst.

    Auch das hatte ich im Hinterkopf, als ich weiter oben das hier geschrieben habe:

    Ich denke aber, dass die Perspektive etwas erweitert werden sollte, denn es ist umgekehrt ja durchaus auch so, dass unsere Gedanken von Gefühlen/ Emotionen beeinflusst werden.
    Denken wir nur mal an den Zustand des Verliebtseins.
    Oder denken wir beispielsweise an Angst und Panik. Wer damit besonders vertraut ist, der weiß aus eigener Erfahrung ziemlich gut, wie das seine Gedanken beeinflusst.


    Ich selbst war früher ein absoluter Kopfmensch und habe jegliches Problem mittels meines Verstandes zu lösen versucht, hab auch diese ganze Gefühls-Geschichte mit meinem Verstand zu lösen versucht oder diese zu verdrängen versucht.

    Letztlich bin auf diesem Weg gescheitert…..

    Um aus dem tiefen Loch, in das ich gefallen war, herauszukommen, musste ich lernen, mit meinen Gefühlen umzugehen.
    Ich stand dabei aber vor dem Problem, dass ich gar nicht wusste, was ich da fühlte bzw. was das überhaupt für Gefühle waren. Das mag jetzt lustig klingen, wenn ich das schreibe, aber ich hab in meiner Not tatsächlich mehrfach gegoogelt, was es so an Gefühlen gibt. Im Prinzip war ich zu dem Zeitpunkt ziemlich abgetrennt von mir.
    Nebenbei bemerkt: Entscheidungen konnte ich da auch nicht mehr treffen.
    Starr war ich wie ein Kaninchen vor der Schlange.

    Die erste Herausforderung bestand für mich darin, überhaupt erstmal zu identifizieren, was ich da so fühle und das waren bei mir, wie sich herausstellte, mehr als ein Gefühl gleichzeitig. Scham war bei mir übrigens irgendwie immer dabei.

    Die nächste Herausforderung bestand darin, mit diesen unterschiedlichen Gefühlen umgehen zu lernen.
    Wenn von „Aushalten“ die Rede ist, muss ich immer wieder daran denken, wie unmöglich das für MICH zum Teil gewesen ist. Ich hab sehr oft daran gedacht und Pläne geschmiedet, mir das Leben zu nehmen, damit das endlich aufhört.

    Wie gehe ich zB mit viel Lob um ,wennn dein Chef sagt,er sei froh ,Fachleute wie mich für dieses Projekt zu besitzen ?

    Hört sich erstmal positiv an ,hat aber extreme Gefühle in mir ausgelöst ,die ich jetzt nüchtern verarbeiten muss .

    Ich selbst hab für mich gelernt, erstmal aufzudröseln, was ich fühle.
    Dazu habe ich mir auch die Gedanken, die mir durch den Kopf gegangen sind, näher angesehen und sie sortiert.

    Konkret auf dein Beispiel bezogen, würde ich mich an deiner Stelle fragen, was das für Gefühle sind, die das bei dir auslöst, und welche Gedanken damit verbunden sind.

    Lässt sich da, wenn du dich näher damit beschäftigst, etwas priorisieren?

    Beste Grüße

    AmSee

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • Ich selbst hab für mich gelernt, erstmal aufzudröseln, was ich fühle.
    Dazu habe ich mir auch die Gedanken, die mir durch den Kopf gegangen sind, näher angesehen und sie sortiert.

    Konkret auf dein Beispiel bezogen, würde ich mich an deiner Stelle fragen, was das für Gefühle sind, die das bei dir auslöst, und welche Gedanken damit verbunden sind.

    Lässt sich da, wenn du dich näher damit beschäftigst, etwas priorisieren?

    Laggard , Du hattest geschrieben, dass du ganz gut meditieren kannst.

    Ich weiß nicht, wie du das praktizierst, ich selbst bin vor ein paar Jahren an eine App von 7 Mind geraten, die u.a. geleitete Meditationen anbietet, auch dazu, wie man mit Hilfe der Meditation seinen Emotionen begegnen kann.

    Vielleicht ist so etwas hilfreich für dich?

    Für mich selbst war und ist zwar nicht jede der angebotenen Meditationen passend, aber die eine oder andere habe ich durchaus als hilfreich empfunden und insgesamt bin ich mit dem Angebot sehr zufrieden.

    Beste Grüße

    AmSee

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • Hallo

    Lässt sich da, wenn du dich näher damit beschäftigst, etwas priorisieren

    Der Vorfall mit diesem Lob ist schon ein halbes Jahr her.

    Nicht das hier jemand denkt,ich sei der Überflieger und würde ständig gelobt 😉

    Priorisierung:?Ich denke eher,dass dies auf mangelndes Selbstbewusstsein hinweist.

    Der ständige Konsum zieht mich einfach runter,ich ruhe nicht mehr in mir selbst ,bin unruhig,fahrig und grübel stundendenlang über Dinge ,die andere Menschen garnicht nachvollziehen ziehen können.

    Entscheidungen konnte ich da auch nicht mehr treffen

    Jepp,kenne ich zu gut.

    dass du ganz gut meditieren kannst.

    Ich klammer mich im Moment an jedem Strohhalm und versuche durch Meditation wieder mental stärker zu werden.

    Bei OAMN gab es mal einen Beitrag über Alternativen zum Saufen.

    Du musst nicht eine halbe Stunde joggen können und auch nicht 1 Stunde Meditieren können (Beispiele gibt es noch genug)

    5 Minuten reichen auch .Hauptsache ,du machst es.

    Insofern mache ich 2 x am Tag Kurzmeditationen.

    Morgens :https://m.youtube.com/watch?v=2cdlVM…gcJCdgAo7VqN5tD

    Bei Saufdruck und Unruhe :https://m.youtube.com/watch?v=2cdlVM…gcJCdgAo7VqN5tD

    Bin also kein Profi sondern Suchender

    App von 7 Mind

    Danke für den Tip

    Liebe Grüße Laggard

  • Hallo Laggard ,

    Priorisierung:?Ich denke eher,dass dies auf mangelndes Selbstbewusstsein hinweist.

    lass dich nicht beunruhigen, wenn du mit „Priorisierung“ jetzt nichts anfangen kannst.

    Das ist eines der „Werkzeuge“, auf das ich im Laufe der Zeit gestoßen bin.

    Ich weiß ja nicht, was du schon alles so kennst und kannst. Auf jeden Fall machst du einen sehr reflektierten Eindruck auf mich.

    Mangelndes Selbstbewusstsein hatte ich auch…. Hab immer versucht, mir das nicht anmerken zu lassen, versucht, mich an andere anzupassen und möglichst unauffällig zu sein, um nicht immer wieder verletzt zu werden. Ich hatte ein enorm großes Sicherheitsbedürfnis.
    Gleichzeitig hatte ich ein ausgeprägtes Verantwortungs- und Gerechtigkeitsempfinden, dem ich mich nicht entziehen konnte.

    Heilung und Genesung ergab sich für mich dann erst so richtig im Laufe der Abstinenz, und zwar Schritt für Schritt.

    Ich hab im Laufe der Zeit gelernt, was alles ursächlich für mein mangelndes Selbstbewusstsein war. Dazu gehörte u.a. auch, dass ich nicht gelernt hatte, mit meinen verschiedenen Gefühlen und unerfüllten Bedürfnissen umzugehen. Und ich war gefühlt nie gut genug.

    grübel stundendenlang über Dinge ,die andere Menschen garnicht nachvollziehen ziehen können.

    Kenne ich ziiieeemlich gut…..


    Beste Grüße

    AmSee

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • Guten Morgen ,

    AmSee13

    Heilung und Genesung ergab sich für mich dann erst so richtig im Laufe der Abstinenz, und zwar Schritt für Schritt.

    Heilung kann es nur durch Abstinenz geben.

    Ich denke mittlerweile von Tag zu Tag und das tut mir sehr gut.Nicht mehr das grosse Ganze zu sehen sondern nur heute .

    Schritt für Schritt .

    Ich mein muss mir angewöhnen ,deine Texte noch sorgfältiger zu lesen und versuchen zu verstehen.

    Da finde ich mich so oft wieder und ja,ich will auch mein wahres Ich finden .

    Ich war mal 6 Jahre selbstständig und diese Zeit holt mich in meinen Träumen immer wieder ein.

    Ein Psychologe in der Entgiftung hatte da eine logische Erklärung für.

    "Seit dieser Zeit schütten Sie die entstandenen Gefühle zu und erwarten ,dass sie verschwinden.

    Nur durch Abstinenz und Aufarbeitung kann dies passieren"

    Peng und ein grosses Licht ging mir auf .

    Gestern 14 Tage nüchtern -Yeeehaaaaaw 🤗

    Morgens reisse ich Bäume aus ,nachmittags holt mich der Teufel.

    Gestern hatten wir unseren engsten Bekanntenkreis zum Grillen eingeladen .Wir waren zu fünft und haben antialkoholisch angestoßen .

    Die Freundin meiner Frau redet am Stück .Darauf haben mich alle immer hingewiesen .Jetzt habe ich das auch bemerkt.Vorher war ich ich immer betrunken .Es war mir egal.Und wir kennen uns seit Jahren

    Ich hatte vorher schon so ein mulmiges Gefühl...

    Irgendwie war ich überfordert ,noch nicht bereit .....

    Ich brauche zur Zeit ruhige Gespräche ,gerne vertieft in kleinem Kreis.

    Wieder eine Erkenntniss.

    Liebe Grüße Laggard

  • Guten Morgen, Laggard

    Ich mein muss mir angewöhnen ,deine Texte noch sorgfältiger zu lesen und versuchen zu verstehen.

    ja, ich schreibe manchmal sehr lange Texte… Und gedanklich steckt da so einiges drin…

    Wenn Du damit noch Schwierigkeiten haben solltest, mach dir deswegen keinen Kopf.

    Als ich selbst in meinem tiefen Loch steckte, hatte ich große Schwierigkeiten mit dem gedanklichen Erfassen von Texten, weil ich mich nicht konzentrieren konnte.
    In der Zeit konnte ich noch nicht einmal Bücher lesen, obwohl ich das eigentlich immer gerne getan habe.

    Ich kann dir nur raten, dir auch diesbezüglich Zeit zu lassen.

    Ich hab für mich gelernt: Wenn ich nicht verstehe, ist das völlig in Ordnung, unter Umständen sogar völlig normal bzw. erklärlich.

    Manches, was ich nicht verstanden habe, ist teilweise auch so hängen geblieben und, wenn es nicht hängen blieb, so war es zumindest JETZT nicht dran.

    Und wenn du das möchtest, stell so viele Fragen, wie du magst.

    Ich selbst hab für die Aufarbeitung und Verarbeitung meiner Vergangenheit professionelle Hilfe in Anspruch genommen und dadurch Schritt für Schritt Heilung erfahren.
    Das, was ich jetzt habe, hätte ich mir so nie vorstellen können. Woher auch, ich kannte es ja nicht. 😅

    Ich hatte vorher schon so ein mulmiges Gefühl...

    Irgendwie war ich überfordert ,noch nicht bereit .....

    Ich brauche zur Zeit ruhige Gespräche ,gerne vertieft in kleinem Kreis.

    Wieder eine Erkenntniss.

    Wieder eine Erkenntnis. 👍

    Das kenne ich übrigens auch, sowohl das mit dem mulmigen Gefühl als auch das mit der Überforderung.

    Ich hab für mich aus diesen Erkenntnissen nach und nach gelernt, meine Bedürfnisse zu erkennen und ihnen nach Möglichkeit nachzukommen.
    (Früher habe ich meine Bedürfnisse entweder gar nicht wahrgenommen oder völlig hintan gestellt, weil ich andere und anderes stets für wichtiger hielt als mich selbst. DAS hat mir auf Dauer absolut nicht gut getan, im Gegenteil.)


    Im Laufe meiner Genesung bin ich aus mancher mich überfordernden Gesellschaft geflohen, weil ich‘s nicht aushalten konnte.

    Mancher mich überfordernden Gesellschaft habe ich mich gar nicht erst mehr ausgesetzt, wenn ich wusste, dass sie mich überfordern wird.

    Inzwischen kann ich mich auch fordernden Gesellschaften wieder aussetzen, wenn ich mich bereit dazu fühle.

    Ruhige Gespräche, gern vertieft im kleinen Kreis sind das, was MIR liegt. Das war auch so eine Erkenntnis für mich.

    Liebe Grüße

    AmSee

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • Ist mir genau so gegangen wie AmSee. Dauert. Nimm dir Zeit für DICH und DEINE Wahrnehmungen. Richtig wichtig! Wird einigen vor den Kopf stoßen, doch die Guten werden bleiben oder wieder zu dir zurückkommen. Also so war es bei mir 🥲

    14 Tage, yiiihaaaa 🤘😎 Den Anfang fand ich am sauschwersten! In echt. 🍀🍀🍀

  • Gestern 14 Tage nüchtern -Yeeehaaaaaw

    💓lichen Glückwunsch zu 2 Wochen. Der Anfang ist geschafft.

    Heilung kann es nur durch Abstinenz geben.

    Das stimmt so nicht wirklich. Heilung vom Alkoholismus gibt es nicht. Stillstand, also stoppen durch die Abstinenz. 1 Glas führt selbst nach Jahren wieder dorthin wo ich war und es geht direkt wieder in die Sucht rein. Möglicherweise noch schlimmer als vorher.

    Liebe ichso und AmSee13 bin ja gerade in Urlaub und hatte mich ja nach der Suchtfibel erkundigt. Morgen fahren wir heim und ich habe sie mir gestern bestellt, sodass sie morgen ankommt. Da werde ich viel drin lesen und denke ist ein wichtiges Buch um nen Rückfall zu verhindern.

    Gestern waren es bei mir 350 Tage. Oder 50 Wochen. Ganz bald habe ich 1 Jahr geschafft. 😀

  • Das stimmt so nicht wirklich. Heilung vom Alkoholismus gibt es nicht. Stillstand, also stoppen durch die Abstinenz.

    Hallo Emily,

    ich misch mich da mal ein….

    So, wie ich das verstehe, geht’s bei der Aussage von Laggard um „Heilung“ von dem, was ihn sein Heil im Alkohol hat suchen lassen. Richtig, Laggard?

    Und da ist Heilung tatsächlich möglich. Ich habe diese Heilung selbst erfahren. ☺️

    Ergänzend zu dem, was du angesprochen hast, verweise ich für Mitlesende mal auf unseren Artikel Was uns hilft, nicht mehr zu trinken? - Bewusst nüchtern leben: Chance, Freiheit, Fundament, Gewinn
    Dort haben wir nämlich zu erklären versucht, warum „Heilung von Alkoholismus“ im eigentlichen Sinne nicht möglich ist, eine Art von „Genesung“ aber schon.

    Gestern waren es bei mir 350 Tage. Oder 50 Wochen. Ganz bald habe ich 1 Jahr geschafft. 😀

    👍👍👍

    🎈

    Einen schönen Urlaub wünsche ich dir, Emily, und morgen dann gute Heimreise.


    Liebe Grüße

    AmSee

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • Das stimmt so nicht wirklich. Heilung vom Alkoholismus gibt es nicht.

    Geht man von einer Vergiftung aus, wird man auch nie "geheilt", wenn das Gift immer wieder zugeführt wird..

    Nur verkennen viele, dass Alkohol auch ein Nervengift ist, für das besonders Trainierte (Alkoholiker) eben sehr empfänglich sind, das bedeutet, sie verloren die Toleranz, ähnlich einem Allergiker. Nur das Alkohol noch eine stark süchtig machende Komponente hat, welche enorme Auswirkungen auf den Neurotransmitter-Stoffwechsel hat, ähnlich der Opiate oder Benzodiapine.

    So lange man sich nicht mehr/wieder mit diesen Stoffen "infiziert", tritt auch keine Schädigung, Veränderung mehr auf!

    Das mag man zwar als rethorische Haarspalterei erachten, doch so einfach sehe ich es: ich bekommen keine Vergiftungserscheinungen (und das sind nun mal alkoholbedingte Ausfälle), wenn ich mir kein Gift zuführe.

    Bei Vergiftungen nicht psychoaktiven Substanzen oder Viren, Bakterien leuchtet das jedem ein: Ursache weg = Wirkung/Sucht = Krankheit weg.

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