Viele Wege führen aus der Sucht !/?

  • Guten Morgen!

    Zitat

    Ich würde wahrscheinlich genau dasselbe schreiben wie du, wenn ich nicht über Allen Carr von meiner Sucht abkommen wäre, sondern zur Entgiftung in ein Krankenhaus und anschließend in eine Langzeittherapie gegangen wäre. Dort hätte ich von Experten erfahren, wie Sucht funktioniert, dass ich lebenslang krank bin und dass ich nie wieder einen Tropfen Alkohol trinken darf. Und ich wäre davon ausgegangen, dass alles genau so ist, wie mir die Suchttherapeuten dort verklickerten. Denn dass ich nicht kontrolliert trinken kann, hatte ich ja in den Jahren davor zu Genüge erfahren.

    Es scheint wirklich 2 Wege zu geben. Einmal der "Carr'sche Weg", ich nenn ihn einfach mal so, mit dem es mit einer einer anderen Sicht/Verständnis über das Suchtmittel gelingt, die Droge (egal ob nun Nikotin oder Alkohol oder auch etwas anderes, was einem eigentlich nicht gut tut, man aber irgendwie nicht lassen kann) künftig nicht mehr zu konsumieren und dann der klassische Weg über Entziehung, Therapie etc. Nun mag ich mir gut vorstellen, dass der 1. Weg tatsächlich eher denjenigen hilft, die vielleicht noch nicht "ganz unten" sind sondern irgendwie noch "gerade so die Kurve kriegen".

    ABER!!!!

    Ich denke (ohne zu wissen, denn ich bin ja "nur" einen Weg gegangen und den anderen nicht), dass hinterher, also nach dem Ausstieg, egal ob nun so oder so die Einstellung zum Alkohol ganz entscheidend für einen Rückfall ist.
    Soll heißen, auch jemand, der in einer Klinik war, sich darüber Gedanken machen könnte, ob er:
    - nie wieder trinken darf
    - oder nie wieder trinken will.

    Ich glaube, das ist für das menschliche Wohlbefinden ganz entscheidend, ob ich ein Gefühl von Verzicht habe oder ein Gefühl von Unabhängigkeit.
    Also könnte doch auch "Carr" nach der klassischen Alkoholtherapie greifen kann bzw. durch Psychologen gefördert werden?

    Liebe Grüße
    Nowina

  • ...... dann müsste man meiner Meinung nach dieses Thema aber bitte in den öffentlichen Bereich stellen, damit Gäste das lesen und falls sie Erfahrungswerte mitzuteilen haben, sich registrieren und davon berichten. 44.

    „Erfolg ist nicht auf Erfolg aufgebaut. Er ist auf Fehlern aufgebaut. Er ist auf Frustration aufgebaut. Manchmal ist er auf Katastrophen aufgebaut.“

  • Sorry, Nowina. Wir hatten zeitgleich geschrieben. Daher bezieht sich mein Posting auf den Beitrag vor Deinem Posting. :)

    „Erfolg ist nicht auf Erfolg aufgebaut. Er ist auf Fehlern aufgebaut. Er ist auf Frustration aufgebaut. Manchmal ist er auf Katastrophen aufgebaut.“

  • Hi Gerchla

    Zitat

    dass eben die Therapeuten oder SHG nur einen Weg, nämlich die totale Abstinenz "vorbeten" und deshalb auch alle glauben, es ginge nur so, finde ich sehr interessant.


    Ich glaube an mich, das ist entscheidend. Meine Therapie beschränkte sich auf 2 Std. SHG und ein Gespräch mit dem befreundeten Hausarzt. Ich käme aber nie auf die Idee, das anderen zu empfehlen, dafür habe ich in den fast 9 Jahren zu viel in entsprechenden Foren gelesen und viel Verzweiflung mitbekommen. Also, Schalter im Kopf umlegen oder die elektrochemischen Reaktionen im Hirn willentlich beeinflussen, dürfte an seine Grenzen stossen. Ich bin ja sowieso ein Unterbewusstseinsfetischist :-\der daran glaubt, dass ich von diesem gesteuert werde und das ermöglicht mir gegenzusteuern und das Schlimmste zu verhindern. 8)

  • Ich find das generell schrecklich, wie es schon manches Mal vorgekommen ist, dass jmd. wen anderen verbal so angreifen muss, nur weil der/die eine andere Meinung oder Sicht der Dinge hat. Aus diesem Grund wollte ich mich schon fast einmal vom Forum abmelden, d.h. Profil löschen. Weil wenn man nicht mehr offen sagen kann, ohne Angriffe zu erwarten, dann ists bei mir vorbei. Wenn mir was nicht daugt, nehme ich es zur Kenntnis, schreibe vielleicht, dass ich es anders sehe, und das wars dann schon. Ausserdem ist nicht jeder gleich. Die einen tun sich mit dem Ansatz leichter, die anderen mit anderen Methoden, Einstellungen, ....

  • So, habe die Diskussion mal hierher in den öffentlichen Bereich verschoben, da es m.E. ALLE interessiert.


    Ich denke (ohne zu wissen, denn ich bin ja "nur" einen Weg gegangen und den anderen nicht), dass hinterher, also nach dem Ausstieg, egal ob nun so oder so die Einstellung zum Alkohol ganz entscheidend für einen Rückfall ist.
    Soll heißen, auch jemand, der in einer Klinik war, sich darüber Gedanken machen könnte, ob er:
    - nie wieder trinken darf
    - oder nie wieder trinken will.

    Ich glaube, das ist für das menschliche Wohlbefinden ganz entscheidend, ob ich ein Gefühl von Verzicht habe oder ein Gefühl von Unabhängigkeit.

    Nowina:
    Das ist für mich das A & O! Denn wenn ich immer nur nicht ... darf, dann ist es ständig ein Kampf, der zermürbt und ich dann (vermutlich) irgendwann mal 2. Sieger bin.
    Wenn ich aber etwas nicht will, dann ist es wesentlich leichter, weil kein Kampf.

    Allerdings ist es für viele ein Prozess, vom "Ich will nicht im Sumpf versinken, also darf ich keinen Alkohol trinken" zum "Ich brauche keinen Alkohol trinken, weil er mir nichts bringt". Und leider führt dieser Prozess bei Vielen über die Zwischenstationen "Ich brauche zwar nicht, möchte aber ein bißchen Alkohol trinken" und "Oh, ich kann nicht ein bißchen trinken ...".

    Und das steht so bei Carr? Ist ja interessant. Also liegen die Ansätze ja vielleicht doch nicht so weit auseinander ...


    ich habe nie gesagt oder geschrieben, dass man Sucht nur akzeptieren muss, um sie hokus-pokus-fidibus auf Nimmerwiedersehen verschwinden zu lassen. Mein Erleben ist, dass Sucht aus einer Vorstellung gegenüber und einer Erfahrung mit dem Suchtmittel resultiert, die mit der Realität nicht das Geringste zu tun hat. Hier geht es um biochemische Prozesse, die durch das Suchtmittel ausgelöst werden und die der Körper selbst erledigen könnte und kann, wenn man ihn denn lassen würde. Hier geht es auch darum, sich nicht ein Tschakka-Gefühl zu jedem beliebigen Zeitpunkt herbeizutrinken oder herbeizurauchen, sondern zu akzeptieren, dass nicht jeder Tag ein Festtag ist.

    Okay, Bassman, leider ist MIR Dein Ansatz meist völlig unverständlich, so dass ich ihn nicht genau wiedergeben konnte/kann.
    Aber letzte Halbsatz in dem Zitat beschreibt aber genau das, was ich immer wieder aus Deinen Posts herauslese - und einfach nicht verstehen (und für mich akzeptieren) kann ...

    Gruß
    Greenfox

    Es rettet uns kein höh’res Wesen,

    kein Gott, kein Kaiser noch Tribun

    Uns aus dem Elend zu erlösen

    können wir nur selber tun!

  • Zitat

    - nie wieder trinken darf
    - oder nie wieder trinken will.


    Was ist schlimm daran, was nicht zu dürfen? Es gibt vieles im Leben, was ich nicht darf. (siehe Diabetiker, Grundgesetz, unendlich erweiterbar)
    Aus dem anfänglichen Nichtdürfen kann sich ganz schnell ein Nichtwollen entwickeln.


  • Was ist schlimm daran, was nicht zu dürfen? Es gibt vieles im Leben, was ich nicht darf. (siehe Diabetiker, Grundgesetz, unendlich erweiterbar)
    Aus dem anfänglichen Nichtdürfen kann sich ganz schnell ein Nichtwollen entwickeln.


    Schlimm ists dann, wenn man sich das einredet. Man muss sich das, auch wenns doch zutrifft, nicht dauernd vor die Augen halten. Und dann wird der Übrrgang von nicht dürfen auf nicht wollen leichter fallen.

  • Was ist schlimm daran, was nicht zu dürfen? Es gibt vieles im Leben, was ich nicht darf.

    Es wird nun mal leider eher akzeptiert, keine Erdnüsse essen zu dürfen, weil man sonst an einem anaphylaktischen Schock stirbt als keinen Alkohol trinken zu "dürfen" ...

    Es rettet uns kein höh’res Wesen,

    kein Gott, kein Kaiser noch Tribun

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    können wir nur selber tun!

  • Zitat

    Es wird nun mal leider eher akzeptiert, keine Erdnüsse essen zu dürfen, weil man sonst an einem anaphylaktischen Schock stirbt als keinen Alkohol trinken zu "dürfen" ...

    Genau, was daran liegt, dass die Krankheit "Alkoholismus" immer noch nicht als solche anerkannt wird. Offiziell natürlich schon, aber nicht im Bewustsein vieler Menschen.

  • Gerchla , weiter oben hattest Du gefragt:


    Wo sind die Therapeuten, die sich genau darauf konzentrieren, dieses veränderbare Verhalten zu verändern? Gibt es die?

    Ja, diese Therapeuten gibt es. Zum Glück!

    Auch in der öffentlichen Suchthilfe findet seit einigen Jahren ein grundlegendes Umdenken statt. Man hat schon lange bemerkt dass man mit dem bisherigen Weg viel zu wenige Menschen wirklich erreicht hat. Oft auch erst sehr spät. Schon vor der Veröffentlichung der offiziellen neuen Leitlinien habe ich von vereinzelten Therapieeinrichtungen gelesen die, unter vorgehaltener Hand sozusagen, andere Ansätze mit in ihr therapeutisches Programm eingearbeitet hatten. (wie z.B. Reduktion, Ausschleichen,...) Sie konnten dies aber nicht öffentlich anbieten da die zuständigen Kassen sonst die Kostenübernahme verweigert hätten.

    Über die Jahre hinweg kam es so immer mehr an die Oberfläche, in die Presse etc.
    Die Inhalte wurden schon lange zwischen den Verbänden und Fachleuten kommuniziert und nun ist es schon über ein Jahr lang hochoffiziell anerkannt und in den neuen Leitlinien veröffentlicht.

    Die Zeiten in denen man sagte dass jemand mit einer Alkoholproblematik oder gar einer Abhängigkeit erst zerstört und völlig am Boden liegen muss bevor man ihr/ihm helfen kann sind Schnee von gestern. Es wird noch ein wenig brauchen bis das gänzlich in den Köpfen der Menschen ankommt, auf therapeutischer Ebene aber ist das alles schon seit langem absolute Realität.

    Nachzulesen auch im folgenden Link: >>Thread über die S3 - Leitlinien<<

    gute Grüße
    -LiS-

  • @LiS
    Vielen Dank für die Info! Wenn ich das nun richtig lese bedeutet das, dass es besser ist versuchen zu reduzieren oder kontrolliert zu trinken (unter therapeutischer Betreuung) als gar nichts zu machen. Also immer dann, wenn die totale Abstinenz für den Betroffenen nicht möglich ist oder er sich das gar nicht vorstellen kann. Damit sinkt dann quasi die "Hemmschwelle" etwas gegen seine Sucht zu tun. Weil der Betroffene weiß, dass er nicht gleich komplett auf Alkohol verzichten muss sondern erst mal versuchen kann zu reduzieren.

    Ok, es leuchtet mir ein, dass das besser ist als gar nichts zu machen! Und wenn ich das richtig verstehe, wird die totale Abstinenz aber trotzdem als der "königs-"Weg gesehen. Den aber eben leider nicht alle (sofort) gehen (können). Manche aber über dieses Programm erreichen. Und genau die hätten es ohne dieses Programm erst gar nicht versucht (oder vielleicht erst viel später).

    Aber ist es denn nicht letztlich trotzdem immer das Ziel, irgendwann komplett abstinent zu leben? Also auch bei diesem Ansatz? In dieser ganzen Diskussion hatte ich bisher immer das Gefühl, dass es möglich sei kann, seinen Alkoholkonsum zu kontrollieren, also quasi "normal" zu trinken, wenn man sich mit seiner Sucht entsprechend auseinander setzt usw. So habe ich Bassmann verstanden (viellleicht habe ich das nicht richtig verstanden?). Das ist aber eigentlich gar nicht der Plan, der da dahinter steckt, oder? Das würde auch erklären, warum kaum jemand einen kennt, der das KT oder das zurück kommen auf ein ganz normales Trinkverhalten dauerhaft geschafft hat.

    LG
    gerchla

  • In dieser ganzen Diskussion hatte ich bisher immer das Gefühl, dass es möglich sei kann, seinen Alkoholkonsum zu kontrollieren, also quasi "normal" zu trinken, wenn man sich mit seiner Sucht entsprechend auseinander setzt usw. So habe ich Bassmann verstanden (viellleicht habe ich das nicht richtig verstanden?).

    Haargenau so geht es mir. Genau so kommt es bei mir an - und genau deswegen kann ich dem (auf Grund eigener gegenteiliger Erfahrungen bei mehrfachen Versuchen) absolut nicht zustimmen.

    Es rettet uns kein höh’res Wesen,

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    können wir nur selber tun!

  • Zitat


    Und wenn ich das richtig verstehe, wird die totale Abstinenz aber trotzdem als der "königs-"Weg gesehen. Den aber eben leider nicht alle (sofort) gehen (können). Manche aber über dieses Programm erreichen. Und genau die hätten es ohne dieses Programm erst gar nicht versucht (oder vielleicht erst viel später).

    Exakt genau so ging es mir. Ich war erst bereit mich wirklich grundlegend mit meiner Problematik auseinander zu setzen, als meine Hausärztin mir (noch vor Veröffentlichung der Leitlinien) darlegte dass es verschiedene Wege gibt die ich gehen kann. Erst da fing ich an zu begreifen dass es für mich nicht um nie wieder einen Tropfen geht, sondern darum ein Lebenskonzept zu leben welches mich zufrieden, gesund, glücklich und erfolgreich macht. Der Weg zu diesem erfüllten Leben mag für Jeden ein anderer sein.

    Zitat

    Haargenau so geht es mir. Genau so kommt es bei mir an - und genau deswegen kann ich dem (auf Grund eigener gegenteiliger Erfahrungen bei mehrfachen Versuchen) absolut nicht zustimmen.

    Es liegt zwar nicht bei mir irgendwas hier fixgültig zu interpretieren.
    Aber ich verstehe Bassmann/Katro von Beginn an eben komplett anders. Ich glaube absolut nicht dass es ihm darum geht hier Allen und Jedem das moderate, kontrollierte oder sonstwas Trinken aufzuschwatzen. Vielmehr geht es Ihm um die Überwindung, Ausflösung der eigenen Sucht. Und darin stimme ich Ihm zu 100% zu. Genau so verstehe ich auch meinen Weg (ohne ihn für Andere als Bedingung hin zu stellen). Bassman und ich, jetzt mal Beispielsweise, kommen am Ende bei einem äußerlich betrachtet unterschiedlichen Ergebnis raus, der Weg dahin ähnelt sich wie ich es empfinde aber sehr. Ich habe zu einem abstinenten Lebensweg gefunden, Bassman handhabt es etwas anders. Ich bin glücklich - Bassman ist glücklich. Dann ist doch alles super. Oder?

    Zitat


    Andere fühlen sich vielleicht von so einer Diskussion dazu animiert es mal auszuprobieren.... Und vielleicht scheitern sie....


    Okay, auch das mag vielleicht sein. Es mag aber auch jene Menschen geben, so wie mich, die genau diese offene Diskussion brauchen um ihre Abstinenz-/Konsumentscheidung offen und aufrichtig zu reflektieren und dadurch ihren Weg sogar zu festigen. Ohne diesen offenen Umgang hätte ich mich mit hoher Wahrscheinlickeit nicht hier in diesem Forum angemeldet.

    Einmal editiert, zuletzt von Land-in-Sicht (6. Februar 2016 um 16:17)

  • Moin Gerchla

    Zitat

    Weil der Betroffene weiß, dass er nicht gleich komplett auf Alkohol verzichten muss sondern erst mal versuchen kann zu reduzieren.

    Das hat mit Sicherheit jeder versucht, ich sogar fast jeden Morgen (heute trink ich mal weniger oder gar nix), wie es ausging kann sich jeder denken, der Tag ist lang ;D
    Na, vielleicht melden sich hier ja mal welche, die es auf Dauer so durchziehen und auch die Erfahrung mit derartigen Therapien haben und schildern können.

    LG Gerd


  • Das hat mit Sicherheit jeder versucht, ich sogar fast jeden Morgen (heute trink ich mal weniger oder gar nix), wie es ausging kann sich jeder denken, der Tag ist lang ;D

    Um es mal in Abwandlung zu Mark Twain zu sagen:

    "Sich das Trinken abzugewöhnen ist gar nicht so schwer - ich hab es hundert Mal geschafft."

    Es rettet uns kein höh’res Wesen,

    kein Gott, kein Kaiser noch Tribun

    Uns aus dem Elend zu erlösen

    können wir nur selber tun!

  • Hallo,

    ich finde diese Diskussion für mich sehr inspirierend, setze ich mich dadurch auch intensiv mit mir auseinander :)

    Wir alle hier haben das gleiche Ziel.
    Und jeder Mensch auf diesem Planeten ist einzigartig und individuell.
    Ich glaube, dass grundsätzlich (auch in anderen Bereichen) sehr viele verschiedene Wege zum Ziel führen können.
    Jeder Mensch muss seinen Weg wählen und gehen, da gibt es kein allgemeingültiges „Richtig“ oder „Falsch“.
    Manchmal ist der erste Weg ja auch nur ein Beginn der Reise. Es zeigen sich noch viele Kreuzungen und Gabelungen auf.
    Die Hauptsache ist doch dass die Richtung stimmt.

    Schönes Wochenende

    Mimose

  • Ich stimme Dir voll und ganz zu. Aber geht es wirklich um den WEG und nicht um das ZIEL? Gerade wenn man über Suchtausstieg bzw. Heilung diskutiert und sich die verschiedenen Programme und Konzepte der Suchthilfe(n) und der einzelnen Betroffenen anschaut?

    Dann gibt es doch eigentlich nur zwei Ziele nämlich

    A) Die absolute Abstinenz
    oder
    B) Den Trinkkonsum einzuschränken, zu reduzieren und/oder zu kontrollieren

    Wege, um eines dieser beiden Ziele zu erreichen gibt es sicherlich Millionen, aber Ziele scheint es nur zwei zu geben. Entweder man ist schwanger oder nicht. Entweder man trinkt oder nicht.

    Viele Grüße
    Klugscheißer-Pinguin ;D

    „Erfolg ist nicht auf Erfolg aufgebaut. Er ist auf Fehlern aufgebaut. Er ist auf Frustration aufgebaut. Manchmal ist er auf Katastrophen aufgebaut.“

  • Vergleichen wirs mal mit einem Irrgarten. Ein Ziel, der Ausgang und viele Wege und Umwege.
    Jetzt kann ich hinter einem her laufen, der sich dort auskennt, stinklangweilig.
    Oder ich suche mir den Weg selbst, was länger dauert aber spannender ist, weil ich mich öfter verlaufe. Da ist aber bisher jeder raus gekommen. ;D
    Beim Ziel Abstinenz würde ich jedem den sicheren Weg empfehlen und den einen oder anderen Wegweiser auch anzunehmen, denn die Zeit ist endlich und das Leben ist auch ohne Alk spannend.

  • Ich stimme Gerd zu. Wenn ich ein Ziel habe, das viele Andere bereits erreicht haben, ist es sinnvoll. sich an der Strategie der Erfolgreichen zu orientieren. Habe ich ein anderes Ziel, muss ich mir selbst eine Strategie basteln.
    M.E.gibt es nicht nur Pinguins A und B, sondern auch C. Und C war für mich der Versuch, etwas gegen den inneren Zwang zu unternehmen, rauchen und trinken zu müssen.
    Da ich C erreichte, waren für mich A und B nicht mehr wichtig.
    Jeder, der am Anfang des Suchtausstiegs steht, sollte sich darüber klar werden, hinter welchem Ziel er steht. Nach der Entscheidung ist nur noch Sturheit gefragt. Warum jetzt wieder einen Schritt zurück machen und über alternative Ziele nachdenken?

    Bassmann

    Einmal editiert, zuletzt von Bassmann (6. Februar 2016 um 18:36)

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