Hallo aus dem Norden!

  • Hallo zusammen,

    ich hab hier ein bisschen mitgelesen und dachte, ich melde mich "einfach" mal an. Nein, ganz so einfach war es nicht, dann mit der Anmeldung habe ich mir doch eingestanden, dass ein bisschen Hilfe / drüber schreiben / Erfahrungen lesen nicht schaden könnte...

    Um es kurz zu machen, bis Samstag habe ich fast jeden Abend eine gute Flasche Wein getrunken. Auch mal 1-2 Tage nicht, aber doch sehr regelmäßig. Am Samstag war es etwas mehr (1,5 Flaschen Rotwein) und das hat dann doch evtl. zu dem Punkt geführt, an dem ich jetzt gerade bin - ich mag nicht mehr.

    Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich schon öfter dachte "ich mag nicht mehr" - besonders wenn der Wecker morgens klingelte und ich irgendwie doch ins Büro bin. Ich glaube, dass ich bisher noch nicht "auffällig" in Erscheinung getreten bin, heißt, ich habe einen festen Job, bin verheiratet und bis auf selbst gemachten Privatstress (Ehrenamt etc.) "sorgenfrei". Warum dann trinken?! Gute Frage. Ich glaube, ich habe den Wein als "Entspannung" gesehen. Job erledigt, Tiere versorgt, Essen fertig, Küche aufgeräumt - nun hinsetzen, Gläschen Wein und entspannen.

    Wäre vermutlich auch nicht so schlimm, wenn ich zu den Typen gehören würde, die ein Glas Wein trinken oder ein Stück Schokolade oder 3 Chips essen können. Bin ich aber nicht, ich habe da ein echtes Dosierungsproblem. Ich ess die ganze Tafel, ich ess die ganze Tüte, ich trink die ganze Flasche.

    Um mich dann am nächsten Tag zu fragen "WARUM?? NUN IST ABER MAL GUT! NUN LASS DAS ENDLICH...." .... Hielt dann meist so 1-2 Tage.

    2010 habe ich 5 Monate keinen Tropfen getrunken, da war ich an einem ähnlichen Punkt wie jetzt, ich mochte nimmer. Der erste Schluck war dann "zum Anstoßen" in der Silvesternacht - und nach und nach hat sich wieder diese Trott eingestellt.

    Mein Mann trinkt auch gerne sein Bier (ohne betrunken zu sein), so dass es irgendwie so "selbstverständlich" ist (war?).

    Ich möchte das nicht mehr... und ich hoffe, dass drüber lesen und schreiben mir hilft, es nun länger als 5 Monate zu lassen. Dass es nun wirklich "geklickt" hat.

    Etwas Sorge macht mir, dass ich seit Sonntag morgen Schwindel und Kopfschmerzen habe... es muss nicht damit zusammen hängen, aber es kann...

    Soweit erstmal, vielen Dank für alle, die dieses Forum erstellt haben und mit Beiträgen füllen.

    LG Nowina

  • Liebe Nowina,

    herzlich Willkommen in unserem Forum. Schön, dass Du da bist. :welcome:

    Gratulation zu Deinem Mut, Dich hier anzumelden und Dich auszutauschen.

    Das ist doch schon einmal ein erster Schritt in eine positive Veränderung.

    Vielleicht kannst Du aus der Erfahrung (5 Monate nüchtern) etwas herausziehen, was Dich in Deinem erneuten Entschluss stärkt? Wie war die Zeit für Dich? Wie hast Du sie erlebt? Hast Du etwas vermisst? (Das interessiert mich persönlich jetzt zum Beispiel)

    Ich weiß nicht, ob Dein Schwindel mit dem Ausstieg zusammen hängt, aber vielleicht stellt sich der Körper gerade um und "entgiftet" sich langsam. Vielleicht ist es ratsam, Dich mal vom Arzt durchchecken zu lassen, ein Blutbild zu machen? Wichtig ist, glaube ich, am Anfang, viel Wasser zu trinken. Damit der Selbstreinigungsprozess richtig angekurbelt wird. Ich weiß nicht, aber kannst Du Dir vorstellen, Deinen Hausarzt mit ins Boot zu holen und ihm von Deinem Alkoholproblem zu erzählen? Es ist ein großer Schritt, ich weiß. Nicht jeder ist dazu bereit, aber vielleicht überlegst Du mal, ob Du Dir das vorstellen kannst oder nicht.

    Auf einen guten Austausch und liebe Grüße
    Pinguin

    „Erfolg ist nicht auf Erfolg aufgebaut. Er ist auf Fehlern aufgebaut. Er ist auf Frustration aufgebaut. Manchmal ist er auf Katastrophen aufgebaut.“

  • Hallo Pinguin,

    danke für die nette Begrüßung :)

    Ja, das mit dem Arzt hab ich auch überlegt. Ich denke, der hat Schweigepflicht... also trau ich mich schon, mit ihm zu sprechen. Ich schau, wie es mir morgen geht, wenn das dann nicht besser ist, geh ich Donnerstag hin.

    Die 5 Monate waren ehrlich gesagt großartig. Ich hab mich zum Bäume ausreißen gut gefühlt und nach den ersten Tagen hat mir überhaupt nichts gefehlt. Das ist auch das, was ich nicht verstehe, warum ich nicht viel eher wieder zu diesem "Zustand" zurück wollte.
    Geschockt hat mich z.T. die Reaktion meiner Mitmenschen, besonders zwei Damen, von denen ich es überhaupt nicht erwartet hätte, da diese meines Erachtens recht wenig und nur mal zu Feierlichkeiten was trinken. Die waren richtig "biestig", warum ich denn jetzt so eine "Spaßbremse" bin, ich hätte doch sonst auch immer mit angestoßen und den Wein so gern gemocht - das war schon sehr merkwürdig. Vielleicht ist das so eine unbewusste Reaktion wie bei Rauchern, wenn einer plötzlich aufhört, ach komm, eine geht doch - da tritt jemand aus der "Solidargemeinschaft" aus?

    Bis dato dachte ich immer, es wäre schon nett, *mal* ein Glas oder zwei zu trinken, auf einer Feier z.B. und es dann eben wieder zu lassen, eben nicht mehr diese Mengen. Aber ich für mich muss mir leider eingestehen, dass das nicht hinhaut, ich bin eher der Typ ganz oder gar nicht :-/

    Liebe Grüße
    Nowina

  • Moin Nowina,

    :welcome:

    Zitat

    Aber ich für mich muss mir leider eingestehen, dass das nicht hinhaut, ich bin eher der Typ ganz oder gar nicht

    Da sind wir ja schon zu Zweit. 8)

    Ich kenne dieses Problem sehr sehr gut. Über Jahre habe ich solche Phasen durchgemacht mit den entsprechenden Pausen und immer wieder ausprobieren, ob ich es denn nicht doch irgendwann schaffe, eben nur "mal" 1 Glas Wein zu trinken. Ich habe es nicht geschafft.

    Ich habe aufgehört und lebe heute alkoholfrei. Glücklich, supergesund, voller Energie, ohne schlechtes Gewissen, Kopfschmerzen, Reue und und und

    Ich habe einen Bekannten-und Freundeskreis, der mich unterstützt hat von Anfang an. Ich habe mich zu Anfang rar gemacht. Allerdings habe ich nun auch nicht jedem auf die Nase gebunden, warum ich nicht mehr trinke. Nachdem ich gefestigt war und auch ruhig genug, habe ich mich wieder zu der einen oder anderen Feier begeben (immer mit der Möglichkeit des sofortigen Rückzuges) und habe mir dann eigentlich mehr oder weniger lächelnd solche "Sprüche" angehört. Ja, diese Bemerkungen wird es sicher ab und an von irgendwelchen Leuten geben. Sind diese Leute wichtig für dich? Sind sie vielleicht neidisch, dass du diesen Weg gehst? Ist der/die eine Eine oder Andere dabei, der/die vielleicht auch sein/ihr Maß nicht richtig kennt? Mach du dir bewusst wer oder was wirklich wichtig ist. Ich habe mich von solchen Menschen relativ schnell verabschiedet. Ich brauche sie nicht.

    Es gibt andere Menschen, nämlich die, die dir irgendwann die Frage stellen: Seit wann trinkst du keinen Alkohol mehr? So lange schon? Das ist toll. Chapeau. Weißt du, die, die es dir von Herzen gönnen, dass es dir gut geht.

    Schön, dass du hier bist und auf einen guten Austausch. Das mit dem Arzt 44.

    LG von Betty

    Auf dem Weg zu mir lerne ich mich immer besser kennen. <br />Ich habe Freundschaft mit mir geschlossen und freue mich, dass ich mir begegnet bin.<br /><br />Ich bin lieber ein Original als eine herzlose Kopie.

  • Hallo Betty :)

    Zitat

    Sind diese Leute wichtig für dich?

    naja, eine davon mag ich schon sehr. Mit der anderen hab ich inzwischen wenig Kontakt und die trinkt inzwischen selbst NIX mehr 8) (könnte sie ja mal fragen warum).
    Mich hatte einfach die Reaktion gewundert, hätte sie von diesen Personen nicht erwartet. Aber ist auch nicht so wichtig, denn wichtig ist, was ich für mich möchte...

    Schön (naja, ist relativ) auch zu sehen, dass ich mit dieser "ich trink nicht ein Glas, ich trink die Flasche" nicht alleine bin. Das macht mir schon ein wenig zu schaffen, da fühle ich mich dann wie eine Flasche, werfe mir fehlende Selbstbeherrschung zu, warum klappt das nicht, können andere doch auch... blabla... Aber vielleicht auch ganz gut so, vielleicht man sich auch sonst etwas vor, es im Griff zu haben o.ä.
    Da fällt mir dann Allan Carr ein, der zum Thema "weniger rauchen" schrieb, wenn "weniger" schon erstrebenswert und toll wäre, wie wunderbar muss dann erst "gar nicht" sein :)

    Ich lese mich gerade ein wenig durch die Beiträge ("der Feind in meinem Kopf")
    Ist der interne Bereich erst nach mehreren Beiträgen sichtbar?

    Liebe Grüße
    Nowina

  • Liebe Nowina,

    es ist wohl sehr weit verbreitet, dass wenn man ein Alkoholproblem hat, dass man dann nicht rechtzeitig aufhören kann, wenn man einmal angefangen hat.

    Bei mir ist bzw. war es immer so (außer ganz früher, also ich noch "normal" trank), dass ich lieber aufs Trinken komplett verzichtet habe, als die Aussicht auf nur ein Glas zu haben. Das Trinken nur eines Drinks empfand ich geradezu als Quälerei. Mit den Jahren schien sich die Gier zu steigern. Und ich glaube, da bin ich nicht die Einzige, das ging vielen so. Diese Sucht oder was auch immer oder der Teil in mir, der wird/wurde irgendwie nie satt und konnte nie genug bekommen.

    Ich glaube, es war auch Alan Carr, der den Vergleich mit der fleischfressenden Pflanze gezogen hat: man hockt da drin und will den vermeintlich "köstlichen" Nektar und wird dabei ganz langsam von dieser Venusfliegenfalle verdaut. So kommen mir inzwischen sämtliche Drogen vor einschließlich Alkohol, den ich auch zu den Drogen zähle. Aber wir können Gott sei Dank noch rechtzeitig entweichen, wenn wir uns entschieden haben, "die Fliege machen" und uns anderen Dingen zuwenden, die unserer Seele die richtige Nahrung geben.

    Ich denke, dass Du bald in den internen Bereich kommen wirst. Das geht recht schnell, wenn die Admins spüren/merken, dass da jemand ist, der vertrauenswürdig und/oder an einem Austausch interessiert ist. Und in meinen Augen signalisierst Du beides. 44.

    Herzliche Grüße
    Pinguin

    „Erfolg ist nicht auf Erfolg aufgebaut. Er ist auf Fehlern aufgebaut. Er ist auf Frustration aufgebaut. Manchmal ist er auf Katastrophen aufgebaut.“

  • Liebe Nowina,

    ich will Dir auch ein "Hey Hallo - grüß Dich hier im Forum" senden :D

    Schön daß Du hier her zu uns gefunden hast,
    und von ganzem Herzen meinen Glückwunsch zu Deinem Entschluss.

    In meinem Ausstieg im Frühjahr 2014 hat mir das Schreiben, die Anregungen und das Reflektieren hier in diesem Forum sehr, sehr gut getan und mir viel weiter geholfen. Ich wünsche Dir sehr daß Du hier einen ebenso guten Austausch findest!

    Zitat

    ...und das hat dann doch evtl. zu dem Punkt geführt, an dem ich jetzt gerade bin - ich mag nicht mehr.


    Ich denke, mit etwas aufzuhören was man nicht mehr will ist richtig und gut und es ist das Eine.
    Und was ist es, was ich von nun an eigentlich wirklich will?
    Wenn ich mit etwas aufhöre - womit möchte ich (wieder) beginnen?
    Was sehe ich wenn ich zurückblicke - aber ganz wichtig für mich persönlich auch,
    was sehe ich wenn ich nach Vorne blicke?

    schöne Grüße aus dem Süden in den Norden wikende091

    Mach´s gut und bis bald,
    Land-in-Sicht

  • Hallo und HERZLICH WILLKOMMEN auch von mir.
    Na, und Dein Nick ist doch das richtige Omen für einen Neuanfang:
    Nowina bedeutet ja so in etwa "die Neue" :D

    Leider muss ich hier auf meinem Handy tippen - und das ist ätzend ;(

    Also dann: Auf ein Neues!

    Gruß
    Greenfox

    Es rettet uns kein höh’res Wesen,

    kein Gott, kein Kaiser noch Tribun

    Uns aus dem Elend zu erlösen

    können wir nur selber tun!

  • Hallo Nowina,

    herzlich willkommen hier im Forum - schön, dass du hier bist.
    Ich kenne das genau so wie du - ein Glas geht gar nicht. Lange war es bei mir ähnlich wie bei dir, 1 Flasche Wein abends oder ein paar Bier mit meinem Mann - so wie "man" halt trinkt. Auffällig war ich auch nicht (oder ich habe es mir eingeredet), habe meine Familie versorgt, den Hund Gassi geführt und bin jeden Morgen ins Büro gedackelt.
    Im letzten Jahr ist viel passiert und ich habe teilweise schon morgens getrunken, 1 Flasche Wein hat nicht mehr gereicht.
    Ich bin auch erst seit ein paar Tagen wieder ohne Alkohol und habe mir auch die Unterstützung meiner Hausärztin geholt. Ist für mich auch so ein bisschen Sicherheit am Anfang, nicht wieder umzukippen.
    Übrigens hat sie mir empfohlen: hochdosierter Vitamin-B-Komplex, mindestens 400 mg Magnesium pro Tag, viele Bitterstoffe oder auch Artischockenkapseln und Löwenzahnsaft. Hilft den Nerven und der Leber.

    Liebe Grüße
    Monika

  • Moin Nowina,
    nimm dir doch mal 6 Monate als Anfang vor
    und lerne in dieser Zeit konsequent "Nein danke" zu sagen.
    Lass dich jetzt vom Arzt untersuchen,
    denn Fakt ist, 80-100 gr reiner Alkkohol
    bei täglicher Zufuhr, kann alle Organe schädigen.
    Nach den 6 Monaten hast du vielleicht eine
    andere Sichtweise zum Alk.

    LG Gerd

  • Hallo!

    Nun ist Tag 4 und es geht mir besser. Noch nicht 100%, ein bisschen in Watte gepackt wirkt der Kopf immer noch. Ich wollte für morgen früh einen Termin beim Arzt machen, die ganze Zeit war besetzt, dann war es 12 und der Anrufbeantworter sagte, keine Sprechzeit mehr heute >:(. Also morgen - ich möchte nun doch einen Termin für's Blutbild, denn...

    Zitat

    80-100 gr reiner Alkkohol bei täglicher Zufuhr, kann alle Organe schädigen.

    ... klingt schrecklich. Ich weiß, es klingt nicht nur so, man weiß es, liest es selbst überall aber man verinnerlicht nicht, dass es einen selbst betrifft :(
    Danke Gerd, fürs Wachrütteln.

    Land in Sicht, von dir habe ich heute morgen beim stöbern viele schöne Sätze gelesen... und auch der Gedankenansatz:

    Zitat

    Und was ist es, was ich von nun an eigentlich wirklich will?

    ist so wichtig und richtig. Da ich ja schon einmal 5 Monate komplett alkoholfrei war und es mir zu der Zeit wunderbar ging (stressresistenter, wacher, fitter - abgesehen von den 20 kg, die ich damals - allerdings schon vor der "Abstinenz" - abgenommen hatte und die nun fast komplett wie aus Zauberhand wieder da sind :-\ :-\ :-\ ) denke ich, das ist es, was ich wieder möchte. Ich möchte morgens KEINEN Brummschädel mehr, erst um 11 am Wochenende aus dem Bett kommen, den Tag verlieren, den ich so gut gebrauchen kann für mich, meine Hunde... ich will wieder LEBEN, ich möchte wieder FITTER sein und nicht von Tag zu Tag dahin dämmern. Die letzten 2 Jahre sind an mir vorbeigeflogen, ich hab's irgendwie gar nicht mitbekommen - und könnte gerad in Tränen ausbrechen. Hach man... ;(

    Danke Mokka für den praktischen Tipp mit den Vitaminen, ich sprech meine Ärztin darauf an, ich versuche für Freitag morgen einen Termin zu bekommen. B-Komplex und Magnesium hab ich da, kann ja nicht schaden. Du bist ja auch dann ganz frisch am Start - Alles Gute!!

    Greenfox, danke auch für deine Worte :) ja, auf ein neues!

    Viele liebe Grüße an euch,
    Nowina

  • Hallo Nowina,

    das hört sich alles gut an. 44. Dann mal noch zum Arzt und es sollte dich nichts mehr hindern, deinen Weg zu machen. Die 20 kg werden sicher genau so wieder verschwinden... Alkohol hat leider den Nachteil, dass er viele leere Kalorien hat, die Leber wird daran gehindert vernünftig zu arbeiten und somit funktioniert die Fettverbrennung nicht richtig. Mit der Zeit stellt sich der Stoffwechsel um und du wirst sehen, alles wird sich bessern. Ich wünsche dir ganz viel Erfolg bei deinem Entschluss. Denk immer dran: Du machst das nur für dich. Das Gefühl kennst du ja schon. Also freu dich auf deine Zukunft. Jeden Tag ein Stückchen Freiheit mehr.

    LG Betty

    Auf dem Weg zu mir lerne ich mich immer besser kennen. <br />Ich habe Freundschaft mit mir geschlossen und freue mich, dass ich mir begegnet bin.<br /><br />Ich bin lieber ein Original als eine herzlose Kopie.

  • Hey liebe Nowina, schön wieder von Dir zu lesen 44.

    Der Arztbesuch kann ja durchaus auch im Sinne einer positive Bestandaufnahme sein. Viele Auswirkungen des Konsums machen sich im Blutbild bemerkbar lange bevor gravierendere Schäden entstehen würden. Man hat dann gleich Gelegenheit dem gegenzuwirken und den Körper durch gesunde Lebensweise eigentlich relativ schnell wieder zu regenerieren.
    Zudem hat ein guter Arzt/ eine gute Ärztin, wie mokka ja auch zeigt, auch wirklich gute und hilfreiche Ratschläge parat. Die Termine und Gespräche bei meiner Hausärztin waren für mich zudem auch immer mir selbst gegenüber deutliches Zeichen daß ich aktiv werde und nun TATsächlich andere, neue Wege beschreite.

    Nowina Deine Beiträge lesen sich sehr reflektiert :)
    Du lässt etwas hinter Dir - und Du weißt was Dich gutes erwartet wenn Du Deinen Weg nun weiter verwirklichst. Ich wünsche Dir alles erdenklich Gute und viele Zuversicht und GuteKraft immer dafür!!

    Ahoi und bis bald,

    Land-in-Sicht

  • DANKE DANKE DANKE!!!
    Ihr tut wirklich gut. Auch wenn das Forum viele AHA-Momente mit sich bringt, die im ersten Moment ganz schön weh tun. Irgendwie wollte ich es ja lange nicht wahrhaben, dass es schon sehr ungesunde/gefährliche Ausmaße angenommen hat.

    Eine Frage hätte ich noch an @mokka...
    du schriebst

    Zitat

    1 Flasche Wein abends oder ein paar Bier mit meinem Mann - so wie "man" halt trinkt.


    Genauso war es hier ja auch.
    Wie ist es jetzt bei dir? Trinkt dein Mann weiterhin ein paar Bier oder zieht er mit dir? Falls nicht, stört es dich, dass er trinkt?

    Hier im Haus befinden sich noch einige Flaschen Wein und mein Mann hat gerade eine aufgemacht. Ich hab ganz kurz gezuckt aber dann gesagt, nein ich nicht. Und bin freudig überrascht, dass ich nicht sabbernd vor dem Glas sitze sondern mich tierisch freue, dass die Apfelschorle in meinem Glas mich morgen klar aufwachen lässt :D.

    Ich berichte dann mal, wenn der Arztbesuch stattgefunden hat. Und nun geh ich ins Bett und nehm ein Buch mit - etwas was ich auch schon um diese Zeit lange nicht mehr getan habe, merke aber, ich hab Nachholbedarf.

    Schönen Abend euch und liebe Grüße
    Nowina

  • 44. Dann wünsch ich dir einen netten Abend mit deinem Buch. Ja, berichte weiter.

    LG Betty :sun:

    Auf dem Weg zu mir lerne ich mich immer besser kennen. <br />Ich habe Freundschaft mit mir geschlossen und freue mich, dass ich mir begegnet bin.<br /><br />Ich bin lieber ein Original als eine herzlose Kopie.

  • Hallo Nowina,

    auch von mir ein (spätes) herzlich Willkommen hier im Forum. Liest sich für mich sehr gut, was Du da so schreibst. Ich glaube, Du hast auf jeden Fall jetzt erst mal die richtigen Schritte eingeleitet - Problem erkannt, willst etwas dagegen unternehmen und ziehst auch einen Arzt zu Rate und bist nicht zuletzt auch hier "gelandet" und tauscht Dich mit anderen aus. Das kann m.E. sehr hilfreich sein.

    Zitat

    Da ich ja schon einmal 5 Monate komplett alkoholfrei war und es mir zu der Zeit wunderbar ging (stressresistenter, wacher, fitter - abgesehen von den 20 kg, die ich damals - allerdings schon vor der "Abstinenz" - abgenommen hatte und die nun fast komplett wie aus Zauberhand wieder da sind :-\ :-\ :-\ ) denke ich, das ist es, was ich wieder möchte.

    Zu Anfang meiner Trinkerkarriere (da hatte ich vielleicht seit 2 oder 3 Jahre getrunken aber auf noch relativ niedrigem Niveau) hatte ich auch mal eine längere Trinkpause (später ging das nicht mehr). Ausgelöst damals durch die Geburt meiner Tochter, ich wollte da einfach nicht mehr, hatte Angst, dass ich mich im betrunkenen Zustand nicht richtig kümmern kann, vor allem nachts.
    Das ging damals ganz gut, allerdings musste ich schon immer wieder an Alkohol denken und auch kämpfen ihn nicht zu trinken. Nach ein paar Monaten sind wir dann in eine größere Wohnung umgezogen und mein neuer Nachbar saß im Garten und hat mich spontan zu einem Bier eingeladen. Und ich Depp hab's getrunken. Nur dieses EINE Bier. Das war's dann gewesen. Hat nicht lange gedauert und ich hatte mein altes Niveau und dann sofort auch deutlich mehr. So, als ob ich das nachholen müsste auf das ich verzichtet hatte...

    Will damit eigentlich nur sagen, dass es normalerweise (aus meiner Sicht) nicht reicht, "nur" nichts mehr zu trinken. Wenn man dauerhaft trocken bleiben will, braucht es mehr. Bei meiner Trockenphase z. B. habe ich mich überhaupt nicht reflektiert, mich überhaupt nicht (tiefer) mit mir und meinem Leben und meiner Sauferei beschäftigt. Das wollte ich auch gar nicht, ich wollte einfach nur nichts mehr trinken. Den ständigen Druck doch was zu trinken, habe ich weggedrückt, mich auch nicht damit auseinander gesetzt, mir keine Hilfe von außen geholt und alles mit mir alleine ausgemacht. Aus meiner heutigen Sicht ist mir klar, dass ich es so nicht dauerhaft schaffen konnte. Ich war einfach noch nicht so weit.

    Warum schreibe ich Dir das? Weil Du daraus vielleicht für Dich ein paar Anregungen ziehen kannst, wie Du Deinen Weg weiter gehst. Es ist so, dass es bei jedem von uns anders gelaufen ist, sowohl der Weg in die Abhängigkeit als auch der Weg heraus. Ein Patentrezept kann Dir also leider niemand geben. Ich kann aber trotzdem (oder gerade deswegen) hier im Forum immer wieder Anregungen für mich finden, die mir auch helfen meinen Weg weiter zu gehen. Und das wünsche ich Dir auch!

    LG
    gerchla

  • Hallo Gerchla,

    Zitat

    Will damit eigentlich nur sagen, dass es normalerweise (aus meiner Sicht) nicht reicht, "nur" nichts mehr zu trinken. Wenn man dauerhaft trocken bleiben will, braucht es mehr. Bei meiner Trockenphase z. B. habe ich mich überhaupt nicht reflektiert, mich überhaupt nicht (tiefer) mit mir und meinem Leben und meiner Sauferei beschäftigt. Das wollte ich auch gar nicht, ich wollte einfach nur nichts mehr trinken.

    vielen Dank für deinen Beitrag. Ja, so ähnlich war es wohl bei mir auch, ich hab die letzten paar Tage viel darüber nachgedacht. Ich hab damals einfach nichts mehr getrunken, eher so nach dem Motto, so jetzt guckst du mal, ob du es überhaupt noch ein paar Tage ohne Alkohol aushälst. Es ging mir nach ein paar Tagen super, aber ich hab den Alkohol noch nicht als den Feind erkannt, der er ist. Somit dachte ich mir überhaupt nichts bei dem Silvester-Sekt, war ja lange genug nüchtern und dachte, ab morgen gehts dann so weiter. Aber nein, es ging nicht, der alte Trott schlich sich, wenn auch nicht sofort, wieder ein. Vielleicht musste das einmal passieren (für mich), damit ich jetzt weiß, so larifari geht das nicht, da muss ich dieses Mal etwas tiefer in die Materie gehen.

    Der Arzttermin ist gemacht, morgen früh bin ich zur Blutabnahme und Gespräch mit meiner Ärztin.

    Liebe Grüße
    Nowina

  • Hallo Nowina,

    schön, dass du den Arzttermin hast. Ich habe damals auch immer wieder ärztliche Untersuchungen gemacht. Es hat mir sehr gut getan, dann auch meine Fortschritte betreffend die gesundheitlichen Werte zu sehen. Unterstützung vom Arzt 44.

    LG Betty

    Auf dem Weg zu mir lerne ich mich immer besser kennen. <br />Ich habe Freundschaft mit mir geschlossen und freue mich, dass ich mir begegnet bin.<br /><br />Ich bin lieber ein Original als eine herzlose Kopie.

  • Hallo nowina, dieses mal trinkt mein Mann weiter. Ich habe in den letzten Jahren mehrere Trinkpausen gemacht, einmal hat mein Mann mitgezogen, das hat es aber nur am Anfang leichter gemacht. Manchmal hat es mich sogar genervt, wie er damit umgegangen ist und wie leicht ihm das gefallen ist.
    Dieses Mal ist es mein Ding, wenn er will, kann er nachziehen. Gerade sitzt er neben mir und trinkt Bier, im Moment stört es mich gar nicht, das kann sich aber ändern.
    Finde es gut, dass du einen Arzttermin gemacht hast und freue mich darauf, mehr von dir zu lesen.

  • Es ging mir ... super, aber ich hab den Alkohol noch nicht als den Feind erkannt, der er ist. Somit dachte ich mir überhaupt nichts bei dem Silvester-Sekt, war ja lange genug nüchtern und dachte, ab morgen gehts dann so weiter. Aber nein, es ging nicht, der alte Trott schlich sich, wenn auch nicht sofort, wieder ein.

    Wie oft habe ich dass jetzt schon gehört? Und leider auch selbst erlebt? Okay, selbst erlebt zum Glück nur ein Mal ...
    M.E. liegt die Ursache darin, dass man sich überhaupt keine Gedanken mehr über den Alkohol und das eigene Verhalten zu ihm macht - so nach dem Motto "Ich trinke nicht mehr. Punkt. Weitere Gedanken werden gestrichen."
    Seit ich nach meinem letzten Entzug vor 7 3/4 Jahren regelmäßig SHG besuche, seit einigen Jahren in Krankenhäusern meine SHG vorstelle und etwas darüber erzähle, was eigentlich in SHG abgeht ... kurz: seit ich mich mit meinem Problem auseinandersetze, fühle ich mich wesentlich stabiler. Auch jetzt, wo es mir privat nicht sehr gut geht, ist die Flasche insofern "kein Thema", als dass ich nicht vorhabe, wieder zu ihr zu greifen.

    Und bevor ich jetzt von Bassmann oder anderen dafür "bemitleidet" werde, den ganzen Tag das Mantra "Ich darf nicht trinken!" vor mich hinmurmelnd durch die Gegend zu schleichen: so ist es keineswegs.
    Ich weiss nur sehr wohl, dass ich alkoholabhängig bin und mit Alkohol nicht umgehen kann. Und dass verdränge ich nicht (mehr). Allein dadurch, dass ich regelmäßig zur Gruppe gehe, mich im Verein engagiere (u.a. mit den Krankenhausvorstellungen), mich hier im Forum "rumtreibe" und auch ein wenig auf meine eigene Befindlichkeit achte, beschäftige ich mich mit mir und dem "Thema".
    Ich trinke nicht mehr - verliere dabei aber nicht die Hinterhältigkeit meiner Abhängigkeit aus den Augen. So habe ich es eine Weile nach meiner ersten Therapie gemacht: mich nicht mehr mit dem Thema beschäftigt und diese Hinterfotzigkeit vergessen. Tja, und dann kam das erste Bier, war ja nur eins ...

    Nowina, ich freue mich für Dich und Deinen Entschluß! Und nur keine falsche Scham: Nimm jede Hife an, die Du kriegen kannst!

    Achso, noch etwas: Hast Du eigentlich mit Deinem Mann über das Thema und Deinen Entschluß gesprochen? Wie steht er dazu?

    So - bevor ich jetzt zuviel texte (man merkt: mein Internet funktioniert wieder ;) ), soll es das erst mal gewesen sein.

    LG
    Greenfox

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