Hallo Newlife,
Wie ferngesteuert habe ich mir ein paar Flaschen Bier reingeschüttet und dabei Rotz und Wasser geheult.
den Begriff der Fernsteuerung habe ich in diesem Forum schon mehrfach gelesen, wenn es um Rückfälle ging. Und je öfter ich ihn lese, desto weniger kann ich an eine Fernsteuerung glauben.
Ich sehe das wie folgt: Du wolltest trinken, hattest nun (endlich?) einen Grund dazu und zogst durch, was du in diesem Augenblick wolltest.
Die einzige Frage, dich sich in meinen Augen stellt, ist, ob du auch in Zukunft solche Rollen rückwärts machen möchtest.
Ich denke, dass wir die ohnehin nur dann zulassen, wenn wir das Weglassen des Alkohols als Verzicht begreifen oder uns für mehr oder weniger machtlos gegenüber der Abhängigkeit halten.
Beides ist m.E. falsch.
Ohne (zu viel) Alkohol geht alles besser. Insbesondere das Lösen von Problemen oder das Nicht-nur-Wegschieben, sondern Verdauen schlechter Nachrichten. Und dies gilt m.E. auch oder sogar insbesondere dann, wenn wir neben der Alkoholabhängigkeit weitere Baustellen haben.
Meine persönliche Machtlosigkeit gegenüber Drogen wie Alkohol oder auch Tabak habe ich so lange erfahren, wie ich den Teufelskreis der Sucht nicht durchbrach und einfach (weiter) soff oder rauchte, weil ich dachte, nicht anders zu können.
Dass es durchaus anders und vor allem weitaus besser geht, weiß ich inzwischen. Und ich weiß es deshalb, weil ich mir die Chance gab, über einen längeren Zeitraum zu erfahren, was Leben ist, wenn es klar, d.h., ohne Drogennebel erfahren wird.
Selbst wenn ich die eine oder andere Baustelle noch eine ganze Weile nicht angehe, kann mir diese Erfahrung des (drogen)unabhängigen Lebens niemand nehmen.
Auf ein Neues, Newlife!
Katro